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Unser Ziel für die kommenden Wochen ist nicht der sonnige Süden, sondern der sonnige Norden von Frankreich. Zumindest ist der Wetterbericht für die kommende Woche sehr vielversprechend und wir können uns vorstellen, dass das dann einfach so bleibt. Diesmal wollen wir kurz vor der Bretagne stoppen und uns auf die Normandie stürzen, wo es uns im Herbst 2021 (--> Link) so gut gefallen hat, dass schon feststand, dass wir dorthin noch einmal ausgiebiger reisen wollen. Kein Gent In der Vorbereitung auf die Reise haben wir Gent in Belgien als lohnenden Zwischenstop ausgeguckt. Tolle fußläufige Altstadt, malerische Brücken, eine Burg und viele schöne Läden und Restaurants. Aber als wir am örtlichen Campingplatz ankommen: Regen, niemand dort und nur ein Hinweis, dass man sich einen Platz online reservieren solle, um hineinzukommen. Blöd, wenn dann erst das Mobilfunknetz mal wieder nicht so will und man dann angezeigt bekommt, dass man keinen Platz mehr bekommt. Da uns die Plätze in der Gegend nicht zu sehr anlachen und ohnehin zum Übernachten verboten sind, ziehen wir nach kurzem Kriegsrat weiter und planen Gent für den Rückweg ein. Charmantes Dorf Wir finden in Maria-Aalter einen netten kostenlosen Platz und können uns im „De Groene Rand“ sogar noch eine Pommes mit Mayo als Belohnung holen. Gut, dass es Google gibt: Annette hatte bei dem Namen der Pommessbude eher an eine Friedhofsgärtnerei gedacht… Unser Plan ist es, statt Gent dann halt am folgenden Tag nach Brügge zu fahren. Dumm nur, wenn einem das Schicksal dann andere Karten gibt. Verlorener Tag Denn nach einer unruhigen Nacht wird mir am kommenden Morgen nach dem Aufstehen ganz anders. Der erste Bissen Brötchen bleibt kaum im Magen und mein Kreislauf macht die Grätsche. Magen-Darm lässt grüßen. Hundeelend verkrieche ich mich in den Alkoven, während wenigstens Annette die Umgebung ein wenig erkunden kann. Von netten Müllmännern bekommt sie nicht nur den Wasserhahn an der Kirche gezeigt, sondern es ist für diese sogar Ehrensache, ihr unseren Kanister gefüllt zum MoMo zu bringen. Am Nachmittag bin ich zumindest für eine wacklige, kleine Spazierrunde wieder zu gebrauchen. Aber den Plan mit einer Stadtbesichtigung legen wir in meinem Zustand mal zu den Akten. Auf dem Rückweg… Lieber nach Frankreich Da uns Belgien mal wieder kein Glück gebracht hat, brechen wir am kommenden Morgen zum Strand von Bray-Dunes kurz hinter belgisch-französischen Grenze auf. Endlich wieder Meer! Wer sich aber für den doch etwas sehr reißbrettartigen Ort die Bezeichnung St. Tropez des Nordens ausgedacht hat, muss zuvor schon einige Pastis intus gehabt haben. Denn pittoresk ist er wahrlich nicht und auch die Reichen und Schönen suchen wir vergebens. Dafür finden wir aber einen herrlich breiten Sandstrand vor, an dem sich die Hunde endlich mal so richtig austoben und wir uns über den Gedanken freuen können, endlich wieder in Frankreich zu sein. Schön! Auch wenn wir beim Blick auf die weißen Klippen von Dover auf der anderen Seite des Kanals etwas wehmütig werden – England und Schottland wäre jetzt auch nicht schlecht! Richtig großartig sind die Strandsegler, die an uns vorbeiflitzen – sehr fotogen! Und wir haben Lust, das auch mal selbst auszuprobieren. Ob es wohl kompliziert ist, diese Geschosse zu steuern? Weiße und graue Nase Wir sind uns schnell einig, dass Bray-Dunes nicht unser Tagesziel werden wird. Wir wollen lieber noch etwas die Küste entlang fahren. Nachdem wir Calais hinter uns gelassen haben, fahren wir zum Cap Blanc Nez. Die weiße Nase. Die Fahrt dorthin ist vielversprechend. Eine schöne Steilküste mit Wanderwegen lädt förmlich dazu ein, erkundet zu werden. Doof nur, wenn überall Womo-Latten die Parkplätze abriegeln und wir mit langen Gesichtern einfach vorbeifahren müssen. Im Örtchen Wissant gibt es dann einen offiziellen Womostellplatz, den wir dankbar anfahren. Als wir nach kurzem Fußweg dann am Strand ankommen, hat aber die Flut eingesetzt. Der Strand ist dicht bevölkert mit Samstagsspaziergängern. Wir beschließen, dass wir noch den Ort erkunden und noch einmal etwas weiterfahren. Ein As haben wir noch im Ärmel. Über dem Fort d’Ambleteuse Kurz hinter dem Cap Gris Nez (graue Nase…) kommen wir nach Ambleteuse. Dort gibt es einen Platz auf einem Bauernhof, bei dem alle von der tollen Aussicht und schönen Sonnenuntergängen schwärmen. Und dieses Mal haben wir Glück. Es gibt nämlich nur sechs Plätze und fünf sind schon belegt. Wir werden als Nummer 6 von der netten älteren Dame freundlich willkommen geheißen und freuen uns, dass wir noch einen Platz ergattert haben. Denn es ist wirklich schön hier! Wir blicken auf hohe Dünen und schauen hinunter zum Fort, was in der Bucht liegt. Dorthin brechen wir in der einsetzenden Dämmerung auf, um noch einen letzten Strandspaziergang zu machen. Etwas unheimlich wird es, als wir einer bewaffnete Patrouille der Gendarmerie begegnen. Diese sind wohl eingesetzt, um die illegalen Einwanderer zu kontrollieren, die nach England übersetzen wollen. Von denen ist aber bis auf einen Müllcontainer mit feuchtenSchlafsäcken oder Jacken nichts zu sehen. Beim Spaziergang entlang des Strandes wird uns unser Privileg des problemlosen Reisens und unseres luxuriösen Lebens mal wieder sehr bewusst. Ein Würfelwurf, der darüber entscheidet, ob du bei der Geburt in glückliche Umstände geboren wirst oder gegen viele Widrigkeiten kämpfen musst, um dein Glück zu finden.
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Fotospaß am leeren Strand
Ach, was ist das fein, am Sonntag zur Boulangerie zu pilgern und erst mal Baguette, Croissants und Pain au chocolat fürs Frühstück zu besorgen. Wir kommen langsam, aber sicher wieder in den Reisemodus und freuen uns, in Frankreich angekommen zu sein. Das Wetter ist zwar auch heute bedeckt und wenig farbenfroh, aber dafür trocken. Für einen Abschiedsspaziergang oberhalb der Bucht reicht es. Neufchâtel-Hardelot Auf dem Weg zum nächsten Stopp sind wir Sparfüchse. Das kleine Stück Maut-Autobahn können wir uns doch locker sparen! Dumm nur, wenn man dann auf der Abfahrt hinunter nach Boulogne geblitzt wird, weil man wegen der verwirrenden Beschilderung aufs Navi schaut anstatt auf den Tacho. Grmpf. Wir haben auch keine Gelegenheit, uns lange zu ärgern, denn in Hardelot wartet direkt der nächste Endlosstrand auf uns. Es ist schon reichlich irre, wenn man in diese halben Geisterstädte hier am Meer fährt. Denn bis auf die Hauptstraße ist es hier überall still, verrammelt und menschenleer. Die riesigen und gar nicht mal so schönen Bettenburgen und die üppigen Parkmöglichkeiten am Meer wirken völlig deplatziert. Jetzt im Februar ist kaum vorstellbar, dass hier im Sommer der Bär mehr als nur steppt. Fotospaß Uns ist das natürlich mal wieder mehr als recht. Wir haben kein Problem, das MoMo zu parken und können mit den Hunden an den Strand, ohne uns große Sorgen zu machen. Die Hunde toben am Strand, dass es nur eine Freude ist und außer der Gendarmerie, die auch hier patrouilliert, ist kaum jemand unterwegs. Trotz Sonntag, trotz freundlich-trüben Wetters. Für mich ist es eine feine Gelegenheit, meine neuen Spielzeuge auszuprobieren. Mit dem Supertele (für Foto-Nerds: das 150-600er von Fuji) kann ich ganz neue Fotowelten betreten. Es macht unglaublich Spaß, die Möglichkeiten des Objektivs auszuprobieren. Mit dem hervorragenden Autofokus der Fuji XT-5 gelingen jetzt auch anspruchsvollere Verfolgungsjagden der Hunde. Aber auch die Vögel kann man damit jetzt wunderbar fotografieren, ohne dass sie viel zu früh davonfliegen. Vor allem die kleinen, leicht hyperaktiven Strandläufer haben es mir angetan. Uncharmante Stadt Nach dem ausgiebigen Strandgang wollen wir noch ein wenig Zivilisation tanken. Vor einigen schnuckeligen Häuschen parken wir das MoMo. Wir sind schließlich auch hier die Einzigen, die da sind. Ein kurzer Gang über die Hauptstraße ist dann aber wenig einladend. Ein paar Restaurants und noch weniger Geschäfte sind geöffnet. Aber ansonsten: Tote Hose und jetzt auch nicht sonderlich hübsch. Lediglich in der Boulangerie werden wir fündig und kehren mit leckeren Süßwaren zurück zum MoMo. Es hält uns nichts in Hardelot und wir fahren lieber weiter. Stella Plage Etwas weiter südlich haben wir in Stella Plage einen Stellplatz in den Dünen gefunden. So wie wir es lieben: MoMo, Düne, Meer. Auf hier ist auffallend wenig Betrieb. Große verwaiste Parkflächen und leerer Strand. Von den 20 kostenlosen Womoplätzen (unmittelbar vor(!) dem (natürlich geschlossenen) Campingplatz) sind gerade mal zwei besetzt. Und auch sonst kann man anscheinend zu dieser Jahreszeit überall stehen. Wir diskutieren noch, ob wir lieber an der Promenade oberhalb des Strandes stehen möchten. Aber am Ende ziehen wir dann doch die himmlische Stille am Ende der Sackgasse vor. Gut hier!
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chris11e am 13 Feb 2023 12:14:46
Eine schöne Ecke! Danke für den Bericht. Wir haben damals auf einen Strandparkplatz nördlich von Audresselles (Städtchen oberhalb von Ambleteuse) gestanden. Mit Meerblick, Strandzugang, Seehunde-gucken, Wanderwege, etc. Sehr schön! Findet man recht einfach, "Parking de la Pointe du Nid de Corbet" per Google. Viele Grüße, Christian
Momoblog am 13 Feb 2023 12:17:18
Audresselles fanden wir beim Durchfahren auch sehr nett. Danke für den Tipp, merke ich mir fürs nächste Mal, da wir jetzt schon weiter im Süden sind.
