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Reisebericht Türkei Ostern 1988-Zwischen Okzident und Orient


Säcker am 27 Mai 2024 17:28:44

Dieser Bericht ist eine Reminiszenz an etwas Wunderbares, was nun schon 36 Jahre zurück liegt. Ich habe dabei mein Lebensalter verdoppelt (Rechenaufgabe :D ). Ich war regelrecht erschrocken über die dabei gefahrenenTageskilometer. Wer sich den vollständigen Bericht mit viel mehr Bildern anschauen möchte findet in hier --> Link.

Ein Blick zurück – Diesen Bericht schreibe ich im Mai 2024. Die Reise fand aber in den Osterferien 1988 statt. Zu dieser Zeit gab es noch kein Handy, kein Tablet, kein Navi und kein World Wide Web. Alles was wir an Unterlagen und Wissen hatten, gab es nur auf Papier – Straßenkarten und Reiseführer. Es gab noch kein Vereinigtes Europa ohne Grenzkontrollen. An den Euro hat noch niemand gedacht. Was für eine Welt!

Viele Fakten oder Ereignisse aus dem Bericht kann man sich heute, nach nicht ganz 40 Jahren, überhaupt nicht mehr vorstellen. Allein schon die Logistik: Welche Auslandswährungen nehmen wir mit? Wieviel brauchen wir von den einzelnen Währungen? Wo tauschen wir um, da Um- oder Rücktausch immer Verlust bedeuten? Für wieviel DM benötigen wir noch Reiseschecks zur Sicherheit? Grenzkontrollen innerhalb von Europa; Campingplätze oder Freistehen an der türkischen Küste; Behinderungen in den Ländern des ehemaligen „Eisernen Vorhangs“. Das waren alles Dinge über die man sich heute kaum noch Gedanken machen muss.

Vorwort – Seit Ende Juni 1987 sind wir stolzer Besitzer unseres ersten Wohnmobiles. Wir haben uns nach vielen Jahren Zelturlaub so langsam aneinander gewöhnt und die Annehmlichkeiten des Wohnmobils schätzen gelernt. Dies ist nun unsere erste große Reise mit dem Wohnmobil. Grundlage für den Reisebericht sind die Aufzeichnungen von Lena, die von mir übernommen bzw. teilweise überarbeitet wurden. Die Fotos sind digitalisierte alte Dias von uns.

Wir haben uns etwas „Großes“ vorgenommen und sind bei unserer Rundreise, in der Zeit vom 25.03. bis zum 17.04.1988, über Österreich, Jugoslawien und Griechenland in die Türkei, und dort bis Antalya gefahren. Auf dem Rückweg haben wir Pamukkale, Bursa, Istanbul, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn und Österreich passiert. In den 24 Tagen haben wir 7.318 km hinter uns gebracht.

Freitag, 25.03.1988

Laut Kalender ist der Winter vorbei und wir starten um 12.30 Uhr mit dem Wohnmobil zu unserer dreiwöchigen Reise in die Türkei. Länger sind leider die Osterferien von Lena und unseres Sohnes Markus nicht.

Bei unserer Abfahrt regnet es in Limburg. Im Westerwald und Taunus schneit es in höheren Lagen, und laut den Nachrichten erstickt die Alpenregion fast im Schnee. Für eine Fahrt ins Unbekannte ist dies keine besonders gute Ausgangssituation. Die Autobahnfahrt verläuft ruhig. Nach einem kurzen Stopp auf dem Rastplatz beim „Wirtshaus im Spessart“ fahren wir weiter in Richtung München. Das Wetter schlägt Kapriolen. Es schüttet, hagelt und stürmt. Bayern3 meldet um München Windhosen und Sturmböen.

In Eching tanken wir Diesel für 88,9 Pfg/l und bezahlen eine Scheckgebühr von 50 Pfennig. Gegen 20.00 Uhr erreichen wir Holzkirchen und fahren zu dem uns schon bekannten Gasthof „Zur alten Post“. Es gibt Lüngerl, Schweinebraten und Rahmrostbraten mit Semmelknödel, Champignons und Salatteller.

