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Großes Kreuzfahrtsschiff auf Grund gelaufen 1, 2, 3, 4


Gast am 14 Jan 2012 13:27:18

Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia ist vor der toskanischen Küste auf Grund gelaufen und in gefährliche Schräglage geraten. Angeblich hat es einen 70m lagen Riss auf der Seite. Erste Augenzeugen berichten von unglaublich unprofessionellen Rettungsmaßnahmen der Mannschaft. Auch wäre nicht eine Durchsage erfolgt, in der von einem Unfall gesprochen wurde. Und Tote soll es leider auch gegeben haben. Ich bin ganz schön erschrocken, war ich doch auch einige male auf einer Kreuzfahrt und fand die Crews immer hoch professionell.

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jonathan am 14 Jan 2012 13:37:24

--> Link

Hier kann man den Riss sehen, in dem auch noch ein Stück Felsen steckt....
Gut as wir mit unseren Wohndosen nicht kentern können
nein-Spass beiseite, so etwas möchte ich nicht miterleben!
jonathan

uschi-s am 14 Jan 2012 13:43:14

"Schräglage" ist aber sehr vorsichtig ausgedrückt

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Gast am 14 Jan 2012 14:06:26

Da weiß ich einmal mehr,
warum wir inzwischen das Reisen mit unserem WOMO
allen anderen Reisemöglichkeiten gegenüber bevorzugen ! :D

Tipsel am 14 Jan 2012 14:08:19

Wie kann sowas trotz moderner Technik passieren?

bernierapido am 14 Jan 2012 14:18:54

Ich habe mich von unserer Tanzformation breit schlagen lassen und für Herbst bei Costa eine Kreuzfahrt gebucht.
Naja, Unglücke mit Kreuzfahrschiffen sind sooooo selten, aber es betrifft dann immer gleich sehr viele Menschen.

Übrigens:
Ein Campingfahrzeug kann auch kentern heißt dann aber umkippen.
Man ist halt nie und nirgens sicher .....

haballes am 14 Jan 2012 14:20:40

Tipsel hat geschrieben:Wie kann sowas trotz moderner Technik passieren?



Schon die Titanic galt zu ihrer Zeit als modernstes, unsinkbares Schiff.
Man muss sich allein einmal die Masse(Gewicht) solch eines Brockens vor Augen halten und mal sehen, welche "Bremswege" da nötig sind.


Hier die Daten mal:
--> Link

Gast am 14 Jan 2012 14:21:28

Tipsel hat geschrieben:Wie kann sowas trotz moderner Technik passieren?


1) Weil Technik versagen kann
2) Weil es auch ein menschlicher Fehler gewesen sein kann.
3) Weil es auch eine sehr starke Windböhe gewesen sein kann, die das Schiff vom Kurs brachte.

Ein so langes (295m) und hohes Schiff ist leider gegen Seitenwind empfindlich. Ich habe das selbst mal beim Anlegen in La Gomera auf der Arosa Blu erlebt, dass der Kapitän wegen Starkwind abbrechen musste und wir den Tag auf See verbrachten.

Gast am 14 Jan 2012 14:32:19

Wir können, wenns eng wird, mit beiden Füßen auf die Bremse steigen, ruhig stehen bleiben und erst mal vorsichtig die Lage peilen, dann die Sache mit Überlegung und Bedacht angehen.

Auf einem Schiff ist das anderst.

Erstens: es bremst schlechter und reagiert sehr träge aufs Ruder

Dann geben die Wellen keine Ruhe, die kritischen Bewegungen gehen weiter.

Dann zerren weiterhin teils heftige Strömungen am Rumpf und deuen die Chause überal hin, nur nicht nach da, wo man hin will.

Dann wie schon angesprochen der Wind.

Wenn jetzt der Skipper Pech hat, kommt nicht nur eines der ereignisse sondern mehrere und schon ist der Teufel im Busch.


Wer von euch den Bootsschein hat, der weiß wovon ich rede.

Ich habe mal bei ca. Wind 5 - 6 mit einem 11m Stahlverdränger anlegen müssen. Da wird so einer Landratte schon sehr mulmig.

