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Kanada von Niagara-on-the-lake nach Halifax 2024


2Greyhoundsontour am 14 Sep 2024 03:30:02

Nach dem Frühstück fuhren wir zu den Leuchttürmen des kleinen Ortes Niagara-on-the-Lake. Auf dem Weg dorthin kamen wir an vielen hübschen Häusern vorbei. Dieser Ort hätte es wirklich verdient, dass wir hier ein bisschen länger geblieben wären. Aber leider ist unsere Zeit begrenzt und so fuhren wir weiter.
Toronto erreichten wir noch vor 12:00 Uhr mittags. Leider war der Parkplatz in der Nähe von Downtown Toronto, den wir über iOverlander herausgesucht hatten, schon besetzt. Beim nächsten Parkplatz hätten wir pro Kalendertag 120 CAD, also in der Summe 240 CAD, bezahlen sollen. Dies war uns entschieden zu viel. Beim dritten Parkplatz in der Front Street hatten wir Glück und konnten uns für 50 CAD (beziehungsweise 40 $, denn so viel kanadische Dollar hatten wir nicht in bar) bis morgen hinstellen.
Unser erster Weg führte uns zum CN Tower. Dort fuhren wir mit dem Aufzug ganz nach oben (447 m) und hatten einen grandiosen Blick auf die unzähligen Hochhäuser der Stadt und den See Ontario. Nach diesem Ausflug in die Höhe schlenderten wir zunächst zur New City Hall mit dem markanten Toronto-Sign und weiter zum Parlamentsgebäude.
Anschließend ging es für uns in die „Unterwelt“ von Toronto. Unter den Hochhäusern von Toronto gibt es eine etwa 30 km lange Fußgängerzone. Wir stiegen in St. Andrews in die „Unterwelt“ ein und gingen bis zur King Street. Auf unserem Weg kamen wir an vielen Fastfoodbuden und Geschäften vorbei, die uns nicht wirklich interessierten. Mag sein, dass es in anderen Bereichen dieser „Unterwelt“ interessantere Geschäfte gibt, aber für uns war es langweilig, weshalb wir froh waren, wieder das Tageslicht zu erreichen.
Nach einem Rundgang durch die große Markthalle „St. Lawrence“ gönnten wir uns zunächst einen Drink in einem netten Restaurant bei der Markthalle. Anschließend schlenderten wir zum Distillery District. Dieses ehemalige Fabrikgelände besteht heute aus Restaurants und einigen Geschäften. Aber auch hier war nichts dabei, was uns zum Bleiben animiert hätte. Wir gingen deshalb zurück zur Markthalle und stärkten uns mit einem leckeren Abendessen in demselben Restaurant, in dem wir am Nachmittag unsere Drinks genossen hatten.
Es war schon später Abend, bis wir durch die hellerleuchtete Stadt zu unserem Mausmobil zurückgingen. Dort angekommen, waren wir froh, endlich unsere Füße hochlegen zu können.

Die Nacht war ruhiger, als wir gedacht hatten. Immerhin standen wir mitten im Zentrum von Toronto. Erst ab 7:00 Uhr begann es langsam lauter zu werden, da die ersten Pendler auf den Parkplatz fuhren.
Bis zu unserem heutigen Zwischenziel in Peterborough erlebten wir den Berufsverkehr auf dem Highway hautnah. Alle Straßen waren mehr oder weniger verstopft und wir kamen oftmals nur langsam vorwärts. Je weiter wir uns von Toronto entfernten, umso mehr ließ der dichte Verkehr nach.
In Peterborough fuhren wir zunächst zum Schiffshebewerk Lift Lock NHS. Viele Jahre lang waren die Doppellifte der Schleuse die höchsten hydraulischen Bootslifte der Welt und hoben Boote um 20 m an. Es wird dazu keine externe Energie benötigt: Die Hubsperre funktioniert allein durch die Schwerkraft nach dem Gegengewichtsprinzip. Ein Senkkasten fährt immer nach oben und der andere gleichzeitig nach unten. Zwar war das Visitor-Center heute geschlossen, aber wir hatten Glück und ein Schiff ließ sich vom Hebewerk gerade nach oben transportieren. Das sah schon sehr beeindruckend aus, wie der große mit Wasser gefüllte Kasten mit dem Schiff nach oben fuhr.
Anschließend fuhren wir zum Lang Pioneer Village. Dieses aus über 40 verschiedenen historischen Gebäuden bestehende Dorf konnten wir im Rahmen einer selbstgeführten Tour entdecken. In manchen Häusern konnten wir sogar die verschiedenen Gewerke kennenlernen. So war zum Beispiel das Büro des Schriftsetzers besetzt, der Schmied lernte gerade zwei Auszubildende an, ein blechverarbeitender Betrieb führte die Herstellung einer Öllampe vor und bei den Weberinnen konnten wir auf anschauliche Weise viel über die Lochkarten lernen, die benötigt werden, um die verschiedenen Muster zu weben. Dies alles fanden wir so interessant, dass wir um ein Haar unser Mittagessen vergessen hätten. Wir holten es aber nach der Besichtigung nach.
Es war noch nicht allzu spät, weshalb wir entschieden, bis nach Kingston weiter zu fahren. Über iOverlander hatten wir einen Übernachtungsplatz beim Fort Henry gefunden. Dieser Platz erwies sich als sehr großer Parkplatz.