Liebe Grüße Micha
akany am 13 Feb 2023 12:49:12
Momoblog hat geschrieben:... Beim Spaziergang entlang des Strandes wird uns unser Privileg des problemlosen Reisens und unseres luxuriösen Lebens mal wieder sehr bewusst. ..., ob du bei der Geburt in glückliche Umstände geboren wirst oder gegen viele Widrigkeiten kämpfen musst, um dein Glück zu finden. ...
Wie wahr, wie wahr!
Vielen Dank für den schönen Bericht und die Fotos auf'm Blog. Früher konnte man Cap Gris Nez bzw Cap Blanc Nez bis hoch fahren. Allerdings bei dem dort oft üblichen Wind mit dem Gefühl, dass gleich der Wagen umgekippt wird...
Strandsegeln solltest Du unbedingt mal versuchen aber Vorsicht, es macht süchtig, den Wind in den Händen zu halten! Ich sass das erste Mal 1971 auf/in so einem "Geschoss". In Deutschland ist St. Peter-Ording der Ort wo es abgeht. Da kann man auch mieten und erste Instruktionen erhalten. Heute gibt es auch kleinere Gefährte, für die ersten Radumdrehungen... bei wenig Wind.
Momoblog am 14 Feb 2023 11:19:59
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Stella Plage
Es gefällt uns gut hier hinter der Düne. Nach einer kalten Nacht werden wir am kommenden Morgen mit strahlendem Sonnenschein belohnt. Genau so haben wir das bestellt! Sonne scheint Nachdem die Sonne die Umgebung ordentlich erwärmt hat, begeben wir uns wieder an den Strand. Diesmal laufen wir in Richtung Berck Plage, was jedoch in zu weiter Ferne liegt, um zu den dortigen Seehundbänken zu kommen. Aber auch ohne Seehunde ist es mehr als schön, endlich mal wieder die Sonne auf der Haut und einen Hauch von Frühlingswärme zu spüren. Ausgiebig stapfen wir durch den Sand. Unser größtes Problem ist das Überqueren der Wasserläufe zwischen den Sandbänken. Denn heute haben wir bei dem schönen Wetter auf die Gummistiefel verzichtet, mit denen wir gestern so problemlos unterwegs waren. Aber mit den wasserdichten halbhohen Schuhen kommt man auch relativ gut zurecht. Stühle raus! Nach der Rückkehr können wir doch tatsächlich unsere Stühle rausstellen und ein Sonnenbad nehmen. Dass wir im Februar aufpassen müssen, keinen Sonnenbrand zu bekommen, hätten wir auch nicht gedacht. Wir können daher hervorragend mit einem Standtag leben und werden erst morgen weiter in Richtung Normandie ziehen. Warum weiterfahren, wenn wir es hier so gut haben? Übungszeit für Toffi Den Nachmittag können wir dann trefflich zum Faulenzen, Lesen und Hundetraining nutzen. Denn dank neuer Hundeschule (--> Link) hat unsere Toffi jetzt gelernt, dass man auch ganz gechillt bleiben kann, wenn etwas Unerwartetes passiert. Und mit den geübten Kommandos sind jetzt auch komplett entspannte Strandspaziergänge ohne Leine keinerlei Problem mehr. Danke, Sanne und Celina! Und danke Sabine für den Tipp! Der Härtetest heute ist die Mutter, die mit ihren zwei Kindern auf Inlinern vorbeikommt. Selbst als der kleine Junge sich praktisch vor Toffis Nase unfreiwillig auf den Hintern setzt, kommt nur ein überraschtes Schnaufen aus ihrem Maul. Kein Gekläffe, keine Hysterie – ein kleines Wunder! Sonnenshow Zum Sonnenuntergang sind wir wieder am Strand. Ehrensache! Ich hatte aufgrund der fehlenden Bewölkung gar keine großen Erwartungen, aber meine Güte, war das mal wieder schön, den großen Sonnenball im Meer versinken zu sehen. Insbesondere, wenn er Meer, Vögel und Strand in solch entzückenden Farben in Szene setzt. Heute hierzubleiben: beste Entscheidung!
Momoblog am 15 Feb 2023 12:43:12
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Picardie
Schon wieder ein sonniger Morgen! Heute müssen wir unseren schönen Platz hinter der Düne verlassen. Strom wird knapp und auch ansonsten steht Housekeeping auf dem Plan: Trenntoilette frisch machen, Grauwasser ablassen und ein Einkauf wäre auch mal wieder dran. Faule Seehunde Wir fahren ins 20 Minuten entfernte Berck Plage, da es dort eine Sandbank mit Seehundgarantie geben soll. Da lassen wir uns doch nicht schlagen. Der offizielle Womostellplatz befindet sich lobenswerterweise kurz vor dem Strand und somit haben wir nur wenige Schritte bis zu den Seehunden. Diese sind dann auch zuhauf dort und liegen faul in der Sonne rum. Logisch, würden wir ja auch machen. Daher ist auf der Mole, auf der sich die entzückten Menschen tummeln, deutlich mehr Action als auf der Sandbank auf der anderen Seite des Wassers. So spektakulär nah wie in La Jolla (--> Link) in Kalifornien kommen wir da leider nicht. Baie d’Authie Da wir auf den „Rummel“ in Berck keine große Lust haben, fahren wir weiter in die Picardie. Annette hat das Naturschutzgebiet an der Baie d’Authie als lohnenswert gescoutet. Nichts wie hin. Als wir dort ankommen, machen wir erst mal lange Gesichter: Alle Parkplätze haben eine Womo-Latte und die Plätze am Rand sind für eine Reitanlage reserviert. Da hier aber im Februar tote Hose ist, stellen wir uns an den Parkplätzen an den Straßenrand und gehen davon aus, dass es keinen stört, da wir auch niemanden behindern. Man geht hier durch ein Wiesen-Sumpf-Sand-Gestrüpp-Gebiet, das einen zum Meer führt. Am Sandstrand gibt es dann beeindruckende Weite, kaum eine Menschenseele und fotogene Muscheln. Rue Unsere Fahrt führt uns weiter nach Rue. Also nicht zu einer Straße, sondern zum Ort mit diesem Namen. Dort können wir im Supermarkt unsere Vorräte aufstocken und ein wenig bummeln. Wir freuen uns wie Bolle, dass wir hier schlendern können und den Ort auf uns wirken lassen können. Wieder ein wenig mehr in Frankreich angekommen! Diesen Schaufensterbummel entlang an Patisserien, Boucherien oder anderen Geschäften hat einfach ein besonderes Flair, dass es so in Deutschland nicht gibt. In der Chappelle du Saint-Esprit hat die katholische Kirche übrigens mal richtig durchgegriffen: Hier sind zumindest schon mal die Statuen von pädophilen Klerikern hinter Gittern. Vermute ich zumindest… An der Somme-Mündung Das Beste kommt mal wieder zum Schluss. Eigentlich fahren wir Saint-Valery-sur-Somme nur an, um Wasser und Strom aufzufüllen. Der dortige, wirklich große Stellplatz bietet all das. Nachdem wir uns zunächst mal gestärkt haben, geht es hinunter in die Stadt. Und auch hier haben wir das heimelige Frankreich-Gefühl, dass wir nachmittags schon in Rue verspürt haben. Es ist einfach großartig, durch die Straßen und Gassen zu schlendern und die liebevollen Details zu entdecken, an den Schaufenstern zu kleben und dem Treiben vor den Restaurants zuzuschauen. Besonders gefällt uns die schier endlose Promenade, die man an der Somme-Mündung entlangspaziert. Zur linken hören wir die menschengemachten Geräusche der Stadt, zur linken die Vögel, die sich auf die Nacht vorbereiten. Es ist, als würde man an der Schnittlinie zwischen zwei Welten wandeln.
eijden am 15 Feb 2023 14:54:37
Vielen Dank dafür, dass wir mit Euch mitreisen dürfen! Wieder tolle Berichte :-) Dankeschön :) Euch noch eine richtig schöne Zeit!
Momoblog am 15 Feb 2023 20:00:58
Dankeschön, willkommen an Bord. Hier schon mal ein Teaser von heute morgen.
Liebe Grüße Micha
Momoblog am 16 Feb 2023 20:36:50
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Saint-Valery-sur-Somme
Heute heißt es für Micha früh aufstehen für den Sonnenaufgang. Wobei: Im Februar liegt diese Zeit ja immer noch sehr zivil und ich bekomme eine ordentliche Portion Schlaf. Das warme Bett zu verlassen ist trotzdem hart. Aber ab dann wird es nur noch schön. Ich gehe vom Stellplatz hinunter in den Ort, der immer noch im Tiefschlaf zu liegen scheint. Es ist eisig kalt und das Kopfsteinpflaster rutschig. An der Promenade sind die Vögel die einzigen, die sich schon bewegen wollen. Wohlweislich habe ich mir Gummistiefel angezogen, damit ich in den Schlick an der Somme hinuntersteigen kann. Die Stimmung mit den Booten am Ufer und auf dem Wasser hat etwas magisches. Aber auch der Hafen, der in leichtem Morgennebel liegt, hat eine ganz zauberhafte Stimmung. Ich komme mir vor wie einer der Maler, die hier früher ihre stimmungsvollen Bilder gemalt haben. Was ein Licht! Entschleunigung Durchgefroren geht es auf dem Rückweg zum Bäcker. Baguette, Croissant und Pain au chocolat kann ich auch blind kaufen – mit 100 % beschlagener Brille auch notwendig! Unser großes Motto für dieses Jahr ist Entschleunigung. „Moment mal!“, sagt da der geneigte langjährige Leser, „Die sind doch schon immer langsam unterwegs.“ Stimmt. Aber bisher haben wir es noch nicht so gut geschafft, an einem schönen Ort auch gerne mal einen Tag länger zu bleiben und nicht direkt zum nächsten sicherlich auch wunderschönen Fleckchen zu düsen. Wir möchten lieber weniger entdecken, das dann dafür aber gerne gründlicher. Oberstadt Wir genießen daher gerne den Luxus des Strom-und-Wasser-Platzes noch einen weiteren Tag und schlendern in den Ort hinunter. Denn es gibt noch eine mittelalterliche Oberstadt zu entdecken, die wir gestern im Dunklen gar nicht mehr geschafft haben. Erstaunlich, wie schnell man hier deutlich oberhalb des Meeresspiegels ist und auf die Promenade und die Somme-Bucht hinunterschauen kann. In der Elise Saint-Martin leuchten die Fenster lebendig im Sonnenlicht – ein gutes Kontrastprogramm zum kühlen Interieur und der vielleicht hässlichsten Madonna der Welt. Auf der Habenseite kann man dann noch ein Teilstück vom berühmten Teppich von Bayeux bewundern, der unter der Orgelempore reproduziert wurde. Savoir-vivre Für uns wird es Zeit, endlich mal französisch essen zu gehen. Wie wir feststellen müssen, ist das heute, an einem Mittwochmittag im Februar, gar nicht mal so leicht. Denn alle Restaurants, an denen wir vorbeikommen, sind gut gefüllt oder haben schon ein „Complet“-Schild an der Tür hängen. In der Creperie „Sel et Sucre“ werden wir aber fündig. Klein und hutzelig, wie wir es lieben! Und Crêpes gehen ja ohnehin immer. Spannend wird es für uns aber vor allem, wie es mit den Hunden klappt. Während Elli ein Restaurantbesuch nur ein müdes Gähnen wert ist, könnte es mit Toffi eine Herausforderung sein. Aber siehe da: Auch hier zahlt sich das Training der vergangenen Monate aus und sie bleibt vorbildlich an ihrem Platz unter dem Tisch. Hurra! Daher können wir entspannt unsere Galettes (das sind die herzhaften Buchweizen-Crêpes) genießen und werden auch noch für die braven Hunde gelobt. So lobe ich mir das! Schlendern ist Luxus Wir genießen es ausgesprochen, durch die Straßen zu schlendern. Wie Ulla Meinecke schon wusste: „Schlendern ist Luxus.“ Denn was kann es Schöneres geben, als ohne Verpflichtungen einfach nur den Moment zu genießen und bewusst wahrzunehmen? Annette macht das besonders ausgiebig, indem sie immer wieder an einer Häuserfront stehenbleibt und entzückt ein Foto schießt, um diese tollen Farben beizeiten als Skizze oder Aquarell zu Papier zu bringen. Boulangerie, die zweite Auf dem Rückweg philosophieren wir vor der Auslage meiner morgendlichen Boulangerie, welche Leckerei es auf den Teller fürs spätere Kaffeetrinken schaffen darf. Schwierig, wenn man die komplette Auslage kaufen möchte! Die Törtchen, die wir nachmittags verspeisen, hat Annette dann aber sowas von vorzüglich ausgesucht. Megalecker! Und so mächtig, dass wir aufs Abendessen komplett verzichten können. Ansonsten ist dies ein Nachmittag ohne Höhepunkte. Einfach nur dasein und genießen, wie schön es schon im Februar in Nordfrankreich sein kann. Ein bisschen Hundetraining, ein wenig Planung für die kommenden Tage in der Normandie und etwas Arbeiten für Annette, die ganz souverän ein Video-Coaching durchführt. Mobiles Arbeiten rockt!
