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rolfk hat geschrieben:......schon wg. den auf 230V ausgelegten Sicherungen die bei 110V nicht funktionieren. Tja... Sicherungen, die nur für eine Spannung sind... :lol: :lol: Bitte gebt mir Sauerstoff.....Also, bei der Firma würde ich nichtmal AA Batterien kaufen.....
Sind sie nicht, sie sichern Ströme, aber der Strom hängt von der Spannung ab!! Ich glaube, bei den Elektrikfragen musst du noch üben, ich empfehle die Formelsammlung für den Radio-Praktiker vom vielgelesenen Hr. Georg Rose! Und jetzt ein praktisches Beispiel, die Frequenz nicht berücksichtigt!! I = P / U, also 1000W / 230V = 4,3A 1. Ein 1000W Kocher benötigt bei 230V 4,3A! Eine 10A Sicherung/Automat/ LS Schalter genügt! 2. Ein 1000W Kocher benötigt bei 110V 9A! Eine 10A Sicherung/Automat/ LS Schalter genügt nicht, hier muss eine 15A Sicherung rein! 3. Eine 15A Sicherung ist für eine 4,3A Leitung zu hoch dimensioniert. Es hilft immer ungemein sich mal wieder an den Physikunterricht zu besinnen. freundliche Grüsse, Andreas
andwein hat geschrieben:Es hilft immer ungemein sich mal wieder an den Physikunterricht zu besinnen.
Bei Rückbesinnung auf den Unterricht greift man aber häufig auf stark veraltetes Wissen zurück. Bei Physik ist die Gefahr nicht so gross, aber die Kenntnisse helfen nur teilweise weiter, wenn man die genaue Funktion des Geräts (z.B. Sicherungsautomat) nicht kennt.
Die Spannung ist meines Erachtens nur relevant im Sinne einer Maximalspannung, wegen Isolation/Berührungsschutz. Diesbezüglich ist die Verwendung von 230V-Installation für 110V unkritisch. Wenn ein LS wirklich den Strom absichert, wie ich vermute, dann passt das doch zum Leitungsschutz. Natürlich kann mir bei einem Gerät gleicher Leistung, welches in DE einwandfrei funktioniert, in den USA die Sicherung fliegen, wie du korrekt vorgerechnet hast. Da der TE aber wohl öfter in den Staaten ist, weiss er schon, dass da nichts funktioniert und der Strom dauernd ausfällt. So gesehen ist Rolfs Kommentar gerechtfertigt, dass sich die Werkstatt mit solchen Aussagen fachlich disqualifiziert.
Der Punkt ist aber, dass sich der TE nichts bauen will, sondern auf einen Fachbastler angewiesen ist. Und was der sagt, ist Gesetz, denn er wird nichts entgegen seiner Überzeugung bauen. Und Elektriker können mitunter sehr spezielle Überzeugungen haben :D
Gruss Manfred
mfk55 am 03 Mär 2022 12:00:41
fschuen hat geschrieben: Der Punkt ist aber, dass sich der TE nichts bauen will, sondern auf einen Fachbastler angewiesen ist. Gruss Manfred
So ist es. Falls noch jemand einen richtig guten Womo-Elektrik Fachbetrieb im Kölner Raum (oder so im Umkreis 1 Stunde) kennt ..... ?
Mein thread hier zeigt mir verschiedene Optionen für den Umbau, wirft aber mindestens ebensoviel neue Fragen auf :/
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rkopka am 03 Mär 2022 12:21:14
andwein hat geschrieben:I = P / U, also 1000W / 230V = 4,3A 1. Ein 1000W Kocher benötigt bei 230V 4,3A! Eine 10A Sicherung/Automat/ LS Schalter genügt! 2. Ein 1000W Kocher benötigt bei 110V 9A! Eine 10A Sicherung/Automat/ LS Schalter genügt nicht, hier muss eine 15A Sicherung rein!
Warum ? Zum einen schaltet eine 10A Sicherung auch bei 11A nicht so schnell (wenn überhaupt) und verträgt 9A auf Dauer (dafür ist sie gebaut).
