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Anmerkungen zu einer Irlandreise 2022


Fritz1 am 15 Jul 2022 17:38:52

Anmerkungen zu einer Irlandreise in 2022

Ich (wir) war im Mai und Juni in Irland unterwegs, sollen wettermäßig ja gute Monate sein. Das Land war uns nicht ganz unbekannt. 1973 mit Pferd und Planwagen sowie PKW und Zelt, 1990 mit VW-Bus für 4 Wochen und 2010 mit einem gemieteten Hausboot für 2 Wochen. Nun also wieder mit dem WoMo.
Fähre im März gebucht für die Strecke Cherbourg Rosslaire bei Stena Line. Preis lag bei 450 € inkl. Innenkabine. Rückweg offen gelassen. Wann zurück und über welchen Weg war noch unklar, wir wollten uns nicht festlegen. So um den 5. Juni haben wir mal nach dem Rückweg geschaut. Stena Line ab Rosslaire war für Ende Juni, Anfang Juli bzgl. Kabine ausgebucht. Nur das Auto und ein Sessel pro Person sollten knapp 800 € kosten. Um den 10. Juni dann bei Irisch Ferry die Rückreise ab Dublin nach Rosslaire gebucht für den 27. Juni. Der Preis für die Passage ca. 1100 € inkl. Innenkabine. Beachtlicher Unterschied gegenüber der Hinreise.
Die Hinfahrt mit Stena Line war absolut schlecht, Schiff, Service, in der Summe alles negativ. Rückfahrt mit Irisch Ferry das Gegenteil.
Wir haben quasi die Insel umrundet, im Grunde dem „Wild Atlantic Way“ gefolgt. Städte bis auf Galway, Derry und Dublin haben wir nicht besucht. Wir haben 5 Nächte auf einem CP verbracht, 3 Nächte auf einem Stellplatz mit Gebühr, ansonsten immer einen Platz am Meer oder in der Landschaft gefunden und gewöhnlich nur eine Nacht geblieben. Irland kann man berechtigterweise als Paradies für WoMo-Reisen bezeichnen, es ist vielfach noch so wie es in ganz Europa so in den 1970er- und 80er-Jahren war. Im Süden der Insel ist mehr los, dichter besiedelt und auch durchaus Verbote für Übernachtungen und Höhenbeschränkungsbalken an öffentlichen Parkplätzen.
Für den Ring of Kerry und die Dingl-Halbinsel gilt das erst recht. Dort ist es auch nicht schöner als im Nordwesten der Insel, die Region hat sich aber besser vermarktet, es kommen mehr Touristen, damit mehr Reglementierungen.
Es war bzgl. Wetter eher frisch, selten über 15 °C, fast immer Wind, aber auch nicht viel Regen, wenn dann ein Schauer, aber auch nur für kurze Zeit. Wir haben nicht sehr oft draußen gesessen, den ganzen Abend nie.
Fahrräder hatten wir mit, haben diese auch wohl mal genutzt, aber in den ca. 6 Wochen auch nur für ca. 400 km. Ich würde sie trotzdem wieder mitnehmen.

Hier einige Bilder von Plätzen an denen wir eine Nacht gestanden haben.

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dietmardd am 15 Jul 2022 23:22:23

Wir waren mit einem Mietwagen im Juni unterwegs und haben jede Nacht woanders geschlafen (alles vor Beginn der Reise gebucht). Insgesamt sind wir auf der Rundreise inklusive Nordirland ca. 10000 km gefahren. Irland hat uns im Prinzip sehr gut gefallen, aber ich möchte trotzdem einige Anmerkungen machen:

1. Wetter: Es gibt in Irland eine Trocken- und eine Regenzeit. Die Trockenzeit ist ungefähr Juni/Juli und die Regenzeit im Herbst. Trockenzeit bedeutet im langjährigen Durchschnitt, daß es in 2 Wochen an 12 Tagen regnet, allerdings nicht immer den ganzen Tag, manchmal nur 2 h. Bei uns gab es im Westen und im Zentrum der Insel den meisten Regen und an der Küste verbunden mit Sturm. Geeignete Ausrüstung ist da sehr wichtig. Europäische Regenschirme werden an der Westküste sofort zerfetzt und Regenmäntel aus Folie auch. In Irland gibt es deshalb Regenschirme, die sehr viel stabiler gebaut sind. Richtige Outdoorkleidung ist an der Westküste sehr hilfreich.

2. Straßen: Die schönsten (Touristen) - Straßen sind sehr schmal, nicht viel breiter als ein SUV. Solche Straßen sollte man eigentlich als Einbahnstraßen ausführen, denn bei Gegenverkehr kann man kaum ausweichen. Sehr oft sind auf beiden Seiten der Straße Mauern aus Steinen, welche aber zur "Tarnung" oft stark bewachsen sind, so daß die Mauern aber trotzdem da sind.

In Deutschland ist es ein Horror, wenn ein Geisterfahrer entgegen kommt. In Irland und Großbritannien gibt es nur Geisterfahrer.

In Irland gibt es kaum ausgeschilderte Hauptstraßen und keine Rechts-vor-links-Regelung. Wir haben unsere Quartierwirte nach den Vorfahrtsregeln gefragt. Die haben nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, die beteiligten Fahrer müßten sich zur Vorfahrt einigen.

Für Womo-Fahrer unwichtig, aber für PKW-Fahrer mit täglich wechselnden Quartieren wichtig: Außer in Dublin haben wir keine Straßennamen gesehen und außer in Dublin waren die Hausnummern nicht der Reihe nach, sondern nach dem Baudatum des Hauses vergeben. Das machte die tägliche Suche zur Herausforderung. In manchen Gegenden gab es nicht einmal Hausnummern. Jedes Haus hatte dort nur einen Namen.

3. Zur Rechtslage: Das Recht (z.B. bei Unfällen) in Großbritannien und Irland unterscheidet sich fundamental vom Recht auf dem Kontinent. Als Ausländer hat man praktisch keine Chance, bei einem unverschuldeten Unfall den Schaden von der gegnerischen Versicherung ersetzt zu bekommen. Die gerufene Polizei kontrolliert nur, ob die Beteiligten unter Alkohol und Drogen stehen und protokolliert das auch so. Zitat: "Es ist nicht die Aufgabe der Polizei, die Unfallverursacher festzustellen". Selbst ausführliche Fotografien des Unfalles aus allen Richtungen gelten nicht als Beweismittel vor Gericht. In seltenen Fällen übernimmt der Unfallgegner die Verantwortung oder der Unfallgegner hatte Alkohol oder Drogen intus. Ohne aussagefähigen Polizeibericht und ohne Geständnis des Unfallverursachers zahlt die gegnerische Versicherung nichts oder nur ein paar Hundert Euro bzw. Pfund Sterling in GB. Diese Rechtslage ist unser Grund, warum wir niemals in Irland oder Großbritannien mit eigenem Fahrzeug unterwegs sind und immer Autos mieten. Bei einem Unfall hat dann der Vermieter den Ärger.

Etwas positives:

In Irland gibt es eine ausgeprägte Kneipenkultur. In den vielen Kneipen gibt es Abends kostenlose irische Volksmusik von einem oder 2 Musikern, selten 3. Man hat den Eindruck, daß Abends alle erwachsenen Iren die große Menge an Kneipen bevölkern, deshalb meist sehr voll, aber die Stimmung ist urig. Nicht selten singen die Gäste mit. Das Bier ist meist schwarz, recht teuer, gekühlt und für Deutsche schmeckt es gewöhnungsbedürftig.

cbra am 16 Jul 2022 08:11:45

Ein schöner bericht und ein guter kommentar

Mmn ein der besten reisebeschreibungen hier seit langem

Dank an beide autoren

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tiefschneewikes am 17 Jul 2022 12:30:35

Danke für eure Anmerkungen. Wir wollen im August auch auf die grüne Insel. Wie habt Ihr eure Übernachtungsplätze gefunden? Welche App´s sind in Irland wirklich hilfreich?

Bikerxxl am 17 Jul 2022 12:55:16

Moin, wir waren in 2017 in Irland unterwegs. Sind durch den Eurotunnel nach England und von Holyhead nach Dublin. Dann links herum den Wild Atlantic Way bis wir wieder in Dublin angekommen waren, also einschließlich Nordirland. Für Stellplätze hatte wir die App der Holländer benutzt. (Name war hier als unwerwünscht nicht zulässig :stumm: ) Zeitweise auch "wild" gestanden. Irland kann ich nur empfehlen.
Gruß Biker

landmesser am 17 Jul 2022 16:28:20

Moin,

für Pubs und Livemusik habe ich vielfach auf Marktplätzen oder ähnlichem im Stadtzentrum übernachtet. War oft umsonst oder ein symbolischer Preis bis 5 €.

Viele Grüße
landmesser

Roman am 17 Jul 2022 19:20:12

Fritz1 hat geschrieben:....Es war bzgl. Wetter eher frisch, selten über 15 °C, fast immer Wind, aber auch nicht viel Regen, wenn dann ein Schauer, aber auch nur für kurze Zeit. Wir haben nicht sehr oft draußen gesessen, den ganzen Abend nie...


Das entspricht unserer 5-maligen Erfahrung auf der Insel. Mai/Juni sind definitiv die trockensten Monate. Aber beim letzten Mal, vor 5 Jahren, ließen auch bei uns die Temperaturen und der Wind abends einen Aufenthalt draußen nur ganz selten zu. Das mussten dann schon windstille Ecken sein.
Ich kenne einige, die meist aus diesem Grund im Juli/August fahren, dafür aber auch fast immer mit viel Nass von oben "belohnt" wurden. Dann ist mir unsere Zeit in Irland lieber.

Das Fahren auf der Insel habe ich immer völlig unspektakulär empfunden, vielleicht auch deshalb, weil wir viel im Norden unterwegs sind und solch schmale Straßen gewohnt sind. Zumindest in der Nebensaison ist der Verkehr so überschaubar, dass eher selten ein Auto entgegen kommt. Früher war der Ring of Kerry schon manchmal etwas nervend, da dort doch die meisten Touristen unterwegs sind. Aber seit dieser wie eine Autobahn ausgebaut ist, geht es dort fast am besten....Man muss natürlich auf diesen "Single Track Roads" möglichst vorausschauend fahren und wenn sich eine günstige Gelegenheit bietet, einfach schon recht früh rechts ran fahren, bis der Entgegenkommende vorbei ist.

Und eine Sache muss ich noch los werden. Wir hatten jetzt in über 30 Jahren mit dem Womo noch keinen Unfall (dreimalaufholzklopfen.. ;D ....). Wenn ich dann zu Hause ein Womo für zig tausend Euro stehen habe, miete mir dann aber aus Angest vor einem Rempler in Irland eines....ich weiß nicht...dann wäre das glaube ich für mich die falsche Urlaubsform. Zumal man für die Miete, die für 3 Wochen schon mal deutlich über 3000 Euro liegen kann, schon kleine Rempler reparieren lassen könnte....falls es Probleme mit der Regulierung gäbe. In 6 Wochen, wie beim TO, schiebt man dann fast 6000 Euro in die Kasse des Vermieters... :eek:

Gruß
Roman

Fritz1 am 17 Jul 2022 20:22:35

2. Straßen: Die schönsten (Touristen) - Straßen sind sehr schmal, nicht viel breiter als ein SUV. Solche Straßen sollte man eigentlich als Einbahnstraßen ausführen, denn bei Gegenverkehr kann man kaum ausweichen. Sehr oft sind auf beiden Seiten der Straße Mauern aus Steinen, welche aber zur "Tarnung" oft stark bewachsen sind, so daß die Mauern aber trotzdem da sind.

Meine Anmerkung dazu.
Es stimmt, die Straßen sind halt schmal und je schmaler sie sind umso weniger Autos fahren dort. Ich hatte mit einem 6 m Wohnmobil (2,2 m Breite) keine Probleme, musste selten zurücksetzen, Sicherlich streifen die Büsche am Auto lang. Wer`s heilige Blechle davor bewahren will mag mitunter Stress empfinden.
Die irischen Autofahrer und die -fahrerinnen empfand ich als sehr kooperativ, rücksichtsvoll und vorausschauend fahrend.


3. Zur Rechtslage: Das Recht (z.B. bei Unfällen) in Großbritannien und Irland unterscheidet sich fundamental vom Recht auf dem Kontinent. Als Ausländer hat man praktisch keine Chance, bei einem unverschuldeten Unfall den Schaden von der gegnerischen Versicherung ersetzt zu bekommen. Die gerufene Polizei kontrolliert nur, ob die Beteiligten unter Alkohol und Drogen stehen und protokolliert das auch so. Zitat: "Es ist nicht die Aufgabe der Polizei, die Unfallverursacher festzustellen". Selbst ausführliche Fotografien des Unfalles aus allen Richtungen gelten nicht als Beweismittel vor Gericht. In seltenen Fällen übernimmt der Unfallgegner die Verantwortung oder der Unfallgegner hatte Alkohol oder Drogen intus. Ohne aussagefähigen Polizeibericht und ohne Geständnis des Unfallverursachers zahlt die gegnerische Versicherung nichts oder nur ein paar Hundert Euro bzw. Pfund Sterling in GB. Diese Rechtslage ist unser Grund, warum wir niemals in Irland oder Großbritannien mit eigenem Fahrzeug unterwegs sind und immer Autos mieten. Bei einem Unfall hat dann der Vermieter den Ärger.

Meine Anmerkung.
Das mag wohl so sein. Ich habe mich damit nicht auseinandergesetzt. Im schlimmsten Fall wird hoffentlich die Vollkasko zahlen.


Gruß

Fritz

Fritz1 am 17 Jul 2022 20:31:03

tiefschneewikes hat geschrieben:Danke für eure Anmerkungen. Wir wollen im August auch auf die grüne Insel. Wie habt Ihr eure Übernachtungsplätze gefunden? Welche App´s sind in Irland wirklich hilfreich?


Ich hatte keine App, in den drei Städten über google was gefunden, ansonsten einfach gefahren. Einige Plätze aus dem Buch von Hartmut Engel, Die schönsten Routen durch Irland, Wohnmobil Tourguide angefahren. Ansonsten geschaut und bis spätestens 16 Uhr immer was gefunden.

Ich habe noch zwei Jahreseintrittskarten 2022 "Heritage Card" rumliegen.

Gruß

Fritz

Roman am 18 Jul 2022 11:39:12

dietmardd hat geschrieben:Diese Rechtslage ist unser Grund, warum wir niemals in Irland oder Großbritannien mit eigenem Fahrzeug unterwegs sind und immer Autos mieten. Bei einem Unfall hat dann der Vermieter den Ärger.
Etwas positives:
In Irland gibt es eine ausgeprägte Kneipenkultur.


Habe mal gerade überschlagen...bei unseren insgesamt rund 20, durchschnittlich 3 wöchigen Aufenthalten auf den Britischen Inseln, hätte ich bisher knapp 60.000 Euro für Womo-Miete bezahlt :eek: (bei 140 Euro pro Tag)....
Wenn ich bei all dem, nur "Etwas Positves", nämlich die Kneipenkultur, für mich ausgemacht hätte, wäre das definitiv kein Womo-Reiseziel mehr für mich. Wir haben aus anderen Gründen ein ähnliches Resümee für uns bei Kroatien gezogen und waren konsequenterweise auch nicht mehr dort.... :wink:

Gruß
Roman

cgutbrod am 26 Jul 2022 10:53:44

Wir waren dieses Jahr Mitte Mai bis Ende Juni in Irland, von Dublin aus einmal rundrum gegen den Uhrzeigersinn. Das Wetter war eher untypisch: überwiegend trocken, Regenschauer nur von kurzer Dauer. Irland ist ein sehr schönes Land, tolle Landschaften, schöne Städte und Dörfer, freundliche Menschen. ABER: noch nie und nirgendwo habe ich mich als Womotourist derart unwillkommen gefühlt wie da! Auf Campingplätzen ist alles gut, aber wehe man will eine Stadt besuchen und dort z.B. zu Abend essen und das eine oder andere der vielen Biere trinken: geht nicht! Es gibt (fast) keine Stellplätze und an praktisch allen Parkplätzen findet sich so eine blöde Schranke mit 2 Metern Durchfahrtshöhe! In den fünf Wochen haben wir nur drei Städte gefunden, die einen Stellplatz hatten, auf dem man erstens übernachten durfte und zweitens auch die Klokasette ausleeren konnte. Bei so vielen sehr schönen Küstenstädtchen war an ein Parken nicht möglich oder vielleicht mit Glück in einer Wohnstrasse dann ziemlich ausserhalb. Also dann halt nicht und weiter zu einem Campingplatz oder zu einem der Parkplätze mit dem Hinweis "No Overnight parking of Campers/Caravans" und dort dann die im Supermarkt gekauften Nahrungsmittel und Getränke verbraucht. Der eigentlich gerne ausgegebene Umsatz ist der örtlichen Gastronomie dann eben entgangen.
Fazit: Irland jederzeit wieder, aber nicht mit dem Womo sondern mit dem (dort gemieteten) PKW und von Bed-and-Breakfast - Pension hangeln!

Roman am 26 Jul 2022 13:42:22

cgutbrod hat geschrieben:Wir waren dieses Jahr Mitte Mai bis Ende Juni in Irland, .. Das Wetter war eher untypisch: überwiegend trocken, Regenschauer nur von kurzer Dauer.... ABER: noch nie und nirgendwo habe ich mich als Womotourist derart unwillkommen gefühlt wie da! ..


Nun gut, das weiß man oder man muss es lernen....das was du beschrieben hast, gilt eigentlich für den gesamten Bereich der Britischen Inseln. Ob Wales, Cornwall, Schottland, Lake District oder eben Irland. Es ist dort eigentlich gewünscht, dass man auf CP´s übernachtet. Was gar nicht gern gesehen wird ist, dass Womos in den Orten über Nacht stehen. Das sind natürlich Reglementierungen, die aus der Situation der Hauptsaison heraus resultieren. Da geht auch auf Irland dermaßen die Post ab, dass sich die Iren vor dem Ansturm, der in jeder noch so kleinen Ecke parkenden Wohnmobilisten, schützen müssen. Ich habe dafür eigentlich schon Verständnis, denn es führt auch dazu, dass ich heute immer noch das Irland vor finde, das ich eigentlich suche.

Wir gehen i.d.R. auf die CP´s und wandern oder fahren mit dem Rad in den nächstgelegenen Ort. Man muss sich halt irgendwo an die Gegebenheiten anpassen. Und tagsüber findet man auch immer mal ein Plätzchen in den Orten, zumindest in der Nebensaison.

Das Wetter war für die Zeit übrigens nicht "untypisch" sondern eher "typisch", da Mai / Juni die trockensten Monate sind.

