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Ladung im Winter - Liontron LiFePo 150 Ah


Phoebe am 26 Nov 2022 15:40:33

Hallo Forumrunde,
ich stehe heuer vor der Frage, wie ich meine LiFePo Batterie so schonend wie möglich über
den Winter bringe. Batteriespezialisten empfehlen, die Batterie auszubauen, mit etwa
50% Ladezustand in einem trockenen Raum zu lagern, alle paar Monate den Ladezustand zu
kontrollieren und gegebenenfalls nachzuladen.

Wenn ich dieser Empfehlung folge, habe ich kein Licht im WOMO, wenn ich etwas benötige, muss
eine Extra-Taschenlampe mitnehmen, damit ich etwas finde - kurzum, dieses Prozedere ist mir
mehr als lästig!
Daher meine Frage: hat Jemand über mehrere Jahre eine Lion - Batterie über den Winter
mit dem eingebauten Ladegerät dauernd geladen und ist mit der Batterie etwas Dramatisches
passiert? Hat sie Leistungseinbußen oder sonstige Beschädigungen davongetragen? Ist die
Kapazität merklich schwächer geworden? Sind die Ladezyklen dramatisch angestiegen?

Kann man es mit gutem Gewissen vertreten, diesen Batterietyp wie eine Gelbatterie den
Winter über am Ladegerät hängen zu lassen - und ....... nichts passiert!

Bitte um eure Erfahrungen in dieser Hinsicht.

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Gast am 26 Nov 2022 15:51:24

Hallo,

ich habe meinen 150Ah Liontron die letzten Jahre im Winterlager bei ca. 90% Ladung mit dem Natoknochen isoliert und eingebaut gelassen.
Die Starterbatterie über Landstrom, der in der Halle verfügbar war, Mittels Erhaltungsladung über das Ladegerät bei Laune gehalten.

Hat alles gut funktioniert.

RaGu am 26 Nov 2022 16:01:48

Auch ich rate, einfach den Natoknochen zum Abschalten zu nutzen und beim Gang zum Womo diesen dann eben wieder einzuschalten.

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Phoebe am 26 Nov 2022 16:44:08

RaGu hat geschrieben:Auch ich rate, einfach den Natoknochen zum Abschalten zu nutzen und beim Gang zum Womo diesen dann eben wieder einzuschalten.

Danke euch beiden für die Hinweise. Nachdem ich einen solchen Hauptschalter ohnehin eingebaut habe,
kann ich es leicht so machen. Leider werden dabei die Einstellungen des Hubbettes (Anhaltepunkte)
gelöscht und ich muss jedes Jahr die Neueinstellung vornehmen. Zwar nicht ganz einfach, aber machbar.
Nochmals vielen Dank!

mk40 am 26 Nov 2022 17:20:41

Meine 150er Liontron hat bei den Minus Temperaturen vor kurzem selbst den " Entnahme Port" gesperrt .
Da die Temperaturen gerade so offiziell -8...-9°C waren , schaute ich nicht schlecht . Die " Strom Entnahme " wurde über 0°C wieder " frei gegeben.
Mfg. Steffen

silver34 am 26 Nov 2022 18:11:28

mk40 hat geschrieben:Meine 150er Liontron hat bei den Minus Temperaturen vor kurzem selbst den " Entnahme Port" gesperrt .
Da die Temperaturen gerade so offiziell -8...-9°C waren , schaute ich nicht schlecht . Die " Strom Entnahme " wurde über 0°C wieder " frei gegeben.
Mfg. Steffen


Bei Li-Nutzer ohne "Y" und Konstellationen bei der die Batterie nicht im geheizten Bereich ist sollten über ein Hybridsystem nachdenken, damit hätten sie wenn die Temperaturen zuschlagen wenigsten noch etwas Strom aus den Bleibatterien!

andwein am 26 Nov 2022 18:11:35

Phoebe hat geschrieben:....Daher meine Frage: hat Jemand über mehrere Jahre eine Lion - Batterie über den Winter
mit dem eingebauten Ladegerät dauernd geladen und ist mit der Batterie etwas Dramatisches
passiert?

