cfx
anhaengerkupplung

Selbstausbau versus Serienmodell 1, 2, 3


GittaR am 30 Okt 2017 18:05:19

Liebe alle - bin neu hier im Forum. Vielleicht könnt ihr uns bei der Entscheidung weiter helfen.
Wir möchten uns gerne ein Wohnmobil (bis ca. 7 m) zulegen, was mindestens folgende Kriterien erfüllen sollte:
eine Heckgarage, in der wir unsere E-Bikes gut unterbringen können
ein Doppelbett (Französische Breite)
Drehbare Fahrer/Beifahrersitz für die Gemütlichkeit
4 Sitze zum Fahren
KEIN Hubbett
KEINE Stufe im Wohnraum
Bad/Klo/ Dusche in Einem -
Kleiderschrank, bzw. genügend Stauraum für Wanderausrüstung
Fernseher brauchen wir nicht
Kühlschrank mit großen Gefrierfach ca. 20 l

Beim orientierenden Modellvergleich (Schautag bei Händler um die Ecke) waren wir recht frustriert, weil keines der gängingen Modelle diese Kriterien kombiniert erfüllt. Alles was ungefähr in die Richtung ging, war dann in einem schaurigen Design - nicht ganz unser Stil.
Abgesehen davon mögen wir die meisten Stoff- und Schrankdekore gar nicht. Deshalb kam uns nun die Idee, ob man nicht ein leeres Standardmodell selbst konzipiert im Einbau. Hat jemand so etwas schon mal gemacht? Oder das völlig abwegig?

Vielen Dank für Tipps und Kommentare!

Gitta

mk9 am 30 Okt 2017 20:35:58

Hallo Gitta,

ich glaube nicht, dass man ein leeres Standardmodell erwerben kann. Wer sollte das denn liefern :?: Dann lieber einen entsprechend großen
Kastenwagen kaufen. Aber die Abmessungen eines Kastenwagens sind nicht mit einem " leeren Standardmodell " vergleichbar. Aber die von Euch gewünschten Vorstellungen könnt Ihr Euch bei einem ausgebauten Kastenwagen abschminken. Das fängt meines Erachtens schon mit drehbaren Sitzen an. Nur meine unmaßgeblich Meinung zu dem Vorhaben.

Ich rede aus Erfahrung, weil ich selbst vor Jahren schon zweimal einen Kastenwagen zum Reisemobil für 2 Personen ausgebaut habe. Mit Küche, Toilettenraum und Sitzgelegenheit für 2 Personen. Abends zum Bett umgebaut Abmessungen 1,35 x 2 m . Bewußt habe ich Reisemobil geschrieben und nicht Wohnmobil.

Wenn doch, ( Kastenwagen oder "leeres Standardmodel " ) ist handwerkliches Geschick und entsprechende Möglichkeit ( entsprechende Halle ) Voraussetzung. Und die Zeit für den Ausbau ist auch nicht zu unterschätzen.

Alles möglich, aber wenn man dann schon A sagt, muß auch B gesagt werden. Bedenkt, dass bei Selbstausbau eine Hauptabnahme beim TÜV ansteht.
Denn ein leeres Standardmodell ist noch lange kein SonderKfz.-Wohnmobil.

Dennoch viel Glück bei Eurem Vorhaben. Vielleicht bekommt Ihr aber auch andere Vorschläge. Hoffe ich zumindest.
Meine Meinung ist kein Evangelium, nur meine nüchterne Meinung zu den gewünschten Vorstellungen.

Schöne Grüße
Manfred

Jonah am 30 Okt 2017 20:48:48

Hallo Gitta, es gibt ja auch recht viele Individualausbauer. Da könnt ihr eure Wünsche sozusagen live realisieren lassen. Die bieten auch jede Menge Stoffe und Oberflächen an. Guck doch mal zB hier rein: --> Link

Roman am 30 Okt 2017 21:11:03

Hallo Gitta,

bei Deiner Beschreibung musste ich sofort an den "Luxor" von CS-Reisemobile denken. Auch wenn das ein ausgebauter Kastenwagen ist, erfüllt er im Gegensatz zu vielen aufgebauten Mobilen höchste Qualitätsansprüche.

Schau mal hier: --> Link

Gruß
Roman

Irmie am 30 Okt 2017 21:48:46

Hallo Gitta,

natürlich geht das! Man muss nur einem entsprechenden Hersteller seine Wünsche äußern und das geforderte Geld auf den Tisch legen! So einfach ist das!

Hier einigen Firmen:
--> Link
--> Link
--> Link
--> Link
--> Link

Man kann den Firmen einen Kastenwagen hinstellen oder sie bauen auch gleich eine Kabine aus Alu oder Gfk auf die Pritsche des Fahrzeuges. Der Ausbau eines VW T6 fängt bei 20000€ an. Die Preise richten sich nicht unbedingt nach der Größe der Fahrzeuge, sondern wie schnell man, mit wie vielen Leuten, dort bequem arbeiten kann. Natürlich spielt auch die Ausstattung eine Rolle.

Irmie

997Frank am 30 Okt 2017 21:49:21

Hallo Gitta,

wir haben selbst ausgebaut und ich kann die meisten deiner Anforderungen bestätigen. Nur einen Kleiderschrank haben wir nicht (dafür nutzen wir das Fach über dem Fahrerhaus) und der Kühlschrank nur ein kleines Gefrierfach.

Das Bett ist auf einer Seite 2m lang, auf der anderen Seite 1,8m. Breite ist 1,6 m
Zugelassen für 4 Personen und die Fahrräder passen auch rein.

Als Basis dient ein VW Crafter, knapp 7 m lang mit Superhochdach.

Hier ein paar Bilder als Anregung

Gruß, Frank
















Roman am 30 Okt 2017 23:43:26

Hallo Frank,

das sieht sehr gut aus. Respekt. Der Ausbau könnte von HRZ sein mit der Grundrissidee des Luxor von CS.... :wink:

Ich finde daher, dass es nur fair wäre, wenn man noch ein paar Worte über die Ausgangssituation und den handwerklichen Background verlieren würde. Das sieht mir nicht so aus, als hättest du dir mal eben eine Stichsäge gekauft und in einer Woche autodidaktisch den Umgang mit derselben erlernt... ;D

Um einen solchen Ausbau hin zu bekommen, ist man entweder Schreiner oder zumindest handwerklich sehr begabt mit semiprofessionellem Equipment, das auch wiederum vier Euro füfzig kostet....

Gruß
Roman

alpi1 am 31 Okt 2017 00:40:36

Hallo Roman,

das sehe ich genauso wie Du. Ich habe auf einem Hanomag AL 28 Fahrgestell einen kompletten Aufbau aus Sandwichplatten selbst gebaut. Die Möbel hat ein Schreiner gefertigt. Das sah dann
ungefähr so aus wie auf den Fotos im vorhergehenden Beitrag. Auch sehr wichtig ist die Kenntnis der Elektrotechnik. Wer davon keine Ahnung hat sollte zumindest in diesem Bereich einen Fachmann kontaktieren. Ach ja; ich habe bis zur Fertigstellung 2 Jahre benötigt. Bei einem auszubauenden Kastenwagen geht es natürlich schneller. Der Vorteil bei einem Kastenwagen gegenüber einem Aufbau ist, bei einem nicht zu wünschendem Unfall, die nach meiner Meinung höhere Stabilität und der geringere Kostenaufwand der Reparatur. Sind ja alles Standardteile.


Gruß aus Bayern


Udo

997Frank am 31 Okt 2017 10:49:57

Roman hat geschrieben:Ich finde daher, dass es nur fair wäre, wenn man noch ein paar Worte über die Ausgangssituation und den handwerklichen Background verlieren würde. Das sieht mir nicht so aus, als hättest du dir mal eben eine Stichsäge gekauft und in einer Woche autodidaktisch den Umgang mit derselben erlernt... ;D


Hallo Roman,

nach klar.. kein Problem. Die Ausgangssituation war ein leerer Crafter 2008er Baujahr mit rund 55.000 km und eine menge Lust auf meiner Seite, mal wieder ein neues Projekt zu starten.

Ich selbst habe in meiner Jugend mal eine Ausbildung zum Elektrotechniker gemacht, bin seit vielen Jahren im industriellen IT-Sektor tätig und habe mir immer einen Bezug zu handwerklichen Tätigkeiten beibehalten. Quasi als Ausgleich zu meinen beruflichen Aufgaben, wo es leider nur noch selten um das wirkliche Erstellen einer Sache geht, die man nachher in den Händen halten kann. Die Fähigkeit mit Holz umzugehen habe ich mir über die Jahre selbst beigebracht und stets ausgebaut.

Ich habe eine kleine Werkstatt mit recht ordentlicher Ausrüstung (Kreissägen, Oberfräse, Ständerbohrmaschine, Stichsäge, kleine Drehbank, E-Schweißgerät, ...).

Zwei Jahre und rund 1800 Arbeitsstunden später sieht die Kiste nun so aus, wie ihr auf den Bildern oben sehen könnt.

Fazit: viel Spaß gehabt, ordentlich Fluchen gelernt, viele neue Sachen kennen gelernt (zB. Laminieren von Kohlefasergewebe, Umgang mit diversen Klebstoffen, Gas- und Wasserinstallation im Womo, ...) und in Gedanken bin ich schon beim Optimieren und vielleicht schon beim nächsten Ausbau ....

In einem anderen Forum habe ich ein detailliertes Ausbautagebuch geführt. Ich glaube aber, es ist hier nicht so gerne gesehen, wenn man Links in fremde Foren postet, oder ?

Viele Grüße, Frank

P.S. hier noch drei Vorher / Nachher-Bilder






Roman am 31 Okt 2017 11:25:23

Danke Frank für deine Ausführungen. Das hilft jemandem, der sich mit dem Gedanken eines Selbstausbaues trägt, schon weiter. Man kann seine eigenen Fähigkeiten dadurch etwas realistischer einschätzen... :wink:

Ich habe selten einen so perfekten Selbstausbau gesehen, zumindest was man auf den Fotos erkennen kann. Da ich selbst in meinen ganzen Mobilen die eine oder andere Veränderung am Möbelbau gemacht habe, weiß ich wovon ich rede.

Wenn man auf Messen durch die ganzen Fahrzeuge läuft, kann schon mal der Gedanke aufkommen, dass es doch kein Hexenwerk sein kann, so ein paar Bretter zusammen zu nageln... :mrgreen: Aber der Teufel stecke im Detail.

Gruß
Roman

997Frank am 31 Okt 2017 14:03:38

Vielen Dank für deine netten Worte, Roman.

Gruß, Frank

Roman am 31 Okt 2017 14:08:06

Nochmal ich... :D

Welche Sitze hast du eigentlich in deinem Crafter ?

Gruß
Roman

997Frank am 31 Okt 2017 14:25:57

Vorne ? Das sind Recaro Style, bei denen ich das Alcantara der Sitzmittelbahn gegen Stoff habe wechseln lassen.

Die Sitzbank hinten ist eine von FASP

Gruß, Frank

P.S. Die Polsterarbeiten sind übrigens das Einzige, was ich von einer Firma hab machen lassen. Da habe ich mich nun wirklich nicht ran getraut.

Roman am 31 Okt 2017 14:37:41

Ja Frank, um den Fahrer und Beifahrersitz geht es. Wir haben im Sprinter die MB Originalsitze. Darauf sitzt Mann/Frau nicht schlecht. Was allerdings nervt sind die Untergestelle, die im gedrehten Zustand und zurückgeschobenem Sitz ca. 20-25 cm raus gucken. Was ich mir da schon blaue Flecken geholt habe.... :evil:

Ich denke das ist bei dir besser gelöst... ?

Gruß
Roman

Sprinterklasi am 31 Okt 2017 15:10:58

Hallo,
nach der Caravanzeit haben wir zwei Mobile von Hehn gefahren. Ein preiswerter auch Individualausbauer, den es leider nicht mehr gibt. Beim dritten Mobil hatte ich mich auf das Sprinter-Tiefrahmen-Alko-Chassis eingeschossen und damit gab es mein Wunschmobil nicht als Serie, ein Individualausbau beginnt dann bei über 100.000€ und schied sofort aus.
Unsere Wünsche deckten sich ziemlich mit denen des Themenstarters und dazu gab es einfach kein Serienfahrzeug. Selbst wenn ich auf den Sprinter verzichtet hätte, auch auf dem DUC gab es nichts, meistens waren die Heckgaragen zu klein und eine ständige Raddemontage wollte ich mir nicht antun.
Da ich handwerklich nicht ganz ungeschickt bin, habe ich mich dann zu einem Selbstausbau entschlossen. Sprinter 316cdi mit Ormocar-Kabine hat 2013 ca, 54.000 € gekostet, dazu dann ca. 20.000 € an Material für den Ausbau. Wir haben also für den doch recht stolzen Preis von ca. 75.000 € ein Womo, das auch nach jetzt vier Jahren unsere Wünsche voll erfüllt, dem man aber auch den Selbstbau ansieht. Fürs Auge bauen die Profis doch weitaus eleganter. Für viele sicher ein gewichtiger Nachteil des Selberbauens ist die Badsituation. Die schönen Dusch- und WC-Kabinen kann man nicht kaufen, da gibt es auf dem freien Markt schlicht nichts.
WC und Waschbecken ok, aber bereits beim gewünschten Spiegelschrank war ende, nach langer Suche dann ein Restpostenmodell gefunden, das wenigstens in etwa meinen Vorstellungen entsprach.
Lieferzeit bei Ormocar war in 2012/2013 über ein Jahr, man muß also lange voraus planen und man braucht am Haus einen Stellplatz mit Strom, wo man jede freie Minute werkeln kann.
Am Ende hat man zwar sein Wunschmobil, aber zu einem Preis, der höher liegt als bei vergleichbaren Serienmobilen. Man kann stolz sein auf die geleistete Arbeit, aber gespart hat man nichts. Um den Text nicht zu lang werden zu lassen, hier mein Fazit:
Die Wünsche mit Prioritätspunkten versehen und dann lange suchen und das Modell mit der höchsten Punktzahl kaufen.
Schöne Grüße, klasi

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Peugeot Boxer 335 L2H1 - Kopffreiheit über dem Bett
Boxer ,Jumper Ducato Beifahrer Einzelsitz Umbau
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2018 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt