Wir: Kira, mittlerweile 13jährige Schäfermischlingshündin und immer noch 2 Frau Personal
Grob nehmen wir uns vor: Golfe von Morbihan, Ile de Noirmoutier, La Rochelle, Ile d’Oleron, Ile de Re, zurück über die Champagne, wir haben vom letzten Jahr gelernt die Route kleiner zu gestalten.
Diesmal haben wir als Planungsunterlagen:
- Wohnmobil Tourguide Bretagne aus dem Reise Know-How Verlag – ja der vom letzten Jahr
- WoMoVerlag Band 26: Mit dem Wohnmobil an die franz. Atlantikküste (Nordhälfte) – sehr gewöhnungsbedürftig vom Stil
- jede Menge Regionalkarten Frankreich :D
- vor Ort Hilfen: die Office de Tourisme (OT), mit teils superguten WoMo Infos
13.09.2012
Yippie, wir können das WoMo schon am Donnerstag übernehmen. Nachmittags holen wir das Prachtstück (Knaus SkyTi 650MF), packen gemütlich und der Kleine darf vor der Tür übernachten.
14.09.2012
Nach ½ Arbeitstag geht es um 13 Uhr endgültig los. Über Luxembourg (1.30/Liter Diesel) und Belgien erreichen wir Frankreich und rollen sehr entspannt durch die Ardennen bis Reims. Es ist immer noch zu früh zum übernachten, also schlagen wir uns über die Nationalstrasse bis Soissons. Kurzes Suchen nach einem Stellplatz („Irgendwo müssen die WoMos doch stehen!!“) finden wir eine halblegale Ansammlung direkt an der Aisne auf dem Parkplatz Quai St. Waast.
Tagesstrecke: km 541
Übernachtung: Soissons, Quai St Waast

Quai St. Waast, Soissons
15.09.2012
Früh raus, beim Bäcker Café und Croissant und auf die Landstrasse bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Um Paris verhauen wir uns ein wenig, kommen aber alles in allem richtig gut durch, so gut, dass wir um 18:30 auf dem Stellplatz von Kerity-Plage in Penmarch einstechen. ANGEKOMMEN im Urlaub. Wir gehen zum Abendessen ins Le Doris, genauso lecker wie letztes Jahr :D
Tagesstrecke: km 746
Übernachtung: Penmarch, Kerity-Plage
16.09.2012
Unser erstes gemütliches französisches Frühstück, wir geniessen sehr ausgiebig. Danach machen wir uns bei angenehmen Temperaturen auf den Weg die Küste hinabzubummeln. Über Pont l’Abbé, Benodet Fouageres geht es nach Concarneau. Dort findet eine Sportveranstaltung statt, so dass an vielen Strassen unsere Lieblingsschilder aufgestellt sind: Deviation! Es ist wirklich schön, dass sich in Frankreich viele Dinge einfach nicht ändern :) Es geht weiter zum Stellplatz von Raguenez-Plage. Hier wollen wir übernachten und abends im Restaurant ArMenDu essen, das ist uns schon für die letzte Reise ans Herz gelegt worden. Wir haben Glück und ergattern den letzen Stellplatz fürs WoMo, aber Pech, das Restaurant ist für abends ausgebucht…aber jetzt könnten wir noch essen – es ist kurz nach 14 Uhr und wir bekommen noch ein Menue mit allem Hin und Weg kredenzt.
Kira vorm ArMenDu
Satt und zufrieden kullern wir zurück ins WoMo.
Tagesstrecke: km 83
Übernachtung: Stellplatz Raguenez-Plage
Sonnenuntergang vom Stellplatz Raguenez-Plage
17.09.2012
Wir schlendern durch Pont-Aven, ein sehr hübscher Künstlerort und fahren weiter nach Quimperlé, dem sog Mont St.Michel an Land. Ja, es ist ein netter kleiner Ort, viele liebevoll renovierte Stellen gibt es zu entdecken. Leider ist es Montag, wir finden noch nicht mal eine geöffnete Creperie, um ein kleines Mittagessen zu ergattern. Aber dafür sind wir ja mit dem WoMo unterwegs, die Bordküche liefert ein Picknick, dass wir am Ufer der L’aita zu uns nehmen. Sehr annehmlich ist auch die städtische V/E Einrichtung, an der wir kostenfrei Wasser laden können. Weiter geht es bis Carnac, auf dem städtischen Stellplatz bekommen wir noch ein Plätzchen und laufen erstmal zu den Alignements. Das ist wirklich beeindruckend, so ein Mensch ist ganz schön klein dagegen.
Tagesstrecke: km 86,5
Übernachtung: Stellplatz Carnac
Carnac, Morgenstimmung
18.09.2012
Stadtstellplätze haben den unwiederbringlichen Vorteil eines nahen Bäckers, also gibt es wieder frisches Baguette zum frühstück. Heute geht es an die Golfe von Morbihan, eines der Ziele, die wir auf jeden Fall ansteuern wollten. An der OT von Rhuys bekommen wir eine tolle Übersichtskarte, hier fühlen wir uns als WoMo Touristen sehr willkommen, auch mal schön. Wir entscheiden uns für den Stellplatz von Arzon (EUR 7,-- incl V/E und Strom für 24 H). Zu Fuss geht es in den Ort, es findet grade Markt statt, schrecklich, da gibt es immer irgendwas zu kaufen – heute nehmen wir sehr leckern Käse mit. Am Hafen lassen wir uns zu unseren ersten Moules/Frites nieder und wandern die Kalorien am Küstenwanderpfad gleich auf dem Rückweg zum Stellplatz ab. Abends packen wir den Grill aus. Urlaub ist doch wirklich Herrlich
Tagesstrecke: 73
Übernachtung: Stellplatz Kermor, Arzon
19.09.2012
Wir bummeln noch über die Halbinsel Morbihan, bevor es in die Brière geht, eine der grössten Salz- und Sumpflandschaften Frankreichs. Hier wollen wir essen gehen, das Restaurant wird hochgelobt: La mare aux oiseaux in Saint Joachim. Wir finden den Ort, wir finden das Restaurant und können für den Abend einen Tisch reservieren, sehr nett bekommen wir das Angebot das WoMo auf dem Parkplatz auch über Nacht stehen zu lassen. Da es uns dafür noch zu früh ist und wir auf jeden Fall noch im Sumpf irgendwo wandern wollen, fahren wir zu einem grossen Parkplatz am Orts- Inseleingang, lassen das WoMo stehen und laufen los. Leider geht es nirgendwo in die wunderschöne Landschaft, alles ist Privat. Nachdem wir den gesamten Ortsteil auf dieser Insel „besichtigt“ haben sind wir zurück am Parkplatz, der sich mittlerweile zum WoMoPlatz gemausert hat: weitere WoMos stehen über Nacht sind es dann mit uns 14. Wir entspannen und laufen später zum Restaurant – auch wir können es nun loben.
Tagesstrecke: km 86
Übernachtung: Parkplatz am Ortseingang Fedun, St Joachim
Lecker Essen ;D
20.09.2012
Nachdem wir schon soviel erlebt haben, wollen wir ein paar Tage Ruhe geniessen und steuern die Ile de Noirmoutier an. Südlich der Loiremündung ist die Landschaft fast unverändert, aber die Dichte an WoMo-Verbotsschildern nimmt spürbar zu, gefällt uns nicht wirklich gut :( . Wir fahren durch die kleinen Küstenorte, schlendern um die Pointe de St. Gildas und erhaschen die ersten Blicke auf unser Ziel. Da wir für die Passeig de Gois zu früh sind und keine Lust haben 4 Stunden zu warten, nehmen wir die Brücke und rollen auf die Insel. Der WoMo-Stellplatz im Hauptort Noirmoutier-en-Ile ist super ausgeschildert und riesig – nicht das richtige um ein paar Tage Ruhe zu geniessen. Wir laufen in die Stadt und lassen uns in der OT mit Tipps ausstatten, also ab auf den Camping Municipale östlich der Stadt. Hier suchen wir uns ein schattiges Plätzchen und richten uns für die nächsten Tage ein. Bis in die Stadt ist es zu Fuss nicht weit und über die Jetty Jacobsen ein leichter Weg.
Tagesstrecke: km 125
Übernachtung: Camping Municipale, Noirmoutier-en-Ile

Blick auf Noirmoutier-en-Ile von der Jetty
21.09.2012
Wir haben Fahrräder gemietet, also geht es trotz grauem Himmels los und im Regen müssen wir uns halt irgendwie unterstellen, dafür sind doch Cafés, Bistros und solche Dinge da? Nach einer wunderschönen Strecke – bestens ausgeschildert – erreichen wir den kleinen Ort L’Herbaudiere am Nordwestzipfel der Insel. Hier stolpern wir in ein wunderbares Restaurant „La Marine“ und bekommen trotz unseres leicht derangierten Äusseren eine Tisch zum Mittagsmenue; die Franzosen sind ein wirklich entspanntes Volk :) . Auf der gesamten Reise haben wir nicht besser gegessen! 9 Gänge später rollen wir sehr beschwingt zurück auf unseren Campingplatz. Am Nachmittag kommt Kira zu ihrem Recht und wir geniessen einen ausführlichen Strandspaziergang.
Tagesstrecke: km 0
Übernachtung: Camping Municipale, Noirmoutier-en-Ile

Radeln auf Noirmoutier
22.09.2012
Eine weitere Radtour, diesmal ist die Beschilderung schon etwas fraglich. Quer durch’s marais geht es bis L’Epine, eine interessante Landschaft, sehr rau. Durch Pinienwälder an langen Sandstränden erreichen wir La Guèrinière, die Insel hat wirklich viele Gesichter.

Gesichter einer Insel
Wir bummeln noch durch den Ort und geniessen die Ruhe.
Tagesstrecke: km 0
Übernachtung: Camping Municipale, Noirmoutier-en-Ile
23.09.2012
Heute heisst es Abschied nehmen von der schönen Insel. Wieder sind wir zu früh für die Passeig de Gois, schade. Aber auch die Brücke bringt uns wieder aufs Festland, weiter geht es Richtung Süden, durch Saint Jean Gilles Croix en Vie kommen wir nach Les Sables d’Olonne. Hier wollen wir eigentlich übernachten, aber der angepriesene Stadtstellplatz lässt sich nicht finden. Überhaupt haben wir extreme Schwierigkeiten nur einen „normalen“ Parkplatz aufzutreiben – viele WoMoVerbotsschilder und die Barren über den Parkplatzeinfahren können einem auch wirklich den Spass verderben :( Nach einem Spaziergang auf der Seite von La Chaume verlassen wir diesen Ort und rollen weiter gen Süden. In Port Bourgenay finden wir einen schönen Stellplatz (EUR 5), aber keine Möglichkeit zu zahlen.
Wir machen noch einen Spaziergang und sitzen zum Sonnenuntergang im Hafen. Nachts zieht ein Riesengewitter über uns.
Tagesstrecke: km 119
Übernachtung: Stellplatz Port Bourgenay
24.09.2012
Zum Frühstücken fahren wir in den Hafen, die Reste des Sturms sind noch sichtbar. Gischt wird in kleinen Bällchen über die Mole getrieben, wir haben Schwierigkeiten grade zu laufen.

Wind auf der Mole Port Bourgenay
Heute steht uns der Sinn nach Kultur. Erster Versuch: Schloss in Talmont St. Hilaire – Geschlossen am Vormittag, aber der Ort hat einen wirklich schönen Stellplatz, mitten in der Stadt.
Zweiter Versuch: St. Vincent sur Jard, das Haus von Georges Clemenceau – Geschlossen Montag
Jetzt müssen wir uns auch noch im Urlaub merken, welcher Wochentag ist :? Aber wir finden unsere Kultur: den Dolmen von La Frébouchère, schwer beeindruckend. Weiter geht es Richtung La Tranche, wir brauchen nach so viel Kultur erstmal Frischluft und machen einen langen Strandspaziergang

Kira Strand LaTranche
Leider haben wir danach wieder viel Spass :( mit den WoMo-Verbotsschildern, wir fühlen uns in diesem Ort sehr unerwünscht. Also weiter nach L’Aiguillon hier gibt es einen prima Stellplatz (EUR 5, V/E incl, abends kommt ein netter Mitarbeiter der Stadtverwaltung zum Kassieren). Zeit mal wieder den Grill auszupacken, an den Picknicktischen am See direkt hinter dem Stellplatz gibt es unter neidischen Blicken Abendessen.
Tagesstrecke: km 70
Übernachtung: Stellplatz L’Aiguillon
25.09.2012
Wir wachen schon mit Regen auf und das soll auch das Tagesmotto bleiben…. Unser Plan ist ins „Venise Vert“ zu fahren, das grüne Venedig. Eine riesige Salz- und Marschlandschaft durchzogen von unzähligen Kilometern Kanälen, die teils sogar schiffbar sind. Lucon versuchen wir auf dem Weg zu besichtigen, scheitern am Regen. Die Hälfte von Fontenay schaffen wir, dann zwingt uns der nächste Schauer zum Mittagessen :D . Da unser Kulturbedarf noch nicht gesättigt ist, holen wir heute einen grossen Happen nach und besichtigen das Schloss zu Fontenay – lohnt wirklich sehr!
Im OT haben wir einen tollen Plan inkl. WoMo-Stellplätzen erhalten und machen uns auf den Weg. Leider fängt es wieder heftig an zu regnen und wir beschliessen den Tag im WoMo.
Tagesstrecke: km 107
Übernachtung: Stellplatz Maillezais

aber grade so....
26.09.2012
So richtig toll ist das Wetter nicht, wir streichen sämtliche outdoor-Aktivitäten (Kanutour) und fahren direkt nach La Rochelle. Die OT zerstört unsere Übernachtungshoffnung, der Camping Municipale hat vor 6 Tagen geschlossen. Auf zum Stellplatz Jean Moulin, ja es gibt deutlich schönere Stellplätze und im Sommer/Hochsaison wollten wir hier auf keinen Fall absteigen müssen, aber jetzt in der Nebensaison ist es durchaus akzeptable: EUR 10.50/Nacht incl V/E und so vielen Tickets für den City-Shuttle wie benötigt, dh auch mehrere am Tag. Kira kann problemlos in dem kleinen Elektrobus mitfahren, wir schauen uns schon mal die Stadt an: WOW das gefällt uns richtig gut. Viel Flair um den Hafen, nette Gassen, die Arkaden laden zum Bummeln ein. Leider fängt es immer wieder an zu regnen, aber wir haben ja das passende Gegenmittel: uns halt irgendwie unterstellen, dafür sind doch Cafés, Bistros und solche Dinge da 8) sehr beschwingt lassen wir uns vom E-Bus wieder zum Stellplatz bringen und beschliessen, den hübschen Ort noch einen weiteren Tag zu besichtigen.
Tagesstrecke: km 71
Übernachtung: Stellplatz Jean Moulin

La Rochelle Hafen
27.09.2012
das war die richtige Entscheidung, die Sonne kommt raus und hält sich. Wir wandeln noch mal durch die Stadt, entdecken schönes, lustiges und skuriles.

das ist ein Kombi!
La Rochelle ist eine Vorreiterin unter den „grünen“ Städten und grade die Elektro-Mobilität wird grossgeschrieben. Mittags holen wir Kira und sie darf noch im Hafenbecken schwimmen.
Sehr entspannter Tag.
Tagesstrecke km 0
Übernachtung: Stellplatz Jean Moulin
28.09.2012
Heute soll es weitergehen, nach voller V/E verlassen wir La Rochelle Richtung Süden. Unser WoMo Reiseführer schwärmt von Fouras, wir finden den Ort aber nicht den angepriesenen Stellplatz. Einige Ehrenrunden später parken wir am Kasino im Schatten und bummeln die Hauptpromenade entlang.. momentmal: da unten ist doch ein toller Strand, warm ist es, schwimmen waren wir noch nicht und los…yippie, jetzt waren wir wenigstens mal im Atlantik schwimmen ;D Weiter geht es bis Rochefort. Der WoMoführer preist auch hier eine Stellplatz – leider ist dieser nicht mehr für WoMo-Übernachtungen zugelassen, aber der OT weist uns den Weg zu einem ruhigen Stellplatz an der alten Werft (EUR 6 incl VE/24 Stunden).
Tagesstrecke km 59
Übernachtung Stellplatz Port Plaisance, Rue de la Vieille Forme
29.09.2012
Frühmorgens machen wir uns auf den Weg die Charente entlang zum Transbordeur:

Transbordeur
Noch ein wenig Kultur, wir besichtigen die Corderie Royale, hier wurden die Seile hergestellt, die für den Schiffbau/auf den Schiffen benötigt wurden. Das ist schon wirklich beeindruckend, was „damals“ geleistet wurde.
Gegen Mittag machen wir uns nach V/E (ist ja schliesslich bezahlt) auf Richtung Loire, wir wollen ja noch ein paar Tage in der Champagne verbringen. Entspannt rollen wir bis Amboise, hier folgen wir dem ersten WoMo-Stellplatz Schild und landen auf einer Art Hinterhof an der Avenue Leonardo Da Vinci. Es sind ca 10 Minuten zu laufen bis in die Stadt, der Platz ist hässlich und hat nichts aber dafür kostet er auch nichts. Wir bummeln noch durch den Ort, essen zu Abend und verbringen die Nacht im Hinterhof.
Tagesstrecke: km 267
Übernachtung: Hinterhofplatz Ave Leonardo da Vinci
30.09.2012
Der Hinterhof ist nicht wirklich einladend, also rollen wir los, kaufen uns unterwegs frisches Brot und halten irgendwo an der Loire zum Frühstück: Frühnebel, Ballone steigen auf – welch ein Kitsch aber schön!!

Morgens irgendwo an der Loire
Aus vielen Berichten hier im Forum haben wir von Beaugency erfahren, das wollen wir uns auch anschauen. Wir kommen gegen Mittag an und ergattern einen Platz fast ganz unten am Wasser – das ist wirklich mal ein toll gelegener WoMo-Stellplatz. Wir bummeln durchs Ort, ausser einigen Bäckereien ist alles geschlossen, achja, Sonntag schon wieder. Vor einer Patisserie ist eine Riesenschlange, hier muss es etwas richtig gutes geben. Auch wir besorgen uns noch was für den Nachtisch – reines Hüftgold

no comment!
Entspannter Nachmittag in der Sonne am Fluss.
Tagesstrecke: km 71,4
Übernachtung: Stellplatz Beaugency
01.10.2012
Nebel über der Loire ein gigantischer Blick.

Morgens bei Beaugency
Wir wollen noch ein wenig die Loire und ihre Landschaft geniessen und unsere Chance auf Kultur ist hier auch hoch :) langsam rollen wir weiter, in Sully-sur-Loire finden wir einen tollen WoMo-Stellplatz. Auch das Schloss samt Park sind definitiv betrachtenswert. Leider ist der PkW Parkplatz am Ufer zum Campingplatz des „fahrenden Volks“ umfunktioniert – offensichtlich findet hier eine Art Zusammenkunft statt. Noch am nächsten Tag kommen uns viele Wohnwagen mit eindeutigem Inhalt entgegengefahren. Aber der Stellplatz ist hiervon komplett verschont und wirklich empfehlenswert – mit V/E EUR 0,00. Wir laufen durch den Park in den Ort, wahrscheinlich bedingt durch die Gäste am Ufer ist das Publikum nicht sonderlich ansprechend, wir laufen am Ufer zurück, Kira darf noch mal in der Loire schwimmen, wir entspannen bei Sonne, guter Literatur und leckerem Wein in der Sonne.
Tagesstrecke: km 72
Übernachtung: Stellplatz Sully-sur-Loire
02.10.2012
Heute soll es die Champagne sein – unser Etappenziel. Wir verlassen das Loiretal und schlagen uns über Land Richtung des prickelnden Tropfens… so die Hoffnung. Der Versuch ein wenig Kultur auf dem Weg mitzunehmen, scheitert an mangelnder Parkmöglichkeit. Schloss Fontainebleau hat leider nur eine Tiefgarage angeboten, Deckenhöhe 1,85 – absolut WoMo ungeeignet :(

Schloss Fontainebleau - zumindest von Aussen
Es sieht auch schon von aussen gut aus, war ja nur ein Versuch. Einige Kilometer weiter erspähen wir ein wunderschönes Schild:

Hier fängt das gelobte Land an ;D Wir tuckern durch Berge und Täler, Wälder und Felder und natürlich auch Weinberge. Einen Stellplatz soll es in Mareuil-sur-Ay geben, wir finden den Ort und auch den Platz, ergattern einen der letzten. Was ein Glück sind wir ausserhalb der Saison unterwegs, wie es innerhalb dieser aussehen mag, wollen wir uns gar nicht vorstellen. Wir schlendern durch den kleinen Ort, belästigen 2 Prickel-Brausen-Produzenten, probieren und erstehen ein paar Fläschchen. Am Marnekanal entlang wandern wir noch nach Ay, aber hier ist gar nichts zu finden in Form von Winzern oder gar Probierstuben. Na gut, morgen ist auch noch ein Tag. Zurück nach Mareuil-sur-Ay, noch ein Fläschchen im einzigen Bistro vor Ort geleert und sehr fröhlich im WoMo den Abend ausklingen lassen.
Tagesstrecke: km 282
Übernachtung: Stellplatz Mareuil-sur-Ay
03.10.2012
Die Besichtigung einer Champagner-Produktion steht auf jeden Fall auf unserer Wunschliste, wir beschliessen in Epernay an der Avenue de Champagne unser Glück zu versuchen. Leider hat uns dieser Ort zunächst ein Hindernis in Form von Parkplätzen in den Weg gestellt. Die schlechteste aller auf dieser Reise besuchten OT behauptet: „kein Problem, mit dem WoMo können sie überall parken“. Vermutlich hat die nette Dame noch nie ein „camping car“ genauer betrachtet. Alle Parkplätze, die wir gesehen haben, sind mit den netten Höhenbeschränkungsbalken behängt. Auf dem vom OT herausgegebenen Stadtplan finden wir zumindest einen WoMo-Entsorgungsplatz, dort parken wir mit mehreren Kollegen. Los geht’s auf die Ave de Champange; bei Moet-Chandon buchen wir eine Führung durch die Kellerei – 28 Kilometer!! Unterirdische Gänge – WOW

Keller bei Moet
Moet bietet die Führung in vielen Sprachen an, an diesem Tag jedoch nur in französisch und englisch (in der Saison jeden Tag auch deutsch, sonst vorher anfragen). Die Führung endet in einem Verkostungsraum und wir dürfen durch den Verkaufsraum die Örtlichkeit verlassen. Über den Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Sehr fröhlich schreiten wir zurück zum WoMo.
Da wir uns vorstellen, weiter bei den Erzeugern probieren und einkaufen zu können, fahren wir nach Avize. Dort gibt es nicht nur einen prima WoMo-Stellplatz mitten in der Stadt, sondern auch einige der „grossen“ Produzenten von Grand-Cru-Lagen Champagner.

Avize
Wir bekommen einen Platz auf dem Stellplatz, wandeln durch den Ort und sind völligst frustriert: noch nicht mal die Genossenschaft bietet Verkauf an Privat an, geschweige denn die Produzenten. Noch nicht mal die Hoftore sind geöffnet. Da es erst früher Nachmittag ist, beschliessen wir nach Chalons weiterzufahren. Das OT nimmt uns die Illusion eines Stellplatzes, geben jedoch einen Tipp, wo wir – auch über Nacht parken können - Avenue du Marechal Leclerc, dort sind grössere Parkflächen, nicht unbedingt optimal, aber für eine Nacht geht es mal. Wir reservieren für den Abend einen Tisch im Restaurant Jacky Michel im Hotel dÄngleterre. Sehr freundlicher Empfang – auch für Kira, sehr gutes Essen, der Service leider einem guten Restaurant nicht würdig, schade. Da passt doch der heftige Regen gut zu.
Tagesstrecke: km 55,5
Übernachtung: Chalons-en-Champagne, auf der Ave du Marechal Leclerc
04.10.2012
Wir wachen bei Dauerregen auf und entscheiden uns gegen einen weiteren Aufenthalt in Chalons, diesen Ort wollen wir uns lieber noch mal in Ruhe anschauen. Über Verdun, Metz und St. Avold verlassen wir Frankreich, um die letzte Nacht in Hornbach zu verbringen. Der WoMo-Stellplatz ist neu angelegt, EUR 5, incl V/E und bietet zusätzlich noch jede Menge weitere Schmankerl. Es sind nur wenige Meter bis in den Ort und zu unserem Ziel: Kloster Hornbach. Dort gibt’s erstmal ein „angekommen-Bier“ und später noch leckeres Essen mit hervorragendem Service.
Tagesstrecke: km 345
Übernachtung: Stellplatz Hornbach
05.10.2012
Nach einem ersten deutschen Frühstück und voller V/E verlassen wir Hornbach, rollen gemütlich – Kulturschock! – auf die Autobahn und sind 2.5 Stunden später zu Hause. Leider leider ist der Urlaub schon wieder vorbei.
Statistik:
22 Tage
Gesamte Fahrstrecke: km 3477
Reine Fahrzeit: 64 Stunden
Fazit:
Frankreich ist unser WoMo Lieblingsland. Die Infrastruktur ist einfach gigantisch und wir fühlen uns sehr willkommen. Die OT sind grösstenteils auch auf WoMo-Touristen vorbereitet und können gute Informationen geben.
Dieses Jahr haben wir das gelernte versucht umzusetzen und unsere Strecke „kleiner“ geplant. Hat auch einigermassen gut geklappt.
Wir waren mit adäquatem Kartenmaterial unterwegs, danke Michelin.
Wir werden wiederkommen!! In einem kleinen Bar/Tabac in Chalons waren die Michelin Karten im Angebot, einige sind jetzt in Frankfurt zu Hause :)
Danke an alle Fori’s, die Informationen, die hier zu finden sind, sind unschlagbar.


