rump
luftfederung
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Friaul und Venezia Giulia 2021


andioldi am 28 Jan 2022 13:47:47

Prolog:

Dieses Jahr steht mal wieder Italien auf dem Programm. Friaul und Julisch Venetien soll es werden. Seit ich vor vielen Jahren während des Studiums mal auf einer Studienreise mit dem Bus von Klagenfurt nach Triest gefahren bin wollte ich mir die Ecke mal näher ansehen.

Im Vorfeld natürlich die entsprechenden Berichte im Forum (es gibt nicht wirklich viel) studiert und POI’s gesammelt, die einschlägigen Reiseführer studiert und Straßenkarten besorgt. Grobe Planung der Reiseroute erstellt und dann ging’s am 04.06. los. Tags zuvor noch den obligatorischen PCR-Test gemacht und die Einreiseformulare online ausgefüllt. Das Alles hat zwar in den nächsten 3 Wochen Niemanden interessiert aber Wehe man macht es nicht.

Halb Italien gehört mittlerweile der Familie Vendesi und die andere Hälfte einem gewissen Aperto, den man aber nie antrifft. Aber dazu später mehr.

Freitag, 04.06.2021, 308km, 08:00-14:40
Über A92/A9/A99/A8 fahren wir bis Irschenberg. Ab hier geht es auf der Landstraße weiter da die A93 komplett mit LKW zu ist (wegen des Feiertags in Italien 2 Tage zuvor hatten die Österreicher die Grenze für LKW dicht gemacht). In Bad Feilnbach gönnen wir uns in der Bäckerei Bergmeister ein paar Brezen und sehr leckere süße Teile. Über Kufstein und Kitzbühel geht es durch den Felbertauerntunnel und nach einem Tankstopp in Lienz zum Plöckenpass. Die unterschiedlichen Kommentare im Forum zur Befahrbarkeit des Passes für Wohnmobile hatten mich neugierig gemacht und ich war echt gespannt. Die Straße auf der österreichischen Seite ist eine Katastrophe. Am Pass kann man ein Stück der Via Julia Augusta sehen die die Römer hier gebaut haben und auch Zeugnisse des 1. Weltkriegs sind zu sehen.



Kaum waren wir über die Passhöhe standen wir auch schon im Stau. Da die vor mir stehenden schon alle aus ihren Fahrzeugen ausgestiegen waren stieg ich auch aus um die Lage zu peilen. Circa 100m weiter hatte sich ein 40 Tonner Sattelzug im Kehrtunnel festgefahren. Der Fahrer hatte einfach die schon seit dem Abzweig zum Pass in Kötschach angebrachten Verbotsschilder mit Höhenbegrenzung auf 3,80m und Längenbegrenzung auf 12m ignoriert. Nach einigen Rangierversuchen inklusive Felskontakt hatte er sich dann doch irgendwann freigeschwommen und es konnte weiter gehen.



An der ersten Möglichkeit zum parken stand er dann. Ich glaube der brauchte erst mal nen Schnaps um das zu verdauen. Landschaftlich ist der Plöcken schon sehenswert und auch fahrtechnisch, mit ein wenig vorausschauender Fahrweise vor den Kehrtunneln, für ein Wohnmobil mit 7,5m kein Problem. Der Stellplatz Timau ist das Ziel für heute. Bar/Restaurant ist entgegen der Infos im Netz geöffnet. 10€ für die Nacht an der Bar zu entrichten. Vorsicht mit langen Aufbauüberhängen, in der Einfahrt ist eine Furt, die zwar trocken aber vom Winkel ungünstig ist. Meine AHK hatte leichten Kontakt.



Vor dem Urlaub hatte ich mir eine DVD-Sammlung mit Tarantino Filmen besorgt und so steht heute Sin City auf dem Programm.

Samstag, 05.06.2021, 137km, 09:30-17:00
In der Früh werden wir schon sehr zeitig von einem gefiederten Otello geweckt der vor unserem Fenster seine Arien trällert. Nach einem gemütlichen Frühstück in der Sonne geht es los. Wir wollen über Paluzza nach Paularo aber nach einigen km ist die Straße gesperrt alsowieder zurück. 2. Anlauf über Art Therme nach Paularo. Hier gibt es 2 Möglichkeiten. Ich nehme die erste aber die kann ich nicht empfehlen obwohl sie landschaftlich sehr schön ist. Extrem eng, Ausweichmöglichkeiten so gut wie nicht vorhanden und in der Folge büße ich meine hinterste rechte Begrenzungsleuchte ein und hole mir ne Schramme in der vorderen Stoßstange. In Paularo am Ortseingang ist ein kleiner Parkplatz und von da marschieren wir in den Ort. Der hat eindeutig auch schon bessere Tage gesehen.



