Ich werde ja nicht müde unsere Geschichte dazu zu erzählen:
Es war im Sommer 2006, als wir uns die allererste Nacht in einem
Wohnmobil zur Nachtruhe gebettet hatten.
Am nächsten Morgen dann der Shock!
Man hat uns ausgeraubt!
Wir haben im Wohnmobil geschlafen und davon NICHTS bemerkt!
Unser Sachen waren durchwühlt, die Beifahrertür der Fahrerkabine aufgebrochen.
Der Inhalt meines Rucksacks lag verteilt auf dem Beifahrersitz, Handy und Geldbörse leer gemacht.
Die Diebe hatten aber genügend Zeit, die Sachen nicht einfach mitzunehmen, sondern nur das Geld aus der Börse zu entnehmen, Fährticktes und Kreditkarten hat man uns aber gelassen!
Der Schock saß tief, sofort waren wir körperlich angeschlagen.
Daraus resultierend: Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein.
Gas?
Warum haben wir denn nichts bemerkt?
Vielleicht wirklich Gas?
Und schon steigert man sich rein...
Die Polizei kam dazu, ebenfalls weitere Opfer der Nacht, die neben uns standen und auch beraubt wurden.
Gleiches Schema: Beifahrertüre auf, Wertsachen durchwühlt, das wichtigste mitgenommen.
Insgesamt 3 Fahrzeuge.
Und bei keinem ist jemand wach geworden!
Gas, oder?
Nix!
Ein italienischer Wohnmobilfahrer gab zu Protokoll, am frühen Morgen auf dem Rastplatz angekommen zu sein.
War um 3 oder um 4.
Er habe im Lichtkegel seiner Scheinwerfer 4 Leute auf 2 Motocross- Maschinen wegfahren sehen, als er auf das Areal aufgefahren kam.
Wenn die Diebe 3 Mobile leer gemacht haben, muss doch bestimmt eine größere Menge Gas im Einsatz gewesen sein.
2 Flaschen? Drei Flaschen?
Und die auf den Motocross- Maschinen HIN UND WEG geschafft???
Da die Diebe fluchtartig aufgebrochen sind, hätten sie ja auch Spuren von Schläuchen zum Einlassen oder vielleicht sogar die Flaschen selbst zurücklassen können.
Gefunden wurde aber nichts!
Was ich eher vermute:
Die Diebe sind darauf trainiert, sehr leise zu agieren. Logisch!
Die Beifahrertüre ist eine absolute Schwachstelle, weil diese bei den allermeisten Basisfahrzeugen gleich ist.
Kann man ein Schloss öffnen, kann man alle öffnen.
Dazu kommt der freie Weg, in den Aufbau, auf der Fahrerseite wäre das Lenkrad im Weg.
ABER: Die Diebe betreten das Fahrzeug gar nicht!
Denn ich hab mir immer den Vorwurf gemacht, warum ich die Bewegung des Fahrzeugs nicht bemerkt habe.
Ein Kerl steigt ein, das merkt man doch!
Stattdessen schaut ein Dieb vorne durch die Scheibe ins Innere, leuchtet herein.
Der zweite Dieb hat eine Art Greifer und Hubstange am Start, mit denen er im Fahrzeug Schubladen öffnet, Rucksäcke, Taschen, Hosen und Klamotten angelt, die dann auf dem Beifahrersitz durchsucht werden.
Er selbst steht dabei aber (auch für den schnellen Fluchtweg) nur an der Türe, lässt sich vom "Spanner" vorne dirigieren.
Feste Wertgegenstände werden mit dem Greifer genommen, direkt nach hinten durchgereicht und dann eingesteckt.
Das alles funktioniert nahezu lautlos und ohne Bewegungen am Fahrzeug.
Der ausgebraubte Mensch im Mobil kann sich am nächsten Tag keinen Reim drauf machen, warum er nichts bemerkt hat.
Dazu der Schock, das löst entsprechende körperliche Reaktionen aus.
Soweit meine Meinung auf Basis unserer Erfahrungswerte dazu.
Prävention: Mit Kenntnis um diese Schwachstelle haben wir die Türen des Fahrzeugs immer mit Gurten gesichert. Ketten wären aber noch besser, da diese nicht durchgeschnitten werden können, wenn man z.B. die Gummis der Dreiecksfenster aufschneidet und dann die Gurte kaputt macht.
Und noch was: Thermomatten davor! Diese halten nicht nur warm oder kühl, sondern sind auch blickdicht!
So kann der potentielle Dieb nicht ins Innere schauen und die Sicherungsmaßnahmen auskundschaften, darüber hinaus sieht er nicht, wie eine Türe gesichert ist, wenn er diese doch aufbrechen sollte.
Er muss also deutlich mehr Arbeit investieren, um das Ziel lautlos zu knacken.
Seit wir unser Mobil nach diesem Model gesichert haben, haben wir nie wieder einen Einbruch oder einen Versuch hierzu zu vermelden gehabt.
Björn