Eigentlich wollten wir hier noch die Kirche „Santuario della Madonna Nera“ besichtigen.
Doch die Stichstrasse auf den 250 m hohen Felsen ist gesperrt und in der Mittagshitze ersparen wir uns den ca. 1,5 km langen Anstieg.
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Eigentlich wollten wir hier noch die Kirche „Santuario della Madonna Nera“ besichtigen.
Doch die Stichstrasse auf den 250 m hohen Felsen ist gesperrt und in der Mittagshitze ersparen wir uns den ca. 1,5 km langen Anstieg. Wir folgen zunächst weiter der SS113 immer unmittelbar am Meer entlang bis Villafranca Tirrena. Dann geht die SS113 vom Meer weg und führt ins Landesinnere, bis zur anderen Inselseite nach Messina.
Die Strasse steigt in engen Serpentinen an und führt durch herrlich grüne Natur, durch dichte Pinienwälder, dann geht es wieder in Serpentinen hinunter nach Messina. Gegen 14.ooUhr haben wir den ersten Blick auf den Hafen von Messinia. Etwa um 15.00Uhr sind wir dann auf der Fähre die uns wieder aufs Festland bringt. ein schöner Bericht und wunderschöne Fotos, da bekommt man doch wieder richtig großes Fernweh!! Zügig fahren wir auf der Autobahn A3 in Richtung Norden, unser Ziel für heute ist der Strand bei Bivona, an dem wir bereits bei der Anreise übernachtet haben.
Doch plötzlich vernehmen wir von der linken vorderen Seite unseres Wohnmobils ein lautes Zischen. Ich lasse den Wagen ausrollen und ahne schon was passiert ist. Direkt vor einer dieser vielen Baustellen wo die Fahrbahn sich auf einspurig verjüngt kann ich das Wohnmobil am rechten Fahrbahnrand ohne Probleme zum Stehen bringen. Ich schaue raus und sehen, das der rechte vordere Reifen platt ist. Jetzt erstmal Ruhe bewahren.
Pannenstelle mit Warndreieck und Warnlampe absichern, zuvor noch die Warnwesten überstreifen. Ein Reserverad haben wir zwar dabei, doch ist der Zugang durch den Rollerträger stark beeinträchtigt. Also geben wir dem ADAC eine Chance einiges wieder gutzumachen. Doch wieder wird es kompliziert, der Mitarbeiter des Pannenclubs will unsere genaue Position wissen, doch da wir in einem Baustellenabschnitt zum Stehen gekommen sind, finde ich keine Hinweise die auf unseren Standort hindeuten könnten. Wir können lediglich mitteilen, dass wir die Ausfahrt Bagnara Calabra vor kurzem passiert haben. Doch das reicht dem ADAC Mann nicht. Ohne eine genaue Standortangabe würde der Italienische Pannendienst nicht los fahren. Mein Gejammer, dass ich keine Schilder entdecken kann, interessiert ihn nicht, ich solle doch ein Stück die Autobahn ablaufen, denn irgendwo müsse ein Hinweis sein. Ich also los. So nach etwa 200m Meter höre ich Brigitte laut rufen und beim Zurückschauen sehe ich ein gelbes Warnlicht und erkenne einen gelben Pannendienstwagen. Der ACE Pannenwagen ist auf der Rückfahrt von einem Einsatz und somit zufällig vorbeigekommen. Kurz hinter ihm kommt auch schon die Polizei. Es folgte eine polizeiliche Aufnahme des Vorfalls und es wird uns mitgeteilt, dass eine Hilfe vor Ort nicht machbar und auch nicht erlaubt ist. Unser Wohnmobil muss zum Platz des Pannendienstes geschleppt werden. Da aber der ACE-Wagen schon ein Fahrzeug huckepack hat müssen wir warten bis der Helfer wieder zurückkommt. Ich mache es nun kurz, nach einer dreiviertel Stunde ist der Pannenhelfer wieder zurück, eine umständliche und nicht einfache Verladung des Wohnmobils beginnt.
Eine weitere halbe Stunde Huckepackfahrt bis zum Platz des Pannendienstes, dann ein sehr umständliches und kompliziertes Abladen des Wohnmobils da der Rollerträger immer wieder Bodenkontakt hat. Um sich die umständliche Entnahme des Reserverades zu ersparen bietet man eine Reparatur des defekten Rades an. Also wird das Rad vom Fahrzeug abmontiert und der Reifen von der Felge genommen. Das Loch das dann ersichtlich wurde veranlasste mich dann aber doch auf die Montage des Ersatzrades zu bestehen. Dann, nach dem Abrechnungsprozedere mit einigen Telefonaten mit ACE und dem ADAC, (ADACplus Karte will er nicht – „nix gut“) das auch extrem umständlich und nicht Nachvollziehbar ist und nochmals eine halbe Stunde dauert, können wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit den Platz verlassen. Unser Übernachtungsplatz am Strand von Bivona ist zwar nur noch ca. 20 km entfernt, aber es wird langsam dunkel.