Gast am 14 Jan 2012 14:46:41

Hier ist eine Livecam der Insel bei der man links die Havarie sieht : --> Link

Die Zahl der Toten wurde (Gott sei Dank) auf 3 korrigiert. Wobei jeder einer zu viel ist.

uschi-s am 14 Jan 2012 14:49:00

Da haben die aber ganz schön zu tun, wenn die das Schiff wieder flottmachen wollen. Ich kenne es von La Spezia, da liegt ein Kriegsschiff schon sehr lange schräg im Wasser.

Gast am 14 Jan 2012 14:49:50

bernierapido"]Ich habe mich von unserer Tanzformation breit schlagen lassen und für Herbst bei Costa eine Kreuzfahrt gebucht.
Naja, Unglücke mit Kreuzfahrschiffen sind sooooo selten, aber es betrifft dann immer gleich sehr viele Menschen.

Übrigens:
Ein Campingfahrzeug kann auch kentern heißt dann aber umkippen.
Man ist halt nie und nirgens sicher .....


Das stimmt !

Gast am 14 Jan 2012 14:52:08

uschi-s hat geschrieben:Da haben die aber ganz schön zu tun, wenn die das Schiff wieder flottmachen wollen. Ich kenne es von La Spezia, da liegt ein Kriegsschiff schon sehr lange schräg im Wasser.

Dieses Schiff ist nicht mehr zu retten. Das Unglück passierte übrigens am Freitag, den 13. Das gibt den Abergläubischen wieder Futter.

jonathan am 14 Jan 2012 14:53:04

uiuiuiui---da kann man ja schon mit einem Boot am obersten Deck anlegen... und drinnen suchen Retter noch nach Vermissten. Horrorvorstellung für mich-ist wie in einem Katastrophen-Action-Film
jonathan

traveller-71 am 14 Jan 2012 14:54:11

Tipsel hat geschrieben:Wie kann sowas trotz moderner Technik passieren?


... das habe ich mich auch zuerst gefragt, gerade in Zeiten von modernster Technik mit x Sicherheitsstufen, Radar usw. aber ganz ausgrenzen kann man Fehler wohl nie ...

traveller-71 am 14 Jan 2012 15:00:39

bernierapido hat geschrieben:Ich habe mich von unserer Tanzformation breit schlagen lassen und für Herbst bei Costa eine Kreuzfahrt gebucht.
Naja, Unglücke mit Kreuzfahrschiffen sind sooooo selten, aber es betrifft dann immer gleich sehr viele Menschen.


... ich weiß ja nicht wo die Costa überall unterwegs ist, hoffe aber ihr seid nicht auf Karibik-Kreuzfahrt zu dieser Zeit.
Ansonsten ist eine Kreuzfahrt auch eine sehr schöne und vor allem bequeme Art Ziele zu bereisen. Von daher freu Dich drauf und mach Dir weniger Gedanken :wink:

Edit:
Weil ich Tanzformation gelesen habe ... Tanzen bei Wellengang hat sein ganz eigenen Charakter, probiers mal aus :wink:

Gast am 14 Jan 2012 15:34:22

Wie berichtet wurde, war es zum Unfallzeitpunkt windstill. Es wird ein grober Fehler der Navigationsmannschaft vermutet.
Laut Zeugenaussagen waren die Rettungsmaßnahmen extrem schlecht organisiert.

wfo47 am 14 Jan 2012 16:10:50

Wir waren 2006 im östlichen Mittelmeer mit diesem Schiff 9 Tage unterwegs.
Wir hatten bereits nachdem wir Venedig velassen hatten, eine Seenotrettungübung, welche mit grosser Disziplin und mit beruhigend Kommandos durchgefürt wurde.
Auch wurde das Einsteigen in die Rettungboote geübt.
Kann deshalb die Aussage dass die Rettung nicht optmal war absolut nicht verstehen.

Maggie am 14 Jan 2012 16:17:05

raidy hat geschrieben:
uschi-s hat geschrieben:Da haben die aber ganz schön zu tun, wenn die das Schiff wieder flottmachen wollen. Ich kenne es von La Spezia, da liegt ein Kriegsschiff schon sehr lange schräg im Wasser.

Dieses Schiff ist nicht mehr zu retten.


Naja, ich vermute, es ist nur deshalb noch nicht gesunken, weil es auf Felsen aufliegt - sichtbare oder unter Wasser liegende. Die stützen den Rumpf und verhindern ein weiteres Versinken vermutlich.
Schade und furchtbar für alle.

