hossi46 am 09 Jan 2023 22:55:30 Überall (auch in der Betriebsanleitung) liest man, dass man nur einen Verbraucher mit dem Stromerzeuger betreiben darf. Also wären Doppel-/Dreifachsteckdosen ein Tabu. Ich nehme mal an, dass sich kaum einer daran hält. Speist man den Aggregat-Strom zunächst in die Außensteckdose (blau) des WOMOs ein, wird "drinnen" ja auch weiter verzweigt. Ich habe in 2021 bei einem temporären Stromausfall nach dem Ahr-Hochwasser 2 Kühlschränke, ein paar Lampen und einen Laptop (Akkuladung) mittels Mehrfachsteckdosen an das Aggregat angeschlossen. Null Problem. Sinus-Kurve wird angeblich erzeugt. An einer fehlenden bzw. unterlassenen Erdung (wie sie bei meinem Gerät mittels Extra-"Dose" vorgesehen ist) kann es nicht liegen. Also: Was soll diese Vorschrift?
RaGu am 09 Jan 2023 23:14:44 hossi46 hat geschrieben:Also: Was soll diese Vorschrift?
Deine Gesundheit und ggf. dein Leben bei defekten 230V Geräten an welchen Steckdosen auch immer zu bewahren.
gfkarlchen am 09 Jan 2023 23:30:08 Immer diese Aussage...es hat funktioniert, keine Probleme(noch nicht), was soll das etc. Betriebsvorschriften und BA sind nicht dazu da, diese zu Ignorieren, sondern Schaden vom Endverbraucher abzuwenden. Oder fragst du neuerdings auch...Ampel ist "ROT", was soll das??? Ich ballere mal über die Kreuzung!!! Gruss Gerald
Energiemacher am 09 Jan 2023 23:38:00 hossi46 hat geschrieben: Also: Was soll diese Vorschrift?
IT-Netz ohne Isowächter taugt eben aus Sicherheitsgründen nur für einen Verbraucher. Oder du machst ein TN Netz auf mit allem Schnick und Schnuck.....dann klappts auch mit mehreren Verbrauchern. Beides erfordert aber etwas Kenntnisse in der Elektrotechnik. Daher wird für Laien die BDA verfasst. Der Hersteller ist somit auf der sicheren Seite. Was du damit treibst und wie du im Fehlerfall für die Schäden oder Menschenleben aufkommst ist dann deine Sache. Grüße
ConducteurCC am 09 Jan 2023 23:51:01 hossi46 hat geschrieben:Ich nehme mal an, dass sich kaum einer daran hält. An einer fehlenden bzw. unterlassenen Erdung (wie sie bei meinem Gerät mittels Extra-"Dose" vorgesehen ist) kann es nicht liegen. Also: Was soll diese Vorschrift?
Hi, das ist ein Thema, worüber immer gestritten wird, weil es viele selbsternannte 'Elektriker' gibt, aber letztendlich bleibt nur übrig, die VDE-Vorschriften zu lesen und sich seine Meinung über den Verein zu bilden und dann entsprechend seiner Personenschutz-Vorgabe danach zu richten oder auch nicht. Ich lasse mich nicht mehr darüber aus, weil ich keine Lust mehr dazu habe, wer aber nach VDE eine bei einem Unfall 'rechtssichere' Position vor dem Richter braucht, sollte sich dran halten, meine ich zumindest. Also erst mal die VDE_0100-410 lesen damit mal klar wird, was der Unterschied zwischen einem IT- und TN-Netz ist. Eingehender auf transportable Systeme ist die VDE_0100-717. Für das WoMo/Caravan im speziellen die VDE_0100-721. So, und zum Schluß, warum man sowas schreibt: Es soll ja Leute geben, die hinter einem Stromaggregat oder auch Wechselrichter oder auch Trenntrafo dahinter haufenweise verschiedenste Steckdosen variabel oder ortsfest verlegt haben, einige ganz Schlaue bauen sich dann auch noch einen im Fehlerfall nicht funktionierenden RCD (FI) ein, ohne auf die o.g. Netzart zu schauen (IT oder TN) und dann läuft das erstmal. Freude kommt immer dann auf, wenn nun verschiedenste Geräte angeschlossen werden, möglicherweise zeitgleich genutzt werden und sich irgendwo Kabel sich vom Anschluß lösen (egal ob bei den 5 Steckdosenleisten oder bei den verschiedenen angeschlossenen Geräten) und ihre eigenen Wege gehen. Für diesen Fall gibt es diese Vorschriften! Deshalb sagen die Hersteller, um auf der für sie rechtlich sicheren Seite zu sein: Nur ein Gerät anschließen. Was nicht heißt, dass auch 5 Steckdosenleisten mit 10 verschiedenen Pumpen, Lampen, Grillgeräten, Kochplatten nicht funktionieren täten, wenn alles in Ordnung wäre und bleiben würde.... das hab ich aber nur laut gedacht.
