nachdem ich mich nun schon einige Zeit in das Thema eingelesen habe, bin ich letzte Woche den Umbau unseres EuraMobil Profila 695 EB angegangen und bin gestern fertig geworden.
Ziel des Umbau war es, größtenteils autark zu werden, um auch mal ein paar Tage (oder länger) ohne Landstrom auskommen zu können, trotzdem aber auf den Komfort von 230V für diverse Geräte nicht verzichten zu müssen.
Da ich bei dem Umbau immer mal wieder auf Fragen gestoßen bin, möchte ich meinen Umbau hier kurz zeigen, vielleicht findet ja jemand mit einem ähnlichen Umbau ein paar Antworten. Als EBL ist ein Nordelettronica NE185 verbaut.
Im Vorfeld musste ich mir Gedanken machen, wo ich denn die ganze Technik auf begrenztem Raum unterkriegen kann.
Ich habe mich für folgende Anordnung entschieden:
Unterm Beifahrersitz...
... habe ich den Solarregler und den Ladebooster montiert. Das hat sich angeboten, da hier vorher die 80Ah Gel-Batterie war, die der Lifepo4 weichen musste und weil hier der EBL sitzt zum abgreifen des D+ Signals für den Booster.
Als Solarregler habe ich mich für den Victron Smartsolar 100/30 entschieden (zum 340W Solarmodul).
Als Ladebooster kommt der Votronic 1212-30 zum Einsatz, weil er recht kompakt ist.
Zusätzlich habe ich mir noch ein Sicherungsgehäuse besorgt, welches gleichzeitig als Verteilerblock dient, günstig und praktisch.
Ich habe noch ein Trennrelais installiert, dieses aber absichtlich nicht in Betrieb genommen. Die Startbatterie hat also aktuell keine Verbindung zum EBL und wird auch nicht durch das Bordladegerät geladen, was meiner Meinung nach auch nicht nötig ist. Sollte ich meine Meinung ändern, ist die Startbatterie durch die Änderung von 2 Steckern aber jederzeit über das Relais einzubinden.

Unterm Fahrersitz...
...hat die neue Lifepo4 Batterie ihren Platz gefunden, eine Liontron 150Ah Untersitzbatterie. Da unter dem Sitz keine feste Unterlage vorhanden war, habe ich dort ein Holzbrett untergelegt und ausgerichtet, damit die Batterie einen geraden und festen Sitz hat.
An den Rückwand habe ich ein weiteres Brett befestigt, auf dem ich die Sicherungen für den Wechselrichter und die für den 12V Abgang zum Beifahrersitz angeschraubt habe.

Im kleinen Stauraum hinter dem Fahrersitz...
...habe ich dann den Wechselrichter versteckt, einen Büttner PL 1500-SI, der von den Abmessungen wunderbar gepasst hat. Anfangs wollte ich eigentlich nur eine einzige Steckdose betreiben über den WR. Ich sah dann aber vor meinem geistigen Auge schon ständig ein Verlängerungskabel durch Wohnmobil liegen, sei es für die Kaffeemaschine oder den Fön, also habe ich mich dann für eine Netzvorrangschaltung entschieden, um alle Steckdosen zu betreiben. Es musste also noch Platz sein für den FI-Schalter und die zusätzliche NVS (Büttner MT NU2300), hat aber gepasst.
Ich wollte bei dem ganzen Umbau aber nirgends ein Kabel trennen oder abzwicken müssen, was mir letztendlich auch gelungen ist. Die abgehenden Leitungen zu den Steckdosen, Kühlschrank usw. sind mit 4-poligen Mate-N-Lok Steckern gesteckt, ich habe mir dann die passenden Stecker und Kupplungen bestellt und sauber verbunden.


Auf dem Dach...
...habe ich dann ein normales Solarmodul für den Hausgebrauch, JA-Solar 340W verbaut. Als Halterung habe ich die hier im Forum schon oft genannte Flachdach-Montageschiene von K2 genutzt und daraus 6 Auflagepunkte geschnitten.
Das Kabel zum Dach läuft hinter einer abschraubbaren Verkleidung in die oberen Schränke, dort liegt sowieso Kabelkanal.
In das Verkleidungsbrett habe ich noch einen Ausschnitt gemacht, dort findet sich die Fernbedienung für den Wechselrichter.

Alles in allem hat sich der Umbau schon über mehrere Tage hingezogen. Der erste Test lief erfolgreich, die Sonne hat auch gleich die Batterie gefüllt und ich freue mich jetzt schon auf die erste Tour mit der neu gewonnenen Freiheit.
Viele Grüße
Tim




