Ich werde wohl nur 1 Panel installieren (150WP o.Ä.)
Wieviel sinnvoll ist, hängt in erster Linie vom Reiseverhalten ab. Steht man nur auf CP mit Stromsäulen, braucht man weder Solar noch größere Batteriekapazität. Das andere Extrem wäre, wenn man möglichst viel frei steht. Da kann man viel Strom nur durch noch mehr Strom ersetzen, d.h. man sollte dann ohne Stromsäulen auskommen und einen größeren Batteriepuffer für sonnenscheinarme Tage haben. Pi mal Dauen sollte Die Batteriekapazität der LiFePO4-Batterien in Ah in etwa so groß sein wie die Kapazität der Solaranlage in Wp oder größer.
Dazwischen liegt der Bedarf bei den Stellplatzstehern. In Spanien haben gefühlt 95 % der Stellplätze keine Stromsäulen. Aber auch in D, Schweden,
Norwegen und im Baltikum sind Stromsäulen auf SP nicht selbstverständlich. Für dieses Reiseverhalten gilt Ähnliches wie für Freisteher, nur nicht so krass.
Ein weiteres Kriterium sind die Urlaubszeit pro Jahr und der Luxusanspruch. Wer als Arbeitnehmer nur begrenzte Urlaubs- und damit Reisezeiten pro Jahr hat, da lohnen sich größere Investitionen nicht so sehr wie bei Rentnern, die wie wir 18 bis 20 Wochen unterwegs sind.
Alle diese Fragen kannst nur Du beantworten. Du solltest aber bedenken, dass es einfacher und billiger ist, eine größere Solaranlage auf einmal zu bauen als diese zu erweitern.
Zum Paneltyp und - größe:
Es gibt 12 V- und 24 V-Module. Wenn man nur ein Modul aufs Dach setzt, dann ist ein 24 V-Modul und MPPT-Solarregler die bessere Lösung, da dann auch noch unter nichtoptimalen Lichtbedingungen Strom gewonnen kann. Das macht eine einige % höhere Ausbeute.
Setzt man mehrere Module aufs Dach, reichen die meist etwas billigeren 12 V-Module, die man dann in Reihe schaltet, je mehr, desto besser, da sich dann die Arbeitsspannungen addieren. Das gilt zumindest bis 6 Module, dann steigen die Kosten für MPPT-Regler schnell an. Auch die Solarkabel können kleiner dimensioniert sein als bei einer Parallelschaltung, denn bei gleicher Gesamtleistung fließt bei Reihenschaltung ein kleinere Strom. Kabel werden nur nach der max. Stromstärke dimensioniert, nicht nach der Spannung.
Warum ist ein Nachrüsten nicht so optimal?
- verschiedene Solarmodule mit unterschiedlichen Leerlaufs- und Arbeitsspannungen sollten nicht kombiniert werden.
- U.U. müsste man einen leistungsfähigeren Solarregler installieren.
- je nach neuer Leistung müssten u.U. Solarkabel mit größerem Querschnitt verlegt werden.
Die beste Solaranlage nutzt nichts, wenn die Batteriekapazität nicht so groß ist, dass der gewonnene Strom auch gespeichert werden kann, denn nicht gespeicherter bzw. sofort verbrauchter Strom ist verloren. Das bedeutet, dass eine größere Solaranlage als von Dir geplant mit einer Batteriekapazität von 150 Ah wirtschaftlich keinen Sinn macht. Die sinnvolle Batteriekapazität ist aber von Deinem geplanten Reiseverhalten abhängig. Für CP-Steher reichen meist die 150 Ah, für andere dürfte es schon mal das Mehrfache sein. Natürlich müssen auch die Platzverhältnisse im Womo beachtet werden.
Frage: ein großes Solarmodul oder mehrere kleine?
Mehrere kleine Solarmodule sind etwas besser als 1 großes Modul, wenn gleichen Typs. Warum:
- Kleinere Module sind nicht so empfindlich gegen Hagelschlag. Wer in z.B. den Teilen von Süddeutschland wohnt, wo öfters und stärkere
Hagel stattfinden (bis max. tennisballgroße Hagelkörner), der sollte lieber mehrere kleine Module nehmen.
- Wer ein Womo hat, welches nicht verwindungssteif ist, sollte lieber mehrere kleine statt ein größeres Solarmodul wählen. Nicht sehr verwindungssteif sind Womos mit Blechhaut, also z.B. Vans und Kastenwagen.
- Mehrere kleine Module sind fester montiert als ein größeres, einfach durch die größere Klebefläche. Außerdem vibriert ein größeres Modul mehr bei der Fahrt als kleinere. Es kommt zwar selten vor, aber ich habe schon mehrfach gesehen, dass ein Womo ein Solarmodul am Kabel hinter sich her gezogen hat. Besonders schlechtere Straßenverhältnisse oder gelegentliche Pisten wie in Schweden, Norwegen und im Baltikum sind da für größere Module riskanter als für kleinere, vor allem bei Pisten mit Waschbrettstruktur.