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Nordamerika April 2024 - von Las Vegas nach Vancouver


2Greyhoundsontour am 04 Apr 2024 06:46:29

Reisebericht (Fortsetzung des Berichtes „Nordamerika März 2024 - vom Grand Canyon nordwärts“)

Eigentlich hatten wir eine ruhige Nacht in Las Vegas. Allerdings wurden wir am Morgen durch das permanente Gebell eines kleinen Hundes geweckt. Wie wir später feststellten, hatte unser Wohnmobilnachbar seinen Hund im Wohnmobil gelassen und war weggefahren. Da ein weiterer Wohnmobilist sich ebenso Sorgen machte, meldeten wir dies der Rezeption des Campground.
Heute erkundeten wir den Strip bis hinunter zum Hotel Mandala Bay. Die einfache Entfernung beträgt etwa 6 km. Auffällig ist der hier fast überall permanente Cannabisgeruch. Es ist schon interessant, dass ausdrückliche Raucher- und Nichtraucherzonen eingerichtet wurden, aber Cannabisprodukte anscheinend überall konsumiert werden dürfen. Wir hoffen, dass dies in Deutschland nicht auch so ist, denn der Geruch geht einem schon leicht auf die Nerven.
Um nicht zu verhungern, aßen wir unterwegs in einem Sandwich Shop („The Earl of Sandwich“) sehr leckere Sandwiches.
Das Wetter spielte auch mit und so hatten wir einen tollen Himmel für die Fotos.
Die Attraktion „The Sphere“ ließen wir aus, denn zum einen machte uns der YouTube Film nicht an und zum anderen waren wir nicht bereit, pro Person 100 $ zu bezahlen.
Kurz vor 19:00 Uhr begann der Einlass für „Vegas ! The Show“. Wir hatten sehr schöne Plätze und konnten die Bühne gut überblicken. Als roter Faden zog sich die Geschichte der Musik in Las Vegas durch die Show. Angefangen mit Künstlern aus den 1950er Jahren bis hin zu Tina Turner erlebten wir eine mitreißende Show. Ganz nebenbei erfuhren wir auch noch von den Atombombenpartys, die es in den 1960er Jahren anscheinend gegeben hatte. Leicht bekleidete Tänzerinnen rundeten das Gesamtbild ab. Nach 75 Minuten endete die Veranstaltung und wir waren total begeistert.
Um den Abend ausklingen zu lassen, gingen wir noch in ein mexikanisches Restaurant.
Auf dem Nachhauseweg erlebten wir noch den Vulkanausbruch beim Hotel Mirage. Dieses Spektakel hatten wir selbst bei früheren Besuchen in Las Vegas noch nicht erlebt.
Zurück beim Mausmobil duschten wir und beendeten damit diesen für unsere Füße anstrengenden, aber sehr interessanten Tag.

Heute fuhren wir weiter zum Death Valley. In Pahrump angekommen, tankten wir noch einmal den günstigen Diesel von Nevada. Außerdem füllten wir unsere Gastankflasche auf, denn kurz hinter Pahrump beginnt Kalifornien und dort sind die Preise für Treibstoffe deutlich höher als in Nevada. So wurde zum Beispiel an der ersten Tankstelle in Kalifornien die Gallone Diesel für 6,50 $ verkauft. Bislang hatten wir in der Regel unter vier Dollar bezahlt. Ganz krass war es dann später im Death Valley, wo die Gallone Diesel 7,50 $ kosten sollte. Wir waren froh, dass wir unseren Tank bereits gefüllt hatten.
Aufgrund des Regens vor ein paar Tagen blühte die Wüste um uns herum. Gelbe, blaue und weiße Blumen, Kakteen sowie eine Pflanze, die wie orangefarbene Spaghetti aussah, bildeten rechts und links der Straße einen bunten Teppich.
Nach mehreren kurzen Stopps erreichten wir Badwater. Der Parkplatz dort war voll und rechts und links der Straße parkten Autos, denn aufgrund der Regenfälle hatte sich ein kleiner See gebildet und alle wollten dieses seltene Naturschauspiel sehen. Natürlich gingen wir auch bis zu den Knöcheln in den See hinein. Das Wasser war sehr warm, denn die Lufttemperatur lag bei knapp 30°. Das einzige, was etwas störend war, waren die grobkörnigen Salzkristalle. Das piekste ganz schön an den Fußsohlen.
Eigentlich wollten wir noch den Artists Drive fahren. Aufgrund von Schäden, die ein Hurrikan im August 2023 angerichtet hatte, war dieser allerdings gesperrt. So machten wir lediglich ein paar Fotos aus der Entfernung.
Beim Visitor-Center am Furnace Creek holten wir uns eine Karte und erkundeten uns über die befahrbaren Straßen. Anschließend fuhren wir zum Zabriskie Point, da die Sonne die Felsen wunderschön beleuchtete. Auf dem Weg zu Dantes View hielten wir beim Trailer Parking und stellten uns dort für die Nacht hin.

Nach dem Frühstück fuhren wir die letzten Kilometer hoch zu Dantes View. Hier hatten wir einen sehr schönen Überblick über das Death Valley. Tief unter uns lag der See, in dem wir gestern unsere Füße gebadet hatten.
Anschließend fuhren wir - einer Empfehlung des ADAC folgend - in die Geisterstadt Calico. Dies bedeutete zwar ein Umweg für uns, aber wir hofften, dort eine richtige Geisterstadt und nicht wie bei der letzten Geisterstadt nur ein paar verfallene Hütten zu sehen. Der Fahrstrecke war relativ unspektakulär. Rechts und links der Straße hatten wir Wüstenlandschaft, in der wie gestern auch einige Blumen blühten.
In Calico angekommen, stellten wir unser Mausmobil auf dem Parkplatz ab und erkundeten die Geisterstadt. Diese hatte aufgrund des Silberbergbaus eine kurze Blütezeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Viele der ehemaligen Häuser wurden renoviert und wieder aufgebaut. Zudem informieren ein kleines Museum sowie mehrere Bilder über das Leben in der damaligen Zeit. In den meisten der wiederhergestellten Häuser befinden sich Geschäfte aller Art und für das leibliche Wohl wird auch gesorgt. Aufgrund des schönen Wetters hatten wir jede Menge Fotomotive. Nachdem wir die Stadt ausgiebig besichtigt hatten, fuhren wir noch ein Stückchen weiter, um morgen nicht eine so lange Strecke bis zu den Sequoia & Kings Canyon NP zu haben. Im Tehachapi stellten wir uns für die Nacht auf den Parkplatz von Loves.

Fortsetzung folgt.
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wolfherm am 04 Apr 2024 11:48:58

Moderation:Habe zwei Beiträge entfernt, die hier nicht hinpassen und störend sind.


2Greyhoundsontour am 07 Apr 2024 18:41:34

Fortsetzung des Reiseberichtes
Kurz nach der Abfahrt von Tehachapi kamen wir uns vor wie in den schottischen Highlands: Nebel versperrte die Sicht und wenn ein Nebelloch kam, sahen wir nur grasbewachsene Hügel um uns herum.
Kurz vor Bakersfield besserte sich das Wetter und rechts und links grüßten Orangenplantagen. Diese begleiteten uns fast bis zu unserem heutigen Zielpunkt.
In Three Rivers angekommen, fuhren wir zunächst zum Visitor-Center des Sequoia NP. Da für morgen Schneefälle vorhergesagt sind, wurden wir zunächst darüber belehrt, dass laut kalifornischem Gesetz jedes Auto Schneeketten dabei haben muss, auch wenn diese - wie in unserem Fall - gar nicht genutzt werden können bzw. diese gar nicht für diesen Wagen passen. Jetzt verstanden wir auch, warum in Three Rivers viele Schilder darauf hinweisen, dass man hier Schneeketten ausleihen könne.
Da es anfing zu regnen und für morgen ebenso Regen beziehungsweise Schnee vorhergesagt war, fuhren wir auf einen Campground. Hier wollen wir die nächsten eineinhalb Tage Wäsche waschen, das Mausmobil putzen und auf das bessere Wetter übermorgen warten.

Wie vorhergesagt, weckte uns am übernächsten Tag die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Nach dem Frühstück erklärte uns unser Wohnmobil-Nachbar, dass die Straße hoch zum Park trotz der gestrigen Niederschläge frei sei. Was wollen wir mehr! Wir hielten uns deshalb nicht lange auf und fuhren los. Doch, oh weh, nach 16 km war die Straße gesperrt und ein Ranger passte auf, dass niemand dieses Verbotsschild missachtete. Wir konnten uns diese Sperrung nicht erklären, denn die Straßen waren trocken und nur am Straßenrand bzw. im Gelände lag etwas Schnee. Als wir ihn fragten, wie lang die Sperrung anhalten solle, meinte er, dass es lediglich einige Stunden dauern könne. Wir suchten uns deshalb einen Parkplatz und warteten darauf, dass die Straße freigegeben wird. Da der Parkeingang anscheinend nicht gesperrt worden war, kamen immer mehr Autos und es bildete sich ein ganz schönes Durcheinander.
Nach knapp 2 Stunden wurde die Sperrung aufgehoben. Wir hatten Glück, ziemlich weit vorne zu stehen, so dass wir eines der ersten Fahrzeuge waren, das zu den Sequoiabäumen fahren konnten. Die Straße wand sich in engen Serpentinen in die Höhe. Dank der Abmessungen unseres Mausmobils hatten wir aber keine Probleme. Offiziell ist die Straße sowieso für Fahrzeuge ab 22 Fuß Länge gesperrt. Daran halten sich aber nicht alle, denn auf dem oberen Parkplatz sahen wir ein Wohnmobil, welches deutlich länger war.
Bei den Sequoiabäumen angekommen, machten wir die ersten Fotos dieser beeindruckenden Riesen vor blauem Himmel. Die Wanderwege im Park waren zu verschneit, als dass wir sie gehen wollten. Mit Schneeschuhen wäre es bestimmt gegangen, aber darauf hatten wir keine Lust. Zudem hätten wir auch keine Schneeschuhe leihen können.
Nachdem wir genug fotografiert hatten, fuhren wir zum Star des Parks, dem General Sherman Sequoiabaum. Dieser ist zwar nicht der dickste beziehungsweise längste Baum der Welt, aber seine Holzmasse, die er in 2200 Jahren angesammelt hat, ist die größte Menge, die ein einzelner Baum weltweit hat. Der Weg zu diesem Baum ist etwa eine halbe Meile lang und führte durch den stark verschneiten Wald. Der Pfad war größtenteils festgetrampelt, aber insbesondere die Treppenstufen waren schon vereist. Deshalb waren wir froh, unsere Spikes an den Schuhen befestigt zu haben. So rutschten wir auf den glatten Stellen nicht wie viele Besucher, die ohne Spikes unterwegs waren, aus.
Beim General Sherman angekommen, machten wir unsere Fotos. Leider hatte sich der Himmel mittlerweile bewölkt und die Sonne kam nicht mehr so richtig raus. Aber die Baumriesen waren auch so sehr beeindruckend.
Wieder zurück beim Mausmobil stärkten wir uns und wollten anschließend in den Kings Canyon NP fahren. Ein Ranger teilte uns allerdings mit, dass die Verbindungsstraße nur für Einsatzfahrzeuge freigegeben ist. Alle anderen müssen wieder ins Tal zurückfahren und die Straße von Fresno hin zum Kings Canyon NP nutzen. Da wir den Umweg möglichst kurz halten wollten, folgten wir dem Vorschlag unseres Navigationsgerätes und fuhren die kürzeste Strecke, welche immerhin auch noch 100 km lang ist. Die Straße ließ sich gut fahren, obwohl sie sehr kurvenreich und schmal war. Etwa 2 Meilen, bevor wir die Hauptstraße von Fresno zum Park erreichten, war die Straße gesperrt. So ein Mist, denn wir wären anschließend sehr schnell im Kings Canyon NP gewesen. So mussten wir sehr weit zurückfahren und eine andere Nebenstraße nehmen, um auf die Zufahrtsstraße zum NP zu kommen. Damit waren es nicht mehr 100 km, sondern 150 km, die wir zu fahren hatten.
Als wir den Kings Canyon NP erreichten, war es schon nach 18:00 Uhr. Wir stellten uns deshalb auf dem ersten großen Parkplatz nach dem Parkeingang für die Nacht hin.

