wirklich aktuelles zu GR.....so hiess doch das Thema.
Viel wurde geschrieben...60 Antworten auf 5 Seiten.
Von den 60 Antworten waren 3 (in Worten: drei) etwas aktuelles aus dem jetzigen GR. Viel war Kritik an den 3 Antworten...oups.
Ich gehörte zu den usern, die diesen Thread mit Interesse verfolgt haben, um "wirklich aktuelles aus GR" zu lesen...wegen der Entscheidungsfindung heutzutage, ein bisschen besorgt war ich nämlich schon, bei all den Hetzberichten, die ich in unseren "Qualitätsmedien" gelesen habe. "Deutschenfeindlichkeit" war das Schlagwort, hier und woanders.
Nun, ermutigt durch die 3 Berichte diese Threads fuhr ich nach GR. Ich wollte es selbst!! sehen.
Hier nun ein kleiner Erfahrungsbericht:
Ich bin gerade aus GR zurück, was ich nicht geplant hatte, da mein Hund todkrank wurde und in GR keine Möglichkeit war , ihn zu retten. Dies gelang in Österreich, deswegen bin ich aus GR zurück, sonst wäre ich noch da.
Wir fuhren über Ungarn/Pecs, Kroatien, Serien, Makedonien nach Volos in GR.
Die Fahrt war lang, die Spritpreise nicht teuerer als in D und es gab nicht eine unangenehme Situation während der Fahrt, alles verlief bestens.
Als wir bei Evzoni nach GR kamen, war die ehemals übervolle und belebte Grenzstation leer. Nichts los, garnichts.
Der griechische Zoll war problemlos, die Zöllnerin sah unseren Rotti , sagte "schöner Hund, ich habe einen Husky" und winkte uns durch, ohne auch nur einen Blick in unsere Papiere geworfen zu haben.
Die Autobahn Evzoni-Thessaloniki war menschenleer, wir haben bis zum Abzweig nach Larissa 5 !! Autos gezählt,obwohl Sonntag und Nationalfeiertag war.
Vor Larissa war die Bahn belegt, aber nicht voll. Wir hielten an der Raststätte Korinos an. In unserer Erinnerung hatten wir, dass man hier keinen Parkplatz kriegen konnte und der Frappe 3,50 EUR kostete. Jetzt war der Parkplatz zu einem Viertel voll und der Frappe kostete 1 EUR.
Die Autobahngebühren beliefen sich bis Volos auf ca. 35 EUR, richtig happig, früher 5 EUR.
Die Parkplätze hatten wir als Drecksplätze in Erinnerung, nun waren sie klinisch rein und aller 10 Meter stand eine Mülltonne.
Der Strassenzustand war wie früher (vor 7 Jahren), teilweise exzellent, teilweise rumpelig.
In Volos haben wir die lange Hafenpromenade beobachtet, diese war rappelvoll mit Spaziergängern, aber die Tavernen waren nur zu einem Drittel besetzt.
In Volos und Larissa bettelten alte Männer an den Ampeln, ungefähr 3-5 Männer pro grosse Kreuzung. Sie waren völlig unauffällig, absolut ohne Aggression und zurückhaltend.
Auf dem Campingplatz Sikia bei Kato Gazea (belegt mit 2 Womos, sonst nichts) habe ich mich mehrmals täglich lange mit den Platzbetreibern und den Handwerkern, die dort die Anlage auffrischten, unterhalten. Niemals früher habe ich soviel Freundlichkeit, Herzlichkeit und Dankbarkeit für das Gespräch gespürt. Das hatte sich verändert, es ist herzlicher geworden.
Die Platzbetreiber sagten mir, dass sie schwere Zeiten hätten, die Deutschen würden nicht mehr buchen und sie hätten Buchungsrückgang um 70 Prozent. Nur Holländer wären noch beständig geblieben.
Sie sagte, dass die Zeiten schwer seien, aber sie würden es schaffen, sie hätten auch schon Diktaturen überstanden. Man müsse sich halt einschränken.
Zum Einkaufen gingen wir in das Dorf. Uns wurde aus einigen Gärten freundlich zugewunken. Eine Gruppe Menschen, die wir nach dem Weg fragten, verwickelte uns sofort in ein intensives Gespräch über die Lage in GR, Merkel, Sarkozy und Venizelos. Sie waren sehr freundlich und wollten uns garnicht mehr weglassen.
Der Supermarktbesitzer (Shop mit 100 qm) flitzte um uns beim Einkauf zu helfen. Meine Frau sagt, für unseren Einkauf hätte ich bei Lidl 35-40 EUR bezahlt, hier waren es 26 EUR.
Der Diesel kostete an den Tankstellen zwischen 1,52 und 1,67.
In einer Hafentaverne haben wir Frappe getrunken, je Becher 3,50 und ein Stück Eiskuchen gegessen, 2,50. Das war recht teuer, aber der Strandlage angemessen.
Der Campingplatz kostete 13 EUR all inklusive per Nacht.
Die Campingplatzbetreiber sagten mir, dass in Athen nur eine kleine Gruppe Randalierer eine deutsche Fahne verbrannt hätten und diese Bilder gingen um die ganze Welt. Sie fragte mich, warum die Deutschen wegbleiben. Ich antwortete, ich weiss es nicht, ich vermute, sie haben wohl Angst wegen der Pressemeldungen.
Nun mein Resumee:
Nie habe ich mich so wohl in GR gefühlt, wie heute (Anfang April). Ich war froh, trotz aller negativen Berichte hin gefahren zu sein.
Wir wurden überall offen, freundlich und respektvoll behandelt, und wir sehen aus wie Deutsche, reden deutsch und griechisch mit deutschem Akzent und haben ein deutsches
Womo mit "D" Schild, warum nicht. Von "Deutschenfeindlichkeit" keine Spur.
Und.... ich war traurig, dass ich wegen der Krankheit des Hundes zurück fahren musste....und....im Oktober fahre ich wieder hin, diesmal hoffentlich für mehrere Monate.
Und unsere "Qualitätsmedien"....in die Tonne treten... hinfahren und sich selbst eine Meinung machen, dann weiss man , wovon man spricht. Die "einfachen" Griechen, die ich dort kennengelernt habe, haben meiner Meinung nach Sympathie und ein bisschen Hilfe verdient.
Bernd