gnarz18 am 25 Jan 2026 20:27:35 Unser Jahresurlaub steht an – und wo sollte es auch hingehen, wenn nicht nach Schottland. Schließlich hatten wir dort noch eine Rechnung offen. Unser letzter Schottland-Trip endete nämlich weniger mit Dudelsack und Hochlandromantik, sondern mehr mit Abschleppwagen, Werkstattrechnungen und der Erkenntnis, dass eine Autopanne im Nirgendwo erstaunlich viel Zeit und Geld frisst. Über eine Woche Urlaub war damals futsch. Also wagen wir einen neuen Versuch. Dieses Mal soll es noch einmal auf die Orkney-Inseln gehen, eine Inselgruppe nördlich des schottischen Festlands, die aussieht, als hätte jemand ein Freilichtmuseum für Steinzeit, Wikinger und Weltkriege mitten in den Nordatlantik gelegt. Prähistorische Gräber, Steinkreise älter als Stonehenge und eine Geschichte, die locker 5.000 Jahre überspannt. Das meiste sind Outdoor-Sehenswürdigkeiten – Orkney ist also nichts für Menschen, die bei Regen sofort schlechte Laune bekommen. Geplant ist, dass unsere Tochter die erste Urlaubshälfte mitkommt und dann von Orkney aus zurück nach Deutschland fliegt. Für die Anreise entscheiden wir uns diesmal für die Fähre von IJmuiden nach Newcastle. Rein rational lohnt sich das Ganze nicht: teurer, längere Anfahrt, spätere Ankunft in Großbritannien. Der große Vorteil gegenüber der Hull-Fähre ist allerdings, dass man sich die eher seelenlose Strecke Hull–Newcastle spart. Komfort schlägt Effizienz – zumindest in der Theorie. Wir starten mittags in Aachen und fahren bei erstaunlich schönem und mildem Wetter nach IJmuiden. Um 15:30 Uhr erreichen wir den Hafen, kurz darauf dürfen wir an Bord.
 IJmuiden Hafen
Die Kabine ist… sagen wir mal „kompakt“. Sie liegt auf Deck 2, somit unter dem Car Deck und sogar unter der Wasserlinie – perfekte Voraussetzungen für eine Nacht, in der man jede Welle persönlich kennenlernt. Aber es ist ja nur für eine Nacht.

Gegen 17 Uhr legt das Schiff ab und wir steuern das Buffet an. Von Auswahl und Qualität her schneidet das Buffet der P&O-Fähre Rotterdam–Hull nur unwesentlich besser ab. Das Abendprogramm hingegen reißt niemanden vom Hocker – wobei Geschmack bekanntlich subjektiv ist. Vielleicht waren auch einfach unsere Erwartungen zu hoch.

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen entschädigt dann aber für alles. Um 9 Uhr Ortszeit passieren wir die Hafeneinfahrt von Newcastle. Das Schiff braucht gefühlt eine Ewigkeit für die letzten vier Kilometer bis zum Anleger, sodass wir erst kurz vor 10 Uhr von Bord dürfen.
 Ankunft in Newcastle upon Tyne
Von dort geht es zügig Richtung Norden: über die A1 vorbei an Alnwick (bekannt für sein Schloss, das unter anderem für Hogwarts als Vorlage diente), Berwick-upon-Tweed – jahrhundertelang zwischen England und Schottland umkämpft – bis nach Edinburgh. Die schottische Hauptstadt, seit 1437 offiziell Hauptstadt des Landes, lassen wir diesmal links liegen und wechseln auf die M90 Richtung Perth. Perth selbst ist mäßig spannend, glänzt aber mit einem hervorragenden Buchladen. Perfekt, um noch ein paar Weihnachtsgeschenke für Paula zu besorgen. Außerdem kaufen wir eine Vodafone-Datenkarte. 5G gibt es inzwischen fast überall in Schottland – selbst dort, wo es mehr Schafe als Menschen gibt. Streaming am Abend ist also gesichert. Nach zwei Stunden verlassen wir Perth und suchen uns im kleinen Ort Dunkeld einen Platz für die Nacht. Dunkeld war einst kirchliches Zentrum Schottlands und besitzt eine Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Der Stellplatz ist eher zweckmäßig, aber das Örtchen selbst ist nett, mit ein paar Pubs und Geschäften. Genau die richtige Mischung aus „nichts los“ und „gerade genug los“. Wobei das im Sommer durchaus anders sein kann. Die nahegelegene Hermitage (toller Wasserfall mit schönem Waldwanderweg) zieht viele Besucher an.
 unser Schlafplatz in Dunkeld
Am nächsten Morgen geht es entspannt weiter Richtung Inverness, der selbsternannten Hauptstadt der Highlands. Unterwegs machen wir Halt in Pitlochry, einem viktorianischen Kurort aus dem 19. Jahrhundert, der heute vor allem von Touristen lebt. Wir schlendern durch die Straßen, stöbern in Läden und trinken Tee in einer weihnachtlich dekorierten Teestube. All very british. Es fehlt eigentlich nur noch jemand, der „Lovely weather today, isn’t it?“ sagt – obwohl es regnet.

In Inverness finden wir einen Stellplatz am Freizeitbad an der Bught Lane – offenbar ein Klassiker unter Wohnmobilisten. Nicht schön, weil man am Straßenrand steht. Aber man kommt gut zu Fuß ins Stadtzentrum. Ein netter Fußmarsch in die Innenstadt führt über Ness Islands – mehrere kleine Inseln im River Ness. Der Wasserstand zeigt deutlich, dass es zuvor ordentlich geregnet haben muss. Wir haben Glück: Sonne, etwa 9 °C und fast schon frühlingshafte Stimmung. Man könnte glatt vergessen, dass Dezember ist.
 voll illuminiert
Inverness selbst überzeugt uns nur bedingt. Ein kleiner Weihnachtsmarkt, ein mäßiger Italiener – na ja. Aber: Hier gibt es ein Kino. Da Paula unbedingt den neuen Avatar-Film in 3D im Originalton sehen möchte, buchen wir Tickets für den nächsten Tag. Weiter nördlich gibt es nun mal kein 3D-fähiges Kino mehr.
 Weihnachtsmarkt in Inverness
Die Nacht ist laut, der Regen kräftig. Trotzdem stehen wir früh auf und fahren zu einem dieser riesigen Einkaufszentren außerhalb der Stadt. Da wir noch reichlich Zeit bis zum Filmstart haben, nutzen wir die Gelegenheit zum Großeinkauf. Fleisch-, Wurst-, Milch- und Käsewaren dürfen ja nicht mehr eingeführt werden. Bei einer Grenzkontrolle wegen ein paar Scheibem Salami oder eines Eintopfs mit Würstchen erwischt zu werden, ersparen wir uns gerne - die britischen Strafen sind unbritisch unhöflich. Um kurz vor 11 Uhr sitzen wir im Kino und schauen uns das 3 Stunden 17 Minuten lange Werk von James Cameron an. Bildgewaltig, ja. Inhaltlich… sagen wir: vorhersehbar. Aber da ist dann auch wieder die Sache mit dem Geschmack … Zum Glück ist es noch hell, als wir kurz vor 15 Uhr das Kino verlassen. Danach geht es weiter über die A9 Richtung Norden. Kaum Verkehr, wir kommen gut voran. Dank der neuen SIM-Karte buchen wir unterwegs einen Campingplatz nahe Gills Bay und der Fähre zu den Orkney-Inseln. Kurz vor 16 Uhr wird es dunkel. Google Maps meint, fünf Minuten sparen zu müssen, indem es uns über kleine Single-Tracks schickt. Da quasi kein Verkehr herrscht, stört uns das wenig – unser Vertrauen in Google Maps ist ohnehin längst schon emotional abgestumpft. Der Campingplatz ist nicht zu übersehen – vermutlich sogar von der ISS aus nicht. Lichterketten überall, alles blinkt und leuchtet.
 Weihnachtsdeko auf höchstem Niveau :D

Wir werden herzlich begrüßt, bekommen alles erklärt. Sogar ein kleines Restaurant in einem umgebauten Reisebus gibt es hier.
 der Reisebus dient als Restaurant
 Essen und Trinken: gut
Burger, groß und lecker. Paula ist zufrieden – also sind wir es auch.
 Ferry View Campsite
Obwohl Gills Bay nur wenige Minuten entfernt ist, sind wir früh auf den Beinen: die Fähre geht um halb zehn. Bei gutem Wetter sind wir rechtzeitig im Hafen, wo der Katamaran gerade ankommt.
 die MV Pentalina
Das Verladen geht zügig, auch wenn größere Fahrzeuge rückwärts auf die Fähre müssen. Vertrauen in die Einweiser ist dabei alles. Die Überfahrt ist etwas unruhig. Paula und ich merken zwar nichts davon, aber die Spucktüten knistern überall und das Fährpersonal rückt mit Aufnehmer und Desinfektionsmittel aus. Bei bestem Fotowetter geht es an Hoy und Flotta vorbei in die Bucht von Scapa Flow, einst einer der wichtigsten Flottenstützpunkte der Royal Navy. Nach gut einer Stunde legen wir in St. Margaret’s Hope an.
 St. Margaret’s Hope
 Seehunde in der Bucht von St. Margaret’s Hope
Unser erster Weg führt uns nach Kirkwall, der Inselhauptstadt, die seit etwa 1000 n. Chr. ein regionales Zentrum ist. Die Stadt ist erstaunlich lebendig, mit vielen kleinen Geschäften. Natürlich gibt es viele Schmuckgeschäfte – Schmuck von den Orkney-Inseln wird weit über die Inseln hinaus geschätzt. Im Zentrum steht die mächtige St. Magnus Kathedrale. Die Kathedrale selbst ist beeindruckend: roter und gelber Sandstein, massive Mauern - ein Bau, der nicht dekorativ sein will, sondern dauerhaft. Errichtet ab 1137, wie so oft finanziert durch politische Intrigen, Mord und religiöse Motivation. Orkney Geschichte in Steinform.
 St. Magnus Kathedrale
Überall wird bereits das Ba-Game vorbereitet – ein archaisches Ballspiel, das am ersten Weihnachtstag und Neujahr ausgetragen wird. Nach Einkäufen und Tee im Community Café wird klar: Es ist deutlich kälter geworden. Wir fahren über den Ring of Brodgar nach Yesnaby, um dort zu übernachten.
 man bereitet sich auf das Ba Game vor
Der Ring of Brodgar ist einer der bedeutendsten Steinkreise Großbritanniens aus der Jungsteinzeit, errichtet etwa zwischen 2500 und 2000 v. Chr.. 27 Steine stehen noch, ursprünglich waren es wohl 60. Niemand weiß genau, wozu das Ganze diente – Kultstätte, Kalender, Statussymbol. Wahrscheinlich von allem etwas. Der Platz ist offen, frei zugänglich, keine Zäune, kein Eintritt. Man steht mitten in 5000 Jahre alter Geschichte und wundert sich kurz, warum das alles so selbstverständlich wirkt. Ein Historic Scotland Warden von Skara Brae, mit dem wir uns ein paar Tage später unterhalten, erklärt uns, dass der Steinkreis dem Ansturm der Touristen nicht mehr gewachsen ist. Waren es früher jährlich ein paar Tausend, die den Steinkreis besucht haben, sind es nun ein paar Hunderttausend Touristen. Besonders im Sommer, wenn die Kreuzfahrtschiffe in Stromness anlegen, werden Tausende Menschen mit Bussen über die Insel zu den Sehenswürdigkeiten gekarrt. Die Steine stecken teils nur einen Meter tief im weichen Boden. Wenn dann zu viele Menschen um die einzelnen Steine laufen oder sich dagegen lehnen, droht Umfall-Gefahr. Zudem beobachtet man immer häufiger, dass Leute die Steine oder auch Bauwerke immer mehr beschädigen. Da werden die Initialen eingeritzt oder einfach Stücke als Andenken rausgehauen. Somit ist der direkte Zugang zum Steinkreis leider gesperrt bzw. es wird mit britischer Höflichkeit freundlichst darum gebeten, vom Zutritt in den inneren Kreis abzusehen.
 Ring of Brodgar
 ...und von oben
Wir fahren weiter nach Yesnaby, einem der wildesten Küstenabschnitte der Hauptinsel Mainland. Steilklippen, donnernde Wellen, permanenter Wind – landschaftlich absolut spektakulär. Da es noch hell ist, lassen wir die Drohne steigen. Dabei wird einem schon etwas mulmig, wenn man sieht, wie das kleine Gerät gegen den Wind ankämpft. Am frühen Abend werden wir mit einem romantischen Sonnenuntergang belohnt, bevor die Sonne für rund 17 Stunden verschwindet.
 Yesnaby

 hoffentlich hält die Drohne das aus :roll:
 Sonnenuntergang in Yesnaby
Der Schlafplatz ist perfekt gelegen. Wir hoffen nur, dass der Wind nicht noch stärker wird – sonst wird es eine sehr bewegte Nacht. Geräuschkulisse und Aussicht sind jedenfalls beeindruckend.

Am nächsten Morgen weckt uns ein farbenprächtiger Sonnenaufgang. Erstes Ziel ist Stromness, die zweitgrößte Stadt der Orkney-Inseln. Der Ort zieht sich entlang einer schmalen Hauptstraße, die man mit größeren Fahrzeugen besser meidet. Stromness ist wichtiger Fährhafen (u.a. nach Scrabster) und Anlaufstelle für Kreuzfahrtschiffe. Das merkt man an der Dichte von Souvenir- und Kunsthandwerksläden deutlich.
 Stromness...leider hat alles geschlossen
Da Sonntag ist, sind – Überraschung – viele Geschäfte geschlossen oder öffnen erst deutlich später. Wir beschließen daher, das Thema Shopping elegant zu vertagen und fahren stattdessen zum Brough of Birsay.
 ziemlich eng, die Hauptstraße in Strommness



Diese kleine Gezeiteninsel liegt vor der Nordwestküste von Orkney Mainland und ist nur bei Niedrigwasser über einen schmalen Damm erreichbar. Die Zeiten der Tiden sollte man bei einem Besuch des Brough auf jeden Fall im Blick halten! Auf der Insel befinden sich die Überreste einer romanischen Kirche (12. Jh.) inmitten einer Wikingersiedlung aus dem 9. Jahrhundert sowie ein Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert. Dieser wurde entworfen von der berühmten schottischen Stevenson-Familie, die offenbar kollektiv beschlossen hat, Schottlands Küsten vollständig mit Leuchttürmen zu versehen
 Birsay
Als wir ankommen, ist der Weg noch nicht ganz freigegeben. Das Wasser zieht sich zwar sichtbar zurück, aber wir haben keine Lust auf unfreiwillige Fußbäder. Also warten wir etwa eine halbe Stunde, dann ist der Damm sicher begehbar und wir laufen trockenen Fußes hinüber. Die Siedlungsreste sparen wir uns dieses Mal – die kennen wir bereits von früheren Besuchen. Stattdessen steuern wir direkt den Leuchtturm an.
 auf zum Leuchturm
 Stevenson Leuchtturm von 1925
Hier lassen wir die Drohne steigen. Kaum ist sie in der Luft, meldet die Software mit ernster Stimme: starker Wind, mögliche Rückkehrprobleme, bitte Vorsicht. Wir nehmen diese Warnung zur Kenntnis – und fliegen trotzdem hinaus über das Meer.



Wir ignorieren also sämtliche elektronischen Bedenken und vertrauen ganz auf chinesische Ingenieurskunst. Und siehe da: Die Drohne kehrt brav zurück.

Danach spazieren wir noch ein wenig über die Insel, genießen das winterliche Licht und den langsam untergehenden Sonnenball. Die Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz des Sands Hotel auf Burray, einer der südlichen Orkney-Inseln. Abends gibt es dort sehr ordentliche Fish ’n Chips – nichts Ausgefallenes, aber genau das Richtige nach einem windigen Tag. Da der Hotelparkplatz landschaftlich nun wirklich kein Highlight ist, fahren wir am Morgen zum Frühstücken zum Earl’s Bu bei Orphir. Leider regnet es. Earl’s Bu ist ein historischer Ort mit einem rekonstruierten Wikinger-Langhaus und einer Rundkirche aus dem 12. Jahrhundert, erbaut von Earl Haakon Paulsson, einem nordischen Herrscher der Orkney-Inseln.
 Rundkirche in Orphir

Nach dem Frühstück hört der Regen glücklicherweise auf und wir fahren weiter zum kleinen Fährhafen in Houton. Von hier geht es zur Insel Hoy, der einzigen Orkney-Insel mit nennenswerten Erhebungen. Die Fähre haben wir vorsorglich am Vortag gebucht, da Fahrzeuge über sechs Meter Länge reservierungspflichtig sind. Die Überfahrt führt durch Scapa Flow, einem der größten Naturhäfen Europas und in beiden Weltkriegen von enormer strategischer Bedeutung. Ziel ist Lyness, die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und kostet 62 Pfund.
 die Überfahrt ist leider recht langweilig
Spektakulär ist die Überfahrt bei diesem Wetter nicht, aber wir kommen entspannt an. In Lyness könnte man das Scapa Flow Museum besuchen, das sich mit der Geschichte der britischen Flotte und der Selbstversenkung der deutschen Hochseeflotte im Jahr 1919 beschäftigt. Im Winter ist das Museum jedoch geschlossen, sodass wir uns auf die Außenexponate beschränken. Unser erstes Ziel auf Hoy – genauer gesagt auf South Walls, das über einen Damm mit Hoy verbunden ist – ist der Ort Longhope.
 auf Hoy gibt es eine Menge "Lost Places"
Viel los ist hier nicht. Im Sommer gibt es zwei Hotels mit Gastronomie, im Winter hingegen verschlossene Türen. Auch der Hackness Martello Tower, ein Verteidigungsturm aus dem frühen 19. Jahrhundert, der ursprünglich gegen Napoleons Truppen gedacht war, ist geschlossen. Wir begnügen uns mit dem Blick von außen.
 Hackness Martello Tower
Danach geht es weiter zum Cantick Head Lighthouse, ebenfalls ein Werk der Stevensons. Bei grauem Himmel und Wind hält sich die Begeisterung allerdings auch hier in Grenzen.
 Cantick Head Lighthouse von 1858
 St Johns
Menschen oder Autos begegnen uns kaum. Dafür passieren wir zahlreiche verlassene Häuser – stille Hinweise darauf, dass Hoy früher deutlich dichter besiedelt war.
 viele verlassene Häuser
 und zum Teil viel Schrott
Wir fahren weiter nach Rackwick, einem kleinen Weiler im Südwesten der Hoy. Rackwick ist bekannt für spektakuläre Sonnenuntergänge – heute leider Fehlanzeige. Dafür gibt es hier einen gut ausgestatteten Stellplatz mit Entsorgungsmöglichkeit. Die Zufahrt erfolgt über eine lange, einsame Single-Track-Road, die gefühlt direkt ans Ende der Welt führt.
 einsame Single Track Roads
Zunächst führt die Straße durch eine Moorlandschaft, in der uns ein einzelnes weißes Grab auffällt. Wir halten an und laufen hinüber. Hier liegt Betty Corrigal, eine junge Frau aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde um 1770 schwanger, der Vater des Kindes verschwand, Betty versuchte sich daraufhin das Leben zu nehmen. Beim ersten Versuch wurde sie zunächst gerettet, erhängte sich aber wenige Tage später. Da Selbstmörder damals nicht in geweihter Erde bestattet werden durften, wurde sie anonym im Moor begraben.
 das Grab von Betty Corrigal
Rund 150 Jahre später fanden Torfstecher ihren erstaunlich gut erhaltenen Körper. Sie wurde mit damaligen Mitteln untersucht und an gleicher Stelle wieder begraben. In den folgenden Jahrzehnten wurde sie mehrfach immer wieder mal per Zufall beim Torfstechen gefunden und umgebettet – unter anderem 1941 von amerikanischen Soldaten. Der Leichnam wurde erneut untersucht und sollte danach wieder anonym begraben werden. Die Soldaten waren von Bettys Gesichte aber so ergriffen, dass sie ihr schließlich ein ordentliches Grab mit Zaun und Grabstein errichteten. Eine späte Form von Gerechtigkeit.

