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Großes Kreuzfahrtsschiff auf Grund gelaufen 1, 2, 3, 4


Maggie am 18 Jan 2012 21:09:22

Lancelot hat geschrieben:Hab den Gesprächsmitschnitt heute gelesen (in Übersetzung) ... und meine erste Reaktion war sowas wie "feige Sau" (geschuldet meiner Heimat Gastn :oops: ).

Naja, so ziemlich das Gleiche hat wohl auch der Offizier an Land gedacht, sonst hätte er nicht immer massiver und angesäuerter auf den Kapitän eingeredet.

Maggie

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travelrebell am 18 Jan 2012 22:39:41

Ist die Meldung bekannt, wonach die Schwester eines diensthabenden Offiziers der CC, bereits am Vortag auf Facebook eine besonders inselnahe Vorbeifahrt gepostet hatte ? Teile Crew haben Angehörige auf der Insel, die sich zum WinkeWinke versammelt hätten. Warten wir ab, ob es zutrifft, das es nicht das erste Wagnis vorort war...

wolfworldwide am 18 Jan 2012 23:57:14

Lancelot hat geschrieben:
jonathan hat geschrieben:Es drängt sich nach diesem Telefonatsmitschnitt mit dem Hafenkommandanten wirklich die Frage auf, ob der Kapt. mit dieser Situation so überfordert war, das er nicht einmal mehr an Bord zurückging


@wolfworldwide

Hab den Gesprächsmitschnitt heute gelesen (in Übersetzung) ... und meine erste Reaktion war sowas wie "feige Sau" (geschuldet meiner oberbayrischen Heimat Gastn :oops: ).

Mich würde interessieren, ob ein Profi das (nach bisher bekannten Fakten) auch so sieht (meine das ganz ohne Polemik oder sonstige Ironie) oder ob da jemand der Presse "zum Fraß vorgeworfen" wird :?:



Moin, moin,

das will ich gerne tun. Ich bin allerdings jetzt beruflich ein paar Tage in Berlin und werde wohl erst am Montag dazu kommen. Ich will im Moment aber kurz Eure Aufmerksamkeit auf die aktuelle Berichterstattung lenken, wo die ganze Geschichte, vorsichtig ausgedrückt, schon wieder einen zusätzlichen Drall bekommt.

--> Link

Es bleibt unübersichtlich

Mit besten n


Wolf

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blade01 am 19 Jan 2012 06:50:27

Hallo Wolf,
na, damit hat der Kapitän ja dann auch sein eigenes Argument, mit dem technischen Defekt, ausgehebelt.
Aber in so mancher Detailfrage, habe ich den Eindruck, dass es den Medien auch nicht anders geht als uns und sie völlig unterschiedliche nformationsstände haben.
So oder so, das Verhalten des Kapitäns ist unentschuldbar und unendlich peinlich.
Neben den Hinterbliebenen der Vermissten tut mir auch die Frau des Kapitäns sehr leid. Ich glaube, die dürfte sich im Augenblick wohl kaum mehr aus dem Haus trauen.

Bezüglich der Telefonate mit dem Hafenkommandanten:
dieser hatte den Kapitän ja sogar während des Telefonats noch gesagt dass er das Telefonat aufzeichnen würde.
Ich finde so unglaublich, dass er selbst dem Befehl das Kommandanten nicht Folge geleistet hat.

was ich bei der ganzen Sache, der ganzen Berichterstattung, der ganzen Medien und der ganzen Verhöre nicht verstehe: was ist denn nun mit den ganzen nautischen Personal? Wieso hört man eigentlich von denen nichts? Die sind doch sicherlich ebenfalls von der Presse und den entsprechenden Behörden befragt worden.
Was ich weiter nicht verstehe: wieso dauert eigentlich die Auswertung des Fahrtenschreibers so lange? So als Computerbewanderter Schifffahrtslaie würde ich denken, man stöpselt dieses Gerät an einen Computer, die Daten werden im entsprechenden Programmen aufgearbeitet und fertig.
Ist wohl nicht so?