Momoblog am 17 Feb 2023 21:36:40
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Unter und über den Klippen
Der Februar verhält sich (leider) fast wieder standesgemäß. Grau und nieselig ist es geworden. Aber immerhin ist es mild dabei. Wir verlassen Saint-Valery, um nun endgültig in die Normandie weiterzureisen. Ist ja nicht so als gäbe es nichts mehr zu entdecken. Von unten Unser Weg führt uns zu einem Parkplatz kurz vor Belleville-sur-mer, von dem aus man recht schnell zum Fuße der weißen Klippen der Alabasterküste gelangen kann. Diesen Küstenabschnitt haben wir von der Bretagnetour 2016 noch in bester Erinnerung (--> Link). Nur leider ist es heute nicht so sonnig wie damals. Aber eigentlich hat das neblig-mystische Wetter auch was. Wir haben Spaß daran, die kleinen Details am hier erstaunlich zerklüfteten Boden zu entdecken. Vor allem weiß man am Ende, dass das hier wirklich Kreidefelsen sind. Alles weiß… Leinen und Anderes In Varengeville-sur-mer parken wir am Rathaus und machen uns auf den Weg zur Èglise Saint-Valery. Der kleine einstündige Spaziergang kommt uns gerade recht. Zuvor muss Annette aber noch im „Lin et L’Autre“ shoppen. Das Leinengeschäft passt genau in ihr Beuteschema. Für Toffi und mich wird es wieder mal Übungszeit und auch hier kann ich feststellen: Besser denn je. Top! Männerperspektive: Ich warte mit den Hunden draußen, nachdem ich alles gesehen habe und wir die Zeit im Laden mit den Hunden nicht überstrapazieren möchten. Jetzt müsste doch Annette gleich auch mal fertig sein. Noch eine Minute… Noch eine… Noch eine… Frauenperspektive: Hach sind das alles schöne Sachen hier! Das Fach mit den feinen Leinentäschchen könnte ich immer und immer wieder durchsuchen. Hm, lieber diese Farbe oder das Design mit den Farbklecksen? Ach, Hemden gibt es ja auch noch! Die Socken könnten mir aber auch gut gefallen. Und dieser feine Schmuck, der in verschiedenen Farben sortiert ist - das ist ja praktisch! Als Annette nach einer gefühlten Stunde (1 Männerstunde=15 Minuten) aus dem Laden kommt, den sie mittlerweile bestimmt in- und auswendig kennt, schaut sie von außen ins Schaufenster und kommentiert „Ach da sind die Trockentücher, die habe ich gar nicht gesehen!“ Von oben Um zur Kirche von Saint-Valery zu kommen müssen wir auf unserem Wanderweg durch feinen Nieselregen erst mal hinab ins Tal, um dann wieder hinauf zu steigen. Dem Wetter entsprechend ist die Aussicht eher mäßig. Aber immerhin die Schautafeln mit impressionistischen Bildern vermitteln etwas von der Schönheit, die es hier sonst zu sehen gibt. Die Kirche ist berühmt für den tollen Ausblick, den man von hier über die Küstenlinie hat. Aber als wir ankommen, kann man gerade mal die Klippen in nächster Nähe erahnen. Zumindest können wir uns die Zeit damit vertreiben, das Grab von Georges Braque zu finden, der hier seine letzten Jahre verbracht hat und wohl auch ein Kirchenfenster entworfen hat. Ob es ihm wohl gefällt, dass er in einem wuchtigen Grab hinter der Kirche begraben ist und gar keine Aussicht hat? Spontan gefallen haben uns in der Kirche die ausdrucksstarken Bilder von Michel Ciry, dessen Werke man im örtlichen Museum (--> Link) im Sommerhalbjahr betrachten kann. Schade, hätten wir gerne gemacht! Stellplatzpoker Obwohl es schon später Nachmittag ist, beschließen wir, noch weiterzufahren. So schick ist der Platz in der Ortsmitte jetzt auch wieder nicht. Im unweit gelegenen Saint Aubin könnten wir sogar einen Platz am Meer bekommen. Blöd nur, wenn dort schon drei Womos auf den vier Plätzen stehen und wir nur noch als Kuschelcamper dorthin passen würden. Die Alternative im Nachbardorf Sotteville könnte schön sein, wenn am dortigen Strandplatz nicht unmissverständlich Womolatte und Parkverbot das Stehen verbieten würden. Für heute müssen wir uns daher wegen der fortgeschrittenen Dämmerung dann halt einmal mit einem Parkplatz in der Ortsmitte begnügen.
Momoblog am 19 Feb 2023 23:36:57
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Etretat
Heute wollen wir es wissen. Annette hat das Puits Fleuri (--> Link) für uns entdeckt. Ein Restaurant mit guten Kritiken kurz vor Etretat, was unser heutiges Tagesziel werden soll. Bis zum Mittagsmenü müssen wir also ein paar Kilometer machen. Zuvor statten wir aber auch hier der Alabasterküste einen Besuch ab. Am Parkplatz, der uns gestern abgewiesen hat, führen hunderte Treppenstufen hinunter. Ein gutes Workout! Hier ist es gar nicht mal so einfach, an den Strand zu kommen, da die Wellen hereinrollen und der Platz unter den Klippen begrenzt ist. Wegen Steinschlags sollte man auch tunlichst nicht zu nah an die Klippen herantreten. Machen wir dann auch nicht. Menu Gourmand Wir treffen nach einer Stunde Fahrt pünktlich zur Mittagszeit in Vattetot-sur-Mer ein, machen uns ausgehfein und stehen im Puits Fleuri auf der Matte. Auf der Karte sieht alles lecker aus. Wir entscheiden uns dann aber doch für das Menu Gourmand, da wir zu Jakobsmuscheln und Peterfisch nicht Nein sagen können. Hach, ist das schön, wieder mal ein französisches Mittagsmenü serviert zu bekommen! Alles ist schmackhaft und gut zubereitet. Wir können eigentlich nicht meckern, tun es dann aber heimlich trotzdem, da es insgesamt nicht den Wow-Faktor hat, den wir von guten französischen Restaurants kennen. Ich muss nur ans E.A.T. In Avignon (--> Link), das Bouchon du Château in Mirebel (--> Link) oder das Le Vignon in Caillac (--> Link) denken und der Speichelfluss setzt ein. Das bleibt hier leider aus. Aber nochmal: Das ist Meckern auf hohem Niveau, es hat uns gut geschmeckt! Falaises d'Étretat Was bietet sich besser für einen Verdauungsspaziergang an als der Sentier Littoral, der Küstenweg oberhalb der berühmten Kreidefelsen von Etretat? Wir werden vom stürmischen Wind ganz ordentlich durchgepustet. Bloß gut, dass wir durch das Essen etwas Masse zugelegt haben. Nah an den Klippenrand gehen wir aber tunlichst nicht. Auch wenn uns die Klippen, die wir hier in der Normandie schon zu sehen bekommen haben, ebenfalls beeindruckt haben: In Etretat ist das ganze dann einfach wirklich noch mal einen Tacken schöner und beeindruckender. Handy und Kamera klicken um die Wette und beim Gedanken an das spätere Auswählen der Bilder für den Blog wird mir ganz anders. So viele tolle Motive! Kieselstrand Auch der Strand ist in Etretat besonders. Kein Sand, sondern Kiesel, Kiesel, Kiesel. Diese sind so rundgeschliffen, dass es wahre Handschmeichler sind. Und wahrscheinlich steht auch deswegen ein Schild am Strandabgang, der das Mitnehmen der Steine verbietet. Schade! Es ist spektakulär, wohin man auch schaut. Die Wellen werden vom Wind richtig aufgepeitscht, das Meer schimmert in einem weichen Smaragdgrün, die Felsen rahmen die Szenerie gebührend ein. Wer wäre da nicht begeistert? Am Ende sind wir mal wieder recht spät dran und da wir keine Lust auf langes Suchen haben, steuern wir den Stellplatz der Stadt an, welcher leider einen Kilometer auswärts liegt. Denn diesen Kilometer werde ich morgen früh dann noch einmal zu Fuß zurücklegen müssen…
Momoblog am 19 Feb 2023 23:38:07
Strand und Gourmand
