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Fernreisen mit dem Wohnmobil werden immer populärer. In den Amerikas, in Afrika, in Zentralasien und nun auch in Süd- und Südostasien. Wir haben zwei solche Reisen unternommen: Eine in Nord- und Zentralasien und eine in Südasien. Beide mit dem gleichen Veranstalter, beide mit für uns sehr unterschiedlichem Ergebnis. Wenn wir über unsere Erfahrungen berichten, müssen wir einiges vorausschicken: Wer solche Fernreisen macht, will Abenteuer und die Fremde erkunden. Wer sie bei einem Veranstalter bucht, ist eher vom Typ „Warmduscher- Abenteurer“. Er will, dass jemand die vielfältigen Formalitäten erledigt, er will eine Führung, die ihm sichere Wege weist, er will Führungen, die ihm Land und Leute erschließen und er will in den Ländern ohne Campinginfrastruktur Plätze, auf denen er sicher und halbwegs kommod übernachten kann. Er will Unterstützung, wenn er unterwegs Sprit, Gas, Wasser und gelegentlich Strom benötigt, weil er ja warm duschen will – und ganz gelegentlich die Möglichkeit, Dinge einzukaufen, die seinem gewohnten Warenkorb entsprechen. Er will zudem die Gewissheit, dass ihm in Notfällen geholfen wird: medizinisch, technisch und vielleicht juristisch. Mit diesen Erwartungen schließt er einen Reisevertrag. Er muss wissen, dass ihm diese Reiseverträge in der Regel keine Handhabe geben, sich gegen tatsächliche oder empfundene Minderleistungen des Reiseveranstalters oder Führers zu wehren. Die Juristen nennen solche Reiseverträge „Werkvertrag besonderer Art“. Bei WoMoReisen besteht die versprochene Leistung nur darin, die Gruppe ans Ziel zu bringen (wobei das volle Risiko immer der Reisende trägt), für (irgendwelche) Stellplätze zu sorgen, eine bestimmte Zahl Führungen anzubieten und eine bestimmte Zahl Abendessen zu bezahlen. Über Qualität gibt es keine und schon gar keine einklagbare Aussage. Wer solche Fernreisen bucht will auch ein gewisses Maß an Gesellschaft. Oder er nimmt Gesellschaft zumindest in Kauf. Typischerweise reisen zwischen zehn und zwanzig Fahrzeuge gemeinsam, dabei einige wenige Einzelfahrer, sodass die Gruppen aus 15 bis 35 Menschen bestehen. Mit diesen Gruppen wird er Monate, manchmal fast ein Jahr verbringen, ohne sie vorher wirklich kennengelernt zu haben. Wir glauben, und das deckt sich mit den Erfahrungen anderer, dass zwei Dinge für den Erfolg und den Genuss einer solchen Reise maßgeblich sind: Die Gruppe und die Führer (dahinter der Veranstalter). Alles andere ist nachrangig. Wichtig ist nicht das Fahrzeug. Fahrzeuge mit Vierradantrieb geben ein gutes Gefühl, werden aber nicht wirklich gebraucht. Wichtig sind Heckantrieb, gute Bodenfreiheit und vor allen Dingen ein nur kurzer Überhang am Heck. Fahrzeuge höher als 3m machen vor allem bei Stellplatzzufahrten oft Probleme, Fahrzeuge breiter als 2,3m (Spiegel beachten) verursachen auf den schmalen (Pass-) Straßen Asiens Stress. Wer mit Leichtbau- oder Preiswertfahrzeigen loszieht wird erleben, dass ihm die teils fürchterlichen Straßen Asiens den Aufbau zerrütteln. Zu Ausrüstungsfragen gibt aber es anderweitig lange Threads. Wichtig ist auch nicht das Budget. Es ist aber wahrscheinlich, dass der Gesamtaufwand mit Vorbereitung von Fahrzeug und Ausrüstung, alle den gesondert zu zahlenden Visa-, Straßen-, Genehmigungs- und sonstwie Gebühren, den Unterwegsausgaben und schließlich Reparaturen während und nach der Reise mindestens doppelt so hoch ist, wie der eigentliche Reisepreis. Die Reise wird also unter Umständen bis zum Dreifachen dessen kosten, was im Prospekt steht. Wenn die Reise gut ist, ist sie das auch wert. Auch die Gruppe ist nicht das wichtigste. Immer wird man einige finden, mit denen man eine gleichere Wellenlänge hat, als mit anderen. Der Glaube aber, dass eine kleine Gruppe a priori einer größeren vorzuziehen sei, mag ein Irrglaube sein. Wir haben gefunden, dass man in einer größeren Gruppe mehr Gleichgesinnte findet, eher jemanden, der bei einem speziellen Problem helfen kann und, dass man sich bei kleineren Spannungen – die irgendwann unweigerlich auftreten – besser für einige Zeit aus dem Weg gehen kann. Eine unserer Gruppen bestand aus 20 „zahlenden“ Fahrzeugen, eine aus zehn. Die größere Gruppe war um Vieles angenehmer. Schon eher wichtig ist die Motivation, die die Reisenden treibt. Wir haben gefunden, dass es drei Typen gibt: Diejenigen, die „es schaffen“ wollen und denen der Weg – oder besser das Fahren – das Ziel ist. Die sind in aller Regel recht anspruchslos, oft Einzelgänger und an wenig anderem als „Strecke machen“ interessiert. Dann sind da die, die sagen: „Was ich nicht fotografieren kann, interessiert mich nicht“. Das sind dann oft die, die jeden Stadt- oder Monumentenführer frustrieren, weil sie zuallererst ausschwärmen um zu fotografieren, den Erläuterungen nicht zuhören und bestenfalls zum Schluss alle die Fragen stellen, die längst schon beantwortet sind. Zu dieser Gruppe gehören viele eifrige Blogger, die der Welt immerzu mitteilen müssen, was sie gerade gesehen haben und die ärgerlich werden, wenn Mitreisende einwenden, sie möchten nicht mit Gesicht im Internet erscheinen. Reisende, die eher interessiert sind, in Gesprächen, Diskussionen, Besuchen oder Vorträgen mehr über Länder und Völker zu erfahren als das, was dem Kameraobjektiv angeboten wird, scheinen in verschwindender Minderzahl. Unterschiedlich können auch die Präferenzen für Stell- und Übernachtungsplätze sein. Fahrer großer, gut gesicherter Fahrzeuge mit großen Tanks bevorzugen oft sogenannte Naturstellplätze. Für viele andere gilt, dass sie Naturplätze dann bevorzugen, wenn es wirklich Natur zu erleben und zu sehen gibt, oder en route, wenn sich andere Möglichkeiten nicht bieten. Sonst aber bevorzugen sie Plätze in Fußläufigkeit zu Sehens-, Kaufens-, oder Essenswertem und mit Möglichkeiten zur Versorgung mit Wasser, gelegentlich Strom und vielleicht auch Lebensmitteln. Halt campingähnlich. Ganz entscheidend ist aber, was für einen Reiseführer man erwischt. Von der Spannbreite der Erfahrungen wollen wir berichten: Wir hatten einen, der schon jahrelang Wohnmobilgruppen geführt hat. Wir hatten auch einen, der, als er den Job als Assistent einer vorhergegangenen Reiseleitung ergattert hatte, zu seinen Qualifikationen selbst im Internet geschrieben hatte: „Meine Qualifikation: Mit Laster nach Indien gereist, dann auf eigene Rechnung mit zahlenden Kunden nach Indien gereist. Aber letztlich wie immer: zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Menschen getroffen, sich sympathisch gewesen, Chance ergriffen.“ Später ergab Internet-Recherche, dass „zahlende Kunden“ ein Fahrzeug war, das er durch Pakistan mit nach Indien genommen hatte. Wir hatten einen, der studierter Politologe war, polyglott, belesen und erfahren. Wir hatten auch einen, der vom Rettungsassistenten auf den rückenschonenderen „Reiseleiter“ umschulte der, wenn er es denn hatte, sein Wissen über Land und Leute nicht mit uns teilte. Wir hatten einen, der kommunikativ war (manchen Reisenden fast zu sehr), der regelmäßig „Meetings“ abhielt und der Sorge trug, dass der Kommunikationsfluss funktionierte. Und, der wo immer möglich versuchte, Kontakte herzustellen mit Politik, Journallie, Wirtschaft und Verwaltung, so dass interessante Gesprächsrunden über Land und Leute zustande kamen. Und wir hatten einen, der auch nach Meinung eines mitreisenden Psychiaters schlicht „soziophob“ war. Die ersten „Meetings“ mit den Reisenden, die den Namen halbwegs verdienten, berief er am 12., am 34. Und am 58. Reisetag ein. Auch da zog er sich aus Zusammenkünften möglichst nach Minuten zurück und überließ das Feld seinen Assistenten. Wir hatten einen, der kümmerte sich aktiv darum, seinen Gästen an Stellplätzen Zugang zu Wasser (oft genug mit Möglichkeit Schläuche zu nutzen) und Strom zu ermöglichen. Das Ergebnis war nicht immer ausreichend, ein Bemühen aber zu erkennen. Und wir hatten einen, der kümmerte sich darum nur, wenn er selbst oder das Fahrzeug seiner Assistenten versorgt werden musste. Er kam nicht auf die Idee, mit einem Hotel die Nutzung von Wasser aus deren Aufbereitungsanlage zu vereinbaren, auch nicht, z.B. einen Hausmeister zu bitten, eine Pumpe für den Wasserhahn einzuschalten. Ihm genügte im Zweifel, einen Wasserlieferanten zu bestellen, aus den (zu Lasten der Reisenden) auf Fünfliterballons die Tanks zu füllen waren. Oder auf eine hundert Meter entfernte Schwengelpumpe zu verweisen, von wo man das Waser ja mit Gießkannen holen könne. Wir hatten einen, der führte uns in die Städte, die auf der Etappenliste standen und sorgte für Stellplätze, von den Innenstadtleben und Sehenswürdigkeiten fußläufig oder schnell per Taxi erreichbar waren. Und wir hatten einen, der parkte uns eine Bahnstunde außerhalb Dehlis, zweieinhalb Busstunden außerhalb Mumbais und 72 Kilometer vom Taj Mahal. Jeweils so, dass man mit den „Tagen zur freien Verfügung“ praktisch nichts zielbezogenes anfangen konnte. Wir hatten einen, der mietete zumindest gelegentlich in den Hotels, auf deren Höfen wir übernachteten, zwei Zimmer, in die dann vor allem die Fahrer kleinerer Fahrzeuge (mit wenig Wassertank) gehen konnten, um einmal richtig zu duschen. Wir hatten einen anderen, der kommentierte solche und andere Stellplatzwünsche: „Wir sind ja nicht auf einer Hoteltour“. Ebenso begründete er, dass (für ihn kostenlose) „Naturstellplätze“ die Norm seien, auch wenn es sich nur um Gammelplätze ohne jeden Naturhintergrund handelte. Wir hatten einen, der bemühte sich vor Ort um sachkundige Führungen. Und wir hatten einen, der hatte z.B. als Führung für ein wichtiges Weltkulturerbekloster eine Dame vorgesehen, deren Qualifikation darin bestand, in der Marketingabteilung des nationalen Tourist-Office zu arbeiten. Auf unseren Vorschlag, auf unsere persönliche Kosten einen örtlichen Experten für 20 oder 25 Euro für die Gruppe anzumieten, reagierte er mit dem Hinweis, man sei ja schließlich nicht bei Studiosus – folgte der Bitte aber. Wenige Wochen später aber kam er darauf zurück und kommentierte: „Diese extreme Forderungshaltung ist mir schon damals aufgefallen“. Wir hatten einen, der ermutigte Reisende bei besonderen Interessen auch einen individuellen Umweg zu machen und stellte dazu auch eines der Führungsfahrzeuge als Begleitung ab. Und wir hatten einen, der verneinte solche Wünsche kategorisch: „Sondertouren gibt es nicht“. Wir hatten einen, der ermutigte die Gruppenbildung unter den Reisenden. Er sorgte für angemessene gemeinschaftliche Restaurantessen oder regte gemeinschaftliche Grillabende an. Gelegentlich gab er dazu auch Getränke aus. Er sorgte auch dafür, dass sich er und seine Assistenten zu Konversation unter die Reisenden mischten. Und wir hatten einen, der bestand darauf, dass bvei gemeinschaftlichen Essen selbst das Wasser von den Reisenden zu bezahlen wäre und gab sich eher Mühe, gemeinschaftliche Aktivitäten zu ersticken. Bei ge,einschaftlichen Essen belegte er mit seinem Team einen gesonderten Tisch oder ein Tafelende. Für ihn bestand die Gemeinschaftsaktiviät daraus, während der ersten drei Monate zwei- oder dreimal irgendwo ein Feuer entzünden zu lassen. An einer von den Reisenden mit Mühe vorbereiteten Weihnachtsrunde nahm er mit seinem Team praktisch sprachlos teil (Nach einer Stunde und mehreren alkoholigen Pralinen erhob er sich zu einem „Na denn: Frohe Weihnachten“). An Musik, Gesang und Spiel nahm die Führung er demonstrativ nicht teil. Wir hatten einen, der half seinen Gästen aktiv bei Problemen. So stellte er ein Teammitglied ab, das fuhr das Auto eines Alleinreisenden, der zu einer Operation zurück nach Deutschland musste, über Wochen weiter bis der Kranke wieder zu uns stoßen konnte. Wir hatten auch einen, dessen Team sich (dem Vernehmen nach) sogar weigerte, einer Reisenden, deren Mann ebenfalls für eine Woche heimfliegen musste, als Führungsfahrzeug zu dienen, denn „die Verantwortung könne man nicht übernehmen“. Im Ergebnis war es so, dass wir einen hatten, mit dem unsere Erfahrungen so gut waren, dass wir mit entsprechenden Erwartungen eine weitere große Reise buchten und antraten. Und wir hatten einen, der uns so frustriert hat, dass wir mitten in Indien abgebrochen und den Heimweg allein angetreten haben. „Was lernt uns das?“. Wir glauben, dass die Buchung einer solchen Reise Glücksache ist. Das Vertrauen in den Veranstalter allein reicht jedenfalls nicht. Und eine Möglichkeit, die Mitreisenden und die Führung vorab wirklich kennen zu lernen, gibt es trotz sogenannter Vorbereitungstreffen nicht. Allerdings hatten wir besonders viel Risiko genommen, denn bei beiden Reisen hatten wir an den Vorbereitungstreffen nicht teilnehmen können. Unser Vertrauen war in „die Marke“ des Veranstalters und den Veranstalter in Person. Und da waren wir bei der zweiten Reise tief enttäuscht. Bedankt für die Mühe, war spannend zu lesen. Wegen mir könntest zu einzelnen Reisen schon auch bisschen ausführlicher werden ;D mit Bildern und so :D Mir träumts ja auch davon als Alleinfahrerin so eine Tour mit zu machen. Erstaunt mich bisschen das so einige dabei waren. Meine Angst war immer das so eine Tour meine Kräfte übersteigt. Was habt ihr denn für Touren gemacht? Würde mich schon interessieren, die eine oder andere Reise hätten wir auch im Hinterkopf, da es für uns auch Gegenden gibt, wo wir nicht 'alleine' wollen. Frank Liebe Beduin, Reiseberichte und -Blogs von diesen Reisen findest Du mit etwas googeln leicht. Meine Absicht mit diesem Beitrag war darzustellen, wie breit die Erfahrungen mit geführten Fernreisen gestreut sein können, damit jene, die solche antreten wollen, sich vorbereiten und vielleicht die richtigen Fragen an den Veranstalter richten können.... In Kürze: Die erste Reise führte über das Baltikum, durch Russland und Sibirien, die Mongolei, China und dann die zentralasiatischen Länder zurück an die türkische Grenze. Die zweite hätte uns durch Iran und Pakistan und Indien bis Singapur bringen sollen. Wir haben sie nach Nepal und vor Kalkutta abgebrochen.....
Warum denn so geheimnisvoll, ich hab ehrlich gesagt keine grosse Lust dir hinterher zu suchen. Frank Weil es mir nicht darum geht, einen bestimmten Veranstalter an den Pranger zu stellen. Von denen gibt es ohnehin nur zwei oder drei.... Sende mir pn und ich gebe Dir gerne Details. Viele Eberhard und Lyssi arbeiten meines Wissens als Reiseleiter für ein anderes Unternehmen/einen anderen Veranstalter.... Hallo Oilygolf, vielen Dank für deinen "Erfahrungs-Bericht". In gewisser Weise hast Du mir die Augen geöffnet, auf was man als Buchender achten kann. Diese Gedanken hatte ich mir noch nie so gemacht. Falls ich den Genuss einer Womofernreise kommen sollte, werde ich diese auch als erstes geführt unternehmen. Alleine deswegen, um kennenzulernen, was alles beachtet werden muss. , Christian (der sich weit vor der Rente noch nicht vorstellen kann, ein paar Monate am Stück auf Achse zu sein)
Liebe Beduin, es gibt bei diesen Reisen wohl häufig einige wenige Alleinfahrer. Das mit den Kräften ist eine ernste Frage. Du musst damit rechnen, praktisch täglich zwischen 5 und 8 Stunden zu fahren (in Pakistan mussten wir 18 Stunden praktisch nonstop fahren) und zwar unter widrigen und widrigsten Straßen- und Verkehrsbedingungen. Dazu die Navigation, bei der ein Navi zwar hilft, sie aber nicht allein erledigt. Dazu dann Einkaufen, Kochen, Putzen, Waschen und Fahrzeug versorgen. Das haben die Alleinfahrer, die wir kennen, zwar geschafft. Es schien uns aber, ihre Unfallhäufigkeit sei größer gewesen.... Und das hat nix mit Mann/Frau zu tun. Also gut überlegen Ganz ehrlich. So eine Reise in der Gruppe könnte ich mir nieee vorstellen. Wo bleibt da die Spontanität und das freie Erleben? Man fährt selber und ist an einen Zeitplan gebunden. Dann kann ich genauso eine günstiger Busrundreise buchen. Meine Meinung halt. Stehe ich damit allein da? Nun, es gibt bestimmte Gegenden, in die allein und ganz individuell zu reisen praktisch unmöglich ist. Weil entweder zu kompliziert, zu gefährlich oder schlichtweg nicht erlaubt. Außerdem ist man bei dem von uns gewählten Reiseformat nicht ständig in der Gruppe sondern ist den ganzen Tag allein unterwegs. Gruppe ist nur abends und wie intensiv man sich da einbindet, ist jedem selbst überlassen. Der Rückzug ins eigene WoMo ist immer möglich. Das mit dem Zeitplan stimmt allerdings... Ich hatte aber nicht beabsichtigt, unter dieser Überschrift eine Diskussion über Sinn und Unsinn von geführten Reisen zu führen. Die gab es schon mehrfach ausführlich. Ich wollte eher einen Erfahrungsaustausch zum Thema Reisveranstalter und Reiseleiter anstoßen...
Hallo oilygolf, vielen Dank für deinen sehr ausführlichen Bericht. Wir haben 2x Reisen mit einer Gruppe gemacht aus ganz bestimmten persönlichen Gründen und wegen den Zielen der Reise. Einiges, was du schreibst kommt mir bekannt vor. Letztendlich waren wir aber ganz zufrieden, lag aber auch an der Gruppe. Was mir immer auffiel, warum kann der Veranstalter beim Thema "Stadtführung" nicht konkret werden. Das kann mal eine Busfahrt querdurch sein, aber auch eine faktenreiche lehrreiche Führung zu Fuß. Es war mir nicht möglich, nicht mal am Telefon das vorher konkreter zu bekommen. Um so mehr waren wir überrascht, zB in St. Petersburg, wie toll die Führungen waren und dass am Essen in keinster Weise McD..Fraß zutage kam, ganz im Gegenteil... Wahrscheinlich will der Veranst. nicht konkret werden, weil es dann für den einen zuviel und den anderen zuwenig Kirchen sind usw Klar ist, es hängt von vielen Zufällen ab, das hast du gut beschrieben. Wir würden es dennoch bei Bedarf wieder machen mit einer Gruppe. [quote="ganderker ...Klar ist, es hängt von vielen Zufällen ab, das hast du gut beschrieben. Wir würden es dennoch bei Bedarf wieder machen mit einer Gruppe.[/quote] Ja, mag sein. Zu den Essen auf unseren Reisen ist anzumerken, dass es sich natürlich um "Gruppenessen" handelte, also etwa, was Busreisende zu erwarten haben. Bei der zweiten Reise war allerdings der "Höhepunkt" das Weihnachtsessen: In einem dunklen, ungeheizten "Restaurant" ein Buffet auf kalten Tellern, das nach unserer Recherche pro Kopf 3,50€ gekostet hat.. Die Führungen vor allem auf dem zweiten Trip waren fast alle auf "Backpacker" (früher hätte man gesagt: "Neckermann") Niveau...
Aus eigener Planungserfahrung für Gruppenreisen (aber nicht Womo) wird das wohl daran liegen, dass sich solche Dinge oft kurzfristig ändern. Die Führer wechseln, werden krank, gewisse Museen / Kirchen / Sehenswürdigkeiten schließen oder öffnen, Fahrtrouten ändern sich wegen Baustellen etc. Darum geben manche Agenturen oder Touristenzentralen die konkreten Infos gar nicht langfristig an den Veranstalter. So behalten sich die Organisatoren die Chance, je nach Bedarfslage und Möglichkeiten "das Beste draus zu machen". Gute Veranstalter mit guten Kontakten bekommen in der Regel dennoch gute Leistungen. Wenn aber Details schon rausgegeben wurden, beschweren sich womöglich Kunden wegen Änderungen, selbst wenn es gar nicht schlechter sondern vielleicht sogar besser wird. Stell dir im Zweifelsfall einfach vor, du kämst selbst an dem Tag (ungebucht) in die Stadt und machst eben auch das Beste draus. hallo, ja schon klar insoweit. Aber ob es eine Busfahrt querdurch sein wird oder eben das von mir beschriebene, das weiß der Veranstalter, nur halt nicht, wer das nun konkret macht.
ich mir schon, gerade weils mir schon viel zu doof ist alleine für die ganze Einreisebestimmung verantwortlich zu sein. Als einzelner hast in verschiedenen Ländern ja noch nicht mal die Möglichkeit ein zu reisen. Das brauchst dies und das und einen Guide usw............. Ne, dann lieber in der Gruppe. Kann ja auch mal ganz nett sein und die unnetten, die kann ich ganz gut ausblenden! ganderker hat geschrieben: "Aber ob es eine Busfahrt querdurch sein wird oder eben das von mir beschriebene, das weiß der Veranstalter, nur halt nicht, wer das nun konkret macht." Ne - ganz so einfach ist das nicht. Wir waren letztes Jahr in Riga. Da kann man sich mit dem Jugendstil befassen. Gibt ein wirklich sehenswertes Museum (durch das museumseigene Leute führen). Man kann einen lohnenden Spaziergang durch ein bestimmtes Stadtviertel machen. Oder man bindet es in eine Busrundfahrt ein. Alles möglich und durchaus sinnvoll - abhängig von den Möglichkeiten des Museums (kann auch mal zur Renovierung geschlossen sein), der Jahreszeit oder anderer Dinge, die den Zeitplan beeinflussen wie An- und Abfahrten, weitere Besichtigungspunkte etc. Wenn man dann ne Wunschliste hat, was der Gruppe geboten werden soll, dann kann es trotzdem kurzfristig Absprachen / Änderungen geben, weil man z.B. einen Punkt streichen muss (Renovierung), sich Fahrtzeiten verschieben (Spaziergang lohnt nicht wegen Zeitmangel) o.ä. Bis hin dazu, dass man bei einer längeren Reise womöglich nicht in jeder Stadt den gleichen Ablauf möchte oder das Zeitbudget an einem Ort den Tourablauf an den anderen Orten beeinflusst. Von Wartezeiten auf Visa o.ä. mal gar nicht zu reden. Oder - wenn sich an der einen Ecke was Gutes und Unverhofftes ergibt, kürzt man vielleicht entsprechend am nächsten Haltepunkt. Und so weiter... Letztlich ist eine Gruppenreise halt immer die Situation, das du dich in die Organisation anderer Leute gibst. Da kommen oft Sachen zustande, die du selbst nie hingekriegt hättest. Aber da kann auch mal was nicht dabei sein, was du gern hättest. Gruppenreise eben vs. individuell. Such is life. Was User oilygolf beschrieben hat, ist ja eine Beschreibung von Erlebtem. User Gogolo wird es wahrscheinlich genau so sehen. Beide haben organisierte Fernreisen gemacht. Bei solchen Touren lernt man die Menschen wirklich kennen. :eek: Meine Frau und ich haben diverse Reisen für Kunden organisiert, diese auf den Reisen begleitet und können alle Erfahrungen von oilygolf bestätigen, auch wenn unsere Reisen in andere Erdteile per Flugzeug, Bus usw. erfolgt sind. Wir würden gerne so eine geführte Reise mit dem Reisemobil nach Peking machen, wie sie oilygolf und Gogolo gemacht haben, allerdings nicht mit unserer Weißware. Ich erinnere mich noch gut, was Gogolo alles hier geschrieben hat, auch an vieles, was zwischen den Zeilen zu lesen war....... :wink: Oops, doppelt, bitte löschen. danke Hallo freetec-Peter, Du weisst, wir sind nicht immer der gleichen Meinung. Aber was willst Du mir mit Deinem Posting jetzt sagen? Kaufst Du dir bei woelke (oder sonstwo) ein Expeditionsmobil, damit Du problemlos nach Peking fahren kannst? Oder wie? vor ca 10 Jahren hatten wir selber zwei Gruppenreisen mitgemacht: 2 Wochen Polen , Hohe Tatra, Slowenien und 5 Wochen Ukraine, Moldawien, Rumänien jeweils im Frühsommer. Wir wollten unsere Gruppentauglichkeit testen und schauen ob uns Individualreisende die Einschränkungen durch eine Gruppe erträglich sind. In Hinblick auf eine Chinareise die uns gelockt hatte. Weiter haben wir bei Begegnungen mit geführten Gruppen im Ausland immer wieder Kontakt zu einzelnen Teilnehmern gesucht und uns über deren Reise erkundigt. Fazit waren sehr interessante Beobachtungen über Zwischenmenschliches und Gruppenprozesse. Letztlich hatten uns die Reisen gefallen. Aber: Die Gruppen waren jeweils sehr mit sich selber beschäftigt und haben vom Reiseziel abgelenkt. Bei Stadtbesichtigungen in Breslau oder Krakau zB hatte man sich gegenseitig die Erlebnisse von Reisen in den USA erzählt ohne auf die guten Erläuterungen der örtlichen Führer zu achten. Auch ging immer sehr viel Zeit (manchmal 2 Stunden) verloren beim Einfahren auf Stellplätze. Die täglichen Fahrzeiten waren uns zu lange. Insgesamt waren die Reisen für mich anstrengend. Zu den Reiseführern: jede(r) hat seine Schwächen. Das können aber positiv gesinnte Reiseteilnehmer(innen) ausgleichen - zum allgemeinen Nutzen. Jeder Teilnehmer sollte gewillt sein, sich aktiv in die Gruppe einzubringen und so mitzuhelfen dass der Reisezweck optimal erfüllt wird. Das sollte keine lästige Aufgabe sein. Uns hatte das Spass gemacht und wir hatten beidemale eine recht gute Gruppengemeinschaft. Wir denken gerne auch an diese Reisen zurück, möchten aber wahrscheinlich an keinen weiteren Gruppenreisen teilnehmen. Wir kommen auch alleine klar, die größere Freiheit ist uns wertvoll und wir wollen mehr in ein Gastland eintauchen als das mit der Gruppe möglich ist. Auch finanzielle Gründe spielen eine Rolle. Warmduscher-Abenteurer - das Wort klingt nicht nett, aber es trifft den Kern. Ich wollte nach Sankt Petersburg und weiter durch Karelien nach Murmansk. Allerdings hatte ich Angst bei den Formalien und dem Grenzübertritt. Zudem hatte ich mehrere Reiseblogs gelesen, aus welchen sich ergab, dass die Russen meist nur für Gruppenbesichtigungen eingerichtet sind. Individualtouristen müssen unter Umständen lange warten. In 2013, 2014 ergab sich nun eine Chance. Aufgrund nur einer bestimmten Anzahl an Urlaubstagen fragte ich beim Reiseveranstalter an, ob auch eine Teil-Reise möglich ist. Die Antwort war positiv. An den Gruppenvorbereitungstreffen konnte ich nicht teilnehmen. Die Kommmunikation lief per E-Mail und Telefon reibungslos. Die wesentlichen Reiseunterlagen erhielt ich kurz vor der Reise. Sie waren hinsichlich der Reisevorbereitungen und -hinweise, zur Geschichte und Kultur des Landes sehr ausführlich. Die eigentliche Reisebeschreibung, d.h. Fahrroute, Zwischenstopps, Besichtigungen, war sehr knapp. Da war ich das erste Mal enttäuscht. Der Grenzübertritt verlief problemlos. Die Reiseleiterin begleitete jedes Fahrzeug durch die Grenz- und Zollabfertigung. Auf der Etappe nach Sankt Petersburg war ein alleinfahrender Teilnehmer in einen Unfall verwickelt. Hier kümmerte sich die Reiseleiterin um den Transport in ein Krankenhaus und um die Sicherstellung des Fahrzeugs. Wenige Tage später war ein Angehöriger da. Ich ärgerte mich über die gewählten Stellplätze. Sie waren außerhalb der Städte, so dass es kompliziert war, auf eigene Faust mit Bus und Bahn etwas zu unternehmen. Allerdings ist es auch schwierig einen Platz für 13 Wohnmobile zu finden. Die Besichtigungen waren gut organisert und verliefen reibungslos. Die Reiseleiterin bot fakultative Ausflüge an. Sie waren für mich die eigentlichen Highlights, da man gerade bei diesen Land und Leuten näher kam. Diese Ausflüge wurden extra abgerechnet. Abends gab es Gruppenbesprechungen. Auf diesen wurde das Roadbook immer nur für die nächste Fahretappe verteilt. Die Strecke war ausführlich beschrieben. Es gab Angaben zu Zwischenstopps, zum Tanken und Einkaufen. Mir fehlten jedoche Hinweise zu Sehenswürdigkeiten am Wegesrand bzw. neben der Strecke. Die einzelnen Strecken von bis 400 km waren mir zu lang. Stets an den Abenden der Fahrtage gab gemeinsame Abendessen. Ich fand das nicht toll. Ich hätte irgendwo unterwegs zu Mittag gegessen und wäre gern abends länger gefahren. So mussten wir alle spätestens um 19:00 Uhr am Ziel sein. Ich/wir sind oft von der Strecke abgewichen und haben auch die kleinen Sehenswürdigkeiten neben der Strecke abgegrast. An den ersten Abenden erzählte ich in der Gruppe noch, was ich am nächsten Tag besichtigen wollte. Aber ich musste feststellen, das daran kein Interesse bestand. Ein Teil der Gruppe für der Reiseleiterin im Konvoi hinterher, ein anderer Teil fuhr schnurstracks vorn weg. Irgendwann bereitete ich Pfifferlinge, die ich am Straßenrand gekauft hatte, zum Abendessen zu. Da hieß es nur bedauerlich, dass der Konvoi nicht angehalten hat. Ein Teil der Gruppe zog sich abends nach dem Abendbrot zurück. Zwei Grüppchen saßen regelmäßig abends getrennt voneinander zusammen. Ein Gespräch über Land und Leute und das an Tag erlebte kam selten bis nie auf. Nach dem Grenzübertritt nach Norwegen zerstreute sich die Gruppe sofort in alle Richtungen. Zum Nachtreffen im Herbst erschien nur noch eine Womo-Besatzung. Fazit: Mit den Leistungen des Reiseveranstalters war ich zu frieden. Wenn mir selbst eine solche Reise Vorteile bringt, d.h. sie als Individualtourist schwierig durchzuführen ist, werde ich so etwas wohl wiederholen. Die Gruppe hat mir wenig gebracht. ... Möglicherweise bin ich auch nicht gruppenkompatibel. MfG Steffen Unsere größte Enttäuschung auf der zweiten Reise war ja die Auswahl des Reiseleiters, der ohne wirkliche Erfahrung für diese größte und teuerste Reise des Veranstalters eingesetzt wurde und in unserem Empfinden ein völliger Missgriff war. Wir hatten das aber für ein einmaliges Problem gehalten. Jetzt aber finde ich im Internet eine Stellenausschreibung für ein Reiseleiterpaar, das künftig deren Südamerikareisen führen soll. Und das lese ich unter Anforderungen: • Kein Wort von Landes oder Regionskenntnis sondern nur „Reiseerfahrung“ • „ab und an für Geselligkeit sorgen („Zusammensitzen, Lagerfeuer, zusammen grillen etc.) • „Mitfahren einer Tour oder ein Teilstück zum Lernen (mehrere Monate)“ – „Danach kannst Du Deine eigenen Gruppen leiten“ • Berufserfahrung: „Keine Erfahrung erforderlich“ Es war also offenbar keine Ausnahme, dass jemand ohne Berufserfahrung – abgesehen von einmal „Mitfahren“ – unsere Tour leitete. Es scheint Geschäftsmodell (geworden) zu sein. Nun ist es so, dass „Reiseleiter“ kein Beruf mit vorgeschriebener Ausbildung oder Qualifikation ist, auch wenn Veranstalter wie TUI niemanden ohne Intensivkurse auf die Betreuung von einwöchigen Pauschal-Badegästen loslassen, geschweige denn anspruchsvolle Veranstalter wie Studiosus. Wenn aber die Broschüren unseres Veranstalters sagen: "xxx-Reiseleiter zeichnen sich durch Professionalität, Kompetenz, Sprach- und Landeskunde aus." dann sehe ich eine erhebliche Diskrepanz. OK: Professionell kann natürlich auch heißen, er lebt davon. Vorstellen tue ich mir aber anderes…. hallo, als jemand, der wie geschrieben, eigene Erfahrungen zu Gruppenreisen hat, erscheint deine Zurückhaltung zum nennen von Links, wo man das selbst nachlesen und selbst beurteilen kann, grenzwertig. Ich verstehe, dass du keinen Veranstalter nennen willst, aber gerade dein letztes posting spricht (offenbar) so sehr gegen den Veranstalter, dass man den Link ruhig setzen darf. Sonst ist die Diskussion sehr steril und erschöpft sich im gegenseitigen aufzählen von eigenen (also subjektiven) Erlebnissen. Ist meine Meinung, du machst das, was du für richtig findest, keine Frage. Den Link hatte ich mir gestern kopiert, heute morgen funktionierte er nicht. Deshalb habe ich ihn nicht eingestellt. Wenn Du aber nach "Reiseleiterpaar für Wohnmobilreisen in Südamerika gesucht" googelst kommst Du in "Gigajob" und "backinjob" zur entsprechenden Annonce.
danke dir. wäre ja eine interessante Idee: man nimmt dieses Angebot wahr Was wir bieten - Mitfahren einer Tour oder ein Teilstück zum Lernen (mehrere Monate), dabei wird Kost und Logie bezahlt, sowie die Anreise (Flug) aber kein Honorar. - Danach kannst du deine eigenen Gruppen (gegen Honorar) leiten! danach entscheidet man, ob man überhaupt für den Laden arbeiten will. Wäre eine spontane Idee :) Nach mehreren Nachfragen und nachdem ich die Identität des Veranstalters über den Stellenanzeigen-Link ohnehin schon preisgegeben habe, kann ich die Identität des Veranstaltersoffenlegen. Es handelt sich um „Abenteuer Osten“ i.V.m. Seabridge. Die gute Reise war die „Seidenstraße“, die auch „Gogolo“ gemacht und beschrieben hat. Die aus unserer Sicht wenig gute Reise war „Südasien“. Letztere ist in diesen Tagen am Ziel Singapur angekommen. Für sie war die Option einer Rückreise über den Landweg (durch China) vorgesehen. Zwei Reisefreunde haben uns dazu gestern geschrieben: „Den Landweg haben wir auch storniert, da es hier seitens der Reiseleitung keine Besserung gab. An vielen Stellen haben wir nur gedacht, was hätte „oilgolf“ jetzt wohl dazu gesagt…“
Oh, laut den Bildern doch eher "Weisse Ware". Erstaunlich. |
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