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Reisebericht Sizilien im Winter


jochen_a am 12 Jan 2005 16:53:56

Hallo zusammen,
wie bereits angekündigt hier mein Reisebericht von unserem Urlaub auf Sizilien im Dezember 2004:

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TEIL 1:

Freitag, 17.12.2004
Etwas verspätet kommen wir am Freitag nachmittag gegen 16.00 Uhr von zu Hause los. Mit einer kurzen Rast in der Holledau (Abendessen und Barney's Abendrunde) fahren wir fast staulos bis nach Südtirol durch. Die Tanknadel kündigt den Durst unseres WoMos an, so dass wir beschließen erst Mal unser Nachtlager einzurichten und am nächsten Morgen vollgetankt weiterfahren. In Kaltern finden wir auf den großen Parkplatz vor dem Camping "Gretl am See" einen idealen Übernachtungsplatz.

Samstag, 18.12.2004
Heute soll es nach Pompeij gehen, es fehlen noch ca. 700 km, was also kein Problem sein sollte. Aber leider war dem nicht so. Kurz vor Rom wurden die Geräusche unseres Gefährtes von Kilometer zu Kilometer lauter und wir beschlossen eine Mittagspause mit Camper-Check einzulegen. Nach gründlicher Inspektion stellte ich ein Loch im Auspuff fest, das wir auf Sizilien in einer Werkstatt schweißen lassen wollen. Gestärkt mit "Penne al Ragu" und "Caprese" ging es weiter auf die Autobahn, wo 500 Meter vor dem Autobahnkreuz Rom Nord nach einer Bodenwelle der Auspuff abbrach. Wir sind sofort von der Autobahn runter und haben uns an einer Art "Autohof" nach einer Werkstatt erkundigt. "Roma" war die Antwort. Also habe ich den Auspuff provisorisch mit Draht hochgebunden, und wir sind nach Rom gefahren. Dort fanden wir auch gleich eine Ford-Werkstatt, die uns aber auf Nachfrage mitteilte, dass in ganz Rom (es war mittlerweile nach 15.00 Uhr) bis Montag nichts mehr ginge. Nach einer kurzen Diskussion im Familienrat beschlossen wir, die provisorische Reparatur etwas zur verbessern und bis Pompeij weiterzufahren. Dort stand am Sonntag die Besichtigung an und wir wollten bis Montag verlängern um dann in Pompeij eine Werkstatt aufsuchen. Kurzerhand wurde der Hof der Ford-Werkstatt seiner originalen Bestimmung zugeführt und ich habe unseren Camper für die nach fehlenden 250 km flottgemacht. Pannen- und problemlos kamen wir gegen 19.00 Uhr im Pompeij am Campingplatz "Zeus" an.

Sonntag, 19.12.2004
Nach einer ruhigen (außer uns waren noch 5 weitere WoMos am Platz) Nacht starteten wir gegen 8.30 Uhr mit der Besichtigung der historischen Stadtruinen des antiken Pompeij. Während des sehr interessanten und kurzweiligen Rundganges war natürlich immer wieder unser Camper Gesprächsthema. Uns zog es nämlich ziemlich in den Süden, und wir wollten nicht noch einen Tag hier verbringen. Nach unseres Rückkunft zum Campingplatz nahm Alexandra unsere kleine Tochter Anna-Lena und Barney mit auf eine kleine Tour, so dass ich in Ruhe und ohne Stress meine "Bastelleidenschaft" auslegen konnte. Nach ca. zwei Stunden und mit Hilfe von Blumenbindedraht, einer Hundefutter-Dose und Alu-Folie war mein Kunstwerk vollendet. Aber wird es auch halten? Wir gingen das Risiko ein und brachen gen Süden auf. Nach einer mautfreien Fahrt von Baustelle zu Baustelle (ich nannte die Autobahn zwischen Neapel und Reggio di Calabria später "längste Autobahnbaustelle Europas") erreichten wir gegen 20 Uhr den Fährhafen von Villa San Giovanni. Die Überfahrt klappte super einfach und nach 30 Minuten hatte unser WoMo sizilianischen Boden unter den Rädern. In unserem WOMO-Reiseführer (eigentlich kein echter, hier aber dennoch so betitelt: Schulz) stand ein Late-Arrival-Stellplatz nördlich von Messina. Wir fanden ihn sehr einfach und einer ersten Nacht auf Sizilien stand nichts mehr im Wege.

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jochen_a am 12 Jan 2005 16:55:20

TEIL 2:

Montag, 20.12.2004
Wir brachen früh auf, denn eine letzte weite Reise sollte uns an die Südküste der Insel bringen, von wo aus wir starten wollten. Unser Ziel war nur grob umrissen, damit wir genügend Freiraum haben: Aber es sollte sie Südküste bis nach Selinunte, der nordwestlichen Teil der Insel bis Palermo und die Ätna-Region anvisiert werden. Unsere Strellplatz-Recherche im Schulz machte uns neugierig auf den Plaia Grande im Süden. Leider war dieser Stellplatz mittlerweile mit Maschendrahtzaun für WoMos und Fahrzeuge aller Art abgesperrt. In Punta Braccetta fanden wir aber "unseren" Platz. Eine romantische Idylle direkt am Sandstrand sollte für die nächsten Tage unsere Heimat sein. Eine vorherige Versorgung mit Lebensmitteln in einem Conad Supermercado lies es uns an nichts mangeln

Dienstag, 21.12.2004
Dieser Tag stand ganz unter den Zeichen "Erholung" und "Familie". Nach einem ausgiebigen Frühstück verbrachten wir den Tag mit Strandspaziergängen, Bücher lesen, Sandmalereinen und Erkundungen der näheren Umgebung. In etwas 1 km Entfernung zu unserem Platz fanden wir dabei einen weiteren Superplatz. im "Schulz" wird er als "Punta Braccetta 3" beschrieben. Leider war dieses total einsame Strandabschnitt für uns nicht so gut geeignet, da er direkt an einer ca. 10 Meter hohen Felssteilwand ist. Für unsere kleine Tochter war uns das etwas zu gefährlich, so dass wir beschlossen haben, unseren Stellplatz am Stand nicht zu verlassen.
Am späten Nachmittag klopfe es plötzlich an der WoMo-Tür und wir erhielten Besuch. Vom Eismann. Ja richtig von dem Tiefkühl-Lieferservice. Scheinbar versorgt er in der Hauptsaison öfters Camper an diesem Standabschnitt mit Tiefkühlprodukten aus seinem Lieferwagen. Wir haben uns einen Seehecht und eine Schüssel mit Amarena-Eis gekauft und uns sofort an den Herd gestellt, ein leckeres Abendessen zuzubereiten.

Mittwoch, 22.12.2004
Ein weiterer Tag seligen Nichtstuns war angesagt, so dass wir diesen Tag ähnlich verbrachten wie den vorherigen, sogar das Abendessen mit Seehecht, Nudeln mit Tomatensauce und Salat war gleich (die Eismann-Portion war riesig).

Donnerstag, 23.12.2004
Nach einem morgenlichen Strandspaziergang brachen wir an frühen vormittag auf, um ein paar weitere Stellplätze zu erkunden. Nach eine Ver- und Entsorgung an einer Agip-Tankstelle waren wir für weitere Tage des freien Stehens gewappnet. So richtig fündig wurden wir aber nicht, da die angenehmen Temperaturen von ca. 17 °C durch einen frischen Wind am Stand relativiert wurden. Im "Schulz" schwärmten die Autoren von einem Agriturismo im Naturschutzgebiet Torre Salsa. Den wollten wir unbedingt ansehen, also nichts wie hin. Nachdem einigen Kilometern auf der SS 115 näherten wir uns kurz vor Montallegro einem Campe, den wir einige Kilometer folgten. Als er dann in Montallegro nord Richtung Torre Salsa abbog hatten wir so eine Vorahnung. Im Gänsemarsch fahrend wurde diese Vorahnung am Parkplatz des Agroturismo Torre Salsa bestätigt. Während unseres gesamten weiteren Urlaubs sollten wir nicht mehr so viele Wohnmobile auf einmal sehen, wie hier. Der überdachte Parkplatz für WoMos war mit ca. 10 Reisemobilen und einem Wohnwagen belegt. Abgesehen von zwei englischen und einem schweizer Gast waren nur deutsche Camper anwesend. Mit 16 EUR pro Nacht für alles inkl. Strom entschlossen wir uns Weihnachten hier zu verbringen. Für ein Weihnachts-Menü meldete ich uns bereits beim Check-In an. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Erkundungen in die nähere Umgebung, ausgiebigem Warmwasser-Duschen und einem Einkauf im G&G-Market in Montallegro

jochen_a am 12 Jan 2005 16:57:39

TEIL 3:

Freitag, 24.12.2004
Durch ein opulentes Frühstück gestärkt machten wir uns schon zeitig auf, um die griechischen Tempelruinen von Agrigent zu bestaunen. Wir hatten eine Super-Parkplatz im "Vale dei Tempi" direkt am Eingang. Mit unserer Kleinen am Rücken gingen wir bei herrlichstem Wetter durch die sehr imposante Ausgrabungsstätte. Hier war es fast windstill und die Sonne lachte von wolkenlosem Himmel auf uns herab. Es war fast menschenleer hier, aber wir konnten uns doch ziemlich genau ein Bild davon machen, wie es zur Hauptsaison hier aussehen würde. Im Anschluss wollten wir noch die wunderschöne Altstadt von Agrigent besichtigen, ließen aber von diesem Vorhaben ab, nachdem wir im absoluten Verkehrschaos mit unserem WoMo fast kein Durchkommen mehr sahen. Heute wollten wahrscheinlich ALLE Sizilianer nach Agrigent. Etwas enttäuscht fuhren wir nach Torre Salsa zurück, wo uns nach einer Dusche und der obligatorischen Barney-Abendrunde ein nicht enden wollenendes Weihnachtsmenü der sizilianischen Küche näher brachte. Im Gespräch mit anderen Campern erfuhren wir von den fast unglaublichen 28 °C am heutigen Tag (in der Sonne). Etwas verfrüht (Anna-Lena war sehr müde) mussten wir ohne Nachtisch unser Nachtlager aufsuchen.

Samstag, 25.12.2004
Nach erfolgter Bezahlung und VE machten wir uns auf den Weg nach Selinunte und Marinella. Im Internet hatte ich gelesen, dass man dort auch sehr schön frei stehen kann. Dort angekommen fanden wir eine kleine Ortschaft vor (Selinunte und Marinella sind praktisch zusammengewachsen), in der es keinen vernünftigen Stellplatz gab. Einzig ein Schotterweg etwas oberhalb des Strandes wäre geeignet gewesen. Da das Wetter aber deutlich schlechter wurde, entschieden wir uns nur zu einem Mittagessen im Ort und beschlossen kurzerhand an die Nordküste zu fahren. Die Halbinsel bei Casteluzzo war unser Ziel und am frühen nachmittag waren wir auch schon dort. Ein wahres Camper-Paradies. Ein geteerter Weg führte in ca. 50 Meter Meerentfernung an der Küste entlang und bot an vielen Stellen die Möglichkeit an kleinen Sandbuchten frei zu stehen. Hier begegneten uns viele italienische Camper, ein Zeichen dafür, dass wir richtig waren. Wir fanden einen schönen Stellplatz an einer kleinen Bucht und richteten uns für den Abend und die Nacht. Gegen 22.00 Uhr nahm der Sturm so stark zu, dass ich es für richtiger empfand, diesen romantischen Platz zu verlassen und im nahegelegenen Casteluzzo windgeschützt zu stehen.

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jochen_a am 12 Jan 2005 17:00:20

TEIL 4:

Sonntag, 26.12.2004
Nach einer regnerischen und stürmischen Nacht wollte es uns an der Nordküste nicht mehr so richtig gefallen. Es stürmte und die Regentropfen schmerzten wie kleine Nadelstiche im Gesicht. Was soll man an so einem besch....... Tag machen? Na klar, ne Tempelruine besichtigen. Die Ruinen von Segesta waren dann auch nur 25 km entfernt, und schon waren wir da. Trotz des schlechten Wetters waren etliche englische, japanische und italienische Touristen dort, die aber unseren Hund mehr zu bewundern schienen, als das antike Tempelbauwerk. Uns hat's gefreut und so wurde ein kurzweiliger und interessanter Vormittag daraus. Mit der Aussage "vielleicht ist es im Süden besser" brachen wir auch schon auf, fuhren die kostenfreie Autobahn bis Selinunte und auf der altbekannten SS 115 Richtung Agrigent. Wir hatten an Weihnachten Bekanntschaft mit einem Italiener gemacht, der und einlud, bei seinem Ristorante direkt am Strand umsonst zu stehen. Dieser Einladung wollten wir nun folgen. Vorher besichtigten wir noch das antike Eraclea Minoa, wobei auch hier im Süden der Sturm hauste. Bei unserem Italiener (Ristorante Bellevue in Eraclea Minoa - 1. Strand) angekommen bot sich ein ziemlich wüstes Bild. Der Sturm wütete auch dort und der Strand war übersät mit Algen, Seegras, Wurzen, leeren Plastikflaschen, Quallen,...
Aber wir liesen uns dadurch nicht die Laune vermiesen, schließlich war unser Stellplatz betoniert, ca. 5 Meter vom Strand entfernt und dennoch geschützt in einem Pinienwäldchen gelegen. Am Abend saßen wir in der Pizzeria bei Kerzenschein (der Sturm sorgte im gesamten Ort für einen Stromausfall) bei Gnocchi, Pizza und Wein. So einen romantischen und gemütlichen Abend hatten wir in diesem Urlaub noch nicht! Die Nacht im windumsäuselten WoMo war super!

Monatg, 27.12.2004
Ein kurzer Blick aus dem Fenster machte uns neue Hoffnung. Es war blauer Himmel und die Sonne Stand schone eine Handbreit über dem Horizont. Während es Frühstücks stellten wir fest, dass unsere Vorräte zur Neige gingen, und wir führen in die Stadt zum Einkaufen. Als wir zurückkamen war es ein herrlicher Anblick, der blaue Himmel, das tosende Meer. Durch den Sturm war das Meer noch sehr aufgewühlt und ich schlüpfte in meinen Neoprenanzug, packte das Surfbrett vom Dach und schmiss mich in die Wellen. Erschöpft und glücklich entstieg ich den Fluten, alberte noch etwas mit Barney und Anna-Lena am Strand und machte es mir nach einer kühlen Außendusche im WoMo gemütlich. Später zogen wieder dicke Regenwolken auf, die sich auch am Abend und in der Nacht über uns ergossen.

Dienstag, 28.12.2004
Ein Blick auf den Kalender sagte uns schonungslos, dass die Zeit der Heimfahrt immer näher rückte. Aber es gab noch so viel zu sehen. Eine Beratung im Familienrat und schon stand der Rest des Urlaubs fest. Die Villa Romana del Casale mit ihren einzigartigen Mosaiken sollte unser nächstes Ziel sein. Eine kurzweilige Fahrt und schon standen wir am Parkplatz der römischen Villa (Einziges Kfz am Parkplatz!) War denn überhaupt geöffnet? Noch während wir uns diese Frage stellten kamen im Minutentakt Autos, WoMos und Kleinbusse an - es war also geöffnet. Wir besichtigten die wunderschöne Ausgrabungsstätte mit den Mosaiken (nicht umsonst ein UNESCO-Weltkulturerbe) und stellten uns vor was hier im Sommer los sein muss. Auf den engen Gängen herrscht dann sicherlich dichtes Gedränge. zum Glück sind wir jetzt hier! Im Anschluss an die Besichtigung war der im "Schulz" beschriebene Agriturismo mit dem "lachenden Fuchs" unser Ziel. Die Fahrt dorthin war die reinste Schnitzeljagd, denn immer wieder findet man an den Kreuzung den lachenden Fuchs mit dem Hinweis "Follow Me". Als einzige Gäste dort machten wir uns keine großen Hoffnungen das im "Schulz" beschriebene Essen genießen zu dürfen. Weit gefehlt. Der Hausherr fragte mich beim einchecken, ob wir zum Abendessen kommen würden. Natürlich sagte ich "Ja", denn im Reiseführer war dieses Abendessen sehr bildlich beschrieben. Den Nachmittag verbrachten wir mit einer langen Wanderung durch das sizilianische Inselinnere. Dabei konnten wir einem Sizilianer - mehr mit Händen und Füßen als durch unser italiensich - klar machen, dass wir unseren Hund nicht verkaufen wollen. Am Abend dann betraten wir voller Erwartung den Speisesaal des Agriturismo. Was dann kam hätten wir uns nicht träumen lassen. Alleine die Antipasti hätten schon gereicht, aber es gab noch Pasta mit verschiedenen Saucen, gegrilltes Gemüse, verschieden Fleisch und Wurstspezialitäten und Kartoffeln. Als Abschluss wurde noch ein Grappa und Dolci mit Beeren gereicht. Wein und Wasser gab es ohne Aufforderung immer wieder. Völlig über(fr)essen stiegen wir ins WoMo, wo wir Sekunden nach dem zubettgehen einschliefen

jochen_a am 12 Jan 2005 17:01:56

TEIL 5:

Mittwoch, 29.12.2004
Noch immer satt brachen wir am frühen Morgen auf, den Nabel Siziliens - die Stadt Enna - zu bereisen. Da Sizilien nicht besonders groß ist, war auch hier die Anfahrt eine Lapalie und wir hatten nach viel Zeit für einen Stadtrundgang. Der Dom von Enna und noch etliche Chiesas sind Zeugen des tiefen Katholozismus der Sizilianer. Wir brauchten bis zum frühen nachmittag um ein Minimum an Sehenswürdigkeiten "abzugrasen", wobei unser Proviant aus leckersten Dolci und Espresso bestand. Seltsamerweise waren alle Ristorante geschlossen und wir hatten schon die Befürchtung, den Abend am WoMo-Herd verbringen zu müssen. Aber die freundliche Dame in der Turist-Info erklärte uns in einem italo-englischen deutsch, dass alle Restaurants erst gegen 20 Uhr öffnen würden und empfahl und eine Reservierung. Also suchten wir uns eine Wirtschaft aus und reservierten einen Tisch für uns. Um 19.30 Uhr waren wir dann die einzigen Gäste, ließen uns aber dadurch auf gar keinen Fall die Laune vermiesen. Wir bestellten Antipasti, Primi und Secundi Piatti, Insalata, Vino und Aqua und verlebt einen wunderschönen Abend in einem immer voller werdenen Ristorante. Mit knapp 40 EUR fiel die Rechnung für unsere Völlerei dann doch recht human aus und ein letzter nebelschwadenumwobener Spaziergang brachte uns zum Camper direkt an dem Lomardischen Kastell von Enna.

Donnerstag, 30.12.2004
Die Nacht war extrem ruhig und heute stand das letzte Highlight Siziliens auf dem Plan: der Ätna. Leider wurden wir auf ca. 1700 Höhenmeter durch schneebedeckte Straßen und heftigen Schneefall gezwungen umzudrehen. Gesehen hätten wir ja sowieso nix und Sizilien wird uns ganz sicher noch einmal sehen. Dann können wir ja den Ätna anschauen. Auf den Nach-Unten-Weg machten wir noch an einem Lava-Geröllfeld Halt und ließen es uns nicht nehmen einen Lavaklumpen als Souvenir mitzunehmen. Da der Tag der Abreise näher rückte, entschieden wir uns als Carrefour-Fans noch den einzigen Supermarkt dieser Kette auf Sizilien anzusteuern und dort in der Nähe einen Stellplatz zu suchen. Wir fanden mit Hilfe unseres "Schulz" einen herrlichen Platz in San Giorgio etwas weiter westlich und bezogen unser Nachtquartier.


Freitag, 31.12.2004
Am Morgen versorgten wir uns im einzigen Carrefour auf Sizilien mit allem Notwendigen, bevor es auf die lange Reise nach Hause gehen sollte. Als ersten Ziel war grob die Toskana angepeilt, die wir auch gegen 1.50 Uhr am 1.1.2005 erreichten. In Montepulciano suchten wir noch krampfhaft nach einem Bankomaten, denn unsere Barreserven waren komplett zur Neige gegangen. Erschöpft von der langen Autofahrt fielen wir auch gleich in unsere Betten.


Samstag, 1.1.2005
Heute wollten wir gegen 16.30 Uhr zu Hause sein, was wir auch fast geschafft hätten, wäre da nicht der Diesel gewesen. 500 Meter vor der Autobahnausfahrt Lichtenau fing der Camper zu stottern an. Mit Mühe erreichten wir noch die Ausfahrt und konnten noch mit komplett leerem Tank auf einen kleinen Parkplatz neben der Straße rollen. Jetzt hieß es "I'm walking....", aber es waren ja nur noch knapp 40 km bis heim. zuhause war sicherlich die komplette Familie bei meinen Eltern versammelt, da meine Mutter heute Geburtstag hat. Viellciht kann uns ja jemand den Diesel herbringen. Unter lautem Gelächter erklärte ich telefonisch unsere missliche Lage und unse Schwager machte sich gleich auf den Weg zu uns. Mit einer Reservekanisterladung Diesel schafften wir es rechtzeitig zu Kaffee und Kuchen nach Oberdachstetten zurück.

Resume:
Sizilien ist eine Reise wert. Mindestens eine. Wir auf jeden Fall kommen wieder, und das ist eine Drohung! Abgesehen von der unwahrscheinlichen Umweltverschmutzung durch leere Plastikflaschen, Abfall und Einkaufstüten ist Sizilien ein Super-Urlaubsziel für Wohnmobilisten. Wir fanden einsame Strände, die auch in der Hauptsaison als Stellplatz für WoMos dienen können und hatten zu keiner Zeit das Gefühl nicht willkommen zu sein. Fast überall wurden wir freundlich auf unseren Hund angesprochen und die Kinderliebe in Italien ist ja hinlänglich bekannt. Das italienische Essen, die Dolce Vita, einfach alles war prima. Lediglich das Wetter machte uns einen kleine Strich durch die Rechnung. Daher werden wir auf jeden Fall das nächste Mal im Frühjahr oder im Herbst kommen. Der Winter ist doch sehr windig und regnerisch.

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Ich hoffe, dass Euch der Bericht gefallen hat und nicht zu ausführlich ist. Ich hätte teilweise noch viel viel mehr schreiben können....

Jochen

Jagstcamp-Widdern am 12 Jan 2005 17:34:16

sauber!!
irgendwann schaffe ichs hoffentlich auch mal nach sizilien!

grusz hartmut

wolfherm am 12 Jan 2005 17:51:26

Toller Bericht - Tolle Reise

Gast am 12 Jan 2005 17:53:45

Toll gemacht Jochen


Da überlege ich mir gerade, ob ich meiner Bretagne mal untreu werden soll. hmmmm? :oops:
Nach meinem Einsatzkalender hätte ich vom 20. April bis 8 Mai noch freie Zeit.

Beduin am 12 Jan 2005 19:05:37

Hallo Jochen

haste klasse gemacht :)
war auch nicht zu lang :)

pedro am 12 Jan 2005 19:36:34

Hallo Jochen,

Super Bericht, möcht am liebsten gleich starten, und Deine Tour nachvollziehen. Frage? Durfte der Hund bei den Besichtigungen überall mit, oder mußte er im Womo bleiben ??

Pedro aus Winkelhaid

Waldi am 12 Jan 2005 20:00:14

Guten Abend Jochen

Ein sehr schöner und umfangreicher Bericht von deiner Reise,es hat
richtig Spass gemacht ihn zu lesen.Danke. :respekt:

Waldi

frebeka am 12 Jan 2005 20:20:39

Hallo,
da kann ich mich meinen Vorredner nur anschliessen, toller Bericht!
Wir waren ja schon 2 Mal in Sizilien, die längste Baustelle Europas gibt es schon einige Jahre und noch weitere Jahre. Wir fahren bestimmt noch einmal hin, egal Baustelle, noch keine Brücke gebaut ......

MichaelW am 12 Jan 2005 20:23:51

astrein............t r ä u m...........bei uns gehts morgen nur in ein verlängertes Wochenende :?

Carmen57 am 12 Jan 2005 20:58:48

hallo
toller Bericht, hat mir gut gefallen und Lust auf mehr gemacht.
Ich bin Silvester zurück gekommen von meiner Fahrt auf der Aida. Dort waren wir auch in Pompeij und in Palermo und und und.
Wir haben beide, mein Mann und ich beschlossen, daß wir dort mal mit dem Womo hinfahren. Dein Reisebericht hat uns nur bestärkt.
Vielen Dank

Carmen

Tipsel am 12 Jan 2005 21:11:04

Bild

Gast am 12 Jan 2005 21:32:57

Hallo Jochen,
Sizilien steht bei uns auch nochmal auf dem Programm. Das letzte mal ist schon zig Jahre her. Schöner Bericht, der mich eigentlich nur bestärkt, den Termin nicht zu weit zu schieben. :D :razz: [/b]

Gast am 12 Jan 2005 22:14:39

:respekt:

Irene.I. am 13 Jan 2005 17:26:43

Toll!
So freut man sich doch schon auf seinen Pfingst-Urlaub ab 14.5.!!!
Ziel: Mit Freunden, also 2 Womos, nach SIZILIEN (ist aber schon länger geplant). Reisebericht ausdrucken, einige Plätze kennen wir schon, auf dem Etna waren wir auch schon, wollen aber unbedingt nochmal rauf. Das gesamte Gebiet ist unbedingt viel mehr als eine Reise wert, aber wer hat schon ständig soviel Zeit wie Zielgebiete?
Pompeij waren wir auch schon, allerdings im August mal , da bekommt man nicht so alles mit!! Aber da läuft derzeit in Mannheim eine Wanderausstellung mit Ausgrabungen usw. aus Pompeij und Herkulaneum, die tun wir uns übernächstes Wochenende an.
Frage: Ist's mit dem Bobtailchen nicht ein wenig eng im Womo? Wir hatten auch mal eins, als wir noch eine 2-Zimmer-Wohnung bewohnten, und wenn sie dann mittendrin lag, kam keiner mehr durch ... - ist schon ganz lange her, der Anblick hat wehmütige Erinnerungen geweckt, derzeit haben wir einen nicht so sperrigen Boxer.
Viele ins nahe Oberdachstetten - aus Obererlbach!
Irene I.