Meine Li Batt ist jetzt im 2. Jahr draußen, das Fahrzeug steht im Freien und ist mit Solar ausgestattet. Die Bleibatterie wird bei jeder Temperatur geladen (bis -15°C, gemessen), die Li Batt schaltet bei 0°C die Ladung ab. Mit der Hybridverschaltung ist immer Licht im Womo wenn man es braucht. Keine Beeinträchtigungen. alles läuft wie es soll!
Gruß Andreas

battman am 27 Nov 2022 12:03:16

An meiner Forster 200Ah Untersitzbatterie ist ein Hauptschalter .
Der steht auf aus, da das Fahrzeug im Winterlager steht.
Bei mir eine unbeheizte Halle .

basste315 am 27 Nov 2022 13:25:20

mk40 hat geschrieben:Meine 150er Liontron hat bei den Minus Temperaturen vor kurzem selbst den " Entnahme Port" gesperrt .
Da die Temperaturen gerade so offiziell -8...-9°C waren , schaute ich nicht schlecht . Die " Strom Entnahme " wurde über 0°C wieder " frei gegeben.
Mfg. Steffen


Hallo Steffen,
wenn das BMS richtig eingestellt ist, sollte bei solch geringen Minustemperaturen nur der LADE-Port gesperrt werden.
Die Zellen würden problemlos ein Entladen bis -20 Grad vertragen, wenn auch mit verringerter Kapazität.

Du solltest das BMS richtig einstellen (lassen)!

Ich habe bei meinem AKKU für das ENTLADEN defensiv -10 Grad, Freigabe -5 Grad eingestellt. Wenn nur der LADEPORT so früh abgeschaltet wird, kannst du wenigstens vor dem Wegfahren heizen und hast Licht im Wohnraum.



Der AKKU ist in einer Sitzkiste im (beheizten) Innenraum, das Womo steht ganzjährig im Freien (Plane) und der AKKU hatte letzten Winter auch ohne Heizungsbetrieb nie unter 0 Grad !

Helmut

fschuen am 27 Nov 2022 22:39:42

Bau dir doch ne zweite LiFePO4 aus vier 18650er Zellen und Batteriehaltern. Kostet 20-30 Euro, einfach parallel hängen. Dann hast du Licht im Womo und deine Bettanhaltspunkte bleiben ungelöscht, wenn du die andere wegschaltest. Ausserdem merkst du, wie lange eine LFP-Batterie hält, um die man sich überhaupt nicht kümmert. Du wirst erstaunt sein.

Gruss Manfred

Phoebe am 29 Nov 2022 12:14:36

Ich danke euch für die vielen Meldungen. Ich möchte noch etwas ergänzen: voriges Jahr hatte ich die Batterie im Winter ohne angeschlossenes Ladegerät im Einsatz, und nach 3 Wochen war sie leer. Daraus ergibt sich der Schluss, dass ich einen Standby-Verbrauch von 0,3 A habe.( ca. 7 Ah pro Tag)
Das bedeutet weiter, dass die Batterie, auch wenn sie am Ladegerät hängt, täglich an Ladung und Spannung verliert und erst nach zwei, drei Tagen wieder nachgeladen wird. In der Zwischenzeit schaltet sich das Ladegerät ab.
Das würde aber auch bedeuten, dass kein dauerhafter hoher Ladedruck auf der Batterie lastet; und genau das ist es, was die Hersteller als Grund anführen, nur mit ca. 50% geladen zu überwintern. Die Abschaltspannung des Ladegerätes ist zu hoch und für die Batterie auf Dauer schädlich.

Ich denke daher, dass ich das Ladegerät an der Batterie lassen kann, ohne Gefahr laufen zu müssen, einen Schaden zu riskieren. Seht ihr das auch so?

Die Anregung von "fschuen" mit der parallel geschalteten Stützbatterie hat auch ihren Reiz, ich werde mir das ernsthaft überlegen. Danke für den Tipp!

ulfertg am 29 Nov 2022 15:49:55

Phoebe hat geschrieben:Das bedeutet weiter, dass die Batterie, auch wenn sie am Ladegerät hängt, täglich an Ladung und Spannung verliert und erst nach zwei, drei Tagen wieder nachgeladen wird. In der Zwischenzeit schaltet sich das Ladegerät ab.

Welches Ladegerät benutzt Du? Das von Dir beschriebene Verhalten ist möglich, aber meiner Erfahrung nach eher unüblich.

