Wohnifahrer am 10 Sep 2010 09:48:27 Und somit sollte dann auch klar sein, dass ein Entsorgen in einen Gully so ziemlich das Gleiche ist, wie ein Entsorgen auf der grünen Wiese oder in den nächsten Bach.
Wie kommst Du denn darauf das fast alle Gullys in die Natur abgeführt werden? Die meisten Abwasserkanalistionen sind immer noch Mischwasser-Systeme und sind nicht getrennt in Regen- und Abwasser. Diese werden immer mehr kommen aber der derzeitige Stand ist immer noch dass es mehr Mischwassersysteme gibt.
Undsollte ich dann doch mal in ein Regenwassersystem entsorgt haben, habe ich durch das Regenwasser einen so hohen Verdünnungseffekt, dass ich kaum noch etwas davon zu finden sein wird!
troms am 10 Sep 2010 10:48:42 Also, bitte überlegt mal, glaub Ihr allen ernstes das der normale Gully in die Kläranlage mündet. Ein Regen mit normalen Niederschlag in einer Stadt mit seinen vielen versiegelten Flächen, würde jede Kläranlage im nu überfüllen. Der Gully mündet wie bereits geschrieben in der Regel im Vorfluter.
Also entsorgt zur Not irgendwo im Gelände (nicht auf SP oder CP) aber nur mit tiefen Grundwasserstand, Keine Feuchtgebiete keine Flußauen usw. die Bodenbakterien können damit besser umgehen als der Vorfluter (Bach)
troms (Naturschutz Ranger)
Wohnifahrer am 10 Sep 2010 11:00:33 Kann man so nicht allgemein sagen. Erstens weiß niemand in einem fremden Gebiet, was für ein Grundwasserspiegel bzw. Boden vorherrscht. Denn hier geht es ja um den Notfall, wenn nichts anderes mehr möglich ist und das passiert wohl nur meist auf fremden gebiet.
Du kommst aus München da sind viele Flächen versiegelt, ich komme vom Land dort haben wir eine Mischwasserkanalisation! So kann man also nicht verallgemeinern.
Ein ganz anderer Punkt ist ja noch der Verdünnungseffekt. Lasse ich mein Grauwasser in einen Regenwasserkanal so wird das Wasser erst beim nächsten Regen ausgespült und somit stark verdünnt!
Meiner Meinung ist die Entsorgung in einem Gully vorzuziehen als in der Natur abzulassen, mit folgender Begründung:
1. Es ist wahrscheinlich dass man ein Mischwassersystem erwischt
2. Erwischt man ein regenwassersystem wird das Abwasser erst beim nächsten regen ausgespült und wird dabei stark verdünnt.
Scout am 10 Sep 2010 11:17:52 Hallo!
Wenn man in die Situation kommen sollte, sein Grauwasser ablassen zu müssen, und die Wahl zwischen Boden und Bach besteht, sollte man das Grauwasser in den Boden ablassen.
Im Boden herrscht eine höhere Bakteriendichte als im Bach. Da im Boden mehr Bakterien vorhanden sind, wird schneller und besser abgebaut.
Wolfgang
apollonia am 10 Sep 2010 11:23:42 Danke troms, ich bin nicht alleine!
Bei uns in der Gemeinde wechselt das Abwassersystem sogar von Straße zu Straße.
Aber ich lass das jetzt hier.
Tschüß !!
Scout am 10 Sep 2010 11:34:04 troms hat geschrieben:Also, bitte überlegt mal, glaub Ihr allen ernstes das der normale Gully in die Kläranlage mündet. Ein Regen mit normalen Niederschlag in einer Stadt mit seinen vielen versiegelten Flächen, würde jede Kläranlage im nu überfüllen.
Damit das nicht passiert, gibt es Regenrückhaltebecken.
Und wenn die voll sind, wird das Wasser abgeschlagen.