Maggie

Gogolo am 14 Jan 2012 16:22:14

wfo47 hat geschrieben:Wir waren 2006 im östlichen Mittelmeer mit diesem Schiff 9 Tage unterwegs.
Wir hatten bereits nachdem wir Venedig velassen hatten, eine Seenotrettungübung, welche mit grosser Disziplin und mit beruhigend Kommandos durchgefürt wurde.
Auch wurde das Einsteigen in die Rettungboote geübt.
Kann deshalb die Aussage dass die Rettung nicht optmal war absolut nicht verstehen.



Die Rettungsübung war erst für heute terminiert....



raidy hat geschrieben:Laut Zeugenaussagen waren die Rettungsmaßnahmen extrem schlecht organisiert.


Diese Zeugenaussagen sind mit äußerster Vorsicht zu betrachten, da auch bei den Passagieren heftige Panik geherrscht hat! Dass die Organisation doch gut funktionierte zeigt, dass bis auf 3 Pasagiere alle rd. 4200 Mitfahrer gerettet werden konnten. Und ob diese 3 Passagiere nicht deshalb ums Leben kamen weil sie in Panik (dummerweise) von Bord sprangen ist noch nicht geklärt. Solange darüber keine Klarheit herrscht werde ich mich mit Wertungen zurückhalten.


Habe die Ehre

Gogolo

wolfherm am 14 Jan 2012 16:25:18

Es ist schon wieder bemerkenswert, wie wir hier im Forum weit entfernt vom Geschehen schon anfangen, eine Analyse der Unfallursache betreiben und versuchen, Schuldfragen zu klären.

Lasst die doch erst einmal in Ruhe die Ursache (n) ermitteln.

Gast am 14 Jan 2012 19:30:02

ich habe mir eben auf N24 die dahingehende Berichterstattung angesehen und bin erschüttert.


Über das Wieso & Warum nicht. Fehler, seien sie menschlich oder der Technik geschuldet passieren, heute und in 100 Jahren noch.

Aber, da denkt man, Mensch, so eine Bootstour wäre doch auch mal was und seit Titanik, Lousitanja, Andrea Doria, oder den anderen Katastrophen ist viel Zeit vergangen und die großen Pötte sind heute so sicher, die Technik so weit fortgeschritten, alles doppelt und dreifach abgesichert......und dann legt sich ein so neues großes Schiff mal gerade so, innerhalb kurzer Zeit auf die Seite.
Mit mehr Schwung, weiter ins tiefere Gewässer, wäre der Kahn jetzt ganz unter der Oberfläche.

Ich finde, bei allem Elend, die tatten echt noch Glück.

Was das Gezetere über die Besatzung angeht, habe ich dazu eine andere Auffassung. Besatzung auf so einem Pott heißt 95% Hotelpersonal und nur 5% Seefahrendes Personal im Sinne der christlichen Seefahrt.
Will ich von einem Kellner, Steward, oder Zimmermädchen wirklich erwarten " Pasagiere, Frauen & Kinder zuerst " ????
Das sind unterbezahlte Gastronomie und Reiseangestellte, nicht mehr und nicht weniger.
Weiterhin hat noch keine Übung stattgefunden.
Dann stelle man sich die Riesen Masse panischer Menschen vor, gegen das kleine Häufchen der die wissen was sie tun, oder es zumindest sollten. Die haben verloren bevor sie überhaupt angefangen haben.
Ein Mensch ist noch vernünftig, 2 denken über Lösungen nach, 3 bilden noch ein Team.....aber dann wird es eng. 3500Menschen in Panik sind wohl fast nur noch eine egoistische kaum noch zusteuernde Horde.

Offensichtlich haben die ja dennoch fast alle lebend von Bord bekommen, bis auf die, die eigenmächtig über Bord sprangen. Also SO verkehrt kann es garnicht gewesen sein.

Da haben trotz dem Genöhle wohl doch einige der Besatzung und sicher auch einige Pasagiere einen richtig guten Job gemacht.



Wieviele jetzt wirklich noch drinnen irgendwo sind, oder unter dem Schiff liegen weiß man ja noch nicht.

Was letztlich Ursache sein wird und sonstiges werden wir alle die Tage erfahren.