Nach einer ruhigen Nacht hatten wir am Morgen einen bedeckten Himmel. Es sollte aber im Laufe des Tages sonnig werden (was es auch tat).
Um 10:00 Uhr öffnete Fort Henry seine Pforten. Wir konnten gleich die erste Führung des Tages mitmachen. Ein Mitarbeiter, welcher als Offizier aus dem Jahr 1860 gekleidet war, führte uns über das Gelände.
Nach der einstündigen Führung gab es eine Vorführung im Gewehrschießen. Zunächst wurde uns die Entwicklung der Gewehre im 19. Jahrhundert an entsprechenden Modellen erklärt. Anschließend wurde ein Gewehr mehrfach abgefeuert.
Nach dem Mittagessen fuhren wir die sogenannte Rideau Heritage Tour South, welche im Zusammenhang mit dem Rideau Canal steht. Der Kanal aus dem 19. Jahrhundert führt vom Lake Ontario bis nach Ottawa und hat insgesamt 47 Schleusen. Wir hatten im Internet obige, etwa 100 km lange Rundtour gefunden, die zu mehreren Sehenswürdigkeiten führt. Schon kurz hinter Kingston erreichten wir die Kingston Mills Lock. Diese Schleuse besteht aus vier Schleusenkammern. Wir hatten Glück und konnten den Betrieb der Schleuse erleben, denn es ließ sich gerade ein Schiff nach oben schleusen. Jedes Schleusentor wird hier von Hand betrieben.
Unser nächstes Ziel war die Lyndhurst Brücke. Sie ist die älteste Brücke in Ontario und wird heute noch genutzt. Um dem heutigen Verkehr standzuhalten, wurde sie im Rahmen einer Sanierung mit Stahlbeton verstärkt, ohne das Äußere zu verändern.
Einige Kilometer weiter erreichten wir in Delta die Old Stone Mill. Sie ist eine der ältesten Mühlen in Ontario und noch in Betrieb. Allerdings endete der Vorführbetrieb am Labour Day, weshalb wir sie nur von außen besichtigten konnten.
In Delta gibt es zudem eine Heritage Walking Tour. An der Mühle lag dafür ein kleiner Stadtplan aus. Da die Sonne vom Himmel lachte, gingen wir die gesamte Tour. Es waren einige hübsche Häuser aus dem 19. Jahrhundert dabei.
Es war mittlerweile später Nachmittag geworden, weshalb wir uns bei Chaffey‘s Lock auf einen Parkplatz für die Nacht stellten.

Eine ruhige Nacht und Sonnenschein am Morgen, was wollen wir mehr! Auf unserem Weg Richtung Nordosten hielten wir in Prescott an, um dort Fort Wellington zu besichtigen. Dieses spielte im Krieg von 1812 eine große Rolle und wurde nach einem Umbau noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt. Seitdem wird es als Museum betrieben. In seiner aktiven Zeit hatte es eine große strategische Bedeutung, da es am Sankt Lorenz Strom liegt und sich direkt gegenüber die USA befindet. Angegriffen wurde das Fort in seiner aktiven Zeit zwar nicht, aber seine Besatzung wurde zu einigen Schlachten herangezogen. So nutzten zum Beispiel die englischen Soldaten im Jahr 1813 den Winter, als der Sankt Lorenz Strom gefroren war, für einen Angriff auf die gegenüberliegende amerikanische Stadt Ogdensburg.
Durch seine reichhaltige Einrichtung und die vielen erklärenden Tafeln konnten wir uns ein sehr gutes Bild vom Leben in diesem Fort machen.
Nach der Mittagspause fuhren wir ein paar Kilometer weiter zum Windmill Point Leuchtturm. Dieser war ursprünglich als Mühle gebaut worden und erlangte durch eine Schlacht in den 1830er Jahren große Berühmtheit. Insgesamt 190 Kämpfer hatten sich in dieser Mühle verschanzt. Der britischen Armee gelang es nach vier Tagen durch ein Bombardement von drei Schiffen aus, die Kämpfer zum Aufgeben zu bewegen. Elf der Anführer wurden in Fort Henry (welches wir gestern besichtigt hatten) gehängt, 60 wurden nach Australien deportiert und der Rest freigelassen. Nach so viel interessanter Geschichte genossen wir die Weiterfahrt durch die immer bunter werdende Landschaft (der Indian Summer wird immer spürbarer).
Morgen geht es dann weiter mit der Historie Kanadas - wir wollen das Upper Canada Village besichtigen. Wir fuhren deshalb heute schon dorthin und holten uns Informationen für den morgigen Besuchstag. Anschließend fuhren wir in die Crysler Park Marina und buchten dort einen Stellplatz direkt am Sankt Lorenz Strom.

