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Hallo Türkei-Fans,
vom 17. Mai 2009 bis 24.Juli 2009 waren wir wieder in der Türkei on tour. Diesmal war die Schwarzmeerküste unser Ziel. Auch diese Reise mit ihren 7511 Straßenkilometern war wieder sehr abwechslungsreich, spannend und verlief ohne jegliche Probleme. Selbst die Grenzkontrollen waren ok. Auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen war so wie im letzten Jahr beeindruckend. Hier zuerst einmal die Reiseroute als Link aus Google maps: --> Link Die blauen Pins bedeuten die Übernachtungsplätze auf der Hinreise, die roten Pins bedeuten die Übernachtunsplätze auf der Rückreise. Die genauen GPS-Daten werde ich Euch dann im Bericht an der entsprechenden Stelle mitteilen. Viel Spaß beim Lesen, udoti Super :!: Wann geht´s los, wann geht´s los :?:
:) :) Die Strecke sieht schon vielversprechend aus :gut:
Jetzt bin ich blitzgespannt auf den Bericht. Hier beginnt jetzt unser Reisebericht.
Vorbemerkungen: 1. Fahrzeug: Im letzten Jahr wurde unser Fahrzeug aufgerüstet mit: 3 Solarpanellen 85 Watt mit Zubehör, 1 Wechselrichter 1500 Watt Dauer, einem Wechselrichter 150 Watt, 3 Gelbatterien Typ G 140, AirCell für MB Sprinter, 1 zusätzlichen Gasflasche (11kg Alu) zu den beiden vorhandenen 11 kg-Gasflaschen, 6 neuen Reifen (Michelin Agilis) mit Metallventilen und Metallventilverlängerungen, Sicherheitsschlösser für die beiden Garagentüren und Aufbautür und Sicherungen für die Schiebefenster im Fahrerhaus. Für diese Reise gönnten wir uns den Luxus, unseren Roller (125 kg) mitzunehmen. Es stellte sich auch diesmal wieder heraus, daß das Mitschleppen dieses Teils seine wirklich nützlichen Seiten hat. 2. Navigation Auch auf dieser Reise benutzten wir ein Navi, ausgestattet mit dem Kartenmaterial City Navigator Europa NT v9 und WorldMap v4, einen Laptop mit WLAN USB 2.0 Wireless Network Adapter, die Navi-Software Mapsource, ein Internet-Telefon und die Telefon-Software. Es zeigte sich auf dieser Reise wieder, daß W-Lan auf CP, SP und Rastplätzen immer mehr Verbreitung findet. Die Internet-Verbindung dann im Zusammenhang mit einem Internet-Telefon ist schon eine feine Sache. 3. Land und Leute Diese Reise hatten wir auch wieder im Vorfeld geplant, die Übernachtungsziele und die Streckeneinteilung standen fest. Die Straßen waren bis weit hinter Istanbul zum großen Teil ordentliche Autobahnen, auch in Ungarn, Serbien, Bulgarien (Ausnahme: Umfahrung Sofia) und der Türkei. Es gab wenig Baustellen, im Großen und Ganzen ließ es sich bei entsprechendem Tempo und guter Tagesetappeneinteilung prima fahren. Im Speziellen war auf alle Truck-Fahrer immer Verlaß, auch was die Auskunftsbereitschaft und Tips anging. Die Küstenstraße von Amasra bis Bafra ist traumhaft schön – aber kurvenreich und teilweise eng. 30 km/h sind oft das Maß der Dinge. In allen Ländern, im besonderen in der Türkei, trafen wir auf freundliche, aufgeschlossene, hilfsbereite und zutrauliche Menschen. Erwähnenswert ist auch das Thema Übernachtung in der Türkei. Auch hier gab es auf der ganzen Reise keine Probleme. Auch nicht an der Schwarzmeerküste, wo es ja relativ wenig CP gibt. Überall findet man reelle Übernachtungsmöglichkeiten bei Tankstellen und Restaurants an der Strecke oder auf bewachten Parkplätzen (Otopark) in den Orten. Das Tankstellennetz ist sehr gut ausgebaut, Bankomaten gibt es auch fast in allen Orten, das Zahlen mit der Maestro-Card ist an Tankstellen und in Supermärkten kein Problem. Die Reise Am 17. Mai 2009 starteten