rump
hubstuetzen
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Das MoMo auf den Britischen Inseln


Momoblog am 04 Apr 2022 21:44:38

Hallo zusammen,

wir sind seit 1. April wieder unterwegs. Diesmal in Wales, Irland und Schottland. Ich habe das jetzt mal wegen Wales und Schottland ins Großbritannien-Forum gepackt. Die Irlandfans mögen mir vergeben.

Vielleicht will ja der eine oder andere mit einsteigen.

Wie immer: Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link



Alte Freunde

Unser Übernachtungsplatz war „okay“. In der Nacht recht ruhig, aber morgens sausen wieder Autos in einem Tempo an uns vorbei, dass das MoMo durchgerüttelt wird. Fühlt sich eher wie an der Autobahn an. Es müssen schon ziemlich schmerzfreie Gestalten sein, die so einen Übernachtungsplatz mit fünf Sternen bewerten. Aber, wie der Engländer sagt: „It gets the job done.“
Und für uns wird heute ein sehr englischer Tag. Wir treffen uns mit unseren Freunden Doug und Chris, die auf unserer Schottlandtour vor drei Jahren einen Tag Mia gedogsittet haben und mit denen wir seitdem in losem Kontakt waren. Sie wohnen nämlich in der Nähe von Southampton und wir haben uns für einen „Sunday Roast“ (einen Sonntagsbraten) in einem Pub auf dem Lande verabredet.
English countryside
Für uns heißt es noch einmal Strecke machen, um in diese Region zu kommen und wir wundern uns, wie voll es hier auf den Straßen ist. Wir bewundern sogar einen Flohmarkt auf einem Feld direkt an der Schnellstraße. Das fühlt sich schon alles sehr englisch an.
Es wird aber noch besser als wir zum Horse & Jockey kommen. Das ist genauso ländlich gelegen, wie beschrieben. Da wir recht zeitig ankommen, können wir uns gemütlich einen Parkplatz aussuchen und noch eine Hunderunde mit Elli und Toffi machen, die an den vergangenen Tagen wirklich nicht viel zu lachen hatten.
Bei schönstem Frühlingswetter spazieren wir durch die so typisch englische Landschaft und könnten uns dauernd gegenseitig kneifen: Jetzt sind wir wirklich hier!
Unterwegs bekommen wir die Nachricht von Chris und Doug, dass sie angekommen seien und kehren schleunigst um. Und staunen nicht schlecht, als aus dem flashy blauem Sportwagen neben dem MoMo Doug aussteigt und uns entgegenkommt. Die beiden haben in der Pandemie beschlossen, ihr Wohnmobil zu verkaufen und in Zukunft anders zu reisen.
Sunday roast
Aber ansonsten ist alles sofort wieder wie vor drei Jahren. Nach wie vor sind die beiden unglaublich herzlich, unkompliziert und mit wunderbarstem englischem Humor ausgestattet. Wir lieben es, mit den beiden zusammen zu sein!
In weiser Voraussicht hat Doug einen Tisch für uns reserviert. Obwohl der Pub mehr als genug Tische hat, wird es im Laufe des Mittags hier richtig voll. Der Sonntagsbraten im Pub ist hier eine durchaus lebendige Tradition, wie wir feststellen. Und wir haben Glück, dass wir bei der Wahl des Ortes mit unserem Schuss ins Blaue einen Volltreffer landen.
Das ist wirklich genau das, was man von einem Landpub erwartet. Urig, gemütlich, freundlicher Service und eine Küche, die man hierzulande gutbürgerlich nennen würde. Mit Betonung auf richtig gut.
Cribbage
Satt und zufrieden gehen wir anschließend noch ins MoMo, um das Geschenk, was wir von den beiden bekommen haben, auszuprobieren. Doug hat nämlich ein selbstgebautes Cribbage-Brett für uns dabei und wir werden jetzt in die Regeln dieses Kartenspiels, von dem wir vorher noch nie etwas gehört haben, eingewiesen.
Wir haben jede Menge Spaß mit unseren geduldigen Lehrern und sind schon gespannt drauf, ob wir das alles so hinkriegen werden, wenn wir ohne Unterstützung spielen.
Viel zu schnell kommt dann der Punkt, wo wir uns von den beiden verabschieden müssen. Am liebsten würden wir uns auf der Rückreise erneut mit ihnen treffen, aber da wir über Newcastle fahren werden, ist das leider keine Option.
Für uns war es auf jeden Fall ein absoluter Glücksfall, direkt zu Beginn der Reise so viel Englisch zu sprechen und so viel englische Lebensart zu tanken. Wir fühlen uns sofort angekommen.
Wales, wir kommen
Mittlerweile ist es Nachmittag und wir wollen weiter in Richtung Westen kommen. Spontan hatte ich mich entschieden, auf die Tour auch noch die malerischen Cotswolds in England einzubauen, da sie quasi auf der Strecke liegen. Annette hat dann aber den klareren Durchblick. Da wir von Doug und Chris auch noch schöne Orte in Wales empfohlen bekommen haben, ist unsere Reiseplanung für Wales bereits übervoll. Wir werden also schnurstracks durchfahren und möglichst viel Wales in die kommenden Tage packen. Es gibt genug zu sehen!
Das erste Stück führt uns über schmale Sträßchen bis zur Autobahn. Diese geben uns schon mal einen Vorgeschmack auf die kommenden Wochen. Die überstehenden Zweige und Äste ragen manchmal verdächtig weit in die Fahrbahn hinein. Boah, ist das eng! Das wird in den kommenden Wochen sicherlich unser täglich Brot werden.
Dafür ist das Fahren auf der Autobahn Richtung Westen dann um so entspannter. Als wir die imposante Brücke über den Severn überfahren, strahlt die Sonne über dem Meer und wir blicken auf die noch beeindruckendere zweite Severnbrücke zur Linken und die walisischen Berge vor uns. Hurra, wir sind da!
Tintern Abbey
Unser Ziel für die erste Nacht in Wales ist die Ruine der Abtei in Tintern. Gelegen im malerischen Tal des Flusses Wye müsste das eigentlich was für uns sein.
Auf kurviger Strecke mit Auf und Ab erreichen wir die Abbey und sind sehr angetan. Auch dies ist ein guter erster Eindruck!
Angeblich darf man hier auch übernachten, aber ich bin erst mal enttäuscht, dass am Parkautomaten „no overnight parking“ steht. Wie jetzt? Eine Nachfrage im Pub The Anchor Inn ergibt, dass man lediglich auf dem offiziellen Besucherparkplatz besser nicht stehen sollte. Aber auf den Parkplätzen des Pubs sei das hingegen kein Problem. Ob das nur jetzt in der Vorsaison gilt, habe ich aber nicht gefragt. Insofern gilt für Nachahmer: selber fragen und ein Verzehr im Pub sollte dann Ehrensache sein.
Lovely Valley
Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf einem kleinen Spaziergang durchs Dorf rund um die Abbey. Auch hier merkt man, dass der Frühling noch nicht so richtig da ist, es aber immer ein Stückchen schöner wird.
Über die nicht zu Unrecht als „weak bridge“ bezeichnete, etwas klapperige Brücke gelangen wir ans andere Ufer und können noch ein wenig am Fluss entlang spazieren und die Abbey aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
Als es schon dunkel ist, gehen wir noch auf ein Pint hinüber in den Pub, um die kommenden Tage grob zu planen. Wir stellen fest, dass es ein schönes Puzzle ist, das wir da zu lösen haben. So viele schöne Orte wollen erkundet werden!

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

TiborF am 05 Apr 2022 08:09:42

Ich steige da gerne ein und fahre mit

Ein Daumen hoch von mir für die spannende Reise :daumen2:

leverkusen3 am 05 Apr 2022 08:32:32

Hallo momo

Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag.

Gab es bei der Einreise neue bürokratische Hürden zu überwinden?

Mit freundlichen Grüßen

Thomas

Anzeige vom Forum


Momoblog am 05 Apr 2022 20:57:33

leverkusen3 hat geschrieben:Gab es bei der Einreise neue bürokratische Hürden zu überwinden?


Nö, das war alles unkompliziert. Nur an den Reisepass muss man denken. Perso reicht nicht mehr. Auch mit den Hunden war alles wie vor 3 Jahren.

Liebe Grüße
Micha

Momoblog am 05 Apr 2022 20:58:28



Oldtimer und Strandfrust
Der Tag fängt richtig gut an.
Alllerdings nicht beim Wetter. Das hat sich nämlich deutlich verschlechtert und ist nieselig-trüb geworden. Immerhin hört der Regen im Laufe des Vormittags aber auf.
Und gerade als wir abfahren wollen, hören wir ein Knattern und ein paar Oldtimer kommen um die Ecke auf den Parkplatz. Ach, wie nett!
Aber es hört gar nicht mehr auf! Ein ums andere Mal biegt ein noch schöneres uraltes Fahrzeug um die Ecke – die sind doch bestimmt alle 100 Jahre alt! Wie eine Recherche ergibt: fast. Die Amilcars waren in den 20ern flotte Sportwagen.
Es gibt ein großes Hallo, als die Fahrzeuge geparkt werden. Einerseits bei den Fahrern, anderseits aber auch beim zufällig anwesenden Publikum wie uns. Alle schauen ganz verzückt auf diese alten Schätzchen und nehmen auch in Kauf, dass manche von ihnen offensichtlich inkontinent sind, wie die Ölflecken auf dem feuchten Boden verraten.
Caerphilly Castle
Vergnügt verabschieden wir uns vom Wye-Valley und fahren noch ein Stückchen Richtung Norden, um von dort aus dann auf die Autobahn Richtung Newport zu fahren und das größte Schloss von Wales besichtigen, das in Caerphilly zu finden ist.
Auf den ersten Blick sind wir vom großzügigen Areal mit dem Park und Wassergraben samt Gänsen und Enten erst mal angetan. Aber der zweite Blick ist dann eher ernüchternd. Ob es am trüben Wetter liegt? Oder an den Gänsen, die hier alle Wege vollkacken? Oder am eingerüsteten Turm, der dem ganzen etwas von seiner Wirkung nimmt?
Auf jeden Fall sind wir jetzt nicht so geflasht, dass wir das Castle auch noch besichtigen müssten. Denn den beeindruckend schiefen Wehrturm (schiefer als sein Kollege in Pisa!), der von Cromwells Truppen fast zum Einsturz gebracht wurde, kann man auch von Weitem sehen. Und auch die Statue Marquess von Bute, die ihn heldenhaft abstützt, sehen wir von Weitem. Das reicht uns dann aber auch.
Problem Seaside
Wir freuen uns schon aufs Meer. Die Bilder, die ich schon gesehen habe, haben mich richtig heiß auf die walisische Küste gemacht. Wir peilen einen Platz nördlich vom Nashpoint Lighthouse an, um von dort eine Wanderung zum Leuchtturm zu machen.
Das Problem ist nur: Der Platz ist zwar toll gelegen, aber grasig-hoppelig und nach dem Regen der Nacht sind wir skeptisch, ob wir dort wieder ohne Abschleppwagen rauskommen. Auch ein Platz weiter die Straße entlang ist nicht wirklich ideal. Mist.
Wir beschließen, nach Ogmore-by-sea weiterzufahren und dem dortigen riesigen Strand einen Besuch abzustatten. Aber wie es der Teufel will: Der Parkplatz ist komplett gesperrt. Wieder nichts.
Schon leicht entnervt kurven wir weiter zum nächsten Ort am Meer: Porthcawl. Dort soll es sogar einen brauchbaren Stellplatz geben. Warum nicht?
Darum. Es ist ein Ort, der voll auf britische Familiensommerurlauber ausgerichtet ist. Mit riesigen (und hässlichen) Caravanparks und einer Kirmes direkt am Stellplatz. Das ist ja so gar nicht unseres…
Immerhin machen wir einen kleinen Abstecher an den großen Strand, und sorgen dafür, dass zumindest die Hunde mal toben können und Spaß haben.
Wir hingegen sind etwas ratlos. Wenn wir weiter die Küste entlang fahren, kommen wir weiter weg von den Brecon Beacons, die wir unbedingt noch besuchen wollen. Aber wenn wir in Richtung Brecon Beacons fahren, könnte es gut sein, dass wir den Küstenzipfel gar nicht mehr besuchen werden. Denn eigentlich wollen wir ja nur mal in Wales hineinschnuppern…
Bestens versteckt
Annette findet schließlich einen vielversprechenden Campingplatz im Afan Valley: „awesome place with superb views“. Da es nur wenige Kilometer nördlich von uns liegt, wollen wir das mal ausprobieren.
Aber als wir ins Tal einbiegen werden unsere Gesichter lang und länger. Die Hänge in den Farben gelb und braun sehen unfassbar trist aus und die Städtchen, durch die man fährt, wirken auch nicht gerade einladend. Superb views?
Als wir dann am Talende in Glyncorrwg ankommen, möchte ich am liebsten umkehren, so unattraktiv wirkt das hier alles. Vor allem: Es gibt zwar kleine Hinweisschilder zum Campingplatz, aber die Zuwegung wirkt so unwegsam, dass man sich kaum traut, den Weg zu benutzen, weil man Sorge hat, dass man ihn nicht heil wieder zurückkommt. Es geht eine steile Schotterpiste den Berg hinauf, die sich auch gut in Norwegen machen würde. Aber, Wunder über Wunder, es wird dafür landschaftlich ein wenig aufregender.
Als wir den Platz dann erreichen, sieht es zumindest schon mal nach Camping aus. Wir werden freundlich von Tom (Marke Surfer-Dude) begrüßt, der den Platz seit einem Jahr betreibt und uns voller Enthusiasmus seinen eco-friendly Platz zeigt.
Tom bestätigt uns, dass es hier normalerweise deutlich grüner aussehen würde – es sei halt das Ende des Winters. Und so sind wir mit diesem freundlichen Willkommen doch noch etwas mit dem frustrierenden Tagesverlauf versöhnt.

Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 06 Apr 2022 18:55:01



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Wasserfälle
Es ist ein schöner, sonniger Morgen, was die Stimmung schon mal hebt. Aber auch bei dem schönen Wetter sind die überwiegenden Farbtöne hier gelb und braun. Es ist in ein paar Wochen bestimmt nicht wiederzuerkennen, aber wir konstatieren: nicht die perfekte Reisezeit für dieses Tal.
Wir lernen, dass wir uns hier südlich der Brecon Beacons in Wasserfallgebiet befinden. Dem wollen wir auf den Grund gehen, auch wenn wir hier keine norwegischen Superlative erwarten.
Im Nachbartal gibt es den Melincourt-Wasserfall, den seinerzeit schon William Turner skizziert hat. Und wenn Turner den gut fand, wird er doch sicherlich auch was für uns sein!
Das einzige Problem an der Sache: Der liegt vielleicht mal gerade 3 Kilometer Luftlinie entfernt, ist aber im Nachbartal. Daher fahren wir locker 45 Minuten, bis wir dort sind.
Melincourt Falls
Da der Wasserfall ohnehin auf unserem Weg in die Brecon Beacons liegt und nur einen kurzen Fußweg entfernt ist, nehmen wir ihn natürlich mit.
Was uns hier und auch später noch auffällt, ist das unheimlich saftige Grün des Mooses an den Wänden. Das lässt sich in den Bildern nur schwer einfangen, ohne dass einem jeder beinahe zu Recht den Vorwurf machte, dass man zu sehr an den Farbreglern gedreht hätte.
Für uns ist es ein guter Einstieg in unseren ersten Wandertag.
Waterfall Country
Dieser südliche Teil der Brecon Beacons wird auf Waterfall Country genannt. Und zwar nicht nur weil es hier wirklich viele Wasserfälle zu bestaunen gibt, sondern auch, weil es mit dem Four-Waterfall-Trail eine wirklich coole Wanderung gibt, die einen in kurzer Folge zu vier Wasserfällen führt.
Auf dem Weg nach Ystradfellte, wo die Wanderung beginnt, lernen wir, dass es auch hier schon mal Grün sein kann. Auf einer Art Hochebene sehen wir größere Schafherden und können im Vorbeifahren sogar ein Schaf erhaschen, das offensichtlich gerade ein Lamm geboren hat und sich mit seiner blutigen Nachgeburt rumschlägt…
Am Parkplatz Gwaun Hepste sind wir zunächst erstaunt, dass an einem Wochentag im April wirklich alle Plätze belegt sind. Bis wir erleichtert herausfinden, dass es noch einen zweiten Teil des Platzes gibt, wo es sich mit einem Wohnmobil dann auch bedeutend leichter parken lässt.
Sgwd Clun-Gwyn
Nein, es ist keine Katze über meine Tastatur gesprungen. Die geschriebene walisische Sprache sieht halt aus, als wäre sie nach dem zehnten Whisky auf einer Tastatur ohne Vokale aufgeschrieben worden.
Das hier ist auf jeden Fall der Name des ersten Wasserfalls…
Zu diesem geht man auf einem größtenteils sehr breiten befestigten Weg, der unkompliziert zu kaufen ist. Wir wundern uns allerdings über die roten Gesichter bei manchen der Leute, die uns entgegenkommen. Haben die denn alle keine Kondition?
An diesem ersten Wasserfall sieht man recht viele Leute. Einige davon auch am anderen Ufer, wo man viel näher an den oberen Teil des Wasserfalls herangehen kann. Sicherlich auch ein Nervenkitzel, auf den den wir aber gerne verzichten.
Die grüne Route
Ab jetzt kommt eine Besonderheit des Weges ins Spiel. Ganz vorbildlich gibt es einen einfachen und einen schwierigen Weg, um diese vier Wasserfälle zu erkunden. Warum man allerdings den einfachen mit der Farbe Rot und den schweren mit der Farbe Grün markiert hat, wissen wohl nur die walisischen Götter. Ob hier auch die Ampeln anders funktionieren?
Die grüne Route, welche wir nehmen, ist wahrscheinlich deutlich empfehlenswerter, da man viel näher am Wasser bleibt und auch schneller an den Wasserfällen ist. Der Nachteil: es ist ein wenig Kraxelei oberhalb des Flusses. Nichts wirklich dramatisches, aber für jemanden mit Höhenangst wie Annette schon unangenehm. Sie meistert es aber tapfer und kümmert sich auch vorbildlich um Toffi, der die vielen Hundebegegnungen schon wieder zu viel werden. Ganz so schlimm wie am Fulufjället wird es dann aber doch nicht.
Sgwd Isaf Clun-Gwyn
Belohnt werden wir mit dem zweiten Wasserfall, der eher eine Kaskade von Fällen ist, die sich hier ihren Weg gesucht haben. Ich kann unmittelbar an der ersten Kaskade und auch später an den Pools tolle Fotos machen.
Als wir am dritten Fall, dem Sgwd y Pannwr ankommen, kennen wir das Spiel ja schon. Tolle Kaskade, und hier gibt es unterhalb des Falls einen größeren Pool, von dem wir vermuten, dass man da im Sommer ganz lauschig drin planschen könnte.
Alle Fälle?
Von hier aus gibt es einen ganz ordentlichen Anstieg, der uns ins Schwitzen und wieder auf den bequemen roten Wanderweg bringt.
Als wir dann den Wegweiser zum vierten und letzten Fall sehen und erahnen können, dass es da noch mal ordentlich bergab (und natürlich später auch wieder bergauf) geht. Laut Wegweiser 8 Minuten runter und 15 Minuten hoch. Puh!
Neben unserer noch nicht wirklich dollen Kondition haben wir auch unsere weiteren Pläne im Blick. Wenn wir das auch noch machen, laufen wir Gefahr, unser Ziel am Meer erst im Dunklen zu erreichen. Da fällt der Verzicht auf Fall Nummer Vier dann doch vergleichsweise leicht. Wir können uns aber gut vorstellen, ihn irgendwann in der Zukunft und zu einer anderen Jahreszeit dann doch mal zu besuchen.
Richtung Meer
Als wir wieder am Parkplatz ankommen, gehören wir auch zu denen, die ganz schön geschlaucht vom Auf und Ab sind. Das war eine schöne Einstiegswanderung für diese Reise!
Wir wissen, dass wir hier in den Brecon Beacons bei weitem noch nicht alles gesehen haben, aber der Wetterbericht mit Regen und stürmischem Wind spricht nicht dafür, hier in den Bergen zu bleiben, wo das dann alles abregnet. Wir wollen wieder ans Meer.
Im Süden der Gower-Halbinsel, westlich von Swansea, gibt es schöne Strände und sehenswerte Klippen. In der Nähe der Three Cliffs Bay wollen wir heute Station machen und hoffen, dass der Regen morgen nicht ganz so fies wird, sodass wir am Strand zumindest ein wenig von dieser schönen Ecke erkunden können.
Gower-Halbinsel
Was wir auf der Fahrt schon mal feststellen: Auf der Gower-Habinsel gefällt es uns bereits bedeutend besser als an der Küste von Porthcawl. Mit Mäuerchen, Schafen und mehr Grün sieht das schon ein wenig nach Irland aus.
Auch hier geht es ständig bergab und bergauf – teilweise mit einem Gefälle von 20%. Da darf die Motorbremse dann auch mal ran.
Unser BritStops-Übernachtungsplatz in Oxwich ist auf jeden Fall ein Treffer. Ganz in der Nähe des Strandes und dank einer hohen Hecke sicherlich weitestgehend sturmgeschützt.
Im Hotelbistro trinken wir dann noch ein Pale Ale als Dankeschön für den kostenlosen Übernachtungsplatz. Wir philosophieren über diese so typisch britische Inneneinrichtung mit gepolsterten Stühlen, klebrigen Tischen, fluffigem Teppich und Kunstfarn, der von der Decke hängt, damit es auch was Grünes gibt. Auf eine merkwürdige Weise gefällt es uns, obwohl das so gar nicht unser Stil ist. Aber hier gehört das irgendwie hin.

volkermuenster am 07 Apr 2022 09:50:03

Moinsen liebe MOMO-Crew, hallo Michael,

das ist ja toll - wieder ein MOMO-Monster-Reisebericht! Ich freue mich - genau das richtige für diese trüben Tage :-).

Ich hatte zwar leider noch keine Zeit genau reinzuschauen, aber das wird schnellstmöglich nachgeholt und dann sowas von in einem Rutsch durchgelesen.

Bis dahin schonmal vielen lieben Dank für den Bericht, den Fotos und die Arbeit die ihr euch macht.
Weiterhin gute Fahrt und viel viel Spaß. :-)

Gruß euer
Volker

PS: hier der Link zu meiner letzten Reise nach Nordnorwegen und Finnland: --> Link

volkermuenster am 07 Apr 2022 10:03:00

Doppelt - leider verklickt.

TiborF am 07 Apr 2022 12:10:51

Tolle Fotos Michael von den Wasserfällen - bin wieder sehr begeistert

Wie lange werdet Ihr eigentlich unterwegs sein?
Sicher ist auf den britischen Inseln auch alles teurer geworden und das Umrechnen in Euro jetzt mühsam oder ?

Momoblog am 07 Apr 2022 21:27:14

TiborF hat geschrieben:Wie lange werdet Ihr eigentlich unterwegs sein?
Sicher ist auf den britischen Inseln auch alles teurer geworden und das Umrechnen in Euro jetzt mühsam oder ?


Wir sind bis Ende Mai unterwegs. :-)

Das Umrechnen in England ist ja nichts neues. Und wenn es in einem Shop 20% Discount gibt, sind die Preise 1:1 in Euro. :-)
Ich habe schon den Eindruck, dass alles teurer wird, aber eher so wie bei uns jetzt auch. Campingplätze unter 20 Euro sind auch in der Vorsaison eine Rarität und die Preise liegen eher gerne mal um die 30€.