jonathan am 19 Jan 2012 10:07:09

Die ganze Sache ging mir heute Nacht- mal wieder schlaflos- zum soundsovielten Mal so durchs alternde Gehirn des ex-Versicherungsmenschen.....denn es sind in dieser Geschichte so viele Fragezeichen !
Ich träumte Folgendes:
Warum verhält sich ein Kapitän, der zuvor zwar schon mit recht smart gefahrenen, aber immer gelungenen Manövern,darüber hinaus mit selbstsicherem, weltmännischen Auftreten aufgefallen ist , so, wie er sich jetzt verhalten hat? Warum sieht man und hört man nichts von den anderen nautischen Offizieren?? Warum wurde gerade Giglio angesteuert?( Vielleicht, weil der nun folgende weitere Traum nur dort funktioniert)
In meinem Wachtraum war es so, das hier möglicherweise etwas von langer Hand vorbereitet war.... Der risikobereite Kapitän , der die Gewässer rund um Giglio wie seine Westentasche kennt- auch die dort vorhandenen Untiefen, die er in der Vergangenheit ja schon mehrfach sicher durchkreuzt hat (Jubelschreiben des Bürgermeisters), rammt nun "zufällig" leicht einen Felsen (evtl etwas stärker, als beabsichtigt), hält die Küstenwache und Retter durch die Situation verschleiernde Funksprüche noch aus dem Spiel heraus (nur ein technischer Defekt...) und setzt ganz geplant den Dampfer auf den Felsen, damit möglichst alle Personen sicher von Bord können. Menschenopfer waren in meinem Traum nicht geplant. Nun zeigt sich unser smarter Kapitän plötzlich von einer nie gesehenen, dermassen trotteligen und verwirrten Seite, daß alle ( Fersehzuschauer, Amtspersonen, Richter usw) an dessen psychischen Gesundheitszustand Zweifel bekommen. Die anderen Crewmitglieder bleiben unsichtbar!
Tja- da kommt in meinem Traum nun eine Gerichtsverhandlung, wobei dieser psychische Faktor zum geringstmöglichen Strafmass führen wird- und die nautische Karriere ist vorbei. Aber -auch nur geträumt-wenn sich nun wie von Wunderhand das Konto vieler Beteiligter so weit füllt, das man bis ans Lebensende supergut und ohne Arbeit leben kann, lässt sich das vielleicht aushalten.... Und wenn dann zig- und hunderttausende Euros Versicherungsgelder in viele, viele fleissige Hände fliessen, ist die ganze Geschichte bald Geschichte- vergessen- und die deutschen Rückversicherer, bei denen die Hauptrisiken liegen, haben noch lange daran zu knapsen!!!

Aber -wie schon gesagt- das ist lediglich ein schlimmer Traum gewesen, von dem ich hier berichte- und hat mit den wahren Begebenheiten nichts zu tun, da bin ich mir recht sicher.
jnathan (der gerade wieder wachgeworden ist und diesen Traum schnell wieder vergisst)

Gast am 19 Jan 2012 10:12:51

Wenn das alles stimmt, was im Spiegel Online steht (was sinngemäß richtig sein wird, da sehr logisch) sitzen die Überheblichen und Schlampen nicht nur auf dem Schiff sondern auch an Land! (da war dann meine erste Vermutung richtig, das ein Sündenbock gebraucht wurde)
Nach dem Bericht zu urteilen, hat hier die Reederei (der Vorstand) grob fahlässiges Mitverschulden sowie die örtliche Seeüberwachung, die das Manöver genehmigt haben (innerhalb der 12 Meilenzone läuft kein Schiff einen selbständigen Kurs! Und erst recht nicht vor Hafeneinfahrten, Boots- und Schiffspasagen)
Da nun offensichtlich wird, das die starke Annäherung an die Insel mindestens 1 mal schon stattgefunden hatte, musste das ganze Manöver ja rechtmä0ig genehmigt worden sein, denn sonst wäre der Kapitän sein Patent schon im Sommer losgeworden.

Und somit sind wir wieder beim Vorstand des Unternehmens, das gleich mit dem Finger auf den Kapitän zeigt, obwohl denen ja bewusst sein dürfte, das dies nicht riichtig ist.
Aber was zählen schon Menschen, wenn es um Wirtschaft geht!

Jörg

CKgroupie am 19 Jan 2012 10:19:00

Der Kapitän wollte gar nicht vom Schiff. Er ist in das Rettungsboot gefallen, als er geholfen hat es loszumachen. Und dann konnte er natürlich nicht mehr an Bord.
So lautet seine neuste Aussage :D

Gogolo am 19 Jan 2012 10:33:18

Ganz egal wie der kapitän nun von Bord gekommen ist - eine Rückkehr wäre m.E. gar nicht mehr möglich gewesen.

Stellt euch vor, über 4000 Leute wollen von Bord und EINER will gegen die Fluchtrichtung an Bord zurück. Zum einen kann man gegen eine in Panik geratene Menschenmasse nicht gegenschwimmen, zum anderen müsste man eine der Fluchtwege (Steigleitern) zunächst blockieren damit der Kapitän raufklettern kann. Die würde die Evakuierung des Schieffes wieder verzögern.