Sellheimer am 13 Jan 2005 20:16:22

Hallo allerseits,

Super Bericht, kann ich einiges verwenden;

ich habe vor, vom 04. - 25.06.05 ziemlich flott nach Sizilien zu fahren und von unten her dann langsam nach oben. Wer kann mit was ergänzendes sagen zu

- Fähre von Neapel oder Civitaveccia, muß man vorbuchen?
- schöne Stellplätze
- schöne Routen an der Westseite
- gute Entsorgungsmöglichkeiten (außer Campingplätze)

War im letzten Jahr schon in Kalabrien und möchte das noch um Sizilien ergänzen.

Sellheimer

jochen_a am 14 Jan 2005 08:10:08

Hallo zusammen!
Vielen Dank für fir Super-Resonanz auf meinen Bericht. Hat mich riesig gefreut. :)

@pedro:
Wir haben unseren Hund fast überall mit dabei gehabt. :runningdog: Da gab es keine Probleme. Ob das aber an der (absoluten) Nichts-Saison lag kann ich nicht beantworten. Wie schon erwähnt sind wir überall feundlich auf unseren Hund angesprochen worden. Einiges haben wir aber (mit Hund) gemieden: Pompeji (viel zu viele streunende Hunde), Indoor-Museen, Kirchen, zu dichtes Menschengedränge (das ist prinzipiell so!). Bei Unsicherheiten haben wir einfach gefragt, z.B. Valle dei Tempi, Segesta oder Eraclea Minoa - no problema war die Antwort!

@ Irene.I
Danke für die Verniedlichung unseres Wuschel-Monsters. Zugegebenermaßen ist es mit einem BobtailCHEN im WoMo eng und wenn er mitten im Gang liegt kommt man auch nicht vorbei, aber besser mit Bobtail im WoMo also ohne Bobtail ( :cry: ) mit dem Flugzeug irgendwohin.

Jochen

jochen_a am 14 Jan 2005 08:19:38

Hallo Sellheimer,
zu den Fährverbindungen kann ich Dir leidern nichts sagen, aber schöne Stellplätze gibt es genug, vor allem an der Westseite. Ich sage nur Casteruzzo!
Für Ver- und Entsorgung gibt es Camper-Land Italien extra eine Homepage mit vielen Plätzen zur VE. Gehe einfach auf
--> Link
und klicke links im Menue "Aree die sosta Italia" an, dort kannst du die Region wählen und bekommst eine Liste mit Stellplätzen für WoMos mit Angabe der Adresse und Ausstattung (Reiner Parkplatz, Bänke und Tische, VE - In Symbolform zur schnellen Suche)
Hoffe das hilft bei der Planung!
Jochen

Irene.I. am 14 Jan 2005 11:47:54

Hallo Sellheimer,
wenn Du "ziemlich flott" nach Sizilien fahren willst, empfiehlt sich anstatt der Fähren ab Civitavecchia oder Napoli die Autobahn, die kennst Du aber anscheinend auch schon. Wir sind mal mit der Fähre von Napoli nach Stromboli gefahren, man muß um 20.00 Uhr abends im Hafen sein und landet auf Stromboli morgens um 6.00 Uhr an, dann werden erst die ganzen Eolen abgeklappert und am späten Vormittag kommt man dann in Milazzo an. Dagegen fährt der Aliscarfo-Katamaran in 3 1/2 Std. die gleiche Strecke (Stromboli-Napoli), allerdings NOCH teurer und ohne Fahrzeuge (wir ließen damals das Womo in Napoli stehen und waren mit Rucksack nach Stromboli gefahren und mit dem Tragflächenschiff zurück.)Zugegeben, die 500 km von Napoli auf der Straße ziehen sich auch. Habe mich aber auch schon wg. Fährverbindungen schlau gemacht und bin auf folgende gestoßen:
--> Link
--> Link
--> Link
Viel Spaß bei der Planung!
I.

pedro am 14 Jan 2005 22:28:56

Hallo Jochen_a,

vielen Dank wegen der Antwort bzgl. Hund. Wir halten es in etwa genau so, keine Kirchen, Musseen und andere Innenbesichtigungen, in Städten immer an der Leine bei Fuß. Trotzdem konnte ich in Meran einen Angriff eines freilaufendes Collies quer über den Park nicht verhindern, mit dem Erfolg, dieser mußte sich humpelnd mit Schmerzen zu seinem Frauchen zurückziehen.
Werde vielleicht im Frühjahr in Richtung Süditalien auf Achse gehen. Mal seh´n wie weit wir kommmen.
nochmals vielen Dank

pedro :bia:

Stefan-Claudia am 23 Jan 2005 19:08:41

:respekt: schöner bericht, wir wollen im märz ( osterferien ) auch die strecke meistern, hoffentlich klapp´s !

gmjk am 23 Jan 2005 19:23:21

Super Bericht!

Sellheimer am 23 Jan 2005 21:40:01

jochen_a hat geschrieben:Hallo Sellheimer,
zu den Fährverbindungen kann ich Dir leidern nichts sagen, aber schöne Stellplätze gibt es genug, vor allem an der Westseite. Ich sage nur Casteruzzo!
Jochen


Hallo jochen_a,

Casteruzzo würde mich näher interessieren; finde leider nichts, weder hier noch bei Google. Kannst Du mir weiterhelfen?

Sellheimer

jochen_a am 24 Jan 2005 09:43:16

Hi Sellheimer.
Sorry, habe mich vertippt. Heisst eigenlich Casteluzzo.
Das sind Super-Stellplätze an kleinen Sandbuchten mit felsigem Untergrund. Ab und zu findet sich ein Parkplatz mit Mülleimer, in Macari (je nach Stellplatz ca. 1 - 3 km) ist ein CampingPlatz zur Ver- und Entsorgung (war bei uns im Dezember leider "chiuso"), Ristorante und Supermercaro in Custonacci (ca. 7 km).
Die Anfahrt ist denkbar einfach. Habe nachfolgend zwei kleine Skizzen zur Veranschauung.
Ich hoffe das hilft Dir.
Einfach fragen, wenn Du mehr wissen willst.

Jochen

McCamp am 24 Jan 2005 16:43:16

Hallo jochen_a,

echt toller Bericht und excellente Ergänzungen.
Solche Infos aus erster Hand kann man sich nur wünschen.

DANKE

dokabastler am 24 Jan 2005 17:12:30

Hallo,

sehr schöner Bericht
Das fernweh steigt wieder
Du hast es geschafft, daß Sizilien auf unserer urlaubs-Prioritätenliste plötzlich weit oben steht........


dokabastler

Sellheimer am 24 Jan 2005 19:19:10

Danke Jochen für den Tipp,

du kannst davon ausgehen, daß ich so ca. 10 Juni dort stehen werde und hoffentlich die untergehende Abendsonne genieße

Sellheimer

McCamp am 01 Feb 2005 17:36:50

Hallo Jochen,

nochmals ein kurzes Feedback zum Bericht:

Ich habe meiner Frau erzählt, wie toll Du/Ihr einen interessanten und informativen Bericht ins Forum gestellt hast/habt.

Meine Frau hat sich das alles ganz genau angeschaut und ...
.
.
.
schlägt mir jetzt vor, unsere bisherigen Pläne für Ostern über den Haufen zu schmeissen und nach Sizilien zu fahren.
Alle meine (teilweise fadenscheinigen) Argumente nicht nach Sizilien zu kurven hat sie mit Argumentationshilfe aus Deinem/Eurem Bericht geschickt gekontert.

Danke nochmals !!!

Gast am 02 Feb 2005 09:01:14

@McCamp
Da siehst Du mal wie gut die Berichte sind, das sie sogar Euch beide überzeugen.
Sizilien im Frühjahr ist von der Vegetation her viel schöner als im Sommer/Spätsommer. :D
Schreibt mal, wie es Euch gefallen hat.

Sellheimer am 30 Okt 2006 21:20:07

Hallo,

nochmal das Thema hochgezogen:

Wie war es denn 2006? Hat es geklappt?

Sellheimer

Trechala am 31 Okt 2006 00:43:53

Gute Idee!
Hoch mit dem Thema. Wir wollen, nachdem jetzt endlich unser erstes eigenes Womo (*jipieee*) am 7.11. ankommen wird, sofort auf 3 Wochen los. Sizilien! Also erzählt bitte ein wenig von den heurigen Erfahrungen auf der Insel.

M.Brandes am 08 Nov 2006 19:44:27

jepp
habs gerade gelesen
ist ja wirklich der wahnsinn
also,
wir, meine frau und ich, werden am kommenden sonntag (12.11.2006) mit wo-mo und anhängendem PKW auch hinfahren
vielleicht spielt das wetter ja noch mit.
mal sehen, was wird
vielleicht will sich ja noch jemand anschliessen????????

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