Wir wissen von der Anreise nach Sizilien noch, dass die Strandzufahrt nicht ganz einfach zu finden war und nur durch relativ niedrige Bahntunnels erreichbar ist. Wir hoffen aber trotz Dunkelheit, das wir den Strand finden werden. Zuerst geht auch alles gut, Bivona ist recht schnell erreicht, aber dann irren wir irgendwie herum und finden keine Zufahrt zum Strand. Das Problem ist hier die Bahnlinie, die man, wie schon gesagt, durch Tunnels kreuzen muss um an den Strand zu kommen. Den Tunnel, den wir bei der Hinfahrt unterquert hatten, war gerade hoch genug für unser Wohnmobil, viel Luft war aber nicht. Und jetzt stehen wir wieder vor so einem Tunnel, ich überlege kurz, aber wahrschlicht nicht lange genug, denn ich fahre langsam in den Tunnel hinein, obwohl Brigitte mit heftigen Worten versucht mich davon abzuhalten. Aber ich fahre trotzdem vorsichtig los, komme aber nicht weit, denn ich vernehme ein schrecklich knirschendes Geräusch und mein Vorhaben ist abrupt beendet. Vorsicht fahre ich wieder zurück, während ich etliche Flüche ausstoße, und zusätzlich Brigitte beruhigen muss. Nachdem wir uns aus dieser misslichen Lage befreit haben bleibt bei uns Beiden die Ungewissheit, wie groß der Schaden an unserem Wohnmobil wohl ist. Aber zunächst ist für die Schadensaufnahme keine Zeit denn wir haben immer noch keinen geeigneten Übernachtungsplatz, außerdem wäre in der Dunkelheit sowieso nichts zu erkennen. Inzwischen stellen wir auch keine großen Ansprüche mehr an die Qualität bezüglich der Lage unseres Übernachtungsplatzes. Doch wir haben nun doch noch Glück, plötzlich und unverhofft sehen wir in einer Kurve im Scheinwerferlicht eine große Sandstrandfläche vor uns. Das ist unser Übernachtungsplatz! Wir sind zu erst einmal zufrieden. Schnell ist das Wohnmobil für die Nacht ausgerichtet und der Zündschlüssel abgezogen. Nun wird aber doch erstmal geschaut, ob und wie groß der Schaden denn nun ist. Aber soviel wir auch suchen, es ist nichts zu entdecken. Antenne, Hekis und der sonstige Aufbau scheint zumindest ohne größere Beschädigung. Selbst im Schein der Taschenlampe ist nichts zu erkennen. So hoffen wir dass es nur ein kleiner Kratzer ist, irgendwo. Es ist kurz vor 21.ooUhr, als ich dann doch noch Tisch und Stühle vor unser Wohnmobil stelle. Wir essen noch eine Kleinigkeit und bei einer Flasche Wein versuchen wir die Erlebnisse des heutigen Tages zu verarbeiten. Durch die Erinnerung an die schönen Tage auf Sizilien, die heutige laue Nacht, der doch, soviel wir in der Dunkelheit erkennen können, schöne Übernachtungsplatz, die eigentlich recht glimpflich ausgegangene Reifenpanne, die viel schlimmer hätte ablaufen können, der wahrscheinlich nur geringe Schaden im Dachbereich und der gute Wein, hebt sich bei uns die Stimmung letztendlich doch zusehends. Irgendwann aber treiben uns dann doch die Mücken in unser Wohnmobil und in die Betten. Montag 17. September
Trotzt der Ereignisse des gestrigen Tages haben wir hier eine gute und ruhige restliche Nacht verbracht. Gegen 7.ooUhr werden wir wach und draußen scheint die Sonne auch schon wieder heftig. Nach einem Frühstück, draußen vor dem Wohnmobil, nehmen wir die restlichen ca. 2500km unter die Räder. Das Geräusch gestern im Tunnel kam übrigens vom vorderen Miniheki, es hat doch einige Schrammen abbekommen, nicht weiter tragisch, denn es hatte schon vorher einen kleine Sprung in der Mitte und müsste also sowieso irgendwann ausgetauscht werden. Wir haben bewusst für Rückfahrt mehr Fahrzeit eingeplant als für die Hinfahrt, damit wir es entspannter angehen können und somit noch etwas Urlaubsstimmung übrig bleibt. Die A3 ist von unserem Übernachtungsplatz schnell erreicht. Diese kostenlose Autobahn ist zunächst noch durch einige einspurige Baustellenabschnitte geprägt, dann aber bis etwa 30 km vor Salerno recht gut befahrbar. Dann kommt ein etwas größerer Baustellenabschnitt von ca 20km. Aber alles im allen ist die gesamte Stecke südlich von Neapel, gut zu befahren wenn man dann noch bedenkt, das die Autobahn kostenlos ist. Diese Aussage gilt allerdings nur für Rückfahrtstrecke in Richtung Norden, da wir uns die Strecke in südliche Richtung nicht so bewusst gemerkt haben. Ich glaube aber, mich zu erinnern, dass die Südstrecke etwas unschöner zu fahren war. Bin mir aber nicht sicher. Booaah, das ist ja eine wahre wunderbare Bilderflut.
Und so eine Panne gegen Abschluß der Reise ist doch ein großer Mist. Wir haben im März eine ähnliche Route gewählt wie Ihr. Nur bin ich mit meinem Bericht noch nicht soweit. aber er kommt noch. Nach einigen Pausen erreichen wir gegen 16.ooUhr unseren Übernachtungsplatz in Palestrina kurz vor Rom.
Hier befindet sich auch eine kostenlose V/E Anlage, die wir gerne nutzen. Wir machen es uns bequem und genießen die restlichen Stunden des Tages. Dienstag 18. September
Heute scheint beim Aufstehen die Sonne nicht. Der Himmel ist bedeckt, es geht ein frischer Wind. Ein italienisches Wohnmobil hat sich irgendwann in der Nacht zu uns gestellt. Wie oftmals bei stadtnahen Stellplätzen, war auch dieser nicht der Leiseste unserer Reise, doch ansonsten war die Nacht auch hier problemlos. Wir verlassen unseren Übernachtungsplatz in Palestrina gegen 8.ooUhr mit dem Tagesziel Rubiera nahe Mondena. Den dortigen Stellplatz kennen wir ebenfalls schon von unserer Anreise. Auf unserer Anreise hatten wir auf der A1 in nördliche Richtung mehrere große Staus gesehen und somit erwarten wir auch heute so etwas. Doch wir haben Glück. Zwar herrscht recht starker Verkehr und die LKW`s sind deutlich in der Mehrzahl, doch wir kommen überraschend zügig voran. Gegen 14.3oUhr verlassen wir schon die A1 an der Abfahrt Modena-Nord. Nun sind es noch 11km bis zum "Area sportiva ex Tetra Pak". Die Anfahrt ist in Ruiera gut ausgeschildert. Eigentlich ist es der Parkplatz des firmeneigenen Sportgeländes der Fa. TetraPak. Da es am Gelände aber auch eine V/E Anlage gibt, stehen dort auch immer wieder Wohnmobile und werden auch geduldet. Wir machen es uns mal wieder vor unserem Wohnmobil bequem. Das Wetter hat sich wieder stark gebessert und hier in Rubiera herrscht wieder strahlender Sonnenschein mit Temperaturen um die 27°. Mittwoch 19. September Es geht über die italienische Autobahn zügig in Richtung Norden. Österreich durchfahren wir, wie schon auf der Hinreise, auf der Brennerlandstrasse. Da wir noch etwas Zeit haben, machen wir noch einen Abstecher zum Kloster Andechs. Auf dem Klosterparkplatz übernachten wir auch. Donnerstag 20. September Heute schaffen wir es bis nach Melsungen. Hier haben wir auch übernachtet. Freitag 21. September Gegen Mittag sind wir wieder daheim angekommen. Unser Wohnmobil hat nun 8500 km mehr auf dem Tacho und hat auch einige Blessuren davongetragen, aber uns geht es gut. Trotz der Pannen und Widrigkeiten war es eine unserer schönsten Reisen. Hallo Olaf,
danke für den interessanten Reisebericht! Ich hatte das Gefühl ich wäre mit euch gefahren :wink: Wo geht es dieses Jahr hin? , Mira Hallo Olaf, wir haben Deinen grandiosen Bericht gerade erst entdeckt und mit großem Genuss gelesen. Sehr eindrucksvolle Bilder, die zum Packen und abfahren animieren. :razz: Die Fotos von den Mosaiken haben uns besonders gefallen und gefesselt, wobei wir noch gerne wissen möchten, ob die weißen Säcke auf einem der Fotos wohl einzelne Mosaiksteinchen enthalten, die noch zuzuordnen sind. ?
Das kenne ich, ist vedammt schwer: Fluchen und trösten zugleich. :D :D :D Gut, dass es so glimpflich ausgegangen ist und Ihr auch wieder gesund zu Hause seid. Poldi |
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