Tinduck am 10 Jan 2023 11:12:53 Und wie ist das bei Moppeln, die schon von sich aus 2 oder mehr Steckdosen haben? Frage für einen Freund... :D
bis denn,
Uwe
fschuen am 10 Jan 2023 14:12:33 hossi46 hat geschrieben:Überall (auch in der Betriebsanleitung) liest man, dass man nur einen Verbraucher mit dem Stromerzeuger betreiben darf. Also wären Doppel-/Dreifachsteckdosen ein Tabu.
Nicht ganz. Wieviele Verbraucher du gleichzeitig betreibst, hängt ja nicht davon ab, wieviele Steckdosen du hast. Also: Was soll diese Vorschrift?
Ein Wechselrichter oder Generator erzeugt ein schutzgetrenntes Netz (IT-Netz), welches grundsätzlich sicherer ist als die aus dem Hausgebrauch bekannten. Im Fahrzeug ist es auch die einzig mögliche Netzform. Das "Restrisiko" ist folgendes: wenn bei zwei Geräten auf unterschiedlichen Leitern ein Isolationsfehler besteht, und gleichzeitig der Schutzleiter (PE) unterbrochen ist, dann kann zwischen diesen Geräten eine gefährliche Berührungsspannung entstehen. Das erscheint absurd unwahrscheinlich, allerdings muss man bedenken, dass im normalen Gebrauch sowohl ein einzelner Isolationsfehler als auch eine Unterbrechung des PE nicht entdeckt werden muss, weil er keine Konsequenzen hat. Daher können sich die Fehler mit der Zeit ansammeln, vor allem bei häufigem (gewerblichem) Einsatz. Damit ist zumindest im kommerziellen Bereich eine weitere Schutzmassnahme zu treffen. In der Praxis kann das eine von diesen vier Möglichkeiten sein: - Betrieb eines einzelnen Gerätes - Betrieb von Geräten, die alle die Schutzklasse II erfüllen (Euroflachstecker oder Stecker ohne Schutzkontakte) - Absicherung aller Geräte einzeln über RCD (unüblich) - Installation einer Isolationsüberwachung (der klassische Weg im medizinischen oder industriellen Bereich). Wenn der Hersteller das also einfach in die Anleitung schreibt, ist er raus. Ich teile die Einschätzung, dass das meistens ignoriert wird - entweder aus Unkenntnis, oder auf Basis der korrekten Einschätzung, dass das IT-Netz des Generators sowieso schon sicherer ist als 90% aller Hausinstallationen. Gegen das Ansammeln von Fehlern über die Jahre hilft gelegentliches Durchmessen, und Gerätefehler fallen auch dann auf, wenn das Gerät mal an Landstrom betrieben wird. Gruss Manfred
sternleinzähler am 10 Jan 2023 21:31:24 Tinduck hat geschrieben:Und wie ist das bei Moppeln, die schon von sich aus 2 oder mehr Steckdosen haben? Frage für einen Freund... :D
würde mich auch interessieren! Habe ich diese Problem dann mit diesem --> Link Wechselrichter nicht mehr?
bert am 10 Jan 2023 22:06:45 Tinduck hat geschrieben:Und wie ist das bei Moppeln, die schon von sich aus 2 oder mehr Steckdosen haben? Frage für einen Freund... :D Uwe
Ich habe im Betrieb einen der hat eine Isolationsüberwachung verbaut. Da ist der gleichzeitige Betrieb mehrerer Elektrogeräte der Schutzklasse 1 erlaubt, also Geräte welchen Schutzleiter haben. Die kann aber auch nachgerüstet werden. Ist aber kostenintensiv, meine um die 2000€ nur Material. Größere Generatoren haben die werksseitig eingebaut. Die haben dann CEE 5polig und Umschalter für Hauseinspeisung und Feldbetrieb.
Irmie am 11 Jan 2023 11:24:51 fschuen hat geschrieben:In der Praxis kann das eine von diesen vier Möglichkeiten sein: - Betrieb eines einzelnen Gerätes - Betrieb von Geräten, die alle die Schutzklasse II erfüllen (Euroflachstecker oder Stecker ohne Schutzkontakte)
Gruss Manfred
Hallo, bedeutet dieses, man darf Geräte mit dem Euroflachstecker in beliebiger Zahl anschließen? Die Flachstecker sind bekanntlich an vielen Ladegeräten, TV -Geräten u.a. verbaut. Als Beispiel meine ich, ein TV mit flachem Stecker und z.B. zwei Handy-Ladegeräte mit dem flachen Stecker. :?:
Tinduck am 11 Jan 2023 11:30:10 bert hat geschrieben:Ich habe im Betrieb einen der hat eine Isolationsüberwachung verbaut. Da ist der gleichzeitige Betrieb mehrerer Elektrogeräte der Schutzklasse 1 erlaubt, also Geräte welchen Schutzleiter haben. Die kann aber auch nachgerüstet werden. Ist aber kostenintensiv, meine um die 2000€ nur Material.
