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Die Quelle des Sorgue ist mit bis zu 22m³ Wasser pro Sekunde frankreichs grösste und der Welt 5. grösste Quelle. Erst 1985 wurde der Ursprung der Quelle endgültig geklärt. Auf einem Felsen oberhalb des 600 Einwohnerdorfes befindet sich die Ruine des Schlosses des Bischofs von Cavaillon. Von hier hat man einen fantastischen Überblick über das Tal und Fontain de Vaucluse. Wie schon vorher erwähnt liegen diese kleinen Sehenswürdigkeiten IMMER so, dass einem die Schweissdrüsen explodieren, aber die Aussicht entschädigte für die Strapazen. Und hier noch einige Impressionen von Fontaine de Vaucluse. 21. Juli Die Quelle des Sorgue spendet in Fontaine der Vaucluse eine angenehme frische, die uns nach der Hitze der vorangegangenen Tage wohl tat. Jetzt befinden wir uns wieder bei 35Grad auf der Strasse und dank meiner defekten Klimaanlage rennt der Schweiss in Strömen. Unser Ziel liegt 60km weiter östlich - Saint Michel L'Observartoire. Doch vorher machen wir einen kleinen Umweg nach L'Isle sur la Sorgue. Vor einigen hundert Jahren lag der Ort, wie der Name sagt, wirklich auf einer Insel in Flusse Sorgue. Nach und nach wurden Sumpfgebiete durch zahlreiche Kanäle entwässert und urbar gemacht und der Fluss reguliert. Wasser ist immer noch allgegenwärtig in diesem erfrischenden Ort. Unser Spaziergang führte ständig über Brücken und Kanäle. Die von aussen unscheinbare Kirche Notre-Dame-des-Anges ist innen überreich und eindrucksvoll geschmückt. Notre-Dame-des-Anges Wir verlassen Isle sur la Sorgue.
Die Gorges du Verdon und der Lac de St. Croix sind zu weit, um den Weg in einem Rutsch heute noch zu bewältigen. Auf halber Strecke, irgendwo im Gebiet der Durance, ist der Ort St. Michel l’Observatoire, den wir vom letzten Urlaub her kannten und als Zwischenstop für geeignet hielten. Dort stellte ich den Verlust eines Teils meiner Aufzeichnungen fest – keine Ahnung wo sie sind. Jetzt musste ich wohl oder übel rekapitulieren. Andreas hat sich auf den Weg in den Ort gemacht, wollte da etwas essen und natürlich auch fotografieren. Zwei sehr nette italienische Paare mittleren Alters aus Rom und Florenz stellten sich mit ihren Wohnmobilen neben uns und waren sehr interessiert, mit uns ins Gespräch zu kommen, was vom Wunsch her nicht einseitig war, doch weder englisch, noch französisch reichte für eine Verständigung. Italienisch sollte man können – Lira (Isa), das wäre Dein Einsatz gewesen. Am nächsten Morgen machten wir nach dem Frühstück alle drei, die Hunde natürlich auch, einen Spaziergang durchs Städtchen, aber nicht ohne auf der Terrasse eines Restaurants im Ort vorher noch eine Erfrischung zu uns zu nehmen. Andreas wollte danach noch das Observatorium sehen, dem der Ort den Namen verdankt und wir fuhren schon vor nach Moustier Ste. Marie, das wir bereits kennen und mögen. Der Stellplatz in Moustiers Ste. Marie unterhalb bietet zwar einen schönen Blick auf Dorf und Berge ist aber leider schattenlos und nur geschottert, was die Hunden nicht mögen. Hier fand gerade ein großer Markt statt, daher war Hochbetrieb und wir kürzten unsere Besichtigungsrunde etwas ab, während Andreas mit der Kamera unterwegs war. Zurück auf dem Platz kamen wir mit sehr netten Franzosen ins Gespräch, was nach einigen Gläsern Rosé de Provence auch deutlich leichter fiel. Am nächsten Morgen Frühstück in einem Café, das schon etwas den Berg hoch liegt, aber was soll’s, dann hat man sich doch schon eine Stärkung verdient. Jetzt zieht es den Fotografen zur Kapelle weit oberhalb, von wo aus der Blick einmalig ist. Zwei Bilder vom Stellplatz aus gemacht. * Hallo Poldi ,