Mir fallen spontan einige weitere Möglichkeiten (zu den bereits genannten) ein wie der Wunsch nach dauerhafter Stromversorgung und Batterieschonung vereint werden könnte:

- ein einstellbares Ladegerät (z.B. Victron Bluesmart IP22) welches auf 12,8-13 Volt eingestellt wird. Bei dieser Spannung fällt die LiFePo4 auf einen niedrigen SOC Bereich, kann sich aber nicht komplett entladen.

- wenn ein im EBL integriertes Ladegerät verwendet werden soll welches für den Betrieb ohne Akku geeignet ist (manchmal Netzteil Funktion genannt) und wie z.B. bei mir (Schaudt EBL 252) in der Erhaltungsladung auf 13,7V geht, könnte der Akku auf den gewünschten SOC entladen und dann der Ladeport abgeschaltet werden.
Vorteil: bei vielen WoMo wird dann über das im EBL integrierte Ladegerät auch die Starterbatterie gepflegt.
Einschränkungen: das ist nicht bei allen Batterien möglich (z.B. weil kein Zugriff auf das BMS vorhanden ist) und bei (in Fertigakkus üblichen) Commonport-BMS dürfen bei abgeschaltetem Ladeport keine hohen Ströme über längere Zeit entnommen werden (Licht und Verbraucher wie z.B. Wasserpumpe ist kein Problem, ein Wechselrichter wird in der Regel nicht verwendet während Landstrom anliegt).

- die Aufbau-Batterie könnte bei einem solchen Ladegerät aber auch über einen Hauptschalter (NATO Knochen) komplett getrennt werden.
Nachteil: bei einem Stromausfall oder falls doch mal kurzzeitig mehr Strom benötigt werden würde als das Ladegerät liefert wären die Einstellungen des Hubbettes doch futsch.

Zu Deiner Frage im Eingangspost, ob sich das am Ende lohnt den Akku in einem bestimmten SOC-Fenster zu halten: darüber gehen die Meinungen auseinander.
Der CEO von Battleborn Batteries hat z.B. in einem Interview gesagt dass Float Spannungen von 13,4-13,8 Volt über mehrere Monate unproblematisch seien: --> Link

basste315 am 30 Nov 2022 13:31:03

ulfertg hat geschrieben:Zu .. Eingangspost, ob sich das am Ende lohnt den Akku in einem bestimmten SOC-Fenster zu halten: darüber gehen die Meinungen auseinander.
Der CEO von Battleborn Batteries hat z.B. in einem Interview gesagt dass Float Spannungen von 13,4-13,8 Volt über mehrere Monate unproblematisch seien: --> Link

Danke Ulf, der ganze Beitrag --> Link ist es wert, angehört zu werden. Fürs Teilen von mir ein Guter :daumen2:

Besonders wichtig erscheint mir die Aussage, dass man vor allem Tiefentladungen vermeiden muss (16:04) , aber eine Erhaltungsspannung von 13,4 - 13.8 V für Monate unproblematisch ist.

siehe 14:45:

"At voltage 13,4 Volts our batteries will stay at full charge.
We recommend 13,4 to 13,8 V like most typical floats for lead axcid are 13,6, and that`s perfect .
So it you are sitting at 13,8 for month at the time your`re ok"


Übersetzungsversuch :wink:
"Bei einer Spannung von 13,4 Volt bleiben die Batterien voll geladen,
Wir empfehlen 13,4 bis 13,8 V (Erhaltungsspannung) , die meisten typischen Ladegeräte für Bleibatterien haben 13,6 V und das ist perfekt.
Wenn sie also für Monate bei 13,8 V liegen, ist das in Ordnung."

Mein Netzlader (Schaudt EBL101) hält bei Blei/Säure-Einstellung für 1-2 Stunden die Ladeschluss-Spannung von 14,3 V (ideal zum Balancen) und regelt dann auf eine Erhaltungsspannung von 13,8 V. Da gleichzeitig die Starterbatterie etwas abkriegt, werde ich diesen Winter alle 1-2 Monate den Netzlader für 24 Stunden aktivieren. Obwohl das BMS verläßlich bei Minustemperaturen den Ladezweig abschaltet, werde ich aber sicherheitshalber darauf achten, dass bei dieser Aktion die AKKU-Temperatur auf über + 5 Grad ist.

