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Reisebericht 2008


Hermanns am 20 Aug 2008 12:02:43

Voller Stolz kann ich wieder meinen Reisebericht präsentieren! Wer als wissen will, was wir 4 Wochen lang in Skandinavien erlebt haben (z.B. wie man nachts in Nordschweden einen Zahnarzt findet - vor allem am Wochenende!), kann das auf meiner Homepage --> Link nachlesen und entsprechende Bilder anschauen. Zum Einlesen hier schon einmal den Anfang:

2. Tag (14.07.08)
Gut 33 Stunden und ziemlich genau 1.420 Km liegen zwischen unserer Abfahrt ges-tern morgen und den ersten Zeilen des diesjährigen Reiseberichts, den ich auf einem netten Campingplatz an der schwedischen Südküste beginne. Dieses Jahr haben wir eine ganz neue Variante gewählt, wie wir Richtung Norwegen kommen: Wir fahren die gesamte Strecke, ohne überhaupt eine Fähre zu nutzen. Stattdessen geht es ü-ber die Storebaelt- und die Öresundbrücke. Auf diese Idee bin ich beim Stöbern im Internet gekommen. Das Hamburger Reisebüro Knopf, das ich unter --> Linkücke.de gefunden habe, bietet einen ausgezeichneten Service an: Sie verschicken die Sender für die Brückenpassagen, die das Durchfahren der Maut-stellen zu einem Kinderspiel machen. So zahlen wir für die kompletten Brückenüber-querungen zwischen Deutschland und Schweden hin und zurück gerade mal 88,-- Euro. Gut, ein kleiner Haken ist dabei: Dieser Preis gilt für Wohnmobile bis max. 6 Meter. Unser Womo hat jedoch ohne Fahrradständer schon 5,99 m. Wir wollen aber dieses Jahr unbedingt die Räder mitnehmen, und so gibt es kurz vor der ersten Brü-cke eine kleine handwerkliche Einlage: Auf einem Rastplatz schrauben wir kurzer-hand den Radständer ab, legen ihn in den Alkoven, und stellen die Räder ins Womo! Gut zwei Stunden später das Ganze umgekehrt: Irgendwo hinter der Öresundbrücke kommt der Ständer wieder ans Fahrzeug und die Räder wieder drauf. Dann fahren wir noch weiter, bis wir ca. 10 Km vor Halmstad auf gut Glück dem Hinweisschild zu einem Campingplatz folgen. Es ist Skummeslövs Eko Camping. Dieser Platz über-rascht uns, weil er gemütlicher und kleiner als die Plätze ist, die wir bisher in Süd-schweden kennen gelernt haben. Als wir uns auf die Räder schwingen, um die Ge-gend zu erkunden, erleben wir eine weiter, tolle Überraschung. Die Küste beginnt wenige hundert Meter hinter dem Campinglatz, und da gibt es einen 12 Km langen Strand, den man sogar mit Fahrzeugen befahren darf. Das ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn man mit seinem „Mountain“-Bike am Meer entlang radelt.

3. Tag (15.07.08)
Wir sind im Urlaub! Das haben wir heute morgen daran gemerkt, dass wir erst gegen 09.00 Uhr aufgewacht sind. Was natürlich auch für die Ruhe spricht, die an dem Campingplatz herrscht. Noch vor dem Frühstück sind wir 5 KM am Strand entlang gelaufen, danach in aller Ruhe zusammengepackt und gegen 12.30 Uhr weiter auf der Autobahn Richtung Göteborg gefahren. Kurz hinter Göteborg sind wir dann auf den „Inlandsvägan“, die E 45 abgebogen. Wobei natürlich die Annahme, eine E-Straße sei eine mindestens zweispurige Autobahn, schon seit unserem ersten Skan-dinavienurlaub zu den Gerüchten zählt. Aber immerhin kommt man zügig mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von meist 90 Km/h voran. Am Vänernsee ange-kommen, folgen wir den Tipps des Buches „Mit dem Wohnmobil nach Schweden“ von Reinhard Schulz. Und so stehen wir gegen 17.00 Uhr an einer großen Wiese, nur wenige Schritte vom See entfernt. Dass dieser See der größte Schwedens ist, mit einer Fläche von über 5.000 qkm, wissen wir ja schon von unserem letztjährigen Urlaub. Da standen wir mit der gleichen Begeisterung am Wasser, damals allerdings an dem gegenüberliegenden Ostufer, das man jedoch, aufgrund der Größe des Sees, von unserer Stelle aus nicht einmal erahnen kann. Außer uns haben noch sechs weitere Wohnmobilfahrer den gleichen Reiseführer, und so können wir uns zusammen mit den anderen auf eine ruhige Nacht am See freuen.