Hier gehört schon jedes 4 Haus dem berüchtigten Vendesi. In der Bar „Italia“ gönnen wir uns den ersten Sprizz. In Italien gilt derzeit Maskenpflicht auch im Freien und das ist schon sehr befremdlich. Allerdings hielten wir uns genau 2 Tage daran weil es auch die Italiener nicht interessierte. Danach ging es weiter nach Tolmezzo, auf der toll ausgebauten Straße die ich bei der Hinfahrt verpasst hatte, wo wir erst mal beim Eurospar einkaufen. Heute Abend soll es Bratkartoffeln geben und dazu braucht es noch Speck. Natürlich wandern auch noch Käse und ein paar andere Widerlichkeiten in den Kühlschrank vom Womo. Danach geht es über Villa Santina uns Ampezzo nach Sauris. Die Strecke hat einige, teilweise unbeleuchtete, Tunnels zu bieten die, vor allem bei LKW-Gegenverkehr, nichts für schwache Nerven sind.



Der Lago di Sauris lockt mit seiner tollen Farbe aberes zieht ein Gewitter auf also geht es weiter nach Sauris. Dort kaufen wir bei einem Holzkünstler ein schönes Schneidebrett und lassen uns in der kleinen Birrificio „Zahrebeer“ ein leckeres, vor Ort gebrautes Bier und ein Plättchen mit Schinken und Käse schmecken. Weiter soll es über Prato wieder nach Villa Santina gehen aber kurz hinter Sauris ist die Straße gesperrt. Also das Ganze wieder retour. Da der im Womoführer verzeichnete Stellplatz bei der Prosciutoficio Wolf in Sauris nicht mehr existiert geht es zurück nach Ampezzo auf den dortigen Stellplatz.



Der liegt direkt beim Sportplatz und da läuft gerade ein Fußballturnier. Für ordentliche Beschallung ist also gesorgt. Wegen des starken Regens fallen die Bratkartoffeln aus aber wenigstens gibt es frisch gezapftes Gösser. Abendprogramm ist der Film „Irgendwann in Mexiko“.

06.06.2021, 171km, 09:30-16:00
Hier am (scheinbar kostenfreien?) Stellplatz gibt es 2 Versorgungssäulen mit je 4 Strom- und 2 Wasseranschlüssen. Frech, wie ich bin, nutze ich den Schlauch, der noch von gestern Abend der Versorgung der Futterstation des Fußballturniers gedient hat und geschickterweise direkt neben uns an der Wasserversorgung hängt, um meinem Wassertank ein wenig Nachschub zu gönnen und den Dreck von gestern grob vom Womo runter zu spülen. Just nachdem ich fertig bin kommt jemand und baut den Schlauch ab. Heute geht es nach Tarvisio. In den Markthallen leider nur Klamotten, überwiegend China-Ware, schade. In einer Osteria bestellen wir uns eine Pizza und trinken, während wir warten ein Gläschen Rosso. Zurück im Womo lassen wir uns die Pizza tirolese schmecken und fahren dann weiter zu den „Laghi Fusine“. Die Straße ist teilweise Baustelle und nur geschottert aber kein Problem. Am oberen See wollen wir eine Wanderung um die Seen machen aber der Wasserstand ist aufgrund des starken Regens so hoch, dass wir nach ein paar hundert Metern wieder umkehren. Der Weg, der direkt am See entlang führt ist unpassierbar.



Weiter geht es zum Lago Predil.



Es fängt wieder an zu regnen und wird immer stärker. Die Landschaft ist wirklich schön aber wir können es bei dem Regen nicht wirklich genießen. Kurze Lagebesprechung mit dem Ergebnis: heute mal Campingplatz. ACSI sagt, dass es bei Tolmezzo am Lago di Cavazzo einen Platz direkt am See gibt, also hin. Der CP „ Lago 3 Municipalities“ ist ein netter kleiner Platz mit ca. 50 Parzellen. Kostenpunkt 18,-€. Der direkt daneben liegende CP „Al Lago“ gehört übrigens auch der Familie Vendesi. Nachdem der Regen aufgehört hat packen wir Tisch und Stühle raus und es gibt frischen Karottensalat und das restliche Brot von gestern wandert mit viel Knoblauch und Olio in die Pfanne. Dazu gibt es einen Primitivo aus Apulien.



Als ich mir im Womo die Hände waschen will kommt kein Tropfen aus dem Hahn. Also erstmal mit eingeseiften Händen zum Waschhaus. Dann Ursachenforschung: Pumpe läuft. Es plätschert im Tank. Befund: da kann wohl nur ein Schlauch abgesprungen sein. Hoffe ich! Kissen von der Bank, Deckel auf meine Frau betätigt den Wasserhahn und ich sehe: Schlauch ab. Stecker runter 2. Deckel auf, Pumpe hoch gezogen und Schlauch wieder auf das Anschlussstück geschoben. Sollte da vielleicht nicht ne Schlauchschelle montiert sein? Werde ich wohl zuhause nachrüsten.

07.06.2021, 86km, 10:00-17:00
Nach dem Duschen und entsorgen geht es nach San Daniele, der Schinken ruft! Das Navi schickt uns erstmal um den kompletten See rum und der rote Pössl, der bei unserer Abfahrt noch auf dem CP stand, ist nun plötzlich vor uns. Die Routenführung von Tante Google muss man nicht immer verstehen. Vielleicht hat sie sich aber auch gemerkt, dass wir gerne Sightseeing betreiben, wer weiß? Auf dem Weg nach San Daniele kommen wir am Laghetto di Cornino vorbei, einer der vielen Karstseen. Das Farbenspiel ist faszinierend.



In San Daniele angekommen parken wir auf dem Busparkplatz und gehen hinauf in die Stadt. Viele Geschäfte sind noch oder auch für immer zu. In der Prosciuttificio Bagatto gibt es keine Möglichkeit zu probieren aber der freundliche Herr empfiehlt uns die Prosciutteria La Corte di Bacco. Dort nehmen wir eine Schinkenplatte und ein Gläschen Wein dazu. Für mich einen Schiopettino und für Christine einen Weißen. So gestärkt gehen wir durch den Ort, kaufen in einem Spezialitätengeschäft einen Pecorino mit Trüffeln und eine Trüffelsalami und anschließend bei Bagatto noch Schinken. Hier gibt es auch gehackten San Daniele. Davon nehmen wir auch noch was mit und dazu gibt es noch eine Broschüre mit passenden Rezepten. Weiter geht es nach Udine. An der Piazza 1. Maggio finde ich einen Parkplatz, der wie angegossen passt.



Meine Frau plant 1,5 Tage für Udine ein. Ich löse erstmal ein Parkticket für 5 Stunden und nach 3 Stunden sind wir auch schon durch. Auch hier sind viele Geschäfte dicht. Wir gehen noch hoch zum Castello. Hier gibt es einige Museen aber das ist nicht so unser Ding. Die Aussicht über die Stadt dagegen ist grandios und den Aufstieg wert.



Thema Corona: Masken werden getragen oder auch nicht, 40% tragen sie korrekt, 20% unter der Nase oder am Hals und der Rest ist ganz ohne unterwegs. Stört auch keinen, Selbst die Polizei nicht. Weiter geht’s nach Cividale. Hier wollen wir übernachten. Als wir den idyllischen offiziellen Stellplatz sehen steht sofort der Entschluss: hier bleiben wir nicht. Aber das Städtchen schauen wir uns an. Sehr schön! Sehr viel alte Bausubstanz aus verschiedensten Epochen. Der Ponte Diavolo: beeindruckend.



Zurück am Stellplatz sehen wir, dass Polizisten unser Womo umkreisen. Sie sind gerade dabei ein Ticket auszustellen. Ich habe es tatsächlich geschafft 2 Parkplätze zu blockieren, blöd. Nach einer freundlichen, mündlichen Ermahnung und dem Versprechen meinerseits beim nächsten mal korrekt zu parken lässt man uns weiterziehen. Nicht weit ist das Sanctuario Castelmonte, wo wir auf dem riesigen Parkplatz ein Plätzchen für die Nacht finden.



Ich werfe Gnocchi in die Pfanne, Knoblauch dazu, ein wenig von dem San Daniele Hack, ein paar Datteltomaten dazu und fertig ist das 3 Sterne Menü. Dazu ein Fläschchen Valdo. Uns geht’s gut! Den Abschluss des Abends bildet „Pulp Fiction“

08.06.2021, 128km, 08:30-17:00
Wir haben sehr gut geschlafen. Absolute Ruhe hier oben, schon fast zu ruhig (geht das überhaupt?) Um 07:00 Uhr wecken uns die Glocken des Klosters. Nach dem Frühstück kurzer Rundgang aber alles noch zu. Heute steht Wein auf dem Programm. In der Nähe ist das Weingut Venica aber die öffnen leider erst um 10:00. Also Dorigo ins Navi eingegeben und los geht’s, runter vom Berg. Nach 2km schalte ich von Automatik auf Handschaltung um weil es immer steiler wird und ich die Motorbremse nutzen möchte. Da gerade der 5. Gang drin ist schalte ich 2 mal runter für den 3. und plötzlich ein leichter Schlag. Und dazu Mäusekino: rotes Zeichen für Motorstörung wechselt sich ab mit Getriebestörung. Dazu gesellt sich die gelbe Motorwarnleuchte und die Start-Stopp Warnung. Großes Kino! Es geht weiter bergab und es gibt keine Möglichkeit anzuhalten. Also eben mit der Betriebsbremse die Fuhre im Zaum halten. Unten angekommen nutze ich die erste Parkbucht und halte an und mache den Motor aus. Kurz gewartet und wieder gestartet. Er nimmt kein Gas mehr an, bei Vollgas nur widerwillig 1500 Umdrehungen. Okay, das ist der Notlauf, also wieder aus die Kiste. Motorhaube auf und geschaut. Ich könnte zwar wahrscheinlich nicht wirklich was reparieren aber zumindest läuft nix aus und alle sichtbaren Stecker sind an ihrem Platz. Haube zu und noch mal gestartet. Wenigstens die roten Warnzeichen sind jetzt weg, es leuchten nur noch die gelben. Auch das Gas nimmt er wieder an und so kann man wenigstens fahren. Die nächstgelegene Fiat Werkstatt rausgesucht und los. Am Weg liegt das Weingut Dorigo aber das hat scheinbar für immer geschlossen. Am Weg liegt auch die Destillerie Nonino die unseren Lieblingsgrappa „Fragolino“ herstellt. Hier machen wir eine ausgiebige Degustation, 10 Uhr in der Früh ist der ideale Zeitpunkt dafür, oder? Der Amaro ist ein wunderbarer Kräuterlikör und eine Flasche davon nebst passender Gläser wandert ins Womo. Strecke zur Fiat Werkstatt ins Navi eingeben; starten; und: alle Lampen sind aus! Selbstheilung? Hat die Elektronik ne Auszeit gebraucht um in sich gehen zu können? Anscheinend hatte die Steuerung nur Schluckauf. Also fahren wir weiter zur Abbazia Rosazzo. Nette kleine Anlage an der gerade kräftig restauriert wird.



Weiter Richtung Triest sehen wir an der Straße das Schild des Bio-Winters Sturm. Der Friulano sagt uns beiden zu und so wandert eine Kiste davon ins Womo. Kurz danach liegt am Wegesrand in Mossa die Trattoria Blanch. Sieht sehr einladend aus und so beschließen wir hier das Mittagessen zu nehmen. Christine nimmt Nudeln mit Ragout vom Huhn, für mich gibt es Wildschwein mit Polenta. Sehr lecker, kann man weiterempfehlen. Hier gibt es auch einen kleinen Stellplatz direkt bei der Trattoria mit Strom und Wasser



aber unser heutiges Ziel ist der Stellplatz in Görz. Dort angekommen schauen wir uns an und sagen unisono: Nein, danke. Das ist nix für uns. Einige seltsame Gestalten im Umfeld und einige alte Wohnmobile die hier zum Dauerwohnsitz aufgerüstet wurden sind nicht sehr einladend. Also weiter Richtung Triest. Auf dem Parkplatz Sosta libera beim Schlösschen Miramara finden wir einen Platz für die Nacht direkt am Meer.



Gerade noch rechtzeitig denn der kleine Parkplatz füllt sich schnell. Viele Triestiner machen von hier aus ihren Abendspaziergang. Wir schauen uns noch das Castello di Miramare an und genießen in der Strandbar „Sticco Mare“ den Blick aufs Meer.



09.06.2021, 19km, 07:00-13:00
Triest. In der Via Ottaviano Augusto, direkt am Hafen, finden wir einen Parkplatz und tigern los. Über die Piazza Unità (der größte zum Meer hin offene Platz Europas) geht es in die Innenstadt. Ein bisschen shopping, ein bisschen Sightseeing, der allgegenwärtig sichtbare KuK Einfluß aber sonst nicht weiter aufregend. Den Tempio serbo-ortodosso mit seinen imposanten Mosaiken sollte man allerdings nicht versäumen.



Es ist warm, zu warm. Das sind wir nicht mehr gewohnt. Und so sind wir unter Nutzung allen sich bietenden Schattens nach 5 Stunden zurück am Womo. Ich will mir kurz die Hände waschen und es kommt schon wieder kein Wasser. Repariere ich später auf dem CP, diesmal mit Kabelbinder, mal schauen wie lange das hält. Wir sind auf dem Campeggio Obelisko (21€) oberhalb von Triest mit Blick auf die Stadt und das Meer. Hier sind 90% der Plätze von Dauercampern belegt von denen manche sicherlich schon über 30 Jahre hier stehen was man am Alter der Wohnwagen und dem Grad der Einwachsung feststellen kann. Für einige ist das hier offensichtlich auch der Hauptwohnsitz. Im kleinen Restaurant am Platz essen wir zu Abend lecker Fisch: Antipasto Misto, Branzino und Spaghetti mare.

10.06.2021, 106km, 10:00-16:30
Wir haben lange und gut geschlafen. Durch das Hinterland von Triest fahren wir entlang der Grenze zu Slowenien wieder Richtung Norden. In Aurisina machen wir bei Conad ein paar Einkäufe und fahren weiter nach Palmanova. Geplant im 16. Jhdt. Für 20.000 Einwohner lebten nie mehr als 5000 dort. Die Stadt sollte Venedig als Bollwerk gegen die Österreicher dienen.



Da die Stadt außer ihrer sternförmigen Anlage und dem großen Hauptplatz in der Mitte nicht viel zu bieten hat und es außerdem auch schon wieder viel zu warm wird fahren wir weiter zu einem in der Nähe gelegen Outletcenter. Christine möchte shoppen und ich setze mich derweil in eine Bar und vertreibe mir die Zeit mit Routenplanung und dem Beobachten der anderen Besucher. Das Tagesziel für heute ist der CP Al Bosco in Grado. Nett gelegen, direkt am Strand, Sanitäranlagen sehr italienisch. Zum Duschen werfe ich 20 Cent ein, was genau bis zum Einseifen reicht. Also komplett eingeschäumt raus aus der Kabine, nächsten 20er, mein letzter, eingeworfen und……nix. Kein Wasser, kein Geld mehr und eingeseift stehe ich nun da. Na bravo. Leicht!! fluchend gehe ich zum nächsten Waschbecken und entseife mich dort mit kaltem Wasser, was natürlich die Umgebung im Gebäude großflächig in ein Feuchtgebiet verwandelt.