Helmut

Phoebe am 30 Nov 2022 15:48:21

Hallo Ulf,
mein Ladegerät ist ein CB520, eingestellt auf Gel - Batterie mit einer Ladeschluss-Spannung von 14,3 V
und einer Ladeerhaltungsspannung von 13,8 V. Wenn es bei 13,8 V bliebe, wäre ja alles in Ordnung. Wie
ich aber schon vorhin schrieb, habe ich einen Standby Verbrauch von 0,3 A, das sind immerhin 7 Ah pro Tag,
und das führt dazu, dass sich das Ladegerät zyklisch ein und ausschaltet und immer wieder mit 14,3 V nachlädt.

Wie lange es dauert, bis wieder eine Nachladung erforderlich ist, weiß ich nicht, aber über mehrere Wintermonate
kommen da sicher einige Stunden zusammen, in denen die Maximalspannung anliegt.
Deine Anregung mit dem einstellbaren Ladegerät führt sicher zu einer batterieschonenden Ladung, der Kauf und
Umbau ist mir aber zu aufwändig.
Es wird letztendlich doch das Vernünftigste sein, die Spannung mit dem Hauptschalter zu trennen und am Beginn
der neuen Urlaubssaison die Programmierung des Hubbettes erneut vorzunehmen. Auf diese Weise ist auch
ein Nachladen der Batterie nicht erforderlich, weil sie die paar Monate mühelos überbrücken kann.
Ein Dank an alle Helfer!

ulfertg am 30 Nov 2022 16:17:39

Hallo Phoebe,

in dieser Anleitung: --> Link sind die verschiedenen Ladekennlinien beschrieben.
Vorab: ich empfehle die Ladekennlinie "A" in Verbindung mit Deinem Liontron LiFePo4 Akku einzustellen, unabhängig davon wie Du im Winter mit dem Akku verfährst.

Wenn das im Handbuch beschriebene Ladeverhalten stimmt, würde Dein Akku mit der Kennlinie "A" nachdem die Spannung auf 13 Volt gefallen ist (bei einem vollen 150Ah Stunden LiFePo4 Akku und einem Verbrauch von 0,3A pro Stunde also nach ca. 15-20 Tagen) für eine Stunde mit maximal 14,1 Volt und danach für 15 Stunden mit max 13,5 Volt, jeweils mit max. 20A geladen werden.
Aus der Anleitung geht nicht klar hervor ob die Stunde gezählt wird nachdem der Akku 14,1 Volt erreicht hat oder ob für eine Stunde mit bis zu 14,1 Volt geladen wird.
So oder so hat der Akku danach wieder mindestens 95% SOC.

Beides ist meiner Meinung nach zwar nicht optimal, aber auch kein sonderlich großes Problem für den Akku.
In der Praxis würde es bedeuten dass du im Winterlager über 4 Monate ca. 6 bis 8 Zyklen mit dem Akku fährst. Über 10 Jahre also 60-80 Zyklen.
Bei der angepriesenen Lebenserwartung von mehreren tausend Zyklen bis nur noch 80% der ursprünglichen Kapazität vorhanden ist, ist das in der Praxis für die meisten Nutzer wohl nicht sonderlich relevant.
Und insgesamt kämen dann im ungünstigeren Fall (die Stunde wird gezählt nachdem der Akku 14,1 Volt erreicht hat) 6-8 Stunden bei 14,1 Volt zusammen - auch das sollte in der Praxis für die Lebenserwartung keine nennenswerte Rolle spielen.

Noch ein Hinweis: Im Camper-Alltag kann dieses Ladeverhalten in Kombination mit einem LiFePo4 Akku dazu führen dass Du mit einem nahezu leeren Akku vom Platz fährst - dann nämlich wenn die Spannung gegen 13 Volt gefallen ist, das Ladegerät aber noch keinen neuen Zyklus angestoßen hat. Wenn Du also viel Landstrom nutzt wäre es vielleicht doch eine Überlegung wert das Ladegerät gegen ein geeigneteres auszutauschen.

basste315 am 30 Nov 2022 18:41:26

ulfertg hat geschrieben:... kann dieses Ladeverhalten in Kombination mit einem LiFePo4 Akku dazu führen dass Du mit einem nahezu leeren Akku vom Platz fährst - dann nämlich wenn die Spannung gegen 13 Volt gefallen ist, das Ladegerät aber noch keinen neuen Zyklus angestoßen hat. ... eine Überlegung wert das Ladegerät gegen ein geeigneteres auszutauschen.

