Auf unserer Homepage (--> Link) ist der Bericht noch ausführlicher und mit mehr Fotos zu finden - wir haben auf der Reise Live gebloggt ...
Aber hier unsere Reise 2010 zum Nordkapp:
Samstag, 19.06.:
Heute steht die Anreise nach Rostock auf dem Programm.
Die ersten Kilometer sind schon arg ungewohnt. Das Wohnmobil müssen wir erst noch ins Gefühl bekommen. Aber es wird mit jedem Kilometer besser. Zum Glück verfügt unser FIAT Ducato über einen Tempomat – somit ist gleichmäßiges Fahren schon sehr viel einfacher – und die Autobahn ist auch noch richtig frei! Es kann also entspannt in Richtung Norden gehen. Erst führt uns die Fahrt über die A93 nach Hof und dann über die A9, A10, A24 und A19 vorbei an Berlin nach Rostock. Auch hier freie Fahrt … so macht das Fahren Spass!
Um ca. 16.30 Uhr dann Ankunft in Rostock bei ziemlich bescheidenem Wetter. Aber da wir noch jede Menge Zeit bis zum CheckIn bei der Fähre haben beschliessen wir, zumindest eine ganz kleine Stadtbesichtigung einzubauen. Wir parken unser Womo das erste Mal auf einem Park-und-Ride-Parkplatz nahe der Rostocker Innenstadt und machen uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt.
Wir sehen natürlich nur einen ganz kleinen Ausschnitt, aber was wir sehen gefällt uns sehr. Scheint eine wirklich sehr schöne Stadt zu sein. Vor allem der Bereich um den Stadthafen ist hübsch hergerichtet. Allerdings fallen auch die teilweise üblen Bauruinen auf, die sich meist in unmittelbarer Nachbarschaft zu komplett neuen oder hervorragend sanierten Gebäuden befinden.
Mittlerweile ist es gegen 21.30 Uhr und wir fahren zum Fährterminal von TT-Line wo wir völlig unproblematisch einchecken können und uns in die Reihe der wartenden Fahrzeuge einreihen. Es sind nicht sehr viele (ca. 15-20 LKW, ca. 30 PKW und noch einige Transporter – wir sind das einzige Womo) und werden auch nicht mehr wesentlich mehr. Um ca. 22.30 können wir dann endlich auf die Fähre fahren. Zum Glück ist die Einfahrt und auch die Fahrstrecke innerhalb des Schiffes riesig groß und vor Allem hoch – ich hatte dann doch etwas bedenken mit unserem 3,30m hohen “Monster”. So klappt das aber perfekt und wir können kurz danach unsere Innenkabine für die Nacht beziehen … nur soviel zur Kabine: Zwei schmale Betten übereinander, das Bad vom Zustand her nicht ganz so unser Ding und der Teppichboden riecht ein bisschen übel. Aber was soll´s! Es ist Urlaub und es ist ja auch nur für ein paar Stunden!
Sonntag, 20.06.:
Ankunft in Schweden
Unsere Gebete wurden erhört und die Ostsee hat sich in der Nacht von ihrer sanften Seite präsentiert. Trotz der etwas unangenehmen Kabine und ihrem ganz eigenen Duft haben wir eigentlich ganz gut geschlafen und sind morgens um fünf eingermaßen erholt als uns die Lautsprecherdurchsage mit unglaublicher Lautstärke weckt und darauf hinweist, dass wir in einer Stunde Trelleborg erreichen werden.
Also kurz Frischmachen und dann raus aus der Kabine und die Hafeneinfahrt vom Oberdeck aus genießen!
Der Tag begrüsst uns mit Sonnenschein und stiller See – so soll es sein. Um Punkt 6.00 Uhr läuft die “Tom Sawyer” im Hafen von Trelleborg ein. Wir packen unsere sieben Sachen und können schon kurz danach zusammen mit unseren wenigen Mitreisenden die Fähre verlassen.
Auch hier zum Glück wieder alle Wege sehr breit und hoch ausgelegt – also kein Problem für unser “Ungetüm” und vor Allem für uns
Von Trelleborg aus geht es auf der E6 nach Malmö und dann nach Helsingborg. Hier biegen wir ab auf die E4 in Richtung Stockholm. Die E4 soll uns die nächsten Tage bis Finnland begleiten. Wir sind vom Ausbau dieser E4 begeistert: Sie ist bis Stockholm fast durchgängig als Autobahn zweispurig ausgeführt und auf dem Teilstück dazwischen immer abwechselnd 2-spurig. Schnellere Fahrzeuge müssen den langsameren (also uns) so nur wenige Kilometer hinterher fahren. Ja, wir bewegen uns heute mit etwas verminderter Geschwindigkeit so um ca. 80-90 km/h und erreichen damit wohl auch einen annehmbareren Verbrauch.
Wir haben uns als nächstes Zwischenziel den Ort Gränna rausgesucht, der in vielen Berichten und Fotos sehr idyllisch aussah. Außerdem werden hier die weltberühmten Zuckerstangen hergestellt.
Gränna erreichen wir nach entspannter Fahrt gegen Mittag und machen uns auf die Parkplatzsuche. Gar nicht so einfach mit dem großen Fahrzeug und vor Allem bei dem riesen Andrang in dem kleinen Örtchen. Das Ortszentrum ist für eine Oldtimerveranstaltung gesperrt und so geht es recht eng zu. Wir finden in einer Nebenstrasse einen Platz für unser Schiff und erkunden zu Fuß den Ort: Nett! Ein schönes kleines Örtchen mit typischen Häuschen und Zuckergeruch in der Luft. Außerdem tut frische Luft und ein kleiner Spaziergang nach der Sitzerei am Vormittag richtig gut. Das Wetter spielt auch mit – die Sonne scheint.
Nach unserem Besuch in Gränna wollen wir heute auf jeden Fall bis Stockholm kommen.
Während Ursula die nächste Etappe fährt, mache ich mich in unserem extra erworbenen Campingplatzführer auf die Suche nach einem Nachtquartier. Unsere Wahl fällt auf den Campingplatz Bredäng Camping in Stockholm (etwa 10km vom Zentrum). Wir erreichen den Platz gegen 18.00 Uhr und feiern damit schon wieder Premiere:
Unser erstes Mal Camping-Platz!
Montag, 21.06.:
Heute ist weiter “Strecke machen” mit Kurs Nord angesagt.
Stockholm, 6.30 Uhr -Aufstehen ist angesagt. Unsere erste Nacht im Wohnmobil war eigentlich ganz angenehm. Ich habe mir das Schlafen im Alkoven ehrlich gesagt etwas unbequemer vorgestellt. Aber mit einer Liegefläche von 1,60m Breite und auch ausreichend Höhe kann man es sich hier oben echt bequem machen. Okay, das eine oder andere Mal habe ich mich beim Umdrehen schon noch gestoßen, aber war echt in Ordnung. Wir sind dementsprechend gut erholt und testen als erstes die Sanitärgebäude des Campingplatzes. Gut, als “Nicht-Camper” natürlich erstmal etwas gewöhnungsbedürftig aber absolut okay – die Duschen und Waschplätze sind sauber, das Wasser warm und um die Zeit auch noch nicht viel los. Dieser sehr große Campingplatz verfügt aber auch über mehrere Sanitärgebäude.
Als letzte Amtshandlung auf dem Campingplatz dann noch die Ver- und Entsorgung. Also mal wieder die Toilettenbox entleeren – wenn auch nicht notwendig, aber lieber einmal zu oft … und dann noch zur Entsorgungsstation fahren und unseren Abwassertank in den Gulli entleeren. Frischwasser tanke ich bei der Gelegenheit auch gleich noch mit auf. Übrigens: Man merkt, dass der Frischwassertank voll ist, wenn einem ein riesen Schwall Wasser aus der Einfüllöffnung entgegen kommt und über die Hose spritzt – wieder was gelernt!
Nach zwei Stunden erreichen wir Uppsala – die viertgrößte Stadt Schwedens nach Stockholm, Göteborg und Malmö. Wir entscheiden uns für eine kleine Stadtbesichtigung und suchen uns in der Nähe des Zentrums einen Parkplatz in einer Seitenstrasse. Unser Blick beim Betrachten des Parkscheinautomaten muss sehr hilfesuchend gewesen sein – jedenfalls ist uns ein sehr netter Schwede sofort zur Hilfe geeilt und hat uns in perfektem Deutsch die Bedienung erklärt – Danke!
Wir sehen uns die Universität und den Dom an – die angeblich größte und höchste Kirche Skandinaviens. Wirklich sehenswert und vielen tollen Details – nur die moderne, blaue Orgel passt unserer Meinung nach so gar nicht da hinein. Danach schauen wir uns noch ein bisschen im Stadtzentrum um und finden auf dem Rückweg zum Womo einen Supermarkt den wir zum Einkauf für heute nutzen.
Danach geht es wieder zurück auf die E4 – wir wollen heute noch ein schönes Stück weiter in Richtung Norden kommen. Unser erklärtes Ziel ist ab jetzt die Region um Sundsvall. Dank dem wenigen Verkehr und der gut ausgebauten Strasse kommen wir gut voran – ich bin immer noch begeistert von der entspannten Fahrweise. Mir fällt irgendwann auf, dass ich seit zwei Stunden (!) nicht einmal meine Füße auf den Pedalen hatte – eine durchgängige Geschwindigkeit mit dem Tempomat und nicht einmal bremsen müssen … zuhause undenkbar.
Tagesziel: Der Campingplatz in Ramvik. Ein wunderschöner kleiner Platz direkt am See mit eigenem Steg und Badeplatz! Hätten wir nicht Aussentemperaturen von ca. 14 Grad würde das hier absolut zum Baden einladen. So sitzen wir nach dem Abendessen noch eine ganze Zeit bei wunderschönem Wetter und schauen auf´s Wasser …
Dienstag, 22.06.:
Heute ist nochmal “Fahrtag” angesagt.
Dienstag … ich wache auf, draussen ist es bereits schön hell und die Vögel pfeifen … sieht nach einem schönen Tag aus … aber einen Moment: Ein Blick auf den Wecker sagt mir, es ist angeblich kurz nach drei Uhr nachts …
Gut, so sehen also die langen Tage im Norden aus. Dann schlafen wir halt doch noch mal ein bisschen weiter – um halb sieben aufstehen reicht absolut aus.
Es ist übrigens in der Nacht hier doch sehr kühl – der Blick auf´s Thermometer sagt: 5,9 Grad aussen und noch 16 Grad innen. Wenn das so bleibt bzw. nördlicher noch kälter wird müssen wir uns ernsthaft über die Heizung Gedanken machen. Und damit auch über unseren Gasvorrat.
Der erste Blick nach dem Aufwachen aus dem Alkovenfenster fällt direkt auf den See und auf klasse Wetter! Der Tag kann doch eigentlich kaum besser beginnen – die restliche Müdigkeit ist nach diesem Anblick auch weg. Also ab zum Sanitärgebäude und erstmal duschen – auch hier sind die Duschen und Waschplätze erfreulich sauber.
Nach dem Frühstück stellen wir schnell Abfahrbereitschaft her und machen uns gegen 8.30 Uhr auf den Weg zurück auf die E4 in Richtung Norden. Das Ziel heute soll auf jeden Fall die Gegend um Lulea sein um entsprechend gut voran zu kommen – und das tun wir auch. Das Fahren macht heute wieder richtig Spass. Auf der E4 sind zwar jede Menge Baustellen wegen Strassenbelagserneuerung aber durch die geringe Verkehrsdichte geht es trotzdem gut voran. Daher machen wir auch erst gegen 11.00 Uhr die erste kurze Pause ca. 18km vor Umea.
Wir sind jetzt schon so gut durchgekommen und noch fit, dass wir uns allmählich überlegen, das Tagesziel nach hinten zu schieben. Lulea werden wir gegen 16 Uhr erreichen – da bleibt eigentlich noch jede Menge Zeit.
Mit dem Campingführer bewaffnet fassen wir als neues Ziel Haparanda direkt an der finnischen Grenze – wenn schon dann richtig!
Um 18.00 Uhr erreichen wir dann unser Tagesziel Haparanda und checken auf dem ca. 15km nördlich gelegenen Campingplatz ein.
Wahnsinn, wir haben heute ganz entspannt über 600 Kilometer geschafft!
Bei dem heutigen Campingplatz handelt es sich um einen schönen kleinen Platz direkt am Fluss Torneälv mit seinen wilden Stromschnellen gelegen. Der Fluss stellt hier gleichzeitig die Grenze zu Finnland dar – wir können also schonmal nach Finnland rüber winken!
Mittwoch, 23.06.:
Heute verlassen wir Schweden und fahren in Finnland weiter.
Noch schön Frühstücken und wieder zusammenpacken. Gegen 8.45 Uhr checken wir aus und verlassen den Platz. Gekostet hat uns hier die Nacht inkl. Strom und Internet 250 schwedische Kronen. Nach wenigen Minuten Fahrtzeit verlassen wir dann Schweden und finden uns nach ein paar Kreisverkehren in Finnland wieder.
Und hier gehen die Uhren anders!
In der Tat, Finnland ist uns um eine Stunde voraus – wir haben also ohne es zu merken gerade eine Stunde des heutigen Tages verloren
Jetzt müssen wir noch daran denken, die Uhren bei der Reise nach Norwegen wieder auf “normale” Zeit zurück zu stellen …
Unsere erste Station heute ist die Stadt Rovaniemi, die wir um ca. 12 Uhr erreichen. Nachdem wir direkt im Zentrum einen Parkplatz für unser Womo gefunden haben machen wir uns zu Fuß auf, die Stadt zu erkunden. Wir sehen uns nur den Stadtkern an – dieser hat ausser einer recht schönen Fußgängerzone mit ein paar Einkaufszentren allerdings nicht allzuviel zu bieten. Eine Stadt die relativ jung und wohl auf dem Reissbrett entstanden ist. Nachdem uns auch bereits ein kleiner Hunger überkommt und sich gerade die Gelegenheit bietet greifen wir zu bekannten Genüssen: McDonalds gibt es auch hier (und bietet auch hier freies Internet an …).
Ein paar Kilometer weiter – direkt an der Stadtgrenze von Rovaniemi – ist der Weihnachtsmann zuhause und den wollen wir besuchen …
Man kann sich zu ihm begeben und sich mit ihm unterhalten! Und das auch noch auf Deutsch – nachdem wir ihm erzählt haben, wo wir herkommen, haben wir erfahren, dass er den FC Bayern kennt … und das Oktoberfest.
Und das Beste: Der Besuch beim Weihnachtsmann ist tatsächlich völlig kostenlos!! Okay, man darf selber keine Fotos machen und bekommt dann am Ausgang die Möglichkeit, Fotos von sich und Santa zu erwerben. Ein Foto mit ca. 20×30cm soll auch nur ca. 25 EUR kosten … größer geht´s natürlich auch noch … und noch ein Video auf USB-Stick oder DVD … jetzt wissen wir auch, wie Santa Claus sein Geld verdient!
Eigentlich viel interessanter an dieser Stelle:
Dieses Dorf liegt genau auf dem Polarkreis den wir also damit überqueren. Ab heute befinden wir uns also für die nächste Zeit nördlich des Polarkreises! Schon eine komische Vorstellung so weit nördlich zu sein … und das in relativ kurzer Zeit seit unserem Aufbruch am Samstag in Regensburg. Insgesamt haben wir bis hierher jetzt 2.633 km auf eigener Achse zurückgelegt – die Fähre kommt natürlich noch dazu.
Wir erreichen den Campingplatz in Sodankyla gegen 18.45 und haben damit heute 276 km geschafft. Nachdem wir uns ein schönes Plätzchen zwischen Heckenabgrenzungen ausgesucht haben (und damit heute fast gerade stehen – okay, etwas nach vorne geneigt) wird noch schnell der Stromanschluss hergestellt und das Gas aufgedreht. Und während ich noch versuche, das angepriesene Internet per WLAN zum Laufen zu bekommen köchelt Ursula uns lecker Abendessen aus der Bordküche.
Leider gelingt es mir nicht ins Internet zu kommen … die Verbindung scheint zwar zu stehen, aber ich kann keine Seiten aufrufen usw.
Mist! Heute spielt Deutschland gegen Ghana in der Vorrunde der Fußball-WM und ich hatte auf den Live-Stream von Bayern5 gesetzt … oder zumindest auf einen Live-Ticker. Als Ursi nach dem Essen an der Rezeption nachfragt (das Internet hat uns auch 2 EUR extra gekostet – insgesamt haben wir für die eine Nacht inkl. Strom und Internet 21,– EUR bezahlt) bekommen wir zwar keine Lösung für dieses Problem aber den Hinweis, dass in der Bar auf der anderen Strassenseite das Spiel auf Leinwand gezeigt wird. Also sofort dort hin!
War echt lustig: Das Spiel haben wir zusammen mit dem finnischen Wirt, einem norwegischen Pärchen und zwei, drei weiteren Gästen gesehen … und immerhin auch einen 1:0 Sieg feiern können.
Donnerstag, 24.06.:
Heute geht es durch Finnland in Richtung Norwegen.
Auch diese Nacht fiel die Aussentemperatur wieder auf unter 8 Grad – man merkt, dass wir uns nördlich des Polarkreises aufhalten. Dank unserer Heizaktion gestern Abend ist es im Wohnmobil aber einigermassen warm geblieben.
Gegen 9.45 Uhr brechen wir dann am Campingplatz auf und machen noch einen Zwischenstop in der Hauptstrasse von Sodankylä. Hier versorgen wir uns mit Bargeld vom Geldautomaten und erledigen auch gleich den Einkauf für die nächsten Tage im Supermarkt.
Dann geht es um ca. 10.30 Uhr los in Richtung Inarisee.
Eine halbe Stunde später ist es dann soweit: Ein finnischer Autofahrer kommt uns mit Lichthupe entgegen und deutet an, langsam zu fahren … vielleicht eine Verkehrskontrolle? Nein – hinter der nächsten Kurve laufen zwei Rentiere völlig entspannt auf unserer Fahrspur vor uns her!
Die Beiden lassen sich duch nichts und niemanden stören und sind die Ruhe selbst. Auch das Hupen einiger Autos hinter uns und im Gegenverkehr stört sie überhaupt nicht. Nach einiger Zeit gelingt es uns dann, die Tiere zu überholen …
Das werden bei weitem nicht die einzigen dieser Artgenossen für heute bleiben …
Um 12.00 Uhr erreichen wir das Goldgräberdorf Tankavaara und legen einen Stop ein. Wir entscheiden uns, das Museum zu besuchen aber auf das Goldwaschen zu verzichten. Nachdem die Mücken hier so extrem aggresiv sind muss ich nicht auch noch in einem flachen Wasserlauf stehen und keine Hand freihaben um mich zu verteidigen. Stattdessen besichtigen wir das nett gemachte Freilandmuseum und das recht informative Museumsgebäude, welches die Geschichte der Goldsuche hier in Finnland und auch weltweit erklärt.
Ziemlich zerstochen machen wir uns dann nach einer Stunde wieder auf den Weg weiter in Richtung Inarisee.
Eine gute Stunde später befinden wir uns bereits zwischen Ivalo und Inari und finden eine Raststelle am Inarisee von der wir im Reisebericht von Björn gelesen haben - Danke für diesen Insider-Tipp!!
Wir schauen uns kurz den Souvenir-Shop mit den ausgetopften Bären an und widmen uns dann dem eigentlichen Grund für den Besuch:
In einer kleinen Imbisshütte wollen wir uns etwas zum Mittagessen besorgen. Wir entscheiden uns für ein Lachssteak mit Kartoffelbrei und für eine Portion Rentierfleisch auch mit Kartoffelbrei.
Gerade die Portion Rentierfleisch sieht auf ihrem Pappteller nicht unbedingt einladend aus …
Aber der Anblick täuscht! Das Fleisch schmeckt hervorragend! Meiner Meinung nach eine Mischung zwischen Wild und Rind … und absolut zart. Und dann noch das Lachssteak. Einfach herrlich! Wir sind beide der Überzeugung, noch nie zuvor so tollen Lachs gegessen zu haben.
Dieser Besuch hat sich also absolut rentiert (eigentlich ein Wortspiel …) und ist auf jeden Fall zu empfehlen!
Wir fahren noch zum Museum Siida. Hier erfährt man in der großen Indoor-Ausstellung sehr viel über die Landschaft, die Natur und die Kultur der Samen. Außerdem gibt es einen riesigen Freilandbereich mit zahlreichen Gebäuden und Utensilien aus vergangenen Zeiten in dieser Gegend. Das ganze Gelände liegt direkt am See und gibt immer wieder einen schönen Blick darauf frei.
Ein wirklich empfehlenswerter Besuch – das ganze Museum ist sehr sehenswert aufgemacht. Übrigens scheint hier der Standard-Eintrittspreis für Erwachsene bei sportlichen 8,– EUR zu liegen – das haben wir in Tankavaara heute auch schon bezahlt.
Um 17.30 Uhr machen wir uns dann auf den Weg in Richtung Norwegen. Kurze Zeit nach Inari biegen wir von der E75 ab auf die 92er in Richtung Karasjok. Hier ändert sich nicht nur die Landschaft erheblich sondern auch der Ausbaustand der Strasse – es wird eng und hügelig. Die Strasse verläuft kilometerlang schnurgerade aber immer bergauf – bergab. Und immer wieder stehen ein paar Rentiere am Rand.
Um 19.00 Uhr erreichen wir dann die norwegische Grenze. Und schon ist es wieder erst 18.00 Uhr!
Hier werden die Uhren wieder auf “normale” mitteleuropäische Sommerzeit zurückgestellt – wie bereits erwähnt: Finnland ist uns Sommer wie Winter um eine Stunde voraus. Mein Plan, kurz vor der norwegischen Grenze noch einmal zu relativ günstigen Preisen in Finnland voll zu tanken ist übrigens nicht aufgegangen – es gab auf der 92er keine Tankstelle mehr.
Also überqueren wir die Grenze und befinden uns damit am sechsten Tag unserer Reise also bereits im vierten Land. Die Strecke nach Karasjok ist nicht weit und wir kommen gegen 18.30 (jetzt wieder normale Zeit) dort am Campingplatz an.
Morgen soll es an die letzte Etappe gehen!
Freitag, 25.06.:
Heute ist es soweit!
Wir verlassen den netten Campingplatz in Karasjok nachdem wir nochmal die Toilettenkassette entleert haben. Wir wollen ja mindestens die kommende Nacht ohne Campingplatz verbringen – evt. auch mehr.
Dann steuern wir noch den Sapmi-Park in Karasjok an – eine Ausstellung / Museum über die samische Kultur. Die samischen Ureinwohner von Lappland betrachten Karasjok wohl als ihre Hauptstadt. Es gibt hier auch ein samisches Parlament. Wieder eine sehr interessante Ausstellung und ein schönes Rentier-Gehege. Lustig, den Kerlen zusehen zu können – ohne, dass sie einem vor´s Auto laufen.
Um 11.30 Uhr machen wir uns dann endgültig auf den Weg um die letzten Kilometer in Richtung Nordkapp in Angriff zu nehmen. Schon kurz nach dem Ortsausgang von Karasjok ändert sich die Landschaft mit jedem Kilometer in Richtung Norden. Wir blicken zum ersten Mal auf schneebedeckte Berge am Horizont – und diese kommen schnell näher. Eine Stunde später passieren wir Lakselv und machen direkt am Wasser Pause. Ein wunderschöner Tag mit blauem Himmel und dazu eisblaues Wasser … aber ganz schön kalt ist es. Die kurze Hose ist zwar bequem zum Fahren aber jetzt doch ein bisschen kühl draussen.
Wir fahren nach einer knappen Stunde weiter und sind total begeistert von der Landschaft hier!
Teilweise hat man das Gefühl, im Hochgebirge unterwegs zu sein und dann sofort wieder der Blick auf strahlend blaues Wasser. Schwer zu beschreiben – das muss man gesehen haben! Die Strassen werden enger und kurviger. Für uns ist das mit dem ungewohnten Wohnmobil noch immer ein bisschen schwierig aber man bekommt das Fahrzeug immer schneller in´s Gefühl.
Um kurz vor 16 Uhr ist es dann soweit:
Wir erreichen die Einfahrt zum Nordkapp-Tunnel. Es geht nun knappe sieben Kilometer unter dem Meer hindurch. Im Vergleich zu einigen Tunnels vorher verfügt dieser jedoch über eine Beleuchtung und ist erfreulich breit angelegt. Außerdem ist kaum Verkehr hier.
Gebühren? Ja, nachdem wir aus dem Tunnel raus sind finden wir uns an der Mautstation wieder. Die Tafel sagt: NOK 145,– für ein KFZ unter 6 Meter und unter 3,5 Tonnen. Passt!
Nein, passt nicht – der gute Mann will NOK 192,– von mir … der Spass daran ist nämlich, dass die 145,– für ein Fahrzeug und den Fahrer gelten. Jeder zusätzliche Passagier bezahlt nochmal NOK 47,– – Ja ist klar … macht sich in der Benutzung des Tunnels ja auch bemerkbar …
Und das beste daran: Bei der Rückfahrt wird das Ganze nochmal fällig – gut, dass wir das schon wissen sonst fällt man aus allen Wolken.
Jetzt geht es bergauf die letzten Kilometer in Richtung Nordkapp. Irgendwie vom Fahren her ein Feeling wie in den Alpen, nur die vielen Rentiere neben und auf der Strasse erinnern daran, wo wir gerade sind
Um 17.30 Uhr ist es dann soweit – wir kommen am Nordkapp an!!
Bevor wir auf den großen Parkplatz zu all den anderen Wohnmobilen dürfen müssen wir wieder ein Mauthäuschen passieren. Hier nimmt man uns dann NOK 430,– für zwei Erwachsene ab. Dafür dürfen wir maximal 48 Stunden auf dem Plateau bleiben.
Und dann die letzten Meter zu Fuß … vor uns ist die Nordkapphalle und dahinter befindet sich die berühmte Weltkugel auf dem Nordkappfelsen.
71°10´21″ Nord
Wir sind da!
Und jetzt am nachmittag sind noch nicht viele Leute hier – wir haben die Kugel eine ganze Zeit fast für uns alleine!
Irgendwie ein tolles Gefühl jetzt hier zu stehen. So lange haben wir geplant und uns gefreut und jetzt ist es soweit. Nach einer reiner Fahrstrecke von 3.362 Kilometern stehen wir jetzt am (zumindest touristisch) nördlichsten Punkt von Europa und der Wind weht uns fast um – genial!!
Wir sind froh, entsprechende Jacken und Pullis eingepackt zu haben – so lässt es sich auch hier gut aushalten. Nach einiger Zeit ist uns dann aber doch nach aufwärmen und wir machen uns daran, die Nordkapphalle zu erkunden. Im oberen Bereich befindet sich ein riesiger Souvenirshop und ein Bistro. In den Stockwerken darunter – die ganze Anlage ist tief in den Fels gesprengt – findet man dann das Postamt, eine wunderschöne kleine Kapelle, einen Kinosaal und eine Bar mit Blick auf das Meer.
Nach diesem ersten Rundgang sehen wir uns im Kino erstmal den Film an. Dieser Film ist als Panoramafilm erstellt und wird auf einer extrem breiten, abgewinkelten Leinwand gezeigt. In ca. 15 Minuten erlebt man das Nordkapp und die Nordkappinsel in allen vier Jahreszeiten mit teilweise spektakulären Helikopteraufnahmen. Absolut sehenswert!
Anschließend sehen wir uns im Aussenbereich noch die Skulptur “Kinder der Welt” an und kehren dann erstmal ins Womo zurück um uns mit einem heissen Tee aufzuwärmen und uns allmählich ans Abendessen zu machen.
Gegen 22.30 Uhr machen wir uns dann – dick eingepackt – wieder auf den Weg zum Kapp und zur Weltkugel. Das schöne Wetter vom Nachmittag hat sich mittlerweile leider komplett verzogen und es hat zwischendurch sogar kurz geregnet. Hier ist zwar immer wieder blauer Himmel zu sehen, aber am Horizont ist es stark bewölkt – die Aussicht auf die berühmte Mitternachtssonne ist daher eher gering.
Inzwischen hat sich der Parkplatz gefüllt – es sind alleine im vorderen Bereich geschätzte 35-40 Reisebusse aufgefahren. Dementsprechend ist der Andrang jetzt. Es ist trotzdem schön, dass Schauspiel zu beobachten und ein paar Fotos zu schießen. Es ist zwar um Mitternacht keine spektaküläre Mitternachtssonne in glutrot zu sehen, da die Wolken über dem Meer einfach zu dicht sind, aber es ist trotzdem faszinierend zu sehen, wie hell es jetzt hier ist. Vom Gefühl her alles, aber nicht Mitternacht!
Kurz nach Mitternacht verschwinden die Besucher so schnell wieder wie sie gekommen sind. Ein Bus nach dem anderen verlässt den Parkplatz wieder. Gegen 1 Uhr morgens sind nicht mehr besonders viele Leute hier an der Kugel … und die verpassen einen schönen Teil der Mitternachtssonne: Jetzt ist Sonnenaufgang! Wahnsinn – mitten in der Nacht steigt die Sonne wieder nach oben und es wird heller – richtig hell!
Dieses Schauspiel beobachten wir auch noch eine ganze Zeit und zwingen uns dann ins Wohnmobil zurückzukehren und uns schlafen zu legen. Das Einschlafen ist nicht einfach, wenn draussen die Sonne aufgeht, der Wind peitscht und auch noch ein bisschen Regen aufs Dach prasselt. Aber irgendwie dann doch einschläfernd …
Samstag, 26.06.:
Ab jetzt geht es wieder Richtung Heimat.
Wir schlafen uns nach der langen Nacht erstmal ordentlich aus und stärken uns dann mit einem leckeren Frühstück aus unseren Vorräten. Dann geht es nochmal los, das Nordkapp und die Nordkapphalle zu erkunden und etwas auf Fotojagd zu gehen.
Nachdem sich der Parkplatz mit den Wohnmobilen schon deutlich geleert hat, sind wir beim Betreten der Nordkapphalle überrascht über den großen Menschenauflauf hier. Das erklärt sich einige Zeit später, als eine Lautsprecherdurchsage die ersten Besucher auffordert, die Busse zu besteigen. Diese Busse bringen die Besucher wieder zu Ihren Kreuzfahrtschiffen und den Schiffen der Hurtigruten, welche regelmäßig im Hafen von Honningsvag anlegen. In etwa drei Etappen wird so ein großer Teil der Besucher wieder abtransportiert und es wird wieder etwas ruhiger.
Dann gehen wir nochmal raus zum Nordkappfelsen und der Weltkugel und genießen ein bisschen den Ausblick auf die Barentssee. Das Wetter ist einfach wunderbar – blauer Himmel, der Wind nicht mehr so stark wie gestern und in der Sonnen schön warm.
Kurz überlegen wir, ob wir nicht doch noch eine Nacht hier bleiben sollen. Immerhin dürften wir für unseren bereits bezahlten Eintritt ja 48 Stunden hier stehen bleiben. So könnten wir noch einen Versuch mit der Mitternachtssonne starten …
Wir entscheiden uns dann aber doch für die Weiterfahrt in Richtung Hammerfest. Bei schönem Wetter kann man von dort aus auch wunderbar das Spektakel beobachten.
Um 14.00 Uhr verlassen wir dann also den Parkplatz und damit das Nordkapp …
Kurz danach halten wir nochmal an einem kleinen See an und bauen auch unsere obligatorische Steinsäule wie sie hier überall herumstehen.
Dann geht es wieder den Weg zurück bis nach Honningsvag und anschließend die sieben Kilometer durch den Nordkapptunnel – teilweise bis zu 200 Meter unter dem Meer. Natürlich nicht ohne vorher an der Mautstation nochmal 192,– Kronen für die Durchfahrt bezahlt zu haben …
Gegen 17.30 Uhr – laut Navi ca. eine halbe Stunde vor der Ankunft in Hammerfest beginnt es dann zu regnen. Und zwar richtig heftig zu regnen …
So kommen wir um 18.00 Uhr bei Regen in Hammerfest an und suchen uns nur noch schnell einen Geldautomaten – der Besuch auf der Nordkappinsel hat unsere Bargeldvorräte restlos aufgefressen.
Dann steuern wir den vorher ausgesuchten Campingplatz aus unserem Campingführer an und checken dort ein. Es ist ein kleiner Campingplatz am Ortsrand direkt am See und es sind nur einige Wohnmobile hier auf dem Platz verstreut. Eigentlich fast nur Norweger. Wir suchen uns einen ebenen Platz auf der Wiese und stellen unser Womo einigermassen gerade auf. Beim Stromanschluss müssen wir feststellen, dass es hier anders funktioniert als in den letzten Campingplätzen. Dort hatte jeder Stellplatz eine Stromsäule mit eigenem Anschluss bzw. zwei benachbarte Stellplätze teilten sich eine Säule mit je einem eigenen Anschluss. Hier stehen zwei Säulen in der Mitte des Platzes rum und jeder schließt mittels langem Kabel dort an.
Mhhh, meine Schätzung der Entfernung beträgt schon deutlich über 25 Meter (so lang ist das Kabel auf meiner Trommel) und Richtig: Wir kommen gerade mal bis zum gegenüber stehenden norwegischen Wohnmobil und bei weitem nicht bis zur Säule – Mist! Vor allem, da unsere Kamera-Akkus nach dem ausschweifenden Fotografieren gestern fast alle leer sind und wir heute unbedingt aufladen wollten. Mein Ladegerät mit 12V-Anschluss, welches eigentlich zum Laden während der Fahrt gedacht war, hat leider bereits vor drei Tagen den Dienst verweigert.
Unsere Rettung ist der nette Norweger vom Wohnmobil gegenüber. Er bietet uns an, unser Kabel in seiner Mehrfachsteckdose mit anzustecken und somit auch an Strom zu kommen. Vielen Dank!
Sonntag, 27.06.:
Wir verlassen die Finnmark in Richtung Süden.
Wir verlassen den Campingplatz und fahren auf einen Parkplatz in Hammerfest um uns kurz die Stadt anzusehen. Allerdings ist das Wetter dafür arg ungemütlich: Starker, kalter Wind in Verbindung mit Regen.
Wir schlendern ein bisschen durch die Strassen, wobei wir fast die einzigen Menschen um diese frühe Zeit am Sonntag sind. Wirklich sehenswert finden wir die Stadt allerdings nicht. Gut, bei schönem Wetter wäre das Panorama mit Sicherheit sehens- und fotografierenswert und man würde sich länger hier aufhalten. Außerdem wird ein großer Teil der Innenstadt zur Zeit komplett umgebaut und besteht aus einer einzigen großen Baustelle.
So beschließen wir kurz vor 10 Uhr dann in Richtung Alta abzufahren. Wir tanken noch schnell in Hammerfest und machen uns dann auf den Weg.
Den heutigen Tag mit seinem miesen Wetter wollen wir nutzen, um ein bisschen Strecke zu machen. Die Fahrt führt zurück bis Skaidi und dann auf die E6 in Richtung Süden.
Hier geht es jetzt entlang des Flusses bis nach Alta, wo wir gegen 12 Uhr ankommen. Bis auf ein paar Rentiere auf der Strasse verläuft die Fahrt recht unspektakulär. Es ist aber trotzdem interessant zu beobachten, wie sich die Landschaft mit jedem Kilometer verändert.
Kurz nach Alta machen wir Pause und besuchen in Kafjord das Tirpitz-Museum – eine Ausstellung über das größte deutsche Schlachtschiff Tirpitz, welches hier im 2. Weltkrieg stationiert war und später bei Tromsö versenkt wurde. Neben einem Film werden Relikte aus dieser Zeit gezeigt. Ganz interessant anzusehen, wenn auch nicht besonders umfangreich.
Danach geht es weiter in Richtung Tromsö. Wir wollen allerdings vorher noch eine Übernachtung einschieben und entscheiden uns nach Kartenstudium für den Campingplatz in Skibotn.
Auf der Fahrt dorthin geht es an Fjorden entlang und über Berge, auf denen noch einger Schnee neben der Fahrbahn liegt. In kurzer Zeit bewältigt man hier immer wieder Höhenunterschiede von guten 300 – 400 Metern. Wir wissen jetzt, warum man auf der Rückreise über die E6 nur mit maximal 50km/h Durchschnittsgeschwindigkeit planen sollte …
Aber Landschaftlich ist das natürlich extrem interessant – auch bei diesem bescheidenen Wetter.
Um 19 Uhr erreichen wir den Camping-Platz Skibotn und checken für die Nacht ein. NOK 280,– inkl. Strom und Internet kostet die Übernachtung hier – der Platz ist aber auch super in Schuss. Wir inspizieren kurz die Sanitäranlagen (super sauber und ordentlich aber ein bisschen wenig für den großen Platz) und die Ver-/Entsorgungseinrichtungen. Hier ist sogar ein Platz zum Fahrzeugwaschen vorhanden – den sollten wir morgen ganz dringend mal aufsuchen. Das Womo sieht nach 4000 Kilometern nicht mehr so appetitlich aus und man holt sich schmutzige Finger wenn man auch nur eine Klappe aufmachen will.
Montag, 28.06.:
Wir besuchen Tromsö.
Nachdem für heute keine große Etappe geplant ist, schlafen wir erstmal ordentlich aus. In der Nacht hat es weiter geregnet und die Temperaturen lagen bei ca. 7 Grad. Die Heizung lief wieder und hat es uns schön angenehm gemacht – wirklich klasse das Ding!
Gegen 10.45 Uhre fahren wir dann am Campingplatz los und suchen gleich noch die nahe gelegene Tankstelle auf um uns wieder mit 67 Litern bestem Diesel zu versorgen …
Dann geht es weiter auf der E6 in Richtung Süden … bei Nordkjosbotn biegen wir dann ab auf die E8 in Richtung Tromsö.
Um 13 Uhr kommen wir dann in Tromsö an. Wir lassen uns vom Navi direkt zum Museum Polaria manövrieren, da wir gelesen haben, dass es dort einen Parkplatz für Wohnmobile gibt. Die Fahrt mit unserem “dicken Schiff” durch die Innenstadt ist zwar etwas holprig und erfordert schon Konzentration aber der Parkplatz ist trotzdem schnell und sicher erreicht.
Der Parkplatz ist gebührenpflichtig – man muss hier aber nicht vorab eine bestimmte Parkzeit angeben sondern kann bei der Ankunft die Kreditkarte durchziehen und dann wieder bei der Abfahrt. Der dann entstandene Betrag wird abgebucht.
Also machen wir uns zu Fuß auf den Weg um Tromsö zu erkunden. Eine wirklich schöne Stadt mit einem netten Stadtkern. Hier ist alter Gebäudebestand mit neuen, modernen Gebäuden schön vereint und ergibt ein hübsches Stadtbild. Vom Hafen aus kann man nochmal die große Brücke – die Tromsöbrua – bewundern, über die wir ja schon bei unserer Ankunft gefahren sind. Wir schlendern eine ganze Zeit durch die Stadt und die Strässchen und geniessen es, mal richtig viel Zeit zu haben. Heute soll es nicht mehr weiter gehen. Wir wollen direkt hier in Tromsö den Campingplatz ansteuern. Den Dom sehen wir uns übrigens nur von aussen an – laut Aushang hat er Montags gar nicht geöffnet und an anderen Tagen auch nur von 12 bis 14 Uhr und da nicht immer …
Danach sehen wir uns noch das Museum Polaria an. Es gibt hier einen tollen Panoramafilm über Spitzbergen zu sehen. Nachdem Tromsö früher der Ausgangspunkt für die Expeditionen nach Spitzbergen und zum Nordpol war hat es sich auch den Namen “Tor zur Arktis” eingefangen.
Außerdem verfügt das Museum noch über ein Becken mit zwei Robben, welche man auch durch Scheiben von unten betrachten kann – es führt praktisch ein Tunnel aus Glas durch das Becken hindurch. Schön gemacht. Richtig umfangreich ist das Museum dann aber doch nicht.
Nun kehren wir zum Womo zurück und müssen jetzt also die Kreditkarte wieder durch den Automaten ziehen. Der Endbetrag lautet NOK 72,– und wird wohl abgebucht. Wir fahren den Weg zurück über die Tromsöbrua zur Eismeerkathedrale und schauen uns auch diese noch kurz an. Auch hier: Eintritt ist fällig …
Das muss eine Goldgrube sein: Pro Erwachsenem sind NOK 30,– fällig. Und noch während wir dort sind kommt auch schon wieder eine ganze Busladung an Touristen von einem Kreuzfahrtschiff bzw. den Hurtigrouten an.
Nachdem das Wetter über den Tag auch immer schlechter geworden ist – es regnet zwar nicht viel, ist aber stark bewölkt und lausig kalt – beschließen wir noch schnell zum Supermarkt zu fahren und dann den Campingplatz direkt in Tromsö anzusteuern.
Gesagt getan: Supermarkt ist kein Problem – schnell gefunden und gut zu parken. Dann zum Campingplatz … leider sagt man uns, dass kein Platz mehr für ein Bobil – also unser Womo – ist. So ganz kann ich das beim Anblick des halb leeren Platzes nicht verstehen, aber okay, wenn es denn so ist.
Also weiter zum nächsten Platz aus unserem Campingführer. Wir steuern den Platz bei Ramfjord an – etwa 25 Kilometer südlich von Tromsö an der E8. Und hier hat man Platz für uns. Wir können uns den Platz frei aussuchen und entscheiden uns für einen geschotterten Platz direkt am Fjord – schön!
Dienstag, 29.06.:
Wir fahren in Richtung Narvik und besuchen den Polar-Zoo.
Die Temperaturen heute Nacht waren wieder bei unter 7 Grad. Aber nach dem Aufstehen stellen wir fest, dass sich das Wetter deutlich gebessert hat – blauer Himmel, Sonnenschein!
Auch wenn es noch relativ kalt ist muss diese Gelegenheit genutzt werden:
Campingstühle und Tisch ausladen und aufbauen und endlich mal die Markise am Womo ausfahren – und dann Frühstücken draussen … GENIAL!
Wir lassen uns noch ein bisschen die Sonne auf den Pelz scheinen und brechen dann gegen 8.45 Uhr auf. Auf Ver- und Entsorgung verzichten wir heute … die Anlagen des Platzes sind nicht so besonders. Auch die Sanitäranlagen waren hier übrigens nicht so prickelnd. Aber für was hat man schließlich alles im Womo mit dabei – schon praktisch.
Gegen 11 Uhr passieren wir Bardu und sehen uns dort die Kirche an … nicht groß aber sehr hübsch gemacht. Anschließend fahren wir weiter und kommen eine dreiviertel Stunde später beim Polarzoo (70 km vor Narvik) an. Wir beschließen, trotz des extrem hohen Eintrittspreises von NOK 430,– für uns beide (ja, das sind wirklich ca. 55 Euro!) in den Park zu gehen und uns die heimische Tierwelt anzusehen. Vor allem wollen wir endlich echte Elche sehen!
Der Zoo ist toll gemacht und die Tiere sind völlig artgerecht in weitläufigen Gehegen gehalten. Es gibt Wölfe, Vielfraße, Rotwild, Luchse, Polarfüchse und Bären zu sehen. Ja, und da sollen auch Elche sein … nach langem Suchen im Gehege entdecken wir dann in der Ferne einen weiblichen Elch. Die Gute liegt schön getarnt im Schatten und freut sich ihres Lebens …
Diese artgerechte Haltung ist ja wunderbar – wir hätten aber doch gerne etwas mehr als einen Elch gesehen und das vielleicht ein bisschen näher! Für den Eintrittspreis könnten sich die Tierchen etwas mehr ins Zeug legen!
Nach einer kurzen Brotzeit in der Sonne machen wir uns wieder auf den Weg und passieren gegen 15.30 Uhr Narvik. Wir steuern den Campingplatz in Ballangen – ca. 30 km hinter Narvik – an und wollen das schöne Wetter nutzen, um ein bisschen auszuspannen. Nach den vielen Kilometern in der vergangenen Woche lassen wir es jetzt ein bisschen ruhiger angehen.
Wir suchen uns einen schönen Stellplatz und genießen die Sonne auf dem schönen Platz direkt am Fjord. Endlich können unsere Campingmöbel voll zum Einsatz kommen.
Und übrigens: Heute stehen wir zum ersten Mal fast exakt gerade! Wir haben heute auf der Fahrt einen großen Caravan-Händler entdeckt und uns zum Kauf von zwei Auffahrkeilen entschlossen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, das Womo exakt auszurichten.
An dieser Stelle der Hinweis von uns Neulingen an alle anderen Neulinge: Fahrt nicht ohne diese Keile los – die Karre steht sonst immer(!) irgendwie schief. Und wenn ihr – wie wir – ein Wohnmobil mietet, achtet darauf, dass ihr Keile mitbekommt!
Mittwoch, 30.6.:
Wir überqueren den Polarkreis wieder in südliche Richtung.
Der Campingplatz in Ballangen ist wirklich super schön. Die Lage direkt am Fjord haben wir gestern noch genutzt und sind lange draussen gesessen und nochmal kurz ans Wasser gegangen – gefühlt am frühen Abend … es war aber 23.30 Uhr
Nach ausgiebiger Dusche in den ordentlichen Einrichtungen des Campingplatzes räumen wir zusammen und führen nochmal eine komplette Ver- und Entsorgung durch. Lieber einmal zu oft – und vor allem sind auch diese Anlagen hier vorbildlich und sauber angelegt.
Um 9 Uhr fahren wir dann los und steuern gleich die nahe liegende Statoil-Tankstelle an um uns mit Diesel zu versorgen. Leider hat sich das Wetter wieder verschlechtert und es regnet leicht.
Nach ein paar Kilometern erreichen wir um 9.50 Uhr die Fähre in Skarberget. Hier wird die E6 durch eine Fährverbindung nach Bognes unterbrochen. Die Überfahrt dauert ca. 25 Minuten und kostet uns mit unserem Wohnmobil zu Zweit 118 Kronen – wieder mal ein Glück, dass wir unter 6 Meter lang sind!
Ja, wir haben die Fähre um genau 9.50 Uhr erreicht – allerdings ist diese auch genau um 9.50 Uhr losgefahren und wir sehen sie noch die Klappen schließen und abdampfen …. Mhh, also 50 Minuten auf die nächste Fähre warten. Schade, so haben wir eine Stunde verloren und zu sehen gibt es hier am Fähranleger auch nichts.
In Bognes angekommen geht es auf eine lange Berg- und Talfahrt. Die E6 führt hier immer wieder über die Berge und dann wieder hinunter zu den Fjorden. Es sind jedes Mal um die 300 – 400 Höhenmeter zu überwinden. Außerdem habe ich alleine auf der Strecke bis Fauske ca. 13 Tunnel gezählt – und ich weiß nicht, ob ich alle habe.
Die Tunnel sind oft recht lang (bis zu 3-4 km) und führen deutlich bergauf und um die Kurve. Mit der Beleuchtung sind die Norweger hier sehr spärlich umgegangen und Belüftungen sind auch nicht vorhanden. Es empfiehlt sich also, die Klimaanlage auf Umluftbetrieb zu stellen um nicht sämtliche Abgase im Fahrzeug zu haben. Aber die Abmessungen des Womos haben wir jetzt nach 1,5 Wochen doch recht gut im Griff und so sind die Tunnels kein großes Problem.
Wahnsinn! Vor genau einer Woche haben wir in Rovaniemi/Finnland den Polarkreis in nördlicher Richtung überquert und den Weihnachtsmann besucht. Jetzt stehen wir hier in der kahlen Landschaft mitten im norwegischen Nordland und verlassen die Polarregion wieder. Hier hat man mitten im Nirgendwo ein Polarkreiszentrum mit riesigem Parkplatz, Souveniershop und Restaurant errichtet, welches von jedem Wohnmobil und auch von jedem Reisebus angesteuert wird. Wir halten uns hier ein bisschen auf und machen ein paar Fotos – dann fahren wir aber doch recht zügig weiter, da die Reisebusse auf dem Parkplatz immer mehr werden …
Mo i Rana passieren wir nur – aber eines ist doch sehenswert: Ich habe noch nie eine solche Häufung von Kreisverkehren in einem Ort mit nicht einmal 18.000 Einwohnern gesehen! Unser Navi hat den Satz “verlassen Sie den Kreisverkehr an der …” schon nicht mehr fertig sprechen können – und dabei kannte sie noch nichtmal alle …
Um 18.45 Uhr erreichen wir unser heutiges Tagesziel, den Campingplatz in Korgen: Ein wunderschöner Platz an einer Flussbiegung mit einem ebenen Wiesengelände und sauberen Sanitäranlagen. Und hier ist kaum etwas los – ausser uns sind bei unserer Ankunft ca. 5 andere Wohnmobile hier und einige der Hütten sind belegt. Himmlische Ruhe und perfekter Sonnenschein zum Abend …
Donnerstag, 01.07.:
Es geht weiter nach Trondheim.
Nach einer angenehmen Nacht auf dem super schönen Campingplatz in Korgen (ja, wir stehen dank unserer Auffahrkeile perfekt gerade …) machen wir uns gegen 8.30 Uhr auf den Weg in Richtung Trondheim.
Die Fahrt ist heute allerdings nicht ganz so entspannt, wie sie sein könnte. Seit heute morgen leuchtet in unserem Womo die Motorwarnleuchte und bergauf hat es weniger Leistung als sonst. Als wenn jemand immer mitbremst und dann wieder nicht – also irgendwie pulsierend die Beschleunigung bergauf.
Wir telefonieren mit unserem Vermieter uns suchen einen FIAT-Händler in Mosjöen auf. Wir können uns zwar auf englisch verständlich machen, aber der gute Mann kann uns leider nicht weiter helfen. Er verkauft wohl nur – neben anderen Marken – FIAT ist aber keine offizielle Werkstatt und verfügt nicht über die entsprechenden Diagnose-Systeme.
Der Herr ist allerdings sehr bemüht und freundlich und empfiehlt uns, 200 Kilometer weiter in Richtung Süden zu fahren – dort in Grong soll eine FIAT-Vertragswerkstätte sein.
Nachdem das Fahrzeug ja weitgehend normal läuft und auch die Temperaturen, etc. nicht aus dem Rahmen fallen beschließen wir, dem Rat zu folgen und machen uns auf den Weg nach Grong.
Auf dem Weg dorthin passieren wir einige interessante Stellen.
Als erstes halten wir gegen 10 Uhr bei dem Laksfossen, einem beeindruckenden Wasserfall wo man laut Reiseführer auch den Lachsen beim Springen zusehen kann.
Gut, Lachse sehen wir keine springen aber das Naturschauspiel ist auch so beeindruckend genug!
Etwa eineinhalb Stunden später passieren wir das Tor zum Nordland in Südrichtung. Wir verlassen also jetzt das norwegische Nordland in südlichere Regionen. An dieser Stelle ist ein Tor über die E6 aufgebaut, welches die Mitternachtssonne darstellen soll. Natürlich darf auch ein riesiger Parkplatz und ein Souvenirshop nicht fehlen. Auch hier wird uns wieder deutlich gemacht, wie schnell wir uns wieder in Richtung Süden bewegen.
Gegen 13 Uhr erreichen wir dann nur kurz vor Grong noch das Namsen Laksakvarium. Hier wird der Fluss Namsen angestaut und in ein Kraftwerk geleitet – schade, sonst wäre hier ein Wasserfall mit ca. 34 Metern Höhe zu sehen, so nur die Felsen …
Nachdem es sich beim Namsen um einen der lachsreichsten Flüsse Europas handelt wurde im Zuge der Kraftwerkserrichtung eine künstliche Lachstreppe angelegt um den Fischen das “Klettern” stromaufwärts in Richtung ihrer Laichplätze zu ermöglichen. Auch hier kann man ihnen theoretisch dabei zusehen – bei uns war außer einem Lachs in einem der Becken aber nichts zu sehen … ist wohl nicht die Hauptwanderzeit der Lachse.
Nach diesem Abstecher fahren wir zur FIAT-Werkstatt gleich am Ortseingang von Grong. Hier stehen bereits fünf italienische Wohnmobile auf dem Parkplatz, ob das ein gutes Zeichen ist?
Der nette Mann in der Reparaturannahme spricht zum Glück Englisch und wir schildern ihm unser Problem mit der Motorleuchte und dem Kraftverlust. Er erklärt uns, dass er das Problem kenne und das in Norwegen bei den Ducatos oft vorkomme … es liege wohl daran, dass hier nur 80 km/h gefahren werden und wir in zu hohen Gängen in den Bergen unterwegs sind. Er rät uns, einfach die nächste Zeit “more active” zu fahren … also früh in niedrigere Gänge usw.
Mehr kann er eh nicht tun, da sein Diagnose-Computer heute leider defekt ist. Sollte doch noch mehr fehlen gibt er uns sicherheitshalber die Adresse von FIAT in Trondheim mit (warum hat er den Zettel fertig ausgedruckt unter dem Tresen liegen??). Naja, ich glaube ja nicht so recht, dass dies die Lösung des Problems ist, aber probieren wir´s halt einfach mal. Wir trösten uns damit, dass immerhin kein Problem mit den Temperaturen auftritt, der Motor anstandslos anspringt und auch nicht ausgeht.
Gegen 18 Uhr erreichen wir den Campingplatz in Malvik, ca. 18 Kilometer von Trondheim entfernt. Wir suchen uns einen netten Platz auf der Wiese und erkunden kurz den Platz. Ein wirklich riesiger Platz mit vielen verschiedenen Bereichen für Zelte, Wohnmobile, Wohnwägen und auch mit vielen Miethütten. Der Campingplatz verfügt über einen eigenen Strand am Fjord – schön!
Freitag, 02.07.:
Über Trondheim bis an den Fuß des Trollstigen.
Nach Duschen und Frühstück in der Sonne führen wir noch schnelle eine Ver- und Entsorgung des Womos durch und machen uns dann flott auf den Weg nach Trondheim. Wir wollen uns schließlich diese Stadt ein bisschen genauer ansehen.
In einem Reiseführer haben wir von einem Parkplatz in der Nähe des Gästehafens gelesen und diesen ins Navi eingegeben. Allerdings ist die Dame im Navi mit der Verkehrführung in Trondheim etwas überfordert und schickt uns kreuz und quer umher … okay, bei einem Kreisverkehr im(!) Tunnel kann man es ihr fast nicht übel nehmen. Wir folgen daraufhin kurzer Hand der Ausschilderung zum Zentrum und finden nahe der Touristinformation eine gute Parklücke – zum Glück können wir mit unseren knappen 5,70 Metern fast jeden PKW-Parkplatz nutzen.
An dieser Stelle ein Tipp für Trondheim-Besucher. Auf unserer späteren Stadterkundung finden wir noch einen super Parkplatz der auch für Womos perfekt geeignet ist (auch gebührenpflichtig) und über eine Brücke in wenigen Minuten die Innenstadt erreichen lässt. Der Parkplatz befindet sich in der Klostergata, 7030 Trondheim.
Wir erkunden die Innenstadt von Trondheim und sind dank des Citybike-Systems schnell unterwegs. Man kann sich in der Touristinfo eine Chip-Karte für 70,– Kronen pro 24 Stunden kaufen und dann an verschiedenen, in der Stadt verteilten Stationen Fahrräder automatisch ausleihen und an einer anderen wieder abstellen – praktisch!
Bei wunderschönem Wetter düsen wir so von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Wir schauen uns die Domkirche an (imposant aber ziemlich düster innen) und kurven durch den historischen Kern mit den bekannten Speicherhäusern am Fluss Nidelv.
Dann wollen wir noch ein Highlight in Trondheim ausprobieren: Den Fahrradlift … ja, es gibt hier einen einzigartigen Lift mit dem man sich per Fahrrad auf den Berg schieben lassen kann. Aber leider erfahren wir an der Kartenverkaufsstelle, dass der Lift derzeit defekt ist und erst Mitte Juli wieder funktionieren wird … schade, das hätte ich schon gerne ausprobiert …
Dann steht die Entscheidung über den weiteren Weg an. Wir haben uns überlegt, durch unsere gute Lage im Zeitplan einen Abstecher zum Geiranger-Fjord einzubauen bevor es dann nach Lillehammer und Oslo geht. Ein bisschen bedenken haben wir aber noch aufgrund unseres Problems mit dem FIAT-Motor. Die Warnleuchte leuchtet immer noch … und auf unserem Weg nach Geiranger liegt die weltberühmte Pass-Straße Trollstigen. Aber nachdem uns der FIAT-Mechaniker gestern erklärt hat, dass wir problemlos weiterfahren können und sich der Motor heute auch nicht schlechter angefühlt hat entscheiden wir uns für den Abstecher.
So verlassen wir kurz nach Trondheim (und einigen Mautstationen – mal sehen was da noch alles kommt) die E6 in westlicher Richtung auf die E39 und es geht wieder los … Tunnel um Tunnel
Die Strecke führt auf gewundenen, schmalen Strassen durch tolle Landschaften, vorbei an Flüssen, Seen und Fjorden.
Um 16.30 Uhr erreichen wir dann bei Halsa die erste Fähre auf dieser Strecke. Als wir ankommen wird die Fähre gerade beladen und wir können gleich noch mit drauf fahren – gut! Wir zahlen für diese 20minütige Überfahrt über den Halsafjord 105,– NOK.
Danach erreichen wir die Gjemnessundbrücke und bezahlen für die Überfahrt NOK 97,–. Etwa 63 Kilometer später kommen wir dann gegen 18.30 Uhr an die zweite Fähre für heute bei Sölsnes nachdem wir vorher bei Molde von der E39 auf die 64er abgebogen sind.
An dieser Fähre haben wir nicht so viel Glück – sie verlässt gerade den Anleger und wir warten auf die Nächste. Das dauert aber zum Glück nicht lange und so starten wir kurz danach auf die 10minütige Überfahrt. Diese Fahrt kostet für uns NOK 91,–.
Um 19.20 Uhr erreichen wir dann unser Ziel für heute – wir kommen am Campingplatz Trollveggen an und checken ein. Für die Übernachtung bezahlen wir hier NOK 240,– inkl. Strom und Internet. Duschen kostet NOK 10,– für 5 Minuten. Der Platz ist herrlich an steilen Berghängen gelegen – beeindruckend, der Blick auf die bis zu 1.200 Meter aufragenden Felsen mit dem Trollryggen als höchsten Berg (1.740 Meter hoch) in ihrer Mitte.
Samstag, 03.07.:
Über den Trollstigen nach Geiranger.
Wir stärken uns noch mit einem ausgiebigen Frühstück und starten dann um 8.30 Uhr in Richtung Trollstigen. Wir müssen nur wenige Kilometer fahren und erreichen dann den Fuß der spektakulären Passstrasse. Die Strasse windet sich in elf Kehren hoch zur Passhöhe. Auf der Passhöhe angekommen machen wir Pause und geniessen den Ausblick von der Besucherplattform über die Strasse. Hier oben gibt es jede Menge Souvenirläden und derzeit eine riesige Baustelle – es scheint wohl ein neues Besucherzentrum zu entstehen.
Schon bei der Fahrt hier hoch und auch jetzt beim Betrachten der Strasse stellt sich heraus, dass unsere Entscheidung, gleich morgens die Strecke in Angriff zu nehmen, goldrichtig war. Noch ist nicht viel Verkehr und wir hatten insgesamt nur 3-4 mal Gegenverkehr.
Der Trollstigen ist nämlich meistens nur so breit, dass ein Wohnmobil oder Bus durchpasst. Bei Gegenverkehr muss man dann die Ausweichstellen benutzen und daher recht vorausschauend fahren.
Nach unserer Pause geht es weiter – jetzt wieder bergab. In Richtung Geiranger führt die Strecke deutlich sanfter ins Tal.
Gegen 10.45 Uhr erreichen wir dann die Fähre in Linge und setzen über nach Eidsdal. Diese Fährüberfahrt über den Norddalsfjord kostet uns 83,– NOK. Nach Eidsdal führt die Strasse nach Geiranger nochmal über die Berge. Nach einem Anstieg bis zur Passhöhe führt die Strecke steil in Kehren bergab nach Geiranger. Hier finden wir auch noch eine Panoramakanzel mit einem super Blick auf den Geirangerfjord.
In Geiranger angekommen beschließen wir, das perfekte Wetter zu nutzen und uns heute einen faulen Tag zu gönnen. Wir liegen super im Zeitplan und haben so die Möglichkeit, den heutigen Fahrtag um 12 Uhr schon wieder zu beenden. Wir checken auf dem Campingplatz direkt in Geiranger ein und suchen uns einen Stellplatz auf dem großen Gelände. Die erste Reihe zum Fjord ist zwar belegt, aber direkt dahinter in zweiter Reihe finden wir ein Plätzchen.
Sonntag, 04.07.:
Vom Geiranger-Fjord zurück zur E6 und nach Lillehammer.
Heute lassen wir uns erstmal ein schönes Frühstück im Freien mit Blick auf den Geiranger-Fjord schmecken. Um uns herum wildes Umparken … sobald eine Lücke in der ersten Reihe zum Fjord frei wird, bemühen sich einige andere Gäste hektisch, diese für sich zu ergattern.
Wir schauen uns dieses Treiben entspannt an – wollen wir doch eh gleich abreisen und beteiligen uns nicht an dieser Campingplatz-Ralley
Gegen 8.45 Uhr machen wir uns dann auf den Weg in Richtung Lillehammer und damit zurück zur E6. Eigentlich wollten wir noch Ver- und Entsorgen, verzichten aber darauf, nachdem schon einige andere Wohnmobilfahrer an der Station anstehen. Wir wollen auch heute wieder früh dran sein um auf der folgenden Pass-Strecke nicht viel Verkehr zu haben. Da wir dank der Motorwarnleuchte immer noch nicht so viel Vertrauen in unseren FIAT haben, wollen wir es bergauf langsam angehen lassen und nicht zu viele andere Fahrzeuge behindern.
Gleich nach Geiranger steigt die Strasse 63 heftig an und wir nutzen noch eine Parkbucht für einige letzte Postkarten-Fotos von Geiranger und dem Fjord. Dann geht es aufwärts …
In südlicher Richtung führt die 63er in steilen Kehren hinauf in Richtung Dalsnibba. Wir verzichten zwar wegen der Motorprobleme auf die Fahrt zum Gipfelplateau des Dalsnibba, erreichen auf dieser Strasse aber dennoch eine Höhe von 1.000 Metern über dem Meer (wo wir noch kurz vorher in Geiranger waren). Der Ducato läuft soweit einwandfrei – manchmal ein bisschen unrund aber wir kommen problemlos durch.
Die Gegend hier oben ist wieder beeindruckend – gerade noch am Meer und zwischen Wäldern und saftigen, grünen Wiesen und jetzt auf 1.000 Metern im einer Stein- und Geröllwüste mit Schneefeldern!
Wir machen an der höchsten Stelle bei der Hütte Djupvatnet kurz Pause und lassen diese unwirkliche Gegend auf uns wirken.
Danach geht es weiter über die 15er in westlicher Richtung wieder zurück zu unserer Stammroute, der E6. Hier verlieren wir wesentlich langsamer und gemächlicher an Höhe und folgen lange Zeit dem Fluss Otta, der auf dieser Strecke vom reissenden Gebirgsbach zum breiten Fluss wird.
Kurz vor 11 Uhr erreichen wir Lom und wollen dort die Stabkirche besichtigen. Es soll sich hier um eine der schönsten Stabkirchen Norwegens handeln. Leider haben wir nicht beachtet, dass heute Sonntag ist und um 11 Uhr ein Gottesdienst mit Taufe stattfindet. Die Kirche ist jetzt für Besucher gesperrt … schade.
Um 13 Uhr dann die nächste Chance:
In Ringebu gibt es wieder eine wunderschöne Stabkirche. Wir halten also an – das könnte man perfekt mit einer schönen Mittagspause auf dem Parkplatz verbinden …
Die Kirche ist wirklich imposant – die Besichtigung von innen kostet allerdings pro Person 40,– NOK. Und dann der Hammer: Man darf innen nicht einmal fotografieren! Nicht nur, dass das Blitzen verboten ist – das kennt man ja und ist absolut okay – nein, man darf gar nicht fotografieren. Und damit man es nicht trotzdem macht, sitzt in der letzten Reihe eine junge Dame und passt auf … zusammen mit den beiden Damen am Eingang macht das also ein Personal von drei Personen – kein Wunder, dass der Eintritt hier 40 Kronen kostet …
Achja, wir wollten ja dann gleich noch Mittagspause machen. Ging leider auch nicht …
Neben uns parkte direkt (und mit direkt meine ich unter einem Meter) ein dänischer Reisebus ein. Leider hielt er es nicht für nötig, seinen Motor für einen kurzen Stop von einer halben Stunde abzustellen … Und der Auspuff zeigte Richtung Wohnmobil …
Also alle Schotten dicht, Nase zuhalten und schnell hier weg.
Na dann eben gleich weiter nach Lillehammer. Direkt am Ortseingang finden wir ein amerikanisches Delikatessenlokal und wollen unsere ausgefallene Mittagspause mit Fastfood nachholen. Okay, hier ist es wohl eher Slowfood … selten so lange in einem Schnellrestaurant gewartet …
Frisch gestärkt suchen wir uns dann auf halber Höhe zwischen Innenstadt und Olympiazentrum einen Parkplatz und machen uns zu Fuß auf den Weg. Erst gehen wir hoch zum Olympia-Zentrum und sehen uns ein bisschen bei den Wettkampfstätten von 1994 um. Später gehen wir dann runter in die Innenstadt des Städtchens Lillehammer und bummeln durch die Strassen – das Wetter dazu ist perfekt sommerlich! Die Fußgängerzone ist durchaus recht hübsch und mit schönen Häusern gesäumt. Allerdings ist seit 1994 doch schon wieder ein bisschen der Putz bzw. die Farbe ab.
Die große Kirche in Lillehammer können wir wieder einmal nur von außen besichtigen – auch sie ist versperrt (Sonntag nachmittag!) …
Um 17.30 Uhr brechen wir dann in Lillehammer wieder auf und steuern nach einem Tankstopp einen Campingplatz wenige Kilometer südlich an..
Montag, 05.07.:
Wir erkunden Oslo.
In der Nacht hat es heute mal etwas geregnet – morgens aber schon wieder alles in Ordnung, das Wetter wieder okay. Die Nächte sind hier “im Süden” auch wesentlich wärmer – Tiefsttemperatur 13,2° heute.
Die E6 ist hier teilweise Mautpflichtig. Kassenhäuschen gibt es aber nicht mehr – es íst alles auf automatische Mautstationen umgebaut an denen die Fahrzeuge abgefilmt werden. Ich bin ja mal gespannt, ob das mit der Verrechnung auf das autopass.no Konto klappt!
Auf diesem Stück der E6 vor Oslo wird zur Zeit sehr viel gebaut. Auf vielen Kilometern sieht man, dass erheblich gearbeitet wird, um die Strasse wohl wesentlich breiter auszubauen. Dafür muss anscheinend extrem viel massiver Fels beseitigt werden. Momentan nicht schön zu fahren aber zukünftig bestimmt eine tolle Strasse.
Um 12.00 Uhr erreichen wir dann den Wohnmobilstellplatz in Oslo. Vorher haben wir allerdings ein paar kleinere Irrfahrten durch den doch recht dichten Verkehr hingelegt. Unser Navi konnte mit der Adresse aus dem Reiseführer nichts anfangen und hat uns zwar in die Nähe aber doch nicht zum Stellplatz geführt.
Dafür sind wir bei der Suche wohl ein paar Mal durch die Citymaut-Brücken gefahren. Oslo wird sich freuen, da bei jeder Durchfahrt gezahlt werden darf! Das kann ja heiter … ähhh, teuer werden …
Daher hier nochmal die Beschreibung des Stellplatzes zur einfacheren Anfahrt:
Sjölyst Bobil Parkering
Drammensveien 160, Oslo
=> Über die E18 Oslo – Drammen
=> Ausfahrt Sköyen
=> Der Beschilderung “Marina Sjölyst” folgen
=> Durch das Gelände der Marina und der Bootswerf auf den Stellplatz
=> Die Gebührt beträgt NOK 150,– für 24 Stunden (Stand 07/10) und muss an einem Parkscheinautomaten an der Einfahrt bezahlt werden (per Münzen oder per Kreditkarte)
Hier noch die Koordinaten: 10°40′32″ Ost / 59°55′04″ Nord
Der Stellplatz ist ca. 3 km westlich des Zentrums gelegen und somit auch zu Fuß gut zu erreichen. Ein Bahnhof ist auch direkt in der Nähe – mit Sicherheit kann man hier bequem zum Hauptbahnhof fahren. Wir haben´s aber nicht ausprobiert. Auch hier in Oslo gibt es wieder – wie in Trondheim – ein Citybike-System mit wirklich vielen Stationen im Stadtgebiet. Auch in der Nähe des Stellplatzes ist eine vorhanden. Leider haben wir aber das Problem, dass wir ja noch keine Karte dafür haben und diese nur in der Innenstadt bei der Touristinfo bekommen – zurückgeben können wir sie auch nur dort wieder, also kommt es dieses Mal für uns nicht in Frage. Schade, wäre praktisch gewesen, da wir ja ohne eigene Fahrräder unterwegs sind.
So machen wir uns also zu Fuß auf den Weg und erreichen bald das königliche Schloss. Danach geht es durch die City und vorbei an sämtlichen Sehenswürdigkeiten – echt tolle Stadt! Wir lassen uns einfach durch die Stadt treiben, genießen das tolle Wetter beim mordernen Opernhaus und an den Schiffsanlegern im Hafen und sehen so doch recht viel von der Stadt. Die sicherlich sehenswerten Museen lassen wir dabei aus – dafür ist die Zeit dann doch zu knapp und das Wetter eindeutig zu gut.
Erst gegen Abend machen wir uns auf den Rückweg und versorgen uns im Supermarkt (nur wenige Minuten vom Stellplatz) mit leckerem Abendessen. Jetzt nur noch schlemmen, die geschunden Füsse auslüften und ein kleines Bierchen zum Abend genießen … morgen geht´s weiter.
Dienstag, 06.07.:
Von Oslo in Richtung Göteborg – zurück nach Schweden.
Angenehme und ruhige Nacht hier auf dem Womo-Stellplatz in Oslo – und für 150,– Kronen inkl. Strom und Wasser absolut okay.
Wir machen uns früh auf den Weg – eine Station haben wir noch hier in Oslo bevor wir in Richtung Göteborg aufbrechen: Wir wollen noch zum Holmenkollen mit der nagelneuen Skisprungschanze hoch. Es sind nur ca. 8 km von unserem Parkplatz aus und wir sind schnell da.
Hier herrscht noch große Baustelle. Die Schanze wurde an der Stelle der alten komplett neu gebaut und soll ihre große Premiere zur Skiprung-WM 2011 haben.
Die Schanze selbst ist fast ganz fertig. Da wir um genau 9 Uhr dort ankommen sind wir die ersten die mit dem Aufzug nach oben fahren können. Schön – so ist hier noch komplette Ruhe angesagt und man kann den wunderbaren Ausblick über Oslo und den Oslofjord absolut geniessen. Bei herrlichem Wetter sehen wir zwei große Schiffe – wohl die Fä