wir unsere Reise. Wir wollten in 5 Tagen in Istanbul sein. Wir wählten die klassische Balkanroute über Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien in die Türkei. Am 17. also fuhren wir über München, Passau, Linz, Amstetten bis nach Melk (564 km). Hier übernachteten wir wieder auf dem oberen kostenlosen Stift-Parkplatz (N 48° 13.748´ E 15° 20.331´). Der Platz ist bis ca. 18 Uhr gut besucht, danach wird es ruhig. Mit Einbruch der Dunkelheit werden an der Ein- und Ausfahrt Strahler eingeschaltet und die Schranken geschlossen. Die Ausfahrt-Schranke öffnet sich automatisch. Am 18.05.2009 fuhren wir weiter über Wien, Budapest Richtung Szeged (486 km). Wir fanden einen großen Trucker-Parkplatz bei Kistelek, Ausfahrt 140, (N 46° 27.708´ E 19° 55.950´). Dieser Stellplatz ist routenmäßig interessant, ist man doch schnell an der H/SRB-Grenze und kann dann relativ bequem am nächsten Tag Serbien durchfahren. Es ist ein richtiger Truckerparkplatz, Essen ist gut, Toiletten sind sauber und der nächtliche Lärm durch ankommende LKW hält sich sehr in Grenzen. Am 19.05.2009 war das Ziel die bulgarische Grenzstadt Kalotina (564 km). Über Szeged (Grenze H/SRB), Subotica, Novi Sad, Beograd, Nis und durch die Schlucht von Pirot kamen wir auf bulgarischer Seite direkt nach der Grenze nach Kalotina. Die Abwicklung der Grenzformalitäten ging schnell und ohne Probleme. Auf einem Security-Parking übernachteten wir bei einem angenehmen Klima. Hier trafen wir auch auf das erste WoMo dieser Reise. In dem kleinen Restaurant direkt neben dem Parkkplatz haben wir dann schön bulgarisch gegessen und uns ein Gläschen des hiesigen guten offenen Weines genehmigt. Am 20.05.2009 ging es weiter Richtung Osten. Über Sofia, Plovdiv und Dimitrovgrad fuhren wir nach Kapikule, dem türkischen Grenzort (373 km). Dieser Grenzübergang ist der größte in Europa und wurde neu renoviert. Tolles Bauwerk. Auch die Abfertigung für das Visum (WoMo und Roller) geht jetzt direkt vom Auto aus ohne Probleme. Beim Roller wurde die grüne Versicherungskarte verlangt, die Türkei mußte aktiviert sein, nicht durchkreuzt. Kurz nach der Grenze übernachteten wir wieder auf einem Security-Parking (N 41° 42.727´ E 26° 22.444´). Hier gibt es auch gleich das erste richtige Köfte-Restaurant. ...freue mich auf die Fortsetzung dieser Tour.... Hallo
Ein paar Fragen zu Euerer Reise: 1.Welchen Führer habt Ihr Bentzt?War er O.K.? 2.Wie waren die Temperaturen am Sch.Meer? 3.Wie hoch waren die Dieselpreise? 4.Kennt Ihr einen Stellplatz oder Campingplatz in Istanbul? Herzlichen Dank im voraus! MFG Hermann Hallo hermannk,
danke für Dein Interesse. 1. Als Reiseführer verwendeten wir so wie im letzten Jahr auch "Türkei" vom Michael-Müller-Verlag, Autoren sind Bussmann und Tröger, ISDN 3-89953-326-7 2. Die Temperaturen schwankten mit einer Steigerung von West nach Ost. ab Trabzon war es schon ziemlich subtropisch, d.h. 38° und 80 % Luftfeuchtigkeit. Nicht umsonst gibt es hier soviel Tee-Plantagen. In Sinop konnten wir ab Mitte Juni baden. 3. Der Dieselpreis ist nach wie vor ein Problem. Er liegt zwischen 1,60 und 1,80 €. Dafür ist der Sprit in Bulgarien sehr günstig. 4. Die Frage nach einem Campingplatz ist ein altes Thema. Londra- Camping gibt es nicht mehr. Vergleiche hier bitte meinen Reisebericht vom letzten Jahr "Türkei_2008" hier im Forum. udoti Am 21.05.2009 fuhren wir weiter nach Istanbul (288 km). Die Fahrt auf der Autobahn lief reibungslos und auch die Überquerung des Bosporus auf der „Seconde bridge“ war diesmal easy.