Mein Generator hat 600 Euro ( --> Link) gekostet und hat 2 Schuko-Steckdosen, die laut BDA auch beide gleichzeitig benutzt werden dürfen. Ich glaube nicht, dass der Zubehör für 2000 Euro drin hat, um das 'sicher' zu machen... Weiss jemand mehr, wie da der entsprechende Schutz gewährleistet wird? bis denn, Uwe
Energiemacher am 11 Jan 2023 11:36:23 Tinduck hat geschrieben: die laut BDA auch beide gleichzeitig benutzt werden dürfen.
Was schreibt die BDA zum Thema Erdung? Grüße
Tinduck am 11 Jan 2023 11:41:07 Die schreibt, dass die Erdung des Generators benutzt werden soll, wenn geerdete (?) Geräte angeschlossen und genutzt werden. Ich nehme an, damit meinen sie, wenn die einen komplett beschalteten Schuko-Stecker haben.
bis denn,
Uwe
Energiemacher am 11 Jan 2023 11:44:38 Eben....und wenn du keine Erdung nutzt und Geräte der Sk1, darfst du nur eins anschließen.
Grüße
BURAN am 11 Jan 2023 11:55:35 Jetzt frage ich mich aber .. Wenn ich einen Generator zum laden der Aufbaubatterien nutze .. dann stecke ich den doch an den Stromanschluss vom Wohnmobil Dadurch sind aber alle Steckdosen im Womo frei geschaltet , der Kühlschrank läuft dann auf Landstrom und das Ladegerät lädt die Batterien .. Ist das denn nicht zulässig ? Und wenn dem so ist .. wie sollte man es sonst machen Ich denke mal dass es dabei gleich ist ob ich meinen honda oder die ecco flow anstöpsle Lg Klaus
brauwe am 11 Jan 2023 12:52:31 Tinduck hat geschrieben:Die schreibt, dass die Erdung des Generators benutzt werden soll, wenn geerdete (?) Geräte angeschlossen und genutzt werden.
ganz genau steht in der BA Der Generator muss geerdet werden, wenn der angeschlossene Verbraucher geerdet ist. Ich verstehe das "muss" in der BA so, dass ohne Erdung des Generators gar kein geerdeter Verbraucher (Schutzklasse 1) angeschlossen werden darf. Energiemacher hat geschrieben:Eben....und wenn du keine Erdung nutzt und Geräte der Sk1, darfst du nur eins anschließen.
Tinduck am 11 Jan 2023 14:20:17 brauwe hat geschrieben:ganz genau steht in der BA Der Generator muss geerdet werden, wenn der angeschlossene Verbraucher geerdet ist.
Ich verstehe das "muss" in der BA so, dass ohne Erdung des Generators gar kein geerdeter Verbraucher (Schutzklasse 1) angeschlossen werden darf.
OK. Das heisst aber, wenn ich das Ding wie oben erwähnt an den Landstromanschluss des Womos stecke (dafür hab ich das Ding eigentlich nicht gekauft, aber man soll ja niemals nie sagen), muss der Generator geerdet werden, weil im Womo ja auch ein Netz mit Erdung aufgebaut ist. Das gilt dann wahrscheinlich für jeden Generator, der so üblicherweise für diesen Zweck genutzt wird - und bisher hab ich noch keinen Erdungsspiess bei Moppel-Benutzern gesehen. Theorie und Praxis? bis denn, Uwe
Energiemacher am 11 Jan 2023 15:41:42 Tinduck hat geschrieben:Theorie und Praxis?
Viele werden die BDA überhaupt nur als Verpackungsmüll sehen und/oder das darin Geschriebene nicht umsetzen können/wollen und vorallem nicht die Gefahren erkennen/abschätzen können. Wenn man es aber wider besseren Wissen so nutzt, braucht man auch am Ende nicht jammern, wenn die Ehefrau oder der Enkel tot auf dem Boden liegt. Strom kann Menschen lebensgefährlich umbringen. :mrgreen: Grüße
BURAN am 11 Jan 2023 15:49:12 na ja .. als Architekt komme ich in so manchen Altbau wo noch kein FI installiert ist .. und wenn sie nicht gestorben sind , dann leben die alle noch :-)
Energiemacher am 11 Jan 2023 16:32:42 BURAN hat geschrieben:na ja .. als Architekt komme ich in so manchen Altbau wo noch kein FI installiert ist .. und wenn sie nicht gestorben sind , dann leben die alle noch :-)
Natürlich....nicht alle Umstände treten immer und überall auf! Jedoch lassen sich viele Risiken einfach vermeiden, wenn man sich denn an die Regeln der Technik hält. Ein doppelt oder gar dreifacher Fehler bei gleichzeitig in Betrieb befindlichen Geräten ist schon eine Herausforderung.....ABER......Murphys Gesetze und so..... Wie oft braucht man schon den Gurt im Auto!? Aber wenn, man ihn im Fall der Fälle angelegt hat, ist man froh. Grüße
|
|