Den Plan, morgens noch mal an den Strand zu gehen, lege ich am Abend zuvor den Akten. Hundemüdigkeit und ein wenig vielversprechender Wetterbericht sorgen dafür, dass ich lieber mal durchschlafe. Auch schön. Tatsächlich ist das Wetter den ganzen Tag über eigentlich besser als angekündigt. Nicht wirklich toll, aber trocken und eher hell bewölkt. Damit ist man im Februar ja schon zufrieden. Wasser marsch Wir machen mal wieder Hausputz und frischen alles auf. Wasser füllt man hier gegen Extrakosten von 2 € auf. Gut, dass wir einen Adapter mit zwei männlichen Gardenaanschlüssen haben. Den fahren wir seit unserem frustrierten Besuch in Le Treport vor 7 Jahren spazieren – heute benötigen wir ihn zum ersten Mal! Aber als das MoMo bis zum Rand gefüllt ist, ist guter Rat teuer. Wie stellt man das Ding denn wieder ab? Als ich den Schlauch vom Adapter abziehe, kommt ein schnurgerader Wasserstrahl aus der Säule geschossen. Hä? Und jetzt? Erst mit etwas Verspätung fällt bei mir der Groschen: Den Adapter muss ich auch noch abziehen, dann ist sofort Ruhe… Hyper-Einkauf Heute wollen wir wieder etwas Strecke machen. Denn die Cotentin-Halbinsel steht ganz groß auf unserem Normandie-Wunschzettel. Dorthin würden wir es nur mit einem vollen Fahrtag schaffen. Aber den Stress möchten wir gar nicht haben. Wir wollen irgendwo an den Landungsstränden des D-Day übernachten. Da uns die Fahrt über die Pont Du Normandie eine satte Stunde Fahrzeit erspart, nehmen wir gerne die Mautgebühren dafür in Kauf. In Douvres-la-Delivrande können wir in einem großen Hyper U alle Vorräte auffüllen. Kurz nach dem Eintreten werde ich von einem Mann angesprochen, ob ich denn einmal probieren möchte? Er hat Joghurt und Quark im Angebot. Dankenswerterweise spricht er englisch und wir können uns ein wenig unterhalten. Auf der Ferme Du Molinet (--> Link) wird nur die Milch der lokalen Herde von 50 Kühen verarbeitet, die sich nur von Gras oder Heu ernähren. Kein Zusatzfutter. Da wir dafür immer zu haben sind, hat er leichtes Spiel und wir freuen uns über leckeren Joghurt und Quark im MoMo-Kühlschrank. Die Auswahl an frischen Produkten in den französischen Supermärkten überwältigt uns jedes Mal. Aber auch so etwas simples wie Schokolade wird dort einfach schöner präsentiert als bei uns. Die Tafeln befinden sich in Spendern, welche die nächste Tafel sofort nach vorn schiebt. Und natürlich: diese Auswahl! Wunscherfüller Die Hunde haben noch nicht viel zu lachen gehabt. Außer einer kurzen Pipirunde mussten sie sich bisher reichlich langweilen. Lediglich Streicheleinheiten bei der Fahrt waren drin. In Bernières-sur-Mer finden wir einen Platz direkt am Meer und können den Hunden den versprochenen Strand bieten. Hurra! Und speziell für Stefanie hier noch neue Bilder von fliegenden Hunden. :-) Hinter der Promenade Da der Parkplatz hier unmittelbar in der Sicht von Wohnhäusern liegt und wir zudem aus Platzgründen noch quer parken mussten (im Februar kein Problem, im Sommer schon!), fahren wir in den Nachbarort Courseulles-sur-Mer. Am Ortseingang sieht Annette ein Dutzend Womos auf einem schmucklosen Platz direkt an der Durchfahrtstraße. Was ein Glück, dass das nicht unser anvisierter Platz ist! Wir sind immer wieder erstaunt, wie schmerzfrei manche Leute sind: Diesen Platz hätten wir im Leben nicht freiwillig aufgesucht! Unser angepeilter Platz ist ganz neu angelegt, befindet sind eine Straße hinter der Promenade und ist erstaunlich ruhig. Nicht einmal zur Hälfte ist er gefüllt, sodass uns der andere Platz noch unattraktiver als ohnehin schon erscheint. Wir freuen uns über unser Glück und gehen mit den Hunden auf der Promenade flanieren. Mit Toffi war das bisher immer eine Herausforderung, heute läuft alles wieder vorbildlich. Gedanken zum Krieg In Courseulles-sur-Mer hat das Gedenken an den D-Day einen kanadischen Einschlag. Hier wird den 44.000(!) gefallenen kanadischen Soldaten des 2. Weltkriegs und natürlich insbesondere der 359 kanadischen Toten des 6. Juni 1944 gedacht, die die den Tag der Landung am Juno-Beach nicht überlebt haben. Wenn man diese Zahlen ins Verhältnis zu den schon schrecklichen Bildern aus der Ukraine setzt, wird einem das Ausmaß dieser Katastrophe „2. Weltkrieg“ wieder mal bewusst. Aber auch die Geschichtsvergessenheit der Leute, die meinen, dass man mit Putin nur verhandeln müsse und das Sterben aufhören werde. Erschreckend, dass das Opfer der alliierten Soldaten im Kampf gegen den Diktator Hitler schon so in Vergessenheit geraten ist. Gedankenexperiment: Was wäre, wenn die Amerikaner, Briten, Kanadier und Franzosen im Juni 1944 gesagt hätten: „Och nö, lasst uns lieber mal ein paar Sanktionen machen. Das wird dem Hitler schon auch wehtun. Wir sind doch nicht so bescheuert, Zehntausende unserer besten jungen Leute dafür zu opfern, dass die Deutschen vom Faschismus befreit werden.“ Gäbe es dann heute einen Reichskanzler Höcke und ein bald hundertjähriges Reich? Alptraum! Poissonnerie Wir verscheuchen diese Gedanken und werden mal wieder mit der Ambiguität unseres Lebens konfrontiert: neben dem Kinderkarussell ein durchlöchertes Geschütz und ein Panzer als Gedenkstätte. Und um die Widersprüchlichkeit komplett zu machen, sehen wir, dass sich eine Schlange an der Poissonnerie Daubert (--> Link) gebildet hat. Kein Wunder, denn es sieht alles mundwässernd aus! Wir ändern spontan die Pläne fürs Abendessen und kaufen noch etwas Fisch ein. Wie wir später im MoMo merken: Gute Wahl!
Momoblog am 19 Feb 2023 23:39:50
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Normandie Deluxe
Was ist denn das? Trotz eines mittelmäßigen Wetterberichts für den auf uns zukommenden Tages sehen wir etwas blauen Himmel. Das fängt ja gut an! Und es wird im Laufe des Tages ab hier nur noch besser. Da der Hauptstrand hinter der Promenade mit Hundeverbot versehen ist (um das sich allerdings kein Franzose schert), fahren wir trotzdem ein paar Kilometer weiter. An einem noch geschlossenen Campingplatz direkt an den Dünen wird geparkt und mit den Hunden zum Meer gelaufen. Strand Nummer Eins Da gerade Flut ist, haben wir nur einen schmalen Streifen, der uns bleibt. Für einen kurzen Tobestopp und ein Fotoshooting bei idealem Licht ist es trotzdem ideal. Wir fahren parallel zum Meer weiter in Richtung Westen. Den Strand von Asnelles, das 360°-Kino zum D-Day in Arromanches und auch den Teppich von Bayeux merken wir uns für die Rückfahrt oder einen späteren Besuch vor. Wir sind entschlossen, heute bis zur Cotentin-Halbinsel zu kommen. Les Marais non-blanc Ganz oben auf meinem Fotografie-Wunschzettel stehen die Marais Blanc, die weißen Sümpfe des Cotentin. Denn dieser Regionalpark im Süden der Halbinsel ist ein echtes Feuchtgebiet und soll im Winter so mit Wasser volllaufen, dass die Wiesen verschwinden und sich große Wasserflächen bilden. Mit ein wenig Glück und bei entsprechendem Wetter müssten sich großartige Bilder der Spiegelungen auf den endlosen Wasserflächen machen lassen. Und auch zur Vogelbeobachtung soll es ein kleines Paradies sein. Wir sind zunächst etwas unterwältigt. Am „Maison du Parc“ ist nichts los, der Weg ist versperrt und für Hunde ohnehin verboten und Wasserflächen gibt es auch keine. Am Picknickplatz Marais du Rivage sieht es schon etwas besser aus. Viele Vögel (Graureiher, Schwäne und Störche) in Sicht und zumindest etwas mehr Wasser, wenn auch nicht flächendeckend. Wir machen den Weg zum Canal des Espagnols und sind dann doch überrascht, dass wir nach ein paar Hundert Metern nicht weiter kommen, da die Straße unter Wasser steht. Zumindest ein bisschen „Marais Blanc“ erleben wir also doch. Utah Beach reloaded Für ein „hier bleiben wir“ ist es uns dann aber doch etwas zu unspektakulär. Vor allem, wenn wir einen Top-Platz direkt am Meer kennen, an dem wir gerne wieder stehen möchten. Bei unserer ersten Fahrt in den Cotentin haben wir am Utah Beach einen wunderbaren Platz gefunden, an dem man bei Ebbe den riesigen Strand überblicken kann. Vorausgesetzt, man steht in der ersten oder zweiten Reihe. Wir fahren also durch das Hinterland, in dem es wieder vor D-Day-Erinnerung wimmelt bis zum Strand. Und siehe da: Wir bekommen den Platz in der zweiten Reihe. Und da neben uns ein kleiner Transporter steht, können wir aus dem MoMo-Fenster fast darüber hinwegschauen. Nach einer Stärkung mit den Crêpes, die wir gestern im Supermarkt gekauft haben, geht es an den sonnigen Strand. Denn das Wetter wird gegen Abend immer freundlicher und sonniger. Die Kamera steht nicht still und ich leide hinterher Höllenqualen beim Auswählen der Bilder, die es in den Blog schaffen sollen. Es ist so schön hier! Und um unser Glück noch perfekter zu machen, fährt der Transporter neben uns abends noch weg, sodass wir nun unmittelbar am Strand stehen und beim Einlaufen der Flut das Rauschen des Meeres immer ein wenig lauter hören können.
Momoblog am 22 Feb 2023 20:40:07
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Flut und Ebbe und Flut Was ist das Beste an unserem Platz? Das Meeresrauschen im Ohr beim Einschlafen und Aufwachen! Unser Luxusproblem in der Nacht: Wir werden tatsächlich wach, weil mit Getöse die Muscheltrecker an uns vorbeifahren, da nachts um drei Uhr Ebbe ist und die Gezeiten hier den Arbeitsrhythmus diktieren. Noch ganz euphorisch vom tollen Sonnenaufgangsfotografieren in Saint Valery beschließe ich, auch heute wieder früher aufzustehen. Nur blöd, wenn der Fotograf nicht vorher den Wetterbericht überprüft. Denn der hätte mir verraten, dass der Tag wolkig anfängt und sich keine Sonne blicken lässt. Ich nehme es sportlich und lasse zumindest die Drohne mal etwas ausfliegen. Wild Swimmer Annette kommt endlich mal wieder zum Schwimmen – das hatten wir auf dieser Reise ja noch gar nicht. Unter den Blicken der Zuschauer, die zwischen Fassungslosigkeit und Bewunderung schwanken, steigt Baywatch-Girl Annette ins Meer. Gemessen an der zuletzt wahrlich eisigen Wuppertalsperre zu Hause sind die 8° Wassertemperatur für sie ein Klacks. Aber die Haut wird trotzdem krebsrot und die Füße bleiben eine Weile eiskalt. Spaß macht es ihr trotzdem. Zeitvertreib Gezeiten Wir sind uns schnell einig, dass wir hier bleiben möchten. Denn das Wetter wird im Tagesverlauf immer schöner und sonniger. Warum sollten wir hier wegfahren? Im Gegenteil: Wir nehmen ganz bewusst den Lauf der Gezeiten wahr. Nach der morgendlichen Flut schauen wir dem Meer beim Rückzug zu. Meter um Meter gibt es den Strand frei und wir schauen, was Mensch und Tier auf der neu erschienenen Landfläche so treiben. Aber auch die toten Flächen des Strandes sind reizvoll. Im breiten Streifen mit Muscheln und Muschelbruchstücken lassen sich so manch außergewöhnliche Fundstücke finden. Und manche Dinge, wie die Jakobsmuschel, sind bei näherer Betrachtung quicklebendig. Mein Favorit sind auch hier wieder die kleinen Strandläufer. Denen könnte ich den ganzen Tag zusehen, wie sie auf den kurzen Beinen herumflitzen und im Sand schnäbeln. Und noch mal von vorn Abends gehen wir in den letzten Sonnenstrahlen noch einmal an den Strand, stellen fest, dass uns immer noch nicht langweilig ist und sind glücklich, an so einem schönen Ort stehen zu dürfen.
Momoblog am 22 Feb 2023 20:41:50
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Lecker-Shopping Annette geht schon wieder schwimmen. Auch diesmal unter ungläubigen Blicken. Aber dieses Mal vielleicht auch aus einem anderen Grund. Denn sie schwimmt nicht allein! Plötzlich taucht ein Seehundkopf aus dem Meer auf und schaut sich sehr genau an, wer da in seinem Reich unterwegs ist. Wie ihr ein älterer Franzose hinterher erzählt, gibt es wohl 10 Seehunde, die auf einer Insel vor der Küste ihr Zuhause haben und die hier schon mal auftauchen. Annette ist ganz aufgeregt und hatte auch ein wenig Angst – ob Steven Spielberg eigentlich weiß, welches weltweite Trauma er mit dem Weißen Hai ausgelöst hat? Ihr habt doch jetzt auch den Soundtrack dazu im Ohr, oder? Einlass mit Hindernissen Wir warten geduldig darauf, dass sich auch heute wieder der Nebel verzieht, aber diesmal haben wir Pech. Es bleibt den ganzen Tag über neblig-feucht-trüb. Ungemütlich, brrr! Für uns heißt es weiterreisen. Ver- und Entsorgung steht auf dem Programm. Das soll in Saint-Vaast-la-Hogue möglich sein. Dort stehen wir allerdings vor einer Schranke, die partout nicht aufgehen möchte, obwohl wir schon zweimal den Bezahlprozess durchlaufen haben. Wir versuchen, im benachbarten Campingplatz Hilfe zu bekommen, obwohl dieser geschlossen ist. Aber ich habe Glück. Der freundliche Betreiber ist vor Ort und spricht sogar englisch. Während wir noch darüber flachsen, dass mit Computern ja immer irgendetwas ist, stellt sich heraus, dass lediglich die Bonrolle leer ist, auf die QR-Codes für den Einlass gedruckt werden. Nebelburg Wir machen den Weg über die Landzunge zum Tour de la Hogue, dem Wehrturm, der die Bucht bewacht. Die feuchte Kälte des Nebels kriecht uns in alle Glieder und wir sind froh, dass wir durch die Bewegung wenigstens etwas wärmer werden. Schilder führen uns gegen den Uhrzeigersinn um die Festungsanlage. Gegen Ende wissen wir auch, warum: Denn das letzte Stück auf der Meerseite führt über eine mehr oder weniger schmale Wehrmauer, die an der schmalsten Stelle vielleicht einen guten halben Meter breit ist! Und zu beiden Seiten geht es mindestens drei Meter in die Tiefe. Für Annettes Höhenangst ist das schon eine echte Aufgabe. Aber auch um Toffi mache ich mir Sorgen: Wenn sie nicht im Kommando hinter mir bleibt, könnte sie sofort abstürzen. Erleichtert kommen wir ans Ende dieses Weges. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie das in der Hochsaison mit Gegenverkehr funktioniert… Lecker, lecker, lecker Wir gönnen uns danach einen unerhörten Luxus: Einfach ohne Hunde durch die Stadt bummeln. Gute Entscheidung! Denn Saint Vaast hat einige besondere Delikatessen-Geschäfte zu bieten. Das wäre mit Hund dann eher schwierig. Das bekannteste und beeindruckendste ist vielleicht das Maison Gosselin (--> Link), ein Delikatessenladen wie aus dem Bilderbuch. Selbst wenn man nichts kaufen möchte, sollte man hier mal gewesen sein! Allein der urige Weinkeller, der sich immer noch einen Raum weiter ins Gebäude frisst, ist sehenswert. Nicht weniger sehenswert ist die Metzgerei Olivier Boulay (--> Link) gegenüber. Wir könnten praktisch alle „Fertiggerichte“, die in der Auslage stehen, einpacken. Und Monsieur Boulay mit seinem beigefarbenen Hut ist ein Unikum. Hier werden die Koteletts nicht nur mit einem beherzten Hieb abgetrennt, sondern auch noch mit einem satten Flapp! auf den Tresen geknallt. Abgerechnet wird nachher stilecht bei Madame Boulay an der Kasse auf dem hölzernen Tresen. Essen kaufen macht in Frankreich einfach so viel mehr Spaß als bei uns! Und weiter geht es in der Biscuiterie Quinville (biscuiterie-quineville.com), die ihren Hauptsitz im Nachbarort hat. Auch hier wandern ein paar Pakete mit Keksen in unser mittlerweile prall gefüllte Einkaufstasche. Das Einzige, was wir Saint-Vaast nicht verzeihen können: Bis auf eine sind alle Bäckereien geschlossen. Und in dieser einen, letzten Bäckerei bekommt man abends kein einziges Baguette mehr. Das haben wir auch noch nicht erlebt! So müssen wir abends dann die neuen Leckereien ganz stillos mit Knäckebrot essen…
Momoblog am 24 Feb 2023 10:46:31
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Le Panoramique Wir freuen uns seit ein paar Tagen auf den heutigen Tag. Wir haben ein Tisch im Le Panoramique (--> Link) reserviert, welches nur eine Viertelstunde entfernt auf einer stattlichen Anhöhe liegt und daher den Gästen wirklich und wahrhaftig einen tollen Panoramablick über die Bucht ermöglicht. Zumindest bei gutem Wetter… Wir frühstücken sparsam und bereiten uns auf die Abreise vor. Aber wie schon befürchtet, scheitern wir auch heute am Automaten, der unseren QR-Code zwar erkennt, uns aber exakt 0 Sekunden gibt, um hinauszufahren. Die Schranke bleibt unten. Aber unser Monsieur vom Campingplatz eilt wieder zu Hilfe und kann die Schranke per Handy öffnen. Seine Erklärung: Er wüsste auch nicht, ob unsere Zahlung überhaupt erfolgreich durchgegangen sei. Er wolle uns aber nicht zweimal bezahlen lassen und wenn die Zahlung nicht geklappt habe, würde ihn das auch nicht umbringen. So miserabel der Automat, so nett der Mensch. Soll uns recht sein. Sci-Fi Restaurant Im Le Panoramique angekommen, machen wir zunächst lange Gesichter. Das Wetter ist äußerst bescheiden und die Aussicht nicht viel besser. Das hätten wir uns schöner gewünscht. Aber das rückt bald in den Hintergrund, weil das Restaurant wirklich mit beiden Beinen im 21. Jahrhundert steht. Falls hier Gastronomen mitlesen: ein paar Anregungen. - Nach der problemlosen Buchung im Internet gibt es noch ein paar Erinnerungs-SMS, dass man sich auf die Gäste freue - Am Vormittag erhalten wir noch eine SMS, die einen Link zur tagesaktuellen Speisekarte (mit sehr ansprechenden Bildern) enthält, sodass man sich schon mal vorfreuen kann - Vor dem Restaurant befindet sich ein großes, überdachtes Display, auf dem ebenfalls die Online-Speisekarte angezeigt wird. - An den Tischen gibt es ein kleines Bedienpanel, mit dem man den Service oder die Rechnung verlangen kann (das hätte ich im Puits Fleuri, wo ich ewig warten musste, gut gebrauchen können!) - Auf dem Tisch steht ein Tablet, auf dem die Speisekarte noch einmal angezeigt wird (und das sogar ordentlich übersetzt in verschiedenen Sprachen!) - Die Speisen werden von einem Roboter(!) von der Küche zum Servicepersonal gebracht - Und wer die hypermodernen Toiletten besucht, lernt noch einmal eine neue Variante des Händetrocknens kennen. Oder habt ihr schon einmal das Dyson-System im Wasserhahn integriert gesehen? Genuss pur Jetzt könnte man meinen, dass dieser ganze neumodische Kram zulasten der Qualität des Essens oder der Atmosphäre geht. Das Gegenteil ist der Fall! Vom Service sind wir angenehm überrascht. Vor allem die liebenswerte ältere Dame, die sicherlich um die 80 Jahre alt war, aber mit hinreißender Sorgfalt die Krümel mit einem Kamm vom Tisch fegte, haben wir sofort ins Herz geschlossen. Und das Essen – was sollen wir sagen? Jeder Gang war nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch ein absoluter Genuss. Man hat zwar fast schon ein schlechtes Gewissen, diese kleinen Kunstwerke zu zerstören, aber der köstliche Geschmack siegt dann doch. Ob Jakobsmuscheln oder Hummersuppe, Seelachs oder Ballotine, Saint-Honoré oder Crousti’Choco: Alles wahnsinnig lecker und definitiv die gehobenen Preise des Panoramique wert. Wir werden uns noch lange an dieses Genuss-Erlebnis erinnern. Gar nicht auszumalen, wenn zu diesem leckeren Essen in schönem Ambiente dann auch noch die prachtvolle Aussicht in voller Schönheit dazu kommt! Barfleur Camping Satt und glücklich fahren wir hinunter nach Barfleur, unserem nächsten Etappenziel. Dort wollen und müssen wir einen der beiden Campingplätze ansteuern, damit wir mal wieder Batterie und Elektrokram aufgeladen bekommen. Als wir an der Kaimauer vorbei auf den Camping Municipal zufahren, entscheide ich spontan: Sieht mit der terrassenförmigen Anlage oberhalb der Bucht richtig gut aus, den nehmen wir. Gut, der Preis ist mit 26 € für die Nebensaison schon reichlich gesalzen, aber das soll uns heute mal egal sein. Phare de Gatteville Am späten Nachmittag kommen auf einmal Sonne und blauer Himmel zu Besuch. Für uns eine gute Gelegenheit, den knapp einstündigen Weg zum Leuchtturm von Gatteville zu machen. Hervorragende Entscheidung! Denn das wechselhafte, aber nie unfreundliche Wetter lässt uns die hier schon etwas rauere, an die Bretagne erinnernde Küste besonders genießen. Fun Facts zum wirklich hübschen Leuchtturm: Der kleinere Turm daneben ist das ursprüngliche Leuchtfeuer, das aber von der Höhe nicht ausreichte. Außerdem hat er 365 Stufen, 52 Fenster und 12 Etagen. Da war der Baumeister wohl Kalender-Fetischist…