Schwerpunkt unseres 3. Istanbul-Besuches war diesmal der Stadtteil Beyoglu. Er wird als das Zentrum des westlich geprägten Istanbuls bezeichnet. Wir durchstreiften die Istiklal Caddesi, angeblich die beste Flaniermeile Istanbuls mit seinen Jugenstilhäusern, guten Geschäften, seiner typischen Tram, der ältesten Metro und der 1874-1876 erbauten Cite de Pera mit seiner Jugenstilfassade und der ersten mit Glas überdachten Passage. Ein Besuch auf dem 68 m hohen Galata-Turm ist obligatorisch. Von hier hat man herrliche Ausblicke auf Marmara-Meer, Bosporus, Goldenes Horn, Topkapi-Palast, Hagia Sophia, Blaue Moschee, und und und. Wirklich beeindruckend. Die restliche Zeit war mit Shopping und einem Ausflug am europäischen Ufer des Bosporus bis an die Mündung zum Schwarzen Meer beschäftigt. Am 25.05.2009 trennten wir uns von Istanbul. Am Marmara-Meer entlang fuhren wir auf der Autobahn Istanbul-Ankara über Gebze, Izmit, Adapazar, Düzce, Bolu bis zur Ausfahrt Yenicaga und von dort weiter bis zu unserem Zwischenstopp in Mengen (318 km). Mengen ist bekannt für seine gute Küche. Hier werden jedes Jahr die Köche-Champions-Meisterschaften ausgetragen. So übernachteten wir auf einem Restaurantparkplatz (N 40° 56.308´ E 32° 04.278´) und testeten am Abend die Küche – köstlich. Am 26.05.2009 ging´s von Mengen über Devrek, Caycuma und Bartin nach Amasra (131 km). Unser Stellplatz war wieder einmal ein Otopark, direkt am Meer (N 41° 44.012´ E 32° 22.175´).
Allein schon aufgrund seiner Lage besitzt Amasra ein gewisses Flair. Das kleine, auf einer Halbinsel gelegene Zentrum wird im Westen begrenzt vom kleinen Hafen, im Osten vom großen Hafen. Leider war es heute etwas kühl und zu dieser Zeit ist es mit dem Tourismus noch nicht so weit her, Teegärten und Fischlokale am Hafen waren geschlossen. Vereinzelt trafen wir auf Fischer und wenige geöffnete Andenkengeschäfte. Es blieb auch hier nur bei einem Zwischenstopp. Weitere Bilder zu Amasra Hallo Udoti
Deine Türkei-Reiseberichte sind einfach traumhaft. Vielen Dank. Wir haben letztes Jahr auch das Schwarzmeerküste bereist, sind aber bereits bei Adapazari die Küste eingeschlagen nach Karasu, von dort gings es weiter Richtung Osten. In Amasra haben wir genau auf dem gleichen Platz von Otopark gestanden, da hatten (es war Juni) die Kaffes offen, zuvor die Nacht jedoch oben auf dem Berg an der Abzweigung verbracht (herrlicher Blick auf Amasra). Weiterhin waren unsere Standorte Kurucasile,Cide,Doganyurt,Inebolu,Abana,Catalzeytin und Ayancik. Weiter sind wir wegen der schlechten Strassenverhältnisse nicht gefahren. Es ging dann über Kastamonu,Safranbolu weiter nach Izmir / Foca und hoch Richtung Dardanellen und über GR zurück. Den süden des Landes haben wir schon mehrfach bereist, demnächst ist der Osten dran. Schade dass sich sehr wenige trauen dorthin zu reisen, es ist wie Du auch immer erwähnst ein wunderschönes Land. Viele Seklatt Eigentlich waren für Amasra 6 Tage eingeplant. Aber aufgrund der Situation entschlossen wir uns schon am 27.05.2009 aufzubrechen. Unser nächstes Ziel war Cakraz, nur 16 km von Amasra in östlicher Richtung entfernt. Hier stehen wir vor einer Pension direkt an der Beach (N 41° 46.826´ E 32° 29.059´), noch keine Touristen, fast alles ist noch geschlossen. Bei sonnigem Wetter und kühlem Wind verleben wir einen schönen Tag. Abends bei Sonnenuntergang aßen wir sehr gut in einem Restaurant über dem Meer. Es gab viel Salat, Cremes, Calamaris, Krabben, Fisch und Obst. Dazu tranken wir Raki. Am 28.05.2009 fuhren wir weiter über Kurucasile nach Cide (57 km). Hier fanden wir einen einfachen Campingplatz mit Blick auf Hafen und Meer. Cide ist im Zentrum recht interessant, speziell am Markttag. Aber auch die heimischen Lokale (Locantas) waren für uns einen Besuch wert. Da ißt man eben das, was die Einheimischen auch essen. Auffallend hier schon die gute Qualität des Rindfleisches in vielen Variationen. Das Hinterland von Cide ist grün und gebirgig. Wir erkundeten es mit unserem Roller. Es gab herrliche wilde gelbe und pinkfarbene Rhododendronbüsche und die Ginsterblühte war in vollem Gange. Weitere Bilder von unserem Aufenthalt in Cide. Die Koordinaten vom CP sind N 41° 54.202´ E 32° 58.980´ Am 30.05.2009 ging´s über Doganyurt und Inebolu nach Abana (125 km). Diese Strecke hat es in sich. Am späteren Nachmittag erreichen wir den Campingplatz von Abana in der Nähe des Hafens (N 41° 58.774´ E 34° 01.059´). Es war ein ungepflegter Platz mit niedrigen Bäumen aber hohem Gras, schlechten Toiletten und kalter Dusche. Für uns war klar: Nur für eine Nacht. Nach einem Rundgang am Hafen aßen wir noch im Restaurant neben dem Platz. Es gab wieder frischen Fisch nach vorheriger Preisabsprache, die zusätzliche Bewirtung mit weiteren Kostproben wurde uns später aber noch angerechnet. Weitere Bilder von Abana Am 31.05.2009 erreichten wir über Catalzeytin, Türkeli und Ayancik unser nächstes Ziel Sinop (125 km). Der Campingplatz liegt vor Sinop links Richtung Flugplatz und Akliman-Strand. In den meisten Reiseführern wird als Campingmöglichkeit Motel-Camping CD angegeben. Dieser Platz ist für Wohnmobile nicht geeignet (Einfahrt zu schmal und zu eng, Bäume zu tief). 300 m weiter ist der Campingplatz Marti-Camp (N 41° 58.791´ E 35° 03.482´), ein idealer Platz für Wohnmobile, groß und geräumig, großer Wasch- und Toilettenbereich, genügend Stromanschlüsse, gut funktionierendes W-Lan und ein direkter Zugang zur Sand-Beach mit Liegen und Sonnenschirmen. Von hier kann man direkt am Akliman-Strand bis Sinop laufen. Die Verbindungen nach Sinop sind gut (gute Straßen für Scooter bzw. laufend Verbindungen per Dolmus). Der Besitzer Orhan ist sehr freundlich und spricht englisch. Ein kleines Restaurant bietet gute heimische Küche an. – Endlich ein herrlicher Campingplatz – eine riesige Anlage auf grüner Wiese mit Blick auf weidende Kühe, Sandstrand und das Meer. Orhan zeigt uns per Scooter das Hinterland, eine deltaähnliche Landschaft mit Schildkröten, Wasserschlangen, herrlichen Angelplätzen und Reisfeldern. Sinop, eine historische Handelsstadt zeigt uns interessante Gassen, freundliche Menschen, gute Geschäfte und viele junge Menschen, da Universitätsstadt. Hier verbrachten wir eine tolle Woche. Weitere Bilder von unserem Aufenthalt auf Marti-Camp in Sinop Bilder rund um Sinop Bilder rund um Sinop II Mannoooo Udoti, du wühlst in alten Erinnerungen.
Wir waren vor vielen Jahren auf unserem Black Sea Törn mit unserem Schiff in Sinop 7 Tage eingeweht. Als ich nach 5 Tagen den Hafenkoller bekam und unbedingt raus wollte, schüttelten die Fischer nur den Kopf. Nach X Versuchen um die Halbinsel rum zu kommen gab ich wieder auf und reumütig ging's retour in den Hafen. Hast du vom Hafen vielleicht auch ein Foto? Nur so am Rande, wir haben in keinem Gewässer auf der Kugel in dem wir herumschipperten, sooo viele Delfine gesehen wie im schw. Meer. Sorry für's OT. Hallo Rider,
bei unserem Aufenthalt in Sinop hatten wir auch in diesem Jahr ein deutsches Segler-Ehepaar getroffen. Die waren gerade unterwegs von Sinop in Richtung Istanbul - Bosporus und dann Griechenland. Mit dem Segelboot ist das natürlich auch eine tolle Sache. Von Einheimischen wurde uns auch bestätigt, daß hier Delfine auftauchen. Interessant. Natürlich habe ich auch vom Hafen und der interessanten Werft Bilder. Die möchte ich aber erst später ins Forum stellen, wenn wir auf der Rückreise nochmals nach Sinop kommen. Bitte gedulde Dich. Udoti Alles klar Udoti,
aber dann werd ich mich wohl nicht mehr zurück halten können und ein kleines nettes Geschichterl erzählen das sich im schw. Meer zwischen uns und einem deutschen Wohnmobilisten zugetragen hat. :D Dies ist eine Vorwarnung: Den Hafen werde ich inzwischen schon mal heraus suchen. :wink: :D Rider, da sind wir aber jetzt schon sehr gespannt.
Udoti, nur Geduld, nach eurer Rückreise wenn du das Foto vom Hafen in Sinop einstellst. :D :wink: klasse bericht! besten dank dafür!
sind zwei fragen gestattet? - was habt ihr für einen roller? - wie hoch waren die CP kosten im durchschnitt? danke vorab grüße o. Hallo 901red,
unser Roller ist von der Firma Piaggio, Typ Fly 125. Wir sind damit sehr zufrieden. Die CP-Preise schwankten zwischen 10 bis 25 TL, d. h. zwischen 5 und 12.50 € für das Mobil mit 2 Personen und Strom. Also bei 25 TL konnte man schon was verlangen, z. B. Duschen mit Warmwasser. Du kannst auch je nach Aufenthaltsdauer möglicherweise etwas handeln. udoti Am 07.06.2009 fuhren wir weiter Richtung Osten. Über Gerze und Yakakent kamen wir nach Bafra. Bafra liegt in einem fruchtbaren Schwemmland-Gebiet, hier wird Tabak und bekömmlicher Reis angebaut. Ab hier treten die Berge in den Hintergrund und – ab hier beginnt der „Black-Sea-Highway“. Er ist ab hier durchgehend bis zur georgischen Grenze. Es war ein richtig neues Fahrgefühl. Wir fuhren weiter auf dem Highway durch Samsun. Samsun, die größte Stadt der türkischen Schwarzmeerküste, ist ein Industrie- und Handelszentrum, geprägt durch den großen Handelshafen. Die Stadtdurchfahrt machte keine Probleme. Über Terme kamen wir nach Ünye. Eigentlich wollten wir hier ein paar Tage bleiben, machte es doch auf uns einen sympatischen Eindruck. Aber bei der Besichtigung des Campingplatzes haben wir uns dann anders entschieden. Der Platz liegt zwar direkt am Meer, ist aber klein und der Highway führt knapp oberhalb des Platzes vorbei. Wir entschlossen uns deshalb noch weiter zu fahren. Ab Ünye beginnt die Türkische Haselnussküste. Rechts der Straße findet man riesige Haselnussplantagen. Über Ordu kamen wir dann nach Bulancak (393 km), wo wir auf dem verkehrsgünstigen Otopark ein Plätzchen fanden (N 40° 56.357´ E 38° 13.772´). Auch diese Stadt lebt vom Haselnussanbau. Weitere Bilder bis Bulancak Am 08.06.2009 ging´s weiter in die Nähe von Trabzon. Über Giresun, Tirebolu, Görele und durch Trabzon kamen wir nach Macka, einem idealen Ausgangspunkt zur Besichtigung des Sumela-Klosters (179 km). Das feuchte subtropische Klima der östlichen Schwarzmeerküste lässt den großflächigen Anbau von Haselnüssen, Tabak und Tee zu, was dieser Region zu Arbeit und damit zu einem gewissen Wohlstand verholfen hat. Bei Tirebolu machten wir eine Teepause und hatten die Möglichkeit, eine kleine Teefabrik zu besichtigen. Wir fuhren dann durch Trabzon Richtung Süden in das beginnende Pontische Gebirge. Kurz nach Macka in Richtung Sumela-Kloster fanden wir einen einfachen kleinen Campingplatz mit Restaurant (N 40° 56.357´ E 39° 36.970´). Mit dem Scooter besichtigten wir dann bei regnerischem Wetter das Sumela-Kloster. Dieses Kloster ist sicherlich eine der Attraktionen im östlichen Anatolien. Das Kloster liegt in einem wildromantischen Nationalpark auf ca. 1200 m Höhe. Die Fassade des Klosters wurde in die Nische einer schwindelig-steil abfallenden Felswand erbaut. Die Ruinen im Inneren des Klosters strahlen die Schönheit einer vergangenen christlich-orthodoxen Epoche aus. Den Campingplatz umgab eine tolle Berglandschaft. Weitere Bilder zu Macka und Sumela Am 10.06.2009 fuhren wir noch einmal zurück nach Trabzon (26 km). Leider gibt es hier keinen Campingplatz. So stellten wir uns im Stadtzentrum auf einen zentral gelegenen Otopark mit Blick auf den Hafen und das Meer. Es war heiß, 38° und über 80% Luftfeuchtigkeit. Trabzon ist die bedeutendste Hafenstadt der östlichen Mittelmeerregion. Jeweils einmal täglich verkehren Fähren über das Schwarze Meer ins russische Sotschi und ins georgische Batumi. Trabzon ist auch die kulturhistorisch interessanteste Stadt der Schwarzmeerküste. Nach der Besetzung Konstantinopels durch die Byzantiner errichteten Kreuzfahrer das Kaiserreich Trapezunt. Kirchen und Klöster sind Zeugnisse dieser Zeit. Abseits der geschäftigen Unterstadt kommt man über bergauf führende Straßen und Gassen ins Zentrum. Hier überrascht Trabzon mit Vierteln von fast ländlicher Idylle, mit orientalischer Enge bis hin zu moderner Ausgelassenheit. Von der großen Vergangenheit erzählen alte Kirchen, zu Ruinen verfallen oder als Moscheen genutzt, und Mauerreste der Zitadelle. Kulturhistorisches Highlight der Stadt im subtropischen Klima ist die byzantinische Kirche Hagia Sophia, ein Kuppelbau aus dem 13. Jh. Trabzon besitzt ein recht ursprüngliches Basarviertel und einen Park mit schönen Teegärten und schattenspendenden Bäumen. Weitere Bilder von Trabzon Ich freue mich jeden Tag auf die neuen Bilder. Hoffentlich können wir auch bald wieder länger Urlaub machen und dieses tolle Land nochmal besuchen. (Der letzte Besuch mit dem WOMO liegt nun schon 20 Jahre zurück)
Zwischendurch waren wir mal mit dem Flugzeug in Istambul. Dort sind uns viele russische (oder Georgische/kasachisch....) Kleinhändler aufgefallen die dort einkauften und dann riiiiiesen Bündel schnürten die auf Schiffe oder Autobusse verladen wurden. Ich habe mir immer gedacht, den Bussen möchte ich unterwegs mit dem Womo nicht begegnen. Gibt's die noch? Hallo Mobilveco,
werde mich bemühen, jeden Tag neue Bilder mit entsprechendem Text ins Forum zu stellen. Wenn es mal nicht klappt, kannst du ja meinen Bericht vom letzten Jahr "Türkei_2008" lesen. Das war natürlich eine ganz andere, aber auch interessante Reise. Händler und Einkäufer findet man natürlich an der ganzen Strecke. Die ersten hatten wir schon in Mengen getroffen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die ganzen Transportstücke in den Bussen untergebracht werden. Genau so interessant ist ja auch die Geschichte mit den Truckern. Die laden ja ihre Fahrzeuge auch bis zum Maximum. Und dann überholten die noch auf den Straßen, schauten ins Mobil, lachten und freuten sich und der Daumen ging hoch. Wir fanden auch in dieser Region Schwarzmeerküste sehr viele Menschen mit Herz und Humor. udoti Den kenne ich doch schon! (Neid geh' weg)
Wir sind damals über den Autoput/Istambul/Ankara nach Adana. Dann die Mittelmeerküste runter bis Bodrum/Kusadasi und wieder zurück nach Antalya (mit den üblichen Schlenkern Kapadokien/Pamukale). Von Antalya sind wir dann zurück geflogen und und haben den Wagen unter Zollverschluss stehen lassen. Mein Schwager hat dann zwei Wochen später den Wagen abgeholt und ist zurückgefahren. Das ganze war zwar ein ziemlicher Organisationsaufwand, hat sich aber gelohnt. Wir hatten 5 mein Schwager 3 Wochen. Am 11.06.2009 wollten wir dem heißen Trabzon entfliehen. Uns wurde ein Hochplateau im Kackar-Gebirge empfohlen. Wir träumten von frischer Bergluft, Berghütten und reizvollen Wanderungen. Als wir unser Auto heil im Zick-Zack-Kurs die Ausfahrt des Otoparks hinunter gefahren hatten, waren wir erleichtert und fuhren dann immer auf dem Highway über Arsin, Arakli, Of am Rande von Rize vorbei. Rize, das Zentrum des noch jungen türkischen Teeanbaus, hat außer Teeplantagen, die terassenförmig bis ca. 500 m ansteigen, und Ansammlungen von hohen Apartementsblocks nicht viel zu bieten. Rund um das Zentrum qualmen die Schlote von großen Teefabriken. In der Ferne baute sich schon das KacKar-Gebirge mit seinem 3.932 m hohen, stets schneebedeckten Gipfel des Kackar Dagi auf. Wir fuhren weiter über Cayeli und Pazar bis kurz vor Ardesen. Hier bogen wir dann rechts ab Richtung Berge, immer am Gebirgsfluß Firtina mit seinen prächtigen Forellen und einigen Forellenlokalen entlang. Wir durchfuhren das Untere Firtina-Tal bis Camlihemsin. Die enge Hauptdurchgangsstraße wir gesäumt von grauen Fassaden. Da wir nichts einkaufen mußten fuhren wir gleich weiter. Nun kamen wir ins Obere Firtina-Tal mit seinen hoch in den Hängen klebenden Streusiedlungen, zu den Materialien mit einfache, handgetriebene n Seilbahnen von der Straße aus befördert werden. Über die Teerstraße erreichen wir in 1.300 m das Bergdorf Ayder. Wir trafen hier eine Schar von einheimischen und ausländischen Touristen. Für einen kurzen Moment konnten wir die überwältigende Bergwelt bewundern. Allerdings – für Wohnmobile ist dieser Flecken nicht geeignet. Wir fanden keinen einzigen ebenen Platz zum Parken. Dafür fanden wir sehr viele Pensionen. Das Wetter zog zu, wir fühlten uns hier nicht so wohl, sollten wir doch in einer Pension für 75 TL übernachten. So zogen wir es vor, wieder zurück ins Untere Firtina-Tal zu fahren, bei einem guten Forellen-Restaurant zu essen und dann dort zu übernachten ( 191 km, N 41° 08.080´ E 41° 01.385´). Weitere Bilder von der Fahrt nach Ayder Am 12.06.2009 beim Frühstück wurde entschieden, nicht weiter nach Hopa in die Nähe der georgischen Grenze zu fahren. Wir waren jetzt knapp 4 Wochen unterwegs und sehnten uns nach Sonne, beach und holiday. Dafür gab es an der ganzen Schwarzmeerkküste nur einen einzigen Platz: Marti Camp in Sinop an der Akliman-beach. Wir wollten die Strecke zurück mit einer Übernachtung fahren. Geeignet und machbar als Etapenziel erschien uns das Gebiet um Samsun. So fuhren wir über Rize, Trabzon, Tirebolo, Giresun, Ordu, Ünye und Terme in ein Gebiet zwischen Carsamba und Tekkeköy. Hier übernachteten wir an einer Shell-Tankstelle auf einem Restaurantparkplatz (433 km, N 41° 13.056´ E 36° 37.814´). Nach einem guten Essen ging´s ins Bett – geträumt wurde von Sinop, das wir noch in guter Erinnerung hatten. Weitere Bilder von der Etappe bis in die Nähe von Samsun Am 13.06.2009 erreichen wir zur Mittagszeit Sinop, hier im speziellen Marti-Camping. Wir wählten diesmal die Süd-Umfahrung von Samsun. Bis Bafra eine angenehme Fahrt. Doch die letzten 40 km von Bafra nach Sinop waren wieder eine Katastrophe und erforderten Durchhaltevermögen. Auf dem Campingplatz hatten wir Glück, daß trotz guter Belegung mit 4 Wohnmobilen (zwei aus Deutschland) noch ein so idealer Platz für uns frei war. Schnell war Strom angeschlossen, Stühle, Bänke und Schirme bereitgestellt, bei herrlichstem Wetter. Es waren beste Bedingungen für die kommenden holidays. Das Zentrum von Sinop, das um den geschützten Fischerhafen im Schatten wuchtiger Befestigungsanlagen liegt, ist noch immer eine beschauliche, jugendliche Stadt mit altem Erbe. Die Halbinsel von Sinop ist seit der Bronzezeit besiedelt, geschätzt durch den sichersten Naturhafen der türkischen Schwarzmeerküste. In den Jahrhunderten, egal ob unter Persern, Römern, Byzantinern oder den pontischen Königen, entwickelte sich Sinop zu einer wichtigen und blühenden Handelsstadt. Hier wurden zwei bekannte Männer der Antike geboren, 413 v. Chr. Der Philosoph Diogenes, 132 v. Chr. Der pontische König Mithradates VI.
Der syrische Baumeister Abu Ali sicherte im 13. Jh. Den wichtigen Hafen von Sinop. Der Wall um die Stadt war 25 bis 30 m hoch, die Mauern drei Meter dick und insgesamt knapp 2.000 m lang. Die besterhaltenen Teile der Stadtmauer sind am Hafen zu finden. 1877 richteten die Osmanen ein Gefängnis ein, das bis 1999 genutzt wurde. Dieses Gefängnismuseum erschüttert durch seine Wirklichkeit, da an dem Gefängnis seit seiner Aufgabe so gut wie nichts geändert wurde. Die Alaaddin-Moschee ist die bedeutendste Gebetsstätte von Sinop und wurde um 1270 erbaut. Der Innenhof ist sehenswert. Die Balatlar-Kirche ist eine Kirchenruine, von Gräsern und Bäumen überwuchert. Sie steht auf dem Fundament eines römischen Tempels und war Teil eines byzantinischen Palastes. |
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