3. Eine 15A Sicherung ist für eine 4,3A Leitung zu hoch dimensioniert.
Nur habe ich im Womo eher eine 10A Sicherung, evt. sogar 16A, und die dazugehörigen Leitungen.
RK
rolfk am 03 Mär 2022 12:42:15
rolfk hat geschrieben:......schon wg. den auf 230V ausgelegten Sicherungen die bei 110V nicht funktionieren. Tja... Sicherungen, die nur für eine Spannung sind... :lol: :lol: Bitte gebt mir Sauerstoff.....Also, bei der Firma würde ich nichtmal AA Batterien kaufen.....
andwein hat geschrieben:Sind sie nicht, sie sichern Ströme, aber der Strom hängt von der Spannung ab!!
Andreas, das Problem liegt garnicht in Elektrikkenntnissen, sondern im Lesen und Verstehen. Z.B. diesen Beitrag von mir:
Da habe ich dieses kostbare Kleinod des Wissens bereits erwähnt.
Immerhin, in einer Sicht bekenne ich mich der Ungenauigkeit schuldig, ich hätte deutlicher vom Auslöse Strom sprechen müssen.
andwein hat geschrieben:Ich glaube, bei den Elektrikfragen musst du noch üben, ....
Ich sehe uns darin einig, dass die Meinung über die Elektrikkenntnisse des jeweils anderen von dessen Eigensicht abweicht.
andwein hat geschrieben:...ich empfehle die Formelsammlung für den Radio-Praktiker vom vielgelesenen Hr. Georg Rose!
Ich kenne diese Sammlung nicht, weil ich seit etwa 50 Jahren alle solche Formeln im Kopf habe und keine Sammlung brauche.
andwein hat geschrieben:Und jetzt ein praktisches Beispiel, die Frequenz nicht berücksichtigt!! I = P / U, also 1000W / 230V = 4,3A 1. Ein 1000W Kocher benötigt bei 230V 4,3A! Eine 10A Sicherung/Automat/ LS Schalter genügt!
andwein hat geschrieben:2. Ein 1000W Kocher benötigt bei 110V 9A! Eine 10A Sicherung/Automat/ LS Schalter genügt nicht, hier muss eine 15A Sicherung rein! 3. Eine 15A Sicherung ist für eine 4,3A Leitung zu hoch dimensioniert.
Ich habe deine Beispiele stehenlassen, weil sie richtig sind und für andere vielleicht doch interessant. In der Schlussfolgerung bin ich aber gänzlich anderer Meinung. Man kann und darf eben nicht einfach die Sicherung gegen eine stärkere tauschen....wenn die Leitungen die gleichen geblieben sind.
andwein hat geschrieben:Es hilft immer ungemein sich mal wieder an den Physikunterricht zu besinnen.
Das Physikbuch brauchte ich damals auch nicht, weil ich die Formeln davor schon kannte.
andwein hat geschrieben:freundliche Grüsse, Andreas
Freundliche Grüße, Rolf
fschuen am 03 Mär 2022 12:54:15
mfk55 hat geschrieben:Falls noch jemand einen richtig guten Womo-Elektrik Fachbetrieb im Kölner Raum (oder so im Umkreis 1 Stunde) kennt ..... ?
Die Womo-Elektrik ist ja eine recht exotische Nische, dass es speziell dafür Fachbetriebe gibt, wage ich zu bezweifeln. Zum normalen Elektriker kannst du nicht gehen, weil im Fahrzeug andere Vorschriften gelten (z.B. Verwendung von Litze, Schutztrennung). Der bessere Elektriker weiss das und winkt gleich ab, der schlechtere bastelt dir eine DIN VDE 0100-gerechte Elektroinstallation mit NYM-Draht und FI-Schalter ins Womo.
Ich würde mal in Richtung Car-Hifi-Werkstätten schauen. Die Jungs kennen sich mit hohen Strömen aus, und sollten dir zumindest den WR mit der 12V-Seite ordentlich installieren können. Ob die auch auf der Netzspannungsseite was machen, wäre nachzufragen, wenn dir die Verwendung derselben Steckdosen den Aufwand wert ist. Da alle Womo's verschieden sind, machst du dem Schrauber das Leben sehr viel leichter (und sparst Geld), wenn du weisst, wie die Elektrikverteilung im Womo ist und wohin folglich die NVS muss, um die Steckdosen zu versorgen, das Ladegerät (und ggfs den Kühlschrank) aber nicht.
