Hier die groben Tourdaten:
Reisezeit: 11.-25.04.2014
Reisestationen:
Plitvicer Seen, Brosanska Krupa (BiH), Trogir, Krka Nationalpark, Pag, Hum, Motovun, Novigrad, Bled (SLO)
Am 11.04.2014 machten wir uns gegen 18:00h auf, um an diesem Abend noch bis nach Neumarkt i.d.Oberpfalz zu fahren. Dort gibt es direkt am Fritz-Berger Markt einen großen Stellplatz (ohne V+E). Wir wollten dort noch eine Schutzplane für die Fahrräder auf dem Heckträger erstehen.
Am nächsten Morgen war schon recht früh ein ziemlicher Aufruhr. Allenthalben wurden vor dem Fritz-Berger Gebäude Zelte und Pavillons aufgebaut. Offensichtlich hatten wir uns für unseren Besuch unbeabsichtigt genau das Saison Opening ausgesucht. Die Suche nach einer Schutzplane war nicht sonderlich erfolgreich. Das freundliche Berger Personal hat es uns zwar ermöglicht alle lagernden Planen einmal direkt am Fahrzeug auszuprobieren, aber wirklich zugesagt hat uns keine. Kurz und gut. Nach zwei Stunden hatte ich zwar keine neue Fahrradschutzplane , aber ein paar neue Wanderstiefel und meine Frau eine neue Fleecejacke – auch nicht schlecht. Dermaßen ausgestattet machen wir uns auf den Weg in die Steiermark. Die Fahrt über Passau, Wels, Loeben und Graz war ereignislos und flüssig zu fahren, so dass wir am späten Nachmittag auf dem Stellplatz des Dorfheurigen in Unterschwarza Quartier bezogen haben.

Der Empfang dort war erfrischend freundlich. Es gab einen Rundgang über den Platz mit dem Hausherrn und einen Hinweis auf das Restaurant. Nach ein wenig Entspannung in der Sonne sind wird dann abends diesem Hinweis nachgegangen und haben im Restaurant ein Abendessen eingenommen – keine kulinarische Offenbarung aber preiswert und sättigend.
Zum Abschied am nächsten Morgen gab uns der Wirt noch eine Wegbeschreibung für den mautfreien Transit durch Slowenien. So sind wir dann entspannt über Landstraßen bis zur kroatischen Grenze gegondelt und haben von dort die Autobahn bis Karlovac genommen. Nach weiteren 80 km Landstraße kamen wir dann an unserem ersten Hauptreiseziel dem Nationalpark Plitvicer Seen an. Für die Nacht haben wir einen Stellplatz auf dem Camping Korana bezogen.

Da es sich zum Abend hin zugezogen hat, haben wir das Abendessen im dortigen Restaurant eingenommen – nie wieder. Das Essen kam mit einem Umweg über die Mikrowelle direkt aus der Tiefkühltruhe, der Wein war ……na ja vergessen wir´s einfach.
Der nächste Tag war ein Highlight unserer Reise. Über die Plitvicer Seen wurde schon viel geschrieben. Daher belasse ich es bei einigen Impressionen und der Empfehlung für einen Besuch. Wirklich eine wunderschöne Seenlandschaft dort. Und in der Vorsaison nicht überlaufen – einfach herrlich.


Vom nördlichen Parkeingang sind die Rundwege gut ausgeschildert und im Park gibt es auch eine Bootslinie und einen Touristenzug mit denen man sich einige km Fußmarsch ersparen kann. Trotz der Inanspruchnahme der „Hilfmittel“ waren wir zurück am WoMo ziemlich platt. Der Plan für die weitere Reise war ein Abstecher nach Bosnien-Herzegowina um 1-2 Tage auszuspannen. Im Forum hatten wir den Tipp für den Camping Unakamp in Bosanka Krupa erhalten. Der Campingplatz direkt an der Una ist liebevoll angelegt und bietet saubere Sanitärs und eine Grillbar, wobei diese erst für die Saison aufgebaut wurde.
Nach einem milden Abend, an welchem wir noch vor dem WoMo den Blick auf die Una bei einem Glas Wein genossen hatten, empfing uns der nächste Morgen mit 10°C und Regen. Der freundliche Platzbesitzer, der uns morgens mit Brötchen versorgte, machte uns auch keine Hoffnung auf Wetterbesserung in den nächsten Tagen. Daher beschlossen wir die Schleife durch Bosnien abzukürzen und auf dem schnellsten Weg Trogir an der kroatischen Küste anzusteuern. Wir hätten uns wohl für den schnellsten Weg entscheiden sollen, aber wir haben uns für den kürzesten entschieden. Dabei mussten wir wieder einmal erfahren, dass kurz nicht gleichbedeutend mit schnell sein muss. Die kürzeste Strecke lt. Straßenkarte führt von Bosanska Krupa über Petrovac, Dvar, Knin, Drnis an Split vorbei nach Trogir. V.a. die 50 km nach Petrovac hatten es in sich. Die Straße ist auf der Karte zwar rot eingezeichnet, entpuppte sich aber als Schotterpiste, reich gespickt mit Schlaglöchern unterschiedlicher Tiefe, die wg. des Regens kaum abzuschätzen war. Dies in Verbindung mit knöcheltiefen Matsch in einem Waldstück, wo vorher Holz gerückt wurde und Schneetreiben in den Bergen, machte die Fahrt mit einem sommerbereiften Fronttriebler zu einer Erfahrung der besonderen Art. So brauchten wir dann auch 1,5 h für die 50 km und hatten das WoMo bis zur Dachkante reichlich „eingesaut“.

Weder das Wetter noch die Beschilderung am Straßenrand luden zu einem Pick nick ein.

Südlich von Petrovac besserten sich Wetter und Straßenzustand, so dass wir auch ´mal wieder einen Blick für die Landschaft hatten.
In Dvar haben wir einen Stop eingelegt um ein wenig einzukaufen und das WoMo mit einem Dampfstrahler zu säubern. Das erste Mal in 25 Jahren Campingreisen, dass ich ein Fahrzeug unterwegs gewaschen habe.
Die restliche Strecke nach Trogir war entspannend ereignislos und so kamen wir am späten Nachmittag am Camping Rozac an und konnten einen Stellplatz direkt am Wasser am Ende der Landspitze beziehen.

Nachdem unsere „Schleife“ durch Bosnien wetterbedingt entfallen musste hatten wir ausreichend Zeit und blieben für zwei Tage, an denen wird das Faulenzen nur mit einem Ausflug per Fahrrad nach Trogir unterbrachen.


Trogir befindet sich auf der Liste des Weltkulturerbes, wobei sich dieses auf das Gebäudeensemble rund um den Hauptplatz beschränkt. Ansonsten ist Trogir ein kleines Städtchen mit verwinkelten Gassen und einem Castel. Schon ganz nett alles, wenn man ohnehin in der Nähe ist. Nach zwei Tagen war´s dann auch gut und wir machten uns auf zum Krka Nationalpark. Das sind zwar nur knapp 60 km, aber zwischenzeitlich war Bora aufgekommen und in meiner Naivität war ich der Meinung der ausgesuchte Campingplatz Autokamp Marina liegt in der Nähe der Wasserfälle, also in der Schlucht geschützt vor der Bora. Weit gefehlt. Der Camping liegt noch auf der Ebene über der Schlucht und wir durften das volle Programm mitmachen. Eiskalter Wind mit heftigen Böen. Im Windschatten des WoMos eingehüllt in eine Decke ließen sich der Sonnenschein und der strahlend blaue Himmel aber trotzdem ganz gut genießen.
Am nächsten Tag fuhren wir zum Parkeingang bei Lozovac. Von dort wird man mit einem Omnibus in ca. 15 min zum Wasserfall Skradisnki buk gefahren. Im Gegensatz zu den Plitvicer Seen wurde die Gegend der Krka Wasserfälle besiedelt und man kann heute in einer Art Freiluftmuseum bestaunen, wie sich die Menschen damals die Wasserkraft zunutze gemacht haben.


Waschtrog
Wir haben uns nur den südlichen Teil des Krka Nationalparks angesehen und sind am frühen Nachmittag Richtung Pag weitergefahren.

Wir hatten uns den Camping Strasko bei Novalia ausgesucht. Der Camping wurde auch erst an diesem Tag für die Saison eröffnet und wir waren, neben einer anderen WoMo Besatzung die ersten Gäste. Als nette Geste der Platzverwaltung wurden alle Gäste für den nächsten Morgen zum Frühstück ins Restaurant eingeladen.
Auf diesem schönen Platz haben wir die Seelen baumeln lassen und Novalia und Umgebung mit den Rädern „erfahren“. Nach drei Tagen haben wir Pag mit der Fähre verlassen und uns auf der Küstenstraße Richtung Norden gewandt.

Das Wetter war leider nicht ganz so schön, aber die Küstenstrasse ist immer wieder ein Erlebnis. So ging es also nordwärts mit Ziel KrK. Die Insel haben wir in den letzten Jahren schon zweimal besucht und es hat uns dort immer gut gefallen.
Dieses Mal wollten wir uns den neuen Camping Krk ansehen. Dort angekommen waren wir doch ein wenig ernüchtert. Die Anlage sagte uns so gar nicht zu und die Preise waren für die Nebensaison für unsere Begriffe ein wenig überzogen. Also sind wir auf die andere Seite von Stadt KRK zum CP Jezevac gefahren. Dort habe ich nach einem Platz gefragt und man hat mir eröffnet dass nur ein bestimmten Platzteil geöffnet wäre und dort wollten sie für die Nacht irgendwas um die 30€ haben.
Nicht meine Welt. Da es aber schon recht spät war, sind wir nur noch zum AutoKamp Bor gefahren und hatten eine ruhige Nacht zu einem vernünftigen Preis.
Da am nächste Tag das Wetter noch immer regnerisch war, schenkten wir uns den Besuch im Städtchen und sind gleich wieder runter von der Insel und nach Motovun gefahren. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Stop in Hum, der kleinsten Stadt der Welt.


Eine Kirche, ein Rathaus, eine Kneipe und ein Laden. Also alles da was eine Stadt ausmacht. Die 30 Einwohner sind wahrscheinlich in der Hauptsaison den Touristen zahlenmäßig weit unterlegen. Wir hatten das Städtchen zwischen zwei Busgruppen so gut wie für uns alleine.
Die weitere Tagesetappe führte uns nach Motovun im Zentrum der Trüffelgegend in Istrien. So gibt es in dem sehenswerten Städtchen reichlich Produkte rund um den Trüffel. Auch wir haben uns mit Trüffelpaste und einem köstlichen Trüffellikör eingedeckt. Motovun liegt auf einem Hügel und man hat einen fantastischen Rundblick über die Landschaft. Schon für diesen Ausblick lohnt sich der beschwerliche Weg hinauf.

Ärgerlich war bei der Anfahrt auf Motovun, dass wir unten an der Abzweigung von einer offiziell aussehenden Person auf den WoMo-Stellplatz „eingewiesen“ wurden. In der irrigen Annahme, dass Motovun für den öffentlichen Verkehr gesperrt sei und nur Anwohner weiter hinauf fahren dürften, habe ich mich der Einweisung gefügt und 10 € Parkgebühren berappt. Später haben wir gesehen, dass zwar die Stadt selbst nur von Anwohnern befahren werden darf, aber der Weg hinauf mitnichten irgendwie beschränkt war. Wir haben es unter Lehrgeld verbucht.
Weiter ging es an die Küste nach Novigrad, wo wir uns auf dem Camping Sirena einrichteten. Dort haben wir noch einmal zwei gemütliche Tage verbracht. Novigrad als Stadt gibt jetzt nicht so viel her aber die Restaurants und Cafes waren angenehm. Dort hätte ich es schon noch eine Weile ausgehalten, aber der Urlaub ging langsam zu Ende und es war Zeit uns auf den Heimweg zu machen. Unser nächstes und letztes Ziel war der See bei Bled. Die Landschaft dort ist außergewöhnlich schön und nach unserer Ankunft am frühen Nachmittag beim Camping Bled haben wir eine gemütliche Runde mit dem Fahrrad um den See gedreht.

Den nächsten Tag begannen wir früh und haben ihn größtenteils auf der Autobahn bis nach Hause verbracht.
Fazit der Reise:
Das Hinterland von Kroatien ist so vielfältig und wir haben auf unserer Tour nur an der Oberfläche gekratzt. Leider ließ es unsere verfügbare Zeit nicht zu noch das Velebitgebirge und den Ucka Nationalpark zu bereisen. Schon ein Grund mehr wieder dorthin zu fahren.
Ich hoffe dem einen oder anderen hat der Reisebericht gefallen und motiviert auch einmal die „Landseite“ Kroatiens zu bereisen.
Ralf

