eine neue Lithium-Umrüstung ist vollzogen:
400Ah Winston LiFeYPO4 ersetzen die AGM-Bleibatterie eines neuen Hymer ML-T 580 Euro 6.
Die mechanischen Arbeiten wurden von den Besitzern des Wohnmobils vorbereitet. Ich brauchte mich nur noch um die elektrischen Arbeiten zu kümmern :-).
Geladen wird die Batterie durch:
das 18A Ladegerät im EBL30
eine Solaranlage mit 440Wp
zwei Ladebooster (parallel geschaltet)
Die Einzelheiten:
Im Mobil ist werksseitig ein EBL30 verbaut. Bei allen EBL30 (und EBL99) ist Bock8 Pin15 ungenutzt. Zur OVP-Abschaltung des integrierten Lademoduls wird der EBL um ein Relais erweitert. Die Spule dieses Relais ist (über Block8 Pin15) nach außen geführt und zur Ansteuerung mit dem Li-Control verbunden.
Die Solaranlage arbeitet mit einem preisgünstigen Solarregler. Dessen LiFeYPO4-Programm lädt, entgegen den Angaben der in Anleitung, nicht bis U1=14,2V lädt, sondern bis U1=14,6V. Deshalb wird der Laderegler im "user"-Programm betrieben, bei dem alle Parameter einstellbar sind. Gewählt wurde U1=14,4V für T1=30min und U2=13,5V. Fühlerleitungen (sense) für den Solarregler sind aufgrund der kurzen, dicken Verkabelung nicht erforderlich (2*0,75m lange 10mm² Kabel mit ca. 2 Milliohm/m weisen bei 20A Solarstrom einen Spannungsfall von 60mV auf, der bei LiFeYPO4 getrost vernachlässigt werden kann). Die OVP-Abschaltung ist durch ein bistabiles Relais (kein Ruhestrom, im Bild oben rechts) realisiert. Das Relais sitzt -wichtig- zwischen Solarzellen und Solarregler, NICHT zwischen Solarregler und LiFeYPO4-Batterie. Das bistabile Relais wird vom Li-control gesteuert.
Die Ladebooster VCC 1212-45 sind parallel geschaltet, der Ladestrom beträgt so 90A (91A gemessen). Das ausgewählte Ladeprogramm ist "AGM2" mit U1=14,4V. Ja, es gibt von Votronic auch spezielle Li-Ladebooster mit etwas geringerer Ladespannung U1, aber 14,4V sind auch in Ordnung. Die OVP-Abschaltung ist durch ein normales Automotive-Relais in der Steuerleitung der Ladebooster realisiert. Der Li-control steuert dieses Relais an.
Sämtliche Verbraucher werden weiter durch den fahrzeugseitig verbauten EBL30 versorgt. Die UVP-Abschaltung der Verbraucher wird ebenfalls durch den EBL vorgenommen, dazu steuert der Li-control die Batterie-Fühlerleitung des EBL.
Eine Sonderstellung bildet der Wechselrichter (links im Bild). Dieser ist (mit zusätzlich isolierten Kabeln) direkt an die Batterie angeschlossen (Sicherungen befinden sich im Wechselrichter). Die UVP-Abschaltung wird durch einen Optokoppler (genauer: ein Photo-MOS-Relais) vorgenommen, das in der Schaltleitung der Wechselrichterfernsteuerung sitzt. Dieses Relais wird von einem Ausgang des EBL versorgt (dauerhaft, wenn der "Strom im Mobil eingeschaltet ist", Strom ca. 5 mA).
Gerne möchte ich noch etwas zum Thema "es gibt doch Laderegler speziell für LiFeYPO4" sagen:
Ja, die gibt es. Aber die Blei-Geräte funktionieren genauso gut, wenn man sie richtig einstellt.
Die ganze OVP/UVP-Abschaltung wird aber trotzdem benötigt:
OVP/UVP sind nicht dazu da, LiFeYPO4-Batterien an eine Blei-Umgebung anzupassen. OVP/UVP schützen vielmehr vor den Folgen eines Fehlers. Beispielsweise eine defekte Batteriezelle (wenn nicht sofort, dann vielleicht nach Jahren, wenn die Batterie alt ist) oder ein defektes Ladegerät / Laderegler oder einen "vergessenen" Wechselrichter oder ganz allgemein vor Überladung oder zu tiefer Entladung.
Wenn es der Lithimbatterie gut geht, geht es auch den Bewohnern des Mobils gut. Immerhin schlafen wir in unseren Mobilen.
Ich lege jedenfalls großen Wwert darauf, an nächsten Morgen wieder aufzuwachen.
Mehr Informationen zum Li-control gibts hier: --> Link
Und hier die Bilder und Schaltpläne zum Umbau:

Wechselrichter, Li-control, Solarregler, Bistabiles Relais (Solarabschaltung)
in der Reihe darunter: EBL30

Ja, der Warmluftauslass muss noch verschlossen werden.

Starterbatterie Euro 6: nichts am Massepol der Batterie anschließen!