Gruss Manfred
rolfk am 03 Mär 2022 13:08:52
Dafür fällt mein Finger einfach Mal auf den Gutn Knopf.
Gast am 03 Mär 2022 13:18:10
mfk55 hat geschrieben:...So ist es. Falls noch jemand einen richtig guten Womo-Elektrik Fachbetrieb im Kölner Raum (oder so im Umkreis 1 Stunde) kennt ..... ?
Vielleicht hilft dir ja die Fa. Carex Reisemobiltechnik in Catrop Rauxel oder Elektrotechnik Philippskötter in Havixbeck weiter.
mfk55 am 03 Mär 2022 13:41:37
Vielen Dank !
cinzano01 am 03 Mär 2022 14:04:31
:thema:
Bitte nicht wieder diesen Normen- und Nebenkriegsschauplatz aufmachen.
Dem TE ist damit genauso wenig geholfen, als mit den Aussagen, die er von seiner Fachwerkstatt bekommen hat.
Nicht nur ich habe den Vorschlag gemacht, das "heimische" Netz einfach mitzubringen und auf eine direkte Landstromeinspeisung an die Steckdosen zu verzichten, sondern die Batterie quasi als Vermittler per Ladegerät zu verwenden.
Zu klären wäre das Nutzungsverhalten. Wenn wirklich elektrisch geheizt werden soll, geht das natürlich nicht mehr, aber dafür gibt es ja Gas & Co. Für alle anderen Fälle, vom Fön, Staubsauger, bis zur Kaffemaschine ist das jedoch praktikabel (und nicht nur in der Theorie, bei mir ist es genau so umgesetzt).
mfk55 am 03 Mär 2022 22:20:19
cinzano01 hat geschrieben::thema:
Bitte nicht wieder diesen Normen- und Nebenkriegsschauplatz aufmachen.
Danke !!!
Ich versuche mal die Optionen zusammenzufassen und mein verständnis zu klären (in den laienhaften und vereinfachten Schaltschemata habe ich FI etc. rausgelassen)
1. Separates "heimisches" Netz. Wie von Cinzano u.a. vorgeschlagen. Ähnliches empfiehlt mir ein weiterer Womo Umbauer mit dem ich heute telefoniert habe und der mir das so anbieten würde. Er sagt, man kann es auch anders lösen aber da ER bei WR nur den Victron Multiplus (incl. NVS UND Ladegerät) anbietet kann er nur dies vorschlagen:
2. Wenn ich kein Kombigerät nehme, sondern Ladegerät und WR getrennt sind, dann könnte es doch wie folgt aussehen wenn ich ein Ladegerät habe dass 110-230 V kann. OHNE die gestrichelten Linien hätte ich dann bei 110 V Landstrom den nur an der Batterie und die Steckdosen würden mit 230 V über den WR versorgt. MIT den gestrichelten Linien hätte ich auch 110 V auch auf den Steckdosen ABER, wenn ich nicht ganz daneben liege würde in dieser Schaltung der WR abrauchen, denn die NVS sieht ja keinen Landstrom ergo ist der WR Ausgang mit den Steckdosen verbunden und kriegt dann den Landstrom ab. Ist das richtig ? Das ginge nur, wenn ich einen Schalter zwischen WR und Steckdosen habe und NIE vergesse die Verbindung WR - Steckdosen zu trennen wenn 110 V anliegen. Ist das richtig ?
2b. Einige schrieben kein NVS sondern nur einen 2 poligen Umschalter. Verstehe ich richtig, dass dieser Umschalter einfach da sitzen würde wo oben die NVS ist ?