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2Greyhoundsontour am 10 Apr 2024 06:32:32

Fortsetzung des Reiseberichtes

Nach einer absolut ruhigen Nacht weckte uns die Sonne. Draußen hatte es zwar noch Minusgrade, aber unsere ALDE-Heizung sorgte für ein angenehmes Klima.
Unser erster Weg führte uns zum Visitor-Center des King Canyon National Parks. Dort holten wir uns noch einige Infos, bevor wir zum Rundweg um den zweitgrößten Sequoiabaum der Erde, dem General Grant, aufbrachen. Der Rundweg war noch verschneit und vereist. Sinnigerweise hatten wir unsere Spikes im Mausmobil gelassen, weshalb wir auf unsere Schritte achten mussten. Trotzdem war es sehr bewegend, zwischen diesen Baumriesen entlang bzw. durch einen hohlen umgestürzten Baumriesen hindurch zu gehen.
Beim General Grant Sequoia angekommen, bot eine Rangerin einen Vortrag über diese Baumart an. Dieser war sehr interessant und kurzweilig gestaltet, da sie Anschauungsmaterial in Form von Rinde, Holz, Zapfen bzw. Samen der Sequoias mitgebracht hatte. So waren wir zum Beispiel sehr erstaunt, dass ein sehr großes Stück Rinde fast nichts wog.
Nach diesem Vortrag gingen wir zurück zum Mausmobil und verließen den Park Richtung Fresno. Kurz hinter dem Park lag kaum mehr Schnee und je näher wir dem Tal kamen, umso wärmer wurde es. Kurz vor Fresno fuhren wir wieder durch Orangenplantagen, Weintraubenfelder sowie andere Frucht- und Gemüseanbauten. Die Straße war in sehr ordentlichem Zustand, weshalb wir flott vorankamen.
Gegen 16:00 Uhr machten wir eine Pause bei der San Louis Reservoir State Recreation Area. Dort gab es aufgrund des heutigen Geburtstags der Greyhoundin ein Gläschen Sekt und Kuchen. Nach dieser Stärkung und einem kleinen Spaziergang am See entlang fuhren wir weiter zu unserem heutigen Tagesziel Salinas. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir eine satt grüne und hügelige Landschaft, welche einen netten Kontrast zu den bisherigen Obst- und Gemüsefeldern bot.
In Salinas stellten wir uns auf den Parkplatz von Buffalo Wild Wings (BWW).

Den nächsten Tag werden wir so schnell nicht vergessen. Aber der Reihe nach:
Nach einer ruhigen Nacht auf dem Parkplatz wurden wir wieder von Sonne und blauem Himmel geweckt. Nachdem wir den teuren kalifornischen Diesel getankt hatten (Benzin ist noch teurer!), fuhren wir zum Pinnacles NP. Unser Weg führte uns durch eine sehr schöne hügelige Landschaft. Viele Weinberge lagen rechts und links des Weges. Schon bald hatten wir den Osteingang zum Pinnacles NP erreicht. Im dortigen Visitor-Center erkundigten wir uns nach Möglichkeiten von Wanderungen. Besonders zwei Touren wurden uns ans Herz gelegt: Der Condor Gulch Trail sowie die Rundwanderung zum Bear Gulch Reservoir. Vor den Wanderungen leerten wir noch unser Abwasser und unser Toilettenkassette an der Dumpstation. Dabei kippte uns die Toilettenkassette beim Ausspülen um und die Deckelautomatik hängte sich aus. Auf die Schnelle bekamen wir diesen Schaden nicht repariert und starteten deshalb zunächst unsere Wanderungen.
Der Parkplatz beim Condor Gulch Trail war komplett voll. Wir hatten Glück, dass ein Auto wegfuhr und wir diesen freien Parkplatz mit unserem schlanken Mausmobil besetzen konnten. Anschließend gingen wir den Wanderweg bis zur Aussichtskanzel. Die Gegend ist sehr berühmt für ihre vielen freilebenden Kondore. Tatsächlich waren stellenweise mehr als zehn Kondore in der Luft zu sehen. Sie zu fotografieren, war allerdings schwierig. Wir versuchten unser Glück mit mäßigem Erfolg. Dafür konnten wir sehr schöne Landschaftsbilder mit den Pinnacles machen, einen Kolibri beobachten und einen Schmetterling bildfüllend ablichten.
Nachdem wir den majestätischen Vögeln genug zugeschaut hatten, wanderten wir wieder zurück zum Mausmobil. Nach einer Mittagspause ließen wir unser Fahrzeug stehen und gingen bis zum Einstiegspunkt der nächsten Wanderung zu Fuß. Dieser Wanderweg führte durch eine spektakuläre Felsenlandschaft hoch zum Wasserreservoir. Unterwegs mussten wir unter einigen Felsen durchkriechen, was die Wanderung etwas erschwerte. Dank des schönen Wetters machte uns dies allerdings nichts aus. Zum ersten Mal seit langem konnten wir heute übrigens wieder unsere Trekking-Sandalen anziehen.
Oben am Reservoir angekommen, machten wir einen ausgedehnten Fotostop. Anschließend gingen wir zurück zu unserem Mausmobil und fuhren auf den Parkplatz beim Visitor-Center. Dort reparierten wir zunächst die defekte Toilettenkassette. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Sch…..arbeit. Als wir die Box verräumen wollten, stellten wir fest, dass wir versehentlich unseren Schlüsselbund in der Garage hatten liegen lassen, aber die Türen verriegelt waren. Nun war guter Rat teuer! Nachdem wir erfolglos unser gesamtes Mausmobil auf den Kopf gestellt hatten, um den Ersatzschlüsselbund zu finden, versuchten wir, durch Entfernen von Möbelbrettern in die Garage zu gelangen. Nach vielen Versuchen und dem Lösen von unzähligen Schrauben merkten wir, dass wir so nicht weiterkommen werden. Wir sahen uns schon unsere Schlösser der Heckgarage knacken. Eine andere Alternative wäre gegebenenfalls ein Schlüsseldienst gewesen, da ein HYMER-Händler nicht in der Nähe zu finden war. Auf der Suche nach einer entsprechenden Adresse fand die Greyhoundin im Internet einen Tipp, wie man eventuell die Schlösser öffnen kann. Wir griffen nach diesem Strohhalm und tatsächlich konnten wir nach einigen Versuchen die Tür der Heckgarage öffnen. Den Ersatzschlüsselbund fanden wir anschließend auch. Dummerweise hatten wir ihn in den Safe gelegt.
Nachdem wir alles wieder eingeräumt hatten und dem Ersatzschlüsselbund einen neuen Ort zugewiesen hatten, kochten wir unser Abendessen.

Nach der Aufregung hatten wir eine sehr ruhige Nacht. Diese hatten wir uns auch verdient!
Nachdem wir am nächsten Morgen unser Mausmobil für die Fahrt hergerichtet hatten, nutzten wir das schöne Wetter und genossen bis zum frühen Nachmittag die Sonne im Liegestuhl.
Die erste Hälfte des Weges zu unserem Tagesziel Sacramento sahen wir wieder die liebliche hügelige Landschaft. Stellenweise fühlten wir uns an das Alpenvorland erinnert. Allerdings ist hier alles viel weitläufiger und es wohnen in dieser Gegend auch deutlich weniger Menschen als in Deutschland.
Nachdem wir diese Hügellandschaft verlassen hatten, durchfuhren wir eine Ebene mit Obstplantagen. Je näher wir Sacramento kamen, umso mehr nahm der Verkehr zu und die Besiedlung wurde dichter.
Eigentlich hatten wir geplant, nach dem Einkaufen bei Walmart, dort für die Nacht stehen zu können. Dies ist bei Walmart in Sacramento allerdings verboten. So fuhren wir das kurze Stück bis zu Cracker Barrel und stellten uns dorthin.