Die Straße führt weiter bis Linksness und dann durch ein langes Tal in den Süden der Insel. Im Sommer ist Linksness der Anleger für die Fußgänger- Fähre ab Stromness. Auf den gesamten 20 Kilometern begegnet uns kein einziges Fahrzeug. Einsam, ruhig, angenehm – genau unser Ding. In Rackwick dürften wir bis zu sieben Nächte auf dem Stellplatz bleiben. Es gibt ein kleines Toilettenhäuschen, eine neue Entsorgungsstation und einen kurzen Weg zum Strand. Außerdem steht dort ein Bothy, eine einfache Schutzhütte.
 Linksness
 Rackwick
 Stellplatz in Rackwick, sieben Nächte sind erlaubt
Vom Stellplatz sind es nur ein paar Meter bis zum Strand mit Bothy.
 am Strand von Rackwick
 Rackwick Beach

Leider wird es den ganzen Tag über nicht richtig hell, aber der Wetterbericht verspricht Besserung. Für den nächsten Tag steht der Old Man of Hoy auf dem Programm. In der Nacht frischt der Wind kräftig auf, der Himmel ist sternenklar – unser Fahrzeug wird ordentlich durchgeschaukelt. Schlafen ist möglich, aber eher in der Theorie.
Am Morgen bleibt es bedeckt, aber trocken. Wir starten die Wanderung zum Old Man of Hoy, etwa sieben Kilometer insgesamt. Zunächst geht es durch den kleinen Ort, dann langsam bergauf, bis wir die Klippen erreichen.

Nach rund 45 Minuten taucht er auf: der Old Man of Hoy - eine 137 Meter hohe Felsnadel, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Orkney-Inseln. Der Weg zieht sich noch ein wenig, dann stehen wir direkt am Abgrund. Im Sommer nisten hier Tausende Seevögel, im Winter sind deutlich weniger Vögel in den Klippen – vor allem Eissturmvögel.
 Old Man of Hoy
Die Felsnadel erinnert an die Lange Anna auf Helgoland, ist aber etwa dreimal so hoch. Am Fuß des Felsens entspannt sich eine kleine Gruppe Seehunde im ruhigen Wasser.
 die ganze Familie liegt faul auf den Felsen


Auch hier lassen wir die Drohne steigen, um den Felsen einmal von der Meerseite zu sehen. Diesmal mit etwas mehr Respekt vor Wind und Physik, denn wenn die Drohne hier verloren geht, ist sie für immer weg.


Anschließend machen wir uns auf den Rückweg – die Fähre zurück wartet nicht.
 der weg zieht sich...
 bis die Bucht von Rackwick wieder in Sicht kommt
Auf dem Weg zurück zum Hafen legen wir einen kurzen Stopp am Dwarfie Stane ein, einem neolithischen Grab aus etwa 3000 v. Chr., das direkt aus dem Sandstein geschlagen wurde.
 Dwarfie Stane

Zurück in Lyness erreichen wir die Fähre pünktlich und setzen wieder nach Mainland über. Die Nacht verbringen wir in Deerness am Community Center – dem einzigen Stellplatz der Orkneys, der im Winter geöffnet ist. Nach einem kurzen Telefonat bekommen wir den Schlüssel für das Duschhaus, zahlen für die Nacht und dürfen bei Bedarf jederzeit wiederkommen. Bezahlt wird dann per Bargeld in den Briefkasten. Die nette Lady bittet uns nur darum, vor Abreise auf jeden Fall den Schlüssel im Briefkasten zu deponieren. Sehr entspannt. Es ist Weihnachten, also fahren wir nach Stromness. Wir parken am Hafen, wo auch die Hamnavoe, die große Fähre nach Scrabster, liegt. Die Geschäfte sind geöffnet und wir merken schnell: im Winter sind Touristen hier eine Seltenheit. Fast jeder Ladenbesitzer fragt uns, wie es uns geht, woher wir kommen, warum wir um diese Jahreszeit hier sind, usw..
 auf dem Weg nach Stromness
 Ölförderung auf den Orkneys
 Hafen von Stromness
Wir kaufen ein paar Kleinigkeiten, schlendern die Hauptstraße rauf und runter und fahren anschließend weiter Richtung Kirkwall, um beim Lidl unsere Vorräte aufzufüllen. Eigentlich wollten wir von hier aus direkt weiter nach St. Margaret’s Hope. Aber der Himmel verspricht einen schönen Sonnenuntergang und so machen wir noch einen Abstecher an die Westküste – ist ja alles nicht so weit hier.
 das Licht macht Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang



 Ring of Brodgar im letzten Licht
Um kurz vor 18 Uhr erreichen wir St. Margaret’s Hope, den größten Ort auf der Insel South Ronaldsay. Der Ort existiert mindestens seit dem 16. Jahrhundert und war lange ein wichtiger Hafen für den Handel zwischen den Orkney-Inseln und dem schottischen Festland. Heute gibt es hier vor allem Ruhe, Wind – und den sehr netten Pub Robertsons, der überraschend gutes Essen serviert. Da der Pub allerdings nur eine Handvoll Tische hat, waren wir klug genug, schon vor unserem Abstecher auf die Hoy einen Tisch zu reservieren. Spontan ist hier im Winter zwar einiges möglich, ein freier Tisch am Weihnachtsabend gehört aber eher nicht dazu. Da der Himmel nahezu wolkenlos ist, wird es nach Sonnenuntergang sofort empfindlich kalt. Auf der Rückfahrt nach Deerness ist es stellenweise ziemlich glatt. Wir sind froh, unfallfrei anzukommen. Passend zum Heiligen Abend nehmen wir den Platz direkt am Weihnachtsbaum und warten – stilecht – auf das Christkind.
 Stellplatz in Deerness
Es ist Christmas Day, also der Tag des legendären Christmas Ba. Da das Spiel traditionell erst um 13 Uhr beginnt, nutzen wir den Vormittag für einen kurzen Abstecher zum nahegelegenen Gloup. Dabei handelt es sich um eine eingestürzte Meereshöhle, rund 70 Meter lang, die durch jahrhundertelange Erosion entstanden ist. Die Orkney-Inseln sind bekannt für solche geologischen Formationen – hier nagt der Atlantik unermüdlich am Felsen, offensichtlich mit sehr viel Zeit und Geduld.
 Gloup

gnarz18 am 25 Jan 2026 20:29:45 Gegen Mittag erreichen wir Kirkwall. Wir suchen uns einen Parkplatz, der weit genug vom Geschehen entfernt liegt. Der Platz vor der St. Magnus Kathedrale füllt sich schnell. Alle warten gespannt auf das, was gleich passieren wird. Fenster und Hauseingänge sind vorsorglich mit massiven Balken geschützt – ein klares Zeichen dafür, dass man auf das, was gleich kommt, gut vorbereitet ist. Dem Spiel steht also nichts mehr im Wege.
 noch ist es ruhig in den Straßen von Kirkwall
 langsam füllt es sich
Es dauert nicht lange, bis die erste Mannschaft auftaucht. Man bleibt jedoch noch stehen, bis auch die Gegner am anderen Ende der Straße erscheinen. Tradition muss schließlich gewahrt werden.
 die Doonies
 und die Uppies
Kurz vor 13 Uhr bewegen sich beide Gruppen aufeinander zu und direkt vor der Kathedrale bildet sich eine große, dichte Menschenmenge.
 man sucht die körperliche Nähe zum Mitspieler
Pünktlich mit dem Glockenschlag wird der Ball – der sogenannte Ba – ohne Vorwarnung in die Menge geworfen. Das Spiel beginnt.
 der Ba wird eingeworfen
Die Regeln sind denkbar einfach, es gibt nämlich: Keine – genau das macht die Sache kompliziert. Es „spielen“ zwei Mannschaften: die Uppies und die Doonies. Zu welcher Mannschaft man gehört, entscheidet traditionell der Geburtsort. Da heute allerdings die meisten Akteure im einzigen Krankenhaus der Stadt geboren werden, zählt stattdessen der Geburtsort der Eltern oder Großeltern. Ziel ist es, den Ball ins eigene „Tor“ zu bringen. Für die Doonies ist das Tor das Hafenbecken, für die Uppies eine bestimmte Hauswand. Weitere Regeln gibt es praktisch nicht. Eine Mannschaft kann aus beliebig vielen Mitstreitern bestehen. Je mehr, desto besser natürlich. Trikots oder Kennzeichnungen erkennen wir nicht. Aber jeder scheint hier jeden zu kennen und zu wissen, wer zu welcher Mannschaft gehört. Allerdings wird darauf geachtet, dass das Ganze nicht völlig aus dem Ruder läuft. Sollte bei jemandem die Sicherung durchbrennen, wird die betreffende Person kurzerhand aus der Menge gezogen, bis sie sich wieder beruhigt hat. Ach ja, das Ganze ist reine Männersache. Es gab mal eine Saison mit Frauen-Mannschaften, diese Variante des Spiels konnte sich allerdings nicht durchsetzen.
 wo ist der Ba?

Es wird geschoben, gebrüllt, gezerrt. Wo der Ball ist, weiß niemand so genau. Er verschwindet vollständig in der Menschenmasse. Nach gut einer Stunde bewegt sich die Menge langsam über die Straße, als sich plötzlich eine Gruppe abspaltet und davonrennt. Ob sie den Ball haben oder nur Bluff betreiben, weiß niemand – genau das ist der Punkt.

 manchmal gerät man auch etwas heftiger aneinander
Manche Akteure liefern sich ihre ganz persönlichen Nebenkriegsschauplätze, werden aber schnell von anderen Teilnehmern wieder voneinander getrennt. Spätestens jetzt wird auch klar, warum Fenster und Türen mit massiven Balken gesichert sind – diese Menschenmenge würde unweigerlich alles eindrücken, was ihr im Weg steht.

Langsam wird es dunkel, als sich das Geschehen in eine kleine Gasse in Richtung Uppies-Tor verlagert. Doch den Doonies gelingt es, über Hinterhöfe mit dem Ba zu entkommen und sich Richtung Hafen durchzuschlagen.
 es wird gezerrt, geschoben, egal wo und wie

 auf dem Weg zum Uppies Tor

An einer Hauswand wird die Gruppe noch einmal gestoppt. Zunächst passiert wieder … nichts. Dann klettern plötzlich zwei Jugendliche auf die Mauer hinter den Akteuren, und die Doonies schaffen es, den Ba nach oben zu reichen. Die beiden verschwinden mit dem Ball durch Hinterhof und Garten des Hauses. Niemand weiß nun, wo sie sind – oder ob sie überhaupt wieder auftauchen. Es soll schon vorgekommen sein, dass der Ba stundenlang mit dem Auto über die Insel gefahren wurde. Heute werden die beiden Jugendlichen jedoch an der Tankstelle nahe des Hafenbeckens entdeckt und aufgehalten. Vorsorglich positionieren sich bereits einige Akteure im Peedie Sea, einem kleinen See nahe dem Zentrum von Kirkwall – bei den Temperaturen sicher kein großes Vergnügen.

 wer jetzt Tanken möchte, hat ein Problem
Nun geht es langsam, aber stetig Richtung Hafenbecken. Auf einem nahegelegenen Parkplatz wird noch einmal ordentlich gerangelt, der ein oder andere Außenspiegel der dort unvorsichtigerweise abgestellten Fahrzeuge muss dabei dran glauben. Nach insgesamt vier Stunden ist es schließlich geschafft: Die Doonies erreichen das Hafenbecken und versenken den Ba. Gewonnen!
 der Sieger
Die Freude bei den Doonies ist entsprechend groß, während die Uppies frustriert das Weite suchen. Allerdings bleibt ihnen die Hoffnung auf Revanche – denn an Neujahr wird das Spiel erneut ausgetragen. Und diese Chance werden sie auch nutzen. Wir machen uns auf den Rückweg zu unserem Auto und fahren weiter zum Ring of Brodgar. Auf dem großen Besucherparkplatz verbringen wir die Nacht. Zu unserer Überraschung sind wir nicht allein – zwei weitere Wohnmobile gesellen sich noch zu uns. Gemeinsam trotzen wir der für die Orkney typische Winterkälte.
 richtig was los, auf dem Parkplatz :D
Am nächsten Morgen ist es leider erneut stark bewölkt. Nach einem ausgedehnten Frühstück fahren wir an die Westküste von Mainland, um dort einen kurzen Spaziergang zu alten Fischerhütten zu unternehmen. Diese kleinen Steingebäude wurden um 1900 errichtet und dienten früher als einfache Unterkünfte und Lagerräume für Fischer, die hier oft tagelang auch bei heftigem Wetter draußen waren.


Das volle Erlebnis sind die Hütten heute nicht mehr. Die Küste dagegen mit ihren riesigen, flach geschliffenen Felsplatten ist beeindruckend. Auch hier sieht man sehr schön, wie der Atlantik über Jahrtausende das Gestein bearbeitet hat. Wir lassen uns ordentlich Zeit, trödeln ein wenig herum und da die Sonne inzwischen schon recht tief steht, fahren wir weiter nach Birsay, in der Hoffnung, dort vielleicht noch einen schönen Sonnenuntergang zu erwischen.
 die Hauptinsel Mainland ist flach, im Hintergrund die Hoy
 Birsay


Leider sind zu viele Wolken am Himmel, statt Sonnenuntergang gibt es nur einen dramatisch beleuchteten Horizont – immerhin etwas fürs Auge. Die Nacht verbringen wir am Broch of Gurness, einer gut erhaltenen eisenzeitlichen Siedlung aus etwa 500 v. Chr. bis 200 n. Chr.. Der Stellplatz liegt schön abgelegen direkt am Meer, ist allerdings leicht schief. Mit ein paar Keilen lässt sich das aber gut ausgleichen. Neben uns steht noch ein Kastenwagen aus der Nähe von Inverness. Wir fragen uns ernsthaft, wie man es schafft, in so einem Fahrzeug mit zwei Erwachsenen und vier Hunden zu reisen – zwei Border Collies, ein Husky und ein Windhund. Respekt.
 Broch of Gurness
 unser Stellplatz
 der Broch von oben

Jetzt im Winter ist das Kassenhäuschen dauerhaft geschlossen, aber der Broch kann kostenlos besichtigt werden. Im Sommer kostet der Besuch natürlich Eintritt, was angesichts des Erhaltungszustands der Anlage auch absolut gerechtfertigt ist. Sofern man auch die anderen Sehenswürdigkeiten wie Maes Howe, Skara Brae usw. plant zu besuchen, lohnt sich in Orkney der Explorer Pass vom Historic Scotland auf jeden Fall. Der nächste Morgen startet überraschend sonnig und wir fahren nach Skara Brae. Eigentlich hoffen wir auf das Café im Visitor Center, doch leider hat dieses mittlerweile im Winter geschlossen. Schade, im Winter vor 5 Jahren haben wir hier einen sehr leckeren Snack genossen. Wenn wir schon hier sind, schauen wir uns natürlich trotzdem noch einmal das Dorf an. Skara Brae ist eine der bedeutendsten neolithischen Siedlungen Europas und wurde etwa 3200–2500 v. Chr. bewohnt – ist also älter als Stonehenge und die Pyramiden von Gizeh.
 Skara Brae

Nach Rückfrage und unter strenger Aufsicht darf ich die Drohne steigen lassen. Wir kommen mit dem Warden ins Gespräch. Er war früher Feuerwehrmann in Manchester, bis ihn die Liebe auf die Orkney-Inseln verschlagen hat. Bei unserem letzten Besuch durften wir noch zwischen den Häusern entlang gehen und auch in die einzelnen Häuser hineingehen. Er erklärt uns, dass Besucher sich heute ausschließlich auf dem gepflasterten Weg durch das Dorf bewegen dürfen. Die enormen Besucherzahlen – und leider auch das teilweise rücksichtslose Verhalten mancher Touristen – haben diese Maßnahme notwendig gemacht. Außerdem erzählt er uns, dass viele Sehenswürdigkeiten auf Orkney zusätzlich zu den steigenden Besucherzahlen durch Erosion, Wetter und Erschütterungen stark gefährdet sind. Nach diesem kurzen, aber sehr informativen Besuch wollen wir das gute Wetter nutzen, zum Yesnaby Castle wandern – einer markanten Felsnadel vor der Küste von Yesnaby. Bei dem schönen Wetter ist erstaunlich viel los, wir sind ausnahmsweise mal nicht allein unterwegs.
 schroffe Küstenlandschaft in Yesnaby
Der Weg ist nicht weit, schon nach kurzer Zeit kommt das „Castle“ in Sicht. Der Name ist etwas irreführend – eine Burg war es nie –, aber die Felsformation ist spektakulär und ein schönes Beispiel für die dramatische Küstenlandschaft der Orkney-Inseln.
 Yesnaby Castle



Der Warden von Skara Brae hatte uns außerdem noch auf das Grain Earth House in Kirkwall hingewiesen und meinte, das sollten wir uns unbedingt anschauen. Da wir ohnehin Richtung Kirkwall müssen – Paula fliegt bald von dort zurück –, passt das perfekt. Um das Earth House zu besichtigen, muss man sich in einem Wollgeschäft gegenüber der Kathedrale den Schlüssel abholen. Danach fährt oder läuft man ins Industriegebiet, wo sich das Erdhaus befindet. Bis Kirkwall ist es nicht weit und wir finden tatsächlich einen Parkplatz direkt vor dem Geschäft. Paula springt kurz hinein und kommt schnell mit dem Schlüssel wieder heraus. Kein Pfand kein GarNix, eine Telefonnummer reicht zur Übergabe aus. Der Eingang zum Earth House liegt gut gesichert mitten im Gewerbegebiet. Wir parken in der Nähe, über eine Leiter steigen wir hinunter in das Erdhaus.
 das Erdhaus im Industriegebiet
Viel Bewegungsfreiheit gibt es dort nicht. Gebückt kriecht man durch einen etwa fünf Meter langen Gang bis in die eigentliche Vorratskammer, wo man immerhin wieder aufrecht stehen kann. Das Bauwerk stammt vermutlich aus der Eisenzeit und diente zur kühlen, sicheren Lagerung von Lebensmitteln.
 man muss sich ganz schön klein machen

Obwohl am Eingang eine Taschenlampe bereit liegt, empfiehlt es sich dringend, eine eigene mitzubringen – denn Licht gibt es dort unten nicht. Nach einem weiteren kurzen Zwischenstopp zwecks Vorratsbefüllung fahren wir noch einmal nach St. Margaret’s Hope ins Robertsons zum Essen und anschließend zurück nach Deerness auf den Stellplatz.

Am nächsten Tag ist das Wetter leider wieder eher bescheiden, trotzdem wir fahren über die Churchill Barriers in den Süden der Orkney-Inseln. Diese Dämme wurden ab 1940 auf Anordnung von Winston Churchill gebaut, um die britische Flotte in Scapa Flow besser vor deutschen U-Booten zu schützen. Zunächst hatte man versucht, die Durchfahrten mit versenkten Schiffen zu blockieren, doch das reichte nicht aus. Also wurden italienische Kriegsgefangene zum Bau der massiven Betonbarrieren eingesetzt. Um sie bei Laune zu halten, durften sie eine Wellblechhalle zur Kapelle umgestalten. Die Italian Chapel ist außen mit einem schönen Portal und innen mit großartigen Gemälden verziert. Sie ist auf jeden Fall einen Besuch wert, im Winter ist sie leider geschlossen.
 Schiffswracks bei den Barriers, heute ein beliebtes Tauchziel
 Churchill Barriers
--> Link

Wir schauen uns die Linklater Stacks an. Direkt unterhalb des Parkplatzes haben es sich ein paar Seehunde auf dem weichen Gras gemütlich gemacht und scheinen vom trüben Wetter völlig unbeeindruckt.