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2Greyhoundsontour am 18 Sep 2024 02:23:54

Fortsetzung des Reiseberichts

Nach dem Frühstück fuhren wir in das nebenan liegende Upper Canada Village. Da heute das letzte offene Wochenende war, fand ein Herbstjahrmarkt inklusive einer Ausstellung von Quilts statt.
Die Anlage besteht aus vielen alten Gebäuden, die hierher zusammen getragen wurden. Wir begannen unsere Besichtigung im Mühlenviertel. Hier konnten wir anschaulich erleben, wie die Wasserkraft das Leben der Menschen um 1860 erleichterte: Mittels dieser Wasserkraft wurden zum Beispiel eine Säge, eine Spinnerei und Webstühle betrieben sowie Mehl gemahlen. Es war interessant, dies alles aus nächster Nähe erleben zu können.
Nachdem wir noch einige andere Häuser sowie eine Kirche besichtigt hatten, ließen wir uns mit einem Boot an das entgegengesetzte Ende des Dorfes bringen. Dieses Boot wird von einem Pferd gezogen und braucht deshalb keinen Motor. Dementsprechend gemächlich verlief die Fahrt.
Am Endpunkt der Bootsfahrt angekommen, besichtigten wir die Quilt-Ausstellung. Hier konnten wir viele wunderbare Beispiele dieser Technik sehen.
Nach der Besichtigung von zwei Farmen samt den dazugehörigen Gebäuden und Tieren stärkten wir uns in einem der beiden Restaurants. Schade fanden wir, dass hier keine authentischen Speisen angeboten wurden, sondern das Augenmerk auf Fastfood lag.
Nachdem wir noch einige Gebäude samt den dazugehörigen Werkstätten besichtigt hatten, ließen wir uns vom Zauberer, Medizinmann und Illionistem Steve Baker in die Welt der Quacksalber und Zauberer entführen. Wir konnten uns sehr gut vorstellen, wie die Menschen um 1860 durch solche angeblichen Mediziner sehr beeindruckt waren und sich allerlei dubiose Getränke und Tinkturen andrehen ließen.
Eine Kutschfahrt rundete unseren Besuch in diesem beeindruckenden Freilichtmuseum ab. Zum Abschluss ließen wir uns noch die Herstellung von Besen erläutern. Wie wir es aus Märchen schon kennengelernt hatten, gehörten die Besenbinder mit zu den ärmsten Bewohnern eines Dorfes.
Nach diesem erlebnisreichen Teil des Tages fuhren wir weiter. In Kahnawake stellten wir uns auf das Gelände einer kleinen Brauerei.

Nach einer nahezu ruhigen Nacht fuhren wir durch Montreal Richtung Norden. Bei der Kirche Notre-Dame-du-cap stoppten wir wie schon vor fast einem Jahr. Heute konnten wir allerdings nicht hinein, da gerade Gottesdienst gefeiert wurde. Schade, denn diese beeindruckende Kirche ist immer einen Besuch wert.
Aufgrund der vielen Baustellen rund um Quebec sowie des starken Verkehrs wurde unsere Fahrt deutlich gebremst. Aber durch geschicktes Manövrieren auf den vielen Fahrspuren hielt sich der Zeitverzug in Grenzen.
Als Übernachtungsziel hatten wir uns die Marina von Berthier-sur-mer ausgesucht. Für 25 CAD konnten wir fast am St. Lorenz Strom stehen.

Auch der Stellplatz der vergangenen Nacht war ganz nach unserem Geschmack gewesen, denn es war ruhig und die Landschaft schön.
Damit der heutige Tag nicht nur ein reiner Fahrtag wird, hielten wir zunächst in Montmagny. Zwar war die im Reiseführer angepriesene Kirche nicht geöffnet, aber dank des perfekten Sonnenstandes konnten wir gute Außenaufnahmen des interessanten Gebäudes machen. Anschließend drehten wir eine kleine Runde durch den Ort.
Unser nächstes Ziel war Kamouraska. Auch dieser Ort am Sankt Lorenz Strom bestach durch seine hübschen Häuser. Dafür wurde der Ort als eines der schönsten Dörfer von Québec ausgezeichnet. Besondere Attraktionen gibt es hier nicht. Aber gerade deshalb ließen wir uns ausgiebig Zeit, durch den Ort zu schlendern. Leider hatte die deutsche Bäckerei „Niemand“ geschlossen. Wir hätten gerne probiert, welche Backwaren ein ehemaliger Bäcker aus Nordrhein-Westfalen hier anbietet.
Auf dem weiteren Weg zu unserem Tagesziel hielten wir in Saint-Louis-du-Ha! Ha!. Der ungewöhnliche Ortsname hatte unser Interesse geweckt. Im Internet lasen wir, dass die Commission de toponymie de Québec den etymologischen Ursprung des Namens aus dem akadischen Französisch angibt. In dieser französischen Sprachvarietät steht das HaHa für ein unerwartetes Hindernis bzw. einen plötzlich endenden Weg. Die Erklärung für das Louis ist dagegen weniger eindeutig. Hier werden mehrere Personen vermutet, die Namensgeber sein könnten. Die Ausrufezeichen im Ortsnamen werden inzwischen offiziell im Ortsnamen verwendet. Ein weiterer Ort mit Ausrufezeichen im Ortsnamen ist das englische Westward Ho!. Saint-Louis-du-Ha! Ha! ist jedoch die einzige Gemeinde der Welt mit mehreren Ausrufezeichen im Ortsnamen.
Nach dem Mittagessen verließen wir auf unserem weiteren Weg Richtung Osten die Provinz Québec und erreichten die Provinz New Brunswick. Im Nachhinein fiel uns auf, dass zwar in ganz Kanada viele Bezeichnungen und Hinweise sowohl auf Englisch als auch auf Französisch geschrieben werden, aber es in der Provinz Québec dagegen fast ausschließlich französische Bezeichnungen gibt. Eigentlich schade, denn nicht jeder versteht französisch. Des Weiteren wurde uns eine Stunde „geklaut“. Wir erreichten die atlantische Zeitzone, in der wir uns nun bis zum Ende unserer Tour bewegen werden. Damit haben wir noch 5 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland.
In Woodstock fuhren wir auf den Parkplatz am Meduxnekeag River und stellten uns dort für die Nacht hin.

