- Literatur:
- Süd-Schweden und Nord-Schweden vom WOMO-Verlag
Viele nützliche Hinweise für Übernachtungsplätze und Sehenswürdigkeiten: sehr empfehlenswert!
Andere brauchbare Reise-Führer für WoMos habe ich nicht gefunden. - Straßenatlas Skandinavien 1:250.000 / 1:400.000.
Dickes unhandlichesdliches Buch, ständige Blätterei: bedingt empfehlenswert
Würde eher für die Detailplanung Faltkarten im gleichen Maßstab an Tankstellen/Buchläden in Schweden kaufen. - Baedecker Reiseführer Schweden
Ab und an Zusatzinformationen oder andere Ziele als die Führer aus der WOMO-Reihe. Orte leider alphabethisch sortiert. Sehr gut ist die Straßenkarte - Rastplatzkarta
Übersicht aller Rastplätze in Schweden. Kann man kostenlos unter --> Link (in der Suche "Rastplatzkarta" eingeben)
oder in größeren Touristenbüros bekommen. Für die umweltgerechte Entsorgung außerhalb von Campingplätzen fast unentbehrlich! - Unbedingt die Touristenbüros besuchen - dort gibt es ausführliches Material und Infos zu aktuellen Veranstaltungen - für jeden
Geschmack ist da etwas dabei.
Womo-Leben:
- Übernachten:
Offizielle Stellplätze gibt es recht wenige, meist in den Häfen und sind vor allem von Schweden sehr gut besucht. Kosten so um die 15 Euro.
Ein Campingplatz hat aber fast jedes Dorf oder findet sich auch in der abgelegenen Wildnis.
War in Frankreich noch der Campingplatz die Oase von den engen Verhältnissen der Stellplätze, habe ich Schweden kaum von ihnen Gebrauch gemacht. Ich habe fast ausschließlich frei gestanden an Plätzen, bei denen ich den Eindruck hatte, nicht zu stören. Ich habe Freiheit genossen, an einsamen Plätzen in der Natur übernachten zu können. Für mich gibt es kaum etwas Schöneres! Vor allem in Nordschweden gibt es Natur und Einsamkeit für deutsche Verhältnisse im Überfluss. Wichtige Anhaltspunkte waren die Platzangaben aus den WOMO-Führern. Ansonsten musste man aber einer Seitenstraße nicht lange folgen, um ein schönes, abgelegenes Plätzchen zu finden.
Camping-Verbotshinweise habe ich auch auf das Übernachten im Wohnmobil bezogen und habe solche Plätze gemieden.
- Wasserversorgung:
Trinkwasser habe ich immer mit dem Diesel bei den Tankstellen kostenlos bekommen. Es gibt meist einen Schrank mit der Aufschrift "Luft/Vatten" in dem Wasserhahn ist. Ich habe auch schon Wasser kostenlos bekommen, ohne getankt zu haben - freundlich Fragen hat immer geholfen. Funktioniert aber nur bei Tankstellen mit Personal, Diesel ist dann dort allerdings meist etwas teurer.
- Entsorgung:
Zur ordnungsgemäßen Entsorgung habe ich die Rastplätze mit der Kennzeichnung "Latrin" angefahren. Dort kann man die Kassette und das Grauwasser (eimerweise) in einem Häuschen mit Ausguss entsorgen. Die Plätze sind auf der Rastplatzkarta verzeichnet, siehe Literatur
Den Müll sollte man trennen nach Papier, Plastik, Glas und Metal. Jede Gemeinde hält dafür entsprechende Container bereit. Für den Restmüll findet man fast überall öffentliche Eimer an Parkplätzen.
- Gas:
Ohne zu heizen bin ich in Frankreich mit zwei 11kg Flaschen in drei Monaten ausgekommen. Schweden ist etwas kühler (siehe "Klima") und hatte deswegen noch eine dritte Flasche im Gepäck, um vor Ort keine Odyssee wegen einer Flaschenfüllung starten zu müssen.
Die wesentlichen Verbraucher sind der Kühlschrank und täglich mindestens eine warme Mahlzeit. Insgesamt habe ich die Heizung 2 Stunden laufen lassen. Dann wurde auch warm geduscht. Ansonsten wurde kalt (ab-)gewaschen. Die dritte Flasche musste ich erst gegen Ende der Reise anbrechen.
- Verkehr und Straßen
Verkehr ist kaum vorhanden. Kreisel sind sehr beliebt. Durch den weitgehenden Verzicht von Ampeln wird so der Verkehrsfluss gewährleistet. Die Vorfahrt ist nicht oft mit Schildern deutlich geregelt, da muss man auch schon auf Straßenmarkierungen achten. Die meisten Schweden fahren eher defensiv, sodass das Fahren in diesem Land schon Erholung ist. Die einzigen Raser und Drängler waren norwegische Urlauber.
Im Südteil Schwedens sind die Straßen in einem hervorragenden Zustand. Das Bild ändert sich allerdings Richtung Norden. Hier setzen die langen, kalten Winter offenbar den Straßen sehr zu und teilweise ähneln sie Flickenteppichen. Im Norden kann man die Naturschönheiten in der Regel nur über Schotterpisten erreichen. Teilweise haben sie eine festgefahrene, glatte Oberfläche, aber oft hat man das Gefühl über Wellblech zu fahren oder die Straße besteht aus einer Ansammlung von Schlaglöchern. 10 Km auf einer solchen Piste zerren schon an den Nerven und ich hatte das Gefühl, mein Womo dabei um Jahre altert. Letztendlich haben sich dieser Abstecher aber immer gelohnt.
- Klima/Sonne
Richtig heiße Tage haben wir nicht erlebt, die Hitzewelle aus Deutschland blieb uns erspart. Sehr angenehm wenn man in seinem Womo nicht dahinschmilzt. Dafür war es aber auch schon richtig kalt und den ein oder anderen Morgen haben wir die Heizung angeworfen, um aus dem Bett zu kommen. Also eher mehr Pullis als T-Shirts einpacken, wenn man kein Schwede ist: Egal welche Temperaturen herrschen: Im Sommer trägt man Shorts ;-)
Dass es im Norden im Sommer nicht mehr richtig dunkel wird, hat uns schon aus dem Trab geworfen. Bis Mittnacht wird man einfach nicht müde. Damit ich überhaupt schlafen konnte, musste ich das Womo komplett verdunkeln und wir sind entsprechend schwer aus den Federn gekommen. Den Schweden scheint es ähnlich zu gehen: Bis 10:00 morgens hatte man die tollsten Attraktion für sich alleine und Museen machen meist erst um 11:00 Uhr auf.
- Essen
In den Supermärkten (meist geöffnet von 8 bis 21:00 an allen Tagen) findet man all das, was es bei uns auch gibt, aber in Variationen. Diese Besonderheiten zu schmecken gehören für mich zum Reiz einer Reise. Deswegen von zu Hause nur das nötigste mitbringen und ausprobieren, zumal die Preise sehr moderat sind.
Sehr speziell ist das Brot, meist gesüßt und in Fladenform. Aufgebacken in der Pfanne schmeckt es am besten. Leider gibt es nur wenige Bäckereien, sondern nur die Fabrikware in den Supermärkten. Brot ist für mich ein ganz wichtiges Lebensmittel und durch Nachfragen habe ich auch Hembageri gefunden, wo Sauerteigbrot handgemacht wird.
Richtige Meister sind die Schweden bei süßen Teilchen, bei denen oft Zimt, Kardamom und vieeel Butter zum Einsatz kommen. Da findet man auch in den Supermärkten extrem leckere Sachen.
Käse gibt es dort meist nur Kiloweise, überhaupt sind die Verpackungseinheiten eher an der Großfamilie ausgerichtet.
Hochwertigen Käse oder gute Salami aus Ren oder Elch gibt es in entsprechenden Spezialitätenläden. Hier lohnt es sich mal tiefer in die Tasche zu greifen.
- Geld
Eine Kreditkarte ist perfekt. Damit habe ich fast alles bis auf die Erdbeeren am Straßenrand bezahlt. Bargeld ist daher nur selten nötig.
- Hund:
Unser Hund war natürlich auch dabei. Die Einreisebestimmungen haben sich etwas gelockert. Das Tier braucht einen Heimtierausweis, eine gültige Tollwutimpfung und einen Chip oder Tätowierung.
Bei der TT-Line-Fähre dürfen Hunde für 15 Euro mitreisen. Dafür wird versteckt auf einem Deck ein kleiner Sandkasten zum Lösen geboten.
Bei der Einreise muss man den Hund beim Zoll anmelden (rote Spur). Da aber bei unserer Ankunft um 17:30 in Trelleborg kein Beamter an der Zollstation zu sehen war, sind wir weitergefahren.
Die meisten Schweden lieben Hunde und haben auch selber welche. Unser Hundefutter hatten wir zwar komplett dabei, aber auch in abgelegenen Gegenden ist einer der wichtigsten Läden eine "Hundebutik". Aber das waren auch schon die guten Seiten. In Restaurants und in den meisten anderen Gebäuden auch müssen Hunde draußen bleiben. Strände am Meer und Badeplätze an Seen sind zumindest in der Hauptsaison für Hunde gesperrt. Leider sind das aber meist die einzigen Möglichkeiten, um an die Gewässer zu kommen. Bei wenig Badebetrieb werden aber diese Regelungen von den Einheimischen meist ignoriert. Meine Bitte an die, die es gleich tun wollen: Bitte mit einem Kotbeutel die Hinterlassenschaften einsammeln! Die Schweden gehen mit gutem Beispiel voran. In größeren Städten gibt es auch Beutelspender und man kann unbesorgt über Wiesen laufen ohne in "Tretminen" zu geraten.
Vom 1.März bis zum 20.August sind Hunde generell an der Leine zu führen, um das Jungwild zu schützen. In den Nationalparks und Naturreservaten müssen die Hunde das ganze Jahr an der Leine mitgeführt werden, in den Nationalparks im hohen Norden dürfen sie überhaupt nicht mit.
Schweden haben in der Regel aber auch viel Angst vor und um ihre Hunde und führen diese fast ausschließlich überall an der Leine, Sozialkontakte unter Hunden werden vermieden, was man dann auch am neurotischen Verhalten der Hunde deutlich erkennt.
Da unser Hund aber gut erzogen ist, haben diese Einschränkungen unseren Urlaub nicht getrübt.
- Blutsauger
Tendenziell gibt es davon im Norden mehr als im Süden und an der Küste weniger als im Sumpf. Doch die Stechtiere waren in der Regel erträglich und wenn es gar zu arg wurde, hat Antibrumm zuverlässig diese Plagegeister fern gehalten. Also nur wer sehr empfindlich ist braucht die Überlegung anzustellen, ob ein Sommer in Schweden das richtige für ihn ist.
Zecken sehe ich wegen der möglichen Gefahr von Krankheitsübertragungen kritischer und in manchen Wäldern sind sie eine schlimme Plage, sodass unser Hund nach einem Spaziergang gleich dutzende in seinem Fell hatte. Deshalb empfehle ich beim Wandern stets lange, helle Hosen zu tragen und den Beinen mal ein Blick zu würdigen, wenn man hohes Gras durchquert hat. Einige Zecken haben wir so an uns absammeln können. Doch nun die gute Nachricht zum Schluss: Etwa ab der Höhe von Stockholm gibt es sie nicht mehr! Offenbar ist es ihnen dort zu kalt und ich habe es genossen sorglos durch Wiesen und Wälder zu streifen, wie ich es als Kind gewohnt war.
- Land und Leute
Bereits in Südschweden gibt es schon unheimlich viel Natur, aber mit den weiten Feldern sieht es noch sehr wie bei uns aus. Erst ab der Mitte hat für mich "mein" Schweden begonnen: Weite Hochebenen mit weidenden Rentierherden.
Die Schweden selber habe ich als eher zurückhaltend empfunden. Um das Eis zu brechen, musste schon ich den ersten Schritt tun. Da fast jeder englisch spricht, ist mir das dann auch nicht schwer gefallen. Bei aller Zurückhaltung haben die Schweden aber kein Problem, sich mal ungeniert vorzudrängeln. "Gentlemen" wird man in diesem Land eher weniger finden.
Die Schweden sind Nostalgiker. Oldtimer (vor allem Volvos und US-Autos) sind fester Bestandteil des Straßenbilds. Fast jeder Ort hat ein kleines Freilicht-Museum und viele Leute weisen mit Schildern "Loppis" darauf hin, dass es bei ihnen Trödel zu kaufen gibt.
Die Jugend auf dem Land langweilt sich wie überall. Als Zeitvertreib dient oft ein Wettbewerb wie mit aufröhrenden Motoren ihrer alten, teils aufgemotzten Autos möglichst viel Gummi auf der Straße gelassen werden kann.
Erfreulich ist aber, dass man keine Spuren von Vandalismus erkennt. Alles ist sehr sauber, gepflegt und aufgeräumt.
Es ist kein Klischee, fast alle Häuser auf dem Land sind aus Holz, rot gestrichen mit weiß abgesetzten Fenstern. Die Grundstücke sind, wenn ünerhaupt nur niedrig eingezäunt und kaum ein Privat-Schild versperrt den Weg. Ich bin zwar nicht über Grundstücke gelatscht, aber allein das erzeugt schon ein Gefühl der Freiheit.
Die Highlights unserer Reise habe ich hier zusammengefasst: --> Link
Ich mag jedenfalls das Land und die Leute!