4. Tag (16.07.08)
Wir erleben eine absolut ruhige Nacht, haben nur den Wind in den Bäumen gehört, und werden von der Sonne geweckt! Wir fahren weiter über den Inlandsvägen, kom-men an den Ortschaften Säffle, Sunne und Malung vorbei. Die Straße ist schön zu fahren, es gibt sehr wenig Verkehr. Die Wälder sind schier unendlich und die Seen so zahlreich, dass viele von ihnen im Navi gar nicht vorkommen.
In Malung scheint ein riesiges Stadtfest zu sein; fast in jedem Vorgarten stehen Wo-mos, Wohnwagen und Zelte. Die Stadt platzt vor lauter Menschen, und wir haben noch nie eine so lange Schlange vor einem Geldautomaten gesehen. Wir verlassen in Malung die E 45 und biegen auf die 71 ab, fahren immer entlang des Flusslaufes des Västerdalälven. Dann geht’s auf die Straße 297 nach Särna. Dort bestaunen wir die wunderschöne alte Gammelkyrka aus dem Jahr 1684 mit ihrem Holzschindelturm und den alten Holzbänken, sowie dem Altarbild „Christi Himmelfahrt“.
Zum Übernachten steuern wir auch heute den „Geheimtipp“ unseres Reiseführers an: Das Ufer des Flusses Fulan, 20 KM hinter Särna auf dem Weg nach Mörkret. Wir biegen direkt vor der Brücke rechts ab, und haben so instinktiv für uns die bessere Wahl getroffen. Denn so stehen wir vollkommen alleine direkt am Fluss. Nachdem wir uns eingerichtet haben, kommen noch unsere Fahrräder zum Einsatz: Wir stram-peln noch knapp 15 KM die kleine und von Autos fast nicht befahrene Straße Rich-tung Norwegen. Dabei sehen wir auch noch einen Fuchs, der so groß war, dass wir zunächst gar nicht erkannt haben, um was für ein Tier es sich handelt. Gerade noch rechtzeitig vor einem Regenschauer kommen wir zurück. Danach verwöhnt uns die Sonne, und selbst kurz vor Mitternacht ist es noch hell genug, um zu lesen. Aller-dings scheint unser Platz ziemlich hoch zu liegen: Die Außentemperatur sinkt näm-lich in der Nacht auf 0 Grad ab – und wir müssen mitten im Juli die Heizung des Womos aktivieren!


5. Tag (17.07.08)
Auch heute verlassen wir uns zunächst auf die Tipps des Reiseführers von Reinhard Schulz: Wir stehen schon gegen 07.00 Uhr auf und fahren nach dem Frühstück mit dem Womo die letzten 5 KM zum Eingang des Nationalparks Fulufjäll. Dort beginnt auch die ca. 4 KM lange Wanderung zum höchsten Wasserfall Schwedens, dem 93 Meter hohen Njupeskär. OK, da haben wir in Norwegen schon bedeutend höhere Wasserfälle gesehen; aber die Wanderung durch den Nationalpark führt durch eine so atemberaubende Landschaft, und der Weg mit seinen zahlreichen Brücken, Trep-pen und Bretterbohlen ist mit soviel Liebe zur Natur gestaltet, dass man aus dem Staunen und Fotografieren nicht mehr herauskommt. Besonders schön war, dass wir so früh losgegangen sind. So waren wir schon wieder zurück, bevor der große Tou-ristenstrom einsetzte.
Um wieder auf den Inlandsweg, die E 45 zurückzukommen, suchen wir eine beson-ders schöne Strecke aus: Wir fahren von Idre aus nach Sörvattnet, eine Straße, die in den Karten nicht einmal mehr eine Nummer hat, aber als „besonders sehenswert“ gekennzeichnet ist. Die dort für den Tourismus Verantwortlichen haben zwar einer-seits das freie Campen entlang der Straße und des Flusses verboten, aber im Ge-genzug zahlreiche „Lagerplätze“ eingerichtet, immer direkt am Fluss, einer schöner als der andere, und gegen eine geringe Gebühr darf man dort über Nacht sein Womo hinstellen. Ungefähr 20 KM vor Sörvattnet will dann unser Navi, dass wir „falls mög-lich, bitte wenden!“ Denn aus der Teer- wird eine Schotterstraße, und die Schlaglö-cher sorgen dafür, dass auch die letzte Tasse auf ihre Sollbruchstellen hin überprüft wird. Aber dafür stehen auch wieder einmal Rentiere mitten auf der Straße! Zum Glück geht es auf der Straße von Sörvattnet nach Linsell dann wieder auf der Teer-decke weiter. Noch einmal 55 KM unbefestigte Straße wäre uns dann doch zuviel des Guten gewesen. In Linsell geht’s dann rechts auf die E 84, uns sehr schnell nach Sveg und somit wieder zum Inlandsvägen führt. Rund 100 KM weiter nördlich ver-lockt dann das Hinweisschild auf den Ratan Campingplatz. Hier schlagen wir für heu-te Nacht unser Lager auf – und dank des Stromanschlusses können alle elektrischen Geräte auch wieder geladen werden.

6. Tag (18.07.08)
Wir sind unterwegs nach Menstrask, und das kam so: Gestern Abend entdeckte Eve-line in einem Campingplatzprospekt den Hinweis auf die „längste Seilbahn der Welt“, die sich in Lappland befinden soll. Leider gab es sonst keinerlei Angaben, wo das sei, außer dem Hinweis auf die Homepage --> Link. Dummerweise hatten wir kein WLAN, und so half nur eine SMS zur Tochter nach Hause mit der Bit-te, sich auf der entsprechenden Homepage zu informieren. 15 Minuten später kam dann, wiederum per SMS, der Hinweis, der Startpunkt der Seilbahn sei in Menstrask. Anhand der Karte war klar, dass wir dann heute von der E 45 abweichen müssen, aber im Endeffekt gerade mal 50 KM Umweg fahren werden. Und so stehen wir nach 490 gemütlichen KM jetzt am Startpunkt dieser Seilbahn und haben bereits telefo-nisch Kontakt mit der Betreiberin aufgenommen. Für morgen, Abfahrt 13.00 Uhr, sind wir gebucht. Und für heute Abend bleiben wir einfach auf dem Parkplatz vor der Seil-bahn stehen, denn einen schöneren Stellplatz, direkt am See, in traumhafter Stille, finden wir sicher nicht mehr so schnell. Wir sind schon sehr gespannt auf morgen!