Nach dem Frühstück fuhren wir direkt zu Kings Landing. Ähnlich wie das Upper Canada Village handelt es sich auch hier um eine Sammlung verschiedener alter Häuser aus dem 19. Jahrhundert. Die ganze Anlage wurde ähnlich wie ein Dorf gestaltet. Da heute Wochentag ist, waren kaum Besucher vor Ort. Uns konnte dies nur recht sein, da wir so in Ruhe die Anlage besichtigen konnten. In fast jedem Gebäude waren Mitarbeiter der Anlage, die in historischen Kostümen Rede und Antwort standen. Großteils identifizierten sie sich mit dem jeweiligen ehemaligen Besitzer des Gebäudes und gaben uns das Gefühl, bei den (ehemaligen) Bewohnern direkt zu Hause zu sein. Des Weiteren fand ein reges Dorfleben statt. So kamen wir zum Beispiel gerade rechtzeitig, als Marmelade gekocht wurde. Das ganze Haus roch richtig lecker nach Pflaumenmarmelade. Auch andere Gewerke, wie Schmieden oder Holz sägen, wurden vorgeführt.
Als es Zeit für das Mittagessen wurde, gingen wir in das einzige Restaurant der Anlage. Hier wurden wir positiv überrascht, denn anders als beim Upper Canada Village gab es hier authentisches Essen und kein Fastfood. Nach einem leckeren dreigängigen Menü erkundeten wir den Rest der Anlage. Mit einer älteren Dame kamen wir in fast schon philosophische Gespräche über die Unterschiede zwischen früher und heute und welche Zeit besser gewesen ist.
Zum Abschluss des Besuchs ließen wir uns mit dem Pferdewagen durch die Anlage wieder zum Ausgang fahren. Und damit endete ein sehr interessanter Besuch in Kings Landing.
Da wir heute keine Lust auf einen Stellplatz bei Walmart oder ähnlichem hatten und des Weiteren unser Wasservorrat aufgefüllt werden musste, fuhren wir noch ein paar Kilometer bis zum TNT Campground.

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2Greyhoundsontour am 22 Sep 2024 03:18:29

Fortsetzung des Reiseberichts

Absolut kein Laut störte unsere Nachtruhe. Das lag allerdings auch daran, dass der Campground fernab von allen Ortschaften liegt und - wie schon gesagt - die anderen Campmobile anscheinend zurzeit unbewohnt sind.
Unser erster Weg führte uns nach Moncton. Dort kauften wir ein, da unsere Vorräte mittlerweile zur Neige gegangen sind. Allzu große Vorräte dürfen wir allerdings nicht mehr anlegen, da unser Mausmobil in etwas mehr als einer Woche verschifft wird und sich dann keine Lebensmittel mehr an Bord befinden dürfen.
Für das Mittagessen fuhren wir an den Fluss Petitcodiac. Hier konnten wir vor fast einem Jahr die Flutwelle beobachten, die dazu führt, dass sich die Fließrichtung des Flusses umkehrt. Für die Flutwelle kamen wir zwar heute zu spät, aber das schnellfließende braune Wasser konnten wir sehr gut sehen.
Nach dem Mittagessen versuchten wir, eine Fähre von Prince Edward Island wieder aufs Festland zu buchen. Da wir ein Sondermaß haben, funktioniert die Buchung nur per Telefon. Nachdem wir die angegebene Nummer angerufen hatten, führte uns eine Computeransage durch diverse Menüs. Diese Ansage endete damit, dass wir für einen Rückruf unsere Telefonnummer eingeben sollten. Leider wurde die deutsche Vorwahl dabei nicht berücksichtigt, weshalb unsere Nummer unvollständig beziehungsweise falsch wiedergegeben wurde. Wir schrieben der Fährgesellschaft deshalb eine Mail, um auf dieses Problem hinzuweisen.
Nach diesem missglückten Versuch einer Buchung fuhren wir über die Confederation Bridge auf Prince Edward Island. Obwohl es sich um eine mautpflichtige Brücke handelt, wird die Maut anscheinend nur für die Rückfahrt von der Insel auf das Festland berechnet, denn auf unserem Fahrstreifen befand sich keine Mautstelle. Diese Brücke ist etwa 12 km lang und hat zwei höhere Bögen, damit auch größere Schiffe durchfahren können. Wir fühlten uns an Key West erinnert, denn dort gab es auch diese sehr langen Brücken.
Auf Prince Edward Island angekommen, fuhren wir bis nach Summerside. Bei iOverlander hatten wir gelesen, dass wir am Hafen problemlos stehen können.

