Hallo an Alle,
ich weiss, dass es zu diesem Thema schon -zig Threads gibt, fast alle mit dem Fazit: Viel zu wenig Zuladung, viel zu schnell Überschreitung der Achslast(en), also so hoch auflasten wie nur möglich, damit man legal mit mehr als einer Badehose in Urlaub fahren kann...
Da mir das Thema keine Ruhe gelassen hat und ich von unserem Auto nur eine Wiegekarte des Vorbesitzers hatten, habe ich heute mal eine Rundum-Verwiegung gemacht. Erst einmal die Eckdaten meines Autos: Ford Transit MK2 mit 2.0 OHC-Benzin-Motor (78 PS), Alkoven-Aufbau von Grenzland mit Echtholz-Möbeln (teilweise extrem schwer, z.B. Küchenabdeckung), Zwillingsachse, 100 Liter Frischwasser, 80 Liter Abwasser, 2 x 5,5 kg Gasflaschen.
Zusätzlich habe ich eingebaut: Lattenrost-Rahmen mit dicker Kaltschaum-Matratze 120x200 als Festbett hinten; Backofen mit Grill, Drehspiess und Umluft; Dometik Keramik-Kassetten-Toilette mit eigenem Tank; Kaffee-Pad-Maschine; Toaster; schwere Vorhänge rundum; elektrischer Kaminofen und und und (ich habe bestimmt das Eine oder Andere vergessen)...
Bei der Verwiegung heute war das Auto praktisch urlaubsklar, also: ich am Steuer, Benzintank voll, Wassertank voll, Abwassertank viertelvoll, Gasflaschen beide voll, mein Bettzeug, Waschzeug komplett, Plattenspieler mit 20 LP's, Campingtisch und -Stühle, Sonnensegel, Kleidung für mindestens zwei Wochen, Lebensmittel (inkl. Getränke) auch für etwa zwei Wochen; was fehlte, war meine Frau (60 kg) und ihr Federbett...
Nun die Ergebnisse der Verwiegung:
zGG: 3.500 kg, tats. GG: 2.820 kg, noch mögliche Zuladung: 680 kg
Vorderachse: zul. Achslast 1.150 kg, tats. Achslast 860 kg, noch mögliche Zuladung: 290 kg
Hinterachse: zul. Achslast 2.600 kg, tats. Achslast 1.860 kg, noch mögliche Zuladung: 740 kg (!)
Besonders der letzte Wert erscheint mir bemerkenswert, wenn ich hier lese, dass Wohnmobile letztinstanzlich zurück gegeben werden konnten, da auf der Hinterachse nur eine lächerliche Zuladung im 50-kg-Bereich möglich ist.
Die Frage, die ich mit diesem Thread aufwerfen möchte: Wo ist der Fortschritt der letzten 37 Jahre? Mein Grenzland ist schon von Haus aus kein Leichgewicht, da er sehr solide gebaut wurde, und trotzdem und trotz der zahlreichen Einbauten habe ich URLAUBSFERTIG noch eine Zuladung, die ich beim besten Willen nicht ausschöpfen könnte! Selbst wenn ich das Auto mit einer LPG-Gasanlage und einem 200-Liter-Gastank (unter dem Festbett) ausstatte, komme ich noch nicht einmal in die Nähe einer Überladung...
Was ist denn in den letzten Jahren schiefgelaufen? Dass der Möbelbau solider geworden ist, kann ich kaum glauben; und auch der Aufbau sollte doch durch Verwendung von Sandwich-Platten leichter und nicht schwerer geworden sein...
Vielleicht hat ja irgend jemand eine Erklärung für mich...
Liebe
Klaus