7. Tag (19.07.08)
Aber wie das manchmal so ist: Erstens kommt es anders ….! Denn das Pochen in einem Zahn, das ich gestern gespürt habe, hat sich über Nacht zu starken Schmer-zen entwickelt. Da wir aber gerade irgendwo weit ab aller Zivilisation in Menstrask standen, habe ich vor lauter Verzweiflung mal die Auslands-Kummer-Nummer vom ADAC angerufen (um 03.30 Uhr!), um zu erfahren, wo ich dann am Morgen zu einem Zahnarzt gehen könnte. Die nette Frau hatte dann aber erst in 500 KM Entfernung einen eingetragenen Zahnarzt anzubieten und meinte noch, dass wir ja ganz schön in der Pampa stehen würden! So haben wir uns dann um 07.00 Uhr aufgemacht, um in die nächst größere Stadt, nach Skeleftea, zu fahren. Unterwegs haben uns dann auch Einheimische gesagt, dass erst dort ein Zahnarzt sei. Da aber Samstag war, so erklärten sie uns, müssten wir zwischen 09.00 und 11.00 Uhr die 112 anrufen und würden dann mit einem Notdienstzahnarzt verbunden. Naja, nach 80 KM Fahrt und einigen Telefonaten lag ich dann bei einer Zahnärztin unterm Bohrer - Wurzelbe-handlung! Ob sie anschlägt, weiss die Frau aber nicht genau, ich soll halt dann in ein paar Tagen einen anderen Zahnarzt suchen - je nachdem, wo wir dann gerade sind. Naja, für heute reicht es mir erst mal, und solange ich nicht esse und die Zähne auf-einander stoßen, geht’s ja.
Der Blick auf die Uhr sagt, dass es gerade 11.30 Uhr ist. Wenn wir also gleich nach Menstrask zurückfahren, kommen wir noch rechtzeitig zur Abfahrt der Seilbahn an. Wir überlegen hin und her, ob wir das tun sollen, oder nicht doch besser in Skeleftea, sozusagen in der Nähe der Zahnärztin, bleiben sollen. Aber die Vorstellung, jetzt ir-gendwo auf dem Campingplatz von Skeleftea zu stehen und nur darüber nachzu-denken, ob beim Nachlassen der Betäubung die Schmerzen wiederkommen, ist nun auch nicht verlockend. Da lenkt doch bestimmt die Seilbahn mehr ab.
Gesagt, getan, und 20 Minuten vor dem Start mit der Seilbahn sind wir wieder zu-rück, nehmen das Rentiersandwich bzw. das Rentierfleisch mit Kartoffelsalat in Emp-fang, das wir telefonisch im Voraus schon bestellt haben, und dürfen in die Kabine einsteigen.
Während der Fahrt, die 1:45 Stunden dauert, können wir viel Wissenswertes über die Entstehung der Bahn nachlesen, die im zweiten Weltkrieg zum Transport des Eisen-erzes in nur 370 Tagen gebaut wurde, früher einmal eine Gesamtlänge von ca. 97 KM hatte und heute nur noch als Touristenattraktion genutzt wird. Die Fahrt ist ein sehr schönes Naturerlebnis: Man schwebt über einer z. T. unberührten schwedi-schen Tundra, unter sich Wälder und Seen, und das einzige Geräusch ist das Rat-tern der Gondeln, wenn sie über einen Tragseilmasten fahren. Nur den im Prospekt in Aussicht gestellten Elch in freier Wildbahn konnten wir leider nicht sehen. Am Ziel-punkt angekommen, nimmt uns ein Bus in Empfang und bringt uns wieder zum Aus-gangspunkt zurück. Wir nehmen den Rat der Zahnärztin an, die mir sagte, wir sollen einfach unseren Urlaub wie geplant fortsetzen – irgendwo gibt es ja immer mal wie-der einen Zahnarzt. Deshalb fahren wir weiter und wollen den Campingplatz in Ar-vidsjaur erreichen. Laut Prospekt verfügt er über WLAN, dann könnten wir mit den Töchtern Email-Kontakt aufnehmen. Um 18.00 Uhr checken wir ein. Der Platz ist sauber, das Personal sehr freundlich, das Angebot drum herum bestens – aber trotz-dem gefällt er uns überhaupt nicht. Denn wir stehen dicht an dicht mit anderen Wo-mos und Wohnwagen auf großen Schotterplätzen, und das ist nun einmal nicht das, was wir in Skandinavien sehen wollen. Aber weil wir durch die „Zahnarzt-Action“ fix und fertig sind, legen wir uns schon um 20.00 Uhr ins Bett und schlafen tief und fest bis um 08.00 Uhr am nächsten Tag.


