Seit längerer Zeit bin ich Leser dieses Forums. Bisher habe ich mich nur mit kleinen Beiträgen beteiligt.
Nun möchte ich aber einen ersten Versuch starten, von unserer Bosnienreise im Frühjahr 2012 zu berichten (ich hoffe, ich blamier mich nicht!?!?)
Vorausschicken möchte ich, dass meine Frau und ich "zweigleisig dokumentieren", d.h. ich mach' die Fotos und meine Frau filmt mit einer Cam. Das führt dazu, dass nicht von allen Orten Fotos, sondern nur Filme existieren, die ich hier nicht einbringen kann.
Los geht's!
Wir wohnen direkt an der österreichischen Grenze im schönen Berchtesgadener Land und sind von hier aus auf der Tauern-Autobahn gen Süden gefahren. Villach - Ljubljiana - Zagreb - Richtung Slavonski Brod. Bei Okucani ging's runter von der Autobahn und auf der D5 weiter zur serbisch-bosnischen Grenze nach Bosanska Gradiska.
An der Grenze mussten wir ca. eine Stunde warten, der Grenzübertritt gestaltete sich aber absolut problemlos. Reisepässe und Grüne Versicherungskarte - fertig! Unsere nicht zu übersehende Berner Sennhündin Ronja wurde gar nicht kontrolliert (wir hatten natürlich Impfzeugnisse, Impftiter und eine Bescheinigung vom Amtstierarzt dabei!).
Nach einer Stadtrundfahrt durch Banja Luka sind wir zum Campingplatz "Krupa na Vrbasu" weitergefahren. Dieser Platz ist eher ein "Fasslfeier-Platz" als ein Campingplatz, d.h. man steht auf einer ungemähten Wiese, Stromanschlüsse wären zwar vorhanden (ultralanges Kabel erforderlich), sie funktionieren aber nicht. Es gibt ein Waschhaus mit einer Sechser-Männlein-Weiblein-Gemeinschaftsdusche (d.h. ohne Duschkabinen) mit zwei wählbaren Wassertemperaturen: kalt und eiskalt. Das soll nicht heißen, wir wären unzufrieden gewesen. Auf "einfachere Campingplätze" waren wir ja eingestellt!
Für 3 Euro pro Person, die wir einem sehr netten jungen Mann bezahlt haben, konnten wir also hier übernachten. Auf dem Platz fand an diesem Abend eine Feier statt, an der nur Männer teilnahmen. Dieses Fest mit serbischer Volksmusik aus einem Autoradio dauerte ca. bis 22 Uhr , wurde dann abgebrochen und am nächsten Morgen fortgesetzt. Es gab ein Spanferkel - und wieder keine Frauen! (Frauenlose Grillpartys konnten wir noch weitere zweimal auf unserer Bosnienreise erleben!). Wir haben zwar mit den jungen Männern Kontakt aufgenommen, nachdem aber keiner von denen Bayrisch, Deutsch oder Englisch konnte, waren die Gespräche nicht sehr informativ!
Camping Krupa na Vrbasu südlich von Banja Luka
Auf dem Weg von Banja Luka nach Jajce
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Jajce. Näheres zu diesem Ort findet ihr im Internet oder im sehr empfehlenswerten Reiseführer "Bosnien und Herzegowina" von Marko Plesnik, Trescher Verlag. Die Parkplatzsuche im Ort gestaltete sich problemlos. Nahe der berühmen Wasserfälle direkt am AVNOJ-Museum gibt es einen Busparkplatz. Von dort aus kann man die Stadt ganz bequem zu Fuß erkunden. Zwei Sachen sind uns hier zum ersten Mal aufgefallen: fast alle Menschen in Bosnien-Herzegowina hatten große Angst vor unserer Ronja, wobei man diesem Hund schon von weitem ansieht, dass er zahm ist wie ein Lamm (und zusätzlich auf's Wort pariert!!!!). Ich denke, die meisten Leute hatten Angst, weil Ronja doch nicht gerade winzig ist und weil es in Bosnien wohl keine großen Hunde gibt - wir haben jedenfalls keine gesehen!
Das zweite, was uns erstmals beim Wirt aufgefallen ist: die Preise. Ein wirklich hervorragendes Mittagessen für zwei Personen mit Nachspeisen, Getränke und allem was man sich wünschen kann: 17 Euro! Sehr billig ist es im ganzen Land, wenngleich man in den Touristenzentren etwas mehr bezahlt. Übrigens konnten wir fast überall mit Euro bezahlen, ansonsten gibt es die "Konvertible Mark - KM", die unserer alten DM entspricht. Geldautomaten gibt es in allen größeren Ortschaften.
Zum Übernachten sind wir zum Campingplatz "Plivisko jezero" am gleichnamigen See gefahren. Sehr schöne Anlage mit heißen Duschen, sehr sauber, extrem freundliches Personal - Herz was begehrst du mehr?
Vom Campingplatz aus muss man unbedingt zu den Wassermühlen und zum Stausee spazieren, die leider in unserem Reiseführer nicht erwähnt waren. Es ist nicht weit zu gehen, nachträglich geschätzt etwa 1km. Man geht vom Campingplatz raus und einfach nach rechts die Strasse entlang.
Diese Kirche wird direkt an der Strasse Banja Luka - Jajce neu gebaut
Einer der wenigen Bosnier, der keine Angst vor Ronja hatte
Die Wasserfälle, Wahrzeichen von Jajce
Festung Jajce
Christine und Ronja auf der Festung von Jajce
Esman-Sultan-Moschee; im Krieg zerstört, 2007 wieder aufgebaut
Von Jajce zum CP kommt man hier vorbei
Mühlen am Plivsko jezero
Weiter ging's dann nach Travnik, der Geburtsstadt des Nobelpreisträgers Ivo Andric (Tipp: unbedingt vor einer Bosnienreise seine Bücher " Wesire und Konsuln" und "Die Brücke über die Drina" lesen!!). Wenn man von Jajce her kommt, fährt man an der neuen Moschee vorbei in Richtung Zentrum. Vorher gibt es einen geschotterten Busparkplatz, wo man problemlos parken kann. Im Zentrum haben wir keinen WOMO-geeigneten Platz gesehen. Nähere Infos über Travnik gibt's wieder im Internet oder im Reiseführer. Hier nur einige Bilder!
Neue Moschee in Travnik
Bunte Moschee in Travnik
Festung Travnik
Festung Travnik
Nächster Halt: Sarajevo, Camping Oaza. Toller Stadtcampingplatz, gute Waschhäuser usw. Von diesem Platz aus geht man zu Fuß etwa 10 min. zum Busbahnhof, von dem aus man dann in das ca. 8km entfernte Stadtzentrum kommt. Die Sache hatte für uns nur einen Hacken: wir mussten erfahren, dass in ganz Bosnien-Herzegowina Hunden nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden dürfen. Nachdem unsere Ronja untrennbar zu uns gehört und wir auch keine "Einzelbesichtigungen" der Stadt durchführen wollten, sind wir am nächsten Tag weitergefahren (macht nix - wir kommen eh nochmal her!!!).
Campingplatz bei Sarajevo
Nächste Station: Mostar mit seiner berühmten Brücke Stari Most.
Über dieses berühmte Touristenmagnet brauche ich nichts zu schreiben. Hier nur ein paar Bilder!
Stari most in Mostar
Wenn ihr bezahlt, dann springe ich!!!
Scheinbar hat keiner bezahlt, weil er nicht gesprungen ist solange wir da waren!
Souvenirstand in Mostar ....
... mit sehr makaberen Souvenirartikeln
Weiter ging's dann nach Blagaj zur berühmten Buna-Quelle mit dem Derwischkloster. Das Kloster wurde gerade umgebaut und war deshalb nicht zu besichtigen, aber was soll's, wie schon gesagt, wir kommen ja ohnehin nochmal hier her!!!).
Übernachtet und entspannt haben wir uns bei 38°C (Anfang Mai!!!) auf dem Campingplatz Mali Wimbledon. Man erreicht den Platz am besten über die Zufahrt im Ort. Eine weitere Zufahrt durch eine Furt durch einen Bach sollte man mit einem normalen WOMO dringend vermeiden. Vor allem mit einem Fiat-Frontantriebler hat man sicher wenig Erfolg, wobei zu sagen ist, dass im Mai vermutlich durch Schmelzwasser der Bach etwas voller ist als im Sommer. (Hallo GOGOLO, falls du hier mitliest: du hättest mit deinem Traummobil deine größte Freude, das garantiere ich dir! Und nochwas: wenn ich mal Rentner bin, möchte ich auch so ein BIMOBIL wie deines! Und nochwas: vielen herzlichen Dank für alle deine Berichte hier im Forum, die Entstehungsgeschichte deines GOGOLOBIL's und der Bericht über deine Asienreise haben's mir besonders angetan!).
Auf dem Mali Wimbledon wurden wir vom Betreiber Herrn Ibro Zalihic und seiner Frau ganz herzlich per Handschlag begrüßt. Herr Zalihic ist ein ganz toller Mensch, der mich tief beeindruckt hat. Er ist Präsident der Bosnischen Campingplatz-Vereinigung und ein absoluter Pionier in seinem Land. Mit glänzenden Augen erzählt er von seinen Visionen, Bosnien als WOMO-Land voranzutreiben. Sein Platz ist zwar klein, aber absolut vorbildlich: tolle und saubere Duschen, Chemie-WC-Entsorgung, Strom usw. UNBEDINGT HINFAHREN!!!
Noch eine Bitte: Herr Ibro Zalihic wird auf der Messe in Düsseldorf einen Stand haben. Sollte ihn irgendjemand sehen, bitte richtet ihm die allerbesten von den Bayern mit dem großen Hund aus!!! D A N K E !!!!!!
Noch was: es gibt eine Broschüre "Camping-Schätze des Balkans", in der Campingplätze in Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Albanien und Mazedonien beschrieben sind. Diese Broschüre wird von Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit herausgegeben, kann aber sicher auch von Herrn Zalihic gegen Rückporto bezogen werden: [bitte keine Mailadressen posten] (spricht Englisch und seine Frau lernt gerade Französisch).
Fortsetzung folgt !!!!!!!!