Momoblog am 24 Feb 2023 10:47:35
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Sturm und Turm Es stürmt und ist winterlich ungemütlich. Auf dem Weg zum Bäcker suche ich das hübsche Städtchen, was überall beschrieben wird, finde aber nur grau in grau. Im Winter ist Barfleur anscheinend eher nicht so sehenswert. Rettung aus Seenot Während wir langsam in den Tag starten und uns über das pittoreske sturmgepeitschte Meer freuen, ist es auf dem Meer gar nicht so lustig. Wir hören eine Männerstimme immer wieder laut rufen und es hört sich erst an. Irgendwann dämmert uns: da läuft bei der Segelschule wohl etwas falsch. Anscheinend ist man trotz des stürmischen Windes bei absoluter Flut ausgelaufen und wir sehen mehrere Optimisten wie Nussschalen treiben. Herrje, wer kommt denn auf den Gedanken, bei diesen Bedingungen rauszufahren? Ein Motorschlauchboot wird von einer Welle gegen die Kaimauer geworfen und der Außenbordmotor sieht danach ziemlich geschrotet aus. Zuletzt ist nur noch eine junge Frau unterwegs, die zunächst klugerweise Abstand zur Mole hält und später dann in die etwas weiter entfernte Sandbucht abdreht und dort hoffentlich gut an Land gekommen ist. Sturm am Phare Von der dramatischen Szenerie beeindruckt, fahren wir noch einmal zum Share de Gatteville – das müsste dort ähnlich spektakulär aussehen wie in Barfleur. Das tut es auch. Wir finden einen wellensicheren Stellplatz und unsere Wege trennen sich. Während Annette aus dem MoMo heraus die Leuchttürme skizziert, stapfe ich durch Wind und Regen, um die Naturgewalten einzufangen. Die Flut hat aber bald ihren Höhepunkt erreicht und mit dem Einsetzen der Ebbe beruhigt sich auch das Meer ein wenig. Zeit, weiterzufahren. Cap Lévi Am Plage de la Mondrèe finden wir einen schönen Platz mit Blick aufs Meer und stärken uns erst mal mit den köstlichen Biscuits aus Quinneville. Das Wetter hat sich etwas stabilisiert und wir beschließen, dass es für die 1,5 Stunden Weg zum Phare du Cap Lèvi wohl halbwegs trocken bleiben wird. Gute Entscheidung! Der Strand wird nämlich nach jeder Welle ein Stückchen breiter und bietet den Hunden mal wieder Platz zum Flitzen. Diesmal sogar andersherum: Toffi lässt sich normalerweise liebend gerne jagen, ist aber keine gute Hinterherläuferin. Aber wenn Elli einen Algenstrunk im Maul hat, möchte sie ihr diesen sehr gerne abluchsen. Auf dem Weg genießen wir den Ausblick auf das Meer. Diese leuchtenden Grünblautöne lassen sich auch in guten Bildern kaum wiedergeben. Und auch ein paar Seehunde sehen wir wieder. Der Leuchtturm am Cap ist nicht so elegant wie der in Gatteville, aber mit seiner kantig-stämmigen Art passt er auch perfekt in die Landschaft. Einmal Umparken Als wir wieder zum MoMo zurückkommen, wissen wir schon, dass wir gar nicht viel weiter fahren möchten. Uns gefällt es viel zu gut. Aber ein Einkauf ist schon wieder fällig. Und so fahren wir ein paar Kilometer weiter ins nette Städtchen Saint-Pierre-L’église, um dort die Vorräte aufzufüllen. Aber anschließend geht es direkt wieder zum Plage de la Mondrèe. Nur diesmal zum Parkplatz am westlichen Ende des Strandes, von dem man einen noch besseren Blick auf die Bucht hat. Hoffen wir nur, dass der Wetterbericht recht hat und der Wind ab Mitternacht abnimmt. Sonst könnten wir etwas durchgeschüttelt werden…
Momoblog am 27 Feb 2023 11:13:12
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Pointe de Jardeheu Es wird stürmischer. Nicht so stark, dass wir im MoMo durchgeschüttelt werden. Aber so, dass es zusammen mit den gesunkenen Temperaturen richtig frisch wird. Herrlich frisch! Denn es liegt eine Klarheit in der Luft, die erfrischt und uns so richtig durchpustet. Herrlich! Wir möchten eigentlich nur einen kurzen Abschiedsspaziergang den Strand einmal hinauf und dann wieder hinab machen. Aber das plötzlich sonnige Wetter bietet zusammen mit Wind und Flut viele Motive zum Fotografieren. Nur schweren Herzens reißen wir uns los. Gottseidank, wie wir abends feststellen werden! Bucht von Cherbourg An die Bucht von Cherbourg haben wir keine großen Erwartungen. Um so begeisterter sind wir von dem, was sich auf der Straße vor und vor allem neben uns zeigt. Das Meer glitzert im tollsten Grünblau unter uns, die kleinen Sträßchen erinnern uns einmal mehr an Irland und wir cruisen entspannt in Richtung Großstadt. Cherbourg sieht hübscher aus, als wir es befürchtet haben. Vielleicht also bei einer kommenden Tour doch mal einen Besuch wert. Aber für heute verzichten wir. Le Grevillais In Gréville-Hague machen wir noch einen großartigen Zufallsfund. Hingefahren sind wir nur wegen der Entsorgungsstation. Aber nicht nur ist es die Geburtsstadt von Jean-Francois Millet, einem bekannten französischen Maler, der hier mit einer Statue in der Ortsmitte geehrt wird. Vor allem gibt es hier aber das „Le Grevillais“, eine Boulangerie. Und Patisserie. Und Chocolaterie. Wir wollten nur kurz hinein, um ein Baguette für das Abendessen und vielleicht noch eine kleine Leckerei zum Kaffeetrinken zu besorgen. Aber als wir in den kleinen Laden hineinkommen, fällt unser erster Blick auf die großen, karamellisierten Gebäckstücke in der Vitrine. Sie erinnern uns an den Kouign Amann aus der Bretagne, diese sündhaft leckere Kalorienatombombe aus vor allem Zucker und Butter. Aber hier wird die Bombe etwas entschärft durch das Hinzufügen einer Füllung aus Apfel, Birne oder Beeren. Fast schon gesund! Und da so ein „Le Grevillais“ eine lokale Spezialität ist, müssen wir ihn natürlich probieren. Aber auch Brote (ja, Brote, keine Baguettes!) in verschiedener Spezialzubereitung gibt es hier. Mit Nüssen, oder Aprikosen und Feigen. Und die Chocolaterie-Törtchen sehen auch hinreißend aus. Wir könnten problemlos die komplette Auslage wegkaufen. Nur nicht wegessen… Wir entscheiden uns daher für Brot und zwei Grevillais und kündigen uns für morgen schon mal für einen weiteren Besuch an. Am Semaphore Die Landschaft hier am äußersten Zipfel erinnert uns schon seit heute Morgen an Irland. Mittlerweile scheinen auch die Straßen irisch enger zu werden und auf dem letzten, kurvig-engen Stück zur Pointe Jardeheu sind wir mal wieder froh, dass das MoMo mit seinen sechs Metern eher kurz ist. Es wäre auch ein Jammer, wenn wir diesen schönen Ort nicht hätten ansteuern können. Die Küste hier erinnert uns an die Beara-Halbinsel im Südwesten Irlands. Und wer uns schon im vergangenen Jahr begleitet hat, weiß, dass wir es geliebt (--> Link) haben, dort unterwegs zu sein. Nach einer Stärkung mit dem wie erwartet köstlichen Grevillais wollen wir ein Stück weit den Zöllnerpfad die Küste entlanglaufen. Im Sturzflug Wir lassen das MoMo am Seitenstreifen vor dem Sémaphore de Jardeheu zurück und stellen fest, dass das Leuchtfeuer wohl zu Ferienwohnungen umfunktioniert worden und Privatgrund ist. Aber man kann außen herum bis zur Spitze der kleinen Halbinsel laufen. Was ein Glück, dass wir das tun! Denn was wir jetzt zu sehen bekommen, ist wirklich ein Spektakel erster Klasse. Schon zuvor hatten wir uns begeistert angesehen, wie das aufgepeitschte Meer gegen die Felsen brandete und waren damit bereits völlig zufrieden. Aber an der Landspitze eröffnet sich auf einmal eine völlig neue Szenerie. Denn hier wimmelt es von Vögeln in der Luft! Und zwar sind es hier nicht die üblichen Möwen, auch wenn sie auf einen flüchtigen Blick genauso aussehen. Es sind Basstölpel, die hier auf Fischjagd gehen. Und das ist mit Worten und Bildern gar nicht adäquat zu beschreiben. Man muss es wirklich erlebt haben, wie im Sekundentakt die Vögel aus der Höhe nahezu senkrecht hinunterstürzen, dabei zu kleinen, windschnittigen Geschossen werden, wieder auftauchen und sich fröhlich auf dem Wasser tummeln, bevor das Spiel von vorn losgeht. Das ganze geht so schnell, dass man manchmal nur die Eintauchstellen sieht und es so aussieht, als würden große Regentropfen an diesen Stellen aufs Meer prallen. Spek-ta-ku-lär! Zöllnerpfad Wir können uns kaum losreißen von diesem Naturschauspiel. Aber wir haben dann doch Erbarmen mit der armen Toffi, die keinen Wuschelpelz wie Elli hat und irgendwann im eisigen Wind dann doch zu frieren beginnt. Auf dem kommenden Weg kann sie sich jedoch wieder aufwärmen. Es gibt genug zu sehen und erschnüffeln und hin- und herzulaufen. Wir kehren, von den Eindrücken noch ganz überwältigt, früher als gedacht ins warme Wohnmobil zurück, da es mittlerweile uns ein wenig kalt wird. Der Wind ist arktisch! Mit unserem leckeren Brot aus Greville zaubert Annette einen Abendbrottisch, während ich mich durch Hunderte von Bildern arbeite, um etwas für den Blog auszuwählen. Eine süße Quälerei… Vor allem, wenn man aus dem Fenster in Richtung Sonnenuntergang blicken darf.