Die 13V-Schwelle ist dem Verhalten eines Bleiakkus geschuldet, ein LiFe-Akku ist da wirklich nicht mehr voll.
Mit einem Spannungsabfall unter 13 V durch kurzfristiges Einschalten eines starken Verbrauchers :idea: am Abend vor der Abreise könnte man auch einen neuen Ladezyklus anstoßen ...

Helmut

Phoebe am 01 Dez 2022 12:32:26

Hallo Ulf,
nach deiner Beschreibung ( Handbuch ) mache ich mir nun noch weniger Sorgen bzgl.
des Dauerladens und werde nach Umstellung der Kennlinie auf A das Ladegerät angeschlossen lassen.

Eine abschließende Frage: woraus schließt du, dass das Ladegerät erst nach Unterschreiten der 13 V
Schwelle wieder nachlädt, noch dazu jedesmal mit "Refresh" - und nicht schon viel früher einen
neuerlichen Ladezyklus beginnt; schließlich fließt ja ein Dauerstrom von 0,3 A.

ulfertg am 01 Dez 2022 13:06:26

Phoebe hat geschrieben:Eine abschließende Frage: woraus schließt du, dass das Ladegerät erst nach Unterschreiten der 13 V
Schwelle wieder nachlädt, noch dazu jedesmal mit "Refresh" - und nicht schon viel früher einen
neuerlichen Ladezyklus beginnt.

Hallo Phoebe,

das ist so auf Seite 15 in der verlinkten Anleitung beschrieben:
Phase5:Stand-by- Das Ladegerät liefert keinen Strom mehr. Es tritt in die Phase Refresh nur ein, wenn die Spannung unter 13V sinkt.


In der Praxis ist es etwas komplexer: Das Ladegerät kann unter bestimmten Bedingungen eine deutlich niedrigere Spannung messen als in dem Akku vorherrscht - z.B. dann, wenn es nicht direkt an der Batterie, sondern über eine Leitung angeschlossen ist, an der auch andere Verbraucher hängen. Die Verbraucher sorgen dann für einen Spannungsabfall auf der Leitung.

Ein Beispiel:
Spannung Batterie: 13,3 Volt
Einfache Leitungslänge Batterie <-> Ladegerät: 2 Meter
Querschnitt Kabel: 6 mm2
Strom: 20A
Spannung am Ladegerät: 13,06V
Ein Spannungsabfall von 0,24V - und das nur durch den Widerstand des Kabels, dazu kommen noch Übergangswiderstände an den Verbindungen.

Daher kann es durchaus passieren dass im normalen Betrieb ein neuer Ladezyklus alle zwei oder drei Tage durch Einschalten eines größeren Verbrauchers (oder mehrerer kleiner) angestoßen wird.
Im Winterlager, bei einem Ruhestrom von 0,3A, sollte der Spannungsabfall zwischen Batterie und Ladegerät aber so gering sein, dass er nicht ins Gewicht fällt.
Wie genau Dein System sich in der Praxis verhält lässt sich leider nicht 100% genau vorhersagen, da gibt es einige unbekannte Faktoren. Z.B. wie exakt das Ladegerät die Spannung misst und auswertet.

Ein Tipp noch: falls der in der Anleitung erwähnte Temperaturfühler verbaut ist, entferne ihn. LiFePo4 Akkus benötigen, anders als Bleiakkus, keine Temperaturkompensation.

basste315 am 01 Dez 2022 14:06:51

ulfertg hat geschrieben:Im Winterlager, bei einem Ruhestrom von 0,3A, sollte der Spannungsabfall zwischen Batterie und Ladegerät aber so gering sein, dass er nicht ins Gewicht fällt.
Wie genau Dein System sich in der Praxis verhält lässt sich leider nicht 100% genau vorhersagen ...



Gemäß dieser Beschreibung kann ich mir vorstellen, dass das Ladegerät im Winterlager mit der geringen Dauerlast von 0,3 A zwischen Phase 4 und 6 pendelt (Nachladung 14,1V mit 20 A, das ergänzt maximal 20 Ah) und der AKKU dabei nicht voll, aber auch nicht leer werden kann. Ob und wie oft ein voller Ladezyklus (Phase 2 Bulk statt nur 6 Refresh) angestoßen wird, müsste man beobachten.

Deine Halle sollte frostfrei sein oder du hast ausgetestet, dass das BMS verläßlich unter 0 Grad den Ladeport, nicht aber die Verbraucher abschaltet.