 Linklater Stacks
Anschließend unternehmen wir eine Wanderung zum Hoxa Head, um dort die Hoxa Battery zu besichtigen. Der Weg ist nicht weit, aber ziemlich matschig. Die Befestigungsanlagen stammen aus beiden Weltkriegen und sollten den Hoxa Sound, eine wichtige Zufahrt nach Scapa Flow, vor deutschen U-Booten und Schnellbooten schützen. Heute verfallen die Anlagen langsam und dienen höchstens noch ein paar Schafen als windgeschützter Unterschlupf.
 Hoxa Battery


Der Tag neigt sich schnell dem Ende zu und so langsam müssen wir uns einen Platz für die Nacht suchen, der nicht allzu weit vom Flughafen in Kirkwall entfernt ist. Paulas Wahl fällt auf den Parkplatz am Ring of Brodgar. Auf dem Weg dorthin kommen wir in Holm am Barrier View Cafe vorbei. Das ist einer Schmuckwerkstatt angegliedert und hat sogar geöffnet. Die Gelegenheit nutzen wir natürlich für einen Nachmittagssnack. Am nächsten Morgen sind wir pünktlich am Flughafen. Wir finden ganz entspannt einen Parkplatz für unser Wohnmobil – die ersten 2 Stunden sind sogar kostenlos. Der Flughafen besteht im Grunde nur aus einem großen Raum, bietet aber immerhin eine Bar, ein Café und einen kleinen Shop. Wir trinken einen Tee und kurze Zeit später fliegt Paula mit Zwischenstopps in Inverness und London zurück nach Düsseldorf. Ein weiterer Tipp des Wardens von Skara Brae ist der Cuween Hill Chambered Cairn, unser nächstes Ziel. Dieses neolithische Grab stammt aus etwa 3000 v. Chr. und ist besonders für die zahlreichen dort gefundenen Hundeschädel bekannt.
--> Link
 der Eingang zum Cairn

 und immer wieder ist Kriechen angesagt
Auch hier muss man durch einen engen Tunnel kriechen und eine eigene Taschenlampe ist dringend zu empfehlen. Außerdem sollte man nicht unbedingt die besten Klamotten tragen – der Tunnel ist feucht, eng und ziemlich verdreckt. Über die Stones of Stenness, einem weiteren Steinkreis aus der Jungsteinzeit, fahren wir anschließend nach Yesnaby, um eine weitere Küstenwanderung zu unternehmen.
 Stone of Stenness
Die Wanderung führt von Yesnaby immer entlang der Küste Richtung Norden, vorbei an einem Broch, bis nach Skara Brae. Der Weg ist recht eben und sehr gut zu gehen. Bei dem schönen Wetter und dem fantastischen Licht ist das Ganze ein absoluter Traum.
 verlassenes Haus in Yesnaby
 es geht immer an der Küste entlang

 noch ein Broch

Der Broch liegt spektakulär auf einer Felsnase – früher muss es bei Sturm ein echtes Abenteuer gewesen sein, in diesem Wohnturm zu leben. Uns kommen sogar andere Wanderer entgegen, mit denen wir kurz ins Gespräch kommen. Sie empfehlen uns dringend, die neolithischen Stätten auf der Insel Rousay zu besuchen – ihrer Meinung nach die besten in ganz Orkney.
 was für eine Lage...



Das wird zeitlich knapp, da am nächsten Abend unsere Fähre zurück aufs schottische Festland geht. Aber wenn wir die Fahrräder nehmen und die erste Fähre erwischen, sollte es machbar sein. Zurück am Auto entscheiden wir uns, erneut am Broch of Gurness zu übernachten, da der Platz strategisch günstig für den Ausflug nach Rousay liegt. Am nächsten Tag steht also Rousay auf dem Plan, das „Ägypten des Nordens“, wie die Insel wegen ihrer vielen archäologischen Stätten gern genannt wird. Wir haben Fahrräder dabei, was sich heute als ausgesprochen kluge Entscheidung erweist. Die Fähre ist schnell erreicht, das Wetter überraschend freundlich. Kaum sind wir auf der Insel, stellt sich dieses typische Inselgefühl ein: wenig Verkehr, viel Weite, noch mehr Ruhe. Außer uns ist nur noch ein englisches Ehepaar an Bord, das die Insel einmal komplett zu Fuß umrunden möchte – immerhin 30 Kilometer. Rousay ist mit etwa 216 Einwohnern dünn besiedelt, bietet aber erstaunlicherweise Kinovorstellungen und einen Motorhome Stopover. Das schwarze Brett auf der Fähre zeugt von einer sehr aktiven Inselgemeinschaft.
 das schwarze Brett auf der kleinen alten Fähre
Nach gut einer halben Stunde erreichen wir die kleine Insel – und müssen uns sputen, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten abzuklappern.
 immer ist alles eng und man muss klettern oder kriechen :wink:


Vom Fähranleger zum Taversøe Cairn sind es nur ein paar Meter. Auch hier heißt es: tief durchatmen und durch eine enge Öffnung ins Grab kriechen. Bewegungsspielraum war in der Jungsteinzeit offenbar kein großes Thema. Die Cairns auf Rousay sind heute mit Betondächern versehen – das würde man archäologisch vermutlich heutzutage nicht mehr so lösen, aber es vermittelt immerhin einen guten Eindruck davon, wie die Anlagen ursprünglich ausgesehen haben könnten. Das nächste Grab betritt man tatsächlich durch ein Dachfenster und landet in einem länglichen Bau. Eleganz ist anders, aber funktional war das Ganze damals offenbar.


Die größte und beeindruckendste Anlage ist Midhowe Tomb and Chambered Cairn. Midhowe Tomb ist ein rund 23 Meter langes Kammergrab, das etwa um 3500 v. Chr. errichtet wurde. Es zählt zu den bedeutendsten neolithischen Grabstätten auf den Orkney-Inseln und ist außergewöhnlich gut erhalten. Ein sehr lesenswerter Artikel dazu findet sich bei Wikipedia. --> Link Direkt neben dem Grab gibt es außerdem noch einen Broch zu besichtigen. Dieser liegt genau gegenüber dem Broch of Gurness auf Mainland, was stark darauf hindeutet, dass die Küstenregionen hier früher deutlich dichter besiedelt waren, als man das heute vermuten würde.





Wir müssen zurück und legen eine echte Punktlandung an der Fähre hin – eine Minute später hätten wir sie verpasst. Insgesamt sind wir 25 Kilometer mit dem Rad unterwegs gewesen. Hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir die Insel vermutlich komplett umrundet. Aber heute ist der Zeitplan nicht verhandelbar. Wir müssen Gas geben, um rechtzeitig zur Fähre nach St. Margaret’s Hope zu kommen. Unterwegs fällt mir auf, dass eine britische Nummer versucht hat, mich zu erreichen. Ich rufe zurück – niemand hebt ab. Keine zehn Minuten später klingelt es erneut, genau einmal, und bevor ich reagieren kann, ist wieder Ruhe. Auch dieser Rückruf bleibt erfolglos. Im Fährhafen klärt sich das Rätsel dann auf: Die Fähre fällt aus – wegen ungünstiger Tide. Man habe versucht, uns zu erreichen. Auf meine vorsichtige Nachfrage, warum man nur einmal klingelt und bei Rückruf nicht abhebt, bekomme ich eine recht schnippische Antwort. Man sei schließlich ziemlich busy. Außerdem könnten wir anstatt bis morgen (oder übermorgen, oder …) zu warten alternativ die Fähre ab Stromness nehmen – falls noch Platz wäre. Darum müssten wir uns allerdings selbst kümmern. Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass uns die Pentland Ferry die Überfahrt kurzfristig absagt. Mal ist es ein Maschinenschaden, diesmal die Tide. Wir fahren also schleunigst nach Stromness, unterwegs buchen wir dank guter Netzabdeckung die Überfahrt. Zum Glück sind noch genügend Plätze frei – im Sommer wäre das vermutlich deutlich komplizierter geworden. Die Fähre ab Stromness ist immerhin nur acht Pfund teurer und das Geld von der Pentland Ferry wird uns tatsächlich zeitnah zurückerstattet. Um kurz nach 18 Uhr erreichen wir Scrabster, den wichtigen Fährhafen in der Nähe von Thurso. Wir fahren durch Thurso weiter bis nach Castletown. Nach einem schnellen (aber empfehlenswerten) Abendessen im Castletown Hotel suchen wir uns auf dem Parkplatz des Castlehill Heritage Center einen Platz für die Nacht. Es wird nachts richtig stürmisch und auch die Temperaturen sinken deutlich.
gnarz18 am 25 Jan 2026 20:30:26 An Silvester wechseln sich Regen und Sonne ab. Es ist inzwischen richtig lausig kalt geworden, wir starten den Tag ganz pragmatisch mit einem Großeinkauf beim Lidl in Thurso.
 Fähranleger in Scrabster
Von dort fahren wir immer entlang der Küste bis zum Abzweig der A897, die in Helmsdale endet. Außer ein paar Holztransportern, die diese Strecke gnadenlos schnell nehmen, begegnet uns kaum ein anderes Fahrzeug. Das Wetter wird besser und wir fahren durch eine wunderschöne Moorlandschaft. Wir sehen viel Wild, mehrere Regenbögen und ansonsten vor allem eins: Weite. Ab und zu steht irgendwo ein einzelnes Haus, ansonsten wirkt die Gegend vollkommen menschenleer.

 Einsamkeit pur




In Kinbrace biegen wir auf die B871 ab, die uns wieder an die Nordküste führt – vorbei an Tongue bis nach Bettyhill.
 am Ben Loyal

In Bettyhill neigt sich der Tag auch schon dem Ende zu. Wir gönnen uns im The Store Bistro & Bar eine Fischplatte für zwei Personen. Das Bistro ist ausgesprochen gemütlich: In der Ecke knistert Holz in einem Ofen und die Einrichtung erinnert eher an ein leicht unaufgeräumtes Wohnzimmer als an ein Restaurant. Der Fisch ist sehr lecker und reichlich, genau das Richtige bei dem mittlerweile ungemütlichen, stürmischen Wetter draußen. Da wir keine Lust mehr haben, noch weit zu fahren, suchen wir uns am Skerray Pier einen Platz für die Nacht. Obwohl wir im Schutz eines alten Fischerhauses stehen, werden wir nachts ordentlich durchgerüttelt. Das Meer kommt bis auf wenige Meter an das Auto heran. Man hört deutlich, wie die Wellen gegen die Steine schlagen.
 unser Stellplatz am Skerray Pier, ganz rechts sieht man noch unser Auto
Und schon ist 2026! Wir sind früh auf den Beinen, es ist ziemlich kalt und glatt auf den Straßen. Über Tongue wollen wir eigentlich nach Lairg fahren, müssen dann aber umdrehen, weil die Straße gesperrt ist. Wir kommen also erneut an dem einsamen Haus am Ben Loyal vorbei, diesmal mit einer hübschen Schneekulisse.