Momoblog am 27 Feb 2023 11:14:48
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270° Meer Zunächst sieht alles nach einem sehr übersichtlichen Tag aus. Unser Plan: Leuchtturm am Ende der Halbinsel weggucken und dann weiter in den sonnigen Süden. Um es vorwegzunehmen: Hat nur so mittel geklappt. Aber der Reihe nach. Gut gewartet Zum Frühstück sieht das Wetter noch unentschlossen aus, wirkt aber vielversprechend. Aber gut, dass wir so trödelig in den Tag starten, denn eine Stunde später geht ein Graupelsturm los, bei dem wir mit Mitleid an die zwei Wanderer und den Jogger denken, die beim Frühstück an uns vorbeigezogen sind. Mittags möchten wir aufbrechen und nur noch mal eine kleine Runde mit den Hunden in westlicher Richtung die Küste entlanggehen, damit diese auch zu ihrem Recht kommen. Und siehe da: Aller Regen scheint für den Tag durchgezogen zu sein. Anscheinend vertrieben von dem eisigen Wind, der uns um die Nase bläst. Aber was ist das heute wieder grandios schön hier! Die Wellen brechen sich mit Krawumm an den Felsen und das Licht lädt zu einer Fotosession mit den Hunden förmlich ein. Auch Annette muss dran glauben, behält aber klugerweise möglichst viel Windschutz an. Ohne ist es nämlich kalt. Keine Tölpel Wir gehen auch noch einmal zur Klippe, von der wir gestern den Basstölpeln so fasziniert zuschauen konnten. Heute sehen wir die Vogelschar weiter draußen auf dem Meer, sodass es leider keine weiteren Sturzflugfotos gibt. Aber die riesigen Brecher, die sich hier auf dem Meer aufbauen und dann spektakulär vor der Küste weiß schäumend zusammenfallen, sind nun wirklich nicht die schlechteste Alternative. Naturgewalten! Patisserie, die Zweite Wir hatten der netten Verkäuferin beim Bäcker versprochen, dass wir wiederkommen. Ehrensache, dass wir das einhalten. Und natürlich großer Eigennutz, denn wir werden noch mal so richtig zuschlagen. 3 Törtchen, 4 Grevillais für morgen, 2 Gläser Marmelade und ein Baguette sind unsere Ausbeute. Was will man machen, wenn doch alles so lecker aussieht…? Ans Ende der Welt Nachdem wir in Le Hague (ja, das ist das mit der Atom-Wiederaufbereitungsanlage aus den Nachrichten) noch mal alles ver- und entsorgt haben, fahren wir nach Auderville, um den Blick auf den Leuchtturm von Goury bei unserer Kaffeepause zu genießen. Für die Sinne verwirrender könnte die Anfahrt kaum sein: Zu unserer rechten das Monstrum der Atomanlage. Aber zu unserer linken ein atemberaubender Blick aufs sonnenbeschienene Meer und die Kanalinseln Jersey, Guernsey und Sark mit arglos weidenden Kühen auf den Wiesen. Das Uran hat auf jeden Fall eine schöne Aussicht bei der Wiederaufarbeitung… Auf den letzten Metern fühlt es sich wirklich an wie die Fahrt ans Ende der Welt. Die Straße ist leicht abschüssig und vor uns erstreckt sich ein 270-Grad-Küstenpanorama. Ein Träumchen! Als wir auf den letzten Metern dann die Straße direkt auf den Leuchtturm zufahren, jauchze ich und wir wissen beide sofort, dass wir hierbleiben werden. Das ist so schön! Wir wissen auch wieder einmal, warum wir so gerne in Frankreich unterwegs sind. Die Gemeinde hat hier die Regelung, dass bitte keine Womos bis zum Leuchtturm hinunterfahren. Logisch, weil das im Sommer bestimmt das absolute Chaos gibt. Aber anders als in anderen Ländern gibt es hier dann einen offiziellen Womo-Parkplatz, an dem man auch übernachten darf. Und das Beste: Er hat einen Premium-Ausblick auf Leuchtturm und Küste zu bieten. Komplett irre wird es dann, wenn man merkt, dass dieser tolle Platz auch noch völlig kostenlos ist. Merci a la commune! Leuchtturm-Fieber Wir genießen unser Kaffeetrinken mit köstlicher Patisserie und Micha muss zugeben, dass die verlockende Auslage mal wieder zu viel war. Zwei statt der drei kleinen Gateaux hätten es auch getan. Aber mal ehrlich: Welchen hätten wir weglassen sollen? Köstlich waren sie alle… Solchermaßen gestärkt fällt das Fotografieren natürlich federleicht. Ob gemütlich aus dem Heckfenster (Hecksitzgruppe rocks!) oder mit Stativ als Langzeitbelichtung – ich werde den Ausblick nicht leid. Am Abend machen wir uns dann noch auf zu einer Runde Sonnenuntergang. Immer den Blick in Richtung Leuchtturm und Sonnenuntergang spazierwandern wir hinunter zur Küste, dort entlang und bleiben alle paar Meter dann doch wieder stehen, um noch ein schönes Bild zu machen. Es ist so lächerlich schön hier! Bevor wir zum Leuchtturmort Goury kommen, müssen wir noch an einem monströsen Bunker vorbei und über einen schier endlosen Kieselsteindamm gehen. Drei Dinge machen diesen Damm sehenswert: Zum einen hat er absolute Knochenbrecherqualitäten. Wenn man hier umknickt, sagen die Bänder bestimmt Hallo. Wir haben Glück und kommen gut durch. Außerdem beobachten wir, dass die Steine immer mehr schrumpfen, je weiter wir gehen: von ordentlich groß zu winzig klein. Warum das so ist? Keine Ahnung! Aber vor allem sind die Steine hier zum Teil absolute Handschmeichler. Ich glaube, so weiche Steine habe ich noch nie in der Hand gehabt! Der Star der Landschaft bleibt hier aber natürlich der Leuchtturm. Ob kurz vor Sonnenuntergang oder danach. Oder aber mit entzündetem Leuchtfeuer, das uns freundlich entgegenleuchtet, als wir wieder am MoMo ankommen. Großartig!
Momoblog am 01 Mär 2023 17:45:23
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Sonne und Eiswind Zwischendurch hatten wir am gestrigen Abend doch etwas Sorge, ob unser exponierter Platz am Cap de la Hague eine gute Wahl war. Denn manche Böe rüttelt das Womo durch. Nicht so schlimm, dass man Sorge haben müsste, aber doch so, dass man es nicht ignorieren kann. Unsere Stellplatznachbarn entscheiden in der Nacht, dass ihnen das nicht mehr geheuer ist und verlassen unter empörtem Toffi-Gebelle den Platz, um etwas windstilleres zu suchen. Wir jedoch sind zufrieden, dass wir geblieben sind. Die Aussicht ist auch am Morgen grandios! Nez de Jobourg Unser Weg führt uns jetzt die Küste entlang zum nächsten Aussichtspunkt, dem Nez de Jobourg. Die enge, gewundene, aber gut zu fahrende Küstenstraße erklärt mal wieder, warum das hier Klein-Irland genannt wird. Wir stellen uns das ganze begrünt statt mit braunem Farn und von Sonne beschienen vor und sind ganz begeistert – im Sommer sicherlich fantastisch! Am großen Parkplatz am Kap angekommen, machen wir den kurzen Spazierweg zum Aussichtspunkt. Auch hier gilt: Top-Aussicht über die weite Bucht und bis zu den Kanalinseln. Nur wärmer dürfte es gerne sein. Wir erbarmen uns, denn Toffi schlottert jämmerlich, während wir gut eingemummelt die Aussicht genießen. Das Restaurant Auberge des Grottes hier passt eigentlich genau in unser Beuteschema, aber leider werden wir mit einem „Restaurant complet“-Schild begrüßt: alles ausgebucht. Da wir aber noch unsere Grevillais in petto haben, sind wir gar nicht so traurig darüber. Nächstes Mal! Gas-Odyssee Wir möchten angesichts der eisigen Temperaturen lieber auf Nummer Sicher gehen und noch einmal die Gasflaschen auffüllen. Aber in Querqueville befindet sich ein Pylone vor der Zapfsäule: Kein Gas mehr da. Die Gasversorgung in Frankreich ist nicht so einfach wie bei uns. Es gibt zwar flächendeckend Zapfsäulen, aber diese scheinen nicht so regelmäßig beliefert zu werden wie in anderen Ländern. Denn einen Pylonen vor der Zapfsäule sehen wir nicht das erste Mal. Zum Glück gibt es noch andere Stationen in der Umgebung. Zum Unglück heißt das für uns: Noch einmal mitten durch Cherbourg, mit mehreren Baustellen. Erleichtert sehen wir dannen der Tanke, dass es hier Gas gibt. Wir wollen ja nicht frieren! Zurück in die Dünen Unser Weg führt uns jetzt schnurstracks zu den Endlosstränden im Westen der Cotentin-Halbinsel, die wir in so großartiger Erinnerung haben. Ich hatte mir gemerkt, dass unser Platz in den Dünen von Hatainville an einer Stelle lag, wo es kurz vorher einen Campingplatz gibt, der jetzt im Februar aber (wie so häufig) geschlossen ist. Als wir relativ schnell am Strand ankommen, wird uns aber klar, dass das hier nicht die gleiche Stelle ist. Auch wunderbar, aber mit eher wenigen Stellen, an denen man übernachten könnte. Zudem mit mehreren „No Camping“-Geboten. Schade, denn es sieht hier bezaubernd aus – im Sonnenschein bekommt man eine Ahnung, wie schön es hier im Sommer sein muss. Wir legen daher nur eine Kaffeepause mit den erneut köstlichen Grevillais ein und fahren anschließend zum „richtigen“ Platz weiter. Dieser ist dann auch vielleicht noch ein Stückchen spektakulärer, denn allein die Anfahrt ist absolut großartig, da man von einer Anhöhe hinunterkommt und Dünen, Strand und Meer einem zu Füßen liegen. Wunderschön! Ebbestrand Auch der Strand ist noch genauso formidabel, wie wir ihn in Erinnerung haben. In alle Richtungen unfassbar weit und dabei trotzdem nicht langweilig, sondern mit regelrecht unterschiedlichen Landschaftsformen. Je nachdem, wo man sich befindet, gibt es neues zu entdecken. Zusätzlich zum ganz normalen Strand und Dünenprogramm gibt es jede Menge zu entdecken. Vom Winde verwehte Wellen, Spiegelungen im Wasser, ein kleiner Grand Canyon in den Ebbe-Pools an der Wasserkante oder Tausende von Sandwurm-Häufchenburgen. Und dass die Hunde hier voll auf ihre Kosten kommen und um die Wette flitzen oder für den Fotografen posieren können, ist natürlich Ehrensache. Am Ende des Tages freuen wir uns aber trotzdem, den Sonnenuntergang aus dem MoMo heraus zu beobachten. Denn der eisige Wind erinnert uns an den Mistral, der uns schon in der Provence das Fürchten gelehrt hat.