Leider hatte sich das Wetter heute vollständig eingetrübt. Keine Sonne mehr, stattdessen grauer Himmel.
Der Weg hoch zum North Cape Lighthouse war relativ unspektakulär. Auffällig ist, dass die Wiesen um viele Häuser herum akkurat gestutzt sind, so dass es fast schon wie auf dem Golfplatz aussieht. Warum sich die Menschen hier diese Arbeit machen, können wir nicht nachvollziehen. Selbst bei Häusern, die wirklich eine Augenweide sind, gibt es drumherum nur Rasen und keine Blumen.
Beim Leuchtturm angekommen, waren wir enttäuscht. Um ihn herum steht ein Bauzaun und die Landschaft drumherum wirkt wenig fotogen. Wir hielten uns deshalb nicht lange auf und fuhren Richtung Kensington. Unterwegs machten wir im Green Park Provincial Park unsere Mittagspause. Wir standen zwar sehr nah am Wasser, aber aufgrund des vielen Seetangs, der am Ufer verrottet, ist der Geruch schon sehr außergewöhnlich und keine Wohltat für unsere Nase. So hielten wir die Türen unseres Mausmobils lieber geschlossen.
Auf dem Weg zu unserem Übernachtungsziel kamen wir an der Kirche St. Mary im Örtchen Indian River vorbei. Diese war bis 2011 eine aktive römisch-katholische Kirche und wurde dann aufgegeben. Heute finden dort Konzerte aller Art statt. Sowohl von außen als auch von innen ist diese ehemalige Kirche ein Schmuckstück. Wir ließen uns deshalb ausgiebig Zeit, sie zu besichtigen.
Von dort aus war es nicht mehr weit bis zum Cabot Beach Provincial Park. Wir buchten uns dort für die Nacht auf einem hübschen Stellplatz mit toller Aussicht ein.

Unser Mausmobil wurde bereits in der Nacht vom Wind durchgeschüttelt. Dieser ließ den ganzen Tag über nicht nach. Dafür hatten wir aber mehr oder weniger blauen Himmel. Also bestes Wetter für den Besuch des Prince Edward Island NP ! Der Nationalpark besteht aus drei Gebieten. Wir starteten bei Cavendish. Im Visitor-Center holten wir uns zunächst einen Plan. Anschließend gingen wir ein kurzes Stück an den Strand zum Aussichtspunkt. Wir mussten aufpassen, dass unsere Basecaps im starken Wind nicht davonflogen.
Anschließend setzten wir unser Mausmobil um, um näher bei den großen Dünen zu sein.
Unsere Mittagspause machten wir im Brackley - Dalvay Teil des Parks. Anschließend lud uns der Strand zu einem ausgedehnten Spaziergang ein. Der Wind blies sehr kräftig, was uns auf dem einen Teil des Weges das Gehen erschwerte, auf dem Rückweg allerdings sehr erleichterte.
Gut durchgepustet fuhren wir zum Covehead Lighthouse. Dieser kleine Leuchtturm steht inmitten der Dünen und sieht sehr fotogen aus. Im Gegensatz zum gestrigen Leuchtturm beim North Cape machte das Fotografieren hier richtig Spaß.
Unser weiterer Weg führte uns nach Charlottetown. Diese historische Stadt ist für Kanada sehr wichtig, da hier 1864 die erste Konferenz stattfand, welche schlussendlich zur Gründung des Staates Kanada führte. Direkt am Hafen fanden wir - wie andere Wohnmobile auch - einen kostenlosen schönen Stellplatz. Anschließend gingen wir zum Visitor-Center und besorgten uns einen Stadtplan. Uns wurde besonders der Heritage Walk empfohlen. Dieser führt auf etwa 3 km durch die Stadt entlang der wichtigsten und schönsten Gebäude. Der Weg ist sehr gut markiert, da am Boden eine Linie aufgemalt ist. In der Confederation Court Hall kamen wir gerade noch rechtzeitig, um den Nachbau des historischen Sitzungssaals von 1864 zu besichtigen (das eigentliche historische Provincial House ist noch bis 2025 wegen Umbau geschlossen). Zudem konnten wir dort ein gut gemachtes Video über dieses Treffen sehen.
Die Mitarbeiterin des Visitor-Centers hatte nicht zu viel versprochen, denn die Häuser rechts und links des Weges waren wirklich sehr ansehnlich.

Ursprünglich hatten wir vor, nach der wunderbar ruhigen Nacht und dem Frühstück direkt loszufahren. Allerdings „verquatschten“ wir uns mit unseren Nachbarn Elke und Bernd, weshalb es fast schon Mittag war, ehe wir losfuhren. Nach einem kurzen Einkauf bei Walmart fuhren wir zum Greenwich Beach, Teil des Nationalparks. Dort machten wir einen ausgedehnten Strandspaziergang bei sonnigem Wetter und zum Glück nicht mehr so starkem Wind wie gestern.
Nachdem wir uns im Mausmobil gestärkt hatten, fuhren wir die ausgeschilderte Panoramastraße an der Küste entlang Richtung Fährhafen. Da wir nicht die Zeit hatten, die komplette Strecke zu fahren, kürzten wir oftmals ab. Aber auch die Strecken auf der Panoramaroute führten nicht immer an der Küste entlang, sondern häufig durch Wald und Felder. Unsere Zeit reichte nur noch aus, kurz das Cape Bear Lighthouse zu besichtigen. Dann mussten wir auch schon zur Fähre fahren.
Punkt 18:00 Uhr legte die Fähre Richtung Festland ab. In Caribou angekommen, war es nicht mehr weit bis zu unserem Übernachtungsplatz in Pictou.

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2Greyhoundsontour am 28 Sep 2024 02:28:39

Fortsetzung und Schluss des Reiseberichts

Bevor wir weiterfuhren, besichtigten wir die kleine Stadt Pictou. Sie wird auch die Geburtsstätte von Nova Scotia genannt, da sehr viele Schotten hierher ausgewandert sind. Im Hafen von Pictou erinnert ein sehr schön gemachtes Museum an diese Immigration. Aktuell wird gerade der Nachbau des Schiffes HECTOR renoviert. Mit einem solchen Schiff sind 1773 knapp 200 Schotten hierher gelangt. Die Überfahrt muss fürchterlich gewesen sein, denn Sturm und Regen setzten dem Schiff und den Menschen zu. Das Leben unter Deck war in unseren Augen die Hölle. Wir konnten im Nachbau des Schiffes die sehr engen Quartiere der Auswanderer besichtigen. Schon ohne Seegang und Geräusche beziehungsweise Feuchtigkeit hielten wir uns nicht lange auf, denn schon der Geruch des (neuen) Schiffes war unbeschreiblich. Von den Platzverhältnissen und den beschränkten Möglichkeiten einer Hygiene wollen wir erst gar nicht sprechen.
Als die Menschen dann in Nova Scotia ankamen, fanden sie nicht das versprochene Farmland vor, sondern nahezu undurchdringlichen Wald. Da der Frost vor der Tür stand, mussten sie versuchen, irgendwie den Winter zu überleben. Hilfe bekamen sie von den hier lebenden Indianern, welche ihnen beispielsweise das Herstellen von Schneeschuhen und das Eisangeln beibrachten.
Trotz dieses ganzen Elends gab es eine nette Anekdote: Als das Schiff 1773 ankam und der Piper an Bord spielte, rannten die Indianer zunächst vor Schreck weg und wurden tagelang nicht mehr gesehen.
Bei unserem Stadtrundgang kamen wir an diversen sehr schön hergerichteten Häusern und unter anderem auch am alten Postgebäude vorbei. Dies ist das einzige Gebäude weltweit, welches ein Fenster im Kamin hat. Warum die Erbauer das so konstruiert hatten, konnten wir nicht herausfinden. Daneben gab es insbesondere am Hafen wieder sehr schöne bunte Häuser.
Nach diesem sehr schönen und interessanten Rundgang durch Pictou fuhren wir als nächstes zur St. Peters Canal National Historic Site, einer Schleusenanlage zwischen dem Atlantischen Ozean und dem See Bras d’Or. Die Besonderheit dieser Anlage besteht darin, dass zwischen See und Ozean während der Gezeiten die Atlantikseite höher liegt und dieses durch spezielle Doppeltore ausgeglichen werden muss. Die Schleusenanlage wurde bereits 1869 fertiggestellt.
Zu unserem heutigen Tagesziel Sydney war es dann nicht mehr so weit. Wir wählten die Strecke entlang des Bras d’Or Sees und hatten von der Straße aus oftmals einen sehr schönen Blick. An den See selbst konnten wir nicht gelangen, da der Seezugang durch private Grundstücke versperrt war. Für die Nacht stellten wir uns bei Walmart auf den Parkplatz.

Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir zur nahe gelegenen Zitadelle von Louisbourg auf der Kap-Breton-Insel. Bei der Zitadelle angekommen, holten wir uns zunächst Tickets für eine geführte Tour durch die Anlage. Die Zitadelle besteht nicht nur aus dem militärischen Teil, sondern umfasste zu damaliger Zeit auch eine Kleinstadt innerhalb der Festungsmauern. Ein Teil davon wurde wieder rekonstruiert und soweit möglich originalgetreu eingerichtet. Während der gut gemachten Führung erfuhren wir, dass die 1719 gegründete und nach König Ludwig XV. benannte Festungsstadt sich rasch zu einem blühenden Gemeinwesen entwickelt hatte. Der Wohlstand beruhte auf einem geschützten Hafen, der eisfrei blieb, weshalb ganzjährig Kabeljau gefangen werden konnte. Zudem machte die günstige Lage den Hafen zum idealen Umschlagspunkt für Warenströme zwischen dem französischen Kanada, dem Mutterland Frankreich und den französischen Besitzungen in der Karibik.
Louisbourg war jedoch nur seeseitig stark befestigt und gegen Angriffe von Land verwundbar, weil nahe gelegene Hügel die Befestigungen überragten und damit eine Beschießung erleichterten. Insgesamt wechselten Großbritannien und Frankreich sich zweimal als Besitzer der Festung ab. Die Briten als letzte Herrscher verließen nach einigen Jahren die Festung, da sie keinen militärischen Wert mehr darstellte. In der Folgezeit verfiel die Anlage. 1961 begann der Wiederaufbau von etwa einem Viertel der ursprünglichen Festungsstadt mit Häusern, Gärten und Straßen als von Parks Canada verwaltete National Historic Site.
Nach der Führung erkundeten wir noch einmal die komplette Anlage auf eigene Faust. Auch hier gab es in historische Trachten gekleidete Menschen, so dass wir uns in die damalige Zeit zurückversetzt fühlten. Dasselbe galt für das Mittagessen: Es wurde kein Fastfood angeboten, sondern Wert auf originalgetreue Speisen gelegt. Es gab deshalb als Gedeck auch nur einen Löffel und ein großes Tuch, welches man sich zum Schutz der Kleidung umbinden konnte. Die Speisen wurden auf Zinntellern serviert und waren sehr schmackhaft.
Nach der Besichtigung der Anlage gingen wir noch kurz in das Museum. Hier wird ein Modell der Zitadelle und Stadt ausgestellt, welches in siebenjähriger Bauzeit aus über 500.000 Legosteinen gebaut wurde.
Da die Sonne vom blauen Himmel lachte, fuhren wir anschließend noch zum Leuchtturm von Louisbourg. Hier standen die für Parks Canada typischen roten Stühle, auf denen wir die Sonne genießen konnten.
Anschließend ging es wieder zurück nach Sydney auf den Stellplatz bei Walmart.

Auf unserem Weg näher an Halifax heran stoppten wir zunächst in Louisdale, denn dort hatten wir über iOverlander eine kostenlose Dumpstation gefunden. Nachdem dies erledigt war und wir auch frisches Wasser gebunkert hatten, fuhren wir zur Insel Madame.
Einen ersten Halt machten wir beim Grandique Point Lighthouse. Er ist nicht besonders groß, aber gerade lugte die Sonne etwas hervor, weshalb es uns ein paar Fotos wert war.
Für das Mittagessen fuhren wir an den Pondville Beach. Zunächst machten wir dort einen ausgedehnten Strandspaziergang. Die anfänglich noch vorhandene Sonne verließ uns allerdings sehr schnell. Das Wetter blieb aber trocken und der graue Sand war leidlich warm.
Nach dem Mittagessen fuhren wir zum kleinen Lenoir Forge Museum. Dies ist ein kleines Dorfmuseum und stellt in mehreren kleinen Holzhäusern Relikte aus der Vergangenheit des Dorfes aus. Es war ganz nett, wäre uns aber bei schönem Wetter normalerweise kein Stopp wert gewesen. Dort bekamen wir den Hinweis auf die nahe gelegene katholische Kirche Église Catholique Notre-Dame-de-l’Assomption.
Diese sehr alte Kirche ist schlicht gehalten, hat aber schöne Deckengemälde. Als wir eintraten, erfüllte gerade Choral-Musik vom Band den Raum. Wir verweilten deshalb etwas länger, ehe wir weiter fuhren.
Über iOverlander hatten wir direkt an der St. Georges Bay in Bayfield einen hübschen Übernachtungsplatz direkt am Parish Beach für die Nacht gefunden.

Auf unserem weiteren Weg legten wir einen Stopp in Antigonish ein. Wir hatten gelesen, dass die Stadt jedes Jahr im Juli aus allen Nähten platzt, wenn die Highland Games stattfinden. Zwei Monate später wirkte die Stadt allerdings sehr beschaulich und wir hatten den Eindruck, dass trotz der vielen Studenten nicht gerade viel los ist. Wir beschränkten unseren Besuch deshalb auf einen kurzen Spaziergang durch die Hauptstraße und eine Nebenstraße und fuhren anschließend Richtung Küste weiter. Unser Ziel war der Taylor Head Provincial Park. Auf dem Weg dorthin fing es an zu regnen. Innerlich schrieben wir unsere geplante Wanderung in diesem Park schon ab. Als wir die Küste erreicht hatten, stoppten wir für das Mittagessen. Aber auch jetzt wollte das schlechte Wetter einfach nicht weichen. Wir fuhren dennoch in den Park - und wie auf Knopfdruck verschwanden die dunklen Wolken und die Sonne kam hervor. Dazu wehte ein frischer Wind. Zunächst gingen wir den Küstenwanderweg „Bob Bluff“. Ein urwüchsiger Pfad führte uns durch den Küstenurwald. Den Atlantischen Ozean hatten wir immer auf unserer rechten Seite. Bei einem Felsplateau angekommen, wollten wir Fotos von der gewaltigen Gischt machen, die beim Aufprall der Wellen auf die Felsen hochsprühte. Der Greyhound stand dabei zu nah an der Felskante und bekam eine volle Ladung Meerwasser ab. Am Ende des Trails erreichten wir nochmals ein Felsplateau, achteten aber diesmal besser auf die Gischt.
Wieder zurück beim Ausgangspunkt gingen wir nun die andere Richtung den „Beach Walk“ entlang. Zunächst hatten wir Sandstrand unter den Füßen. Bald aber wechselte der Untergrund zu groben Kieseln, die das Gehen erschwerten. An einem Felsvorsprung angekommen, endete für uns der Weg. Hätten wir Ebbe gehabt, hätten wir weitergehen können. So aber stand der weitere Weg um die Felsen herum unter Wasser und wir mussten umdrehen. Nach dieser wirklich sehr schönen Wanderung um die „Psyche Cove“ fuhren wir zu unserem heutigen Übernachtungsplatz, den wir über iOverlander gefunden hatten. Es war das letzte Mal während unserer Nordamerika-Rundreise, dass wir in der freien Natur stehen. Ein bisschen Wehmut beschlich uns deshalb, als wir unser Mausmobil für die Nacht parkten.

Nach einer ruhigen und störungsfreien Nacht fuhren wir bei bedecktem Himmel nach Peggy‘s Cove. Vor einem Jahr hatten wir hier unsere Rundreise durch Nordamerika begonnen. Heute war allerdings das Wetter nicht so sonnig wie beim letzten Mal. Graue Wolken und ab und zu ein Regenschauer verhinderten schöne Bilder, spiegelten aber dafür ein bißchen unsere Gemütslage wider. Zum Mittagessen stärkten wir uns mit zwei reichlich belegten Hummerbrötchen. Für das Abendessen nahmen wir gleich noch zwei weitere mit.
Wieder zurück in Halifax steuerten wir den gebuchten Campground an. Den Nachmittag und frühen Abend verbrachten wir mit Wäsche waschen und Auf- beziehungsweise Ausräumen unseres Mausmobils. Manche Vorgaben für die Verschiffung erschienen uns zwar nicht logisch, aber wir müssen sie befolgen, um nicht zu riskieren, dass das Fahrzeug nicht mitgenommen wird. So ist es zum Beispiel verboten, jegliche Art von Lebensmitteln mitzunehmen. Frische Lebensmittel sind ja noch verständlich, aber Gewürze oder Kaffee? Und für Alkohol gibt es ja beispielsweise Freigrenzen, die wir bei der Einreise nach Deutschland eigentlich haben. An Bord eines Schiffes gelten diese aber anscheinend nicht. Des Weiteren müssen wir alle Schlüssel abgeben, so dass jedermann im Hafen Zugriff auf unser unverschlossenes Fahrzeug hat. Mit entsprechender krimineller Energie könnten damit Alkohol, Waffen sowie Drogen locker in den Zielhafen geschmuggelt werden, ohne dass wir es verhindern könnten. Na, hoffen wir mal, dass nichts dergleichen passiert.

Schon in der Nacht wurden wir mehrfach vom Trommeln des Regens auf dem Dach unseres Mausmobils geweckt. Da wir aber sowieso nicht gut geschlafen haben (ständig überlegten wir, ob wir wirklich alles erledigt haben), standen wir etwas früher auf. Nach dem Frühstück leerten wir unsere Gasflasche und die Wassertanks und brachten den letzten Müll weg. Lebensmittel mussten wir zum Glück nur ganz wenige wegwerfen, da wir unsere Planung entsprechend ausgerichtet hatten. Schade war es um die Gewürze und den Kaffee. Anschließend fuhren wir zur Speditionsfirma, um uns die Papiere für den Hafen abzuholen, was schnell und problemlos erledigt war.
Im Hafen angekommen, registrierten wir uns zunächst. Anschließend ging der Greyhound in das Büro der Hafenverwaltung zur Abgabe des Fahrzeugs. Wie schon bei der Abholung dauerte es sehr lange, bis wir an der Reihe waren. Zum Glück für uns kam noch vor der Mittagspause ein Inspektor des Hafens und überprüfte sehr sorgfältig unser Mausmobil. Wir mussten alle Türen öffnen und den Gasherd einschalten, damit er überprüfen konnte, dass die Gasflaschen wirklich leer sind. Danach noch eine Unterschrift und wir mussten unser Mausmobil verlassen.
Der anfänglich nur sporadische Regen war mittlerweile in einen Dauerregen übergegangen. Für die Mittagspause gingen wir deshalb gegenüber vom Terminal zu Subway. Dabei warfen wir einen letzten Blick auf unser treues Gefährt, das uns im letzten Jahr über 62.000 km sicher durch Nordamerika gebracht hatte. In drei Wochen werden wir es hoffentlich unbeschädigt in Antwerpen wiedersehen.
Nach dem Mittagessen gingen wir durch den Nieselregen, der durch den Wind fast waagerecht fiel, zu unserem Hotel in Downtown.

Und damit endet unsere einjährige Tour durch Nordamerika. Wir haben sehr viel gesehen, tolle und interessante Begegnungen gehabt und vermissten Deutschland nicht eine Sekunde. Unser Mausmobil war die richtige Wahl für eine solche Fahrt - sparsam im Verbrauch, perfekt für zwei Personen, komfortabel und zuverlässig.

Und wie es so schön heißt: Nach der Fahrt ist vor der Fahrt!

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