8. Tag (20.07.08)
Ich wache ohne Zahnschmerzen auf, was gibt es besseres! So frühstücken wir in aller Ruhe, entsorgen Abwasser, füllen frisches Wasser auf und machen uns auf den Weg nach Jokkmokk. Eigentlich gerade mal 160 KM, Speedlimit meist 110 Km/h, aber das Navi verrechnet sich total, wenn es meint, wir brauchen ca. 1,5 Stunden. Denn das Verkehrsschild „Baustelle“, das kurz nach Arvidsjaur auftaucht, hat noch einen „Untertitel“, nämlich dass diese Baustelle 42 KM (!!!!) lang sein soll. Und wer schon einmal Baustellen in Nordschweden oder Norwegen erlebt hat, weiss, was das bedeutet: Da wird gnadenlos die alte Teerdecke weggerissen, man fährt auf Schotter mit riesigen Schlaglöchern, als Womofahrer glaubt man, die Hängeschränke abbre-chen zu hören, und oft traut man sich kaum mehr als 25 bis 30 Km/h zu fahren. Ich bin ganz sicher: Bei uns in Deutschland dürfte man auf solchen Strecken nicht fah-ren, da gäbe es sicher ein „Durchfahrt-Verboten-Schild“! Aber auch die längste Bau-stelle hat mal ein Ende, und 8 KM vor Jokkmokk überqueren wir dann in unserem diesjährigen Urlaub zum ersten Mal den Polarkreis. Und dies an einem Punkt, an dem wir es in den letzten Jahren noch nie getan haben. Der Parkplatz, das Cafe mit Souvenirladen, der See daneben, all das wäre für sich gesehen schon ein schöner Grund, anzuhalten. Als wir dann aber sehen, dass es hinter dem normalen Parkplatz sogar noch große Stellplätze mit Stromanschluss und Seeblick gibt, und das alles gegen eine geringe Gebühr von 110,-- SEK, überlegen wir, ob wir nicht einmal eine Nacht direkt am Polarkreis verbringen wollen. Sicherheitshalber fahren wir noch die 8 KM weiter nach Jokkmokk, kaufen im Coop ein und schauen uns noch kurz die zwei offiziellen Campingplätze dort an. Aber keiner überzeugt mehr als der Stellplatz am Polarkreis, und so fahren wir zurück und richten uns für die Übernachtung ein.


9. Tag (21.07.08)
Die Nacht am Polarkreis war ein ganz besonderes Erlebnis. Es blieb die ganze Zeit hell, um Mitternacht färbte sich der Himmel rot, und wir konnten einfach nicht ein-schlafen. Unser Körper signalisierte, dass es nicht Nacht sein kann, solange es draußen nicht dunkel wird! Erst durch die entsprechenden Verdunkelungsmaßnah-men hat es dann geklappt. Nicht allzu lange übrigens, denn die schwedischen Schnaken sind wohl die raffiniertesten der Welt! Obwohl alle Fenster und Türen ge-schlossen waren, haben es in dieser Nacht mindestens10 von ihnen in unser Womo geschafft – wobei sie alle ihre Stiche, mit denen sie uns quälten, mit ihrem Leben bezahlen mussten!
Nach dem Frühstück sind wir dann so gegen 09.30 Uhr die E 45 weiter über Gälliva-re nach Kiruna gefahren. Wie der Wetterbericht vorhergesagt hat, setzte auf dieser Strecke teilweise heftiger Regen ein. Irgendwie wirkt bei schlechtem Wetter Kiruna noch unattraktiver, sodass wir nur schnell tankten und im Weiterfahren die gewalti-gen Berge bestaunten, die durch den Erzabbau entstehen. Zum Glück behielt die Wettervorhersage aber auch mit der erfreulichen Prognose recht, nämlich dass die Strecke Kiruna – Narvik vom Regen zumindest heute noch verschont bleiben soll. Gegen 14.00 Uhr überquerten wir dann die Grenze nach Norwegen und machten, wie schon drei Jahre zuvor, 500 m danach auf einem schönen Parkplatz bei der Riksgränsen Mittagspause. Auf der Weiterfahrt Richtung Narvik merken wir sofort, wie unterschiedlich doch die Landschaften von Schweden und Norwegen sind. Bis-her hatten wir hauptsächlich unendliche Wälder, sanfte Hügel und unzählige Seen; breite und vor allem meist gerade Straßen. Kaum über der Grenze erleben wir Nor-wegen pur: Schroffe, zum Teil noch schneebedeckte Berge, Felsen, Wasserfälle; und die Straßen werden gleich enger und kurviger. Aber, was sollen wir sagen: Hier füh-len wir uns daheim! Als wir dann auch noch Narvik im wahrsten Sinn des Wortes „links liegen lassen“, und statt dessen die E 10, oder, wie sie hier offiziell heißt, den „Kong Olavs veg“ Richtung Vesteralen und Lofoten fahren, haben wir das Gefühl, angekommen zu sein. So geht’s den Ofotfjord entlang, über die Tjelsund-Brücke, die die Meeresstraße an ihrer engsten Stelle überquert. Der „Velbinger“ schreibt dazu: „Länge der Brücke 1.001 m, lichte Höhe 41 m, um auch großen Schiffen die Durch-fahrt zu ermöglichen. Die Meeresstraße ist eine der wichtigsten und meistfrequentier-ten Nordnorwegens. Sie erspart den Frachtschiffen den Seeweg über den oft sehr rauen Atlantik entlang der Westküste der Lofoten und Vesteralen.“ Nachdem wir die Brücke überquert haben, sind wir auf der größten der Vesteraleninseln angekommen, nämlich auf Hinnoya. Wir fahren jetzt noch ca. 60 Km und finden dann, direkt am En-de des Gullesfjords den gleichnamigen Campingplatz. Auch hier hat „Velbinger“ recht, wenn er diesen Platz als „sehr schön“ beschreibt. Wir bleiben hier über Nacht, denn an dieser Stelle müssen wir auch entscheiden, ob wir durch den neuen Lofast-Tunnel auf die Lofoten oder entlang der alten E 10 auf die Vesteraleninsel Langoya wollen. Das aber werden wir erst morgen festlegen, denn wir wollen es vom Wetter abhängig machen, und angeblich sollen die beiden nächsten Tage auf den Lofoten das Wetter nicht gut sein.

10. Tag (22.07.08)
Wir entscheiden uns dennoch für die Lofoten und hoffen einfach, dass das Wetter einigermaßen hält. Aber zunächst einmal schlafen wir heute sehr lange. Das merken wir daran, dass fast alle anderen Womos schon wieder weg sind, ehe wir überhaupt mit dem Frühstück anfangen. Dann geht’s weiter Richtung Lofoten, und zwar das erste Mal über den neuen „Lofast“. Wir sind begeistert! Nicht mehr diese lange Stre-cke E 10 über Sortland, Stokmarnes und dann auch noch die Fähre von Melbu nach Fiskebol, sondern einfach nur eine nagelneue Straße durch eine gigantische Land-schaft, ein paar Tunnel und Brücken, und schon sind wir am Raftsund und somit auf den Lofoten angekommen. Die Berge sind heute zwar teilweise wolkenverhangen, aber es regnet zumindest nicht. Wir fahren nach Svolvaer, die „Hauptstadt“ der Lofo-ten, gönnen uns am Hafen Kaffee und Kuchen (wobei wir gleich an den Preisen wie-der merken, dass das Leben in Norwegen teurer ist als in Deutschland; denn 17 Euro für zwei Tassen Kaffee und zwei kleinen Stückchen Kuchen zahlen wir normalerwei-se nicht!), schlendern ein bisschen über den Stadtplatz und informieren uns beim Touristbüro über die Abfahrtszeiten von Bus und Hurtigrutenschiff. Schließlich wollen wir, schönes Wetter vorausgesetzt, in den nächsten Tagen einmal mit dem Schiff durch den Raftsund fahren! (Stand 2008: Busabfahrt Richtung Stokmarknes / Sort-land Svolvaer 12.30 Uhr, Ankunft Stokmarknes 14.10; Abfahrt Schiff Stokmarknes 15.15 Uhr, Ankunft Svolvaer 18.30 Uhr) Danach füllen wir noch im Supermarkt unse-re Vorräte auf und finden 10 KM weiter bei Kabelvaeg den Campingplatz „Sandvika Camping“, auf dem wir schon vor drei Jahren einmal übernachtet haben. Von der Lage her ein Traum, genauso, wie man sich die Lofoten vorstellt. Deswegen ist die-ser Platz auch bei den deutschen Touristen so beliebt. Was allerdings die Sanitäran-lagen angeht, liegt er unserer Meinung nach am unteren Ende der Skala. Aber dafür haben wir ja als Alternative alles im eigenen Womo mit dabei. Am Abend klettern wir noch etwas zwischen den Felsen herum und bewundern das Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken und wie dabei die Lofotenfelswände in unterschiedlichstes Licht getaucht werden.