11.06.2021, 0km
Heut ist Christines Geburtstag. Wir legen einen Ruhetag ein und chillen, machen einen Spaziergang am Strand und brunchen ausgiebig im Camping-style. Abends gibt es Fisch im CP-Restaurant, keine Offenbarung aber ok.



Spät abends kommen gegenüber noch 3 ca. 20-jährige Mädels nach Einbruch der Dunkelheit an, die beginnen im Schein einer Lampe ihr ca 3x5m großes Zelt aufzubauen. Ich bin versucht einzugreifen (Helfersyndrom), kann mich aber zügeln, da sie es ohne Fluchen oder Tränenausbrüche angehen. Als wir am nächsten morgen schauen steht das Zelt wirklich einwandfrei.

Kurzes Intermezzo:

Campingplätze sind schon was Tolles.
Es ist immer für Unterhaltung gesorgt.
Wild fuchtelnde Frauen hinter einparkenden Wohnmobilen mit einer Hand am Fahrzeug wohl in der Hoffnung es auf diese Weise vor Schaden bewahren zu können.
Dazu gehörende Männer, die das Gefuchtel gekonnt ignorieren und sich lieber auf Spiegel, Rückfahrkamera oder Gefühl verlassen was aber auch immer mal wieder schief geht.
Der Endsechziger, (Typ: ichignorierdasgefuchtel) der seine Sat Schüssel drehen lässt bis die Lager glühen mit anschließenden mehrfachen Umparkaktionen um sich schlussendlich doch einen anderen Platz zu suchen. Nebenbei verfolge ich im Forum den Thread „Das Wohnmobil und die große Freiheit“ bei dem nach 10 Beiträgen eigentlich schon alles gesagt wurde aber halt noch nicht von jedem.
Ich liebe es. Großes Kino! Dazu Chips und Bier. Was braucht es mehr?

12.06.2021, 0km
Der CP war zwar nicht unser Traumziel aber wir brauchen etwas Ruhe und so legen wir spontan einen weiteren Ruhetag ein. Mit lesen und rumgammeln vergeht auch dieser Tag und ich koche uns abends Bratkartoffeln mit Huhn und Paprika in der Wokpfanne.

13.06.2021, 116km, 09:00-15:00
Beim Bezahlen an der Rezeption (82€) frage ich nach der Entsorgungsmöglichkeit für das Grauwasser. Antwort: haben wir nicht! Dem Tipp eines Leidensgenossen aus Innsbruck folgend fahren wir zum 2km entfernt gelegenen Stellplatz, wo wir kostenlos entsorgen können. Allerdings ist das gar nicht so einfach. Die beiden 40x40cm großen Einläufe sind so geschickt platziert, dass ich im Vorfeld erst mal Berechnungen anstellen muss wie ich mit meinem Auslauf da verletzungsfrei drüber komme. Schräg anfahren, mit dem linken Vorderrad knapp am Einlauf vorbei und dabei aufpassen, dass das Rad nicht in dem 20cm tiefen Loch verschwindet, dann scharf rechts weil der davor stehende Laternenmast schon bedrohlich nahe kommt und dann passt das halbwegs. Dass nicht nur ich mich so deppert angestellt habe zeigte mir der Herr aus Innsbruck, von dem ich auch den Tipp bekam, der vor mir genauso schief dort stand. Nach dem Ablassen des Grauwassers dann des Ganze Gezwirbel wieder retour. Muss ich noch erwähnen, dass es aufgrund der Lage der beiden Einläufe natürlich unmöglich ist gleichzeitig 2 Wohnmobile zu platzieren? Nächstes Ziel ist Sesto al Reghena. Hier steht ein interessantes Benediktinerkloster. Leider ist gerade eine Messe und so können wir die Kirche nicht besichtigen. Da es sonst nichts Aufregendes gibt nehmen wir in der einzigen Lokalität am Ort einen Sprizz. Weiter geht’s nach Porto Gruaro. Dort gibt es am Cimitero einen großen schattigen Parkplatz. Wir wollen etwas essen aber es ist Sonntag und wir haben nicht bedacht, dass sonntags alle Italiener essen gehen. Alle Trattorias, Osterias etc. sind entweder completto oder chiuso. Nur in einer Osteria bietet man uns einen Platz in einem Zelt neben dem Gebäude an in dem wir die einzigen Gäste sind. Nach 2 Minuten wissen wir warum und flüchten. Das Zelt steht in der Sonne und wird dadurch zur Sauna. Einen schiefen Campanile gibt es hier auch.



Irgendwie ist es auch überhaupt zu warm um sich zu bewegen also gehen wir zurück zum Womo, fahren zum Interspar, kaufen kurz ein und machen Brotzeit im Womo. Den ursprünglichen Plan über Brussa ins Valle Vecchia zu fahren verwerfen wir und fahren nach Caorle zum CP Laguna Village, mit ACSI 20€ pro Tag. Wir checken erstmal für einen Tag ein, richten uns auf unserer Parzelle ein und inspizieren den Platz. Sehr Schöne Poolanlage, sauberes Sanitär und auch sonst so ziemlich alles was man braucht oder vielleicht auch nicht, je nach Gusto.
Was ein Unterschied zu Al Bosco. Warum sind wir nicht gleich hierher gefahren?
Da wir feststellen, dass man von hier aus auch nach Venedig kann (2 Std mit dem Schiff), verlängere ich erstmal an der Rezeption auf unbestimmte Zeit, wir überlegen uns das noch. Am Abend haue ich dich Grillspieße, die wir uns beim Interspar besorgt hatten, auf den Grill und mache einen Salat dazu. Dazu gibt es Musik von der Animation, die nicht weit entfernt ist, bis 23:00 Uhr. Außerdem einen grandiosen Sonnenuntergang.



Hier, am 10. Tag unserer Reise, sehe ich im Übrigen zum ersten Mal auf dieser Tour ein holländisches Autokennzeichen. Hat mir irgendwie gefehlt.

14.06.2021, 0km
Wir werden alt. Und spießig. Schon der 3. Ruhetag und so oft wie in diesem Urlaub waren wir noch nie auf CP’s. Außerdem entwickeln wir uns zu Langschläfern.
Nach einem ausgiebigen Brunch mit San Daniele Hack, Rührei und Käse machen wir einen Spaziergang am Strand nach Caorle. An der Strandpromenade kann man viele künstlerisch bearbeitete Felsbrocken bestaunen.



Wider Erwarten ist das ein richtig nettes Städtchen mit vielen bunten, alten Häusern fast wie auf Burano. Tja, ab und zu sollte man seine oft jahrzehntelang gepflegten Vorurteile auch mal vor Ort überprüfen! Wir nehmen einen Drink und Christine gönnt sich noch ein Eis, dann geht es zurück zum CP. Am Strand liegen Dutzende angespülte Quallen, ist das normal? Am Camping dann an den Pool und in den Schatten, es ist einfach zu heiß. Hatten wir in der ersten Woche noch Regen und viel zu kalt, ist es nun einfach zu warm. Christine geht gleich an den Pool, ich verspreche nach zu kommen. 3 Parzellen weiter sind Neuankömmlinge. Die Satschüssel dreht und dreht und dreht bis der Besitzer aufgibt. Schatten und Empfang beißt sich halt. So wie gestern bei dem Österreicher der verzweifelt versucht hat das Signal auf seinen Fernseher zu bekommen. Es ist scheinbar wieder irgendwo Fußball, irgendeine Meisterschaft, keine Ahnung, nicht meine Welt. Zurück zu unserem Neuankömmling aus CO: er wechselt den Standort. Neue Parzelle, neues Glück. Ich tendiere zu Bier und Chips aber ich habe Christine ja versprochen zum Pool zu kommen und so breche ich die Beobachtung des Spektakels erst mal ab. Als wir dann nach geraumer Zeit vom Pool kommen sucht CO immer noch nach dem perfekten Platz. Auch die restlichen Nachbarn verfolgen die Szene sehr interessiert und entsprechende Kommentare fehlen natürlich auch nicht. Nach 2 weiteren Standortwechseln steht die Schüssel endlich still. Bingo!! Wenn einem so großes Kino geboten wird kann man die eigene Schüssel getrost drin lassen und dafür im Schatten parken. :happy:

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

andioldi am 28 Jan 2022 13:48:07

15.06.2021, 49km
Wir haben uns entschlossen Venedig doch nicht von hier aus zu besuchen. Morgens um 8 los, 2 Std Fahrt und dann spätestens um 16:00 Uhr zurück passt nicht. Also näher ran an die Stadt. Die dortigen ACSI-Plätze scheinen mir alle nicht so prickelnd zu sein und so greifen wir einen Tipp aus dem Forum auf und fahren nach Punta Sabbioni zum Aggricampeggio „Al Bateo“ (29€/Tag) was auf venezianisch so viel wie „zum Boot“ heißt. Interessant ist die Überquerung des Piave. Über eine Pontonbrücke auf der man ganz schön acht geben muss, dass die Außenspiegel keinen Schaden nehmen geht es für 1€ über den Fluß. Unterwegs in Cavallino ist Markt, also Stopp. Überwiegend Chinaware, kaum Lebensmittel, schade. Am CP angekommen (Es ist schon 13:00 Uhr) richten wir uns grob ein und fahren dann mit der nahe liegenden Fähre, die man in 5 Minuten erreicht, zum Markusplatz (15€/Person hin und zurück).



Erstmal die Hotspots abarbeiten und a bisserl shoppen. Christine leistet sich einen Federhalter aus Muranoglas und ich finde eine hellblaue Leinenhose. Ich hatte nicht erwartet hier bezahlbare Sachen zu finden. Wieder ein Vorurteil weniger. Venedig, La Serenissima, Sehnsuchtsort vieler Generationen fast völlig ohne Touristen ist herrlich. Wer schon mal in „normalen“ Zeiten hier war und sich das immer gewünscht hat: Corona macht’s möglich. Die Asiaten fehlen komplett. Amerikaner und Russen auch. Kein Gedränge, kein Geschiebe, selbst Rialto fast ohne Menschen! Es hat fast etwas Surreales. In der Trattoria Ai Botteri sind wir die einzigen Gäste. Des einen Freud, des Anderen Leid. Nach einer sehr guten Pizza machen wir uns auf den Rückweg.