die letzten 2 Fotos haben "Andreas - Profi - Qualität "... :klatschen: :klatschen: :klatschen: ...tolle Bilder !!! dann warte mal ab, bis seine Bilder kommen. 8)
Trotzdem danke! Saint Michel L'Observatoir besteht nur aus zwei handvoll Häusern und einer Kirche. Wäre das Observatorium mit seinem Museum nicht gewesen - wer weiss, vielleicht würde der Ort gar nicht existieren. Der Stellplatz liegt ca. 800m ausserhalb der Ortschaft neben einem Tennisplatz. Natürlich musste man sich, um in den Ort zu gehen, wieder mal bergauf abrackern - und das bei der Hitze. Man will ja nicht immer selber kochen, darum wollte ich die französische Küche noch einmal zu einem Duell herausfordern. Ich schwingte mich auf mein Fahrrad und 5 Minuten später stand ich vor dem Restaurant meiner Wahl. Tagsüber war hier überhaupt nichts los. Als ich kurz vor 20Uhr den letzten freien Tisch ergatterte, bestätigte sich wieder einmal meine Theorie über die französischen Essgewohnheiten - nach 20Uhr bekommt man keinen Platz und muss mit Socken ins Bett. Das ganze machte einen etwas saloppen Eindruck, weshalb ich auch nicht die grössten kulinarischen Genüsse erwartete. Ich bestellte das Menü für - ich glaube - 19€. Erst gab es einen Salat mit einem ausgezeichneten Dressing. Dann kam der Hauptgang - Merlu. Ich glaube das ist ein Dorsch und er schmeckte wie zubereitet für einen König. Dazu gab ist Kartoffeln, die in einem kleinen Einweckglas in Olivenöl und Kräutern im Ofen gegart waren. Als Beilage eine Gemüsefantasie, wie ich sie gar nicht beschreiben kann. Hinterher ein Crème Brulée, das allerdings eine etwas zu dicke Zuckerschicht hatte. Das Ganze wurde mit einem demi Rosé heruntergespült und abschliessend mit einem grand café und zwei Limoncello versiegelt. Der Sieger des Abends war absolut der chef de cuisin, wobei die Bedienung auch nicht ausser acht gelassen werden darf :) Jetzt war ich doch froh, dass es zum Wohnmobil bergab ging. Und noch ein paar Fotos von einer kleinen Wanderung mit Klaus und Hella Ich glaube, Lena und ich müssen auch wieder dahin. Es ist ganz toll, die Gegend wieder mit Euch im Bild abzufahren.
@ Andreas: Bei der Beschreibung Deines Fischmenüs ist mir das Wasser im Mund zusammengelaufen. Ich konnte mir zwar das Menü auf die Schnelle nicht beschaffen, dafür habe ich mir halt den Limoncello geholt. Langt doch! Hallo Säcker!
Da hatten wir wohl die selben Gedanken, beim Anblick der Bilder und des Berichtes. Martina Hallo Hella, hallo Klaus, hallo Andreas,
wenn der wunderschöne Reisebericht fertig ist möchte ich diesen in gebundener Form haben. :top: Klaus, das dürfte für Dich, auf Grund Deiner beruflichen Erfahrung doch ein Klack's sein. Da kannst Du den Andreas mit seinem Wahlspruch doch nicht alleine stehen lassen. Ja Gerd, aber ich brauch einen Verlag. :D
Ich habe zur Überbrückung auch noch ein paar Bildchen.
Kein Wunder, wenn man sieht, wer da seine Füße so alles reinhält ... :unknown: :versteck: LG Maggie :flehan: Außer uns war das niemand -
:denk: ach sooo meinst Du das! Na wadde! :D
Außer uns war das niemand - :denk: ach sooo meinst Du das! Na wadde! :D Guten Morgen!