3. Nur "Heimisches" Netzwerk und einen Transformator vor allen. Die Unterschiede zwiwschen den verschiedenen Arten von Trafos/Konvertern sind mir nicht ganz klar, aber was ich verstanden habe ist. a) einfacher Trenntrafo ist nicht zulässig b) Eine Firma empfahl mir einen 110/60 -> 230/50 "Konverter". Angeblich 2500 - 3000 Euro. Keine Ahnung was das zu dem Preis sein soll. ist mir aber zu teuer. c) Victron Autotransformer (Ist das nicht so etwas wie b) ?? 14 kg, 700 Euro. Schon besser, aber alle varianten unter 3. brauchen trotzdem eine separate US Landstromeinspeisedose und wahrscheinlich einen separaten FI. Ich kann nicht erkennen welche Vorteile das gegenüber Optionen 1 oder 2 bringen soll.
Über eine nochmale Rückmeldung zu diesen Optionen würde ich mich freuen.
VG Manfred
fschuen am 04 Mär 2022 09:10:52
Ich würde das nicht so kompliziert machen, vor allem würde ich keinen eigenen 110V-Eingang basteln, sondern ein Adapterkabel für die USA auf den CEE-Stecker (oder Powercon) nehmen. Folgende Optionen hast du dann:
- Landstromeingang nur auf das Ladegerät, alle Steckdosen über WR mit 230V versorgen. Sehr einfacher Aufbau, Strom kommt aber immer vom WR. Sinnvoll, wenn du selten Landstrom hast. - WR auf zusätzliche Steckdosen verteilen. Ebenfalls sehr einfach, beim Landstrom bleibt alles, wie es ist. Die WR-Steckdosen haben dann immer 230 V. Du musst ggfs. Geräte umstecken. Sinnvoll, wenn du selten frei stehst, also häufig Landstrom hast, oder wenn du Geräte betreibst, die nur für 230 V sind. - Mit Umschaltung zwischen Ladegerät und Steckdosen. Dann kann mit einer separaten NVS (Landstrom an Master-Eingang) oder einem Netzwahlschalter (2-poliger Schalter mit Mittelstellung 0=AUS) geschehen. Das kommt deiner Idee am nächsten, weil du immer dieselben Steckdosen mit Strom versorgen kannst. In den USA werden aber dieselben Steckdosen je nach Betriebsart entweder 110 V oder 230 V haben. Wenn dir das klar ist und du das so willst, ok. Mir wäre dabei etwas unwohl, ich hätte da gerne zumindest eine Spannungsanzeige, z.B. mit einem Diagnosestecker in einer freien Steckdose.
Zwei LS (einer pro Leitung) und ein FI gehören direkt hinter der Einspeisdose, auch in räumlicher Nähe, eingebunden. Eine FI/LS-Kombi müsste auch gehen und braucht weniger Platz. Das ist weder kompliziert noch problematisch, auch mit 110 V nicht.
Gruss Manfred
Fledermaus am 04 Mär 2022 10:33:20
Servus Zu der Frage 2b, ja richtig.
Wie oft, wie lange willst du , in Amerika mit dem Womo sein?
Die gestrichelte Linie würde ich nicht machen. Würde auch ein zusätzliches Ladegerät für 110V Landstrom einbauen, mit eigener Einspeisung, damit es auf keinenfall Probleme geben kann.
Auf deiner zweiten Zeichnung würde ich einen Trennschalter für die diversen Geräte einbauen oder auch einen 2pol 1-0-2 Schalter das diese vom Wechselrichter versorgt werden können.