Helmut

Phoebe am 01 Dez 2022 14:21:29

Die Halle dürfte im wesentlichen frostfrei sein, nur bei extremen Minustemperaturen
wäre es möglich, dass die Luft kurzzeitig unter 0° sinkt. Das ist aber deshalb ohne
Relevanz, da ich den Innenraum des Wohnmobils beheize und die Batterie sich in diesem
Bereich befindet. Also keine Gefahr.

ulfertg am 01 Dez 2022 14:26:34

basste315 hat geschrieben:Gemäß dieser Beschreibung kann ich mir vorstellen, dass das Ladegerät im Winterlager mit der geringen Dauerlast von 0,3 A zwischen Phase 4 und 6 pendelt (Nachladung 14,1V mit 20 A, das ergänzt maximal 20 Ah) und der AKKU dabei nicht voll, aber auch nicht leer werden kann. Ob und wie oft ein voller Ladezyklus (Phase 2 Bulk statt nur 6 Refresh) angestoßen wird, müsste man beobachten.

Hallo Helmut,
laut der Beschreibung wechselt das Ladegerät nach der Phase 6 in die Phase 4, also bei Kennlinie "A" 13,5 Volt für maximal 15 Stunden.
Nach 15 Stunden bei 13,5 Volt und 20A ist eine 150Ah LiFePo4 zu mindestens 95% voll.
Danach wechselt es in Phase 5, also Standby. Eine LiFePo4 hat bei einer Belastung mit nur 0,3A üblicherweise eine Spannung >13 Volt über einen weiten SOC Bereich.

Sollte das BMS wegen Untertemperatur zeitweilig abschalten, würde das Ladegerät den Standby überspringen.
Die Batterie sollte sich also nicht bis zur Abschaltung des BMS entleeren.

Luppo am 01 Dez 2022 15:12:34

Ich habe keine Liontron, aber mein Energiekasten wird sich nicht anders verhalten als deiner oder jeder andere LiFePO4-Kasten.
Wir machen zwar hin und wieder einen Ausflug im Winter, aber es sind natürlich auch Phasen mit mehrwöchigem Stand dabei.
Ich prüfe ca. 1 mal die Woche den Ladezustand von Start- und Aufbaubatterie per BT. Verbrauch habe ich lediglich an der Startbatterie, da hängt der GPS-Tracker dran mit 5 mA.
Habe ich das Gefühl, man könnte mal nachladen (Aufbau unter 70%, Start unter 50%, aktiviere ich die Solarladegerät für einen Tag und schalte bei Bedarf mein Votronic Standby-Charger an.
Ich würde also gar nicht ständig laden, sondern nur bei Bedarf das Ladegerät anhängen. Deine Liontron kann problemlos auf 10-30% Ladung zurück gehen.
Du heizt den ganzen Winter dein Wohnmobil durch? Was brauchst du da so an Gas?

basste315 am 01 Dez 2022 15:56:16

ulfertg hat geschrieben:Nach 15 Stunden bei 13,5 Volt und 20A ist eine 150Ah LiFePo4 zu mindestens 95% voll.
Danach wechselt es in Phase 5, also Standby. Eine LiFePo4 hat bei einer Belastung mit nur 0,3A üblicherweise eine Spannung >13 Volt über einen weiten SOC Bereich.

Noch besser, ich habe mich nicht getraut :wink: zu behaupten, dass mit der Erhaltungsladung von nur 13,5V die vollen 20 A geladen werden können, aber jedenfalls ausreichend ....

Es spricht im Fall von Phoebe also Vieles dafür, relativ unbedenklich den Netzlader im Winterlager länger anzuschließen.

Für LUPPO
Letzten Winter stand mein WOMO unter der Plane vor dem Haus, den Netzlader habe ich deaktiviert, aber die Bordelektrik blieb eingeschaltet. Die App zeigte kaum Veränderung der Kapazität, nur die Spannung fiel nach einiger Zeit leicht unter die Ruhespannung von 13,4 V.
Als ich nach 1 Monat nachgeladen habe (vor allem, damit die Starterbatterie überlebt), habe ich gestaunt, wie lange es gedauert hat, bis im Bordakku (DIY 200 Ah LiFePO4) die angeblich nur fehlenden 5-10 Ah nachgeladen waren. Da ging wesentlich mehr rein .....
Das JBD-BMS hat die permanente Minimalentladung von unter 0,2 A (vermutlich stille Verbraucher) nicht angezeigt und daher offenbar auch die Kapazität nicht korrekt ermittelt. Ob ein BC genauer angezeigt hätte, kann ich nicht beurteilen.