Liebe Grüße
Micha

Momoblog am 07 Apr 2022 21:29:58



Rhosili
Der Wetterbericht verspricht uns einen ruhigen Tag. Dauerregen und nichts Gutes sind vorhergesagt und wir wachen auch zum Tröpfeln des Regens auf. Wir werden heute aber trotzdem die Lektion lernen, dass ein Wetterbericht in diesen Breiten eher eine grobe Empfehlung ist…
Nach einem gemütlichen Start in den Tag beschließen wir, eine kurze Regenpause für eine kleine Hunderunde am Strand zu nutzen.
Oxwich Bay
Je länger wir am nahezu menschenleeren Strand entlang gehen, umso mehr wächst unsere Lust, weiterzumarschieren. Denn es ist herrlichstes Strandwetter – zumindest für uns. Denn Durchpusten lassen finden wir meistens besser, als in der Sonne zu braten.
Es gibt wieder vieles zu entdecken und Toffi kann üben, mit den gelegentlich auftauchenden Hunden am Strand vernünftig zu spielen.
Ganz bis zur berühmten Three Cliffs Bay kommen wir aber nicht. An einem Cliff ist bei der gerade herrschenden Flut Endstation. Wir finden es aber auch hier schon ganz malerisch.
Pitschnass
Bis hierhin war der Weg ein wirkliches Vergnügen. Wir sind nahezu trocken geblieben und der Rückenwind hat uns auch nicht weiter gestört.
Aber als wir uns auf den Rückweg machen, schwant uns schon nichts Gutes. Das Hellgrau des Himmels verdunkelt sich von Minute zu Minute und auf halbem Rückweg setzt der Regen dann wieder ein. Nun, was soll schiefgehen, wir haben ja regenfeste Kleidung! Zumindest obenrum… Aber was jetzt kommt, ist dann mit ungemütlich noch freundlich beschrieben. Der. Gegenwind frischt auf, ein kleiner Graupelschauer geht auf uns nieder und ich werde wirklich bis auf die Unterhose durchnässt. Brrr…
Wir verteilen alle nassen Sachen so gut es geht zum Trocknen im MoMo, freuen uns über warme Anziehsachen und sind am Ende trotzdem glücklich, dass wir diese 2-Stunden-Wanderung gemacht haben. Das hat gut getan!
Traumstrand
Wir befinden uns hier auf der Gower-Halbinsel und sind etwas hin- und hergerissen zwischen Wegfahren und noch eine Weile bleiben. Denn im Westen lockt mit der Rhosili Bay noch ein wunderbares Fleckchen Erde – schließlich gehört das hier zu den ersten „Areas of outstanding natural beauty.“
Wir beschließen, diesen kleinen Abstecher noch zu machen, bevor es weitergehen soll. Nur nass wollen wir nicht noch einmal werden, weshalb wir planen, lediglich ein Mittagessen mit schöner Aussicht dort zu genießen.
Als wir im Ort oberhalb der Bucht ankommen, sind wir schon mal begeistert. Wir finden wirklich einen Top-Deluxe-Platz mit Aussicht auf den unfassbar breiten Strand mit den hereinrollenden Wellen. Zwar reichlich schief, aber wir wollen hier ja nicht übernachten.
Sonne scheint
Während wir die Reste von unserem gestrigen Abendessen aufgewärmt verspeisen, können wir uns an der Aussicht kaum sattsehen. Denn auch in Richtung Südwesten gibt es eine Besonderheit zu bestaunen. Der Worms Head ist eine steile Klippe, die nur bei Ebbe zu Fuß besucht werden kann. Und bei immer freundlicher werdendem Wetter sehen wir, dass sich einige Leute dorthin auf den Weg machen.
Der Weg bis zum Ende des Festlands scheint sehr ordentlich befestigt zu sein und außerdem muss man dorthin auch nicht sehr lange laufen. Wir gehen das Risiko einer erneuten Dusche von oben ein und gehen los. Das sieht einfach zu verlockend aus! Lediglich die Hunde lassen wir einfach mal im MoMo. Eine weise Entscheidung, wie sich herausstellen wird.
Halb-Wildpferde
Wir sind ganz happy mit unserer Entscheidung, denn auf dem Weg haben wir wunderbare Ausblicke auf die Bay und können Bilder sowohl von der Bucht als auch dem Worms Head mit den ersten Ginsterblüten schießen. Herrlich!
Aber was ist das? Da hinten sind ja Ponys!
Ach, das sind ja nicht bloß drei, sondern ganz viele! Ach, die sind ja gar nicht auf einer Weide, sondern einfach auf der Wiese vor uns! Ach, die stehen ja am Abgrund auf den Klippen! Ach, sieh mal, die Stute hat ein ganz junges Fohlen an ihrer Seite! Hast du dieses wuschelige Fell an den Hufen gesehen?
Wir sind absolut begeistert von diesen komplett entspannten Pferden, die einfach ihrem Tagesgeschäft nachgehen und sich auch von den Touristen nicht stören lassen. Und gute Fotomodels geben sie obendrein noch ab.
Erste Postkarte
Im Shop des National Trust, unter dessen Verwaltung dieses Gebiets steht, können wir dann auch die erste Postkarte für unsere Postkartenaktion besorgen. Noch einmal vielen Dank für deine Spende, Ulrike – du bekommst demnächst Post. Und da wir gleich einen Viererpack Briefmarken kaufen, können wir gerne auch noch mehr Postkarten frankieren – ihr müsst nur spenden! Die Briefmarken sind übrigens sehr speziell: Es steht kein Wert dort drauf, sondern lediglich der Vermerk „Europe“ und „up to 20 grams“. Und Luftpostaufkleber sind auch noch dabei. Wahrscheinlich auch besser so, denn wenn die mit den Lkws im Stau vor Dover stehen, kommen die erst nach uns in Deutschland an…
St. Florence
Wir verabschieden uns fast schon wehmütig von der Gower-Halbinsel. Ein erstes echtes Highlight auf unserer Tour und Anwärter auf die Großen 12!
Unser erklärtes Ziel war es ja, vor dem Übersetzen nach Irland mal ein wenig in Wales reinzuschnuppern, aber es wird uns mal wieder klar, dass unsere Art des Reisens mit „mal eben“ einfach nicht kompatibel ist. Wenn die Fähre nicht schon gebucht wäre, würden wir jetzt wohl mal 4 Wochen Wales aufs Programm setzen.
Also fahren wir, um Strecke zu machen, wieder ein gutes Stück weiter in Richtung Westen, um in der Nähe von Tenby erneut ein Britstops-Quartier zu beziehen. Im Dorf St. Florence gibt es das Parsonage Farm Inn, wo wir hoffen, den für die Nacht angekündigten Sturm gut zu überstehen.
Abends gehen wir für ein Atlantic Pale Ale und das Postkartenschreiben noch in den Pub und freuen uns über die entspannt-familiäre Pub-Atmosphäre dort.

Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 08 Apr 2022 20:40:07



#Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Pembrokeshire
Heute gibt es eine weitere Premiere: Unser erstes Full Welsh Breakfast steht auf dem Programm. Wir hatten gestern Abend gefragt, ob das wohl möglich sei und es wurde für uns möglich gemacht, obwohl gerade keine Hotelgäste im Haus sind.
Wir haben gut daran getan, diese Nacht etwas geschützter zu stehen, denn es hat in der Nacht ganz ordentlich gewindet. Und offensichtlich hat es alle Wolken weggeweht, denn es ist ein herrlich sonniger Morgen.
Full Welsh Breakfast
Wir werden im Parsonage Inn freundlich empfangen und können uns an einen gedeckten Tisch setzen. Auch mal schön! Wir genießen es sehr, uns einfach mal bedienen zu lassen. Und so ein üppiges Frühstück für 8 € geht dann wirklich sehr in Ordnung.
Beim Aufbrechen halten wir noch einen kleinen Schwatz mit unserer Bedienung Ida. Es stellt sich heraus, dass sie ursprünglich aus Litauen kommt, eine Cousine im Kölner Raum hat und sie über ihren Großvater aus Ostpreußen eine ähnliche Fluchtgeschichte erzählen kann wie wir über Familie meines Vaters. Bei ihr ist die Geschichte, dass die Familie nicht zur Evakuierung auf die Gustloff durfte, was sich als Segen herausstellte, da das Schiff anschließend mit 5-9000 Flüchtlingen an Bord von den Russen versenkt wurde. Eine Geschichte, die in der heutigen Zeit um so beklemmender ist.
Wir erhalten von ihr aber auch Tipps für die Tagesgestaltung. Insbesondere vom tollen Strand an der Barafundle Bay schwärmt sie in den höchsten Tönen.
Tenby
Unser Weg führt uns aber erst mal nach Tenby, dem schnuckeligen Hauptort dieser Ecke.
Hier ist alles auf Tourismus eingestellt. Aber zumindest in der Vorsaison gilt: für einen Tourismus, mit dem wir uns gerne anfreunden können. An allen Ecken und Enden merkt man, dass hier fleißig gewerkelt wird, um 2022 wieder eine normale Tourismussaison zu haben.
Wir erkunden den Ort und stellen fest, dass wir es hier gut aushalten können. Wir machen sogar so etwas außergewöhnliches wie einen Bummel durch verschiedene Geschäfte. Einfach weil wir es können. In Deutschland haben wir das schon ewig nicht gemacht.
Unter anderem können wir ausgiebig handgemachten Fudge probieren und uns schließlich zwei Tüten von der süßen Leckerei einpacken, die sicherlich für Wochen halten wird. Wir haben ja schließlich beim Naschikönig gelernt, dass man auch mit einem kleinen Stück ganz schön viel Geschmack in den Mund bekommt, wenn man nur bewusst genießt.
Barafundle Bay
Wir machen uns nach dem ausgiebigen Stadtbummel zum von Ida empfohlenen Strand auf, der gar nicht so weit weg sein soll. Der Weg führt uns über die gewundene Landstraße zur Küste und wird zum Ende hin immer enger und enger. So eng, dass wir an einem Passing Place auch bei bestem Willen nicht mehr an einem PKW vorbeikommen. Also setze ich beherzt zurück und unterschätze wohl die Elastizität der Böschung. Es gibt ein leises Plopp und beim Aussteigen am Parkplatz stelle ich fest, dass unser Plastikschürze am Heck mir das wohl übel genommen hat. Jetzt haben wir einen Riss im Plastik…
Der Parkplatz liegt nicht direkt an der Bay. Diese ist nämlich nur zu Fuß zu erreichen. Wir können unterwegs schon einen Teil der beeindruckenden Steilküste bewundern.
Die Barafundle Bay ist dann ein wirklich feinsandiger Strand an dem die Hunde mal wieder toben dürfen. Das hat Toffi auch bitter nötig, nachdem sie auf dem Hinweg mit ihrer Pöbelei gegenüber anderen Hunden Annette schon wieder etliche Nerven gekostet hat.
Sie darf sich jetzt wirklich gerne mal bei Elli abgucken, wie fröhliches Spielen am Strand geht!
Saint Govans Head
Nur einen Schlenker weiter gibt es an der Steilküste bei Saint Govans Head jede Menge tolle Dinge zu entdecken. Das Gebiet ist Teil eines militärischen Sperrgebietes, was aber nur von Zeit zu Zeit genutzt wird und ansonsten der Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur vor dem Aufheben von militärischem Gerät wird gewarnt - das könne schon mal das Leben kosten.
Hier gibt es die St. Govan’s Chapel, eine kleine Kapelle, die so ungewöhnlich und perfekt eingepasst in die Klippen gebaut ist, dass man von oben zunächst denkt, dass es gar keinen Zugang geben kann.
Es ist schon irre, an welch abgefahrenen Stellen die Leute früher etwas gebaut haben.
Aber es gibt hier auch ganz natürliche Kuriositäten. Der Huntsman’s Leap (Jägersprung) erinnert ein bisschen an den Kjeragbolten in Norwegen. Eine Schlucht mit einer Stelle, die ein Jäger wohl überspringen können soll und in deren Mitte ein Steinblock klemmt.
Wir beobachten zwei Kletterer, die sich in die Schlucht abseilen und stellen mit feuchten Händen vom Zugucken mal wieder fest, dass das definitiv nicht unser Sport ist.
Beim anschließenden Weg zum Saint Govan Head können wir erfolgreich den eisigen Wind ignorieren und stattdessen die herrliche Aussicht genießen, die man hier in alle Richtungen hat. Und auch die Wellen, die unermüdlich gegen die Klippen branden, werden einfach nicht langweilig.
Camping-Wiese
Auf dem Weg waren wir durch das Örtchen Bosherston gekommen und haben die große Wiese des „Campingplatzes“ gesehen. In Anführungszeichen deshalb, weil hier einfach der Bauer ein Feld mit einem Frischwasseranschluss, einer Spülgelegenheit und mehreren Dixieklos vollgestellt hat. Man kann sich hinstellen, wo man möchte und bezahlt wird der Preis von 5 Pfund jetzt in der Vorsaison per Honestybox. Da sind wir gerne dabei.
Und nach einem kleinen Schauer bei Sonnenschein präsentiert uns Südwales unseren ersten Regenbogen der Reise. Schön hier!