andwein am 04 Mär 2022 10:34:34
mfk55 hat geschrieben:........3. Nur "Heimisches" Netzwerk und einen Transformator vor allen. Die Unterschiede zwiwschen den verschiedenen Arten von Trafos/Konvertern sind mir nicht ganz klar, aber was ich verstanden habe ist. a) einfacher Trenntrafo ist nicht zulässig
Ein einfacher Trenntrafo mit Spannungswandlung 110V auf 230V. Bei einem Trenntrafo ist der Primärkreis galvanisch vom Sekundärkreis getrennt. Auch damit kann man einen Personenschutz erreichen. Nicht ganz so gut wie mit FI aber wirksam. Ein Trenntrafo zur 230V Versorgung ist in Deutschland nicht erlaubt, für USA meines Wissens schon. USA arbeiten nicht mit FI, da dieses Netz verpolungssicher ist und nur 110V beträgt. Nur als Info, Gruß Andreas
mafrige am 04 Mär 2022 11:45:52
mfk55 hat geschrieben:........3. Nur "Heimisches" Netzwerk und einen Transformator vor allen. Die Unterschiede zwiwschen den verschiedenen Arten von Trafos/Konvertern sind mir nicht ganz klar, aber was ich verstanden habe ist. a) einfacher Trenntrafo ist nicht zulässig
andwein hat geschrieben:Ein einfacher Trenntrafo mit Spannungswandlung 110V auf 230V. Bei einem Trenntrafo ist der Primärkreis galvanisch vom Sekundärkreis getrennt. Auch damit kann man einen Personenschutz erreichen ... Gruß Andreas
Sehe ich auch so, ein einfacher Spannungswandler ... so was: --> Link Der kann 110V auf 230V und umgekehrt 230V auf 110V ... mit 500W bis 2000W, also für alle Fälle! Man kann damit auch direkt in den USA 230V E-Geräte benutzen ... :lol:
Gast am 04 Mär 2022 12:53:45
mafrige hat geschrieben:...Sehe ich auch so, ein einfacher Spannungswandler...Der kann 110V auf 230V und umgekehrt 230V auf 110V ... mit 500W bis 2000W, also für alle Fälle! Man kann damit auch direkt in den USA 230V E-Geräte benutzen ... :lol:
So lange die Geräte, die man betreiben will, mit 50 und 60Hz umgehen können ist ein normaler Trafo kein Problem.
andwein am 04 Mär 2022 14:35:23
hmarburg hat geschrieben:........So lange die Geräte, die man betreiben will, mit 50 und 60Hz umgehen können ist ein normaler Trafo kein Problem.
Wobei beim Trafo die Frequenz auch eine Rolle spielt. Viele 50hz Trafos brummen bei 60Hz Betrieb weil Bleche/Ringe nicht auf 60Hz Schwingungen abgestimmt sind. Auch Trafobau für leise Trafos ist eine Kunst! Nur so am Rande, Gruß Andreas
fschuen am 04 Mär 2022 19:05:14
Mein sauteurer Oligo-Trafo bei der Daheimbeleuchtung hat auch gebrummt, bis ich ihn vor ein paar Jahren gegen einen 30 Euro-Chinawandler getauscht hab. Will sagen: wer nimmt heutzutage noch konventionelle Trafos? Erst recht im Womo, da kommt ja noch das Gewichtsargument dazu.
Gruss Manfred
mfk55 am 05 Mär 2022 10:23:15
Gestern hatte ich Gelegenheit, jemand zu befragen, der zwar nichts mit Womoelektrik zu tun hat, sondern Elektroingenieur in der chemischen Industrie ist, der mir aber durch seine umfassenden Kenntnisse sagen konnte, welche der Vorschläge hier gehen (und welche gar nicht gehen :-) ). Vor allem brachte er mich aber auf eine ganz andere Lösung über die ich hier berichte weil es vielleicht für Mitlesende interessant ist. Aus seiner Kenntnis des Prinzips des 110 V US Stromnetzes meinte er man könnte daraus theoretisch 220V ziehen und er meinte er hätte auch schon mal gehört, dass es das auf US campsites in der Praxis gibt. Zufällig postete jemand gestern in einem FB Forum etwas über eine USA Womoreise und ich fragte nach, wie die das machen. Genaus so ! Mit einem 4 poligen Stecker bekommt man aus den 50 amp Anschlüssen auf campsites 220 Volt (natürlich bei 60 Herz). Hier noch ein link dazu: --> Link
Was ich RICHTIG erstaunlich finde, ist dass KEINER der mehreren Womo-Elektrik-Fachumbaufirmen die ich in den letzten Tagen kontaktiert habe, davon wußte, sondern im Gegenteil das als problematisch darstellte. Auch wenn man hier beheimatet ist und nur mit 220 Volt zu tun hat, sollte man doch mindestens als Womoelektriker vom Betrieb eines Womos in den USA bzw. vom Prinzip des 110 V Netzes so viel Ahnung haben wie ein Elektroingenieur der gar nix mit Womos zu tun hat.