In Tongue nehmen wir nun die Strecke Richtung Durness – landschaftlich eine absolute Traumroute. Die Straße schlängelt sich durch die karge Landschaft, vorbei am malerischen Loch Eriboll, bis hinauf nach Durness.
 Ben Loyal
 Tongue
 die Straße schlängelt sich durch die Landschaft
 Loch Eriboll

In Durness ist der Campingplatz geöffnet, aber im Wintermodus mit Einschränkungen. Für 20 Pfund bekommt man einen Platz in der ersten Reihe inklusive Strom sowie Ver- und Entsorgung. Die Sanitärgebäude sind im Winter geschlossen. Rund zehn Wohnmobile stehen auf dem Platz und genießen die großartige Aussicht auf den Strand. Ich gehe zum Fotografieren an den Strand, hole mir dabei aber prompt nasse Füße – bei diesen Temperaturen kein echtes Vergnügen. Aber es ist einfach zu schön hier.
--> Link es ist kalt geworden und es geht ein lausiger Wind

 Durness Beach

 es wird immer stürmischer

In der Nacht hat es erneut leicht geschneit, die Straßen sind gefroren. Heute wollen wir nur ein paar Kilometer bis nach Scourie fahren, sodass wir uns viel Zeit lassen können. Die Berge sind leicht gepudert und bilden mit dem dunklen Himmel einen starken Kontrast. Es erstaunt uns immer wieder, wie einsam manche Menschen hier oben leben.




Am Kyle of Durness beginnt es dann stärker zu schneien. Die Straße wird innerhalb kürzester Zeit weiß. Zwischendurch bricht die Sonne durch die Wolken und taucht die Landschaft in ein fast mystisches Licht.
 es fängt an heftig zu schneien

 was für ein Licht...

Wir nehmen den Abzweig nach Kinlochbervie, in der Hoffnung, dort ein geöffnetes Café zu finden – schließlich wird bereits an der Abzweigung groß darauf hingewiesen. Doch leider erleben wir eine klassische Enttäuschung: Ein riesiges OPEN-Schild prangt am Eingang, jemand ist im Café anwesend, aber die Antwort lautet nur: „Sorry, we are closed today.“ Sowas finden wir immer besonders ärgerlich – dann könnte man es auch einfach dazuschreiben und die Leute nicht kilometerweit umsonst fahren lassen. Der leichte Schneefall verstärkt die Kontraste in der Landschaft. Wir halten immer wieder an, machen Fotos und lassen auch zwischendurch die Drohne steigen.


Der Campingplatz in Scourie ist erstaunlich gut besucht. Die Rezeption ist zwar nicht besetzt, aber ein Schild erklärt freundlich und unkompliziert, man solle sich einfach auf einen Hardstanding mit Strom stellen. Britischer Pragmatismus at its best. Das angegliederte Restaurant hat eine bemerkenswerte Metamorphose hinter sich: Es wurde in einen SPAR-Laden mit integrierter Bar umgewandelt und trägt nun den großartigen Namen „The Bar in the Spar“ – ein Konzept, das vermutlich nur in den Highlands vollkommen logisch erscheint. Allerdings auch hier wieder das Ärgernis mit den Angaben auf den Schildern am Straßenrand (und leider auch auf den Web-Seiten). Auch dieser Pub wird – allerdings noch mit seinem alten Namen The Anchorage Bar – kilometerweit mit „food served all day“ angepriesen. Tja, was sollen wir sagen … Hier wird natürlich nicht mehr gekocht, die Küche ist wohl dem Spar gewichen. In Sommer wird aber wohl Pizza aus dem Laden warmgemacht. Da haben wir jetzt leider nichts von, also schmeißen wir die Womo-Küche an. Nachdem wir uns eingerichtet, geduscht und gegessen haben, statten wir der kleinen Bar einen Besuch ab. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn die Bar ist rappelvoll. Einen freien Platz zu ergattern, gleicht einem Strategiespiel, das wir schließlich mit etwas Geduld gewinnen.
 Campingplatz in Scurie
In der Nacht hat es bis hinunter zum Campingplatz geschneit, und mit –6,5 °C ist es auch ordentlich frisch. Am Morgen entsorgen wir noch schnell und machen uns dann auf den Weg Richtung Lairg, einem kleinen Ort, der historisch als wichtiger Knotenpunkt für Viehtriebe diente. Die Straßen sind nicht geräumt und an den wenigen Reifenspuren erkennen wir, dass hier vor uns noch nicht viele unterwegs waren.
 Loch Laxford
Auf der A838 Richtung Lairg scheinen wir tatsächlich die Ersten zu sein. Es schneit leicht, trotzdem kann man zwischendurch erahnen, dass sich irgendwo hinter den Wolken die Sonne bemüht.
 die Straße nach Lairg


Nach einer Weile kommt uns ein Streufahrzeug entgegen, gefolgt von drei schweren LKWs. Ab diesem Moment lässt sich die Straße deutlich entspannter fahren – ein kleiner Sieg der Zivilisation über den Winter.


Es wechseln sich sonnige Abschnitte mit Passagen ab, in denen es so stark schneit, dass man die Straße kaum noch erkennt. Bei diesen Wetter- und Straßenverhältnissen kommt man nur langsam voran – erst recht, wenn man gefühlt alle paar hundert Meter anhält, um die Landschaft zu bewundern oder Fotos zu machen.

 Loch Stack

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir schließlich Lairg. Dort nehmen wir dort die Straße nach Lochinver. In Lairg ist nicht viel los. Aber der lokale Shop hat geöffnet und wir kaufen etwas frisches Obst, während sich im Laden kollektiv über die miserablen Straßenverhältnisse beschwert wird – nichts sei geräumt worden, wie so oft im Winter hier oben. Auf Strecken, die selten bis gar nicht vom Winterdienst geräumt werden, haben die Schotten einen „on demand“ Streudienst. So kann zum Beispiel die Müllabfuhr den Streudienst rufen, oder eben auch Firmen, die dann ihre 3 LKW über die einsamen Straßen eskortieren lassen. Kurz hinter Lairg wird das Wetter schlagartig besser und wir fahren ganz entspannt durch die wunderschöne Winterlandschaft.
 Wetter pur, mit jede Menge Schnee

 und dann wieder Sonne
Als wir wenige Minuten später den Abzweig nach Lochinver erreichen, fängt es allerdings wieder an zu schneien. Bis zu diesem Punkt scheint die Straße von Ullapool her geräumt zu sein. Leider steckt dort ein Tesla mit Sommerreifen im Graben und kommt keinen Zentimeter mehr heraus. Gemeinsam mit ein paar anderen helfen wir, das Auto wieder auf die Straße zu schieben. Wir sind einmal mehr sehr froh über unsere Winterreifen.
 ser Abzweig nach Ullapool
Eigentlich wollten wir in Achmelvich Bay übernachten, einer der schönsten Buchten der Region. Aber die Straße dorthin ist nicht passierbar.

 auf dem Weg nach Lochinver
Also wird es eben Lochinver, ein kleiner Fischerort, der sich in den letzten Jahren auch einen Namen für gutes Essen gemacht hat. Der Weg führt am Ardvreck Castle vorbei – einer Ruine aus dem 16. Jahrhundert, einst Sitz des Clans MacLeod of Assynt. Wir halten immer wieder an, um zu fotografieren - wobei sich das Anhalten als schwieriger erweist als gedacht: Man weiß nie so genau, wie tragfähig der Untergrund in einer Haltebucht oder auf einem Parkplatz unter Schnee und Eis wirklich ist.
 Ardvreck Castle
 Loch Assynt
Im Hafen von Lochinver gibt es neben dem Freizeitzentrum einen Stellplatz. Zehn Pfund werden für die Übernachtung ohne alles fällig – das Entsorgen soll dann allerdings nochmals neun Pfund kosten. Wir beschließen spontan, das Entsorgen auf später zu verschieben. Immerhin bietet Lochinver mehrere geöffnete Pubs, die wir auch alle testen. Viel los ist bei diesen Wetterverhältnissen natürlich nicht, aber man kann tatsächlich hervorragend essen und trinken.
 Stellplatz am Leisure center in Lochinver
Nach einer ruhigen Nacht mit etwas Neuschnee fahren wir am Loch Assynt vorbei zurück bis zum Abzweig nach Ullapool, wo wir am Vortag dem Tesla-Fahrer aus dem Graben geholfen hatten. Das Licht ist fantastisch: Es ist noch früher Morgen, kein Mensch außer uns ist unterwegs. In der Nacht hat es leicht geschneit, der Schneematsch vom Vortag ist fest gefroren. Von einem Streufahrzeug ist weit und breit nichts zu sehen.
 Ardvreck Castle


Ein Blick auf die Gritter-App von Traffic Scotland zeigt, dass der Großteil der Räumfahrzeuge im Osten unterwegs ist. Dort sind laut App gleich mehrere Straßen – sogar die wichtige A9 hoch nach Wick - wegen Schneeverwehungen gesperrt. Wir fahren entsprechend vorsichtig weiter, stoppen erneut am Ardvreck Castle und laufen zur Ruine hinüber.
 wir laufen zum Castle


Wir schauen uns das Castle auch von oben an und stampfen anschließend wieder zurück zum Auto. Exakt bis zur Kreuzung nach Ullapool hat der Gritter die Straße geräumt und das Fahren wird schlagartig entspannter. Hinter jeder Kurve wartet nun ein Postkartenmotiv, zumal das Wetter immer freundlicher wird.
 die Straße nach Ullapool ist gut befahrbar

 traumhafte Winterlandschaften

 Stack Polly
 Suilven

Für den Abend haben wir den Campingplatz in Altandhu mit Blick auf die Summer Isles reserviert – ein absolutes Muss für uns. An der Kreuzung zu diesem abgelegenen Ort kommen allerdings Zweifel auf, ob das eine kluge Entscheidung war. Die Straße ist nicht geräumt und massive Schneefälle sind angesagt. Wir wagen es trotzdem. Das einzig echte Problem sind die Passing Places, bei denen man nie genau sieht, wo sie anfangen und wo sie enden. Die Straße ist nur semi-optimal zu fahren: Es gibt Passagen, die fast schneefrei wirken und man denkt, alles sei gut geräumt – und dann plötzlich fährt man über blankes Eis. Bei jeder Gelegenheit, die sich bietet, halten wir an und genießen die wunderschöne Gegend.
 Stack Polly

Dann teilt sich die Straße und man muss sich entscheiden, ob man die Ringstraße links- oder rechtsrum fährt. Die Strecke über Achnhaird Beach (rechtsrum) ist unserer Erinnerung nach hügeliger mit mehreren steilen Abschnitten. Wir entscheiden uns für die Variante über Bardentarbet (linksrum), da hat man dort am Pier nur eine moderate Steigung. Ab dem Abzweig ist allerdings nichts mehr geräumt und die Straße ist im moorigen Gelände kaum noch zu erkennen. Wir kommen ziemlich früh auf dem Campingplatz an. Zum Glück ist die 25%-Zufahrt geräumt und gestreut. Als wir uns bei der Rezeption anmelden, kommen sofort vier andere Wohnmobil-Besatzungen angelaufen und fragen, wie die Straße sei und ob sie befahrbar wäre. Wir geben brav Auskunft, zwei Womos machen sich daraufhin mutig auf den Weg.
 Campingplatz in Altandhu
Wir unternehmen eine ausgedehnte Wanderung zu einem nahegelegenen Aussichtspunkt, von dem aus man einen grandiosen Blick auf die Landschaft hat. Die Sonne geht langsam unter und zusammen mit den mächtigen Wolken entsteht ein beeindruckendes Farbenspiel.




Daran können wir uns kaum sattsehen. Leider fängt es – wie vorhergesagt – wieder an zu schneien, und wir beeilen uns, zurück zum Auto zu kommen. Der große Vorteil dieses Campingplatzes ist der nahegelegene Pub, der sehr leckeres Essen anbietet. Diesmal gibt es Saison- und Wetterbedingt leider nur Take-away. Erfahrungsgemäß ist die Qualität dabei allerdings viel schlechter, als wenn man im Pub speist, und so begnügen wir uns mit der Wohnmobilküche. In der Nacht hat es so viel geschneit, dass die Zufahrt zum Campingplatz nicht mehr befahrbar ist. Ein Franzose mit einem geliehenen Kastenwagen schafft nicht einmal eine Wagenlänge die Auffahrt hinauf – und das steilste Stück kommt erst noch. Es hilft alles nichts: Der Franzose beginnt, Schnee zu schaufeln. Nach und nach helfen alle mit, die wegwollen. Manche warten hier schon seit zwei Tagen darauf, dass die Straße frei wird – so lange können wir leider nicht bleiben. So langsam müssen wir uns auf den Weg Richtung Süden zur Fähre machen. Nach gut einer Stunde, reichlich Salz und viel Teamarbeit ist die Einfahrt frei. Der Franzose versucht erneut sein Glück. Kurz vor der Straße bleibt er wieder hängen und muss zurück. Nach ein paar Nachbesserungen schafft er es schließlich bis oben auf die Straße und wählt – entgegen unserem Rat – die Strecke über Achnahaird Beach. Nun versuchen wir selbst, den steilen Berg hochzukommen, was dank der neuen Winterreifen problemlos funktioniert. Wir verabschieden uns noch von den anderen helfenden Händen – da kommt auch schon der Franzose zurück und meint, dass auf dieser Strecke kein Durchkommen sei. Er entscheidet sich nun für unsere Variante. Wir quatschen noch ein Weilchen mit einem Schotten aus Stirling und fahren dann ebenfalls los. Kurz vor Bardentarbet springt uns plötzlich eine Frau vors Auto und erklärt, wir könnten nicht weiterfahren. Die Straße sei nicht geräumt und sehr wahrscheinlich nicht befahrbar oder gar gesperrt. Wir versuchen es trotzdem – mitten auf einer Single-Track-Road überwintern ist schließlich keine Option.

Die neuen Reifen, die ich mir vor dem Winter besorgt habe, lassen den Transit zuverlässig vorankommen – bis zum Abzweig nach Lochinver. Dort hat sich ein Servicetechniker aus Inverness festgefahren und blockiert die Straße. Eigentlich muss er nach Lochinver, aber ein Blick auf die verschneite Strecke überzeugt ihn davon, dass das chancenlos ist. Er versucht zu drehen, was auf einer Single-Track-Road bei diesen Schneemengen eine echte Herausforderung darstellt. Wir helfen ihm, zunächst das Auto freizubekommen und anschließend auch noch zu drehen. Währenddessen schneit es kräftig weiter und wir stehen unter der dauernden, sehr stillen Beobachtung einer Gruppe von Schafen, die unser Problem offensichtlich nicht so ganz nachvollziehen können.

Eine gute Stunde buddeln und schaufeln wir den Schnee beiseite. Der Servicetechniker ist uns unendlich dankbar und meint, wenn wir es bis Ullapool schaffen sollten, müssten wir unbedingt erst einmal gemeinsam etwas trinken gehen. Ullapool – gegründet 1788 und als Hafenort nach den Entwürfen von Thomas Telford schachbrettartig angelegt – ist heute so etwas wie das inoffizielle Tor zu den Nordwest-Highlands. So weit sind wir allerdings noch nicht. Wir tuckeln also brav hintereinander Richtung Hauptstraße nach Ullapool, als uns plötzlich ein Tanklaster entgegenkommt. Zum Glück treffen wir uns genau an einem Cattle Grid, diesen typischen Viehgittern, die verhindern sollen, dass Schafe und Rinder eigenständig die Highlands erkunden. So kommen wir halbwegs elegant aneinander vorbei. Der schwere LKW wirkt dabei wie ein unfreiwilliger Schneepflug – dank ihm ist die Straße danach deutlich besser zu befahren und wir erreichen schließlich ganz entspannt die Hauptstraße.

Kurz vor Ullapool, am letzten Anstieg vor dem Ort, ist aber schlagartig wieder Schluss: Nichts geht mehr, die Polizei hat die Straße gesperrt.
 die Straße ist gesperrt
Wir halten einen kleinen Schwatz mit unserem Servicetechniker, beobachten einen Stieglitz bei der Futtersuche – britische Wartezeiten lassen sich erstaunlich gut mit Vogelbeobachtung überbrücken – und schauen, was weiter passiert.

Nach gut einer halben Stunde erscheint schließlich ein Gritter, der den Hügel vor uns mehrmals großzügig streut. Danach geht es endlich weiter. Wir erreichen Ullapool und gehen mit unserem Weggefährten etwas trinken. Versprochen ist versprochen.
 Ullapool

Nach gut einer Stunde macht er sich auf den Weg zurück nach Inverness. Sein Auftrag in Lochinver muss wohl noch etwas warten. Wir überlegen, wie es für uns weitergehen soll. Eigentlich war der Plan über Gairloch ins Torridon, eine der spektakulärsten Landschaften Schottlands, zu fahren. Die Straße durch das Torridon ist laut Google Maps aber gleich an mehreren Stellen gesperrt. Also lassen wir Vernunft walten und entscheiden wir uns ebenfalls für Inverness. Dort wollen wir noch mal übernachten und am nächsten Tag weiter Richtung Northumberland fahren.
 Abschied von den Highlands
Gegen 18 Uhr stellen wir uns in Inverness auf den Parkplatz hinter dem Eden Court, auf dem sind auch Wohnmobile erlaubt. Der Vorteil: Man ist fußläufig in der Stadt. Aber Achtung: Hier sind gleich 3 Parkplätze; aber auf dem Cathedral Car Park und dem Council HQ Car Park sind Womos nicht erlaubt. Wir gehen essen, danach fallen nach diesem anstrengenden Tag früh ins Bett. Am nächsten Tag heißt es Strecke machen. Wir fahren durch die Cairngorms, dem größten Nationalpark Großbritanniens - bekannt für seine rauen Berge und eisigen Winter. Die Straße ist hervorragend gestreut, wir kommen gut voran.
 es geht durch die Cairngorms
Wir halten nur kurz in Aviemore, dem bekannten Wintersportort, und schauen uns außerdem das Castle in Dirlington nahe der englischen Grenze an.

 Dirlington Castle
Kurz nach 17 Uhr erreichen wir Bamburgh und stellen uns dort auf einen der Wohnmobilstellplätze. Die 5 Stellplätze sind über die Webseite des Northumberland County Council buch- bzw. reservierbar. Das sollte man auch tun, weil die Plätze tatsächlich kontrolliert werden und die Strafen empfindlich ausfallen. Der Ort wird überragt vom imposanten Bamburgh Castle, einer Festung mit über 1.400 Jahren Geschichte, einst Sitz der Könige von Northumbria.
 Bamburgh Castle
Abends gehen wir im noch immer weihnachtlich geschmückten Bamburgh essen und trinken. Immerhin gibt es für einen so kleinen Ort erstaunlich viele Pubs.
 Bamburgh

Spät abends gesellt sich noch ein weiteres Wohnmobil zu uns. In der Nacht drehen ein paar übermütige Jugendliche auf dem verschneiten Parkplatz fröhlich ihre Donuts. Asphalt trifft Jugend – ein ewiger Klassiker. Da wir Zeit haben, gehen wir am nächsten Morgen erst einmal zum Strand und schlendern um das riesige Castle herum. Im Gegensatz zu unserem Besuch hier im Herbst, haben wir den Strand fast für uns allein. Nur ein paar Hundebesitzer führen ihre Vierbeiner aus, sie genießen wie wir die klare Winterluft.


Dann fahren wir immer weiter an der Küste entlang bis nach Newcastle upon Tyne. Dort finden wir in der Nähe einen Pub, der uns für die Nacht aufnimmt. Eigentlich wollten wir erst am nächsten Tag nach Newcastle fahren. Aber da es noch früh ist, rufen wir spontan einen Uber, der uns für gerade einmal acht Pfund ins Zentrum bringt. Wir spazieren durch die lebendige Innenstadt, erledigen ein paar Einkäufe und fahren später wieder zurück zum Pub. Als gelungenen Abschluss des Tages serviert man uns ein außerordentlich leckeres Abendessen.
 Newcastle upon Tyne
Am nächsten Morgen verlassen wir früh den Parkplatz und fahren nach Sunderland. Wir schauen uns das kleine Städtchen an, sind aber ehrlich gesagt nicht besonders begeistert. Während wir durch den etwas heruntergekommenen Ort gehen, sind wir uns ziemlich sicher, wie Sunderland beim Brexit-Referendum abgestimmt hat – 82 % für Leave. Wirklich verbessert hat sich hier seitdem allerdings nichts.


Wir fahren noch zum Roker Beach Lighthouse, einem der Wahrzeichen der Stadt, doch leider ist die Promenade gesperrt. Auch Stockton-on-Tees hinterlässt ein ähnliches Bild wie Sunderland.
gnarz18 am 25 Jan 2026 20:31:10 Am späten Nachmittag landen wir schließlich in Robin Hood’s Bay, einem kleinen Küstendorf mit steilen Gassen und langer Schmugglergeschichte. Auf den Klippen finden wir einen offenen Farm-Campingplatz, der allerdings extrem basic ist: Outdoor-Duschen, Outdoor-Toiletten, kein Strom. Eigentlich ist der Platz wegen geplatzter Leitungen geschlossen, aber die nette Betreiberin nimmt uns für schlappe 20 Pfund dennoch auf und erklärt uns den etwa 20-minütigen Fußweg ins Dorf.



Wir machen uns sofort auf den Weg – der Pfad ist ziemlich eisig. Besonders der Holzsteg, der hinunter ins Dorf führt, hat es in sich. Zum Glück gibt es ein Geländer. Vom Ort selbst sind wir begeistert: Wenn man eine Kulisse für einen Piratenfilm sucht, hier findet man sie. Enge Gassen, gedrungene Häuser, alles wie aus dem Bilderbuch – dazu noch ein paar geöffnete Pubs. Was will man mehr? Wir nehmen im Bay Hotel ein gutes Essen ein, spazieren später noch durch das Dorf und trinken in dem einen oder anderen Pub ein Bier. Im Dunkeln geht es anschließend mit Stirnlampe zurück zum Campingplatz. Inzwischen ist es bitterkalt geworden, der Weg gleicht einer einzigen Eisfläche.

 es ist ziemlich glatt
Der letzte Tag in Großbritannien für diesen Urlaub ist angebrochen. Wir fahren über Bridlington Richtung Hull. Unterwegs stoppen wir kurz in Roos an der sogenannten Tolkien-Kirche, die J. R. R. Tolkien während seines Aufenthalts in Yorkshire besucht haben soll.
 es ist stürmisch, wir "freuen" uns schon auf die Überfahrt

 Tolkien-Kirche
Wir sind früh am Check-in in Hull und können zum Glück auch zeitig an Bord der Fähre. Um 9:30 Uhr am nächsten Morgen sind wir wieder in Rotterdam. Über perfekt geräumte Straßen geht es zurück nach Aachen – ein letzter, sehr entspannter Kontrast zu den winterlichen Abenteuern der vergangenen Tage.
Ticontrol am 26 Jan 2026 12:32:51 Ich war ebenfalls vor einigen Jahren auf den Orkneys, habe mich aber auf die für mich als Hobbymilitärhistoriker interessanten Teile der Insel beschränkt.Allerdings hatte ich recht gutes Wetter,was dort auch im Sommer nicht selbstverständlich ist,ja, die Orkneys sind schön.
Gruß Ticontrol
mischa1 am 26 Jan 2026 17:14:55 ……. Danke für den eindrucksvollen Bericht, und die beeindruckenden Bilder dieser grandiosen Landschaft!
Schöne Grüße Mischa
macagi am 26 Jan 2026 17:54:33 Vielen Dank für den Bericht. Schöne Bilder. Es war doch kalt, teilweise sehr kalt. Hat das Gas gereicht?
kawabenemsi am 26 Jan 2026 18:15:46 Toller bericht ! Tolle Bilder ! Einfach nur ein großes DANKE !
iwoi am 26 Jan 2026 18:33:29 danke für diesen interessanten Reisebericht. Die Bilder waren beeindruckend! Ich werde nie dahin kommen umso mehr freue ich mich Reiseberichte zu lesen!
Pakach am 26 Jan 2026 20:00:38 Das ist ein sehr schöner Bericht mit tollen Bilder. Da wächst die Vorfreude. Wir planen eine Reise auf die Oekneys diesen Sommer. Ein erster Blick in Park4Night ließ mich allerdings etwas unruhig werden, da dort kaum V/E Möglichkeiten oder Stellplätze aufgelistet sind. Wie habt ihr das dort gemacht? Gibt es da einen "Geheimtip"?
LG christian
Gruziwuzi am 27 Jan 2026 10:46:41 Phantastisch :!: Vielen Dank für diesen außerordentlich schönen Bericht!
BikeAir am 27 Jan 2026 11:07:53 Danke für das "Déja Vue" wir waren Ende Mai dort, bei herrlichem Wetter Grüße IMG_9691.JPG
gnarz18 am 27 Jan 2026 21:16:16 Hallo, wir hatten drei Alu-Gas Flaschen dabei (3x11kg), gebraucht haben wir 2. Wir sind allerdings auch nicht die großen Heizer. Morgens eine Stunde und dann ein paar Stunden abends. Im Sommer sieht die Übernachtungssituation natürlich vollkommen anders aus. Es gibt ein paar Campingplätze in Orkney, besonders der CP in Stromness liegt ziemlich schön auf einer Landzunge. Entsorgen kann man bei den meisten CP, auch ohne Übernachtung gegen Gebühr (z.B. beim Pickaquoy in Kirkwall). Auf Hoy gibt es wie erwähnt einen kostenlosen Stellplatz und eine kostenlose Entsorgung. Eine weitere Entsorgung gibt es z.B. in Dounby hinter den Public Toilets. Wir haben wenig Verbotsschilder „No overnight parking“ gesehen selbst auf den Parkplätzen, die von Touristen sehr frequentiert sind, wie Birsay oder am Ring of Brodgar. Auf den kleineren Inseln gibt es ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten – z.B. den Motorhome Stopover auf Rousay.
Grüße Michael
Pakach am 27 Jan 2026 22:42:07 Danke für die Rückmeldung. LG Christian
Stefan-Claudia am 28 Jan 2026 00:10:35 Hallo Michael!
Ich möchte dir von Herzen danken für diesen Bericht und, auch wenn es ein wenig weh tut, na ja...ein klein wenig jedenfalls, sagen und bekennen : Du machst hier einfach die besten Fotos! So ein paar Reiseberichte und Fotos habe ich ja auch schon hier veröffentlicht, aber deine Reiseziele und Zeiten sind wirklich sensationell. Und es ist schön endlich mal wieder jemanden wiederzu treffen der das macht wofür wir früher dieses Forum liebten.... Fernweh erzeugen! Leider werden wir es wohl nicht mehr nach Schottland schaffen, um so schöner sind Berichte wie Deine!
Herzlichen Dank!
Ticontrol am 28 Jan 2026 11:35:44 Auf dem CP auf der Landzunge bei Stromness habe ich auch gestanden,ist wirklich schön gelegen.Von dort aus habe ich das "Black Friday" Museum in Stromness besichtigt, in dem Exponate zur Versenkung des Schlachtschiffes "Royal Oak" im Hafen von Scapa Flow durch U 47 ausgestellt sind.
Gruß Ticontrol
alzu am 28 Jan 2026 13:58:28 Vielen Dank fürs Mitnehmen. Ich habe deine tollen Fotos und den informativen Text sehr genossen. Dafür natürlich ein + .
Momoblog am 22 Feb 2026 15:25:10 Michael, so geht das nicht!
Jedes Mal, wenn ich deine Winterberichte lese, denke ich: Wahnsinn, müssen wir nächsten Winter auch machen. Und dann machen wir es doch wieder nicht, ich lese den Bericht und sehe die Bilder und beiße mich in den Allerwertesten!
Vor allem die Schneebilder und das Licht sind einfach unbeschreiblich!
Aber als ich dann die Story aus Altandhu gelesen habe sind meine Zweifel wiedergestiegen und meine Bewunderung für euer "Wird schon gut gehen" gestiegen. Denn die Steigung am Campingplatz ist ja bei dem Wetter wirklich mal eine Hausnummer!
Ihr habt auf jeden Fall alles richtig gemacht!
Liebe Grüße Micha
gnarz18 am 08 Mär 2026 17:18:16 Danke für den lieben Zuspruch und die Bestätigung – auch wenn die „Fake“-Fotos nicht jedem gefallen (müssen) :wink: a t Momoblog: Die Straße zum Campingplatz in Althandhu ist wirklich leider echt steil, im Sommer aber natürlich für alle machbar. Aber das kennt Ihr ja von Eurer letzten Reise. Und im Winter auch machbar mit dem nötigen Einsatz der anderen Camper. Und jetzt eine traurige Nachricht – der TÜV hat uns von unserem geliebten WoMo getrennt. Nach 16 Jahren waren die Mängel am Ford so gravierend, dass wir sie nur noch mit hohen Werkstattkosten hätten beheben lassen können. Und dann hätten wir natürlich keine Garantie gehabt, dass uns auf der nächsten Tour nicht wieder was am Motor passiert (siehe diverse ältere Reiseberichte). Kleiner Trost: wir haben einen Bastler gefunden, der tatsächlich ein Gefährt sucht, um nach Schottland zu fahren. Na, da kennt sich unser alter ja aus. Vielleicht trifft man sich mal wieder … Nun sind wir auf der Suche nach einem neuen – diesmal mit Winterpaket :ja:
Grüße Michael
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