Momoblog am 10 Apr 2022 15:28:35



Seerosen und Einhörner
Wir schlafen ganz vorzüglich auf unserer Privatwiese. Kein anderer Camper hat sich hierhin verirrt und das MoMo sieht so ganz allein etwas verloren aus.
Bevor wir weiterfahren möchten wir aber noch zum Strand, der hier praktisch um die Ecke gelegen ist.
Lily Ponds
Bosherton ist ein schnuckeliges kleines Örtchen. Mit Lämmchen auf der Wiese, einem herrlich verlottertem Friedhof und einer weiteren Sehenswürdigkeit: den Lily Ponds, zu Deutsch Seerosenteichen. Jetzt, zum beginnenden Frühling, ist davon natürlich noch nicht viel zu sehen, aber im Sommer muss das fantastisch sein.
Und das Beste: Man wird über mehrere Brücken bis zum Broadhaven Beach geführt. Mehr Spaziergang als Wanderung und bei dem sonnigen Wetter ein pures Vergnügen.
Wenn da nicht unser Pöbelhund Toffi wäre, die heute mal wieder alles und jeden anbellt. Nervensäge!
Darüber komme ich aber nett mit einem Engländer ins Gespräch und wir unterhalten uns über Irland, Schottland und enge Straßen, da er selbst auch mit dem Campervan unterwegs ist.
Feiner Strand
Der Broadhaven Beach ist praktisch der Nachbarstrand der Barafundle Bay und gefällt uns auch ausgesprochen gut. Wobei es uns ehrlicherweise bei diesem Wetter an jedem Strand gefallen würde.
Lediglich Toffi macht schon wieder unangenehm auf sich aufmerksam, weil sie gar nicht ins Spielen mit den anderen Hunden kommt, sondern auch spielwillige und größere Hunde mit ihrer Art nervt. Keiner guter Tag.
Richtung Norden
Unser ursprünglicher Plan für die Waleserkundung erweist sich jetzt schon als Rohrkrepierer. Wir haben absichtlich die Fähre Holyhead-Dublin gebucht und hatten die Vorstellung, dass wir in einer guten Woche von Südosten nach Nordwesten fahren und dabei überall mal etwas reinschnuppern.
Wir wissen jetzt schon, dass der Plan, der auf dem Papier so einleuchtend aussah, in der Realität und mit unserer Reisegeschwindigkeit nicht funktioniert. Besser hätten wir die Fähre im Südwesten von Wales genommen und in der Zeit etwas gründlicher die Südküste von Wales erkundet.
Denn jetzt müssen wir schmerzhafte Abstriche machen. Anstatt weiter hier unten an der uns hervorragend gefallenden Küste entlangzutingeln, müssen wir langsam mal Richtung Nordwales kommen.
Daher muss St. Davids im äußersten Westen von Wales noch ein wenig auf uns warten. Wir wissen aber jetzt schon, dass wir hier noch einmal hinwollen. Wales gefällt uns von Tag zu Tag besser!
Cardigan Bay
Das Meeresgebiet im Westen von Wales nennt sich Cardigan Bay. Was liegt also näher als sich den namensgebenden Ort Cadigan auch direkt anzugucken.
Wir haben einen Campingplatz direkt bei Cardigan Island gefunden, der gleichzeitig noch ein Kleintierpark ist. Und er ist mit 22 Pfund auch nicht zu teuer. Als wir dort einchecken, bin ich daher überrascht, dass es auf einmal 28 Pfund werden sollen. Aua! Aber wir stellen fest, dass wir einen Tag zu spät sind: Ab heute ist „High Season“, weil es Osterferien sind. Muss man wissen…
Wir grämen uns aber nicht lange über den hohen Preis, weil die Lage an der Bay wirklich toll ist. So einen Rundblick aufs Meer hat man nicht überall. Und der Eintritt in den Kleintierpark ist für Camper auch kostenlos.
Seehund
Am Nachmittag machen wir Gebrauch von unserem kostenlosen Eintritt in den Park, von dem wir zunächst annehmen, dass er hauptsächlich ein Ausflugsziel für Familien mit kleinen Kindern ist.
Da ist er auch – ich würde diesen Platz jeder Familie mit kleinen Kindern sofort weiterempfehlen. Schöner Spielplatz und mehr Tiere als man streicheln und füttern kann.
Aber auch für uns gibt es noch ein Schmankerl: Den in der Enge zwischen Festland und Cardigan Island sollen sich Seehunde tummeln. Also machen wir uns auf den Weg zum Seal-Watching.
Obwohl es herrlich sonnig ist, sorgt der Wind für sibirische Temperaturen und tränende Augen, als wir hinaus aufs Meer blicken und Seehunde suchen. Um sie beim Sonnen auf den Felsen zu finden sind wir wohl schon etwas zu spät. Aber immerhin kann ich einen sehen, der kurz aus dem Wasser auftaucht. Für ein Beweisfoto ist er allerdings zu schnell wieder verschwunden.
Einhörner
Auf dem Rückweg kommen wir noch an den Welsh Ponys vorbei, die hier friedlich grasen, aber sofort zu uns kommen, weil es von uns ja vielleicht etwas Besseres zu fressen gibt.
Was uns auffällt, sind die lustig verzottelten Frisuren, die die Pferde haben. Fast alle haben die Mähne auf der Stirn merkwürdig mit Ginster oder Kletten zu einer Art Einhorn-Dreadlocks verstrubbelt. Auf den ersten Blick sieht so ein Schimmel wirklich wie ein Einhorn aus!
Lichtspektakel
Wir freuen uns, als wir für das Abendessen ins warme MoMo zurückkehren. Geschützt vor dem eisigen Wind macht der Ausblick auf die Lichtspiele über dem Meer gleich noch mal so viel Spaß!
Wir sind ganz optimistisch, dass bei der sich ständig ändernden Lichtstimmung und den malerischen Wolken ein grandioser Sonnenuntergang folgen muss.
Aber es stellt sich heraus: Die Natur hat all ihr Pulver diesmal schon vor Sonnenuntergang verschossen und sobald die Sonne weg ist, wird es nicht nur kalt, sondern auch der Himmel wird schnell dunkel, ohne dass hier noch viel passiert. So kann’s gehen…

Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 10 Apr 2022 18:54:04



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Narrow Lanes
Gemessen an unserem bisherigen Tempo machen wir gerade Riesenschritte. Auch heute geht es ein ordentliches Stück nach Norden und wir lassen wieder so einiges aus, was wir auf dem Notizzettel haben. Es wird ein halber Fahrtag.
Einkauf
Aber vor der Reise kaufen wir das erste Mal in einem Supermarkt ein. Obwohl es Samstag und entsprechend voll ist, finden wir es eigentlich recht entspannt. Wir müssen uns allerdings erst mal orientieren, was es alles an guten Dingen zu kaufen gibt. Hoch im Kurs steht bei uns Puff Pastry, der Blätterteig, mit dem Annette schon in Schottland immer so leckere Essen gezaubert hat.
Aber auch alles andere ist in völlig normalen Mengen vorhanden. Von den befürchteten leeren Regalen nach dem Brexit sehen wir nichts – zumindest nichts schlimmeres als zu Hause im Moment auch…
Die Straßen werden enger
Wenn man nur auf die Karte guckt, sehen die Entfernungen halb so wild aus. Aber in der Realität kommt man hier eher norwegisch voran, was bedeutet: Im Schnitt landet man da eher bei 50–60 Kilometern in der Stunde.
Die A487, auf der wir größtenteils unterwegs sind, ist zwar ordentlich ausgebaut, aber eher auf der schmalen Seite einer Hauptverkehrsader. Was bedeutet, dass Überholen selten möglich ist und Begegnungen mit größeren Fahrzeugen zumindest Konzentration erfordern.
In Dolgellau verlassen wir dann die „große“ Straße und es wird langsam spannend, weil wir etwas in die Berge hineinfahren. Unser Zwischenziel liegt in Nannau, von wo wir eine Wanderung starten wollen. Hier sind die Straßen jetzt schon eher 1½-spurig. Aber auch dies meistern wir ohne Probleme.
Precipice Walk
Wir befinden uns hier bereits im südlichen Bereich des Snowdonia Nationalparks. Und tatsächlich ist die Landschaft, die wir hier vor uns haben, auf einmal einen Tacken anders. Etwas rauer, karger als unten am Meer.
Die Wanderung, die wir machen wollen, trägt den Nervenkitzel schon im Namen: Abgrundwanderung würde das wohl auf Deutsch heißen. Wir verlassen uns mal auf den Wanderführer, der den Weg als unkompliziert und eher als Spaziergang ohne große Höhenunterschiede beschreibt.
Auf dem bemerkenswert schiefen Parkplatz kriegen wir so gerade noch einen Platz fürs MoMo. Das scheint hier also alles andere als ein Geheimtipp zu sein.
Der schmale Pfad
Wir werden nicht enttäuscht. Der Weg ist wirklich einfach zu laufen und stellt einen vor keine größeren Herausforderungen. Außer dem Kopfkino, was auf dem schmalen Pfad über dem Tal einsetzen kann, wenn man leichte Höhenangst hat.
Da aber auch Annette hier gut zurechtkommt, würde ich mal behaupten, dass der Weg wirklich nur für Leute mit ausgeprägter Höhenangst eventuell zu viel sein könnte. Für alle anderen ist er ein wirklicher Genuss, da man ständig weit in die Ferne und vor allem auch aufs Meer blicken kann, das in der Ferne wie ein Silberstreif leuchtet.
An der Stelle mit dem wunderbaren Blick in die Bucht von Barmouth gibt es sogar eine extra errichtete Gedenkbank, auf der wir ein kleines Päuschen machen.
Am kleinen See Llyn Cynwch entlang schlendert man dann wieder zum Parkplatz zurück. Eine so schöne Wanderung mit so wunderbaren Aussichten hat man wirklich nicht alle Tage.
Geht’s noch enger?
Das Navi führt uns auf einer abenteuerlichen Strecke zur A494 zurück. Die Straße wird hier jetzt wirklich eng und ist Single Track mit wenigen Ausweichstellen, die auch eher allenfalls für 2 Pkws gemacht ist und nicht für MoMos…
Dafür ist das hier alles wunderschön. Verwunschen und ein wenig von der Natur zurückerobert. Zumindest hat sie den Kampf noch nicht aufgegeben.
Wir genießen anschließend die wirklich gute A494, auf der es sich fast schon cruisen lässt. Den hübschen See Lake Bala mit mehreren Campingplätzen lassen wir rechts liegen und finden im wieder äußerst eng-urigen Tal des Flüsschens Hirnant einen Picknickplatz, an dem mit dem MoMo die Nacht verbringen wollen. Morgen gibt es dann noch mal eine ordentliche Portion Bergwelt des Snowdonia Nationalparks. Wales ist wirklich eine tolle Entdeckung!