11. Tag (23.07.08)
Wind und Regen sorgen dafür, dass wir wieder bis nach 09.00 Uhr im Bett bleiben, dann gemütlich frühstücken und erst gegen 12.00 Uhr den Campingplatz verlassen. Es geht weiter die E 10 Richtung Südspitze der Lofoten, aber nicht lange. Bei der Brücke über den Gimsoystraumen biegen wir rechts ab, um die Insel Gimsoy zu um-runden. Nach 8 KM kommen wir zu der Inselkirche, die direkt am Wasser steht und mit Stahlseilen in der Erde verankert ist. Wie gewaltig hier dann wohl die Windböen sein können, können wir kaum erahnen. Der Platz an der Kirche ist so schön, dass wir hier Pause machen, Kaffee trinken, Muscheln sammeln und sogar noch einen Seeadler beobachten können, der über uns seine Kreise zieht. Danach geht es wie-der weiter um die kleine Insel, am Golfplatz vorbei. Dann endet die Teerdecke und es wird eine der typischen unbefestigten Straßen, über die sich das Womo besonders freut.
Bald aber sind wir wieder an der E 10 angekommen, wo uns die nächste große Brü-cke auf die Insel Vestagoya führt. Das Wikingermuseum in Borg haben wir schon vor drei Jahren besucht, dieses Mal fahren wir daran vorbei ohne anzuhalten – zumal der Parkplatz davor so belegt ist, dass wir wahrscheinlich gar keinen Platz gefunden hät-ten.
Durch den Nappstraumen-Unterwassertunnel geht es dann auf eine der schönsten Lofoteninseln, nämlich Flakstadoya. Mittlerweile ist auch das Wetter wieder viel bes-ser geworden, es gibt zwar noch viele Wolken, aber kein Regen. Wir fahren heute nicht nach Nusfjord, einem echten Highlight der Lofoten, sondern heben es uns für ein anderes Mal auf. Stattdessen wagen wir es und stellen uns bei Ramberg auf den Skagen Campingplatz, auf eine schöne Wiese direkt am traumhaften Strand. Wobei ich zugebe, dass ich zunächst einmal die junge Frau an der Rezeption nach der Wind- bzw. Sturmvorhersage ausgefragt habe, denn noch einmal eine Orkannacht am Atlantik, wie wir es vor drei Jahren erlebt haben, brauchen wir nicht mehr. Aber angeblich haben wir heute Nacht nichts zu befürchten. Und so stehen wir hier ober-halb des Polarkreises, näher am Nordpol als an München, an einem wunderschönen weißen Sandstrand, dass man meinen könnte, man sein auf den Malediven. Ein ech-ter Traum!

12. Tag (24.07.08)
Schade nur, dass dieser Traum am frühen Morgen schon zu Ende ist. Aber der nahe gelegene Steinbruch beendet mit seinen lauten Arbeitsgeräuschen schon ab 07.00 Uhr unsere Nachtruhe. Aber so sind wir wenigstens früh genug auf, um nur wenige Kilometer mit unserem Womo zu fahren, nämlich zur Abzweigung nach Nesland. Di-rekt dahinter können wir an einem „Skulpturenparkplatz“ das Auto stehen lassen und mit den Rädern weiterfahren. Es geht ca. 10 KM, immer am Skelfjord entlang, zu-nächst auf Teer-, dann auf Schotterstraße. In Nesland angekommen, entdecken wir, dass hier auch der „Fiskersti“, also die Tour zum Nusfjord beginnt. Aber leider haben wir keine Bergschuhe dabei, und so verschieben wir diese Wanderung auf das nächste Mal. Stattdessen radeln wir wieder zurück ans Fahrzeug und steuern als Ziel die Südspitze der Lofoten, das Örtchen A an, das ja nur noch rund 30 KM entfernt ist.
Aber auch dieses Jahr haben wir Pech, wenn wir Moskenesoya besuchen: Das Wet-ter spielt für Radl- und Bergtouren einfach nicht mit. Wir können weder den Rei-nebriggen, diesen super Aussichtsberg über Reine, besteigen, noch mit den Rädern von A nach Reine radeln, denn es regnet fast ständig. So stellen wir das Womo in A hinter dem letzten Tunnel auf den Großparkplatz und schlendern einfach nur ein bisschen durch den Ort, der eigentlich ein richtiger Museumsort ist. Selbst die Bäcke-rei, die tolles Brot und noch bessere „Rosinenweckle“ und Zimtschnecken herstellt, ist eine sog. „Museumsbäckerei“. Danach gehen wir noch etwas in Richtung des süd-lichsten Aussichtspunkts und grübeln darüber nach, ob die kleineren Vögel, die wir auf den Felsnischen sehen, tatsächlich Papageientaucher sind. Zum Schluss gehen wir recht früh ins Bett, können aber lange nicht schlafen, weil der Parkplatz doch ein sehr unruhiger Ort ist. Selbst spät kommen noch Touristen, die kurz aussteigen, ein paar Fotos machen und dann gleich wieder weiter wollen; und wenn man glaubt, jetzt kommt bestimmt niemand mehr, trifft sich noch die „Jugend von A“ mit ihren Autos auf dem Platz und demonstriert sich gegenseitig die Wattstärke ihrer Autoradios.

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pekakü am 20 Aug 2008 15:10:33

Hallo Ihr Hermanns

:)

Für einen solchen Bericht spreche ich Euch unsere Anerkennung aus :!:
Tolle Schilderungen, hilfreiche und interessante Informationen für den WoMo Fahrer, viele Tips und Geheiminfos, wäre ich nur nicht so faul :roll:

DAS HABT IHR SUPER GEMACHT :!: DANKE und macht weiter so!!!

Tipsel am 20 Aug 2008 15:53:47

Da wird man richtig neidisch. Leider bekommen wir max. 3 Wochen Urlaub am Stück und Norwegen wird weiterhin auf der Liste stehen bleiben.

Sehe ich das richtig, dass diese Seilbahn nur ganz winzige Kabinen hat?

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Anne42 am 20 Aug 2008 16:45:18

Was für ein schöner Bericht und was für ein Traumland. Wenn es nur nicht so weit weg wäre. Vielen Dank. :daumen2:

Hermanns am 20 Aug 2008 18:36:03

@ Christel: Ja, das siehst du richtig. Da passen max. 4 Erwachsene rein, zwei sitzen links, zwei recht, dazwischen wird noch ein kleiner tisch runtergeklappt fürs Essen. Bei uns saßen pro Kabine in aller Regel zwei Erwachsene drin (Ausnahme waren eigentlich nur die Familien, wo Eltern und Kinder zusammen in einer Gondel waren)
Hermann

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