Vielen Dank für diesen wunderschönen Bericht mit tollen Fotos ( von beiden)! Da könnte man gerad schon los düsen! Viele die schnuess :francais: Ich krieg Fernweh
bitte:flehan: bitte :flehan: weitermachen grüße aus der z.Zt. verregneten Schweiz Bärbel Hi Bärbel, wir machen bald weiter - Ihr kommt später auch darin vor, ich meine - die Schweiz. :D
Poldi Wie Klaus schon berichtete, wollte ich mir vor der Weiterfahrt nach Moustiers das Observatorium ansehen. Doch zuerst brauchte ich ein vernünftiges déjeuner, das ich auf der Terrasse des Restaurants von gestern Abend zu mir nahm. Ich weiss zwar nicht mehr, was ich da ass, aber gut war es wieder. Danach fuhr ich die 2km zum Observatorium. Auf dem Parkplatz standen keine Autos, es war heiss und es sah nicht danach aus, als könne man jetzt an einer Führung teilnehmen. Also machte ich mich auf den Weg nach Moustiers. Das Observatorium spare ich mir fürs nächste Mal auf. Hier werde ich bestimmt wieder hinfahren, nicht zuletzt des guten Essens wegen. Unterwegs musste ich mehrmals anhalten um Fotos wie diese zu machen: Am späten Nachmittag ereichte ich Moustiers und wurde wie immer stürmisch von Poldi begrüsst. Klaus, Hella und Leo waren da etwas mehr zurückhaltend, was hoffentlich nichts Negatives zu bedeuten hat :) Nach der üblichen Prozedur - auf Keile fahren, Dachluken öffnen, Stuhl und Tisch raus, Glas Wein trinken - machten wir uns auf in den Ort - natürlich wieder steil bergauf. Es war Markt und ganz Frankreich war in Moustiers unterwegs. Herrliche Stimmung, Wärme, Abendlicht und soo viel zu sehen... Wer, ausser Klaus und Hella, käme da auf die Idee, jetzt zurück zum staubigen Stellplatz zu gehen? Hier musste erlebt, fotografiert und natürlich eine Pizza und ein paar Gläser Wein getrunken werden. Zum Stellplatz zurück zu finden war nicht schwer. Von weit her wiess mir eine nicht unbekannte leuchtende Nase den Weg :D . Hella und Klaus sassen mit einem sehr netten französischen Paar in geselliger Runde unter der Markise. Ich gesellte mich dazu und wir verbrachten noch einen gemütlichen Abend zusammen. 23. Juli Nach dem Frühstück in einem Café musste ich unbedingt den Pilgerpfad zur Kapelle hinaufgehen. Die Chapelle Notre Dame de Beauvoir wurde im 12. Jahrhundert auf einem Felsen hoch über Moustiers errichtet. Nach einem wieder einmal schweisstreibenden Aufstieg, hat man von hier ein prächtigen Ausblick. Und hier noch ein paar Fotos von Moustiers Hallo Andreas,
einfach tolle Bilder. :daumen2: Wieviel Pfunde hast Du denn bei Deinem schweißtreibenden Urlaub verloren. Hält die Hose noch, oder brauchste jetzt Hosenträger. :D Tja Gerd, was soll ich sagen...
Die Franzosen wohnen zwar sehr steil, aber sie essen auch entsprechend. :D Tja - die rote Nase, ein Dauerbrenner. :D
Wie Andreas gleich noch gründlich mit seinen Fotos dokumentieren wird, fuhren wir am Nachmittag gemeinsam nach St. Croix, de Verdon an den Stausee, der eine unglaublich blaue Farbe hat. Auf dem Hochplateau fanden wir tatsächlich wunderschöne Lavendelfelder, die noch nicht abgeerntet waren, aber die Kehren dorthin sind steil und eng und man hat dort besser keine Panne - eine Reifenpanne erst recht nicht. Oben hatten wir einen herrlichen Blick über die duftenden, vom Summen der Bienen erfüllten Lavendelfelder. Hier nochmal der Fotograf bei der Arbeit: Toll Klaus,
aber hätst mich gern etwas brauner machen können :D Der Lavendel war einfach fantastisch da oben. Da konnten wir nicht dran vorbei fahren, ohne erst ein paar Fotos zu machen. und Du hättest den Lichtreflex auf meinem Bauch abmildern können. 8) :D Nach unserer Lavendelorgie ging es weiter nach Sainte Croix du Verdon. In Sainte Croix hat man die Wahl zwischen einem CP unten am See, oder den Stellplatz fast oben am Ortseingang. Der Stellplatz liegt strategisch vernünftig plaziert im Verhältnis zum Restaurant mit Panoramablick über den See. Alles im Water und ohne Anstrengung erreichbar. Will man jedoch an den Strand, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Aber die Tour lohnt sich. Könnt ihr Euch vorstellen, daß dort 1974 nur ein kleiner See war? Es gab noch kein CP und keine Surf- bzw. Segelschule. Es gab nur Wiese um den See. Wir schlugen abends dort unser Zelt auf, und um uns herum roch es wie auf einer Pizza nach Herbes de Prevence. Hallo Klaus und Andreas
Ich habe den Bericht mit sehr viel Spaß und Kurzweil gelesen. :daumen2: "KLASSE" :daumen2: Viele Friedhelm :lenker: :womobus: Der Stellplatz in St. Croix war so überfüllt, dass sogar der Bouleplatz mit einbezogen wurde. Hella und mir gefiel die gedrängte Situation nicht, und da wir sowieso am nächsten Morgen die Heimreise antreten wollten, verabschiedeten wir uns jetzt schon von Andreas. Es war bereits Mittwoch Nachmittag und wir wollten noch bis Castellane fahren, kamen jedoch so gut vorwärts, dass wir Sisteron erreichten, aber der dortige Stellplatz ist ein Witz, sehr klein und zudem hatte sich ein großes Baufahrzeug auf einen der Plätze gestellt, wo zwei kleine WoMos Platz gehabt hätten. .Aber auch abgesehen davon war Sisteron wegen eines Events unglaublich stark besucht, Wir fuhren weiter und machten im Rhone-Alp-Gebiet auf einem C.P. halt für eine Nacht. Die Weiterfahrt bot Gelegenheit, aus dem fahrenden Wohnmobil die vorübereilende Landschaft aufzunehmen. Obwohl wir das eigentlich nicht wollten, beschlossen wir die Abkürzung durch die Schweiz zu nehmen, weil es von da aus die einfachste und bequemste Möglichkeit war, nach Deutschland zu kommen.
Auch hier wieder ein schönes Alpenpanorama - im Hintergrund der Montblanc. Weil am Rhein war das Ziel und wir schafften die Strecke von Genf bis Basel auch zügig, dann wurde es etwas zäher, aber es ging noch ganz passabel bis Weil.am Rhein. Wir kamen irgendwie auf eine falsche Strecke, nicht ganz falsch - und so näherten wir uns statt auf der Autobahn, auf der Nationalstraße (oder wie das in der Schweiz heißt) der Grenze. Auf einmal pfffft – schlabber schlabber schlabber-linker Hinterreifen platt. „Damit musst Du immer rechnen“, hörte ich meine innere Stimme sagen, außerdem war es Glück, dass so etwas nicht auf irgendwelchen steilen und gewundenen Bergstraßen passiert ist." Recht hatte sie, die innere Stimme, aber 50 m vor der Grenze wäre ja auch nicht nötig gewesen. Ich konnte gerade noch auf den linken Gehsteig rüberziehen, instinktiv die richtige Entscheidung, denn das linke Hinterrad wechselt man nicht gerne so nahe an der Fahrbahn, noch nicht mal der ADAC macht das gerne. ADAC? Ach - Mist, wir sind ja in der Schweiz –was jetzt! Während Hella auf dem Handy versuchte den ADAC anzurufen, ging ich rüber zu den deutschen Grenzern (Schweizer waren keine da)und habe sie gefragt, ob der ADAC auch in der Schweiz arbeiten darf, sie meinten, da wir direkt vor der Grenze seien, ginge das wohl. Um Zeit zu gewinnen, habe ich schon angefangen, den Reservereifen herabzulassen. Das ist beim Ford sehr mühsam, wie ich schon einmal erfahren musste. Plötzlich geht das Handy: “ Hier ist der ADAC, ich steh hier am Grenzübergang auf der Autobahn und wo sind sie denn? Von Autobahn war aber doch gar keine Rede, hörte ich Hella genervt sagen, „wir haben extra die Zöllner gefragt, das ist der Übergang Weil-Ost, das habe ich der Dame am Telefon auch gesagt. Wie - Weil Ost gibt es nicht?. Moment, ich gebe ihnen mal einen vom Zoll. Ich hatte in der Zwischenzeit den Ersatzreifen heruntergekurbelt, bekam aber eine der Flügelschrauben nicht los, mit denen der Reifen befestigt ist. - festgerostet! ADAC ist da, hurra, aber der Helfer saß in seinem gelben Auto und telefonierte, eine Minute, zwei Minuten, drei vier fünf Minuten. Dann kam er aus seinem Auto und sagte, dieser Grenzübergang hieße eigentlich nicht Weil-Ost, sondern Alt-Weil. Wir waren schon beruhigt, dass er nicht gesagt hat, es gebe diesen Grenzübergang eigentlich überhaupt nicht. Die Flügelschraube machte ihm auch Schwierigkeiten, weswegen ich einige Belehrungen über mich ergehen lassen musste.. Auf einmal stand da ein Mann im Feinripp-Unterhemd und Turnhose und sprach zu mir in der den Schweizern eigenen Art: „Wie lange wird das noch dauern, wir haben nämlich in der Schweiz um 21 Uhr Polizeistunde und da ist kein Lärm mehr gestattet, oder? Ich habe Ihnen schon eine halbe Stunde zugegeben, es ist jetzt 21.30Uhr“. Ich war drauf und dran, zu dem ADAC-Mann zu sagen: “Ich glaube, Sie haben Recht, den Grenzübergang gibt es wirklich nicht“, da fährt der den Schweizer in bekannt allemannischem Idiom an:“ was glaubscht denn, was i hier mach“. usw. Mir war, als hätte ich noch ein unterdrücktes „Du Säckel“ gehört. Einer der Grenzer kam rüber und outete sich als Wohnmobilist, Duc Detlefs. Wir erzählten ihm von unserem Forum und zeigten auf den Aufkleber, kannte er nicht –Interesse konnten wir aber wecken. Dann erfuhren wir von ihm - auf einem Platz jenseits der Grenze, könne man für eine Nacht problemlos stehen.. Es war auch gleich um die Ecke an einem Kieswerk, d.h. einem ehemaligen Kieswerk, jetzt das Domizil und Atelier eines Künstlers, denn diese ehemalige Kiesanlage war von Skulpturen eigentümlicher Schönheit umgeben. Ich dachte: “Noch so ein Ort, den es nicht gibt.“ „Hella, da ist jemand drin, ich geh gucken und frag den mal, ob wir hier für eine Nacht stehen dürfen“. Der Mann ordnete draußen zwischen den Kunstwerken einiges. Auf meine Frage, ob wir hier stehen dürften, sagte er: „Meinetwegen“. „Ist es hier sicher?“ war meine Frage„Wie man’s nimmt, bei mir ist vorige Woche eingebrochen worden, aber da war ich nicht zu Hause“. Wir schliefen dennoch ruhig, wurden aber gegen 6.30 Uhr von fürchterlichem Lärm geweckt. „Was ist denn das? Wie spät ist es denn? Da draußen sind irgendwelche Idioten und schneiden um sieben Uhr Wiesen und Gestrüpp, aber was soll denn das?“ Die Leute machten halt nur ihre Arbeit, denn das Gelände wurde für eine Open Air-Kino-Veranstaltung und einiges Andere hergerichtet, auch der Herr des Kieswerks war daran beteiligt.. Der Künstler hatte am Vortag, als er unser ehrliches Interesse an seiner Kunst bemerkte, uns für diesen Morgen eingeladen, sein Atelier zu besuchen, was wir auch sehr gerne taten. Nachdem wir uns bei einem Reifenhändler einen neuen Reifen besorgt hatten, sind wir noch mal über die Rheinbrücke nach Frankreich geschwenkt und haben Diesel für 1,36 Euro bekommen, so günstig wie im ganzen Urlaub nicht - wenn Luxemburg nicht mitzählt). Mit vollem Tank ging’s zügig nach Hause, wo alles wieder wirklich, allzu wirklich war. Ein schöner Urlaub war zu Ende, während unser zeitweiliger Wegbegleiter Andreas fs noch die Gorges de Verdon erkundete, hatte uns der Alltag wieder. Danke Andreas, für Deine sehr angenehme und kurzweilige Gesellschaft, die kulinarischen Besonderheiten aus Deiner Küche und die fotografische Dokumentation der verschiedenen Stationen, wie auch für die Mitwirkung an diesem Reisebericht. Wir verabschieden uns an dieser Stelle, denn unsere Reise ist zu ende. Du hast aber danach noch einiges zu erzählen und zu zeigen, worauf wir alle nun sehr gespannt sind. Hallo Hella, Klaus und Andreas,
ich glaubte, dass ich diesen Thraed schon fertig gelesen hatte und habe heute festgestellt, es war nur knapp die Hälfte! Das muss für Euch ein toller Urlaub gewesen sein, schade dass er für Euch schon zu Ende ist. Wenn ich "blinder Hesse" auf dieser Reise Bilder gemacht hätte, eine ganze Menge Motive wären überhaupt nicht dabei gewesen und das wäre wirklich Schade. Ich habe einiges dazu gelernt, z.B. die hellblaue Tür mit den ausgefranzten Brettern hätte ich möglicherweise überhaupt nicht wahrgenommen. Vielen Dank für diesen kurzweiligen Bericht. MfG Paule2 Ich befand mich in Castellane, als ich mit Klaus telefonierte und er mir von dem Reifenplatzer berichtete.
Das war ja noch mal Glück im Unglück, dass das nicht auf der Autobahn bei 100km/h passiert ist. Klaus, das Haus eures Künstlers ist ja fantastisch. Die Skulpturen in rot und blau könnten was für meinen Garten sein. Sowas verrücktes suche ich schon lange. Für meine Wegbegleiter, mit denen ich viele schöne Tage und Abende verbrachte, war der Urlaub vorrüber, während ich mich noch am Lac Saint Croix befand. Ich wollte noch den See umrunden und durch die Gorges du Verdon nach Castellane fahren, um von dort aus den Heimweg anzutreten. Der 1973 aufgestaute Lac de Saint Croix ist mit 22km² Fläche frankreichs zweitgrösster Stausee. Zwei Dörfer und eine historische römische Brücke mussten den Wassermassen weichen. Eines der Dörfer, Les Salles sur Verdon, wurde an etwas höher gelegener Stelle wieder aufgebaut. Für mich war die Gegend um den Sainte Croix, die Verdonschlucht und die Stadt Castellane der Höhepunkt der Reise. Es gibt nichts besseres, als ein Bad im türkisen Wasser des Sees zu nehmen und sich hinterher von der warmen Luft trocknen zu lassen. Ein Kaffee oder ein Glas Wein in einem Café mit Aussicht über den See und das grandiose Gebirgspanorama ist auch nicht zu verachten. Die Orte Sainte Croix, Bauduen und Salles sur Verdon, die direkt am See liegen, haben zwar nicht viel zu bieten, aber es herrscht eine entspannte provencialische Atmosphäre. Hella und Klaus waren nun auf dem Heimweg. Nach einem Abendessen im nahe gelegenen Restaurant, verbrachte ich den Rest des Abends auf dem Stellplatz. Francois und Beatrice hatten mich wegen meiner "grossen" Kamera angesprochen, und so ergab sich noch eine sehr netter Abend unter deren Markise. Adressen wurden ausgetauscht, und wenn ich irgendwann in der Nähe von Orleans bin........ Am nächsten Morgen ging es dann weiter in Richtung Bauduen, das an der anderen Seite des Sees liegt. Bauduen hatte ausser seiner tollen Lage am See nichts grossartiges zu bieten. Nach einem Spaziergang durch die engen Gassen und dem üblichen Cafébesuch ging es weiter bis zur nächsten Badebucht. Les Salles sur Verdon hat zwei grosse Campingplätze und einen Stellplatz für vielleicht 50 Wohnmobile. Als ich dort gegen 13Uhr ankam, war nicht ein einziger freier Platz aufzutreiben. Also drehte ich zwei-drei Runden um das Dorf um einen geeigneten Parkplatz zu finden. Es war Markttag, was die Parkplatzsuche nicht gerade leichter machte. Als ich endlich einen freien Platz ergattert hatte, waren die Marktleute schon dabei, ihre Buden aufzuräumen - schade. Das Dorf wurde nach der Flutung des Stausees an höher gelegener Stelle wieder aufgebaut - oder besser gesagt neugebaut. Ein mittelalterliches Dorf, wie ich es erwartet hatte, konnte ich nicht finden. Alles machte einen ziemlich neuen, modernen Eindruck der 70er Jahre. Nachdem ich meine üblichen Zwangshandlungen absolviert hatte, wollte ich noch mal auf dem Stellplatz nachsehen, ob inzwischen ein Platz frei geworden war. Und siehe da, in zweiter Reihe ist was frei. Kein guter Platz, aber immerhin - vielleicht haut später noch jemand aus der ersten Reihe ab? Nach kurzer Zeit höre ich lautes Geschrei aus dem Wohnmobil vor mir. Ein sehr erregter Mann stürzt aus der Aufbautür. Irgend etwas französisch brüllend schlägt er mit der Faust auf seinen Campingtisch, der krachend zu Boden geht. Seine Frau eilt ihm nach und versucht ihn zu beruhigen. Das bringt den guten Mann noch mehr in Rage. Jetzt fliegen die Klappstühle durch die Gegend und das Gebrüll wird noch lauter. Die Überreste der Campingmöbel werden verstaut, die Markise unter lautem Fluchen reingekurbelt und ab geht die Post. Prima - ein freier Platz in erster Reihe mit Blick auf den See. Nach dem Abendessen im Dorf setzte ich mich in ein Café. Auf dem Platz davor spielte eine Band Soul Musik der 70er, ganz im Stil der Umgebung. 25 Juli, Gorges du Verdon Morgens ein Bad in diesem extrem türkisblauen See zu nehmen, fiehl mir nicht schwer. Ich befinde mich in einer kleinen Bucht am nördlichen Ende des Stausees, wo der Verdon in den See mündet. Zu beiden Seiten der Mündung bieten Bootsverleihe ihre Dienste an. Angesichts der Völkerwanderung in die Schlucht, die mit jeder Minute zunahm, legte ich meinen Plan, ein Kanu zu mieten, erst mal auf Eis. Aber den Lac de Sainte Croix zu verlassen, ohne die Schlucht des Verdon von innen gesehen und fotografiert zu haben - das ging einfach nicht. Also reihte ich mich in die lange Schlange der Tretbootabenteurer ein, um mir für zwei Stunden ein Kanu zu mieten. Man hätte den Verdon fast trockenen Fusses überqueren können, so viele Boote waren hier unterwegs. Der kleine Ausflug hatte sich trotzdem gelohnt. Die Schlucht des Verdon ist einfach grandios! Hätte ich noch eine extra Urlaubswoche gehabt, wäre ich gern ein paar Tage länger am See geblieben. Meine Kunden wurden ungeduldig und irgendwie muss ja so eine Reise finanziert werden. Noch am selben Tag ging es weiter über die D952 nach Castellane. Kleine Dörfer, Bauernhöfe, Lavendelfelder und die grandiose Bergwelt machen diese Serpentinenstrasse zu einem grossen Erlebnis. |
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