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Frostschutz Trinkwassersystem – Lochfraß im Edelstahlboiler


Scout am 01 Nov 2011 14:41:28

Frostschutzmittel für das Trinkwassersystem – Lochfraß im Edelstahlboiler

Ich möchte mit dem Beitrag keine Diskussion über Sinn oder Unsinn dieser Mittel starten.
Im Handel werden verschiedene Mittel angeboten um das Trinkwassersystem im Wohnmobil vor möglichen Ungebilden zu schützen.
Ich mache gelegentlich einen Streifzug durch diese Landschaft der Behandlungsmittel.
Mir ist aufgefallen, dass eine bekannte Firma ein Frostschutzmittel anbietet, das in einem Edelstahlboiler Lochfraß erzeugen kann.
Nun fühle ich mich verpflichtet die Forengemeinde darüber zu informieren.

Ich will meine Aussage begründen.

In der der Produktbeschreibung steht:
… schützt mit Erdalkalien Trinkwasser- und Abwassersysteme vor Frostschäden….

Es wird selten richtig beschrieben, woraus die Mittel bestehen.

Woraus besteht dieses Frostschutzmittel.
In der Beschreibung steht lediglich Erdalkalien
Erdalkalien sind eine bestimmte Gruppe chemischer Elemente, z.B. Calcium und Magnesium.
Da das Mittel preisgünstig und gut wasserlöslich sein muss, kann es sich nur um Calciumchlorid handeln.
Es ist vielen auch bekannt als das Granulat, das zum Trocken der Luft im Womo verwendet wird.

Wieso Lochfraß im Edelstahlboiler.

Dieses Chlorid im Calciumchlorid kann Löscher in Edelstahl fressen. Deshalb die Bezeichnung Lochfraß.

Die Boiler der Firma Truma sind aus Edelstahl V4A gefertigt.
Es handelt sich vermutlich um einen V4A Typ der bis 400 mg/l Chlorid beständig ist.
--> Link

Für einen Frostschutz im Trinkwassersystem bis -10°C muss man ca.200 g Calciumchlorid in einem Liter Wasser lösen. Das ergibt eine Chloridkonzentration von 128 g/l.
Der V4A Edelstahl ist gegen Lochfraß bis 400 mg/l Chlorid beständig.
Im einem Liter Frostschutz sind jedoch 128 g oder 128000 mg Chlorid enthalten. Also 320-mal mehr als der Edelstahl verträgt.


An einer Stelle wird das Mittel folgendermaßen beworben
Keine Schäden an Edelstahl, Keramik, Gummi und Kunststoff

Bei diesem Frostschutzmittel entsteht an dem Edelstahl Lochfraß


Der Vollständigkeit halber.
Das folgende betrifft zwar nicht den Lochfraß, aber das gleiche Frostschutzmittel.
In der Produktbeschreibung ist folgendes zu finden.
Silberionen schützen vor Wiederverkeimung während Stillstandszeiten im Winter.

Dazu möchte ich folgendes bemerken.

Nehmen wir mal an, das Frostschutzmittel ist für einen Frostschutz bis -10°C eingestellt.
Für diese Bedingung muss die Salzkonzentration von Calciumchlorid ca. 20% betragen.
Nordseewasser hat eine Salzkonzentration von ca. 3,5%.
Bakterien, die in unserem Trinkwassersystem vorhanden sein können, sind an Süßwasser gewöhnt.
Im Salzwasser der Nordsee können sie nicht existieren.
In der Frostschutzlösung ist die Salzkonzentration ca. 6-mal so hoch, wie in der Nordsee.
Das bedeutet, dass auch ohne Silber keine Bakterien in der Frostschutzbrühe existieren können.


Wolfgang

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netzroht am 01 Nov 2011 14:57:48

dankeschön für deine ausführungen!
es wird ne menge mist angeboten, den, beim genauen hinnsehen, kein mensch braucht. ich gehe mal davon aus, das der normale womo-nutzer in der winterpause, also, wenn das Womo nicht benutzt wird, sowieso das wasser abläst.. was nicht da ist kann auch nicht gefrieren oder als bakteriumbrutstätte dienen.
das auch edelstahl angegriffen wird ist wohl den meisten nicht bewusst und kann eigendlich nicht oft genug betont werden!

guter beitrag.

mfg

spitzbua am 01 Nov 2011 15:18:11

Danke für die Info!
Wieder was dazu gelernt! :biggthumpup:

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Gast am 01 Nov 2011 15:30:08

Danke für die Info,
aber wer macht denn sowas ?
Frostschutz ins Trinkwasser ? :roll:

kintzi am 01 Nov 2011 15:53:18

Hallo Wolfgang Scout danke!

Bzgl. Chlorkonzentration: Desinfektion mit Hypochlorit wird auch v. Truma abgelehnt, nur wegen evtl. schlechten Schweissnähten bei mancher Serie?

Vom Mat. her werden die Chlorid-Werte bei Danklorixdesinf. bei vernünftiger Konzentration doch wohl nie erreicht? Nennst Du Grennzkonzentrationen
f. Danklorix (ml D./1000mlWasser), bis wohin unbedenklich?

Dank u. Richi

Jürgen B. am 01 Nov 2011 18:52:20

Hallo, interessante Sache.
Habe gleich auf mein Frostschutzmittel geschaut. Das besteht nur aus Ethandiol u. Farbstoff. Ich hoffe das sind nicht so agressive Stoffe.

Jürgen

fuzzy am 01 Nov 2011 20:10:29

Freetec 598 hat geschrieben:Danke für die Info,
aber wer macht denn sowas ?
Frostschutz ins Trinkwasser ? :roll:


Das frage ich mich auch :roll:

Scout am 01 Nov 2011 21:47:48

Hallo Richi!

Vom Mat. her werden die Chlorid-Werte bei Danklorixdesinf. bei vernünftiger Konzentration doch wohl nie erreicht? Nennst Du Grennzkonzentrationen
f. Danklorix (ml D./1000mlWasser), bis wohin unbedenklich?



Ich rechne mal zwei Beispiele vor.
Der DVGW - Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches empfiehlt im
DVGW Arbeitsblatt W 291 „Reinigung und Desinfektion von Wasserverteilungslagen.“
zur Desinfektion 50 mg/l Chlor, bei einer Kontaktzeit von 12 Stunden.
Bei diesen Bedingungen ist eine sichere Desinfektion gewährleistet.

Bei der Verwendung von DanKlorix, eine Chlorbleichlauge von ca. 3%, sind das ca. 0,13 Liter DanKlorix pro 100 l Wasser (Tankfüllung).

Laut Auskunft von COLGATE-PALMOLIVE GmbH liegt in DanKlorix die Chlorid-Konzentration bei ca. 2-3 g/ Liter.
0,13 l DanKlorix enthalten dann ca. 0,4 g oder 400 mg Chlorid.
Das ergibt dann eine Konzentration von 4 mg Chlorid pro 1l Tankwasser.

Viele nehmen nicht 0,13 Liter, sondern 1 Flasche mit 1,5 Liter Danklorix pro Tank (100l). Das ist dann eine Konzentration von 46 mg/l Chlorid.

Wenn man sich in diesem Rahmen bewegt, gibt es keinen Lochfraß.


Wolfgang

kintzi am 01 Nov 2011 22:27:18

Hallo Wolfgang, vielen herzlichen Dank. Richi

Vagant am 29 Mär 2020 14:42:03

Ich hab mir dieses Zeugs aus dem Yachtzubehör reingekippt:

--> Link

Propylenglykol 55%. Ob ich jetzt Ärger kriege mit der Truma?

Gruss
Vagant

Russel am 29 Mär 2020 16:09:04

Hallo Scout,

Was im DVGW steht, dient zum reinigen nach einem starkem Befall von Legionellen.

Kunststoffleitungen sind meist nicht zugelassen für diese Chlorung.

Ob eine Reinigungskeule im Womo, vorausgesetzt es steht nicht Monate oder Jahre rum, sinnig ist, ist jedem selbst überlassen.

In jedem Haus ist mehr Wasser, nennen wir es schlecht, als im Womo durch nichtdurchströmte Leitungsabschnitte, stillgelegte Rohrleitungen oder extrem seltenes Nutzen der Entnahmestellen.

Mein Tip fürs Womo: Anlage ordentlich entleeren, Armaturen und Tank offen lassen, und gut ist es.
Mir kommt keine Chemie oder Chlor ins Wassernetz.

gespeert am 29 Mär 2020 18:00:48

Im Haus kümmert sich der Zulieferer um die Wasserqualität!
Außerdem wird das Wasser auch nicht ständig beheizt oder Kaltwasser bis 40 Grad warm.

Scout am 29 Mär 2020 19:54:48

Russel hat geschrieben:Was im DVGW steht, dient zum reinigen nach einem starkem Befall von Legionellen.
Kunststoffleitungen sind meist nicht zugelassen für diese Chlorung.

In welchem DVGW Arbeitsblatt steht das?
Wo steht das mit den Kunststoffleitungen und Chlorung?
Kannst du Quellen nennen?

Gruß
Scout

Russel am 30 Mär 2020 07:14:39

Hallo Scout,

das Arbeitsblatt muss ich raussuchen.

Das mit der Chlorung steht in den Unterlagen der Hersteller. Ich kenne nur wenige die es erlauben und diese Rohre sind aus VA oder PVC.

Russel am 30 Mär 2020 08:20:38

Hallo gespeert,

die Zuständigkeit des Zulieferer endet an dem Wasserzähler, wäre beim Womo der Einfüllstutzen.

Was im Haus nach dem Zähler passiert ist dem Zulieferer egal, bzw. hat er da keinen Einfluß mehr drauf.
Wer Zuhause Chemie oder Chlor in sein Trinkwassernetz füllt, sollte aufpassen das nichts ins öffentliche Netz gelangt.

rkopka am 30 Mär 2020 08:56:34

SvenZ hat geschrieben:...Lochfraß an einer Schweißnaht. Aufgetreten ist das, als ich im Frühjahr mit Zitronensäure entkalkt hatte. Damit war für mich klar: Das muss am Entkalken gelegen haben.
...
Die Antwort der Redaktion zitiert eine Stellungnahme von Truma, dass chlorhaltige Reinigungs- oder Desinfektionsmittel zu Lochfraß führen können!!!

Also Chlor oder Zitronensäure ? Oder sind beide böse ? Auch bei der relativ kurzen Einwirkdauer ? Normalerweise ja höchstens 12h oder ? Sonst steht ja nur normales Wasser drin. Über Winter meistens gar keines. Außer jemand chlort sich sein Wasser auf Dauer. Im ursprünglichen Post gings ja um massiv höhere Konzentrationen von Calciumchlorid.

RK

Scout am 30 Mär 2020 10:11:52

Russel hat geschrieben:das Arbeitsblatt muss ich raussuchen.
Das mit der Chlorung steht in den Unterlagen der Hersteller. Ich kenne nur wenige die es erlauben und diese Rohre sind aus VA oder PVC.

Dann such mal das Arbeitsblatt.
Was VA und PVC betrifft empfehle ich dir eine Material Beständigkeitsliste zu studieren.
Wenn du darüber weiter diskutieren möchtest, mache einen neuen Thread auf.

Gruß
Scout

Russel am 30 Mär 2020 12:38:38

Hallo Scout,

Zuhause darf kein Laie am Trinkwassernetz desinfizieren oder chloren. Was im Womo passiert ist egal, hier gilt die Trinkwasserverordnung nicht.

Ist aber alles ein anderes Thema.

Scout am 30 Mär 2020 13:15:41

Eröffne einen neuen Thread zu deinem Thema, dann können wir weiter diskutieren.

Gruß
Scout

Russel am 30 Mär 2020 13:41:11

Hallo Scout,

für diese Themen gibt es andere Foren.

Es ging in deinem Eingangsthread um Calciumchlorid, das ist Salzhaltig. Salz ist nicht der Freund des verbauten Edelstahl. Chlor in einem gewissen Maß macht dem Edelstahl nix, die Kunststoffleitungen würde ich damit nicht belasten, egal was der Hersteller des Mittels schreibt.

Gruß Russel

Scout am 07 Apr 2020 11:51:56

Vagant hat geschrieben:Ich hab mir dieses Zeugs aus dem Yachtzubehör reingekippt:
--> Link
Propylenglykol 55%.

Die Antwort etwas verspätet.
Propylenglykol wirkt nicht korrosiv.

Hallo Sven,
Welches Mittel hast du verwendet?
Soweit mir bekannt ist gibt es 2 Firmen die Mittel mit Kalziumchlorid im Campingbereich anbieten.
Rabbasol Chemie, wird im Camping Handel vertrieben und eine Firma die im Camping Wasserbereich aktiv ist.

Gruß
Scout

SvenZ am 07 Apr 2020 22:42:48

Hallo Scout,

ich hatte paulyth (Hersteller Pauly GmbH) eingesetzt.
Gut gefallen hatte mir die beworbene Trinkwasserzulassung.

Ich habe es zwar streng nach Vorschrift dosiert, aber auch relativ häutig angewendet.

Viele Grüße,
Sven

Trashy am 08 Apr 2020 10:08:16

Sehr interessant.
Ich möchte nun auch mal das Wassersystem desinfizieren. Normalerweise mache ich da nichts da der Durchsatz sehr hoch ist.
Jetzt soll einmal vorsorglich stoßdesinfiziert werden.
Ich habe mich für Oxosanum entschieden.
Auf 120 Liter Wasser kommen 10g Oxosanum. Dadurch entsteht eine Konzentration von 8mg/l ClO2
Lt. Hersteller soll diese Spülung 8h im System verbleiben und dann langsam und stoßweise abgelassen werden.
Das dürfte doch für die Truma (Combi6) verträglich sein???

Sorry, aber ich wollte für diese eine Frage keinen neuen Thread aufmachen.

Scout am 09 Apr 2020 19:50:21

Trashy hat geschrieben:Das dürfte doch für die Truma (Combi6) verträglich sein???.

Wie im Nachbarthread schon beschrieben, der Behälter besteht aus Edelstahl. Chlordioxid wirkt nicht korrosiv.

Gruß
Scout

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