mfk55 am 05 Mär 2022 10:37:13
Nachsatz: der Elektroingenieur wies noch darauf in, dass man dann aber keinen Neutralleiter hat, was Konsquenzen für die erforderlichen Schutzeinrichtungen hat. Für die fachleute (ich versteh nur böhmische Dörfer): In Deutschland TN-C-System, auf US campsites wahrscheinlich TT oder IT
mfk55 am 05 Mär 2022 11:21:36
noch ein nachsatz. Er wies nochmal extra darauf hin, dass auf Grund des fehlenden Neutralleiters der Betrieb an diesen Steckdosen mit 220 V in einem deutschen Womo nicht unproblematisch sein kann. Müsse man sich mehr einlesen ...
Gast am 05 Mär 2022 11:24:07
mfk55 hat geschrieben:...Auch wenn man hier beheimatet ist und nur mit 220 Volt zu tun hat, sollte man doch mindestens als Womoelektriker vom Betrieb eines Womos in den USA bzw. vom Prinzip des 110 V Netzes so viel Ahnung haben wie ein Elektroingenieur der gar nix mit Womos zu tun hat.
Hallo,
dein Vorwurf an die Fachfirmen in Ehren aber du solltest dabei beachten, dass in der Elektrotechnik bezüglich der Ausführung hier zwei Welten aufeinander prallen. Zum einen die Regularien der IEC/EN und zum anderen die der NFPA, NEC, UL. Schon alleine die Varianten der Netzformen unterscheiden sich in diesen Welten enorm und was in der einen Welt gängige Praxis ist, ist in der anderen Welt ein NoGo. Und ich kann dir Versichern, dass eine Fachfirma in den USA genauso wenig einen Plan davon hätte wie sie ein US-Wohnmobil so um zu installieren hätten, damit es auch auf europäischen Campingplätzen funktioniert.
Bezüglich des in deinem Link erwähnten Trafos mit 110V und 240V. Hier hat du 240V an den Außenleitern und 110V zwischen Außenleiter und Neutralleiter In Deutschland hingegen hast du 230V zwischen Außenleiter und Neutralleiter. Ein nicht ganz unwichtiger Unterschied.
Gast am 05 Mär 2022 11:39:08
Nachtrag:
Ich wohne in einem Haus in einer ehemaligen US-Wohnsiedlung in Deutschland. Hier gab es zum einen ein 110V/240V Netz und ein 3x400V/230V Netz. Beide waren komplett getrennt aufgebaut und nach den jeweiligen Vorschriften installiert worden. Das 110V/240V Netz gemäß NFPA79 (NEC) und das 3x400/230V Netz nach IEC/EN. Es gab keinerlei Vermischungen.
rolfk am 05 Mär 2022 13:01:18
Anscheinend setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass neben Spannung und Frequenz auch Netzform und Vorschriften interessante Betätigungsfelder sind.
fschuen am 05 Mär 2022 14:31:52
Ein IT-Netz ist ja nichts schlimmes, der WR macht das auch. Der 240V-Abgriff hat aber keine definierte Netzform, weil jeder Aussenleiter 120 V gegen Erde führt. Wenn man da dem Rat selbsternannter Experten folgt und einen Aussenleiter an der Karosserie "erdet", hat das Womo 120 V gegen die (einzige, echte) Erde. Andererseits lässt sich das ganze so durchaus betreiben, wenn der Womo-interne Teil korrekt aufgebaut ist.
Ich würde das trotzdem nicht so machen: längst nicht alle Plätze in den Staaten haben 50 Amp, und wenn sie beides haben, ist 50 oft teurer als 30. Da hast du mehr Optionen, wenn du 120 V-Anschlüsse nutzen kannst.
Gruss Manfred
andwein am 05 Mär 2022 17:51:41
rolfk hat geschrieben:Anscheinend setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass neben Spannung und Frequenz auch Netzform und Vorschriften interessante Betätigungsfelder sind.
Ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! Gruß Andreas
Gast am 08 Mär 2022 09:20:23
Sorry mfk55, aber ich verstehe Dich nicht. Du schreibst selber, dass Du ein Ladegerät verbaut hast, welches mit 110V und 230V arbeitet. Auch kann es die versch. Netzfrequenzen. Wo ist dann das große Problem, dieses zu nutzen und alle Steckdosen über den WR laufen zu lassen? Es könnte doch so einfach sein, aber anstatt dessen wird versucht, aus 110V dann 230V zu zaubern. Warum?
Ich bin dann mal raus. Gruß Axel
van314 am 12 Mär 2022 19:10:56
Hallo allerseits,
ich will mal kurz erläutern, wie ich es mache, ich fahre ein amerikanisches Wohnmobil.
Die Importeur hat das Fahrzeug auf 230 V umgerüstet, die 110V Originalverkabelung, die übrigens eine Erde hat, behalten und die amerikanischen Steckdosen gegen Schukosteckdosen getauscht.
Eine Vorrangschaltung wurde realisiert mit der Logik von 2 Schützen. Wurde nun 230V Landstrom eingespeist, wurde das Bordnetz auf 230V umgeschaltet. Lief der Generator wurde auf 110V Generatorstrom umgeschaltet. Das serienmäßige Ladegerät, ähnlich von der Funktion wie ein EBL läuft mit 110 und 230V, bis irgendwann ein Kondensator die Grätsche machte.
Der Klimaanlage ist es auch egal, ob diese mit 110 oder 230V läuft. Nur die Heissluft/Mikrowellekombi verträgt nur die 110V und wirft die Sicherungen (Umrüstung auf die Standard 16A) raus. Der originale Röhrenfernseher konnte auch beide Spannungen und demzufolge beide Frequenzen. Der Kühlschrank war abgeklemmt von der Steckdose und lief nur auf Gas. Hat laut Vorbesitzer 15 Jahre ohne Probleme funktioniert.
Da mir diese ganze Konstruktion nicht geheuer war mit der Sicherung der Mikrowelle, habe ich umgebaut und zwar so, wie hier im Threat diskutiert. Generator abgeklemmt und Wechselrichter angeklemmt. Schütze raus, 400AH Lipos eingebaut und ein zweites Victron Ladegerät parallel zum US Ladegerät installiert.
Eine direkte Landstromverbindung zu den Steckdosen gibt es nicht mehr, der Wechselrichter versorgt das ganze Fahrzeug mit 230V. Je nachdem, welche Spannung ich in einem Land nun verfügbar habe, kann ich das 110V Ladegerät oder das 230V Ladegerät an eine Steckdose anschließen.
Mein Wohnmobil hat keinen aussen verbauten Landstromanschluß, sondern ein Fach, in dem die Kabel mit den passenden Steckern liegen. Ich kenne keine amerikanischen Wohnmobile mit einem Aussenanschluß, nur Kabel, die durch Klappen ins Fahrzeug gehen - Amerikanische Wohnmobile haben oft eine elektrisch angetrieben aufrollbare Trommel für die extrem dickeren Kabel (50A) mit einem internen Anschluß.
Der Umbau funktioniert bei mir seit mehreren Jahren sehr gut. Ich habe ein Inselnetz auf 230 V und kann von aussen jede beliebige Landstromquelle nutzen. Das ist keine Theorie sondern ein funktionierendes System in der Praxis.
Mal nach RV dogbone auf amazon.com suchen, dann werden die unterschiedlichten Stecker und Adapter klar, die man auf amerikanischen camp sites für 15, 30 und 50A braucht.
Fürs boondocking (Freistehen auf Walmart Parkplätzen oder off grid) empfiehlt sich aber noch eine Solaranlage, richtig dimensioniert braucht man dann den Landanschluß auch nur noch selten bis gar nicht, eventuell noch einen Honda Generator einpacken. Die Amerikaner sind da nicht so empfindlich, weil für die Klimaanlage reicht die Batterie auch nur wenige Stunden.
Viel Erfolg bei der Umrüstung. Die hier vielfach vorgeschlagene einfache Lösung mit getrennten Netzen mit der Batterie ist m.E. die flexible Lösung für die ganze Welt.