Momoblog am 11 Apr 2022 22:15:32



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Am Leuchtturm
Was für eine lausig kalte Nacht! Das Außenthermometer zeigt -2° an. Glaube ich sofort. Aber wenn das bedeutet, dass wir heute wieder einen trockenen Tag haben, weil keine Regenwolken da sind, wollen wir uns nicht beklagen.
Snowdonia
Der Plan für heute ist klar. Wir erkunden das Kerngebiet des Nationalparks rund um den Snowdon, dem höchsten Berg von England und Wales.
Zunächst sieht es hier wieder eher hügelig als bergig aus, aber in der Ferne blitzen immer mal wieder die noch leicht schneebedeckten Bergspitzen der fast 1000er auf.
Eigentlich ist das ja nun wirklich keine Berghöhe, wo man vor Ehrfurcht erstarrt. Aber die Landschaft ändert sich innerhalb der wenigen Kilometer, die wir hier zurücklegen, wirklich grundlegend. Auf einmal haben wir das Gefühl, eine Abkürzung nach Norwegen genommen zu haben! Eher mit Mondlandschaft und trotzdem majestätisch empfängt uns das Gebiet um den Snowdon.
Hochbetrieb
Als wir durch das Städtchen Capel Curig fahren, schwant uns aber schon, dass hier was los ist. Es ist Sonntag und es sind Osterferien. Und das Wetter ist auch „not too bad.“ Wir kommen wenig später am Llyn Ogwen an, dem See, der sich auch wirklich gut im norwegischen Fjell machen würde. Wir sind zunächst von der Landschaft begeistert, aber dann auch schnell ernüchtert. Hier parkt Auto an Auto an Auto auf dem Seitenstreifen. Und es gibt hier wirklich viele Parkmöglichkeiten. Aber eben nicht mehr für ein Wohnmobil.
Wir fahren also an den Legionen von Autos vorbei und verlassen schon wieder diesen spektakulären Teil des Nationalparks als wir endlich einen Parkplatz finden. Jetzt ist guter Rat teuer. Sollen wir umkehren und versuchen, doch noch einen Parkplatz zu bekommen? Oder wieder zurückfahren, durch den Nationalpark fahren und an einem anderen Ort anhalten? Oder war es das halt jetzt schon mit Snowdonia?
Dann halt nicht
Wir überlegen. Hin und her. Und wieder zurück. Denn von unserer jetzigen Position aus ist auch das Erkunden der Halbinsel Llyn, auf die ich mich so gefreut hatte, rein streckenmäßig nicht mehr wirklich schlau. Also machen wir auch hier Abstriche und verzichten schweren Herzens. Denn eines ist uns jetzt schon klar: Wales wird uns wiedersehen! Die paar Tage haben bei Weitem nicht gereicht. Wir sind jetzt angefixt und werden wiederkommen. Und können uns gut vorstellen, dass es hier im Herbst bestimmt auch ziemlich toll sein wird. Also, im Herbst 20xx…
Anglesey, wir kommen
Unser Plan war eigentlich, die Insel Angelsey, von der unsere Fähre nach Irland am Dienstag abfährt, an einem Tag zu erkunden. Jetzt sind es dann halt zwei.
Wir fahren in Bangor über die Brücke und landen erst mal in Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch. Ja, richtig gelesen. Das ist der Ort mit dem längsten Ortsnamen der Welt und wird völlig zurecht mit Llanfairpwll abgekürzt, was aber immer noch niemand aussprechen kann.
Lieber Waliser, eine Sache macht mich echt fertig: Ich kann mir keinen einzigen Ortsnamen merken, weil ich ihn schon nicht lesen kann!
Eintritt für Aussicht
Mit dem Örtchen Penmon beweisen die Waliser, dass sie auch für Mitteleuropäer aussprechbare Namen produzieren können. Es liegt am äußersten östlichen Zipfel der Insel und soll einen schönen Leuchtturm haben.
Als wir ankommen, steht dort eine Art Parkwächter, der die Zufahrt zum Leuchtturm regelt und abkassiert. Und das muss man hier fast schon im übertragenen Sinne verstehen. Denn 12,50 Pfund pro Wohnmobil für die Zufahrt zum Leuchtturm, oder auch das Parken an der Klosterruine vor Ort sind schon eine Hausnummer! Er erklärt uns verschmitzt, dass es 12,50/Tag sind. Wenn wir also erst morgen wieder zu ihm zurückkommen, würden noch mal 12,50 fällig. Wir werten das wahlweise als unverschämt oder als versteckte Stellplatzgebühr für den Ort, an dem wir später an allen Ecken Schilder sehen, dass Camping verboten ist. Aber gleichzeitig findet man online lauter positive Berichte, dass die Übernachtung bei dieser Regelung dann überhaupt kein Problem ist.
No risk, no fun!
The good life
Wir finden dann auch wirklich einen Platz mit Leuchtturmblick in der ersten Reihe. Da kann man schon mal nicht meckern.
Und im Pilot House Cafe gibt es sogar im üppig bunten Gartencafe unsere ersten Scones mit cream und jam.
Anschließend begeben wir uns an den Kieselstrand und teilen uns die Arbeit. Während Annette auf unserer vorzüglichen neuen Picknickdecke aus Rhosili mit Toffi übt, dass schon mal Menschen und Hunde vorbeikommen und das gar nicht schlimm ist, gehe ich mit der Kamera auf die Pirsch. Leuchttürme gehen eigentlich immer!
Apropos: Wenn ihr Leuchtturmfans seid und eines der Bilder nach Hause geschickt bekommen wollt: Macht doch bei unserer Postkartenaktion mit, erhaltet eine Postkarte von uns und tut noch was Gutes!
Bei einer Spende von mehr als 20 € schmeißen wir unseren Selphy-Drucker an, werfen die noch druckfrische Postkarte in den nächsten Briefkasten und schon bald habt ihr dann ein MoMo-Original im Briefkasten. Und das Geld geht zu 100 % an Ärzte ohne Grenzen.
So verstreicht der Nachmittag im Flug und wir werden schon wieder hungrig. Noch mal ins Pilot House…? Warum nicht? Wir holen uns, kurz bevor sie schließen, noch Cheeseburger und Fries als Takeaway ins MoMo. Zählt fast schon als Wohnmobildinner, oder?
Wobei die Bestellung sich etwas schwierig gestaltet. Das junge Mädchen an der Kasse fragt nach meinem Namen, damit sie meine Take-Away-Bestellung aufrufen können und ich antworte in meinem besten Oxford-Englisch: „It’s Michael.“
Sie sieht mich verständnislos an: „Could you spell it, please?“
Da ich nicht glauben kann, dass sie diesen Namen noch nie gehört hat, antworte ich freundlich: „It’s like the name: Michael.“
Konsterniert guckt sie zu der vielleicht 5 Jahre älteren Kollegin, die sie dann aufklärt, wie man diesen echt schwierigen Namen schreiben muss. Ob Waliser mit der englischen Sprache vielleicht genau so Probleme haben wie wir mit der ihren…?
Auch aus der Luft gut
Solchermaßen gestärkt kann ich dann auch mal der Drohne Ausflug geben. Der Blick aus der Luft auf die Bucht gibt uns dann noch mal eine neue Bestätigung, dass es eine gute Wahl war, hierhin zu fahren.
Und nachdem wir den Abend am zur Abwechslung mal nahezu windstillen Strand ausklingen lassen, gibt es dann noch eine Partie Cribbage mit unserem Geschenk von Doug und Chris.

TiborF am 12 Apr 2022 09:50:29

:daumen2:

Ich bekomme ja den Newletter täglich und genieße ihn.

Momoblog am 12 Apr 2022 11:04:39

TiborF hat geschrieben::daumen2:

Ich bekomme ja den Newletter täglich und genieße ihn.


Das ist natürlich das Beste.

