Hallo Gerd,
wir sind gerade von unserer 5wöchigen Tour zurück. Wir haben in der Zeit über 10.000km zurückgelegt und haben, außer ganz im Süden, so ziemlich alles abgeklappert, wo man noch mit einem
Womo fahren kann - incl. auf den Lofoten und Vesteralen. Nordkapp und Mehamn - Slettnes Fyr waren auch dabei und im Nord-Osten bis auf die Insel Vardö. Nur Kirkenes haben wir ausgelassen, weil ich blöderweise bei unserem Mietwomo eine Kilometerbegrenzung angegeben hatte, anstatt einfach zu sagen: "Unbegrenzt" - was gar kein Problem gewesen wäre, bei der Mietdauer von 5 Wochen. Tja, selber schuld.
Ich habe innerhalb Norwegens von Anfang an mit 30 - 40 km/h als Durchschnittsgeschwindigkeit gerechnet. Was sich im Nachhinein als durchaus realistisch und sogar teilweise noch als zu optimistisch herausgestellt hatte. Aber im Schnitt hat das ziemlich genau hingehauen.
Die zuvor veranschlagte niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit habe ich einfach deshalb genommen, da man ja auch mal anhält. Zu bestaunen gibt es quasi hinter jeder Kurve etwas. Die Flam-Bahn sollte man z.B. unbedingt mal bis Myrdal und zurück gefahren sein. Oder zum Gletscher Nigardsbreen wandern, etc. Solche Aktionen kosten natürlich ebenfalls Zeit.
Du kannst auf den Europastraßen durchaus auch 100 oder schneller fahren - 80 ist erlaubt. Auch auf anderen Straßen ist das durchaus machbar. Aber es gibt besonders im Hohen Norden auch Straßen, auf denen man auf 100 km nur mit max. 30km/h fahren kann und das waren ganz normale Landstraßen - und ich rede hier nicht von Durchschnittsgeschwindigkeit, sondern von Höchstgeschwindigkeit!
Der Zustand der Straßen ließ einfach nichts anderes zu, wenn man das Womo nicht komplett zerlegen wollte. :)
Die Europastraßen habe ich weitestgehend vermieden. Lieber sind wir parallele Landstraßen gefahren, soweit dies möglich war. Auch sind wir viel kreuz und quer gefahren. Das hat einfach mehr Spaß gemacht und der Verkehr auf diesen Straßen beschränkt sich im Wesentlichen auf Anliegerverkehr und ist als nicht erwähnenswert einzustufen. So kamen wir auch dort gut und schnell voran.
Eines muss man bei solch einer Tour in 5 Wochen allerdings berücksichtigen: Man verbringt die meiste Zeit mit Fahren.
Das muss man wollen. Da wir aber von Anfang an auf dem Standpunkt standen: "Im Liegestuhl können wir auch zuhause liegen", war das kein Thema. Ein Erholungsurlaub im eigentlichen Sinne war das natürlich nicht. Hier war eindeutig der Weg das Ziel.
Die Eindrücke, die wir dabei erlangten, waren allerdings bombastisch und ich würde die gleiche Tour jederzeit nochmal machen.
Da ihr aber 2 Monate Zeit habt, könnt ihr es ja ein bisschen lockerer angehen lassen.
Nur die Rückfahrt durch Finnland und Schweden war dermaßen langweilig und ermüdend, dass ich beinahe 2 Mal beim Fahren wirklich eingeschlafen wäre. Nur ein ausgiebiges Essen und viel Koffein konnten mich wieder aufrichten. Ich war mehrmals drauf und dran wieder gen Norge abzubiegen. Nur diese dämliche Kilometerbegrenzung konnte mich davon abhalten. Das würde ich nicht nochmal machen. Lieber würde ich die E6 in Norwegen zurückfahren. Schon alleine wegen der unschlagbaren Infrastruktur für Womos und der interessanteren Strecke.
Wir sind ab Inari in Finnland rechts weg Richtung Kittilä und dann den Inlandsveien, die E45 und später dann die 26 und die E4 bis Helsingborg gefahren - was meiner Meinung nach noch immer die interessantere Strecke ist, als nur die E4 runterzubrettern - und trotzdem, nee nicht nochmal. Was man dort Landschaftlich zu sehen bekommt, kann man in Deutschland auch haben, nur billiger und mit weniger Kilometern und vor allem: weniger Mücken. Einzig Südschweden, um Jönköping rum, abseits der Hauptstraßen, könnte mich nochmal zu einem kurzen Abstecher reizen.
Aber sonst war das eine fantastische Reise. Norwegen ist so vielfältig. Von lieblich bis Mondlandschaft ist wirklich alles dabei. Das muss man einfach mal gesehen haben. Wir werden sicherlich wiederkommen.
Viel Spaß bei der Planung und noch mehr Spaß bei eurer Tour wünscht euch
Der Nordmax