Gruß
Roman

dewo am 03 Sep 2022 02:09:20

Wir sind gerade zurück von drei Wochen in Irland. Ich war als Kind in den siebziger Jahren zum bisher einzigen Mal dort. Demenstprechend wenige Erinnerungen habe ich an damals. Ein paar Eindrücke / Anmerkungen:
1. Wir hatten absolut untypisches Wetter. Nur einen richtigen Regentag, ein paar kurze Niesel und Skellig Michael war völlig im Nebel verschwunden. Durchgehend 23-28 Grad. Selbst alte Leute konnten sich kaum an eine so lange Warm- und Trockenzeit erinnern. Wir haben tatsächlich Badetage eingelegt, auch der Kinder wegen.
2. Wir haben im Grunde die klassische Tour gemacht: Von Rosslare über Cork auf den Wild Atlantic Way bis Galway, dann quer rüber über Dublin und Wicklow wieder zurück. Der Norden muss bis zur nächsten Reise warten. Ich würde diese Tour beim ersten Mal auch jedem empfehlen. Ist einfach dermaßen spektakulär, dass mit der Zeit sensationelle Orte und Ausblicke schon beinahe achselzuckend zur Kenntnis genommen werden.
3. Linksverkehr und enge Straßen waren kein Problem. Ersteres auch dank aufmerksamer Beifahrerin, die immer nach rechts schauen konnte, ob im spitzen Winkel jemand kommt. Letzteres dank der äußerst rücksichtsvollen irischen, aber auch britischen, deutschen, französischen Autofahrer, denen wir begegnet sind. Gelegentlicher Kontakt mit den Büschen am Straßenrand darf einen allerdings nicht stören. Und die meist zugelassenen 80 km/h sollte man eher als mit dem Womo unerreichbare Grenze sehen.
4. Wir haben ungefähr zur Hälfte auf CP, ein Drittel frei, den Rest auf bezahlten Stellplätzen übernachtet. Es stimmt, Stellplätze sind nicht zu häufig, aber wenn, dann oft in toller Lage direkt am Hafen (und dafür dann ziemlich günstig, z.B. in Cobh oder Castletownbere). Und frei standen wir quasi nur auf Premium-Plätzen direkt am Meer. Die Plätze haben wir gegoogelt oder über park4night gefunden. Auf der ganzen Strecke zwischen Clonakilty und Tralee hatten wir allerdings mehrfach das Problem, dass die CPs voll waren - vielleicht normal um die Zeit, vielleicht wegen des schönen Wetters.
5. Getankt haben wir den Diesel für 1,86 bis 1,89€. Der höchste Preis, den ich gesehen habe, lag bei 1,95. Wobei ich die Logik hinter der Preisgestaltung an irischen Zapfsäulen nicht durchschaue. Ist aber bei so geringen Schwankungen auch ziemlich egal. Jedenfalls könnt ihr euch mein langes Gesicht vorstellen, als ich am Montag die deutschen Preise gesehen habe...
6. Wer selber kocht, ist als Fleisch- und Fischliebhaber gut dran. Zu den wenigen Dingen, die geradezu sensationell günstig sind, gehört irisches Rindfleisch (tolle Qualität auch beim Discounter) und Seafood (zumindest im Vergleich zu Süddeutschland). Wie oft kriegt man schon Rumpsteak (süddt: Rostbraten) vom irischen Angusrind für 21,-€ das Kilo? Ansonsten liegen die meisten Lebensmittel bei knapp teurer bis richtig teuer. Dafür ist die Qualität durchweg gut oder sehr gut. Tipp: Irische Schlagsahne. Ein Gedicht in Vollfett, wow!
7. Ich habe es total genossen, mal in einem Land von Biertrinkern Urlaub zu machen. Ein tolles Bier nach dem andern, und ich bin kein Guiness-Fan (obwohl auch das in Dublin besser schmeckt als im Rest der Welt). Aber wer gerne Craft-Biere trinkt, ist fast im Paradies. Nahezu jeder Pub hat lokale / regionale Biere im Ausschank, und das sind oft gute bis sensationelle IPAs und Pale Ales. Die gibt´s in sehr guter Qualität auch im Supermarkt, aber das ganze Vergnügen hat halt seinen Preis. Apropos Preis: Wer lieber Wein trinkt, sollte sich einen ordentlichen Vorrat mitbringen. Unter 14€ gibt´s im Supermarkt praktisch nix, 20-25 sind schnell erreicht und den Etiketten nach reden wir nicht über erstklassige Tropfen.
8. Fährt noch jemand in den nächsten Wochen? Hier drei Tipps, die mir gerade so einfallen, und ein Hinweis:
- Die Seilbahn nach Dursey Island wird seit März und noch bis nächstes Jahr renoviert. Da fährt also nix.
- The Fish Box in Dingle ist dank Trip Advisor ja längst kein Geheimtipp mehr. Unsere Erfahrung: Völlig zurecht. Sehr leckeres Essen und freundliche Leute für sehr angemessene Preise. Gerade auch, wenn die Begeisterung für Fish&Chips langsam abebbt. Seeteufel-Curry für 14€? Aber hallo!
- Direkt daneben liegt Dick Mack´s Pub und Hausbrauerei, Schöpfer eines dieser erstklassigen IPAs und Besitzer nachgerade verzauberter Räumlichkeiten. Urig, verwinkelt, mit einer Art Biergarten, aber nicht kitschig. Unbedingt besuchen! Finde ich jedenfalls.
- Lough Ree East am gleichnamigen See ist ein netter und entspannter CP am gleichnamigen See. Gut gelegen für Leute, die wie wir von Galway Richtung Dublin fahren und auf dem Weg z.B. in Kilbeggan oder Tullamore Station machen wollen. Viele Familien, viele größere Gruppen, die ihre Plätze um zentrale Feuerstellen herum gruppieren können. Trotzdem nicht stressig oder laut, dafür das eine oder andere Lied am Feuer inkl. Einladung zu einem Pint aus der mobilen Zapfe :)

Aretousa am 03 Sep 2022 06:06:50

Dietmar, 10.000 km ist aber doch ein Schreibfehler ?

tiefschneewikes am 10 Sep 2022 12:38:26

Wir sind letzte Woche zurück gekommen. Irland ist mit dem Womo einfach Klasse gewesen. Wir hatten schöne Campingplätze, immer so um die 35 - 40 € (2Personen, Womo, Strom) und sind auch öfter frei an der Küste und an Leuchttürmen gestanden. Es waren 2 wundervolle Urlaubwochen. Aber 10000 KM haben wir nicht geschafft. Es waren vom Bodensee über Dünnkirchen-Dover, Fishguard-Rosslare und zurück 4800 KM.

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