Der Hafenkommandant hat dies bei seiner Aufforderung an den Kapitän schlichtweg nicht bedacht und ist daher in meinen Augen (fast) genauso unfähig wie der Schiffskapitän. Schließlich wurde ja das Schiff letztlich gut evakuiert und in anbetracht der Größe des Schiffes hat es m.E. sogar nur wenige Verluste gegeben. Trotzdem ist es natürlich um jedes Menschenleben unendlich schade.


Habe die Ehre

Gogolo

blade01 am 19 Jan 2012 10:40:53

Gogolo - der Bürgermeister und ein paar Helfer haben es aber auch, auf dem gleichen Wege geschafft - warum der Kapitän nicht?

Er hatte es doch gar nicht probiert.
Außerdem sehe ich es, schon wegen der Verantwortung, so ähnlich wie der Bundeswehr.
Es gibt feste Vorgesetztenverhältnisse und wenn der Kapitän von einem Befugten den BEFEHL erhält an Bord zu gehen, dann hat er das zu tun.
Beschweren kann er sich ggf. hinterher.
Hat er aber nicht.
Er ist an Land geblieben und hat das von da aus "organisiert".

Da muß man sich doch fragen: Wofür gibt es die Regelungen, dass der Kapitän als letzter von Bord gehen MUSS etc. ?
Weil man ihn eben in solch einem Falle an Bord braucht.

Gogolo am 19 Jan 2012 10:46:08

blade01 hat geschrieben:
Da muß man sich doch fragen: Wofür gibt es die Regelungen, dass der Kapitän als letzter von Bord gehen MUSS etc. ?



Wenn du dich damit so gut auskennst, dann muss ich dich mal fragen, wo das explizit so in einem Gesetz oder Vorschrift - gültig für die Verhältnisse am Unfallort und für das Unfallschiff (italienische Reederei) - so geschrieben steht. Meines Wissens soll diese "Regelung" nur ein althergebrachter Grundsatz sein, der keine "Vorschrift im rechtlichen Sinne" darstellt. Ich kann mich natürlich auch irren und lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Vielleicht kann Wolf her kompetenterweise mal dazu Stellung nehmen.


Habe die Ehre

Gogolo

Lancelot am 19 Jan 2012 10:46:45

blade01 hat geschrieben:Weil man ihn eben in solch einem Falle an Bord braucht.


Und weil das im Seemannsrecht wohl auch andere Auswirkungen hat: geht der Kapitän vom Schiff, gilt es als "aufgegeben" (daher hatte wohl auch der Kommandant der Küstenwache zu dem Zeitpunkt Befehlsgewalt).

Genauer könnte es uns wohl Wolf erklären ...

blade01 am 19 Jan 2012 10:50:03

Gogolo hat geschrieben:
blade01 hat geschrieben:
Da muß man sich doch fragen: Wofür gibt es die Regelungen, dass der Kapitän als letzter von Bord gehen MUSS etc. ?



Wenn du dich damit so gut auskennst, dann muss ich dich mal fragen, wo das explizit so in einem Gesetz oder Vorschrift - gültig für die Verhältnisse am Unfallort und für das Unfallschiff (italienische Reederei) - so geschrieben steht. Meines Wissens soll diese "Regelung" nur ein althergebrachter Grundsatz sein, der keine "Vorschrift im rechtlichen Sinne" darstellt. Ich kann mich natürlich auch irren und lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Vielleicht kann Wolf her kompetenterweise mal dazu Stellung nehmen.


Habe die Ehre

Gogolo



Das ist nicht ganz richtig.
Kann man ihm das nachweisen, wandert er schonmal allein wegen diesen Verhaltens 12 Jahre in den Bau

blade01 am 19 Jan 2012 10:57:22

@Gogolo

Auskennen tu ich mich damit nicht, aber es wird berichtet, dass das wohl nach italienischem (See-)recht so ist.
Und ehrlich gesagt, finde ich das auch richtig.

Außerdem ist es ja nicht nur Tradition, sondern ein international üblicher und anerkannter Ehrenkodex, der absolut Sinn macht.

Hier mal ein Zitat:
"Nele Matz-Lück: «Unter anderem im deutschen Seemannsgesetz. Nach Paragraf 106 hat der Kapitän oberste Anordnungsbefugnis. Er ist verantwortlich, auch in Notsituationen alles erforderliche zu tun und anzuordnen, um Leib und Leben der Passagiere zu retten. Wenn ein Kapitän vorzeitig von Bord geht und sich in ein Taxi setzt und wegfährt, dann verletzt er diese Pflichten. Wenn ein Kapitän von Bord geht, weil er meint die Rettungsaktion von Land aus besser koordinieren zu können, müsste dieser Einzelfall geprüft werden.

Welche weiteren Pflichten gibt es ?