Bin aber auch mal gespannt, was mit dem Schiff selber passiert. Der sichtbare Bodenteil, der beschädigt ist, sieht böse aus. Wenn die andere Seite genauso, oder noch schlimmer ist, was naheliegend ist, dann müssen die versuchen ein Sieb abzudichten.

Gast am 14 Jan 2012 19:40:56

Gogolo hat geschrieben:
raidy hat geschrieben:Laut Zeugenaussagen waren die Rettungsmaßnahmen extrem schlecht organisiert.


Diese Zeugenaussagen sind mit äußerster Vorsicht zu betrachten, da auch bei den Passagieren heftige Panik geherrscht hat! Dass die Organisation doch gut funktionierte zeigt, dass bis auf 3 Pasagiere alle rd. 4200 Mitfahrer gerettet werden konnten. Und ob diese 3 Passagiere nicht deshalb ums Leben kamen weil sie in Panik (dummerweise) von Bord sprangen ist noch nicht geklärt. Solange darüber keine Klarheit herrscht werde ich mich mit Wertungen zurückhalten.
Habe die Ehre

Gogolo

Da gebe ich dir schon Recht. Ich habe auch nur Zeugen zitiert. Ein eigenes Urteil kann ich mir noch nicht machen, dazu ist die Faktenlage zu dünn.

Ich weiß aus eigener Erfahrung von mehreren Kreuzfahrten, dass die Rettungsübungen immer sehr konsequent und ordentlich durchgespielt werden. Allerdings finden diese Übungen auch meist erst am zweiten Tag statt. Dieses mal zumindest war dies zu spät.
Aber trotz aller Tragik - es hätte noch viel schlimmer kommen können.
Um das Schiff ist es mir egal, dafür gibt es Hapag Llyod. Hoffen wir also, dass die Vermissten alle wohlauf sind.

wolfherm am 14 Jan 2012 19:54:19

Raidy,

hast du schon einmal eine Rettungsübung bei Schräglage oder mit hunderten panischen Passagieren gemacht? Die läuft anders ab, als solche Trockenübungen.

Deshalb sollte man ganz schön vorsichtig sein, wenn man sich da auf Basis der Aussagen einiger Passagiere, die sich eine halbe Stunde vorher noch in die Hosen gemacht haben und jetzt die Besatzung madig machen, ein Urteil erlaubt.

Außerdem sind das auch nur Menschen. Menschen, die genauso um ihr Leben bangen, wie die Passagiere. Bei denen steht auch nicht im Arbeitsvertrag, dass sie ihr Leben für die Passagiere opfern müssen. Die können genauso in Panik geraten wie die Passagiere.

Ich finde es immer wieder toll, wie man von anderen Menschen verlangt, dass sie ihr Leben riskieren sollen.

creativi am 14 Jan 2012 19:58:47

Gogolo hat geschrieben:...Dass die Organisation doch gut funktionierte zeigt, dass bis auf 3 Pasagiere alle rd. 4200 Mitfahrer gerettet werden konnten.


Laut WDR werden zur Zeit noch 70 Passagiere vermisst.


Gast am 14 Jan 2012 20:02:22

Nein Wolfgang, habe ich natürlich noch nicht. Und ich denke es wird immer Panik ausbrechen, egal wann und wie gut man die Rettungsübung macht. Aber ich habe mich schon immer gefragt, warum man nicht erst die Rettungsübung macht und dann ablegt.

Dazu bedarf es nicht einmal einer Katastrophe. Schau dir nur mal das Gedränge im Flugzeug an, wenn jeder der erste sein will beim einsteigen. als ob er dann auch früher abfliegen könnte.

Was das Rettungspersonal betrifft denke ich etwas anders. Durch gutes Training und konsequenten Einsatz können sie sehr wohl eine Evakuierung erheblich effektiver gestalten. Sie wissen, dass ihr Beruf dieses Risiko beinhaltet und es zum Ernstfall kommen kann.
Ein Rettungsschwimmer bleibt auch nicht am Strand, nur weil ihn der Ertrinkende umklammern könnte.
Aber ich weiß auch, dass es für unsere Verhältnisse sehr niedrig bezahlte junge Menschen sind, die bei Dienstantritt davon ausgehen, dass so ein Fall eh nie passieren kann. Viele von ihnen sind mit der Einstellung zum ersten mal überhaupt auf einem Schiff.
Sie sollten Rettungshilfe leisten, aber es sind auch nur Menschen. Ich verüble es ihnen nicht, wenn im Ernstfall auch bei ihnen die Angst siegt.

wolfherm am 14 Jan 2012 20:07:21

Raidy,

eine echte Katastrophe ersetzt mindestens zehn Trockenübungen. Ist zwar eine etwas sarkastisch Aussage eines alten Feuerwehrmannes, aber frage mal gestandene Retter.

Jetzt sollten wir es aber lassen. Mir war es nur wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass es sich bei den Besatzungsmitgliedern auch um ganz normale Menschen handelt.

Gast am 15 Jan 2012 00:33:37

Focus berichtet, dass der Kapitän verhaftet wurde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Herbeiführung eines Schiffbruchs...
Die sind aber schnell mit dem Vorverurteilen.

wolfherm am 15 Jan 2012 04:08:19

raidy hat geschrieben:Focus berichtet, dass der Kapitän verhaftet wurde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Herbeiführung eines Schiffbruchs...
Die sind aber schnell mit dem Vorverurteilen.


Das machen die Kollegen in I immer gerne und schnell. Nennt man in D Aktionismus. Keiner weiß was genaues, aber man schießt schon mal los....

Knuffel am 15 Jan 2012 10:19:47

Na ja - fest steht nun mal das der Kapitän mit einem knapp 36m breiten Schiff zwischen zwei Felsen die eine Durchgangsbreite von etwa 67 m haben gefahren ist, nur um näher an der Insel vorbeizufahren wo ein Großteil der Besatzung herkommt damit man sich winken kann...

wolfworldwide am 15 Jan 2012 10:23:03

Knuffel hat geschrieben:Na ja - fest steht nun mal das der Kapitän mit einem knapp 36m breiten Schiff zwischen zwei Felsen die eine Durchgangsbreite von etwa 67 m haben gefahren ist, nur um näher an der Insel vorbeizufahren wo ein Großteil der Besatzung herkommt damit man sich winken kann...




Donnerwetter, was so alles schon fest steht.


Mit besten n


Wolf

Knuffel am 15 Jan 2012 11:09:58

wolfworldwide hat geschrieben:
Knuffel hat geschrieben:Na ja - fest steht nun mal das der Kapitän mit einem knapp 36m breiten Schiff zwischen zwei Felsen die eine Durchgangsbreite von etwa 67 m haben gefahren ist, nur um näher an der Insel vorbeizufahren wo ein Großteil der Besatzung herkommt damit man sich winken kann...




Donnerwetter, was so alles schon fest steht.


Mit besten n


Wolf


Wieso Donnerwetter?
Sorry das die Seekarten schon vor Jahren gemacht wurden und man nicht erst morgen anfängt die Durchfahrtsbreite zwischen den Felsen auszumessen. Und auch die Position wo das Schiff nun liegt ist wohl unbestritten - hat bestimmt kein Eisberg mitten im Atlantik gerammt und ist dann noch schnell zu dem Felsen gefahren um da zu kentern und nicht wie ein anderes Schiff auf den Meeresboden zu sinken.
Durchfahrtsbreite seit Jahren bekannt und die aktuelle Position ist auch nicht zu leugnen, d.h....? Der muss da wohl wirklich gefahren sein.

Also verstehe ich Dein blöden Kommentar auch nicht - oder bist Du einer von der Sorte, die bei Rot über die Kreuzung fahren um dann mit dem Polizist zu disskutieren, ob die Ampel vor ner Minute wirklich schon da war?

wolfworldwide am 15 Jan 2012 12:20:24

Nein,

ich bin vielmehr einer von denen, die ihr Einkommen lange Jahre damit verdient haben, indem sie als Kapitäne Schiffe über die Weltmeere gefahren haben.


Mit nautischen n


Wolf

katermikesch am 15 Jan 2012 12:23:15

1) der Kapitän steuert selten selber. Er korrigiert im Vorfeld der Reise die Routenplanung. Die Durchführung der sicheren Navigation obliegt dem nautischen Wachoffizier. 2) die Seenotrettungsübung ist lt SOLAS innerhalb der ersten 24 Stunden nach Reisebeginn zu absolvieren. 3) Alle Besatzungsmitglieder sind für den Ernstfall zu schulen, Kenntnisse sind nachzuweisen und bordseitig dauerhaft weiterzuschulen. Die Standards bei Deutschlands führender Kreuzfahrtreederei sind hier sehr hoch, wie die Italiener das halten weiss ich nicht. 4) Die Technisierung verhindert keine Unfälle. Das blinde Vertrauen in die Technik fördert diese noch. Der große Unsicherheitsfaktor ist der Mensch und dessen Kenntnis der Systeme und möglicher Fehlerquellen. 5) Seefahrt / Kreuzfahrt ist eine der sichersten Urlaubsmethoden. Wie schon durch Vorredner geschrieben trifft es halt nur immer gleich einige Personen mehr, ist medial wirksam (vgl: Flugzeugabsturz) und die Berufsbetroffenen und Pseudo Experten können sich artikulieren. 6) last but not least: für die Gäste eine bittere Erfahrung.

Maggie am 15 Jan 2012 13:05:16

bigpit hat geschrieben:Was das Gezetere über die Besatzung angeht, habe ich dazu eine andere Auffassung. Besatzung auf so einem Pott heißt 95% Hotelpersonal und nur 5% Seefahrendes Personal im Sinne der christlichen Seefahrt.
Will ich von einem Kellner, Steward, oder Zimmermädchen wirklich erwarten " Pasagiere, Frauen & Kinder zuerst " ????
Das sind unterbezahlte Gastronomie und Reiseangestellte, nicht mehr und nicht weniger.
Weiterhin hat noch keine Übung stattgefunden.

Hallo bigpit,

grundsätzlich finde ich deinen gesamten Beitrag sehr menschlich und einfühlsam. Gefällt mir sehr gut.

ABER: auch die Kellner und Stewards gehören von der Reederei geschult. Auch oder gerade dann, wenn sie das 1. Mal auf einem Schiff sind. Und das BEVOR sie auf dem Schiff sind.
Ich hoffe ja nicht, dass die Gäste-Notfall-Schulung auch die Schulung für die Angestellten ist.
Zwar sind das hier beides jetzt Mutmaßungen von uns beiden. Aber sicher kann man sich in Zeiten des Wettbewerbs ja wirklich nicht sein.
Es sollte jedenfalls so sein, dass das gesamte Personal für Notfälle geschult ist und weiß, was es zu tun hat.

Maggie

katermikesch am 15 Jan 2012 13:35:42

zimtzicke hat geschrieben:
bigpit hat geschrieben:Was das Gezetere über die Besatzung angeht, habe ich dazu eine andere Auffassung. Besatzung auf so einem Pott heißt 95% Hotelpersonal und nur 5% Seefahrendes Personal im Sinne der christlichen Seefahrt.
Will ich von einem Kellner, Steward, oder Zimmermädchen wirklich erwarten " Pasagiere, Frauen & Kinder zuerst " ????
Das sind unterbezahlte Gastronomie und Reiseangestellte, nicht mehr und nicht weniger.
Weiterhin hat noch keine Übung stattgefunden.


Ich hoffe ja nicht, dass die Gäste-Notfall-Schulung auch die Schulung für die Angestellten ist.
Zwar sind das hier beides jetzt Mutmaßungen von uns beiden. Aber sicher kann man sich in Zeiten des Wettbewerbs ja wirklich nicht sein.
Maggie


Doch Maggie, kann man, denn die weltweiten Ausbildungsstandards schreiben ein solches Training vor. Stihwort hier ist Crowd & Crisis Management (vgl. STCW Code Regel VI). Weiterhin sind alle Firmen innerhalb des Carnivalverbundes an hoechste Sicherheits- und Ausbildungsstandards gebunden, so dass kontinuierlich weitergeschult wird. Sicher "frischt" jede Notfalluebung dieses Wissen auf, aber ein "training on the job" findet hier nicht statt.

womomama am 15 Jan 2012 13:57:28

schlimm ist dass soetwas passiert.Aber wenn ich hier die Beiträge lese geht es wie immer darum :
Wer hat Schuld?
Das erste überhaupt und egal was passiert ist die Frage: Wer wars? Kann ich einen zu fassen bekommen den ich dann auch zur Verantwortung ziehen kann?
Wenn ich ehrlich bin ist mir ein technisches Versagen immer noch die angenehmste Variante.
Hinter jedem Menschen steht eine Familie oder Angehörige die mit einem Verlust oder einem Schaden zurecht kommen müssen.
Aber wenn es tatsächlich menschliches Versagen war oder ist sollte man nicht auch daran denken dass der Verantwortliche eben auch nur eines ist,nämlich ein Mensch.
Jemand wie du ind ich der den Rest seines Lebens damit klarkommen muss was geschehen ist.
In diesem Sinne allen einen schönen Sonntag,Elvi

Maggie am 15 Jan 2012 13:59:55

@katermikesch

Vielleicht sollte man mal Günter Wallraff undercover dahin schicken. DANN weiß man sicher, wie es läuft.

Aber es ist wirklich gut, dass es diese Vorschriften gibt.

Maggie

Gast am 15 Jan 2012 14:06:23

Was mich mehr als wundert: wo bleiben die Tauch- und Bergungsprofis der italienischen Marine?

Wie lange wird es wohl noch dauern, bis diese Kameraden in die Puschen kommen?

Ich höre heute schon die späteren Vorwürfe.

Aber - es ist halt wie immer.

Damit konnte ja niemand rechnen :ooo:

vg gerald

Gogolo am 15 Jan 2012 14:07:14

womomama hat geschrieben:schlimm ist dass soetwas passiert.Aber wenn ich hier die Beiträge lese geht es wie immer darum :
Wer hat Schuld?
Das erste überhaupt und egal was passiert ist die Frage: Wer wars? Kann ich einen zu fassen bekommen den ich dann auch zur Verantwortung ziehen kann?
Wenn ich ehrlich bin ist mir ein technisches Versagen immer noch die angenehmste Variante.
Hinter jedem Menschen steht eine Familie oder Angehörige die mit einem Verlust oder einem Schaden zurecht kommen müssen.
Aber wenn es tatsächlich menschliches Versagen war oder ist sollte man nicht auch daran denken dass der Verantwortliche eben auch nur eines ist,nämlich ein Mensch.
Jemand wie du ind ich der den Rest seines Lebens damit klarkommen muss was geschehen ist.
In diesem Sinne allen einen schönen Sonntag,Elvi



Du sprichst mir aus der Seele :daumen2: :daumen2: :daumen2:


Habe die Ehre

Gogolo

Bergbewohner1 am 15 Jan 2012 14:22:46

@womomama Hinter jedem Menschen steht eine Familie oder Angehörige die mit einem Verlust oder einem Schaden zurecht kommen müssen.
Leider vergessen dies in den meisten Fällen die, die es zu vernatworten haben.

Stefan-Claudia am 15 Jan 2012 14:42:51

Der Felsen hat jedenfalls riesige Löcher in den Rumpf gerissen, wie hier weltexclusiv zu sehen ist :
--> Link
Taucher sind also im Einsatz.

Gast am 15 Jan 2012 18:11:01

Die Taucher sind im Einsatz und haben noch 3 Menschen lebend bergen
können,ausserdem haben sie noch 2 Tote gefunden,die Kameraden
riskieren bei ihren Tauchgängen ihr Leben!!

Arno

uschi-s am 15 Jan 2012 18:15:32

Es ist schlimm, was sich dort ereignet hat. Die vielen persönlichen Dramen, die sich abspielen. Die Ungewissheit, die jetzt in einigen Familien herrscht: ist mein Verwandter schon gerettet, kann er noch gerettet werden?

Hut ab vor den Tauchern, die sich immer wieder in das zu versinkene Schiff wagen, Hut ab auch vor den anderen Rettern.

Hoffentlich findet alles ein gutes Ende.

Gast am 15 Jan 2012 18:23:27

Wir leben in einer hoch hochtechnisierten Welt und kein Mensch ist fehlerfrei.
Es mag nicht schön klingen, aber Unglücke wird es daher immer geben. Wer glaubt man könne dies zu 100% vermeiden träumt einen schönen, aber unwirklichen Traum.
Ganz extrem zeigt sich dies im Straßenverkehr. Wollten wir 0 Verkehrsopfer müssten wir den Verkehr verbieten.
Sicherheit, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit sind immer ein schweres Balancing von Gesetzgeber, Hersteller und Anwender.

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