Kläranlagen werden, wenn das Kanalsystem vernünftig geplant wurde, hydraulisch nicht überlastet.
ubruesch am 10 Sep 2010 12:07:23 Hallo
für München kann ich mit Bestimmtheit sagen das wir eine Mischwasserkanalisation haben. Das gesamte Abwasser wird zwei großen Kläranlagen zugeführt. Regenwasserrückhaltebecken sind vorhanden und wird ebenfalls der Kläranlage zugeführt. Diese sollen so ausgelegt sein das bis zum heutigen Tage kein Wasser direkt abgeleitet werden musste und alles durch die Kläranlage ging.
Habe die Stadt München extra angeschrieben. Hier gibt es offiziell nur eine VE und die ist an der Allianz Arena. Ansonsten wird man auf den CP in Taufkirchen verwiesen. Dieser ist aber nicht ganzjährig geöffnet.
Na Ja, Sie wollen sich meiner Kritik annehmen und über weitere VE's nachdenken. Wer es glaubt wird selig. Werde mal abwarten.
Und ja ich habe auch ein mal in den Gully abgeleitet. Und zwar im Landesinneren in Spanien. Wir standen auf dem einen CP und es gab keine Möglichkeit der Entsorgung. Aber das war die viel beschriebene Ausnahme.
Udo
Gast am 10 Sep 2010 17:16:28 Scout hat geschrieben:Damit das nicht passiert, gibt es Regenrückhaltebecken. Und wenn die voll sind, wird das Wasser abgeschlagen. Kläranlagen werden, wenn das Kanalsystem vernünftig geplant wurde, hydraulisch nicht überlastet.
Meinst Du hier wirklich hydraulisch im Sinne von Wikipedia?
<zitat>
hydraulisch steht für:
* den Bezug zum Strömungsverhalten und Energieübertragung mittels Flüssigkeit, siehe Hydraulik
* in der Chemie allgemein die Eigenschaft, mit Wasser zu reagieren, siehe Hydratation
* die Fähigkeit von Baustoffen, sowohl an der Luft als auch unter Wasser zu härten, siehe Bindemittel (Baustoffe)
</zitat>
lg
Longo
Bergbewohner1 am 10 Sep 2010 19:34:26 Was überhaupt noch in Betracht gezogen wurde, die vielen Regenüberlaufbecken, die verhindern sollen. das bei Sturzregen die Vorfluter überlaufen.
Haben da mal die Umweltreiter reingeschaut-wenn nicht dann tut es mal, der ganze angesammelte Scheiß geht bei Starkregen ungeklärt in den Bach.
Bei uns fahren die Bauern zur Zeit wieder Gülle und schütten das ungeklärte Gebräu auf die/in die Erde.
Sollen die alle angezeigt werden :?:
Acki am 10 Sep 2010 19:49:05 Waldtroll hat geschrieben:Bei uns fahren die Bauern zur Zeit wieder Gülle und schütten das ungeklärte Gebräu auf die/in die Erde. Sollen die alle angezeigt werden :?:
Vergiss bitte nicht den Kunstdünger, der auf die Felder ausgebracht wird. Alles 100% umweltverträglich ...
Acki
Scout am 10 Sep 2010 19:53:42 longo hat geschrieben:Scout hat geschrieben:Damit das nicht passiert, gibt es Regenrückhaltebecken. Und wenn die voll sind, wird das Wasser abgeschlagen. Kläranlagen werden, wenn das Kanalsystem vernünftig geplant wurde, hydraulisch nicht überlastet.
Meinst Du hier wirklich hydraulisch im Sinne von Wikipedia? <zitat> hydraulisch steht für: * den Bezug zum Strömungsverhalten und Energieübertragung mittels Flüssigkeit, siehe Hydraulik * in der Chemie allgemein die Eigenschaft, mit Wasser zu reagieren, siehe Hydratation * die Fähigkeit von Baustoffen, sowohl an der Luft als auch unter Wasser zu härten, siehe Bindemittel (Baustoffe) </zitat>
Wikipedia kann viel, aber nicht alles.
Google mal mit dem Suchwort
Abwasserhydraulik
Da wird dir geholfen.
Wolfgang
Bergbewohner1 am 10 Sep 2010 20:04:09 Nun kommt doch nicht noch mit Wikipedia, da kann jeder seinen Müll abladen, obs stimmt oder nicht Wurst.
Gast am 10 Sep 2010 21:23:22 @wolfgang
Danke für die Erweiterung meines Hydraulik-Horizontes
@waldtroll
total OT - deshalb: no comment
lg
Longo
Der Franzose am 10 Sep 2010 21:23:41 Guten Abend,
psbu hat geschrieben:Ich mußte vor ein paar Jahren notgedrungen einen Teil meines Grauwassers sofort entsorgen. Einzigste Möglichkeit war auf einem Autobahnparkplatz. Also, Hahn über einem Gulli geöffnet und abgelassen. Im gleichen Moment kam die Polizei angefahren. Aussage des POM, das sei verboten. Anzeige für mich mit dem Hinweis, sie bekommen vom Wasserwirtschaftsverband Nachricht. Die bekam ich dann auch 4 Wochen später: Keine Strafe, kein Verfahren, mit der Aussage, es handelt sich ja nur um Grauwasser aus einem Wohnmobil, was nur bedingt verschmutzt ist. Ich habe danach mit dem zuständigem Sachbearbeiter telefoniert und dieser meinte, das viel gefährlichere Stoffe von dem Parkplatz (Öle, Bremsstäube etc.) allein mit dem Regenwasser ins Kanalnetz gespült würden und ich sollte mir keine Gedanken machen.
psbu
Es ist gerade zu lustig, wenn man sich die Entwicklung dieses Threads anliest. Jeder hat etwas "erlebt", "erfahren" "gemacht", "nicht gemacht" oder etwas "zu erzählen"... Und deshalb noch einmal meine (untenstehende) Fragen, weil das, was hier so leidenschaftlich diskutiert wird, doch kein "rechtsleerer Raum" sein kann. Der User "psbu" (siehe Kasten oben) hat doch seine einschlägige Erfahrung niedergeschrieben...!
Welcher Wohnmobilist kann diese "Geschichte" uneingeschränkt bestätigen, und vielleicht noch mit einem "Quellenhinweis" untermauern...???
Oder gibt es Wohnmobilisten die uneingeschränkt das Gegenteil behaupten können, weil sie tatsächlich schon mal gegen eine Ordnungstrafe Einspruch eingelegt haben, und im gerichtlichen Verfahren dann verdonnert wurden zuzahlen...???
scholko1 am 11 Sep 2010 00:31:41 Ich frage mich manchmal wofür manche einen Klappspaten an Bord haben.
Bestimmt nicht für`s Blumenbeet.
Wahrscheinlich für fernere Länder wo die Entsorgung nicht geregelt ist.
Der Globus wirds überleben(hoffentlich). Auf Sizilien habe ich den Spaten bei manchen Womofahrern im Einsatz gesehen und dabei handelte es sich nicht um die Entsorgung von Grauwasser. Aber der Stellplatz ja der der war umsonst.
Ich bin noch unschuldig und versuche es noch lange so beizubehalten.
Hans
Tipsel am 11 Sep 2010 00:53:35 lch denke, dass es schon viele threats zu diesem thema gibt, und jeder weiß, wo entsorgt wird.
Ferkel gbts überall und immer wieder.
Heute hab ich Pferde gesehen, aber nicht vor der Apotheke :D
Die haben bei einem Pinkelvorgang mehr Pisse rausgelassen, als unsere Kassette fasst. Quer über die Straße. Und das tun sie den ganzen Tag. 150 Kutschen, also 300 Gäule. Und scheinbar den ganzen Sommer lang, weil die Kutschen in die Heide dort ständig fahren.
lch sag da mal nix weiter dazu, aber das Erdreich verkraftet das, lediglich die Umwelt reagiert anders darauf, als sie es bei uns womofahrern tun würde.
:wink:
Scout am 11 Sep 2010 10:31:07 Hallo Longo!
Scout hat geschrieben:longo hat geschrieben:Scout hat geschrieben:Damit das nicht passiert, gibt es Regenrückhaltebecken. Und wenn die voll sind, wird das Wasser abgeschlagen. Kläranlagen werden, wenn das Kanalsystem vernünftig geplant wurde, hydraulisch nicht überlastet.
Meinst Du hier wirklich hydraulisch im Sinne von Wikipedia? <zitat> hydraulisch steht für: * den Bezug zum Strömungsverhalten und Energieübertragung mittels Flüssigkeit, siehe Hydraulik * in der Chemie allgemein die Eigenschaft, mit Wasser zu reagieren, siehe Hydratation * die Fähigkeit von Baustoffen, sowohl an der Luft als auch unter Wasser zu härten, siehe Bindemittel (Baustoffe) </zitat>
Wikipedia kann viel, aber nicht alles. Google mal mit dem Suchwort Abwasserhydraulik Da wird dir geholfen
Da ist zwar viel zu finden, aber nicht das, was ich damit ausdrücken wollte. Deshalb ein paar ergänzende Bemerkungen. Die Größe einer Kläranlage richtet sich nach der Wassermenge. Das nennt man die hydraulische Auslegung. Da gibt es zwei Auslegungspunkte. Einmal für den Normalbetrieb, wenn es nicht regnet und bei einer Wassermenge für den Betrieb bei Regenwetter. Mehr kann eine Kläranlage nicht, sonst läuft sie über. Kommt mehr Wasser, wird es in Regenrückhaltebecken gespeichert. Sind die gefüllt geht’s in den Bach. Haben da mal die Umweltreiter reingeschaut-wenn nicht dann tut es mal, der ganze angesammelte Scheiß geht bei Starkregen ungeklärt in den Bach.
Wenn eine Anlage ordentlich betrieben wird passiert so etwas nicht.
Wenn nämlich starker Regen niedergeht füllen sich die Kanäle sehr schnell mit Wasser. Es entsteht eine hohe Strömungsgeschwindigkeit, wodurch der Dreck von den Straßen und in den Kanälen weggeschwemmt wird. Der Dreck geht in die Kläranlage bzw. in die Regenrückhaltebecken. Regnet es weiter, sind die Kanäle sauber und es kommt im nur noch Regenwasser an. Wenn man dann in den Bach ableiten muss, handelt es sich nur noch um Regenwasser.
Zur Vollständigkeit.
Eine Kläranlage wird natürlich nicht nur nach der Wassermenge sonder auch nach der Schmutzfracht, bzw. Anzahl von Einwohnern ausgelegt.
Wolfgang
Bergbewohner1 am 11 Sep 2010 16:12:06 War jahrelang im Aufsichtsrat unseres Abwasserverbandes, eine Kläranlage richtet sich nach den Einwohnern.
Das Rohrsystem nach dem Wasseraufkommen, vereinfacht ausgedrückt.
Die Regenüberlaufbecken verhindern, das bei Starkregen dieser in das Klärwerk gelangt und wird dann Ungefiltert in den Bach abgeleitet. Wenn das nicht geschehen würde, würde die Anlage kippen oder gar überlaufen.
Scout am 11 Sep 2010 16:47:06 Waldtroll hat geschrieben:... eine Kläranlage richtet sich nach den Einwohnern. Das Rohrsystem nach dem Wasseraufkommen, vereinfacht ausgedrückt.
Wenn Du das schon so ansprichst, möchte ich dies etwas präzisieren.
Eine Kläranlage wird nach Abwassermenge und Fracht (Einwohner) ausgelegt.
Die Größe der Sedimentationsbecken, Kanäle, Wasserverteiler wird durch die Wassermenge bestimmt.
Schlammpumpwerke, Schlammverteiler, Schlammbehandlung durch die Anzahl der Einwohner
Bei den Belebungsbecken wird die Bauwerksgröße hauptsächlich durch die Wassermenge bestimmt. Die Belüftungseinrichtung der Belebungsbecken für den Sauerstoffeintrag durch die Anzahl der Einwohner.
Wolfgang
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