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Eigentlich wollten wir einige Monate unterwegs sein : durch Frankreich und Nordspanien bis Portugal. Dort wollten wir eine Zeitlang bleiben, dann Mittel- und Südspanien erkunden und anschließend langsam über Südfrankreich und die Schweiz zurück fahren. Kaum in Portugal angekommen, fiel meine Frau aber so unglücklich hin, dass ihr linker Arm und ihr linkes Handgelenk gebrochen war. Da es aus mehreren Gründen angebrachter war, die nötige Operation nicht an Ort und Stelle, sondern in Deutschland durchführen zu lassen, sind wir die 2.500 km in einer Marathon-Fahrt von gut drei Tagen zurück gefahren. So kann ich nur von einer Torso-Fahrt berichten. Aber so unzulänglich ist sie denn auch nicht und für notorische Dänemark-, Schweden- und Norwegen-Fahrer vielleicht auch mal ganz interessant.
Da wir – ungewollt - die meiste Zeit in Frankreich waren und von dort auch die meisten Fotos stammen, stelle ich den Bericht in die Rubrik „Frankreich“ ein. Nebenbei : Wegen der abrupten Rückreise konnte ich als Hundehalter nicht in Erfahrung bringen, inwieweit in Spanien und Portugal das absolute Hundeverbot für Busse, Taxen und Restaurants auch in der Praxis eingehalten wird, was für einen längeren Aufenthalt dort ganz wissenswert wäre. Deshalb habe ich hierzu vor kurzem ein Anfrage (unter Portugal) gestartet, die noch einige Antworten verträgt. Unsere Route begann am 15.August im Elsass (Bergheim, Ribeauville, Straßburg). Von dort aus ging es - wegen der Hitze recht langsam und auch etwas im Zickzack-Kurs (Niderviller, Luneville, Charme, Gincourt) – über den Lac dÓrient (in der Nähe von Trois) nach Orleans. Danach gab es eine Schlössertour (Chambord, Blois, Amboise, Chemonceau, Loches) bis Tours und von hier aus hinunter zum Bassin d´ Arcachon (westlich von Bordeaux). Von dort immer am Atlantik entlang (Biscarosse, Vieux-Boucau-les-Bains) bis Bilbao in Nordspanien. Weiter über Santillana, Comillas bis Santander. Danach ein Stück durch das gebirgige Hinterland. Wieder am Atlantik über Luarca bis Santiago de Compostella. Weiter in Richtung Süden über Pontevedra nach Portugal. Dort über Braga, den Stausee Alto Rabagao, Chaves, Pinhao, Vila Real und Guimares wieder zurück an den Atlantik. Und kurz vor Porto war dann ungewollt Feierabend. Das Elsass werden wohl viele kennen. Nicht ganz bekannt ist vielleicht Bergheim, ein hübscher Weinort, der von den Touristenbussen kaum angefahren und deshalb recht idyllisch ist. Dorrt gibt es mitten in einem Weingut einen netten und einfachen Campingplatz für wenig Geld (wohl 11 €). Das benachbarte Ribeauville ist ein weiterer sehr schöner Weinort, durch den aber den ganzen Tag die Touristenmassen strömen. Ich muss schon etwas Geduld aufbringen, um auf meinen Fotos nicht lauter Touristen abgebildet zu bekommen. Straßburg ist eine große, großzügig angelegte und schöne Stadt, die vor allem durch den gewaltigen Dom („Münster“) und den durch die Stadt fließenden Fluss Illner gekennzeichnet ist. gute besserung an deine frau,
eine ähnliche entscheidung hatte ich 2004 auch getroffen und wegen der krankheit meiner frau im schweinsgalopp von portugal nach hause gefahren, wir haben es nie bereut. die krankenhäuser in portugal sind bestimmt nicht schlecht, aber zu hause ist eben zu hause. schöne bilder, ich freue mich auf die fortsetzung, da ich den grössten teil der strecke kenne In Niderviller in der Nähe von Sarrebourg finden wir einen Stellplatz am Rhein-Marne-Kanal am Hafen eines Hausboot-Vermieters (10 €). Dass die einzelnen Plätze alle nummeriert sind, finden wir nicht so gut. Aber wir sind hier völlig allein und können und deswegen breit machen, wie wir wollen.
Weiter geht es nach Luneville, einer netten Kleinstadt mit Schloss aus dem 18. Jahrhundert, das gerade völlig restauriert wird. Südlich von Nancy bleiben wir über Nacht in einem Dorf (Name?) auf dem dortigen Stellplatz. Er ist, ebenso wie VE und Strom (!) kostenlos. Wer jetzt denkt, dass das Dorf dann viele Vorteile von den Wohnmobilisten haben muss, irrt. Weder ein Laden noch ein Restaurant oder eine Tankstelle sind zu entdecken. So etwas kann es eben nur in Frankreich geben. Am Abend kommt noch ein zweites Womo hinzu. Es ist hochinteressant anzusehen, wie der Fahrer, ein Holländer, über eine halbe Stunde braucht, um auf dem recht ebenen Untergrund sein Fahrzeug auf vier (!) Keilen zur Ruhe zu bringen. Immer wieder fährt er hinunter, legt sich fast auf den Bauch, um ein optimales Gefühl für die Waagerechte zu haben, richtet die Keile neu aus und probiert sein Manöver aufs neue. Am nächsten Tag bleiben wir in Charme, einer netten Kleinstadt an der Mosel. Jetzt ist der Ort wegen der französischen Ferien völlig ausgestorben. Wir sind nur froh, dass zumindest ein Bäcker geöffnet hat. Der Stellplatz für 8 € incl. VE befindet sich unmittelbar an einem parallel zur Mosel angelegten Kanal. Einen netten Stellplatz finden wir in dem Dorf Goncourt unmittelbar an der Meuse.
Am nächsten Tag fahren wir zum Lac dÓrient in der Nähe von Trois. Hier gibt es einen schönen Strand, an dem man wunderbar baden kann. Der Stellplatz gleich hinter dem Strand ist zwar kostenlos. Strom aber kostet – Das stimmt wirklich ! - 3 € pro Stunde (Das wären für 24 Stunden 72 € !). Deswegen ist auch niemand an die Stromsäule angeschlossen. Wahrscheinlich steckt der benachbarte Campingplatz dahinter, der - wegen leerer Batterien verzweifelte -Womofahrer anlocken will. Unsere nächste Station ist Orleans, die Stadt, aus der die berühmte Jungfrau stammt, der im Traum die Leitung des französischen Heeres angedient worden ist (Wenn ich immer das in die Tat umsetzen wollte, was ich so träume : Oh weh!). Orleans ist eine schöne Mittelstadt, u.a. mit einem prächtigen Dom.
Das Renaissance-Schloss Chambord aus dem 17. Jahrhundert ist das erste und wohl prächtigstes Schloss an der Loire (mit 440 Räumen, 85 Treppenhäusern und 365 Kaminen). Nachdem wir in Chambord für eine halbe Stunde Parken 5 € losgeworden sind, fahren wir weiter nach Blois, einem Renissance-Schloss aus dem 16. Jahrhundert, das nicht einsam in der Landschaft, sondern mitten in einer Stadt steht.
Einen Stell- und Übernachtungsplatz mit Blick auf die Loire finden für heute in Chaumont-sur-Loire, einem kleinen Ort unterhalb des gleichnamigen Schlosses. Am nächsten Tag ist die Besichtigung des Schlosses angesagt. Noch ein Schloss ist an diesem Tag angesagt : das nahe gelegene Schloss Chemonceau. Es erscheint wie ein Traum aus Stein mit einem Ballsaal, der sich auf eleganten Bögen über dem Fluss Cher befindet. Es ist angeblich das romantischste unter den Schlössern Frankreichs, erbaut für und genutzt von „edlen“ Frauen. Dementsprechend ist auch die Innenausstattung prächtig, mit einem Schlafzimmer nach dem anderen. Anscheinend wollte jede neue Bewohnerin nicht in einem bereits benutzten Schlafzimmer nächtigen, sondern in einem von ihr selbst entworfenen neuen. Das letzte Schloss ist das in dem Ort Losch. Es befindet sich zusammen mit einer gewaltigen Kirche inmitten einer gewaltigen - älteren - Festungsanlage, zu der auch eine ältere Burg mit einem Festungsturm aus dem 11. Jahrhundert gehört. An der Loire und in seiner Umgebung gibt es noch zahlreiche weitere Schlösser, die wir aber nicht besichtigen. Zum einen ist die Loire nicht das Ziel unserer Reise. Zum anderen reduziert sich die Bewunderung dieser prunkvollen Gebäude doch merklich, wenn man sich die Frage „Wer musste eigentlich das viele Geld aufbringen, damit diese Schlösser gebaut werden konnten“ stellt und die Antwort betrachtet.
Also lassen wir die weiteren Schlösser da, wo sie sind, und fahren gen Süden. Wir bleiben in dem netten Dorf Chateau-Larcher, das nicht nur eine alte romanische Kirche und Reste der Stadtmauer aufweist, sondern auch einen idyllisch gelegenen Stellplatz, auf dem wir - für 3 € incl. VE und Strom - bleiben. Weiter geht es in Richtung Südwesten, um an den Atlantik zu gelangen. Die ganze Strecke bis Bordeaux kommen wir auf der N 10, die autobahnähnlich ausgebaut ist, flott voran. Auf dem Autobahnring um Bordeaux herum ist die Brücke über die Garonne gesperrt. Deshalb beginnt für uns eine Stunde Stau mit zudem völlig unklaren Umleitungs-Hinweisen. Mit einem Umweg gelangen wir aber doch an unser Ziel, Andernos-les-Bains am Bassin d´Arcachon, einer Einbuchtung des Atlantik, in der in großem Stil Austernzucht betrieben wird. Hier gibt es unmittelbar am Hafen einen Stellplatz, auf dem wir bleiben. Wer diese glibbrigen Tierchen gerne schlürft, ist hier angesichts der vielen Restaurants, in denen vorwiegend Austern serviert werden, gut aufgehoben. Die Austern bzw. ihre Schalen dienen hier sogar dazu, Schlaglöcher in den Straßen zu flicken : Siehe die Bilder 3885 und – nachdem einige Autos darüber gefahren sind : 3886. So, jetzt muss ich erst einmal Pause machen, um den folgenden Text zu konzipieren und die entsprechenden Bilder zu sortieren. Einen kleinen Teil des Berichts schaffe ich für heute noch :
Am nächsten Tag wollen wir an den Atlantik fahren. Leider reiht sich um das Bassin d´Arcachon ein Urlaubsort an den anderen, so dass wir nur mühselig vorankommen. Endlich erreichen wir aber doch unser erstes Ziel, die Düne von Pilat, die mit ihren 114 m Höhe die höchste Sanddüne Europas ist. Natürlich steigen wir zu ihr hinauf und genießen einen grandiosen Blick über das Hinterland und das Meer. Weiter geht es nach Biscarrosse, an dessen Strand wir eine Zeit verbringen und die Brandung und das Treiben an dem breiten und langen Strand beobachten. 3916-24 3928 (Strand von Biscarrosse) ___________ mehr!!!!!!!!!!!!!!! Da wir zu einem längeren Strandaufenthalt ohne Schatten aber keine Lust haben, fahren wir zu dem Lac Nord, wo es an einem Jachthafen einen Stellplatz gibt, der nicht nur einen schönen Blick auf den Hafen und das Binnenmeer ermöglicht, sondern auch den ersehnten Schatten spendet.
3956, 37,85 Heute fahren wir durch die Pyrenäen nach Spanien hinein. Die Fahrt erinnert an eine Fahrt durch die Alpen. Leider kann ich als Fahrer nicht allzu viel nach links und rechts schauen, weil die kurvenreiche Autobahn meine ganze Aufmerksamkeit erfordert. Am Mittag kommen wir in Bilbao an, einer großen Industriestadt mit endlosen Vororten mit eintönigen Wohnsilos. Unser Ziel in Bilbao ist das Guggenheim-Museum. Zum einen ist es interessant, weil seine Architektur außen und innen außergewöhnlich ist. Zum anderen beherbergt es einen Querschnitt moderner Kunst, über die man sich aber trefflich streiten kann. Beeindruckt hat mich eine Collage von Dutzenden ausgestopfter Wölfe, die wohl den Massenwahn, seinen Zusammenbruch und seine dennoch ständige Wiederholung symbolisieren soll.
4048 66 58 60 64 65 Hallo Wolfgang,
schade, dass Euer Vorhaben durch den Unfall Deiner Frau nicht verwirklicht werden konnte. Eure Entscheidung, die Behandlung in Deutschland durchzuführen war schon richtig. Deinen Bericht habe ich mit Interesse gelesen und war begeister von all den schönen Aufnahmen. vom linken Niederrhein mk9 ( Manfred ) Nachdem wir Bilbao verlassen haben, suchen wir einen Platz, an dem wir bis morgen bleiben können. Wir finden ihn ein Stück weiter westlich in Laredo. Das ist zwar ein – für die ganze spanische Atlantikküste typischer - nichtsagender Ort mit lauter Wohnblöcken, die jetzt im September nahezu alle leer stehen. Die Sommerferien sind auch hier offensichtlich vorbei. Wir entdecken aber eine ruhige Nebenstraße, wo wir das Womo parken. Die Zeit bis zum Abend verbringen wir am Strand, wo aufs Meer hinaus schauen und die Brandung beobachten.
Wir fahren auf der Autobahn und später über Landstraßen durch eine sehr schöne Mittelgebirgs-Landschaft bis zu den Cuevas de Altamira. Das sind Höhlen, in denen unsere Steinzeit-Vorfahren vor 10.000 bis 15.000 Jahren recht gut gelungene Tierbilder an die Höhlendecken gemalt haben. Die Originalhöhlen sind zwar nicht mehr zugänglich, da die Bilder durch den Atem von unendlich vielen Touristen sehr gelitten haben. Die größte Höhle ist aber als genaue Kopie der Nachwelt wieder zugänglich gemacht worden. In der Nähe besichtigen wir den Ort Santillana. Wenn man die vielen Touristen und Andenkenläden wegbeamen könnte (Auf den beiden Fotos ist mit das weitgehend gelungen), wäre das wirklich ein sehr schöner Ort, zumindest wegen der romanischen Kirche aus dem 11. Jahrhundert. Wir fahren nach Comillas, einem Badeort am Atlantik, wo wir eventuell auf einem Parkplatz am Strand für heute bleiben wollen. Bei der Anfahrt entdecken wir aber einen Campingplatz, der hoch über der Bucht liegt und von dem man einem fantastischen Blick über das Meer und den Ort hat. Also bleiben wir hier. Der Besuch ist da. Deswegen geht es erst morgen weiter mit Spanien und Portugal. freu mich schon!
Das was ich bis jetzt gelsesn habe, hat mir sehr gefallen. ausser natürlich der Unfall deiner Frau. Wie gehts ihr mittlerweile? Wir fahren weiter über San Vicente ins Hinterland nach Panes und biegen dort rechts auf die 114 ab. Auf ihr fahren wir bis Cangas de Onis durch eine aufregende Gebirgslandschaft.
Weiter geht es - jetzt immer mehr durch eine flachere Mittelgebirgslandschaft - ein kurzes Stück auf der 625 und dann auf der 634 in Richtung Oviedo. Bald sind wir auf der Autobahn, fahren an Oviedo und Avilés vorbei und biegen nach Cudillero ab. Das ist ein sehr beschaulicher Ort am Atlantik, der am Hafen voller Fischrestaurant ist, die jetzt um 15.30 Uhr noch voll besetzt sind. Die zahlreichen Womo-Stellplätze am Hafen, von denen wir gelesen hatten, gibt es aber leider nicht : Für Womos ist die Zufahrt zum Hafen untersagt. Und das auch zu recht, da die Straße dort hinunter sehr eng ist. Und selbst wenn man das gewagt hätte, hätte man unten keinen Platz bekommen. Deshalb steuern wir einen nahen Campingplatz an. Wir fahren weiter westlich und wollen uns den angeblich schönen Fischerort Luarca ansehen. Da aber kein einziger Parkplatz zu entdecken ist, fahren wir weiter bis Puerto de Vega. Das ist ebenfalls eine Fischerort, aber nicht so ansprechend wie Luarca, dafür aber auch in keiner Weise touristisch. Hier finden wir problemlos einen Parkplatz am Hafen und machen einen langen Spaziergang durch den Fischerhafen und an der brandungsumtobten Küste entlang.
Der Besuch der Badebucht Penarronda kurz hinter Barres ist nur von kurzer Dauer. Zum einen ist das Wasser zu kalt, zum anderen gibt es hier – wie offensichtlich an allen spanischen Stränden – Hundeverbot. Da der Strand ziemlich belebt ist, wollen wir keinen Ärger herauf beschwören und fahren weiter. Am frühen Nachmittag kommen wir an unserem Ziel an, dem Campingplatz La Gaviota in Barraeiros. Unsere Briefwahl-Unterlagen, die uns nachgeschickt werden sollten, sind schon da und so können wir unserer staatsbürgerlichen Pflicht auch im fernen Spanien nachkommen. Wir fahren weiter gen Westen am Atlantik entlang bis Ferrol. Die Strecke soll angeblich besonders schön sein. Davon merken wir allerdings kaum etwas, da es einen Blick auf den Atlantik nur selten gibt. Dafür fahren wir durch endlose Eukalyptus-Wälder und durch langweilige Orte. Von Ferrol aus sind wir schnell über die Autobahn in A Coruna, der größten Stadt Galiciens und wichtigem Hafen- und Fischereiort. Einen Park- und Übernachtungsplatz finden wir unterhalb des Torre de Herkules, dem ältesten noch in Betrieb befindlichen Leuchtturm, der im 2. Jh. n.Chr. von den Römern erbaut – und später vielfach geändert - wurde (Bis etwa 16 Uhr ankommen! Danach ist der Platz bis in den späten Abend mit PKWs vollgeparkt. Dann allerdings wird es ruhig). Von hier aus machen wir einen ausgiebigen Spaziergang an der langen Uferpromenade entlang in die Altstadt A Corunas, schlendern durch die Straßen und bewundern mehrere ältere Kirchen und das pompöse Rathaus am Rande eines großen Platzes. Am nächsten Tag fahren auf geradem Wege nach Santiago de Compostela. Die Parkplatzsuche gestaltet sich äußerst schwierig. Aber schließlich haben wir doch Glück. Die Stadt wird beherrscht von der Catedral de Santiago, die von 1060 bis 1211 im frühromanischem Stil erbaut und im 16. und 17. Jh. außen barock umgestaltet wurde. Sie ist über dem Grab des Apostels Jakobus des Älteren errichtet worden und deswegen seit jeher Endpunkt der Reise der Pilger auf dem berühmten Jakobsweg. So imposant sie von außen anzusehen ist, so gewaltig ist sie auch von innen. Imposant ist auch der Platz vor der Kirche, der von großen Palästen eingerahmt wird und auf dem sich junge Pilger erschöpft nieder lassen und im Falle eines Wiedersehens in die Arme fallen. Schön ist auch der Rest der Altstadt, die wir erschlendern.
Apropos Pilger : Ich kann den Jakobsweg und die Motivation, ihn zu erwandern, nicht beurteilen. Dass dieser Weg aber zum Teil aus stark befahrenen Landstraßen (ohne Fußweg) besteht, auf denen die Pilger sich an den vorbeibrausenden Autos nach vorne kämpfen (Man stelle sich das auch bei Regen vor!), hat uns nicht gerade zum Nachahmen animiert. noch Santiago : Da wir in Santiago keinen Platz zu Übernachten finden, fahren wir gen Süden auf die Insel Illa de Arousa, die durch eine 2 km lange Brücke mit dem Festland verbunden ist. Gleich hinter der Brücke bleiben wir - sehr idyllisch, ruhig und alleine - auf einem großen Platz unmittelbar am Meer. Heute regnet es zum ersten Mal auf unserer Reise. Aber das können wir nach der vielen Sonne der vergangenen Wochen gut verkraften.
Leider sind alle Bilder ohne erklärbaren Grund etwas verwackelt. Irgendwann hat der Apparat dann aber wieder ordentliche Fotos gemacht. Am nächsten Tag fahren wir im Nebel nach Pontevedra. Die denkmalgeschützte Altstadt entdecken wir beim Durchfahren nicht. Und selbst wenn : Wir sehen keinen einzigen Parkplatz, nicht einmal einen für einen PKW. Also fahren wieder aus der zugebauten und vom Verkehr überquellenden Stadt hinaus. Eine Stunde später sind wir ín Vigo. Die 300.000 Einwohner zählende Stadt erweckt den gleichen Eindruck wie Pontevedra. In Vigo soll besonders der Fischereihafen und das alte Fischerviertel sehenswert sein. Den Fischereihafen, den größten Spaniens, finden wir nach langem Suchen endlich. Er ist wirklich riesig. Näher ansehen können wir ihn aber nicht, da es wieder keinen Parkplatz zu entdecken gibt. Wären wir so hoch wie ein PKW, könnten wir in eines der Parkhäuser fahren. Das historische Fischerviertel entdecken wir im Durchfahren der Stadt gar nicht, so dass wir auch hier unverrichteter Dinge aus der Stadt wieder hinaus fahren. Eine Stunde später sind wir bei unserem heutigen Ziel angekommen : einem Campingplatz (11 €) in Caminha, einer sehr netten kleinen Stadt, die genau dort liegt, wo der Rio Minho in den Atlantik mündet. Wir unternehmen eine Radtour durch den Ort und decken uns mit Tintenfischen für den nächsten Tag ein. Wir fahren weiter am Atlantik entlang gen Süden. Bei Viana do Castello bestaunen wir die über die Mündung des Rio Lima führende doppelstöckige Eisenbrücke, die Eiffel, der Erbauer des Eiffel-Turms in Paris errichtet hat.
Weiter geht es nach Braga. In der Erwartung eines fehlenden Parkplatzes für unser 7-Meter-Gefährt fahren wie nicht in die Stadt hinein, sondern besichtigen zwei Kirchen, die sich oberhalb von Braga befinden. Zum einen ist es die Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte, die sich in einem schön angelegten Park befindet und von der man einen grandiosen Blick auf – das allerdings weniger grandiose - Braga hat. Zur Kirche kommt man zu Fuß, per Auto oder – wie wir – mit einer Standseilbahn aus dem Jahr 1882. Diese wird dadurch betrieben, dass in den Tank, der sich unter dem Boden der jeweils oben befindlichen Kabine befindet, viel Wasser gefüllt wird, so dass diese Kabine schwerer wird als die in der Talstation stehende Kabine. Diese wird dann von der oberen Kabine nach oben gezogen, während diese zur Talstation hinunter rollt. Zum anderen ist es die noch gewaltigere Wallfahrtskirche von Sameiro, die sich ein Stück weiter oben befindet. In ihrer Krypta soll es sehr farbenprächtige Azulejos (Fliesen-Bilder) geben. In die Krypta kommt man allerdings nur mitten durch die Kirche, in der aber heute am Fließband Brautpaare getraut werden. Da wir diese Feiern nicht stören wollen, kommen wir leider auch nicht in die Krypta.
Aber immerhin sehen wir einige blaue Azulejos, wie man sie in Portugal oft sieht, nicht nur in Kirchen, sondern etwa auch an Brunnen oder öffentlichen Gebäuden. Weiter fahren wir gen Westen auf der N 103, die lange parallel zum Rio Cavado und mitten durch eine imposante Gebirgslandschaft führt. Einen Übernachtungsplatz mit grandiosem Weitblick finden wir in der Nähe des Ortes Venda Nova.
In der Nacht wird es etwas kühl. Welch´ Wunder, sind wir doch mitten im Gebirge. Dementsprechend blicken wir am Morgen auf die Wolken hinab und nicht hinauf. Wir fahren auf der N 103 immer oberhalb des Rio Cavado und danach des riesigen Stausees Alto Rabagao entlang. Schließlich kommen wir in Chaves an, einem netten Thermalbad, in dem schon die Römer in den Thermen badeten. Aus der Römerzeit erhalten – wenn auch in der Zwischenzeit öfter restauriert – sind eine Brücke, über die man fahren, und eine „Brücke“, über die man nur laufen kann.
Sehr ansprechend ist die gemütliche Altstadt, die vor allem durch eine gewaltige Befestigungsanlage mit gut erhaltenen Mauern und einem Verteidigungsturm beherrscht wird. Im Innern der Anlage ist insbesondere eine Kirche sehenswert : die Igreja de Misericordia aus dem 17. Jahrhundert mit einer reich bemalten Decke, riesigen Azulejos an den Wänden und einer barocken Fassade. Wir fahren weiter auf der N 2 in Richtung Vila Real, biegen in Vila Pouca de Aquilar auf die N 212 ab und bleiben - in über 1000 Meter Höhe – inmitten eines auf einem idyllischen Platz Windparks mit Weitblick.
Wir fahren weiter auf der N 212, kreuzen hinter Codoval die E 22 und durchqueren bald auf der schmalen und kurvenreichen N 322 einen Teil des Weinanbaugebietes Douro, einem bekannten Portwein-Gebiet. Hier wächst der Wein überall an recht steilen Hängen, in die mit großem Aufwand schmale Terrassen eingebaut worden sind, auf denen die Weinreben stehen. Irgendwann ist diese schöne Fahrt mit den vielen grandiosen Ausblicken über das Tal und die nächsten Berge zu Ende : Wir kommen in Pinhao an, einem kleinen Ort, bei dem der Rio Pinhao in den Rio Douro fließt. Von hier aus wurde früher der Wein in Lastkähnen (von denen es am Ufer einige Nachbauten gibt), nach Porto gebracht, um dort in den großen Kellereien zu reifen. Sehenswert an Pinhao ist auch sein kleiner Bahnhof, der mit lauter blauen Azulejos geschmückt ist. Wir überqueren den Douro und fahren auf der anderen Seite - mit wunderbaren Blicken auf den Fluss und die Weinberge – bis Pesa da Regua.
Von dort fahren wir 10 km bergauf bis nach Lamego. Dort gibt es die Pilgerkirche Nossa Senhora dos Remedios anzusehen. Zu ihr führt von dem Ort aus eine prunkvolle Treppenanlage hinauf. Die Kirche im barocken Stil ist ebenfalls – außen und innen – prunkvoll. Wir fahren weiter auf einem - wegen der Ausblicke in die durch Berge, Täler und Flüsse - sehr schönen Stück Autobahn über Vila Real bis Cabeceiras, wo es einen Campingplatz gibt, der von einem etwas alternativen Holländer geleitet wird. Der Platz ist einfach, aber doch nett. Als wir zwei Tage später weiter fahren und über eine hohe Schwelle müssen, reißt die Aufhängung des Abwasser-Auslaufs ab. In dem Ort Fafe kurz vor Guimaraes finden wir eine Werkstatt, wo uns die Halterung mit viel Aufwand – und bedeutend stabiler als vorher – wieder anmontiert wird. Kosten für zwei Stunden Arbeit für zwei Techniker : 40 €. In Guimaraes finden wir schnell den großen Parkplatz unterhalb des Castello. Er ist fast leer und auch kostenlos.
Das Castello stammt aus dem 10. Jh., wurde bis zum 14. Jh. immer wieder erweitert und umgebaut, und ist noch weitestgehend in Form einer Ritterburg mit einem gewaltigen Bergfried erhalten. Ein Stück weiter schließt sich die sehr gut erhaltene Altstadt an, die mit ihren Gassen und Plätzen, Kirchen und Hausfassaden einen netten Eindruck macht. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl und beschließen, heute hier zu bleiben. noch Guimaraes
___________ Zurück auf dem Parkplatz, kommt gegen 22 Uhr plötzlich die Polizei. Wir denken schon, dass wir jetzt weggejagt werden, da es an der Einfahrt ein Schild gibt, nach dem die Zufahrt zwischen 22 Uhr und 7 Uhr verboten ist (was sich ja ähnlich anhört wie das bekannte Nacht-Parkverbot für Womos, das man ja leider so häufig sieht). Eine nette Polizistin erklärt uns aber, sie würde gleich den Platz abschließen. Hintergrund : Früher hätten hier nachts Autorennen (wohl eher : Beschleunigungstests) Jugendlicher stattgefunden. Das aber wolle man natürlich unterbinden. Wenn wir also vor 7 Uhr den Platz verlassen wollten, müssten wir leider schon jetzt hinunter fahren. Da wir das natürlich verneinen, wünscht uns die Polizistin eine angenehme Nachtruhe und schließt den Platz anschließend mit einer Kette ab. Eine angenehme Nachtruhe wird es dann doch nicht, da die Kirche, die am Ende des Platzes steht, jede volle Stunde kräftig läutet und gegen Morgen der Verkehr auf der angrenzenden Straße doch recht laut ist. In einer Stunde sind wir in Braga, einer Industriestadt, die aber dennoch eine interessante Innenstadt besitzt. Den einzig freien Parkplatz finden wir bei Lidl am Rand des Stadtzentrums. Dafür, dass wir dort stundenlang stehen, kaufen wir auch nachher dort ein. Die Innenstadt wird gekennzeichnet durch enge Einkaufsstraßen, große Plätze, breite Fußgängerbereiche und prächtige Gebäude. Braga wirkt damit viel großstädtischer als das beschauliche Guimaraes von gestern.
Gegen Abend fahren wir auf einen fast leeren Campingplatz am Atlantik, vor dem sich ein endloser Strand erstreckt, der zu langen Wanderungen geradezu einlädt. Wieder zurück, stolpert meine Frau in dem Sanitärgebäude über eine etwa 3 - 4 cm hohe Schwelle, fällt hin und bricht sich den linken Arm und das linke Handgelenk. Ein Rettungswagen bringt sie in das nächste Krankenhaus. Dort wir alles gerichtet und eingegipst. Eine Operation ist aber dennoch nötig. Da das Krankenhaus keinen guten Eindruck auf uns macht und außerdem brechend voll ist mit Grippekranken, entscheidet sich meine Frau für eine Operation in Hamburg. Ich will sie zwar in den nächsten Flieger setzen. Sie beharrt aber darauf, dass ich nicht alleine zurück fahre. Die 2.500 km Rückfahrt bewältigen wir in gut drei Tagen. Von der Fahrt ist nichts Besonderes zu berichten. Wie eine Autobahn aussieht, wisst Ihr ja selbst zur Genüge. Die Operation ist übrigens bestens verlaufen. wie schade, daß ihr diese wunderbare Reise abbrechen mußtet, aber wichtig ist ja nur das es deiner Frau wieder gut geht und die Operation gut verlaufen ist. Vielen Dank für den schönen Bericht und die interessanten und guten Fotos. Hallo,
ein wirklich schöner reisebericht mit wunderbaren bildern leider mußtet ihr abbrechen wegen dieses sturzes deiner frau gut das die op gut verlaufen ist und weiterhin gute besserung hoffentlich könnt ihr eure tour bald vollenden ihr habt viele schlösser.burgen und kirchen besichtigt habt ihr euern hund immer mit reinnehmen dürfen? wenn nicht,wie habt ihr das mit dem hund gemacht viele grüße aus dem vorwinterlichen Selbu von Walter und Annett Hallo Wolfgang ,
eine schöne Reise mit wunderbaren Fotos ! Da fährt man jedes Jahr in Frankreich rum und hat noch lange nicht alles gesehen! Ich hatte nebenbei google map auf um dich zu verfolgen :wink: Die plötzliche Abreise wünscht sich ja niemand ! Aber es war sicher das Beste ! Weiterhin gute Besserung Deiner Frau ! Bestimmt könnt ihr die Reise irgendwann wieder weitermachen :daumen2: weiterhin gute besserung!
bericht und bildern finde ich klasse! wer weiss, evtl. sehen wir im nächsten jahr die vervollständigung eurer reise ;) grüße o.
Wenn wir einen sehr nahen Parkplatz finden und die Besichtigung voraussichtlich nur sehr kurz sein wird, lassen wir den Hund im Womo. Ansonsten wechseln wir uns ab : einer geht rein, während der andere draußen wartet und dann umgekehrt. Einmal habe ich es sogar erlebt, dass mir ein Geistlicher mit den Worten "Ihr Hund ist doch auch ein Geschöpf Gottes" gesagt hat, ich möge doch mit dem Hund in die Kirche hinein gehen. Aber das haben wir sonst noch nie erlebt. Hallo Wolfgang,
schade daß ihr eure wunderschöne Reise wegen des bedauerlichen Unfalls deiner Frau abbrechen musstest. Ich wünsche gute Besserung & alles Gute ! Ich habe eine ähnliche Tour geplant, leider kann ich sie jetzt noch nicht durchführen (Schwiegervater 89 ist krank). Aber ich habe in Gedanken ihre Tour begleitet und bin begeistert !!! Die Beschreibung und die tollen Foto´s machen Lust auf mehr. Vielleicht können sie ja den Rest der geplanten Route bald mal nachholen. Freue mich schon auf weiteren Reisebericht. Liebe und noch viele schöne Reisen wünscht Ihnen Luggi, der aus dem Allgäu Hallo Wolfgang,
schade dass Eure Reise so enden mußte. Ich wünsche Deiner Frau gute Genesung. Da ich für 2010 eine Reise nach Spanien und Portugal plane würde mich interessieren ob das Frühjahr oder der Herbst die bessere Reisezeit ist. Badeurlaub ist mir nicht wichtig. vom Tramp |
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