Momoblog am 01 Mär 2023 17:46:10
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Kormorane Heute ist Arbeitstag. Der Wetterbericht sagt Dauerregen und Kälte vorher. Passt uns gut. Wir haben beide genug zu tun, also wird gearbeitet. So der Plan. Aber dann wundern wir uns. Eigentlich ist es doch ganz schön? Sicher, am Himmel sind ein paar Wolken, aber ansonsten? Es ist fast windstill. Sogar die Sonne lässt sich zwischendurch mal blicken. Da nutzen wir doch lieber die Gunst der Stunde und machen uns wetterfest eingepackt auf den Weg an den Strand! Breitester Strand Wir finden diese gigantisch breiten Strände hier an der Westküste der Cotentin-Halbinsel ausgesprochen wunderbar. Diese Weite des Blickes weitet auch das Herz. Weit entfernt erblicke ich ein paar Striche am Rande der Brandung. Was das wohl ist? Mein Tipp „Schiffsüberreste“ erweist sich als kreuzfalsch. Annettes Adleraugen identifizieren sie als Kormorane. Bisher fand ich Kormorane gar nicht mal so spannend. Die stehen doch eigentlich nur herum und breiten ihre Flügel wie ein ausgehungerter Batman aus. Aber heute werde ich Fan! Wie sie da zunächst nur dastehen, als wüssten sie auch nicht so recht etwas mit sich anzufangen. Ein wenig wie die Geier aus dem Dschungelbuch. Oder wie die zehn kleinen Kormorane aus dem gleichnamigen Kinderlied. Denn als die Wellen der Brandung immer näher kommen, machen sie einer nach dem anderen den Abflug. Und der nötigt mir dann doch Respekt ab. Sie segeln so lange wie möglich parallel zu der sich vor ihnen höher und höher auftürmenden Brandung, um dann im allerletzten Moment über die brechende Welle hinwegzuschweben. Ziemlich badass! Weiterreisen Der angekündigte Regen kommt dann sehr zögerlich und auch gar nicht so intensiv wie erwartet, kurz bevor wir wieder am MoMo eintreffen. Das hat sich gelohnt! Das Arbeiten erweist sich als frustrierend. Da wir hierfür guten Mobilfunkempfang benötigen, sind die ständigen Verbindungsabbrüche ein steter Quell des Ärgers. Wir kämpfen noch ein wenig mit uns, ob wir das hinnehmen und unseren fantastischen Ausblick weiter genießen wollen. Oder ob es doch schlauer ist, noch weiterzureisen und an es einem anderen Ort mit stabilerem Netz besser zu haben. Schweren Herzens brechen wir auf. Aber mit dem gleichen Spruch wie bei so vielen Orten auf dieser Reise: Hier waren wir nicht das letzte Mal! Nächster Strand Wenn eines hier keine Probleme bereitet, dann ist es dies: einen schönen Strand zu finden. Ein paar Kilometer weiter finden wir bei Surville Plage einen Platz hinter den Dünen. Nicht mit der genialen Aussicht wie in den Dünen von Hatainville, aber immer noch reichlich schön. Und mit Netz. Und wieder haben wir Wetterglück. Am Himmel zeichnet sich schwarz ab, dass es bald schütten wird. Aber unsere Strandrunde bleibt praktisch trocken.
Momoblog am 03 Mär 2023 11:41:55
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Die Strandhütten von Gouville Erstaunt lesen wir, dass es auf Mallorca und rund um Barcelona geschneit hat. Wir beglückwünschen uns noch einmal zur Reiseidee Normandie im Winter. Denn hier ist es zwar auch kalt, aber die Temperaturen fühlen sich längst nicht so winterlich an, solange die Sonne scheint. Und diese scheint häufiger, als wir erwartet haben. Beim morgendlichen Strandspaziergang können wir wieder einige schöne Muscheln einsammeln, bevor es weiter nach Gouville geht. In der ersten Reihe Dort gibt es den Luxus eines offiziellen Stellplatzes in der allerersten Reihe. Da wir dringend mal wieder Strom tanken müssen, sind wir gespannt, ob wir eine der begehrten Steckdosen ergattern können. Und um so erleichterter, dass heute auf so einem famosen Platz gähnende Leere herrscht. Wir haben die freie Auswahl! Etwas befremdlich ist zunächst lediglich der Weihnachtsbaum-Schrottplatz, der auf den ersten paar Stellplätzen eingerichtet wurde. Schön sieht anders aus. Aber es riecht sogar noch etwas nach Weihnachten! Gouville ist berühmt für seine bunten Strandhütten, die malerisch in den Dünen verteilt sind. Zu diesen machen wir uns auf. Auf dem Weg dorthin verstehen wir dann auch, warum die Weihnachtsbäume hier gelagert werden. Damit werden hier die Dünen befestigt! Ein Trecker bringt einen Schwung Bäume an, die dann von einem Team in den Dünen kunstvoll verarbeitet werden. Hütten, Hütten, Hütten Als wir an den Hütten ankommen, sind wir begeistert. Handy und Fotoapparat werden zum Glühen gebracht. Die armen Hunde und Annette müssen mal wieder als Models herhalten. Aber wenn das hier doch so fotogen ist? Jede Hütte hat ihren eigenen Charakter. Frisch gestrichen, abgeblättert, kurz vor dem Verfall. Spitzes Dach, breites Dach. Wellblech oder Dachpappe. Wir hätten nicht gedacht, dass das so individuelle Bauten sind! Da die Sonne ein Päuschen einlegt, ziehen wir uns dann doch lieber ins warme MoMo zurück. Von dort aus lässt sich der Meerblick wunderbar genießen. Arbeiten mit Aussicht Den Rest des Tages verbringen wir mit Arbeiten und genießen die Aussicht, die wir hier haben. Ständig beginnt eine andere Stelle auf dem Meer zu leuchten, weil sich dort ein Sonnenloch auftut. Und auch der Sonnenuntergang ist ein einziger Genuss. Die Normandie macht uns den bald bevorstehenden Abschied wirklich schwer.
Momoblog am 03 Mär 2023 11:42:52
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Pointe d’Agon Unser letzter Tag hier an den Endlosstränden der Cotentin-Halbinsel beginnt standesgemäß mit sonnigem Wetter bei allerdings eisigen Temperaturen. Diese können wir aber getrost ignorieren, denn bis zum Mittag passiert bei uns gar nicht so viel. Restaurant Salicorne Wir haben für diesen letzten Tag hier noch mal einen Tisch in einem Restaurant reserviert. Ein französisches Drei-Gang-Menü darf es zum Abschied gerne noch einmal sein. Annettes Trüffelschwein-Nase hat mal wieder ganze Arbeit geleistet. Im Nachbarort Agon-Coutainville können wir im Salicorne (restaurant-salicorne.fr) noch einmal französische Kochkunst genießen. Als kurz nach unserer Bestellung der Strom ausfällt, haben wir kurz Bedenken, ob es das jetzt war mit dem leckeren Essen. Aber nachdem der Sicherungsschalter wieder umgelegt ist, kann es munter weitergehen. Es wäre aber auch ein Jammer gewesen… Überschwemmung? Wir fahren noch ein wenig weiter südlich, weil man an der Hakennase der Pointe d’Agon sowohl einen Meeresstrand als auch einen tollen Blick ins Mündungsgebiet der Sienne hat. Jetzt, bei Ebbe, liegen alle Schiffe trostlos auf dem Trockenen. Aber bei Flut soll sogar noch der Parkplatz, auf dem wir gerade stehen, überflutet werden können! Wir machen einen ausgiebigen Verdauungsspaziergang in Richtung Meer, was einem Geduldsspiel gleichkommt. Immer, wenn man einen Dünenkamm hinaufgekommen ist, kommt dahinter eine breite Senke, die bei Flut wohl ebenfalls gefüllt sein dürfte. Dreimal wieder holt sich dieses Spiel, bis wir endlich am natürlich wieder megabreiten Sandstrand angekommen sind. Plötzlich Schweden? Schon im Vorbeifahren haben wir ein seltsames Menhirfeld gesehen. Auf dem Rückweg schauen wir es uns etwas genauer an. Wir fühlen uns spontan an Ales Stenar (--> Link) in Südschweden erinnert, den großen Steinkreis an der schwedischen Küste. Hier ist das alles ein paar Nummern kleiner. Und, wie wir feststellen: Es ist auch nicht wirklich antik. Zwar gibt es Runenzeichen und Inschriften, aber es soll wohl eine Hommage an den normannischen Dichter Fernand Lechanteur sein. Warum man dazu Wikingersymbolik nimmt, haben wir nicht herausfinden können. Am MoMo angekommen wundern wir uns, dass die Flut nicht so recht kommen will. Eine Stunde vor dem Höhepunkt der Flut passiert hier so gut wie nichts. Des Rätsels Lösung: Auch für das Hochwasser gibt es unterschiedliche Höchstwerte. Beim kommenden Vollmond soll die Flut hier 3 Meter höher stehen als heute. Dann könnte es auf dem Parkplatz hier wirklich feucht werden… Im Pinienwäldchen Wir haben zwei wunderbare Möglichkeiten zur Auswahl für den letzten Abend im Cotentin: Entweder wir fahren noch rund eine Stunde weiter in Richtung Süden und können vom Stellplatz zum Mont Saint Michel hinüberblicken, oder wir fahren nur ein paar Kilometer weiter und können dort hinter der Düne noch mal am Strand spazieren gehen. Luxusprobleme! Wir entscheiden uns natürlich wieder mal für die langsamere Variante und heben uns den Mont Saint Michel für die nächste Tour in die Normandie auf. Mal wieder… Es ist aber auch eine wirklich gute Entscheidung, wie sich später herausstellt. An einem Pinienwäldchen finden wir einen idyllischen Platz neben einer Kuhweide und können mit ein paar Schritten zu Dünen und Meer gelangen. Das einzig Blöde: Wusstet ihr, dass es auch Pinienprozessionsspinner-Raupen gibt? Die sind ebenso unangenehm giftig wie ihre Verwandten für die Eiche und überall wird hier nicht nur davor gewarnt, sondern es werden auch Vorsorgemaßnahmen getroffen, damit die Raupen die Bäume erst gar nicht befallen. An mehreren Bäumen hängen hier Tüten, in denen die Raupen sich wohl verfangen sollen und Bänder, die die Baumkronen schützen sollen. Noch ein Traumstrand Als wir zum Meer kommen, sind wir schon wieder von der Weite der Landschaft komplett erschlagen. Es tut der Seele gut, so viel Raum vor sich zu sehen. Auch die mystische Stimmung mit dem erneut leicht zugezogenen Himmel passt gut zu unserer leicht melancholischen Stimmung. Morgen steht die Heimreise an. Frühstückslektüre An dieser Stelle beenden wir unseren Reisebericht aus Nordfrankreich. Wir freuen uns, wenn euch die Berichte und die Bilder gefallen haben. Uwe schrieb gestern sinngemäß im Kommentar, dass unsere Berichte schon zu seinem Morgenritual gehören. Bei wie vielen ist das denn auch so? Schreibt uns gerne mal in den Kommentaren, wann und wie ihr den Momoblog lest!