Ich habe mir daher vorgenommen, spätestens nachzuladen, wenn die in der App angezeigte Spannung unter 12,5 V fällt. Auch wenn man die Kapazität aufgrund der stabilen Spannungslage eines LiFEPO4-Akkus schwer einschätzen kann ist sicherlich unter 12,5 V eine Nachladung zu empfehlen.

Ich kann natürlich leicht ein/ausstecken, das Wohnmobil steht ja unter der Plane vorm Haus.

Helmut

Phoebe am 01 Dez 2022 16:13:03

Hallo Luppo,
ich beheize das Wohnmobil mit Strom und halte damit die Raumtemperatur auf ca. +10°.
Die Stromkosten halten sich in Grenzen. Den genauen Wert kann ich leider nicht beziffern,
weil die Garagierung als Pauschale bezahlt wird, und der Strom inkludiert ist.

Deine Liontron kann problemlos auf 10-30% Ladung zurück gehen.


Da hast du recht, aber dieser Zustand wird bei mir wegen des Standby-Verbrauches
schon nach ca. 2 Wochen erreicht und ich müsste etwa 10 mal in der Wintersaison
nachladen. Da zahlt sich das Abschalten nicht aus. Ausserdem ist das WOMO 1 km von
meinem Haus entfernt und ich müsste ständig die Nachladetermine im Auge behalten.
Das erspare ich mir alles, wenn ich das Ladegerät im Dauerbetrieb hängen lasse.

ulfertg am 01 Dez 2022 22:22:38

basste315 hat geschrieben:Noch besser, ich habe mich nicht getraut :wink: zu behaupten, dass mit der Erhaltungsladung von nur 13,5V die vollen 20 A geladen werden können, aber jedenfalls ausreichend ....

Das würde ich mich aber auch nicht trauen zu schreiben :wink:
Da fehlt ja wenigstens die Zeitkomponente.

Nach meinem Wissen und meiner Erfahrung erreicht ein 4S LiFePo4 Akku auch bei 13,5Volt nahezu 100% SOC - wenn er genügend Zeit dafür hat. Je näher der Akku den 13,5 Volt kommt, desto geringer wird der Stromfluss zum Akku.

Bei einem leeren LiFePo4 Akku sollten (bei einer üblichen WoMo Werks-Verkabelung) die vollen 20A über einen weiten Bereich des SOC auch bei einer Spannungsbegrenzung auf 13,5 Volt fließen, irgendwo zwischen ca. 60-90%SOC wird der Ladestrom dann allmählich abnehmen.
Die genauen Werte hängen hauptsächlich von dem Spannungsabfall der Verkabelung ab wie oben beschrieben.

1 Stunde mit 20A und weitere 15 Stunden bei Spannungsbegrenzung auf 13,5 Volt und bis zu 20A sollten einen 150Ah LiFePo4 Akku deutlich über 90% SOC bringen.
Außer natürlich wenn er mit 20 Meter Klingeldraht am Ladegerät hängt. :lach:

Ich vermute aber fast dass das Ladegerät in Phase 6 die 14,1 Volt erst erreichen möchte und dann für eine Stunde hält - das würde zumindest (auch bei Bleiakkus) mehr Sinn machen als nur stumpf für eine Stunde 14,1 Volt anzubieten und dann unabhängig von der erreichten Spannung auf Float zu gehen.

Luppo am 02 Dez 2022 08:58:21

Phoebe hat geschrieben:Ausserdem ist das WOMO 1 km von
meinem Haus entfernt und ich müsste ständig die Nachladetermine im Auge behalten.
Das erspare ich mir alles, wenn ich das Ladegerät im Dauerbetrieb hängen lasse.


Keine Frage, wenn Du dein Womo nicht im direkten Zugriff hast, ist meine Lösung nur schwer umsetzbar. Zu groß ist die Gefahr, dass man dann das Laden vergißt oder zu spät kommt.

Was das Heizen betrifft, muss ich mir noch mal Gedanken machen. Bisher habe ich nicht geheizt, aber ich denke, auf Dauer ist es für den Aufbau besser, keinen strengen Frost einziehen zu lassen, Ich werde zukünftig bei Dauerfrost die Truma auf 4 Grad laufen lassen. Soviel Gas kann das nicht sein.

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