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2Greyhoundsontour am 13 Apr 2024 18:23:29

Fortsetzung des Reiseberichtes

Obwohl wir am Abend etwas Bedenken gehabt hatten, dass es in der Nacht aufgrund von Jugendlichen laut werden könnte, war es dennoch ganz ruhig gewesen. So konnten wir sehr gut schlafen.
In Sacramento fuhren wir auf einen der öffentlichen Parkplätze und bekamen für unser schlankes Mausmobil sogar relativ schnell einen Platz in der Nähe des Kapitols für zehn Dollar pro Tag.
Als wir dort ankamen, hatten wir Glück und konnten gleich eine Führung mitmachen. Dieses Kapitol ist innen nicht so opulent ausgeschmückt wie andere, die wir bereits gesehen hatten. Dennoch strahlt es eine Eleganz aus. Unsere Führerin wies uns auf mehrere Besonderheiten hin, die die Baumeister damals als Andenken hinterlassen hatten. Auch fanden wir interessant, dass es hier nicht den Senat und das Haus gibt, sondern es heißt hier Senat und Assembly.
Als diese Führung zu Ende war, kamen wir zufällig an einer anderen Führung vorbei. Dieser Führer legte mehr Wert auf die historischen Gegebenheiten und zeigte uns ausführlich die ehemaligen Büro- und Tresorräume. Interessant war, dass noch 1906 der gesamte Staatsschatz von Kalifornien in Höhe von 7 Millionen $ hier im Safe lagerte.
Nach dieser kurzweiligen Führung gingen wir zunächst zur katholischen Kirche. Hier war allerdings gerade eine Messe in vollem Gange, weshalb wir nur durch die Glastüren nach innen sahen.
Unser nächstes Ziel war das Leland Stanford Mansion. Dieses hochherrschaftliche Haus wurde von einem Eisenbahnunternehmer und dem späteren 8. Gouverneur von Kalifornien gebaut. Wie viele andere Häuser in Sacramento auch wurde es nach einer verheerenden Flut im Ganzen angehoben, um beim nächsten Hochwasser nicht „durchflutet“ zu werden. In diesem Zusammenhang fanden wir es witzig, dass Herr Leland bei seiner Vereidigung als Gouverneur mit dem Ruderboot von seinem Haus zum Kapitol fahren musste, da gerade einmal wieder Hochwasserlage herrschte. Auch hier kamen wir rechtzeitig, um eine Führung durch das Haus erleben zu können. Leider durften im Inneren keine Fotos gemacht werden. Wir bekamen allerdings anschließend ein kleines Büchlein mit diversen Fotografien aus dem Inneren des Hauses.
Nach so viel Kultur brauchte unser Körper eine Stärkung. In der Nähe der katholischen Kirche hatten wir einen netten Sandwich-Shop gesehen, bei dem wir sogar draußen sitzen konnten. Die Sandwiches samt dem dazugehörigen Salat waren sehr lecker.
Nunmehr gut gestärkt, gingen wir zur Tower Bridge, die den Fluss Sacramento überspannt. Diese Brücke ist komplett gelb gestrichen und kann bei Bedarf angehoben werden. Da aktuell allerdings kein großes Schiff durchfuhr, konnten wir die Brücke nicht in Bewegung erleben.
Unser nächster Weg führte uns in die historische Altstadt von Sacramento. Auch diese Häuser wurden mehrfach angehoben, um bei Hochwasser nicht überschwemmt zu werden.
Nach einem ausgiebigen Rundgang durch die Altstadt entschieden wir spontan, die Nacht hier zu verbringen. Dazu mussten wir lediglich die Buchung unseres Parkplatzes verlängern.

Obwohl wir mitten in der Stadt standen, hatten wir eine absolut ruhige Nacht. Keine LKWs, kein lauter Verkehr und auch sonst keine Geräusche störten unsere Nachtruhe.
Heute versprach es, noch wärmer als gestern zu werden. Dementsprechend leicht bekleidet gingen wir zunächst zum Fort Sutter. Dieses ist benannt nach dem schweizer Auswanderer Johann Sutter, der insgesamt gesehen eine sehr schillernde Persönlichkeit war. Mit diesem Fort konnte er die umliegenden Indianerstämme mit ihm verbündeten Indianern unterdrücken. Gleichzeitig versuchte er sich in mehreren Sparten als Geschäftsmann, scheiterte aber jedes Mal. Aufgrund seines zum Teil brutalen Umgangs mit Indianern wurde Ende des letzten Jahrhunderts eine Gedenkstatue von ihm in Sacramento entfernt.
Auf unserem Weg zum Fort kamen wir durch eine sehr schöne Villengegend. Auffällig war, dass viele der Häuser eine Treppe in das erste Obergeschoss hatten. Anscheinend ist die Gefahr eines Hochwassers heutzutage immer noch nicht gebannt.
Beim Fort angekommen, herrschte großer Trubel. Mehrere Schulklassen besichtigten es gleichzeitig mit uns. Das hatte für uns zwar den Vorteil, dass einige der Gewerke praktisch vorgeführt wurden, damit die Kinder einen Eindruck vom Leben in der damaligen Zeit bekommen. Aber gleichzeitig war es für uns ein Nachteil, denn eine ruhige und entspannte Besichtigung war damit nicht mehr möglich. Wir machten das Beste aus der Situation und versuchten, uns auf das Fort sowie die Ausstellung zu konzentrieren. Anschließend gingen wir in die Altstadt von Sacramento. Vom dortigen Museum wird eine Untergrundführung angeboten. Diese hatte uns schon gestern interessiert, da dort erklärt wird, wie es dazu kam, dass viele der Häuser in der Altstadt um etwa 3 Meter angehoben wurden.
Die Führung um 12:00 Uhr war bereits ausgebucht. Wir buchten deshalb zwei Plätze für die Führung um 13:30 Uhr. Die Zeit bis dahin verbrachten wir in einem der vielen Restaurants der Altstadt, um unser Mittagessen zu uns zu nehmen.
Zeitgerecht waren wir wieder zurück beim Museum. Unsere Führerin erwartete uns schon. Sie war in der Tracht der Frauen der damaligen Zeit gekleidet. Und dann erlebten wir eine Führung, an die wir noch lange denken werden: Unsere Führerin erwies sich als absolut komödiantisches Talent und verstand es, uns die Geschichte der Stadt sehr plastisch nahe zu bringen. Da jeder ein Headset hatte, klappte die Verständigung perfekt.
In einem der alten Häuser konnten wir live sehen, wie die Menschen es damals geschafft haben, ganze Gebäude um etwa 3 Meter anzuheben. An einem Modell konnten wir es selber ausprobieren.
Nach eineinhalb Stunden endete die Führung. Eigentlich war sie auf die Dauer von einer Stunde terminiert, aber dank der Anekdoten, die unsere Führerin erzählte, dauerte sie länger (was uns nicht gestört hatte).
Danach mussten wir uns sputen, zu unserem Mausmobil zurückzukehren, da unsere Parkzeit bald ablief. Knapp 10 Minuten vor Ende der Parkzeit erreichten wir unser Fahrzeug und fuhren zu unserem heutigen Tagesziel Chico.

Die Wolken beim Aufstehen kündigten es schon an: Das schöne Wetter der vergangenen Tage ist vorerst zu Ende.
Für unser erstes Ziel musste unser Mausmobil etwa 6000 Fuß hochklettern. Im Lassen Volcanic NP angekommen, hatten wir meterhohe Schneewände um uns herum. Ursprünglich müssen diese viel höher gewesen sein, aber das Tauwetter der vergangenen Tage hatte sie deutlich schrumpfen lassen.
Im Visitor-Center wurde uns empfohlen, den Weg zu den Sulphur Works zu gehen. Im Sommer ist dies ein Teil der Straße, die quer durch den Park führt und damit sehr bequem zu gehen. Aktuell ist diese Straße allerdings mehrere Meter hoch verschneit. Aber nach Aussage der Parkranger wäre es auch ohne Schneeschuhe möglich, dorthin zu gelangen.
Aufgrund der niedrigen Temperaturen packten wir uns gut ein, zogen unsere Wanderstiefel an und stapften los. Das Türkische an dem Weg durch den meterhohen Schnee war, dass wir nicht sehen konnten, wann wir bis weit über die Knie in den Schnee einsinken würden und wann wir an der Oberfläche gehen konnten. So war der Weg, obwohl er nicht besonders lang ist, ein großer Kampf und kostete uns sehr viel Zeit. Zudem begann es, mittendrin zu gewittern und zu schneien.
Bei den Schwefelquellen angekommen, machten wir unseren Fotostopp. Gleichzeitig konnten wir dort sehen, wie hoch die Straße mit Schnee bedeckt ist. Wir schätzten drei Meter.
Der Rückweg zum Mausmobil war genauso anstrengend wie der Hinweg zu den Quellen. Da unsere Hosen, Socken und Schuhe nass waren, zogen wir uns vor dem Mittagessen um. Nach dem Essen fuhren wir zu unserem heutigen Tagesziel nach Princeton. Über Harvest Hosts hatten wir dort eine Brauerei ausfindig gemacht.

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Koblenzo am 13 Apr 2024 19:27:24

2Greyhoundsontour hat geschrieben:- benannt nach dem schweizer Auswanderer Johann Sutter, -- Gleichzeitig versuchte er sich in
mehreren Sparten als Geschäftsmann, scheiterte aber jedes Mal.

Wikipedia hat geschrieben:ein Schweizer Kaufmann, der in Kalifornien zum Grossgrundbesitzer - wurde. Bei seinem Sägewerk
(Sutter’s Mill) wurde im Januar 1848 Gold gefunden. Dieser Fund löste den kalifornischen Goldrausch aus.

--> Link

Nur für die, dies interessiert.

2Greyhoundsontour am 17 Apr 2024 07:50:59

Fortsetzung des Reiseberichtes

Wir hätten eine absolut ruhige Nacht haben können, wenn nicht in der Nacht der Regen angefangen hätte. So begleitete unseren Schlaf das ständige Trommeln des Regens auf das Dach unseres Mausmobils.
Da wir heute einen Fahrtag einlegten, hatten wir es mit dem Aufstehen nicht eilig. Außerdem ist ja Wochenende! Unsere Mittagspause legen wir in Lakeport am Clearlake ein. Hier standen wir auf einem Parkplatz direkt am See und konnten den Wellen zusehen, die der starke Wind auf das Ufer drückte.
Je näher wir Fort Bragg kamen, umso mehr riß der Himmel auf. Am Ufer des Pazifiks angekommen, fuhren wir deshalb zunächst zum Glass Beach. An dieser Stelle wurden bis 1959 alle Abfälle über die Klippen geworfen. Die Wellen sorgten dafür, dass aus den Glasflaschen kleine Glasteile wurden, die nunmehr den Strand bedecken. Anscheinend war dies in den 1980er Jahren eine Schicht von mehreren Zentimetern. Da Touristen seitdem allerdings Glassteinchen mit nach Hause nehmen beziehungsweise Ortsansässige dieses Glas als Souvenir verkaufen, gibt es heute nicht mehr viele Stellen, die komplett mit Glas bedeckt sind.
Nachdem wir diesen Strand ausgiebig besichtigt und darüber hinaus einen kleinen Strandspaziergang unternommen hatten, fuhren wir nach Mendocino. In Deutschland wurde dieser Ort durch den Schlager von Michael Holm berühmt. Das Original allerdings stammt vom Sir Douglas Quintet. Mendocino selber ist nur ein sehr kleiner Ort. In der sogenannten Main Street fanden wir aufgrund der App iOverlander am Straßenrand einen sehr schönen Platz mit Blick auf den Pazifik.

In der Nacht trommelte der Regen wieder auf unser Dach. So hatten wir es auch heute nicht eilig, sofort aufzustehen.
Die erste Hälfte des Weges zum Humboldt Redwoods SP führte uns am Pazifik entlang. Die Straße verläuft nicht dauernd auf Meereshöhe, sondern hat zwischendrin einige Steigungen und Gefälle. Die Küste selbst lädt nicht zum Baden ein, da sie total felsig ist und es kaum Sandbuchten gibt.
Die zweite Hälfte der Strecke verlief durch den Wald. Auch hier mussten wir einige Steigungen überwinden. Zudem war die Straße sehr kurvenreich und nicht besonders breit. Mit unserem schlanken Mausmobil hatten wir allerdings keine Probleme. Je näher wir dem Humboldt Redwoods SP kamen, umso mehr Küstenmammutbäume waren zu sehen. Diese stehen allerdings nicht alleine für sich, sondern sind von anderen Bäumen beziehungsweise Gestrüpp und vielen Farnen umringt. Dennoch war es ein beeindruckendes Bild, diese Bäume, die bis in den Himmel zu wachsen schienen, zu sehen. Unser Mausmobil wirkte dagegen wie ein kleines Spielzeugauto.
Eigentlich hatten wir vor, die Avenue of the Giants zu fahren. Dies ist eine speziell ausgeschilderte Strecke, die an markanten Orten und Bäumen vorbeiführt. Als wir vom Highway 101 abbiegen wollten, zeigte uns ein Schild an, dass der erste Teil der Strecke gesperrt sei. Wahrscheinlich finden Straßenarbeiten statt. So fuhren wir auf dem Highway 101 ein paar Kilometer weiter und bogen direkt zum Visitor-Center ab. Dort konnten wir einen Film über den State Park sehen. Zudem war eine Ausstellung angegliedert, welche unter anderem ein fast 100-jähriges Wohnmobil zeigte, welches ein damals berühmter Sänger aus einem Stück dieser Küstenmammutbäume geschnitzt hatte. Dafür wurde allerdings kein Baum gefällt, sondern ein Sägewerk gab ihm ein Stück eines bereits umgefallenen Baumes. Überhaupt liegen sehr viele dieser Riesenbäume im Wald auf dem Boden. Da sie keine tiefen Wurzeln ausbilden, kann ein Sturm oder Orkan sie umwerfen. Sie werden dann liegen gelassen, um natürlich zu verrotten.
Nach dem Mittagessen wollten wir die Avenue of the Giants weiterfahren, wurden allerdings nach einigen Kilometern schon wieder ausgebremst, da die Straße auch hier wegen Bauarbeiten gesperrt war. Wir umfuhren deshalb die gesperrte Stelle und konnten wenigstens noch den Schluss dieser Panorama-Strecke erleben.
Es war nun nicht mehr weit zu unserem heutigen Tagesziel in Fortuna. Über iOverlander hatten wir gesehen, dass das Bear River Casino Ressort Stellplätze für die Nacht anbietet.

Statt der versprochenen Sonne weckte uns am nächsten Tag ein bedeckter Himmel. Unser Wetterfrosch sagte allerdings voraus, dass es noch vor dem Mittagessen schönes Wetter geben sollte.
Zu unserem ersten Tagesziel war es nicht weit: Wir hatten gestern einen Flyer für den Redwood Skywalk im Sequoia Park Zoo in Eureka gesehen. Schon auf dem Weg dorthin riß der Himmel auf und als wir ankamen, lachte die Sonne vom blauen Himmel.
Die Anlage ist eine Mischung aus kleinem Zoo und Baumwipfelpfad. Die Tiere sind so natürlich wie möglich untergebracht und haben viel Platz für Auslauf. Lediglich das Gehege der Weißkopfseeadler hätte für unseren Geschmack etwas größer sein können, denn herumfliegen konnten sie nicht.
Wir kamen gerade rechtzeitig, um zu erleben, wie die Bären ihr Gehege für den heutigen Tag eroberten. Zuvor hatte die Tierpflegerin diverse Leckereien versteckt, so dass die beiden Bären einige Zeit brauchten, um diese zu finden. Es war herrlich, den beiden Tieren zuzuschauen. Zudem verfügt dieses Gehege über ein großes natürlich gestaltetes Wasserbasin. Hier konnten wir erleben, mit welcher Freude die beiden Bären das Wasser zum Planschen nutzten. Wie kleine Kinder hieben sie mit den Tatzen auf das Wasser, so dass es bis zu uns spritzte. Auch konnten wir mitansehen, wie schnell und wendig die Bären einen Baum hochkraxelten.
Nach diesem tierischen Part unseres Besuchs bestiegen wir den Baumwipfelpfad. Dieser ist fast vollständig rollstuhlgerecht gebaut. Lediglich drei Hängebrücken sind den „Wagemutigen“ vorbehalten. Es war ein interessantes Erlebnis, die Baumriesen einmal in dieser Höhe zu sehen. Waren wir uns gestern schon klein vorgekommen, so fühlten wir uns heute noch kleiner inmitten dieser bis in den Himmel wachsenden Giganten.
Zum Abschluss unseres Besuchs schlenderten wir noch durch an den restlichen Gehegen dieses kleinen Zoos vorbei. Anschließend fuhren wir in die Redwood National and State Parks. Im Redwood NP angekommen, führte uns unser Weg zunächst eine sehr steile und kurvenreiche Straße hoch zum Lady Bird Johnson Grove Trail. Dieser Rundweg ist zu Ehren der Ehefrau von Präsident Johnson benannt worden. Sie soll nach ihrem Besuch in diesem Wald gesagt haben, dass ihr danach die Probleme der Welt sehr klein und gering vorkämen. Wir können das sehr gut nachvollziehen.
Auf unserem Rundweg kamen wir an gigantischen Redwood Bäumen vorbei. Aufgrund von Waldbränden sahen manche Stämme so aus, als wäre der Baum tot. In der Höhe allerdings wuchsen grüne Zweige beziehungsweise ganze Baumstämme aus diesem nur scheinbar toten Holz. Wir ließen uns viel Zeit, diesen Rundweg zu gehen. Anschließend fuhren wir zum Prairie Creek Visitor-Center. Hier holten wir uns Tipps für Wanderungen beziehungsweise für die Übernachtung. Als besonderen Tipp bekamen wir den Hinweis, dass es direkt am Pazifik, dem Gold Bluffs Beach, einen kleinen Campground gebe. Die Anfahrt würde zwar über eine ungeteerte, aber gut befahrbare Straße führen. Wir versuchten deshalb unser Glück und fuhren dorthin. Und wieder waren wir froh, dass unser Mausmobil nicht so breit ist wie andere Wohnmobile. Auch unsere Länge war vollkommen in Ordnung, da Fahrzeuge über 24 Fuß diese Strasse nicht befahren dürfen. Stellenweise war die „Straße“ so breit, dass nur ein Auto dort fahren konnte. Ab und zu mussten wir sehr vorsichtig fahren, da die Schlaglöcher dieser Piste beachtliche Ausmaße hatten. Aber dank unseres Allradantriebs und der Bodenfreiheit hatten wir keine Probleme.
Als wir an diesem kleinen Campground ankamen, war genau noch ein Platz frei.

Das einzige Geräusch in der Nacht war das Meeresrauschen. Dieses war aber so leise, dass wir sehr gut geschlafen haben.
Bei sonnigem Wetter machten wir heute die Tour, die uns der Host des Campgrounds gestern empfohlen hatte: Zunächst gingen wir den Miners Ridge Trail, wechselten anschließend auf den Clintonia Trail und bogen dann auf den James Irvine Trail ab. Die gesamte Strecke führte uns durch einen Küstenurwald. Die Redwoods wachsen, wie sie wollen. Fallen sie um, dienen sie anderen Pflanzen als Grundlage. Der Waldboden ist vielfach mit Farnen bedeckt. Aber auch kleine Büsche wachsen zwischen den Bäumen. Farbtupfer bilden die gelben und weißen Blüten von bodennahen Pflanzen. Auch heute konnten wir sehen, dass aus manchen Redwoods noch frische Äste in Baumstärke wachsen, selbst wenn der Stamm durch Feuer total verkohlt und ausgehöhlt ist. Liegt ein Stamm am Boden, dauert es anscheinend mehrere 100 Jahre, bis er verrottet ist. Wir kamen an einem umgefallenen Stamm vorbei, über den ein anderer Redwood gewachsen war. Dieser hatte bereits einen Durchmesser von 40-50 cm. Es war ein wirklich sehr beeindruckendes Erlebnis, zwischen diesen Giganten zu wandern. Gegen Ende der Tour kamen wir in den Fern Canyon. Unser Host hatte uns gestern schon gewarnt, dass wir hier durch kaltes Wasser („cold, but not freezing“) laufen müssen, da der Fluss meistens die gesamte Breite des Canyons einnimmt. Wir hatten Trekking-Sandalen an und konnten deshalb ohne Probleme durch das Wasser gehen, welches für unser Empfinden eiskalt war. Irgendwann merkten wir aber die kalte Temperatur nicht mehr an den Füßen. Dieses Stück der Wanderung war zum Glück auch nicht sehr lang, so dass wir unsere Eisfüße bald wieder in der Sonne wärmen konnten. Das letzte Stück zurück zum Mausmobil war relativ langweilig, da wir hier an der Pistenstraße entlang gehen mussten.
Nach dem Mittagessen fuhren wir zurück auf den Highway 101. Um noch einmal die Bäume in voller Größe sehen zu können, bogen wir auf den Newton B. Drury Parkway ab. Als dieser am Highway 101 endete, verließen wir den Redwoods Park. Es war sehr schön hier.
In Crescent City fuhren wir zunächst zum Leuchtturm. Dieser wird heute privat betrieben und liegt malerisch auf einer Anhöhe. Der Weg dorthin ist nur bei Ebbe zu begehen. Da ein eiskalter starker Wind wehte, hielten wir uns aber nicht allzu lange auf. Zudem war der Leuchtturm heute auch geschlossen.
Nach dem Einkauf bei Walmart fuhren wir noch das kurze Stück bis nach Smith River. Dort stellten wir uns auf den Parkplatz des Spielcasinos.

Mehr Bilder, den vollständigen Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link

Koblenzo am 17 Apr 2024 12:06:00

2Greyhoundsontour hat geschrieben:Die Küste selbst lädt nicht zum Baden ein, da sie total felsig ist und es kaum Sandbuchten gibt.

Da gibt es noch einen Grund: --> Link

Koblenzo am 17 Apr 2024 14:29:35

2Greyhoundsontour hat geschrieben:Unsere Mittagspause legen wir in Lakeport am Clearlake ein.

Das war einer der erschreckensten Orte auf unserm Westküstentripp (Nord-Süd) im Sommer 2014
Da ging niemand ins Wasser, allenfalls in einem Boot. Die Gegend ist wunderschön, aber (!)

Wen's interessiert, der liest das --> Link - in z.B.Google-Chrome kann man alle englische Texte
grundsätzlich übersetzen lassen (rechts oben über "Einstellungen").

Zitat:
Eine Probe, die etwa 30 Meter von einer Trinkwasseraufnahme entfernt entnommen wurde,
zeigte mehr als 17.000 Mikrogramm pro Liter Microcystin, ein Lebertoxin, Die Gesundheits-
richtlinie liegt bei 8 Mikrogramm pro Liter.

.

2Greyhoundsontour am 21 Apr 2024 07:29:22

Fortsetzung des Reiseberichtes

Nach einer absolut ruhigen Nacht fuhren wir die letzten Kilometer durch Kalifornien, ehe wir den Bundesstaat Oregon erreichten. Die 101 führt mehr oder weniger direkt am Meer entlang. Am Pistol Beach legten wir unseren ersten Stopp ein und machten einen Strandspaziergang. Ein sehr starker Wind begleitete unsere Tour. Es war aber dennoch schön, den warmen, weichen Sand unter den Füßen zu spüren.
Auf unserem weiteren Weg fiel uns auf, dass auf den Parkplätzen rechts und links der Straße viele Wohnmobile standen. Manche machten den Eindruck, als würden sie schon länger dort „parkieren“. Gestern hatte uns eine Amerikanerin erzählt, dass dies in Oregon anscheinend geduldet wird, auch wenn Schilder darauf hinweisen, dass Overnight Camping nicht erlaubt sei.
In Bandon fuhren wir zunächst zum Face Rock State Scenic Viewpoint und legten dort unsere Mittagspause ein. Obwohl die Sonne vom strahlend blauen Himmel schien, verhinderte der starke Wind, dass wir noch einen Spaziergang machen wollten. Die Aussicht auf Meer, Strand und Felsen war dennoch sehr schön.
Nach der Mittagspause machten wir einen kurzen Abstecher zum Leuchtturm des Ortes. Dieser kann nicht direkt besichtigt werden. Allerdings hatten wir vom gegenüberliegenden Ufer des Flusses einen netten Blick auf das Gebäude.
Angelockt von den Hinweisschildern auf die Altstadt von Bandon entschieden wir uns kurzerhand, auf dem RV-Stellplatz in der Nähe zu bleiben. Da er direkt an der Straße liegt, ist es hier zwar relativ laut und der Platz hat auch wenig Charme, aber die Lage direkt neben der Altstadt gab für uns den Ausschlag.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in unseren Liegestühlen windgeschützt in der Sonne. Gegen Abend gingen wir los und erkundeten die kleine Altstadt. Da die Geschäfte mittlerweile geschlossen hatten, waren wir damit sehr schnell durch. Allerdings hatten wir einige nette Fotomöglichkeiten im Hafen.
Unser Abendessen nahmen wir im Wheelhouse Restaurant ein. Da wir hier am Pazifik sind, mussten wir natürlich Fisch essen. Zu Fisch passte Weißwein und so wurde das Essen etwas teurer als geplant.

Wider Erwarten war die Nacht doch relativ ruhig geblieben. So hatten wir gut ausgeschlafen und standen zeitig auf.
Nachdem wir unser Mausmobil hergerichtet hatten, fuhren wir in den sonnigen Tag hinein. Unser erstes Ziel war das Umpqua River Lighthouse. Dieses wurde neu errichtet, nachdem der erste direkt am Ufer gelegene Turm durch Naturgewalten zerstört worden war. Aufgrund der vielen Sandbänke und Felsenriffe wurden an der Küste von Oregon ab 1850 mehrere Leuchttürme errichtet, um die Schifffahrt zu sichern. Der Umpqua Leuchtturm ist einer von diesen und kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Wir holten uns deshalb zwei Karten und wurden von einem sehr netten älteren Herrn über den Leuchtturm und seine Geschichte informiert. Highlight der Führung war die begehbare Fresnel-Linse. Über eine Leiter konnten wir direkt in das Innere klettern. Das sonnendurchflutete bunte Glas war herrlich anzusehen.
Ursprünglich sollte die Führung übrigens 45 Minuten dauern. Da wir mit dem sympathischen Herrn aber über alle möglichen Themen ins Gespräch kamen, waren es am Ende 1,5 Stunden. Insbesondere gab er (selbst Besitzer eines allerdings doppelt so großen Wohnmobils) uns bezüglich unserer weiteren Route viele Tipps. Würden wir diese alle befolgen, würden wir den Rest unserer Reise in Oregon verbringen.
Nach unserer Mittagspause mit Blick auf dem pazifischen Ozean fuhren wir zu den Oregon Dunes. Vom Highway 101 bogen wir hinter Reedsport ab und gingen den Oregon Dunes Trail. Dieser führt über mehr als 7 km durch die Dünen, den Küstenwald sowie den Sandstrand. Wir gingen die gesamte Strecke barfuß. Im Wald war das zwar aufgrund der vielen Tannennadeln und harten Gräser nicht immer ganz schmerzfrei, aber der warme Dünensand entschädigte uns. Am Strand angekommen, trauten wir uns sogar bis zu den Knien in das kalte Pazifik-Wasser. Da gerade ablaufendes Wasser war, konnten wir auf dem festen Sandstrand gut laufen. In den Dünen fiel uns das Gehen wieder schwerer, da wir im tiefen Sand nicht so schnell vorwärts kamen. Zudem wartete auf uns, kurz vor Ende der Tour, noch eine kräftige Steigung die Sanddünen hinauf.
Nach über 2 Stunden waren wir wieder am Mausmobil angekommen und stärkten uns erst einmal mit kühlen Getränken.
Auf dem Highway 101 entdeckten wir schon wenige Meilen später einen Hinweis zur Carter Lake Boat Ramp. Diese lag etwas versteckt neben dem Highway. Kurz entschlossen stellten wir uns dort für die Nacht hin.

Auf unserem kleinen versteckten Übernachtungsplatz blieben wir die ganze Nacht über ungestört. Auch am Morgen nach dem Aufstehen tauchte kein Auto auf. Der Blick aus dem Wohnmobil auf den glasklaren See und die sich darin spiegelnden Bäume war einfach traumhaft.
In Florence machten wir unseren ersten Zwischenhalt, da wir in der Karte von einem Exploding Whale Memorial Park gelesen hatten. Diese Bezeichnung machte uns natürlich neugierig. Groß war unsere Enttäuschung, als wir dort ankamen: Dieser Park bestand lediglich aus einem Stück Wiese und einer Bank. Warum dafür der Begriff eines explodierenden Wales herhalten musste, erschloss sich uns nicht. Wir fuhren deshalb umgehend weiter zu den Sea Lion Caves. Diese befinden sich direkt am Highway 101. Nach eigenen Aussagen sind sie die größten Meereshöhlen in den USA, in denen Seelöwen beobachtet werden können. Nachdem wir 35 $ Eintritt bezahlt hatten, gingen wir zunächst zum Aussichtspunkt. Von dort hatten wir einen guten Blick auf einen tief unter uns liegenden Strandabschnitt, auf dem sich viele dieser Tiere aufhielten. Anschließend fuhren wir mit dem Aufzug in die Höhle hinab. Die Höhle wird von Meerwasser durchspült und beherbergt jede Menge der ganz schön lauten Tiere. Da die Lichtverhältnisse in der Höhle allerdings nicht besonders gut und die Seelöwen relativ weit weg sind, war es schwierig, schöne Fotos hinzubekommen.
Nur wenige Kilometer weiter besichtigten wir das Heseta Head Lighthouse. Dieses ist der Zwilling des Umpqua River Lighthouse, welches wir gestern besichtigt hatten. Im Gegensatz zu diesem kann das Heseta Lighthouse allerdings nicht bestiegen werden. Wir erfuhren dennoch vieles über die Geschichte sowie die Lebensbedingungen der hier lebenden Menschen vor 1940. Erst ab diesem Zeitpunkt gab es Elektrizität und die Küstenstraße wurde gebaut. Davor mussten die Menschen die Ebbe abwarten, um dann über die trockengefallenen Sandbänke in die Stadt Florence zu fahren. Dort mussten sie über Nacht bleiben, um wieder Niedrigwasser für die Rückfahrt zu haben. Was sind wir froh, im Hier und Jetzt zu leben.
Entlang einer traumhaft schönen Küste fuhren wir weiter nach Newport. Hier konnten wir unser Mausmobil fast direkt in der historischen Altstadt abstellen. Nachdem wir uns mit leckeren Fisch-Sandwiches gestärkt hatten, erkundeten wir den Bereich des Hafens. Unüberhörbar bellten hier die ganze Zeit die Seelöwenmännchen. Es war lustig, diesen Tieren zuzuschauen, wie sie versuchten, auf einer kleinen Plattform einen Platz für den Mittagsschlaf zu bekommen. Teilweise lagen sie mehrfach übereinander. Immer, wenn eines der Tiere sich bewegte, führte dies zu einem großen Aufruhr. Die Kolonie hier besteht nur aus männlichen Tieren, die im Juli nach Kalifornien schwimmen. Die weiblichen Tiere bleiben das ganze Jahr über in Kalifornien. Im August kehren die Männer allerdings wieder hierher zurück. Somit haben die Bewohner dieser Stadt lediglich im Juli Ruhe vor diesen lautstarken Gesellen.
Nachdem wir noch bei Walmart eingekauft hatten, fuhren wir hinter der Stadt auf den Boiler Bay State Scenic Viewpoint. Hier stellten wir uns zusammen mit anderen Wohnmobilen für die Nacht hin und hatten einen perfekten Blick auf den Pazifik sowie später den Sonnenuntergang.

Außer dem Rauschen des Meeres störte nichts unsere Nachtruhe. Gut ausgeschlafen frühstückten wir und konnten bei strahlendem Sonnenschein auf den Pazifik blicken.
Auf dem Weg zu unserem Tagesziel Salem konnten wir unterwegs gratis unser Abwasser entleeren. Oregon scheint ein Herz für Camper zu haben: An vielen schönen Plätzen wird es geduldet, dass man über Nacht steht. Bei Walmart bekommt man sogar auf Wohnmobile abgestimmte Pflegemittel (zum Beispiel von Thetford). Dieses Angebot hatten wir in anderen Bundesstaaten so noch nicht erlebt.
In Salem angekommen, stellten wir uns auf den großen Parkplatz bei der katholischen Sankt Josefskirche hin. Ähnlich wie in Sacramento können wir hier auch über Nacht stehen bleiben und müssen lediglich die Parkgebühr bezahlen.
Da heute Markttag ist, gingen wir das kurze Stück zum Marktplatz. Für unser Abendessen fanden wir dort ein sehr leckeres Brot.
Der nächste Besichtigungspunkt war das Oregon State Capitol. Im Gegensatz zu anderen hat dieses keine klassische Kuppel, sondern erinnert im Baustil eher an die Bauhaus-Zeit. Leider wird es gerade bis 2025 renoviert, so dass weder innen eine Besichtigung möglich war und außen Bauzäune und Kräne die Sicht einschränkten. Außerdem hatte sich der Himmel bewölkt, so dass die helle Fassade und die goldene Figur auf der Kuppel vor dem grauen Himmel erst recht nicht wirkten.
Als nächstes Ziel hatten wir uns das Willamette Heritage Center vorgenommen. Hierher sind mehrere alte Gebäude umgesetzt worden, die an das Oregon im 18. Jahrhundert erinnern. Nach einem Rundgang stärkten wir uns im dortigen Restaurant. Da wir heute nicht mehr fahren müssen, gab es dazu leckeres Bier vom Fass.
Nach dem Mittagessen gingen wir das kurze Stück zum Deepwood Museum & Gardens. Auch wenn das Haus bereits geschlossen war, so konnten wir es dennoch von außen besichtigen und den Garten durchstreifen.
Mehr Glück hatten wir anschließend beim Bush House Museum. Hier kamen wir gerade rechtzeitig zur letzten Führung des heutigen Tages. Die Führungen sind kostenlos. Man muss sich dazu allerdings im Museum Karten holen. Unsere Führerin Diane verstand es, uns die Geschichte des Hauses auf unterhaltsame Art nahe zu bringen. Als Historikerin konnte sie dazu alles fundiert erklären. Da wir nur eine kleine Gruppe waren ging sie ausführlich auf alle Fragen ein. So wurde aus der geplanten 45-minütigen Führung eine fast 2-stündige. Als wir nach der Tour mit ihr alleine waren, konnten wir uns mit ihr noch über alle möglichen Themen austauschen. Dabei stellten wir fest, dass die Probleme in den USA ähnlich den Problemen in Deutschland sind.

Mehr Bilder, den vollständigen Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link

2Greyhoundsontour am 25 Apr 2024 19:11:26

Fortsetzung des Reiseberichtes

Die Sonne schien vom blauen Himmel und holte uns schnell aus dem Bett. Nach dem Frühstück ging der Greyhound in die nebenanliegende katholische Kirche zum Sonntagsgottesdienst und die Greyhoundin durchstreifte Salem auf den Spuren der gestrigen Besichtigung, um noch einmal die Bilder mit einem blauen Himmel und Sonne aufzunehmen.
Anschließend fuhren wir zum Gordon Haus. Dies ist das einzige Haus, welches der Architekt Frank Lloyd Wright in Oregon „gebaut“ hat. Ursprünglich stand das Haus am Fluss, wurde allerdings später hierher umgezogen, da die neuen Eigentümer des Geländes kein Interesse an dem Haus hatten. Dieses Haus ist deutlich kleiner als das Waterfall-House, welches wir in der Nähe von Pittsburgh besichtigt hatten. Ursprünglich hatte der Architekt diesen Haustyp als günstige Möglichkeit geplant, damit sich die amerikanische Mittelschicht ein Haus leisten konnte. Er nannte diesen Haustyp „Usonian“. Aufgrund der damaligen weltweiten Depression sah er die Notwendigkeit, dass diese Häuser kostengünstig in Masse hergestellt wurden. Insgesamt wurden etwa 100 Häuser dieses Typs gebaut. Allerdings erkannte der Architekt sehr schnell, dass sein Plan, kostengünstige Häuser herzustellen, nicht aufging. Vielmehr wurden es Häuser für die gehobene Mittelschicht. Selbst den damaligen Bauinteressenten dieses Hauses fehlten aufgrund von Kostensteigerungen zunächst die Mittel, um sich dieses Haus leisten zu können. Erst Jahre später, nach dem Verkauf von Land und nach dem Tod von Wright wurde das Haus anhand der vorliegenden Pläne gebaut. Im Gegensatz zum Waterfall-House, welches eine Luxusvilla war, besticht dieses Haus durch gut durchdachte Technik und intelligente Raumnutzung. Unsere Führerin wies uns auf viele Designelemente hin, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Gebäude zogen.
Nach dieser sehr informativen Führung fuhren wir weiter zu den Multnomah Falls. Diese befinden sich direkt neben dem Highway 84. Auf einem sehr großen Parkplatz konnten wir - wie unzählige andere Besucher auch - fast neben dem Wasserfall parken. Sehr beeindruckend und fotogen stürzt hier das Wasser auf insgesamt über 600 Fuß in die Tiefe. Davon ist allein der obere Wasserfall über 540 Fuß hoch. In den 1990er Jahren krachte ein Felsen von ganz oben in die Tiefe und erzeugte eine Wasserfontäne von über 20 m Höhe. Die Hochzeitsgesellschaft, die sich zu diesem Zeitpunkt gerade auf der Besichtigungs-Brücke befand, wurde total durchnässt. Wir hatten Glück, denn bei uns blieben alle Felsen dort, wo sie waren.
Nachdem wir genügend gesehen hatten, fuhren wir ein kleines Stückchen auf dem Highway 84 Richtung Portland und stellten uns auf den Parkplatz beim Dalton Point.

Nach einem „Hausarbeitstag“ hatten wir nicht damit gerechnet, aber die Sonne weckte uns schon wieder! Wir änderten deshalb unsere Planung und ließen uns Zeit bei den Sehenswürdigkeiten in dieser Region. Unser erster Weg führte uns zum Lewis & Clark NHP. Dieser Park ehrt die Leistung der beiden Explorer, Nordamerika nach dem Kauf von Louisiana durch die USA durchquert zu haben. Sie hatten es geschafft, nach über zwei Jahren von St. Louis am Missouri aus den Pazifik zu erreichen. Darüber informierte eine Ausstellung im Visitor-Center. Zudem zeigten zwei Filme auf, mit welchen Schwierigkeiten diese Expedition zu kämpfen hatte. Bemerkenswert war, dass Lewis und Clark im Gegensatz zu Expeditionen von spanischen Eroberern auf Zusammenarbeit mit den an der Strecke lebenden Indianern bedacht waren. Dies zahlte sich für sie unter anderem dadurch aus, dass sie Pferde beziehungsweise Kanus und sonstige Hilfe für die Tour bekamen.
Nach diesem eher theoretischen Teil besichtigten wir das nachgebaute Fort Clatsop. Sehr beeindruckend fanden wir, dass die Teilnehmer der Expedition dieses Fort innerhalb von drei Wochen bei strömendem Regen gebaut hatten.
Nachdem wir genug über die Expedition erfahren hatten, fuhren wir in Richtung Fort Stevens SP zu den Resten des Wracks der „PETER IRENDALE“. Dieser Segler war im Jahr 1906 an der Küste gestrandet und später bis auf den Bug demontiert worden. Interessant fanden wir ein Foto aus dem Jahr 1961, auf dem der Bug noch einen Bugsprit hatte. Dieser ist im Laufe der Jahre verschwunden. Aufgrund der Naturgewalten wird das Wrack wahrscheinlich immer mehr verschwinden.
Nach diesem kurzen Abstecher führte uns unser nächster Weg zur Astoria Column. Diese Betonssäule stellt auf vielen Bildern die Entstehung des Staates Oregon dar. Als besonderen Spaß kann man dort für einen Dollar einen kleinen Flieger aus Balsa-Holz kaufen, den man von der Spitze des Turms werfen kann. Unserer flog leider nicht besonders weit. Wir sammelten ihn deshalb wieder ein.
Nachdem wir die tolle Aussicht genossen hatten, stärkten wir uns mit einem Mittagessen im Mausmobil. Anschließend fuhren wir über die Brücke hinüber in den Bundesstaat Washington. Unser Ziel war der Leuchtturm am Cape Disappointment. Offiziell war der Parkplatz dort für Wohnmobile gesperrt. Wir ignorierten aber dieses Schild, da wir ja nach hiesiger Auffassung eher ein Van und kein Wohnmobil sind. Auch wenn der Leuchtturm nicht weit entfernt war, so mussten wir aufgrund einer Bucht einen größeren Umweg laufen. Bei dem schönen Wetter machte uns dies allerdings nichts aus.
Wieder zurück beim Mausmobil, fuhren wir noch zum North Head Lighthouse. Dieser Leuchtturm war deutlich leichter zu erreichen, da der Parkplatz fast in Sichtweite des Leuchtturmes liegt. Auch war der Leuchtturm wesentlich besser in Schuss als der vorherige. Das liegt wohl daran, dass die ehemaligen Gebäude für den Leuchtturmwärter und seinen Stellvertreter heute als Hotel genutzt werden.
Über Harvest Hosts hatten wir in South Bend eine Brauerei ausfindig gemacht. Auf unsere Anfrage bekamen wir auch sofort eine positive Rückmeldung. Nachdem wir dort angekommen waren, konnten wir den Abend bei Pizza und Bier abschließen.

Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir nach Olympia, der Hauptstadt des Bundesstaates Washington. Unterwegs konnten wir an einer perfekt ausgebauten Dumping-Stelle unser Abwasser und die Toilette leeren sowie Frischwasser bunkern. Dies alles war gratis. Ein sehr schöner Service, von dem sich unsere Heimatstadt Bonn eine dicke Scheibe abschneiden könnte.
In Olympia angekommen, fuhren wir direkt zum Kapitol. Hier fanden wir sofort einen Parkplatz. Die Parkgebühren werden stundenweise abgerechnet. Der Zeitraum von 17:00 Uhr bis 7:00 Uhr am nächsten Morgen ist kostenfrei.
Für die kostenlose Führung um 12:00 Uhr durch das Kapitol waren wir etwas zu früh, weshalb wir uns zunächst auf eigene Faust umsahen. Aufgrund des vielen Marmors wirkt es sehr edel und bombastisch. Auch die unzähligen Tiffanyleuchter tragen dazu bei. Der zentrale Leuchter beispielsweise ist 5 Tonnen schwer, fasst mehr als 200 Glühlampen und ist der größte Kronleuchter, den die Tiffany Studios in New York gefertigt haben.
Punkt 12:00 Uhr begann unsere Führung. Unsere Führerin, eine sehr lebendige Person, erklärte den prachtvollen Bau sehr ausführlich. Unter anderem wies sie darauf hin, dass die Kuppel aus Ziegeln und Sandstein gemauert wurde und damit die höchste gemauerte Kuppel in Nordamerika ist. Insgesamt misst diese vom Boden bis zur Spitze etwa 87 m. Nach der Fertigstellung dieses Kapitols wurde kein weiteres Kapitol in den USA im klassischen Stil erbaut.
Am Ende dieser sehr informativen Führung gingen wir zum Governors Mansion. Dieses kann nur in den ersten beiden Wochen im Monat, jeweils mittwochs, besichtigt werden. Aufgrund der vielen Bäume und Büsche sahen wir wenig von dem Gebäude und gingen deshalb gleich weiter zum Tivoli-Brunnen. Dieser ist eine Kopie des Brunnens im Tivoli-Park in Kopenhagen. Leider hatten wir keinen blauen Himmel, weshalb die Fotos im Außenbereich nicht so schön leuchteten.
Auf dem Weg in die Stadt kamen wir noch am ehemaligen Kapitolgebäude vorbei. Dieses beherbergt heute eine Verwaltung und kann nicht besichtigt werden.
Von der historischen Innenstadt waren wir enttäuscht, denn alles wirkte etwas heruntergekommen. Zudem lockten uns auch keine Geschäfte an.
Im Internet hatten wir etwas über bemalte Bahnschwellen gelesen. Diese befinden sich am Ende des historischen Viertels. Wir gingen das kurze Stück dorthin. Aber auch hier machte uns der graue Himmel einen Strich durch die Rechnung. Die Farben wirkten einfach nicht.
Für den Rückweg zum Kapitol wählten wir den Weg durch den Park.

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2Greyhoundsontour am 28 Apr 2024 07:35:35

Fortsetzung des Reiseberichtes

„Raindrops keep falling on my“ - Mausmobil. Diese Melodie weckte uns aus unseren Träumen. Der Verkehr in der Nacht dagegen war nicht besonders störend gewesen.
Bei strömendem Regen verließen wir Olympia. Dies hatte auch etwas Gutes für sich, denn so wird der Unterboden unseres Mausmobils mal wieder gewaschen - nötig war es auf jeden Fall!
Als wir den Olympic NP erreichten, hörte der Regen auf. Unser erster Weg führte uns in das Visitor-Center bei Port Angeles. Wir haben auf unserer Reise schon viele Visitor-Center besucht, aber so unmotivierte Ranger haben wir selten angetroffen. Auf unsere Frage, ob alle Straßen offen sind beziehungsweise welche Möglichkeiten für kleine Wanderungen bestehen, erhielten wir mehr oder weniger wortlos die Karte des Parks. Als wir zudem noch nach Campingmöglichkeiten fragten, wurde uns ein bedrucktes Blatt Papier gegeben nach dem Motto „Sucht euch doch selber raus, was ihr wollt - ich habe keine Lust“.
Dann war auch noch der Film über den Park sehr einschläfernd gemacht. Nicht nur, dass der Sprecher eine sehr monotone Stimme hatte, zusätzlich sang noch eine weibliche Stimme die dritte Symphonie (von was auch immer). Stellenweise klang dies wie der Gesang von Katzen. Da haben wir schon viel besser gemachte Filme in den Nationalparks gesehen.
Die unmotivierte Stimmung setzt sich am Parkeingang fort. Als wir dort ankamen und unseren „America The Beautiful“-Pass zeigten, wurde dieser wortlos entgegengenommen, kurz geprüft und ebenso wortlos zurückgegeben. So etwas ist uns noch nie passiert.
Anhand näherer Informationen über die NP-App fuhren wir zunächst die gewundene Straße hoch zum Hurricane Ridge Visitor-Center. Dieses ist zwar geschlossen, aber die Straße war offen. Die angegebenen Aussichtspunkte waren - natürlich - nicht ausgeschildert. Wir konnten sie allerdings von der Straße aus sehen und jeweils rechtzeitig anhalten. Aufgrund des heutigen Wetters war zwar die Fernsicht nicht besonders gut, aber es sah schon mystisch aus, wenn die Wolken beziehungsweise Nebelschwaden durch den Wald zogen. Oben beim Hurricane Ridge Visitor-Center angekommen, wollten wir einen kleinen Rundweg gehen. Aufgrund des Schnees war dieser allerdings noch nicht vollständig begehbar. Durch den Pappschnee wollten wir jedoch nicht gehen und verzichteten deshalb auf diese Tour.
Auf dem Weg zurück Richtung Highway 101 entdeckten wir am Wegesrand fremdartige gelbe Blüten. Von weitem sahen sie aus wie Tulpen. Von nahem besehen hatten sie allerdings mehr etwas von einer Muschel mit einem Stil innendrin.
Nach einer kurzen Strecke erreichten wir Lake Crescent. Hier stoppten wir bei der Storm King Ranger Station. Das Wetter spielte mit und so konnten wir eine kleine Tour zu den Marymere Falls machen. Der Weg führte uns durch den Küstenregenwald und war an vielen Stellen matschig. Besonders beeindruckend fanden wir die vielen total bemoosten Bäume. Sie sahen zum Teil richtig gruselig aus. Hätten wir noch Nebel gehabt, wären unserer Fantasie keine Grenzen gesetzt worden. Der Wasserfall an sich war schön anzuschauen. Aus geschätzt 20 m Höhe fiel das Wasser nach unten. Die kleine Wanderung hat uns gut gefallen.
Nach einem Abstecher zum See mit seinem wunderschönen blauen Wasser gingen wir zurück zum Mausmobil. Kurz entschlossen entschieden wir uns, die Nacht hier zu verbringen.

Manche unserer Tage enden anders, als wir sie planen. Aber das genau macht den Reiz aus, dass wir keinem festgelegten Schema oder Plan folgen müssen.
Auch heute holte uns der Regen nach einer störungsfreien und ruhigen Nacht aus dem Bett. Die Hirsche, die gestern Abend um unser Mausmobil herum liefen, machten keinen Lärm.
Unser erstes Ziel waren die Salmon Cascades. Als wir dort ankamen, machte der Regen gerade eine Pause. Viel Hoffnung hatten wir nicht, springende Lachse beziehungsweise Forellen zu sehen. Als wir schon wieder gehen wollten, sprang die erste Forelle. Am Ende waren es vier Fische, die mit einem kräftigen Sprung einen kleinen Wasserfall überwanden. So etwas hatten wir noch nie in der Natur gesehen und waren deshalb total begeistert.
Nach einem kurzen Stopp im Sol Duc Hot Springs Resort, wo man in gemauerten Becken nach Zahlung eines Eintrittspreises baden kann, fuhren wir weiter zu den Sol Duc Falls. Der Fußweg zu den Wasserfällen führte wie gestern durch einen märchenhaften Wald. Überall waren bemooste Bäume zu sehen, Farne sprießten aus totem Holz und aufgrund des bisherigen Regens tropfte es überall. Auch hier hatten wir Glück, dass der Regen gerade eine Pause machte.
Die Wasserfälle stürzten sehr spektakulär durch eine kleine, schmale Schlucht. Wir waren sogar so mutig, hinter die Absperrung zu gehen, um ein besseren Blick auf die Wasserfälle zu bekommen. Die kleine Wanderung hat uns sehr gut gefallen.
Nach einer etwas längeren Fahrt erreichten wir Ruby Beach. Hier stehen sehr fotogen einige Felsen im Meer. Zudem ist der Strand mit sehr vielen Baumstämmen übersät. Pünktlich mit unserem Eintreffen riss der Himmel auf und blauer Himmel mit strahlender Sonne sorgte für ein gutes Licht zum Fotografieren. Soweit es möglich war, gingen wir am Strand entlang spazieren. Ein Fluss, der hier ins Meer mündet, bremste allerdings recht bald unseren Drang.
Ein kurzes Stück weiter auf dem Highway 101 erreichten wir den Big Cedar Tree. Ein großer Teil dieses mächtigen Baumes fiel im Jahr 2014 aufgrund eines Unwetters um. Die andere Hälfte steht aber noch und wächst.
Beim Kalaloch Campground entschieden wir kurzfristig, unsere Fahrt für heute zu beenden. Wir bekamen sogar einen Stellplatz mit direktem Blick auf den Pazifik.

Oben rum oder unten rum? Bedeutete für uns: Sollen wir über Aberdeen fahren, um nach Everett zu kommen, oder sollen wir den Highway 101 nach Port Townsend fahren, um morgen mit der Fähre zu fahren. Wir entschieden uns für Letzteres, da es 60 Meilen kürzer war.
Wie gestern regnete es am Vormittag, um am Nachmittag nachzulassen. In Port Townsend angekommen, fuhren wir zunächst zum Haus der Familie Rothschild. Diese Familie Rothschild waren die Nachkommen bayrischer Einwanderer und gelangten hier zu Wohlstand durch Frachtschiffe. Das Haus wurde noch bis in die 1950er Jahre von einer Tochter der Erbauer bewohnt und befindet sich inklusive der Einrichtung im Originalzustand. Selbst der überwiegende Teil der Tapeten ist noch original aus der vorletzten Jahrhundertwende. Eigentlich hatten wir mit dem Namen Rothschild die reiche Bankiersfamilie in Verbindung gebracht. Dass dem so nicht ist, sahen wir gleich anhand der Einrichtungsgegenstände Es war dennoch sehr interessant, dieses Haus, welches wie ein lebendiges Museum auf uns wirkte, zu besichtigen. Anschließend erkundeten wir die Oberstadt von Port Townsend, in der es noch viele Häuser aus der letzten Jahrhundertwende gibt. Das Wetter spielte mit und stellenweise hatten wir sogar Sonnenschein.
Für die Nacht stellten wir uns auf den Parkplatz in der Nähe des Hafens.

Mehr Bilder, den ungekürzten Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link

2Greyhoundsontour am 01 Mai 2024 01:01:44

Fortsetzung des Reiseberichtes

Um die Fähre um 09:30 Uhr zu bekommen, fuhren wir direkt nach dem Aufstehen zum Fährhafen. Auf der Fähre hatten wir die Pole Position und besten Blick auf das regnerische Wetter draußen. Nach einer halben Stunde legte sie in Coupeville an. Von dort waren es noch einmal 30 Meilen bis zur nächsten Fähre von Mukilteo nach Clinton. Diese Fähre scheint in der Hauptsaison sehr gefragt zu sein, denn parallel zur Straße verläuft der Standstreifen für wartende Fahrzeuge. Die längste Wartezeit bis zum Fähranleger, die wir ablesen konnten, betrug 90 Minuten. Wir hatten Glück und konnten direkt durchfahren.
Da wir alle Fähren frühzeitig bekommen hatten, waren wir für die Führung durch die Boeing Werke viel zu früh dran. Wir hatten uns sicherheitshalber Tickets erst für 15:30 Uhr geholt. Die Touren sind sehr gefragt, weshalb wir sie nur auf eine Führung um 15:00 Uhr kostenlos vorziehen konnten. Die Zeit bis dahin verbrachten wir in der angegliederten Ausstellung und beim Mittagessen.
Während der Führung sind Kameras sowie Handys ausdrücklich verboten. Komisch fanden wir, dass selbst die Mitnahme unserer Maus verboten ist. So musste das arme Mäuslein während der Führung allein im Mausmobil ausharren.
Die Führung selbst war sehr interessant. Wir kamen in die weltgrößte Montagehalle (nach Kubikmetern) verschiedener Flugzeugtypen. Mittlerweile werden diese in vielen Bereichen aus Carbon gebaut, da dies leichter als Aluminium beziehungsweise Stahl ist. Auch die Triebwerke sind leistungsfähiger, leiser und haben einen geringeren Verbrauch als früher. Als Bonner freuten wir uns natürlich, dass aktuell gerade ein Flugzeug des Typs 767 für die DHL fertiggestellt wird. Unser Guide konnte mit sehr vielen Zahlen und Anekdoten aufwarten. Die 1,5 Stunden der Führung gingen deshalb sehr schnell vorbei.
Nach der Tour fuhren wir nach Seattle. Wir hatten gesehen, dass es am Convention Center Parkplätze geben sollte, die keine Höhenbegrenzung haben. Als wir dort ankamen, fanden wir tatsächlich einen freien Parkplatz. Er ist zwar nicht ganz eben und trotz Unterlegkeilen standen wir nicht genau waagerecht, aber für eine Nacht geht es. Auch der Preis ist deutlich höher, als der, den wir bislang in anderen Städten bezahlt haben.
Unser erster Weg führte uns an die Waterfront. Hier waren wir bereits 2011 gewesen. Das Wetter war windig, aber es regnete nicht.
Da es mittlerweile Zeit für das Abendessen wurde, gingen wir wieder in das Restaurant „The Crab Pot“. Hier hatten wir 2011 sogar umsonst gespeist, da das Essen nicht innerhalb einer Viertelstunde serviert worden war. Die Spezialität des Hauses sind große Schüsseln, die mit Krabben, Muscheln, Maiskolben, Kartoffeln sowie wahlweise weiteren Zutaten gefüllt sind. Diese Schüsseln werden auf den blanken (aber mit einem Papiertischtuch bedeckten) Tisch geleert. Jeder Gast bekommt einen kleinen Holzhammer, um die Arme der Krabben beziehungsweise die Muscheln zu knacken. Im ganzen Restaurant hört man deshalb ständig ein Hämmern. Ansonsten wird mit den Fingern gegessen. Wir hatten heute keine Lust auf diese Art Essen und bestellten uns normale Tellergerichte. Wir wurden nicht enttäuscht, mussten aber bezahlen, da das Essen innerhalb einer Viertelstunde auf dem Tisch stand. Nach dem Essen schalteten wir bei unseren Handys den Flugmodus aus und bekamen prompt eine Nachricht von unserer Alarmanlage. Wir wurden darauf hingewiesen, dass sich unser Mausmobil an einem anderen Ort befindet als wir es abgestellt haben. Zunächst erschraken wir. Dann aber sahen wir, dass die Meldung von heute Morgen stammt. Wir hatten das Wohnmobil auf der Fähre abgeschlossen, um auf das Oberdeck zu gehen. Da die Fähre sich bewegte, schlug sofort die Alarmanlage an und meldete den Ortswechsel. Aufgrund des Flugmodus unserer Handys bekamen wir die Nachricht natürlich erst am Abend.

Die Nacht war ruhiger gewesen, als wir gedacht hatten. Bis Mitternacht war noch der Fluglärm zu hören, aber danach war es sehr ruhig.
Am Morgen weckte uns Regen auf. Dieser hörte aber zum Glück noch vor dem Frühstück auf. Auch der Wind war eingeschlafen und je weiter der Tag fortschritt, umso sonniger wurde es.
Unser erster Weg führte uns zum Public Markt. Dieser ist eine bunte Mischung aus Fisch- und Lebensmittelmarkt, Kunstgegenständen und Restaurants. Wir ließen uns Zeit beim Durchschlendern.
Anschließend gingen wir hinab zur Waterfront. Im Starbucks Kaffee stärkten wir uns mit einem Kaffee. Immerhin wurde Starbucks 1971 erstmalig in Seattle eröffnet. Auch das Hauptquartier des Konzerns befindet sich hier.
Auf unserem weiteren Weg gingen wir in der historische Viertel rund um den Pioneer Square. Viele prächtige Häuser säumen hier die Straßen. Dass sie sich mehr oder weniger ähnlich sehen, liegt an dem Brand von 1896, der die Hälfte von Seattle ausgelöscht hatte.
Anschließend schlenderten wir weiter entlang des Wassers, um Fotos der Stadt in der Sonne zu machen. Unser Ziel war der Fernsehturm „The Needle“. Den Architekten hatte seinerzeit der Stuttgarter Fernsehturm für den Bau dieses Turmes inspiriert. Es wird eine Serviette aus dem Restaurant des Stuttgarter Fernsehturms ausgestellt, auf dem erste Skizzen für den Turm in Seattle gemacht wurden. Da wir bereits 2011 mit dem Fahrstuhl hinaufgefahren waren, schenkten wir uns dieses heute und gingen stattdessen zum Mausmobil zurück.
Wir hatten uns gestern Abend entschieden, statt auf dem Landweg nach Vancouver und anschließend mit der Fähre nach Vancouver Island zu fahren direkt von Port Angeles nach Vancouver Island überzusetzen. Zum einen ist so die Strecke kürzer und zum anderen können wir eventuell auf der Überfahrt nach Vancouver Island bereits Wale sehen.
Um nach Port Angeles zu kommen, mussten wir zunächst nach Edmonds fahren. Die Fahrt zum Fährhafen in Edmonds dauerte nicht lange. Auf die Überfahrt mussten wir ebenso nicht lange warten.
In Kingston angekommen, fuhren wir noch bis zum Parkplatz beim Sportplatz der David Wolfle Elementary School. Dort stellten wir uns für die Nacht hin.

Die Nacht verlief ruhig. Witzigerweise ging draußen in unregelmäßigen Abständen ein großer Scheinwerfer an. Was diesen einschaltete, wissen wir nicht. Gestört hat es uns nicht, da wir alle Rollos geschlossen hatten. So starteten wir gut ausgeschlafen in den neuen Tag.
Wir hatten gelesen, dass es um Sequim herum viele Lavendelfarmen gibt und beschlossen dorthin zu fahren. Aktuell blüht der Lavendel nicht, weshalb die Felder nur grün sind. Aber im dazugehörigen Shop deckten wir uns mit einigen Artikeln ein.
Anschließend machten wir einen kleinen Rundgang durch das Örtchen Sequim. Da die Haupteinkaufsstraße relativ kurz ist, waren wir schnell fertig und fuhren zu unserem Übernachtungsplatz bei Walmart. Dort richteten wir unser Mausmobil für die morgige Fährfahrt und den Grenzübertritt nach Kanada her (wir räumten auf und putzten durch). Den restlichen Nachmittag planten wir unsere Route in Kanada und sahen Bilder durch. Und damit endete unser sechsmonatiger Aufenthalt in den USA. Morgen Abend werden wir in Kanada sein.

Ende des Berichts für den Monat April

Mehr (garantiert mausfreie) Bilder, den ungekürzten Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link

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