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Wohl genährt fahren wir weiter in Richtung Tauerntunnel. Zunächst schüttet es wieder und mit der Zeit geht der Regen in Schnee über. Kurz vor dem Tauerntunnel haben wir dann eine geschlossene Schneedecke. Ohne Winterreifen und mit angehaltenem Atem schaffen wir es gerade noch in den Tunnel. Für die Maut bezahlen wir 100 österr. Schillinge. Zum Glück geht der Schnee auf der Südseite der Tauern wieder in Regen über.

Um 24.00 Uhr kommen wir auf den Rastplatz Eisentratten. Lena und ich nehmen noch einen kleinen Imbiss. Unser Sohn schläft schon tief und fest.

Tagesstrecke: 735 km


Samstag, 26.03.1988

Hier in Kärnten scheint die Sonne und weckt uns zu einem weiteren Fahrtag. Trotzdem ist es frostig und nur noch auf den Bergen liegt Schnee. Kurz nach 09.00 Uhr fahren wir nach einem feudalen Frühstück in dem tollen Rasthaus los. Unseren nächsten Stopp legen wir am Rastplatz Töschling-Süd ein. Die Aussicht auf den Wörther See ist grandios und regt zum Frühsport an.

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Bereits um 11.30 Uhr haben wir die Fahrt über den anstrengenden Loibl-Pass hinter uns gebracht, und stauen im Tunnel nach Jugoslawien.

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Die Grenze nach Jugoslawien passieren wir ohne Kontrollen. Die Fahrt führt uns über Ljubljana nach Belgrad. Es regnet bzw. schüttet wieder. Wir bezahlen insgesamt 55.800 Dinar (83,70 DM) an Maut. Irgendwo zwischen Belgrad und Nis halten wir an einem Rastplatz und legen uns schlafen. Dort tanken wir auch für umgerechnet 89 Pfg./l.

Tagesstrecke: 807 km



Sonntag, 27.03.1988

Um 10.00 Uhr (inzwischen Sommerzeit) fahren wir weiter. Die Fahrt durch Jugoslawien nervt und schlaucht. Erst hinter Skopje wird es landschaftlich interessant. Vielleicht liegt es aber auch an der Sonne, die endlich mal wieder scheint. Es gibt schöne Schluchten und gegenüber sehen wir eine Einsiedelei, und Kühe auf der Autobahn (Autoput).

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An der griechischen Grenze werden wir ausgiebig kontrolliert und nach der Einfuhr von Elektrogeräten befragt. Das Autokennzeichen wird bei Lena, da sie die Halterin ist, in den Reisepass eingetragen. Wir haben alleine durch Jugoslawien 1.152 km zurückgelegt.

In Thessaloniki tanken wir für umgerechnet 50 Pfg./l. Dann folgen wir den Schildern nach Kavala. Trotz großer Skepsis finden wir die richtige Straße, die uns erst auf eine Schlaglochpiste führt, dann aber als gut ausgebaute Straße weitergeht. Ungefähr 90 km hinter Thessaloniki suchen wir uns ein Retaurant. Markus schläft schon im Alkoven. Lena und ich genießen noch bei Kalamares und Patates den Abend am Meer und lassen uns 1 Liter Retsina schmecken (1.250 GRD = 16,90 DM) .

Danach schlafen wir bei dem schrägen Platz und vom Sturm durchgerüttelt nicht ganz so bequem.

Tagesstrecke: 616 km



Montag, 28.03.1988

Früh am Morgen geht es um 07.00 Uhr wieder los. Stundenlang zockeln wir durch alle möglichen Landschaften nach Osten, mal am Meer, mal im Gebirge, ab und zu ist die Straße toll und dann wieder chaotisch. Nicht immer finden wir in den Orten auf Anhieb die richtige Straße. Denn hier in Alexandroupolis gibt es nur noch Schilder mit griechischen Buchstaben, und die kennen wir noch nicht so gut, vor allem bei der Vorbeifahrt.

Zu Mittag halten wir irgendwo an und essen Schweinekotelett, Tomatensalat, Brot, Retsina, Cola und Mokka für 1.700 GRD (23,00 DM).

Um 15.10 Uhr erreichen wir bei Kipol die türkische Grenze. Wir müssen über eine Grube hinweg fahren und das Auto wird dabei von unten kontrolliert. Ich tausche auch noch etwas Geld in türkische Lira um. Es ist jetzt 15.40 Uhr und die Kontrollen sind zu Ende. Unser Weg führt uns über Kesan und Gelibolu direkt runter zur Küste nach Eceabat, denn wir wollen mit der Fähre nach Canakkale übersetzen.

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Zwei Fähren sind nun schon abgefahren und wir sind wegen der vielen LKW’s immer noch nicht dran. Um 20.00 Uhr dürfen wir dann für 10.600 TL (14,60 DM) übersetzen.

Drüben auf dem asiatischen Teil der Türkei wollen wir noch bis Burhanyie auf den Campingplatz „Altin Camp“. Gegen 23.00 Uhr kommen wir dort, nach einer anstrengenden Fahrt zwischen vielen LKW’s und über einige Berge und vielen Schlaglöchern, an. Draußen ist es stockdunkel.

Auf dem Campingplatz sind alle Serviceeinrichtungen wegen der Vorsaison noch geschlossen. Den Nachtwächter fragen wir nach Möglichkeiten, etwas Brot und Wurst zu bekommen. Er kann uns aber nicht weiterhelfen. Die Verständigung ist auch nicht möglich. Aber um 01.30 Uhr, wir schlafen schon lange, klopft es ans Wohnmobil, und der Nachtwächter bringt uns Brot und Käse, damit wir nicht verhungern. Er hat extra seinen Wachposten verlassen (!!!) und ist mit seinem Moped Nachhause gefahren, um für uns Essen zu holen.

Tagesstrecke: 590 km

Dienstag, 29.03.1988

Endlich sind die Tage der langen Anfahrt vorbei. Wir haben gut geschlafen. Beim Frühstück scheint die Sonne.

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Gegen Mittag bummeln wir durch Burhaniye, essen gut und billig in einer Döner-Stube für 6.400 TL (8,80 DM) und kaufen noch Raki, Wein und Cola für 9.600 TL ein.
Im Wohnmobil haben wir zwar reichlich Konserven mit, es hat sich aber gezeigt, dass die Mahlzeiten in den einfachen Arbeiterrestaurants viel preiswerter sind. So können wir uns die Konserven für die Heimfahrt aufheben.

Wir laufen noch zum Nachbarort und sitzen dann an unserem schönen Strand in der Sonne.

Gegen Abend gibt es rundherum Gewitter und bei uns stürmt es, ähnlich dem Mistral in der Camargue.

Tagesstrecke: 0 km



Mittwoch, 30.03.1988

Ich bezahle den Campingplatz (13.600 TL für 2 Nächte = 18,75 DM) und dann fahren wir zunächst nach Bergama (Pergamon). Pergamon war im 3. und 2. Jhdt. v. Chr. die Hauptstadt des Reiches der Attaliden. Sie hatten bei ihren Bauten Athen als Vorbild. Auf dem Burgberg erhebt sich die Akropolis. Der Eintritt für den Burgberg kostet uns 1.000 TL. Die Anlage ist sehr beeindruckend.

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Anschließend besichtigen wir noch das Asklepion (ein antikes griechisches Heiligtum des Asklepios mit angeschlossenem Sanatorium), …

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… dann fahren wir weiter nach Izmir. Der Stadtverkehr ist total chaotisch. Trotzdem schaffen wir es noch bis nach Kusadasi und entscheiden uns für den „Önder Camping“.

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Kusadasi ist vom Massentourismus geprägt und wir essen im Verhältnis sehr teuer in einem Hafen-Restaurant zu Abend. Da kaum Strand vorhanden ist, beschließen wir nicht länger hier zu bleiben.

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Tagesstrecke: 300 km



Donnerstag, 31.03,1988

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Nach einem ausgiebigen Frühstück „brechen wir unsere Zelte ab“ und fahren nach Ephesos. Da wir bei unserem ersten Besuch, die Ausgrabungen nicht besuchen durften, weil der persische Schah Reza Pahlevi dort zu einem Staatsbesuch weilte, können wir diesmal, trotz eines hohen chinesischen Besuches, die Ruinen besichtigen.

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Die ionische Besiedlung von Ephesos, die man heute noch sehen kann, begann 294 v. Chr.. Es folgten erfolgreiche Jahre, die auch nicht durch die Übernahme der Römer in 133 v. Chr. unterbrochen wurden. Die Stadt wuchs auf 250.000 Einwohner an. Den restlosen wirtschaftlichen Einbruch erlitt Ephesos durch den Überfall der Goten im Jahre 262 n. Chr..

Die mit Marmor gepflasterte Hafenstraße (Arkadiane) war 500 m lang und 11 m breit und führte vom Theater bis zum Hafen und war mit kleinen Läden ausgestattet. Es war die erste Straße weltweit, die nachts beleuchtet wurde. Die Celsus-Bibliothek wurde 135 n. Chr. von einem Herrn Aquilla zu Ehren seines Vaters Juventius Celsus (Celsus filius) erbaut, der römischer Statthalter von der Provinz Asia war.

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Das Amphitheater ist riesig und die Ruinenstadt breitet sich über eine Fläche von 415 ha aus. Das antike Ephesos hatte etwas außerhalb eine Meeranbindung. Seitdem hat sich das Meer aber immer weiter zurück gezogen. Das Große Theater hatte eine Höhe von 38 m und eine Breite von 130 m. Wenn man die Arkadiane vom Hafen heraufkam, war das Bauwerk ein geradezu wuchtiges Pendant. Der Baubeginn wird auf 270 v. Chr. datiert. Es folgten mehrere Umbauten, bis das Theater zuletzt Platz für 24.000 Zuschauer bot.

Der Ausblick vom Theater über die Untere Agora zur Celsus-Bibliothek ist sehr beeindruckend.

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Auf der Fahrt nach Selcuk tausche ich in einer Bank meinen ersten Euroscheck in die Landeswährung um, und erhalte für 300,00 DM = 220.578 TL.

So im Vorüberfahren sehen wir die Artemissäule, auf der sich ein Storch niedergelassen hat. Sie ist ein rekonstruiertes Überbleibsel des Artemistempels. Das erste Bauwerk von 460 v Chr., was aufgrund der Ausmaße und Ausstattung als eines der sieben Weltwunder der Antike galt, wurde kurz nach der Fertigstellung durch Brandstiftung zerstört. Der sofort erbaute zweite Artemistempel hielt bis zum Jahre 262 n. Chr. , bis die Goten ihn endgültig zerstörten.

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In einem Grillrestaurant von Selcuk essen wir gut zu Mittag. Hinterher gibt es vom Restaurant Parfüm zum Reinigen der Hände.

In Selcuk besichtigen wir auf dem Stadthügel Ayasoluk die Überreste der Johannesbasilika. Sie gehörte zu den größten Sakralbauten des Byzantinischen Reiches, und wurde im 6. Jhdt. von Kaiser Justinian I. über dem vermuteten Grab des Evangelisten Johannes erbaut. Der kreuzförmige Kirchenbau hatte eine Länge von 110 m.

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Von hier aus fahren wir zu der Marien-Kapelle etwas außerhalb von Selcuk, an deren Stelle soll das letzte Wohnhaus Marias, der Mutter Jesu, gestanden haben. Gemäß der Überlieferung hat sich Maria mit dem Jünger Johannes nach der Kreuzigung von Jesu in die Gegend von Ephesos zurückgezogen. Diese Kapelle wurde auch von den beiden Päpsten Paul VI. (1967) und Johannes II. (1979) besucht.

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Das Wetter hat sich erheblich verbessert und es ist richtig warm geworden, deshalb fahren wir weiter bis Marmaris. Dabei kommen wir, teilweise auf mehrspurigen Straßen, sehr gut vorwärts. Die Stadt macht auf uns einen sehr schlechten Eindruck. Unter Marmaris stelle ich mir nach den Prospekten ein Urlaubsparadies vor. Was wir aber sehen, hat damit nichts zu tun. Einer Empfehlung unseres Fährhintermannes aus München/Izmir folgend, fahren wir in Richtung Datca. Wir wussten aber nicht auf was wir uns da eingelassen haben. Es geht auf eine wunderschöne gebirgige Halbinsel. Aber für 76 km von Marmaris bis Datca brauchen wir 4,5 Stunden. Inzwischen ist es dunkel geworden. Hier im Orient wird es früher dunkel. Dafür steht die Sonne ja auch früher auf.

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Im Gebirge kommt es uns nicht mehr geheuer vor. Wir sehen kaum noch menschliche Ansiedlungen. Die angekündigten Campingplätze sind alle noch im Winterschlaf. Eine Tankstelle, die wir dringend benötigen, gibt es vorläufig auch nicht. Dann endlich, kurz vor Datca, sehen wir die erlösende Leuchtreklame einer Tankstelle.

Datca – ein Erlebnis. Wir sind im Dunkeln zu den Hafenanlagen, die noch neu angelegt werden, gefahren, um dort zu übernachten. Ein paar Fischerboote und einige Yachten sind da. Gegenüber in einem Lokal wird getanzt. Wir gehen noch mal durch den Ort, um wieder etwas von der Fahrt runter zu kommen, essen sehr gut zu Abend und gehen spät schlafen.

Tagesstrecke: 322 km



Freitag, 01.04.1988

Wir haben heute zwar den den ersten April, aber an so etwas hätte ich nicht gedacht. Nach einer sehr ruhigen Nacht, in der wir wunderbar geschlafen haben, werden wir morgens von Pflasterarbeiten um uns herum geweckt. Die Arbeiter scheinen sich aber nicht an uns zu stören und lassen uns in Ruhe wach werden. Wir stehen mitten auf ihrem Betätigungsfeld. Das Wohnmobil wird kurz umplatziert und der Tag kann beginnen.

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Wem es bis hier hin gefallen hat, kann den vollständigen Reisebericht mit weiteren antiken Stätten, schönen Buchten, den Sinterterrassen in Pamukkale und besonders den großartigen Eindrücken Istanbuls mit viel mehr Bildern hier --> Link anschauen.

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Lancelot am 27 Mai 2024 18:34:15

Säcker hat geschrieben: Ein Blick zurück – Diesen Bericht schreibe ich im Mai 2024. Die Reise fand aber in den Osterferien 1988 statt. Zu dieser Zeit gab es noch kein Handy, kein Tablet, kein Navi und kein World Wide Web. Alles was wir an Unterlagen und Wissen hatten, gab es nur auf Papier – Straßenkarten und Reiseführer. Es gab noch kein Vereinigtes Europa ohne Grenzkontrollen. An den Euro hat noch niemand gedacht. Was für eine Welt!

Was für ein herrlicher Bericht ... :daumen2: ... aus einer Zeit, in der "Reisen" noch deutlich "abenteuerlicher" als heutzutage war :gut:

Kann das sehr gut nachvollziehen :)
Wir waren das erste Mal 1982 in der Türkei, auf ganz ähnlicher Route wie ihr. Hab vieles wiedererkannt und es kommen Erinnerungen hoch. Damals waren wir gerade "umgestiegen" vom Womo auf Wowa-Gespann, war unsere erste große Reise damit. Von IN aus am ersten Tag nach Belgrad, am zweiten Tag nach Edirne, also um die 2.000 km in 2 Tagen, mit Gespann, auf den Straßen (Auto-Put) damals, im August, bei glühender Hitze. Wir hatten tolle Erlebnisse dort, haben das mehrfach wiederholt :)

Vielen Dank für den Bericht ... :dankeschoen:

Säcker am 27 Mai 2024 19:07:47

Dann habt ihr uns ja in Sachen Kilometer noch getoppt. :eek: Es war schon verrückt, aber kein gefühlter Stress. :D
Wenigstens damals!

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Lagerfeld am 27 Mai 2024 19:38:35

Die Türkei gehört zu meinen Lieblings-Reiseländern, bin da schon Tausende KM spazieren gefahren. Einmal von der Südtürkei mit dem Schiff nach Nord-CY, das andere Mal in den Irak und sehr oft nach Georgien. Ein wunderbares Land.

Flatus am 27 Mai 2024 19:41:16

Lagerfeld hat geschrieben:Die Türkei gehört zu meinen Lieblings-Reiseländern, bin da schon Tausende KM spazieren gefahren. Einmal von der Südtürkei mit dem Schiff nach Nord-CY, das andere Mal in den Irak und sehr oft nach Georgien. Ein wunderbares Land.

... genau so mach(t)en wir das auch.

Gruss Flatus

abnachlapalma am 28 Mai 2024 00:19:07

Danke für den wunderbaren Bericht, der auch bei mir viele Erinnerungen weckt.

Ich bin die selbe Strecke ab 1975 vier mal runter gefahren, 1979 das letzte mal, mit einer Kastenente, 28PS. Unser Bett hatte 200x100cm, musste für meine schwangere Frau und mich reichen.

Beduin am 28 Mai 2024 06:37:31

Klasse gemacht!

Säcker am 29 Mai 2024 11:20:47

Vielen Dank euch Beiden für die Postings. :daumen2:

abnachlapalma hat geschrieben:Ich bin die selbe Strecke ab 1975 vier mal runter gefahren, 1979 das letzte mal, mit einer Kastenente, 28PS. Unser Bett hatte 200x100cm, musste für meine schwangere Frau und mich reichen.


Hut ab, aber wie heißt es so schön: "Platz ist auch in der kleinsten Hütte." Trotzdem, es war schon eine Herausforderung.

Was mir aber zurückblickend wichtig war ist die Erkenntnis, es geht auch ohne den ganzen Technikkram. Und wir hatten keine Comunity mit Anfragen zu Tipps, wenn es geht auch noch mit Koordinaten. Wir haben ganz einfach gefunden! :D

Aretousa am 30 Mai 2024 14:33:22

Wir amüsieren uns selbst über den Bericht und die Fotos. Hach waren wir jung, gerade mal Mitte 30. Manchmal wird hier ja vermutet, der Wohnmobilist als solcher käme als Rentner und erst im fortgeschrittenen Alter zum Wohnmobil.
Wir waren ja damals schon ziemlich spartanisch ausgerüstet unterwegs, haben aber nichts vermisst.
Und auch heute noch ist uns eine gute Möglichkeit zum Kochen mit guten Zutaten (Drei-Flammen-Herd mit Platz für Töpfe und Pfannen) und ein bequemes Bett mit Platz wichtiger als so manche technische oder elektronische Spielerei, Fernseher haben wir nun zwar, aber das beste Programm läuft meist draußen vorm Fenster.
Die Geschichte mit der ausgebauten Ente gefällt mir, hätte ich mir auch vorstellen können.
Eine Ente war ja auch unser erstes Fahrzeug für Campingurlaube, aber nur mit, weil unnötiger Balast, ausgebauten Rücksitzen, um Platz für die großen Zeltsäcke zu haben.

Lancelot am 30 Mai 2024 18:16:44

Aretousa hat geschrieben: Hach waren wir jung, gerade mal Mitte 30.

Wieso "waren" ... :nixweiss:
Mir guckt seit Jahrzehnten immer derselbe nette Bursch aus dem Spiegel entgegen :ja:
Ja - die Haare sind weniger, der Bart weiß geworden ... und ein paar kleine Fältchen seh ich auch *zwinker*


Säcker hat geschrieben: Was mir aber zurückblickend wichtig war ist die Erkenntnis, es geht auch ohne den ganzen Technikkram.

Wir hatten Strom vom Zugfahrzeug (für die 2 Innenlampen), als TOP-Luxus schon ein Porta Potti in der Mini-Naßzelle und "fließend Kaltwasser" über eine Fußpumpe am 20 l Kanister. Dazu Gas aus 2 Flaschen zum kochen und heizen. Mehr an Technik gab´s nicht, brauchten wir auch nicht :)

Dafür war die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft einmalig :gut:
Da wurde schon mal eine Schafherde vom Brunnen weg getrieben, damit wir den Kanister füllen konnten. Oder der Opa vom Kanapee gescheucht, damit wir unseren Cay im Sitzen genossen. Oder aus der Pampa im Hinterland der Mechaniker mit dem Bus nach Isparta auf den Basar geschickt wurde, um einen passenden Reifen gebraucht für uns zu erwerben. Zwischenzeitlich hat der Schmied unsere ebenfalls defekte Felge einen ganzen Tag lang mit dem Hammer bearbeitet und daraus wieder eine runde Sache zu machen (hat bis nach Hause gehalten !).

Waren schon tolle Reisen damals ... schön, in diesen Erinnerungen zu schwelgen ... :gut:

rtiker am 30 Mai 2024 18:37:47

Säcker hat geschrieben:..Was mir aber zurückblickend wichtig war ist die Erkenntnis, es geht auch ohne den ganzen Technikkram.


Und heute in diesem Forum mindestens 10 Themen von etwas über 40 nur über LiFeYPO4 und LiFePO4

abnachlapalma am 31 Mai 2024 10:29:37

Aretousa hat geschrieben:Die Geschichte mit der ausgebauten Ente gefällt mir, hätte ich mir auch vorstellen können.

Säcker am 01 Jun 2024 11:29:48

Vielen Dank für eure Postings!

Ät abnachlapalma

Die Kastenente ist einfach super gewesen. Ihr habt sie ja auch noch mit einem "Vorzelt" erweitert. :D

Lancelot hat geschrieben:Dafür war die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft einmalig :gut: Waren schon tolle Reisen damals ... schön, in diesen Erinnerungen zu schwelgen ... :gut:


Wir haben auch nur herzliche Gastfreundschaft in der Türkei erlebt. Aus diesem Grund empfanden wir das Bulgarien, noch hinter dem Eisernen Vorhang, als regelrechten Kulturschock.

rtiker hat geschrieben:Und heute in diesem Forum mindestens 10 Themen von etwas über 40 nur über LiFeYPO4 und LiFePO4


:daumen2: Die Zeit und die Einstellung zum Reisen haben sich geändert. Prämissen werden in anderen Bereichen gesetzt.

Ein Hoch auf das entspannte Reisen . :bia:

mk9 am 01 Jun 2024 12:57:57

Hallo Lena, hallo Hans-Werner,

das war wieder mal ein schöner Reisebericht aus der Zeit, wie Hans-Werner berichtet, ohne Handy, Tablet und Navi.
Das hat auch damals, wie auch heute noch, mit entsprechendem Kartenmaterial funktioniert.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wenn das auch 56 Jahre zurückliegt, als wir damals von Berlin aus Richtung Costa Brava fuhren, Mit 600ccm Citroen AMI6 Break von Nordfrankreich bis zur span. Küste. Damals o h n e Kartenmaterial. Kannte Frankreich nur von Teilkarten der fa. Michelin ( die gelben Karten, die vllcht. einige Forenmitglieder noch kennen ).

Vielen Dank für Euren Nostalgieurlaub.

Bleibt gesund.

Viele Grüße vom schönen linken Niederrhein
Manfred

Womofahrer55 am 01 Jun 2024 19:01:54

Säcker hat geschrieben:...Die Reise fand aber in den Osterferien 1988 statt. Zu dieser Zeit gab es noch kein Handy, kein Tablet, kein Navi und kein World Wide Web. Alles was wir an Unterlagen und Wissen hatten, gab es nur auf Papier – Straßenkarten und Reiseführer...


Kaum zu glauben. 8) Und trotzdem waren solche Reisen möglich? :wink:

Danke für den tollen Reise-Bericht.

womo-2 am 01 Jun 2024 19:05:57

Ein sehr schöner und nostalgischer Reisebericht.
Vielen Dank!

cerberus am 02 Jun 2024 12:21:47

Ich habe Euren Reisebericht aus den 80érn sehr gerne gelesen und wollte auch noch die ausführliche Version anschauen. Leider führt Euer Link mich ins Nirvana.

Säcker am 02 Jun 2024 17:52:37

Ät Cerberus
Vielen Dank für die Info. Es ist etwas mit dem Reisebericht passiert. Was es ist, kann ich zur Zeit noch nicht sagen.

Säcker am 02 Jun 2024 18:38:02

Der Link funktioniert jetzt wieder. Tschuldigung!!!

Säcker am 03 Jun 2024 11:58:38

Vor lauter Aufregung über den verschwundenen Reisebericht, habe ich ganz vergessen, mich für die Kommentare der letzten Schreiber zu bedanken. Es freut Lena und mich sehr, dass auch so ein alter Reisebericht einen solchen Anklang findet. :daumen2: :womobus: Wie sich zeigt, sind dadurch auch bei vielen anderen Foris wieder Erinnerungen aufgetaucht.

Der Reisebericht ist auf jeden Fall wieder an seinem Platz auf meiner Homepage und kann gelesen werden. Ohne mein Eingreifen war er im Papierkorb gelandet. :?: Verschwörungstheorien tauchten sofort bei mir auf, und ich habe sofort das Passwort geändert und alles nochmals gesichert. Fast täglich bekomme ich nämlich von meinem Webside-Anbieter Benachrichtigungsmails über Versuche zum Hacken des Passwortes. Es ist mir schleierhaft, dass sich Leute an so unbedeutenden Homepages abmühen. Die ganzen Sperrungen der kriminellen IPs meinerseits nutzen natürlich nichts, da die Internetbewegungen verschleiert werden und die echte IP nicht mehr erreicht werden kann. :nixweiss: Leider! Vor ein paar Jahren war das noch besser.

Stefan-Claudia am 03 Jun 2024 12:35:08

Hanomag.jpg


Aretousa hat geschrieben:Wir amüsieren uns selbst über den Bericht und die Fotos.
Wir waren ja damals schon ziemlich spartanisch ausgerüstet unterwegs, haben aber nichts vermisst.


Hallo Lena und Hans-Werner,

ich liebe ja diese alten Fotos von diesen alten Dingens...Filmen, so mit 24 oder 36 Aufnahmen...herrlich!
unser erstes Mobil war ein ein Hanomag mit 50 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 105 Km/h.
Hat uns bis nach Südfrankreich gebracht, damals... :ja:

Nur, wir haben uns danach nicht mehr so gut verstanden :roll: ...das Teil war so laut, wir hatten beide einen Hörsturz ;D

Herzlichen Dank für euren Reisebericht :top:

Säcker am 11 Jun 2024 23:26:18

Was hat sich seit 1988 in der Türkei in puncto Urlaubsreisen geändert? Lt. der heutigen Presse sehr viel!!! Allein in der Provinz Antalya gibt es mehr Fünf-Sterne-Hotels als in ganz Spanien. Und in diesem Jahr rechnet der Verband Aktob in der Saison allein in Antalya mit vier Millionen deutschen Urlaubern. Wir Wohnmobilisten sind dagegen nur ein ganz kleiner Tropfen. :eek:

Säcker am 11 Jun 2024 23:29:58

Ich habe ganz vergessen: vielen Dank Stefan. Dein Hanomag war dann aber mit weniger PS noch schneller als unser Ford Transit. :D

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