16.06.2021, 0km
Nach dem Frühstückskaffee geht es mit der Fähre nach Burano. Früher eine reine Fischerinsel ist die Insel heute hauptsächlich für ihre bunten Häuser und die hervorragenden Stickereien bekannt.



Eine Tischdecke und 4 passende Servietten wandern in den Rucksack. Als nächstes geht es nach Murano, seit Jahrhunderten für seine Glaskunst bekannt.



Für Christine gibt es hier eine tolle Halskette aus künstlerisch gestalteten Glaselementen und außerdem leisten wir uns 6 Trinkgläser. Anschließend fahren wir weiter zum Markusplatz und wandern quer rüber zum Ospedale von wo aus wir zurück nach Punta Sabbioni fahren.

17.06.2021, 0km
In der Nacht höre ich wie jemand sein Fahrrad an unserem Womo vorbei schiebt und bin sofort hell wach. Wir haben alles offen und nur die Fliegengitter sind zu. Ich schließe die Aufbautür und sehe einen Mann der das hintere Tor zum CP öffnet und denke mir der gehört sicherlich zum Aggri. Wir nutzen die Waschmaschine des CP für eine Ladung und kommen daher erst recht spät weg. Mit der Fähre geht es wieder nach San Marco wo wir uns den Palazzo Ducale anschauen. Echt beeindruckend. Danach quer durch Venedig bis zum Ghetto und mit dem Traghetto über den Canale Grande bis Lido und zurück zum CP.



18.06.2021, 161km, 10:00-18:00
Auch heute kommen wir erst spät in die Gänge. Im Gespräch mit einem CP-Nachbarn erfahre ich, dass ihm vorletzte Nacht das Fahrrad geklaut wurde. Das war also der vermeintliche Mitarbeiter den ich gesehen habe. Ich teile ihm meine Sichtung mit und wir starten in Richtung Norden. Weg aus der Hitze in die kühlen Berge. Bassano del Grappa: nett aber nicht aufregend.



Das Poli Grappa Museum ist interessant, nicht nur für Liebhaber des Feuerwassers. Auch hier hat es noch über 30 Grad und so beschließen wir auf den Monte Grappa zu fahren. Dort oben soll man laut Womo Führer auch übernachten können. Als wir oben ankommen ist alles im dichten Nebel und kaum habe ich geparkt kommt auch schon ein Mann zu uns der fragt wie lange wir hier parken wollen da der Parkplatz bald zugesperrt wird und ein Übernachten schon gar nicht in Frage kommt. Also zurück Richtung Bassano und auf einem Parkplatz an der Straße finden wir ein Plätzchen für die Nacht, tolle Aussicht von hier. Die Nacht verläuft ruhig bis auf einen Wilden mit Tuningauspuff und offensichtlichem Testosteronüberschuss der mehrfach an uns vorbeipflügt.

19.09.2021, 130km, 08:00-15:00
Nach dem Kaffee geht es wieder runter vom Berg nach Ezzolino und weiter nach Asolo. Nettes Städtchen aber morgens um 9 schon 30 Grad ist too much für uns.



Weiter geht es nach Feltre. Die offiziellen Parkplätze sind alle belegt auch die inoffiziellen. Als wir schon wieder weiter wollen kommen wir an der Uni vorbei. Hier gibt es jede Menge Parkplätze, es ist Sonntag. Ich kann sogar im Schatten parken. Außerdem ist es von hier aus viel näher zum Zentrum. Glück gehabt. Aber auch hier wie schon zuvor in Asolo: einmal hoch ins Zentrum marschiert und schon wieder ist ein Hemd durchgeschwitzt. Macht echt keinen Spaß. Valdobbiadene und die Kellerei von Valdo, unserer Hausmarke, haben wir nach dem Lesen der Bewertungen gestrichen. Tagesziel für heute: Laghi di Revine. Tante Google schickt uns über den Colle di San Boldo. An der Auffahrt stehen Schilder: für LKW gesperrt, Höhenbegrenzung 3m: passt, keine Anhänger: haben wir nicht, keine Womos??? Wir fahren erstmal rauf um die Lage zu peilen. Wenn es der 40 Tonner über den Plöcken schafft dann kann das doch hier nicht so wild sein. Ist es dann auch nicht aber viel länger als die 7,4m dürfte unser Womo nicht mehr sein. Und das ganze ist definitiv nichts für schwache Nerven. Die Kehrtunnel sind schon extrem eng aber alles mit ampelgeregeltem Einbahnverkehr. Mein Terrain, ich liebe solche Strecken.



Am Lago fahren wir zum CP Riva D’Oro (24,50€) direkt am See. Rustikales Sanitär, ich zähle 9 verschieden Fliesensorten, wohl aus Restposten zusammengesucht. Wir gehen im See baden und machen dann Siesta bei Aperol und Limoncello Sprizz. Schlafen ist schwierig da viel zu warm.

20.06.2021, 132km, 10:00-16:30
Heute geht es nach Follina. Unterwegs an der Abbazia di Santa Maria di Follina machen wir einen Stop. Nette gut restaurierte Anlage mit sehenswertem Kreuzgang.



Weiter geht es durch die Prosecco Hügel über Refronto nach Vittorio Veneto. In der Viale Cavour finde ich einen Platz zum Parken und wir schauen uns den alten Ortsteil Serravalle an der definitiv schon bessere Zeiten gesehen hat. Wir machen einen Einkehrschwung zu Foccacia mit Pesto, Burrata und Coppa. Dazu einenSprizz.



Es ist schon wieder viel zu warm. Wir müssen in die Berge, in die Höhe, in der Hoffnung auf Abkühlung und angenehmere Temperaturen. Über Lungarone, das in meinem Geburtsjahr traurige Berühmtheit durch ein von Menschenhand herbeigeführtes Unglück erlangte, geht es nach Cortina D’Ampezzo. Der im Womo Führer angegebene Parkplatz gefällt uns nicht und so fahren wir weiter Richtung Passo 3 Croce wo wir an der Talstation Rio Gere auf dem Parkplatz einen Platz zum Übernachten finden.



Es ist 16:30 und es hat hier auf 1700m immer noch über 25° aber es geht ein angenehmer Wind. Der ohnehin schon große Parkplatz wird gerade erweitert. Aber obwohl es Sonntag ist gibt es noch jede Menge Platz. Neben uns steht ein Wohnwagen der sein Brauchwasser (offenbar vom Duschen) direkt ins Freie laufen lässt. Das ist einer der Übeltäter, der Schuld an immer mehr Verboten und Einschränkungen hat. Leider ist mein Italienisch nicht so gut, dass ich ihn zur Rede stellen könnte. Übrigens ging heute mal wieder die Adblue Warnung an aber da wir das Spiel ja schon aus dem letzten Jahr kennen ignoriere ich das.

21.06.2021, 0km,
Heute wird gewandert. Mit der Seilbahn fahren wir nach San Forca hoch und machen dort eine schöne 5stündige Tour mit tollen Ausblicken.



Auch einige Hinterlassenschaften des 1. Weltkriegs kann man da sehen. Danach geht es mit der Bahn wieder runter.
Btw: wie definiert man in Italien Wochenende? Hunderte, zumeist ältere, Männer in bunten Kostümen quälen sich auf 2 Rädern die Passstraßen hoch unterbrochen von wilden Hummeln auf ihren motorisierten Zweirädern.

22.06.2021, 159km, 08:30-14:30
In der Früh rückt schweres Gerät an um die Baustelle voran zu treiben also nix wie weg.
Der Plan für heute: Hoch zur Auronzohütte, oben ne schöne Wanderung und oben übernachten.



Leider ist die Straße zur Hütte immer noch wegen zuviel Schnee gesperrt (Man beachte das Datum). Planänderung: heute gibt es eine Pässetour. Auf der Nordseite um die Cristallogruppe wieder nach Ampezzo und von dort über Falzarego, Pordoi, Sellajoch und Grödnerjoch über Brueneck zum CP Corones in Rasen/Antholz. 30€ für die Übernachtung. Herrliche Aussicht auf die Dolomiten bei bestem Wetter. Der Pordoi hat es in sich: 33 Tornante hinauf und fast so viele wieder runter. Kaum mal 50m geradeaus.



23.06.2021, 308km, 09:00-18:00
In der Früh hat Christine Schmerzen und ne ziemlich dicke Backe also entscheiden wir uns den Urlaub abzubrechen und die heimatliche ärztliche Versorgung in Anspruch zu nehmen, wir hätten ohnehin nur noch 2 Tage gehabt. In Sterzing bei Eurospar und am Brenner bei Eurospin machen wir noch ein paar Einkäufe und fahren dann über Innsbruck, Tankstop in Seefeld, Mittenwald und Garmisch nach Hause. Gerade noch rechtzeitig schlagen wir beim Hausarzt auf und Christine bekommt die Diagnose Entzündung der Ohrspeicheldrüse. Schnell noch Medikamente besorgt und ab nach Hause.

Fazit: Es war mal wieder eine schöne abwechslungsreiche Tour, am Anfang zu nass und dann zu warm aber dennoch lohnenswert. Venedig so zu erleben wird es wohl nie mehr geben. Mal sehen wo wir 2022 landen

Stefan-Claudia am 28 Jan 2022 14:35:10

Hallo Andi... sehr schöner Bericht, klasse erzählt und schöne Fotos !

Anzeige vom Forum


renates am 28 Jan 2022 16:52:32

Hallo Andi,
Danke für die schöne Reisebeschreibung!
Dein Schreibstil ist ein Genuss - hoffentlich folgen noch weitere so interessante Berichte.
LG renates

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

CP mit vielen Rutschen in Venetien
Telepass für Italien
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt