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Hochlast-Verschaltung Ladebooster - wie?


DXXL am 06 Nov 2021 11:06:28

Liebe Elektrik / Elektronik-Experten,
ich brauche eure Erfahrung und Expertise, um den im folgenden beschriebenen Sachverhalt zu verstehen. Muß etwas ausholen, drum wird's etwas länger. :sorry:


Nachdem die AGM Aufbaubatterien meines Wohnmobiles nach 10 Jahren ihr Lebensende erreicht hatten, habe ich nach langer Recherche LiFePo4 (2 x 200 AH, eingebautes BMS = plug'n'play) umgerüstet.
Der Batterielieferant wie auch viele Forenbeiträge fordern, daß wegen des niedrigen Innenwiderstandes der Lithium Batterien ein Ladebooster eingebaut werden muß, der den Ladestrom von der Lichtmaschine begrenzt, damit diese nicht überhitzt. Ich habe den Votronic VCC 1212-50 eingebaut.

Mein Wohnmobil ist ab Werk mit einer Klimaanlage ausgerüstet, die auch mit 12V betrieben werden kann. Und hat einen Inverter 2000 W. Deshalb ist neben dem 60A Trennrelais im EBL (Schaudt 220-2) noch ein zweites 125A Trennrelais verbaut. Die Lichtmaschine kann max. 140 A liefern und läuft permanent (kein Euro VI).

Der Booster ist einfach in die Leitung zwischen Startbatterie und EBL eingeschleift. Ich habe die Hochlastverschaltung (Schaltung 5 Bedienungsanleitung), die der Boosterhersteller vorgibt, umgesetzt. Dazu wird D+ vom 125A Trennrelais entfernt und stattdessen vom Tr Ausgang der Boosters angesteuert.


vereinfachtes Prinzipschaltbild

Die Beschreibung sagt, daß Tr aktiviert wird, wenn bei laufendem Motor durch leistungsstarke Verbraucher (Klima, Inverter) mehr als 50 A Strom angefordert wird. Dabei wird der Booster überbrückt und damit wirkungslos. Auch, wenn eine leere Aufbaubatterie mehr als 50 A Ladestrom will.

Meiner Ansicht nach führt sich die Schaltung selbst ad absurdum. Außer, daß der Booster bei Strömen unter 50 A die Aufbaubatterien mit Li-Kennlinie lädt.
Deshalb habe ich jetzt erst mal die Tr Leitung noch nicht angeschlossen (d.h. das 125 A Relais schaltet nie ein).

    1. Muß in der Konfiguration LiMa 140 A mit 400 Ah Lithium überhaupt ein Booster zur Begrenzung des Ladestroms eingebaut werden? Wenn nein, würde ich den Booster drin lassen, jetzt wo er schon verbaut ist, würde aber Tr anschließen.

    2. Wenn ja, und Tr bleibt nicht angeschlossen, könnten immer noch Hochlastverbraucher angeschaltet werden, würden dann die Aufbaubatterien entladen. Die Frage wäre, werden sich die Aufbaubatterien schnell genug wieder aufladen, daß das praktikabel ist.

    3. Oder ich schließe Tr über einen Schalter an. Der Schalter wäre standardmäßig aus, das Relais würde also nicht einschalten (leere Batterie). Wenn ich denn unbedingt während der Fahrt einen Hochlastverbraucher betreiben wollte, kann ich den Schalter einschalten, und das Relais verbindet Lichtmaschine / Startbatterie mit Aufbaubatterie / Hochlastverbraucher. Hier stellt sich die Frage, ob / nach welcher Zeit die Lichtmaschine überlastet würde. Andererseits ist das genau die Situation vor dem Batterietausch, und da ist ja über die letzten 10 Jahre (zufällig) nichts passiert.


Was soll ich jetzt machen, Tr anschließen oder nicht oder über Schalter?

Dieter

P.S.: Eine Anfrage an den Boosterhersteller, ob die Schaltung von Tr vielleicht "intelligent" gelöst wurde (Erkennung, ob leere Batterie oder Verbraucher den hohen Strom fordern), wurde noch nicht beantwortet. Ich habe aber bezüglich der Antwort meine Vermutung....

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Gast am 06 Nov 2021 11:37:15

Hallo,
der Booster soll ja kontrolliert die Batterie laden (B2B) und die Batterie stellt die zu vebrauchende Energie zur Verfügung, denn nur die kann Lastspitzen abfedern. Von daher würde ich den Booster nur über D+ ansteuern. Ich sehe das ähnlich wie Du, das die Tr Schaltung eigentlich keinen Sinn ergibt. Aber was bitte läuft während der Fahrt und brauch >50A Dauerlast?

Gruß

ConducteurCC am 06 Nov 2021 11:57:16

DXXL hat geschrieben:Was soll ich jetzt machen, Tr anschließen oder nicht oder über Schalter?


Ist jetzt nur meine Meinung:

Es ist mMn Unsinn, einen Booster zu fordern, nur weil eine Li über Trennrelais angeschlossen ist (ohne das man eine "intelligente" LiMa hat).

Lediglich zum Schutz des EBL-Trennrelais sollte man das machen, wenn mehr Strom fließen sollte, als 60A (und das ist vermutlich ein Maximalwert, kurz bevor die Kontakte des Relais im EBL verklumpen).

Ich habe eine 280Ah-Li direkt über ein dickes Trennrelais mit kurzen Leitungen und da fließen maximal ca. 60A in die Li beim fahren und die verträgt das locker. Das Trennrelais im EBL ist deaktiviert.
Und Du hast 400Ah Li und die bekommst Du mit 1C garantiert nicht von der Lima 'überladen'.

Also bitte keine YouTube-Absolventen fragen!

Ich würde erst einmal mit einem Zangenamperemeter messen, was da überhaupt maximal fließt und dann weiter nachdenken.
Dabei aber auch an die Lebensdauer der LiMa denken, wenn die ständig unter Volllast mit >> 50A zusätzlich zum Kfzverbrauch liefern soll/muß.

Denn so ist die Schaltung genau die Aufhebung der Vorsichtsmaßnahme (max. 50A liefern), die da jemand gefordert hat. Also viel Elektrokrams für nichts.

Meiner Meinung nach brauchts da keinen Booster, auch das Relais im EBL nicht, sondern einfach nur das 125A Relais und sonst nichts.

Man kann das noch verschönern, indem man das 125A Relais verzögert und mit einer Spannungssteuerung versieht, damit es nicht sofort nach dem Start und bei Unterspannung der Starterbatt. anschaltet, habe ich z.B. noch zusätzlich gemacht.

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HartyH am 06 Nov 2021 12:03:19

DXXL hat geschrieben:ich brauche eure Erfahrung und Expertise, um den im folgenden beschriebenen Sachverhalt zu verstehen....

Hallo Dieter,

bist du dir sicher, daß im Original dieser Schaltungsaufbau vorliegt/vorlag?
Da werden einfach 2x Hochstromrelais parallel geschaltet?
Und der fließende Strom sucht sich das Relais aus, worüber er fließen kann und wenn das 60A Relais gesättigt ist, fließt der restliche Strom über das 125A Relais?

Ich stelle diese provokativen Fragen nur, um die Sinnlosigkeit dieser Schaltung darzustellen. Genauso ist es mit der Verdrahtung des B2B. Es soll ein B2B integriert werden, aber beide (!) Relais bleiben an ihrem Platz. Und bei laufendem Motor durch z.B. leistungsstarke Verbraucher (Klima, Inverter) mehr als 50 A Strom anfordern? Dann brauche ich kein B2B oder er ist zu klein gewählt.

Ich würde beide Relais entfernen, den B2B direkt über eine Sicherung an die Aufbaubatterie klemmen. Beide Sicherungen jeweils an Start- und Aufbaubatterie entsprechend der Kabelstärke dimensionieren, sollten aber mindestens 80A haben.

Die Klimaanlage holt sich den notwendigen Strom aus der Aufbaubatterie.

DXXL am 06 Nov 2021 15:07:25

Vielen Dank für die schnellen Antworten! :dankeschoen:

Die Hochstromverbraucher sind (bei mir) die Aufbauklimaanlage (1000 W) und der Wechselrichter (max. 2000 W).

Nur zur Klärung, warum die originale Schaltung so ist, wie sie ist:
Die Klimaanlage ist eine Truma Saphir Vario betrieben über Truma TG 1000 sinus, Elektrik-Set und Klimbim. War wohl schon ab Werk drin.


aus Truma Anleitung

So ist die Klima verschalten, wenn es Dethleffs nach Truma Anleitung gemacht hat.



aus Votronic Anleitung

Das ist die Schaltung, wie sie Votronic vorschlägt, mit 200 A Relais. Vom Prinzip so, wie ich es realisiert hatte, nur, daß ich das vorhandene Relais übernommen habe, und jetzt Tr (noch) nicht verbunden habe.
Im Übrigen habe ich Vsense von beiden Batterien, den Temperatursensor und D+ so angeschlossen.

Die zwei Trennrelais waren in der Tat schon vorher parallel geschaltet. Ein großer Strom teilt sich über die beiden Trennrelais gemäß ihres Widerstandes auf (Ohm'sches Gesetz). Glücklicherweise ist der Gesamtwiderstand über das im EBL eingebaute Relais wahrscheinlich signifikant höher (mehrere Verbindungen, Platine, etc.) als über das mit extra dicken Leitungen direkt angeschlossene 125 A Relais, so daß der Strom hauptsächlich darüber läuft.
Ich hatte ursprünglich den 90 A Booster, oder vielleicht noch was größeres in der Planung. Wurde davon abgeraten, Faustregel sei ein Drittel der LiMa Leistung. Der weitere Vorteil von 50 A war, daß ich es über den EBL laufen lassen kann.

Ich tendiere im Moment dazu, TR nicht anzuschließen. Aber wäre es nicht besser, das über einen Schalter anzuschließen, dann könnte man bei Bedarf doch wählen....?

Dieter

ConducteurCC am 06 Nov 2021 16:10:14

DXXL hat geschrieben:Ich tendiere im Moment dazu, TR nicht anzuschließen. Aber wäre es nicht besser, das über einen Schalter anzuschließen, dann könnte man bei Bedarf doch wählen....?


Naja, dann sind die Herren Experten also schon der Meinung, dass man nicht mehr wie 50A aus der LiMa ziehen sollte...wesentlich mehr kommt da mMn auch nicht raus. Deshalb sollte eine Streifenleitungssicherung von 60A statt 125A langen.

Wieso einen Schalter für den Tr. ? Normalerweise muß das Ding einfach nur autark funktionieren, ohne Zettelchen, wo draufsteht, wenn man den Einschalten soll.

Ansonsten bleibe ich bei meiner Aussage:
Meiner Meinung nach brauchts da keinen Booster (für was?), auch das Relais im EBL nicht (deaktivieren), sondern einfach nur das 125A Relais und sonst nichts.

Aber das ist vermutlich zu einfach :razz:

Gast am 06 Nov 2021 17:37:45

ConducteurCC hat geschrieben:A
Meiner Meinung nach brauchts da keinen Booster (für was?), ....
Aber das ist vermutlich zu einfach :razz:

Mal anders gesagt, einem Booster könnte man das D+ wegschalten, dann lädt er nicht mehr. Man muß ja einem satten Gaul nicht noch mehr Futter reinpressen. Meiner ist von Frühjahr bis Herbst weggeschaltet, da lädt nur Solar.

Aber nochmal gefragt: Wozu braucht man während der Fahrt >50A Storm? Läßt Du die Klima während der Fahrt laufen und kochst Wasser über den WR??????


Gruß

DXXL am 06 Nov 2021 21:46:54

bigben24 hat geschrieben:...
Aber nochmal gefragt: Wozu braucht man während der Fahrt >50A Storm? Läßt Du die Klima während der Fahrt laufen und kochst Wasser über den WR??????
...


BigBen, ja, ich habe schon an sehr heißen Tagen während der Fahrt die Aufbauklimaanlage laufen lassen, so daß wir die am Abend nicht mehr laufen lassen müssen. Sehr selten, zugegebenermaßen. Und da fingen die alten Batterien schon etwas zu schwächeln an. Die Option möchte ich mir aber gerne offen halten.
Und Wasser nicht, aber Kaffee. Und nicht während der Fahrt, sondern bei laufendem Motor im Stand. Auch wegen schwächelnder Batterie. Wird (hoffentlich) nicht mehr vorkommen.


Heißt, ihr seid der Meinung, Booster braucht's eigentlich gar nicht. Hab ich mir auch fast gedacht. Aber jetzt hab ich ihn schon, jetzt laß ich ihn drin.
Ich werde Tr mal einschalten und die Klima auch, mal messen, wieviel da überhaupt von der Startbatterie kommt. Muß ich nur eine Strommeßzange dafür ausleihen.
Dann kann ich ja aufgrund des Ergebnisses eine Entscheidung treffen. Dann könnte ich den Vorschlag von ConducteurCC ausführen und Tr einfach anschließen. So würde unter 50 A die Batterie mit einer Li Kennlinie geladen und darüber einfach Strom von der Lichtmaschine kommen, soviel die kann bzw. über die Kabel geht.

Jedenfalls vielen Dank für die Hinweise!
Dieter

HartyH am 07 Nov 2021 03:40:39

Hallo Dieter,

ich fasse mal zusammen. Du hast aktuell verbaut:
  • 400Ah LiFePO
  • 2x Trennrelais
  • Einen Votronic B2B
  • Aircondition Truma
  • Lichtmaschine mit 140A/12V
  • Solaranlage?
Ich würde bei 400Ah Li-Akku immer einen B2B verbauen. Der Li-Akku nimmt sich schon den Strom, den er bekommen kann. Außerdem hast du eine relativ kleine Lichtmaschine verbaut, welche noch den Starterakku und die Fahrzeugelektrik versorgen muß.
Des weiteren würde ich den B2B immer direkt schalten, wie es z.B. im Standard-Anschluss-Schema No.1 und auch im Schema No.5 (TR-Bypass-Relais) der Votronic-Beschreibung dargestellt ist. Du vermeidest die vielen Kontaktstellen in Serie im Ladekreis. Auf keinen Fall würde ich übers EBL gehen. Das Prinzipschaltbild im Eröffnungspost zeigt aber was anderes. Da ist der Ladekreis noch in Serie dargestellt.

Um deine Frage zu beantworten, ich würde den TR-Bypass nicht verschalten. Deine Klima wird während des Betriebes wahrscheinlich nicht zu viel Strom brauchen. Auf alle Fälle schafft das der Li-Akku.

mv4 am 07 Nov 2021 07:16:43

Hast du einmal gemessen wie viel Strom ohne Booster in die Accus geladen werden?....mach Mal....
Anhand der Zahlen siehst du ob es Sinn macht einen Booster als Strombremse auf 50A zu verbauen.

DXXL am 07 Nov 2021 10:02:36

HartyH hat geschrieben:...
ich fasse mal zusammen. Du hast aktuell verbaut:
  • 400Ah LiFePO
  • 2x Trennrelais
  • Einen Votronic B2B
  • Aircondition Truma
  • Lichtmaschine mit 140A/12V
  • Solaranlage?
...

Hallo Harty,

ja, Solar mit 440 Wp geht direkt auf die Aufbaubatterien. Mit Li-Ladekennlinie.

Als nächstes werde ich mal die Ströme messen. Einzeln alle dicken Leitungen. Dann habe ich ein besseres Bild, was an Strömen wo zu erwarten ist.
Die Klima ist ja bis jetzt ohne B2B auch gelaufen, wenn auch sehr selten während der Fahrt.
Ich habe halt nur keine Ahnung / Erfahrung, was leere 400 Ah Li ziehen....

Ich melde mich dann wieder, wenn die Meßergebnisse vorliegen. Muß erst mal eine Stromzange organisieren, und dann ist jetzt soooo kalt (kein Meßspaß). :frown:
Und wenn ich den Strom in die leeren Li-Batterien messen will, muß ich die erst mal leer kriegen....

Dieter

Gast am 07 Nov 2021 10:19:03

Meine Meinung:
Bei einer Lima mit 140A würde ich mich vom Gedanken verabschieden, die Aufbauklima währende der Fahrt laufen zu lassen. Die Lima ist ja permanent am Limit. Alleine die Klima wird schon rund 100A ziehen. Dann braucht dein Auto noch was und die Aufbauakkus wollen auch geladen werden.
D.h. B2B und zusätzlich das TR macht eigentlich nur Sinn, wenn die Klima eher selten läuft. Wenn sie läuft, wird aber die Lima je nach Kabeldicke alles liefern, was sie kann. Wie lange das gut geht?

Nur mit B2B (50A) und ohne TR geht auf Dauer nicht gut, wenn Du weiter die Klima betreiben willst. Dann saugst Du Dir während der Fahrt Deine Akkus mit dauerhaften 50A leer. Und der Kühlschrank bedient sich auch mit 10-15A. Wenn Du am Ziel jedesmal eine Steckdose zum Laden hast, vielleicht kein Problem. Wenn Du aber autark stehen willst, und bei 400Ah LiFePo gehe ich davon aus, sonst braucht man die nicht, hast Du mit leeren Akkus dann auch keine Freude.

Mein Plan für unser Womo: Ein B2B mit 70 oder 90A, dann funktioniert das auch mit der Klima über einen gewissen Zeitraum. Ich habe aber auch eine Lima mit 210A, somit bleibt da genug Reserve.

Gruß Axel

Gast am 07 Nov 2021 11:56:35

ich schließe micch da meinenVorredner an, Booster B2B direkt auf die Batterie= geordnete Verhältnisse.

Aber wie eiern ja ein wenig herum. Wir wissen TE hat 400Ah liFe, seit kurzem wissen wir auch >400Wp Solar auf dem Dach. Das ist doch schon mal hervorragend. jetzt als Option noch D+ des Boosters wegschaltbar = Top!
jetzt bleibt aber immer noch ein wenig Glaskugel übrig, wir wissen zwar was er an großen Verbrauchern hat, aber nicht, wie hoch sein mittlerer Tagesverbrauch, frei stehend, fahrend, oder am Kabel hängend, ist. Danach bemißt sich aber alles andere. Noch eine Frage: welche Batteien hast Du eingebaut?

Gruß

DXXL am 07 Nov 2021 17:41:29

bigben24 hat geschrieben:...
jetzt bleibt aber immer noch ein wenig Glaskugel übrig, wir wissen zwar was er an großen Verbrauchern hat, aber nicht, wie hoch sein mittlerer Tagesverbrauch, frei stehend, fahrend, oder am Kabel hängend, ist. Danach bemißt sich aber alles andere. Noch eine Frage: welche Batteien hast Du eingebaut?
...


Hallo BigBen,

ich hatte gerade das meiste davon beantwortet, aber der Beitrag ist weg..... Also nochmal.

Am allermeisten fahrend und frei stehend, meist 1, max. 2-3 Tage. Selten auf CP am Landstrom. Im Norden (Norwegen, Schweden,...) kosten fast alle Stellplätze, dafür ist da 16 A Landstrom dabei, und den braucht man evtl. auch zum Heizen.
Normalverbraucher sind und waren noch nie ein Thema. E-Räder haben wir (noch) nicht. Kaffeemaschine braucht hohen Strom, aber wegen kurzer Zeit wenig Energie.
Aufbauklimaanlage ist halt verbaut, dann mag man sie auch bei Bedarf benutzen. Wenn's nicht geht, macht auch nichts, das überleben wir schon. Und das ist genau, was ich jetzt rausfinden will: darf ich oder darf ich nicht?, Wenn ja, wie lange. Aber sieht wohl so aus, als würd' ich es eher lassen sollen.
Mit den alten AGM 190 Ah Batterien und ohne Solar konnte ich max. 3 Tage sinnvoll stehen, dann ging die Spannung bei Last in die Knie. Am Schluß ging gar keine Last mehr. Das sollte jetzt wesentlich besser sein.

Den Umbau habe ich dieses Jahr gemacht, LiFePo4 und Solar.
Das größte Problem ist der Platz im Elektroraum, da ist schon sehr eng drin. Die neuen Batterien sind 1 cm schmäler, dafür kamen Booster und Solarregler dazu, und einige Kabel. Ich mußte das Konzept und alle Komponenten nach Größe auswählen. Die Wechselrichter sind übrigens alle in einem anderen Raum untergebracht (schon ab Werk).
Ein anderes Kriterium war, möglichst wenig an der vorhandenen Installation zu ändern. Sonst wäre das ein Komplettumbau des gesamten Fahrzeugs geworden, alle Kabel neu ziehen. War schon (mechanisch) schlimm genug, daß die Batterieanschlüsse (+ und -) vertauscht waren.
Und schließlich wollte ich, daß ich "on the road" alle Werte sehen kann, möglichst ohne neue Displays einzubauen. Jetzt sehe ich die Batterie- und Solar-Werte per Bluetooth, den Rest (incl. Solar) am Anzeigepanel. Der Votronic Booster ließ sich ja leider nicht am Votronic Bluetooth anschließen...

Das alles ist der Grund dafür, daß der Booster über den EBL läuft, sonst würde ich die Werte nirgends sehen. 50 A gehen auch gut über die 60 A EBL Mimik, das hat auch der EBL Hersteller bestätigt.
Beim Testen des Boosters mit halbvoller Batterie (Tr abgeklemmt, keine Verbraucher, kein Solar) war die Anzeige exakt 50,0 A bei laufendem Motor.

Die Batterien sind notgedrungen plug 'n' play mit eingebautem BMS, 2 mal Wattstunde LIX200LT. Das waren die einzigen in der Größenordnung, die in den vorhandenen Raum passen.

Ich hatte von Anfang nicht im Sinn, die Anlage bezüglich Ladung / Entladung zu optimieren. Soll halt alles funktionieren und nicht die Bude abbrennen oder Teile zerstören.
Ob die Übergangswiderstände beim Laden jetzt ein paar Milliohm größer oder kleiner sind, darf mich da nicht stören, was den Spannungsabfall betrifft.


Ich hoffe, ihr versteht jetzt Hintergrund und meine Motivation besser.

Jedenfalls möchte ich mich bei allen Beitragenden sehr bedanken! Ich bin mir schon wesentlich sicherer jetzt.
Dieter

thomker am 07 Nov 2021 17:55:20

HartyH hat geschrieben:Ich würde bei 400Ah Li-Akku immer einen B2B verbauen. Der Li-Akku nimmt sich schon den Strom, den er bekommen kann. Außerdem hast du eine relativ kleine Lichtmaschine verbaut, welche noch den Starterakku und die Fahrzeugelektrik versorgen muß.

Moin,
nur zur Info aus der Praxis (möchte hier keinem auf die Füße treten): habe auch 400Ah Li, 150A Lima. Ducato 250, Schaudt EBL-Trennrelais gelassen wie es ist.

Bei leeren Li's gehen über den serienmäßigen Ladestrang (10mm2, ca. 2-3m Länge) kurzzeitig 40-45A von der Lima/Starterbatterie über den EBL an die Li. Nach wenigen Minuten pegelt sich das auf 35A ein. Seit 4 Jahren kein Problem.
Durch zuschalten zusätzlicher Lader erhöhe ich den Strom auf die Li auf 90-95A. Das führt dazu, dass die Lima heiß wird und die Spannung automatisch runterregelt (Bodycomputer). Damit sinkt der effektive Ladestrom auf 80-85A, und das über Stunden. Das läuft jetzt so seit den 4 Jahren und seit 4 Jahren warte ich darauf, dass die Lima den Geist aufgibt, damit ich endlich eine kriege, die mehr kann...

Gruß
Thomas

Gast am 07 Nov 2021 18:11:11

Nochmal, Booster hast Du ja, also einfach anschließen, egal ob manche meinen braucht man oder halt nicht, aber Du hast ihn ja bereits - Thema durch.

Deine Ausstattung ist ja auch recht sorgenfrei, da wirst Du viel Spaß mit haben. Noch was zum Thema Übersicht: Hast Du einen Batteriecomputer mit Meßshunt? (überlesen?) Nur damit hast Du eine genau Erfassung Deiner Verbräuche und Ladungen. Ich weiß halt nicht was Dir Deine Geräte anzeigen. Meßshunt ist das einzig wahre, alles andere sind grobe Schätzeisen.

Gruß

DXXL am 07 Nov 2021 18:48:47

bigben24 hat geschrieben:Nochmal, Booster hast Du ja, also einfach anschließen, egal ob manche meinen braucht man oder halt nicht, aber Du hast ihn ja bereits - Thema durch.

:zustimm:

bigben24 hat geschrieben:Hast Du einen Batteriecomputer mit Meßshunt? (überlesen?) Nur damit hast Du eine genau Erfassung Deiner Verbräuche und Ladungen. Ich weiß halt nicht was Dir Deine Geräte anzeigen. Meßshunt ist das einzig wahre, alles andere sind grobe Schätzeisen.


Ja, mein Fahrzeug ist mit dem Schaudt EBL 220-2 und dem DT 220B ausgestattet. Bin ich hoch zufrieden damit. Genau genug, präzise genug, umfangreich genug.
Einziges Problem: alle Hochlastverbraucher laufen nicht darüber (obwohl die Klima ab Werk verbaut war), die werden nicht mitgezählt. Batterie-Kapazitätsanzeige stimmt nicht. Ich hab's überlebt. Das habe ich aber jetzt mit den neuen Batterien per Bluetooth im Griff.
Der EBL ist ja ein schlaues Kerlchen: der gibt eine low battery warning abhängig von Strom aus, d.h. bei hohem Strom ist die Spannungsschwelle viel niedriger. Als bei den AGM am Lebensende die Spannung bei Belastung immer mehr eingebrochen war, gab es bei Last dauernd einen Alarm, weil der EBL ja den hohen Strom nicht gesehen hat. Da war dann der Alarm schnell abgeschaltet. Jetzt ist er wieder an.

Ich habe übrigens immer ein Multimeter mit, um mal genauer messen zu können. Das ist aber nichts für "on the road".

süddeutsche Grüße
Dieter

soei am 21 Feb 2022 18:23:29

Hallo in die Runde,
ich habe diesen Beitrag mit Interesse gelesen, da ich schon lange vor dem gleichen Problem stehe. Man liest stundenlang und kommt nicht an die Infos und Meinungen, die man braucht.
Ich habe mir in meinen Ducato Bj. 2019 auch 400Ah Li verbaut. Intelligente Lima? Die Lichtmaschine liefert 200A
Alle verbauten Komponenten sind von Victron wie BMV 712, Smart MPPT 12/30, SmartOrion 12/12-30, IPL 22 Ladegerät.

Ich habe nun auch den Booster, parallel zu dem serienmäßigen Weg über das EBL 119 (50A abgesichert), direkt an die Starterbatterie mit neuen 16mm2 (+ und -) angeschlossen. Absicherung mit 60A.
Nun bin ich immer der Meinung gewesen, das man den Booster, wie ein Ladegerät oder eine Solaranlage auch parallel auf den Aufbauakku verschaltet werden, anschliessen kann.

Es gibt viele verschiedene Meinungen wie, Trennrelais totlegen, Plus-Ltg. zwischen Starterbatterie und EBL (lt. Votronic) und daraus entstehenden Beschädigungen am EBL, leersaugen der Starterbatterie, Rückströme etc.

Meine ersten Versuche im Stand ergaben Ladeströme bei SOC 99-50% mit Motor über das EBL -35A und dem Weg über das EBL und dem zuschaltbaren Booster - 50A gesamt am Shunt gemessen. Damit bin ich vollstes zufrieden und entspricht meinen Erwartungen. Der Orion schaltet den Weg zur Starterbatterie, im Stand oder wenn er abgeschaltet ist, komplett ab und so kann ja ein Leersaugen der Starterbatterie doch nicht erfolgen.
Belastungen habe ich mit Wechselrichter und Heizlüfter über Stunden bei 40A und kurzzeitig bis 92A getestet.

Nun ist mein Problem, das ich nicht genau weiss, was bei der Fahrt oder bei leerem Akku für Ströme zu erwarten sind und was sich genau im EBL im verborgenen abspielt.
Irgendwelche Mängel bei der Fahrt feststellen zu müssen, die Andere schon kennen, muß man ja nicht erleben.

Kann ich könnte es ausprobieren, max. müssten Sicherungen durchschmelzen, aber würde gerne erst eure Meinungen dazu abwarten.

Vielen Dank im voraus und immer schöne Reisen ohne Pannen

DXXL am 22 Feb 2022 03:03:52

soei hat geschrieben:Ich habe nun auch den Booster, parallel zu dem serienmäßigen Weg über das EBL 119 (50A abgesichert), direkt an die Starterbatterie mit neuen 16mm2 (+ und -) angeschlossen. Absicherung mit 60A.


Hallo Matthias,
dir ging es wohl genauso wie mir am Anfang. So viele unterschiedliche Meinungen, da sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht...
Aber ich kann hier auch nur von meiner Erfahrung berichten.

Im Gegensatz zu dir habe ich den Booster in den Strompfad des EBL eingebaut (EBL 60A, Booster 50A, => funktioniert). Mein Ziel war Strombegrenzung, um den Generator nicht zu überlasten. Das leistet deine Paralellschaltung natürlich nicht, im Gegenteil, der Strom erhöht sich durch den Booster. Kann ja gewünscht sein...?
Ich muß aber einigen, die hier Beiträge geschrieben haben, Recht geben: die Ströme, die ich bis jetzt gemessen habe, waren gar nicht so hoch wie befürchtet. Zusätzlich ist deine Lichtmaschine auch stärker als die in meinem Fahrzeug verbaute.
Ich habe bei Batterien mit 80% SoC und permanent geschlossenem 125A Trennrelais (also Booster überbrückt) ca. 60A Ladestrom gemessen. Das Fahrzeug brauchte bei der Messung ca. 30A (incl. laden der Startbatterie). Da ist also noch Luft nach oben.
Was allerdings dein EBL tut, damit dort nicht mehr als 50A drüber fließen, weiß ich nicht, aber ich vermute mal, nichts. Das heißt, über den Pfad könnte schon zuviel Strom fließen und potentiell was passieren.

soei hat geschrieben:Es gibt viele verschiedene Meinungen wie, Trennrelais totlegen, Plus-Ltg. zwischen Starterbatterie und EBL (lt. Votronic) und daraus entstehenden Beschädigungen am EBL, leersaugen der Starterbatterie, Rückströme etc.
...
Der Orion schaltet den Weg zur Starterbatterie, im Stand oder wenn er abgeschaltet ist, komplett ab und so kann ja ein Leersaugen ...


Hättest du den Booster in die vorhandene EBL-Leitung eingeschleift, könnte man all die Befürchtungen mit einem Wisch wegbringen. In der Paralellschaltung aber kann es zu Strömen in beide Richtungen kommen, wenn der Motor läuft. Deine zweite Aussage ist also falsch.
Die Siatuation war aber bisher auch so, und ist auch bei allen Fahrzeugen ohne Booster so. Da hört man nichts von Problemen, würde ich mir also auch keine Sorgen machen.
Trennrelais (im EBL) würde ich nicht verändern. Ist Aufwand und risikoreich, und nur Schaudt weiß im Detail, welche Nebenwirkungen das hätte (Laden der Startbatterie durch Ladegerät und Solar, Kühlschrank, etc.) Kann gut gehen, muß aber nicht. Da würde ich eher den Booster über den EBL schleifen.

soei hat geschrieben:Nun ist mein Problem, das ich nicht genau weiss, was bei der Fahrt oder bei leerem Akku für Ströme zu erwarten sind und was sich genau im EBL im verborgenen abspielt.


Meiner Erfahrung nach gibt's da keine Probleme.
Allerdings hatte ich meine Aufbaubatterien noch nicht sehr weit entladen können, so daß ich nicht weiß, welche Überraschungen bei SoC 10% warten. Ich gaube aber, daß man bei der Kapazität nur selten soweit runter kommt (zumal bei mir gleich mit Solar nachgeladen wird).

Ich würde mir an deiner Stelle keine Sorgen machen. Du könntest höchstens den Booster über den EBL schleifen, um die oben beschriebenen Vorteile zu haben, bei insgesamt weniger Ladestrom vom Generator. Seitdem ich Solar habe, ist meine Batterie eh immer proppenvoll, und der Solarcontoller die meist Zeit in der Stromreduzierung, trotz Sonnenmangel im Winter.

Noch ein Hinweis: Warum hast du den Booster mit 60A abgesichert? Der kann doch nur 30A, kurzzeitig 40A. Der Kurzschlußstrom ist 60A, da ist eine 60A Sicherung sinnlos, die würde nie schmelzen. Die Sicherungen sind nicht dazu da, die Geräte zu schützen, die haben Schutz eingebaut (Strombegrenzung etc.). Die Sicherungen sollen die Leitungen schützen (damit die nicht als Heizdrähte fungieren und das Fahrzeug abbrennen). Deshalb würde ich vorschlagen, da eine kleinere Sicherung zu verwenden, immer nahe bei der Stromquelle. Zu dem Thema (und wann, wie Sicherungen überhaupt schmelzen) gibt's an anderer Stelle viele Diskussionen...

schöne Grüße
Dieter

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