Nele Matz-Lück: «Paragraf 28 regelt die Bordanwesenheitspflicht. In Absatz 2 heißt es: 'Bei Seegefahr, insbesondere bei drohendem Schiffbruch, darf das Besatzungsmitglied das Schiff ohne Einwilligung des Kapitäns nicht verlassen, solange dieser selbst an Bord bleibt.' Das impliziert eine ganz starke Stellung des Kapitäns als Koordinator. So lange es geht, muss er alles tun, um das Schiff zu retten. Erst wenn nichts mehr zu retten ist, er selbst von Bord geht oder er die Einwilligung gibt, erst dann darf auch die Besatzung von Bord gehen. Das sind arbeitsrechtliche Regelungen. Aber sie zeigen, wie wichtig der Kapitän und seine Anordnungen sind.

Wie bewerten sie die Aufforderungen der italienischen Hafenbehörden an den Kapitän der «Costa Concordia», vom Rettungsboot auf das Schiff zurückzukehren?

Nele Matz-Lück: «Er soll nicht einfach nur an Bord sein, er ist der Vorgesetzte - wenn er seine Aufgaben nicht formal an seinen 1. Offizier übertragen hat. In so einem Unglücksmoment wie auf der 'Costa Concordia' müsste man allerdings fragen, ob eine solche Übertragung zulässig ist nach dem Motto: 'Mach Du mal, ich bin dann jetzt weg.' Es muss immer klar sein, wer die Anordnungsbefugnis hat. Dass müssen international die Flaggenstaaten sicherstellen.» "

Gast am 19 Jan 2012 11:14:51

Wie man es auch dreht und wendet, letztenendlich steht nicht nur der Kapitän in der Verantwortung, da er eben nur angestellt.
Hier fragt man sich wie sieht es bei den restlichen Kapitänen von Kreuzfahrtschiffen aus? Sind das eventuell Posten für "Vettern" oder gute "Bekannte"? Personelle Fähigkeiten werden wohl da nicht so sehr geprüft, sonst gäbe es nicht wo ein Totalversagen!

Jörg

Gogolo am 19 Jan 2012 11:26:08

blade01 hat geschrieben:Kann man ihm das nachweisen, wandert er schonmal allein wegen diesen Verhaltens 12 Jahre in den Bau


Ungeachtet dessen, dass es sinnvoll ist, dass der Kapitän als letztes von Bord gehen soll. Aber nochmals: WO (in welchen Gesetz) steht das, dass die Gerichte darauf eine STRAFE von 12 Jahren verhängen können bzw. dass ein solches Verhälten überhaupt strafbeschwert ist. Merke: ohne entsprechende Vorschrift erfolgt keine Strafe - schon gar nicht eine Gefängnisstrafe.


Habe die Ehre

Gogolo

FastFood44 am 19 Jan 2012 11:32:21

Schlimm, schlimm!!!

Schlimm finde ich allerdings auch, dass Such- und Rettungsmannschaften freiwillig und/oder unfreiwillig (weil dazu vielleicht auch gezwungen) ihr Leben riskieren.
Diese Taucherei im Schiff unter diesen Bedingungen sind so unglaublich gefährlich dass es mich ganz fassungslos macht.
Natürlich warten die Angehörigen der Vermissten, natürlich gibt man die Hoffnung nie so richtig auf. Auch nach fast einer Woche nicht. Trotzdem sollte die Einsatzleitung einen kühlen Kopf bewahren und irgendwann auch mal sagen: Wir müssen abbrechen!

Schon auf Rügen war der Einsatz bei der Suche des verschütteten Mädchens zu groß.
So gut ich da mitfühlen kann. Habe ich doch selber Kinder in dem Alter.
Aber es würde in einer hoffnungslosen Situation zu viel riskiert.

Meine Bewunderung und gedrückten Daumen gelten den Tauchern im und am Schiffe.

GRUSS PETRA

blade01 am 19 Jan 2012 12:24:21

Gogolo hat geschrieben:
blade01 hat geschrieben:Kann man ihm das nachweisen, wandert er schonmal allein wegen diesen Verhaltens 12 Jahre in den Bau


Ungeachtet dessen, dass es sinnvoll ist, dass der Kapitän als letztes von Bord gehen soll. Aber nochmals: WO (in welchen Gesetz) steht das, dass die Gerichte darauf eine STRAFE von 12 Jahren verhängen können bzw. dass ein solches Verhälten überhaupt strafbeschwert ist. Merke: ohne entsprechende Vorschrift erfolgt keine Strafe - schon gar nicht eine Gefängnisstrafe.


Habe die Ehre

Gogolo


Gogolo, nochmals:

Es steht im Seerecht, dass der Kapitän die Verantwortung hat und die Verpflichtung solange an Bord zu bleiben, bis das Schiff aufgegeben werden muß, bzw. er alles unternommen hat, um die Situation zu klären, das Schiff ggf. zu retten und Personen vor Schaden zu bewahren - das hat er nicht getan.
Im Zitat oben kannst Du das rauslesen.

Zweitens - wie ich es zumindest den Informationen entnehme, ist es so, dass am Ort des Geschehens NICHT das internationale Seerecht gilt, sondern das innere, italienische Recht.
Das ist auch der Grund, wieso der Hafenkapitän das Kommando übernehmen konnte. Daraus soll wohl auch die Aussage bezüglich diesem Strafmaß kommen.
Ich finde, ehrlich gesagt, auch völlig unerheblich ob und wo das steht, weil : Ob er bestraft werden kann, weil er sich durch das Unterlassen seiner Aufgaben bei der Evakuierung an Bord verantwortungslos und fahrlässig verhalten hat, oder ob er bestraft wird, weil das eigentliche Verlassen an sich eine Bestrafung erfordert, ist inhaltlich, in diesem Fall, unerheblich.
Und dass das wiederum so ist, darf man , glaube ich, als erwiesen bezeichnen, denn ansonsten würde sich nicht sogar eine Richterin direkt damit auseinandersetzen.

Aber, um Deine Frage direkt zu beantworten: Nein, wo das explicit im italienischen Recht steht, weiß ich natürlich nicht - ich habe lediglich zitiert, was NTV diesbezüglich berichtet hat. Und die meinten eben, dass alleine das Verlassen des Schiffes gegen ein italienisches Gesetz verstößt und empfindlich bestraft wird.


Aber ich denke auch, dass uns bei dieser Frage, im Detail wohl nur ein Fachmann, sprich: Wolf, helfen kann.


P.S: Die Havarie an sich betreffend - gerade kam es wieder: Die ALLEINIGE Verantwortung liegt immer beim Kapitän, es ist der Einzige, der letztlich entscheidet, was das Schiff machen soll - auch, wenn man dem Reeder oder dem zuständigen Schiffahrtsamt eine Teilschuld aufs Auge drücken kann.

Gast am 19 Jan 2012 12:53:48

Aktuelle Bilder: --> Link

vg gerald

Maggie am 19 Jan 2012 13:22:57

@ Jonathan/Werner

Nichts ist unmöglich - weder früher noch heute. Habe zwar noch nicht so verwegen geträumt, aber halte deinen Traum nicht für unmöglich.

Sonst würden nicht auch die Verschwörungstheorien um das WTC immer noch hochkommen.

In früheren Kriegen waren einzelne Menschenleben gegenüber den Interessen von Herrschern, Nationen und Industrie wertlos. Warum sollte das heute anders sein? Nur weil wir nach 65 Jahren ohne Krieg nicht mehr so schnell daran denken...

Wenn nun tatsächlich wirtschaftliche Interessen hier der Antrieb waren, kommt das wohl hoffentlich eines Tages raus, aber so wahnsinnig überraschen täte es mich nun nicht mehr. :eek:

Maggie

Gogolo am 19 Jan 2012 13:37:12

blade01 hat geschrieben:Aber, um Deine Frage direkt zu beantworten: Nein, wo das explicit im italienischen Recht steht, weiß ich natürlich nicht - ich habe lediglich zitiert, was NTV diesbezüglich berichtet hat. Und die meinten eben, dass alleine das Verlassen des Schiffes gegen ein italienisches Gesetz verstößt und empfindlich bestraft wird.



blade01 hat geschrieben:Kann man ihm das nachweisen, wandert er schonmal allein wegen diesen Verhaltens 12 Jahre in den Bau




Mir ging es nur gewaltig gegen den Strich, dass du schon gleich das Strafmaß festlegen möchtest... - immer nur Halbwissen....


Habe die Ehre

Gogolo

travelrebell am 19 Jan 2012 13:38:35

Fundsache im Web eine Satellitenaufnahme die zeigt wie dicht die CC an der Küste liegt

--> Link

Gast am 19 Jan 2012 13:52:48

Liebe Spezialisten der Seefahrt,

als technisch Interessierter habe ich mal ein paar Fragen. Möglicherweise liege ich natürlich völlig daneben, ich kenne mich da nicht aus, deshalb frage ich ja die Spezialisten:

1) Wäre es nicht möglich, das Schiff mit vielen Tauen (hunderte) an Land so zu vertollen, dass es nicht mehr, oder nur bei großem Sturm abgleitet. Dazu müsste man natürlich mehre Polterlöcher in den Felsen anbringen und evtl. mehrere Haltepunkte am Schiff anschweißen.
2) Ich habe mal gelesen, dass es Bergungsmahnschaften gibt, die ganze Schiffe via Ballontechnik wieder heben können. Kann man diese Technik nicht auch dazu verwenden, ein Absinken zu erschweren oder gar zu verhindern.

Es ist mir schon klar, dass wir hier von echten Gewichtsmassen und der Kraft des Meeres reden. Wenn es aber wirklich abgleitet, reden wir vermutlich auch von einer Ölkatastrophe. Geld sollte hier keine Rolle spielen.

Und noch eine Respektsbekundung an die mutigen Retter und Taucher. Sie sind in meinen Augen echte Helden, auch und gerade weil es ihr Beruf ist.

Gast am 19 Jan 2012 14:38:10

travelrebell hat geschrieben:Fundsache im Web eine Satellitenaufnahme die zeigt wie dicht die CC an der Küste liegt

--> Link


Und da wollte der Kapitän in diesen Hafen?
Das ist das gleiche wie einen 40-Tonner in einem Sandkasten für Kinder zu parken!
Im Spiegel-Online steht was zum Persönlichkeitsprofil des Kapitäns!
Da wunderts einem nicht mehr!

Jörg

Maggie am 19 Jan 2012 14:41:55

In einer sehr anschaulichen Tagesschau-Darstellung wurde es so eingezeichnet:

Die Kollision mit dem Felsen ist etwas weiter draußen passiert. Der Kapitän oder wer auch immer hat danach noch versucht, mit dem Schiff näher an die Insel zu kommen.

Da, wo das Schiff jetzt liegt, ist es nicht kollidiert!

Aktuell finde ich diesen Tagesschau-Beitrag nicht mehr.

Maggie

Maggie am 19 Jan 2012 14:48:32

Habe gerade die Seite der Tagesschau nochmal wieder aufgerufen und glaubte, meinen Augen nicht zu trauen:

da fährt doch in einem Filmbeitrag das Schwesterschiff der Costa Concordia gestern Abend vollbeleuchtet recht nah am Unglücksort vorbei!! :eek:
Nun mögen die Entfernungen ja täuschen, aber das finde ich doch den Hammer!

--> Link

Maggie

Maggie am 19 Jan 2012 14:53:25

Und hier mühevoll gesucht und auch gefunden - der Link zu der Tagesschau-Grafik, die ich meinte, woraus hervorgeht, dass zum einen die automatischen Positionssignale unterbrochen gewesen sein sollen und dass die Havarie an einer anderen Stelle war als das Schiff jetzt liegt:

--> Link

Maggie

Tipsel am 19 Jan 2012 14:54:10

Das Unglück geschah doch garnicht an dieser Stelle. Dort ist das Meer 90 m tief und es ist die normale Route.

Der Kapitän hat das Schiff nach dem Unglück näher ans Ufer gebracht und versucht auf Grund zu legen.

Lancelot am 19 Jan 2012 15:02:40

Die Geschichte wird immer "besser", jetzt hatte der Kapitän auch noch "Damenbesuch" zum Unglückszeitpunkt auf der Brücke ...

--> Link

Wenn das keine Filmstory wird ...

Gast am 19 Jan 2012 15:10:48

Hier fragt sich "Die Welt Online" wer die Dame ist.

--> Link

travelrebell am 19 Jan 2012 16:35:01

Lancelot hat geschrieben:Die Geschichte wird immer "besser", jetzt hatte der Kapitän auch noch "Damenbesuch" zum Unglückszeitpunkt auf der Brücke ...

--> Link

Wenn das keine Filmstory wird ...



Die betr. Frau die sich mit dem Kapitano beschäftigt hat, taucht (lt.Medien) nirgends auf den Pass.Listen oder Personallisten auf. Gerüchten folgend seien mehrere blinde Passagiere/innen an Bord gewesen. Eine davon wurde von Kapitän auf der Brücke hofiert. Wär es nicht so traurig, könnte man unkend auf Rotmeercruises verweisen, wo illegal russ. Damen zur Animation eingeschleust werden. Dort ein lukratives weil verbotenes Business ...


Die Reederei hat den Kapitano (aktuell) suspendiert und ihm den Rechtsbeistand versagt. Dieser verstrickt sich in schwere Lügen, hinsichtlich der Havarie und die verweigerte Mithilfe bei der Rettung.

Gast am 19 Jan 2012 16:44:24

Angeblich lief zur Zeit der Havarie die "Titanic"- Filmmusik beim Abendessen. Das hieß es jedenfalls heute früh im Radio. Wenn das stimmt... kann man ja fast nicht glauben :eek:

Maggie am 19 Jan 2012 18:22:21

Lt. Jonathans Traum ist das dann vllt. gar kein Zufall, dass genau diese Melodie lief...

Maggie

froeschn am 20 Jan 2012 01:36:32

... und als der Kapitän ins Rettungsboot fiel, sang er "Time to say Goodbye"? Na, ich weiß ja nicht... :roll:

LG,
Fröschn, die auf den nächsten Beitrag von wolfworldwide wartet...

Immer wieder unglaublich, wieviel unterschiedliche Kompetenz sich hier tummelt! :dankeschoen:

Tipsel am 20 Jan 2012 01:43:04

Zurück zur ernsten Lage vor dem aufkommenden schlechten Wetter, hier der Link zur Cam

--> Link

Tipsel am 20 Jan 2012 04:34:42

Ein Versicherungsfall wirds im Endeffekt sein, es werden ein paar Köpfe rollen, pro forma, eingie werden Schweigegelder kassieren, und gut ists.

Irgendein gescheiter Mensch hat es im Fernseher so erklärt: wir sind nur emotional vom Schicksal der verhältnismäßig wenigen Opfer so stark betroffen, weil wir uns mit ihnen identifizieren können. Wir oder unsere Angehörigen hätten auch unter den Opfern sein können, weil wir uns diese Art zu Urlauben vorstellen können.

Aber als vor nicht allzu langer Zeit viele viele Flüchtlinge auf Booten und kleinen Schiffchen vor der Küste Italiens auf der Flucht in Seenot gerieten, und es wesentlich mehr Tote zu beklagen gab, war es nur mal eine kurze Schlagzeile wert, denn es betraf uns nicht gleichermaßen, denn das hätten ja wir oder unsre Angehörige nicht sein können. Da wurden keine Sondersendetermine eingerichtet, sondern man ging zur Tagesordnung über. Diese Leute wollte eigentlich niemand haben, also krähte kein Hahn mehr nach ihnen, obwohl hinter jedem einzelnen genauso eine Familie stand, die den Verlust betrauerte. Und diese vielen Menschen auch ihr Leben verloren.

An dieser Theorie ist was dran. Alles ist relativ. Und natürlich ist der Wert der Costa Concordia nicht vergleichbar mit dem Wert der unversicherten Boote der Flüchtlinge.

Tipsel am 20 Jan 2012 04:52:57

Ach noch was... dass der Kapitän als letzter das Schiff verlässt, ist ein Ehrenkodex, keine Pflicht.

Und dass er auf Befehl zurückkehrt, ist technisch garnicht mehr möglich gewesen.

Ein Geschmäckle hats trotzdem.

Und dass das Vorbeischrammen an der Insel Praxis war, aus werbewirksamen Gründen, war scheinbar Usus.

Ich guck immer noch ARD. Interessant.

blade01 am 20 Jan 2012 08:21:50

Gogolo hat geschrieben:
blade01 hat geschrieben:Aber, um Deine Frage direkt zu beantworten: Nein, wo das explicit im italienischen Recht steht, weiß ich natürlich nicht - ich habe lediglich zitiert, was NTV diesbezüglich berichtet hat. Und die meinten eben, dass alleine das Verlassen des Schiffes gegen ein italienisches Gesetz verstößt und empfindlich bestraft wird.



blade01 hat geschrieben:Kann man ihm das nachweisen, wandert er schonmal allein wegen diesen Verhaltens 12 Jahre in den Bau




Mir ging es nur gewaltig gegen den Strich, dass du schon gleich das Strafmaß festlegen möchtest... - immer nur Halbwissen....


Habe die Ehre

Gogolo



Findest Du sinnvoll, dass jemand mit Halbwissen andere mit Halbwissen beurteilt?
Ich habe lediglich geschrieben, was ich an infos gelesen/gesehen habe. Die Quellen habe ich auch genannt.
Da Du offensichtlich ebenfalls nicht zur See fährst, gehe ich davon aus, dass Du ebenfalls keine Ahnung hast (was ich in meinem Fall auch unterstrich) und Dich deshalb nicht mehr oder weniger gerechtfertigt hier äußerst.


@Tipsel
Tipsel hat geschrieben:Ach noch was... dass der Kapitän als letzter das Schiff verlässt, ist ein Ehrenkodex, keine Pflicht.

Und dass er auf Befehl zurückkehrt, ist technisch garnicht mehr möglich gewesen.

Ein Geschmäckle hats trotzdem.

Und dass das Vorbeischrammen an der Insel Praxis war, aus werbewirksamen Gründen, war scheinbar Usus.

Ich guck immer noch ARD. Interessant.


Wenn der Kapitän das Schiff verlässt, gilt es als aufgegeben.
"Aufgegeben" gilt es, per Definition im Seerecht wohl aber nur dann, wenn der Kapitän alles menschenmögliche unternommen hat, das Schiff zu retten und/oder Passagiere und Mannschaften von Bord zu bringen.
D.h. im Endeffekt nichts anderes, als die Bestätigung dieses Ehrenkodexes.
Außerdem, ich schrieb es weiter vorn bereits, hat wohl, lt. Infos, das in dem Fall nicht mit internationalem Seerecht, sondern mit Italienischen zu tun - da steht es wohl unter Strafe. Deswegen betrachtet das die Justiz wohl auch als Vergehen und eine Richterin untersucht diesen Vorgang.

Wieso soll eine Rückkehr nicht möglich gewesen sein? Andere haben das kurz nach der Havarie auch geschafft.


Hier ein Auszug aus der Zeitung
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Schettino des Totschlags und wirft ihm vor, eine Havarie verursacht zu haben sowie sein Schiff verlassen zu haben, bevor alle Passagiere in Sicherheit gebracht wurden. Allein für den letztgenannten Vorwurf drohen Schettino bis zu zwölf Jahre Haft.


Hier der Link zum Artikel
--> Link

wolfworldwide am 20 Jan 2012 12:14:24

Moin, moin,

bin ein wenig im Stress, da beruflich auf der Grünen Woche unterwegs.
Vorab aber mal ein link, unter dem man GPS-Rekonstruktion der Concordia-Strandung abrufen kann.

Wenn, was sich nicht andeutet, als Auslöser keine technische Ursache (z. B. Ruderversager) anzunehmen ist, dann ist die schwere Grundberührung eine unfassbare navigatorische Fehlleistung, mal abgesehen davon, dass auch die Geschwindigkeit (die Concordia ist mit 15 Knoten in die Steine) bezogen auf Art der Ansteuerung und Nähe zur Küste absolut unangemessen war.

--> Link



Mit besten n


Wolf

Gast am 20 Jan 2012 12:19:26

wolfworldwide hat geschrieben:Wenn, was sich nicht andeutet, als Auslöser keine technische Ursache (z. B. Ruderversager) anzunehmen ist, dann ist die schwere Grundberührung eine unfassbare navigatorische Fehlleistung, mal abgesehen davon, dass auch die Geschwindigkeit (die Concordia ist mit 15 Knoten in die Steine) bezogen auf Art der Ansteuerung und Nähe zur Küste absolut unangemessen war.
Wolf

Wenn es keine technische Ursache hatte, hat dann nicht auch der Navigationsoffizier einen Fehler gemacht?

travelrebell am 20 Jan 2012 13:05:25

wenn der auch "beschäftigt" war...

lt. N-TV wird es immer skurriler, zu der "Dame" widersprechen sich die Hinweise, der Kapitano ist mit Privatgepäck ins Rettungsboot gefallen, die Dame hatte sich bei Ihm verheddert und war deshalb mit "abgereist"

Die Kommandoführung seitens Schettino hätte "berlustconische Charakterzüge gehabt....

pipo am 20 Jan 2012 13:32:42

Bestimmt war Berlusconi auch an Board und eine seiner brühmten Bunga Bunga Partys gefeiert :stupid:

Ganz ehrlich, bislang 12 Tote und 1 Million Gerüchte. Sowas habe ich auch noch nicht erlebt.


peter

travelrebell am 20 Jan 2012 13:41:19

hat wohln auch selten jemand so einen Schwachsinn in dieser Größenordnung fabriziert und sich dann aus dem Staub gemacht, nicht vergessend es hat durch diesen Machissimo unnötig Tote gegeben. Hätte nicht soviel im Argen gelegen...wäre es nicht....

Gast am 20 Jan 2012 15:05:11

die Auswertung der AIS-Daten zeigt, daß die Concordia gegen 20:44 in die Steine geknallt ist und anschließend den Kurs beibehalten hat als wäre nichts gewesen

20 min später erfolgte dann eine abrupte Wendung mit langsamer Fahrt zurück Richtung Hafen und weitere 45 min später Ende in unmittelbarer Küstennähe

wer immer die Wende veranlaßt hat, dem dürften sicher eine Reihe von Passagieren ihr Leben verdanken.

klaus

Tipsel am 20 Jan 2012 15:54:56

Mich würde mal interessieren, ob da nur ein einzelner Mensch auf die Instrumente schaut.
Wird der Kurs eingestellt und gut ists?

Gibt es keinen Alarm, wenn die Tiefe nicht passt?

Lancelot am 20 Jan 2012 16:01:24

wolfworldwide hat geschrieben:Vorab aber mal ein link, unter dem man GPS-Rekonstruktion der Concordia-Strandung abrufen kann.
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:eek: :eek:

Echt "der Hammer" was man heutzutage alles nachvollziehen und im Netz anschauen kann :!:

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Die Markise würde ich....
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