Momoblog am 13 Apr 2022 21:06:03



Unendliche Weite
Wir haben uns gestern noch gewundert, wie windstill es geworden war. Das sind wir so gar nicht gewohnt. Aber jetzt ist alles wieder wie immer. Stürmische Böen sorgen für weiße Schaumkrönchen auf dem Meer. Die Möwen segeln im Wind und wir freuen uns, dass der Wind nicht mehr ganz so eisig ist wie in den Tagen zuvor.
Die Priory
Fast ein wenig wehmütig verlassen wir unseren schönen Platz am Leuchtturm. Wie angekündigt werden wir auch beim Abfahren noch einmal abkassiert und freundlich gefragt, ob es uns gefallen habe. Wer also bereit ist, für eine Übernachtung an diesem schönen Ort 25 Pfund zu bezahlen, darf das ganz sicher und „offiziell“ auch tun.
Am Parkplatz, auf dem der Parkwächter die Leuchtturmbesucher abkassiert, können wir jetzt noch parken und die Prioratskirche und den Taubenturm besichtigen. Insbesondere letzteren hätte ich fast übersehen, wenn mich Annette nicht darauf aufmerksam gemacht hätte.
Wechselnde Pläne
Wir waren aufgebrochen, um uns die südliche Küste von Anglesey anzuschauen. Aber schon nach wenigen Metern sieht die Landschaft mit den hereinkommenden Wellen und den Bergen von Snowdonia so spektakulär aus, dass wir lieber eine Kakao- und Aussichtsgenießpause einlegen.
Während wir noch so vor uns hin genießen, steht auf einmal ein Wetterwechsel an. Der Wind wird spürbar schwächer und rüttelt und zerrt nicht mehr an unserem Mini-Heki auf dem Dach. Stattdessen sehen wir eine düstere Regenwand im Süden. Und damit ändern sich auch die Pläne. Statt einer Wanderung im Regen möchten wir unseren letzten Tag in Wales dann lieber an einem Strand mit Aussicht verbringen.
Red Wharf Bay
Dass wir mit der Red Wharf Bay dann wirklich einen ganz besonderen Strand entdecken, ist dann aber doch ein Zufallsfund.
Als wir am Strand ankommen, warnt ein Schild davor, zu weit am Ende des Platzes zu stehen – Überflutungsgefahr! An den meisten anderen Stränden ist einem auch sofort klar, dass man so ein Schild besser ernst nimmt. Hier sieht es so aus, als hätte man es nur zurAbschreckung aufgestellt. Denn wie soll hier bitte schön das Meer hinkommen?
Vor uns liegt eine Bucht voller Sand und Strand. Das Meer kann man zwar am Horizont sehen, aber man weiß instinktiv: Das ist überaus weit weg. Wir sind von der Bretagne ja schon ganz gehörige Tidenhübe gewohnt, aber solch breite Strände haben wir selbst dort nicht gesehen.
Wir machen uns auf den Weg zum Meer und gehen wirklich schnurgerade darauf zu. Aber die Entfernung verringert sich nicht wirklich, zumindest nicht sichtbar. So muss es sich auch in der Wüste anfühlen. Man verliert komplett den Maßstab für Entfernungen.
Die Hunde genießen diesen endlosen Sandspielplatz und wetzen in Kreisen um uns und umeinander.
Der endlose Strand
Nach 2 Kilometern(!) kommen wir dann am Meer an. Es ist gerade absolute Ebbe. Wir haben gar nicht das Gefühl, dass wir so viele Höhenzentimeter zurückgelegt haben. Ob das Meer hier bei Flut fast schon rekordverdächtig schnell ansteigen wird? Unser Gehirn schlägt Purzelbäume bei der Vorstellung, dass die Flut wirklich bis zum Parkplatz kommen soll.
Gleichzeitig macht das aber den Reiz dieses Ortes aus. Wir wollen uns jetzt selbst davon überzeugen, wie das hier wohl bei Flut aussieht.
Da hier auch keine Schilder das Übernachten verbieten, bleiben wir einfach stehen und sehen den Rest des Tages einfach dem Meeresspiegel beim Steigen zu.
Als wir am Abend dann den höchsten Tidenhub des Tages erleben, sind wir fast schon enttäuscht. Das Meer ist zwar näher gekommen, aber immer noch mehr als genug vom MoMo entfernt. Kein Grund zur Sorge. Wir bedauern es fast schon, dass wir nicht am kommenden Sonntag noch einmal hier sein werden. Dann ist ein Maximalpegel vorhergesagt, der 2 Meter über dem heutigen liegt. Dann könnten wir hier wirklich feuchte Füße bekommen…
Annette dreht abends noch mal eine Runde mit den Hunden und vergewissert sich, dass hier alles trocken bleibt. Dabei schießt sie dann noch das surreale Foto des Tages, das diesen besonderen Ort perfekt einfängt. Das Wort des Tages ist: Unendlich.

Momoblog am 13 Apr 2022 21:07:26



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Typisch irisch
Wales weint, als wir es verlassen. Also: hauptsächlich von oben. Tut uns leid, Darling, wir sind auch ein wenig traurig, aber wir müssen weiter.
Es ist wirklich kein schönes Wetter auf unseren letzten Metern in Wales, was uns aber letzten Endes den Abschied erleichtert. Das Kapitel Wales schließt sich und wir sind neugierig, ob es uns in Irland auch nach 20 Jahren noch immer so gut gefällt.
Schnellfähre mit Hupe
Wir haben unter anderem die Schnellfähre ausgewählt, weil wir es auch für die Hunde schöner finden, wenn sie statt 4 nur gute 2 Stunden allein im MoMo reisen müssen.
Schon kurz nach dem Ablegen kommen uns da aber Zweifel. Denn wir waren schon erstaunt, dass auf der Schnellfähre auch die Womos extra mit Gurten gesichert werden. Wird das so viel anders als mit der normalen Fähre?
Anscheinend ja. Denn immer wieder geht irgendeine Autoalarmanlage los, die wohl durch die Erschütterungen ausgelöst wird. Wir stellen uns vor, wie die Hunde von dem Dauerhupen in Aufregung versetzt werden und sind not amused. Auf meine Frage an der Info, ob man da denn was machen könne, wird mir nur schulterzuckend gesagt, dass das halt immer so sei. Kann man nix machen. Echt jetzt? Puh! Wir sind dann doch erleichtert, dass mit zunehmender Reisedauer das Hupen weniger wird. Ob dann einfach die Batterie leer ist?
Hafenstau
Als wir in Dublin ankommen, ist das Wetter immer noch unfreundlich, aber wenigstens eher trocken. Dafür werden wir mit der schlechtesten Hafenausfahrt ever in Irland willkommen geheißen. Mittlerweile bereuen wir unsere Idee mit der Schnellfähre nach Dublin fast schon.
Es ist Stau, es ist schlecht beschildert und man landet wirklich mitten im Herzen der Stadt, sodass man sie auch komplett durchfahren muss, wenn man hier wegwill. Immerhin bekommen wir so noch eine Blitzstadttour. Dann reicht es uns aber auch mit Großstadt.
Wicklow Mountains
Unser Plan ist es, in die Wicklow Mountains zu fahren, die quasi vor der Dubliner Haustür liegen. Wir merken schnell, dass das heute so ziemlich die dümmste Idee ist, die man haben kann.
Wir freuen uns nur kurz, dass wir plötzlich auf einer typisch irischen Straße ohne nennenswerten Verkehr unterwegs sind. Denn wir fahren in eine Wolke hinein, die mit Sichtweiten unter 50 Metern dafür sorgt, dass man nur Straße sieht. Sonst nichts.
Wobei das nicht ganz richtig ist. Plötzlich sehen wir nämlich eine Handvoll Gestalten im Moor neben uns herumlaufen. Soldaten! Die armen Schweine machen wohl eine Orientierungsübung. Es fühlt sich trotzdem mit den schrecklichen Bildern aus der Ukraine im Hinterkopf für einen Moment bedrohlich an.
Lough Tay
Am Lough Tay machen wir erst mal Kaffeepause. Für die eigentlich mögliche Wanderung fehlt uns komplett die Lust, weil es im Nebel ohnehin nichts zu sehen gäbe und der Start in unser Irlandabenteuer doch etwas sehr holperig ausfällt. Die Schilder, die überall davor warnen, Wertsachen im Auto zurückzulassen, helfen auch nicht wirklich.
Wir sortieren uns neu. Wo wollen wir als Nächstes hin? Was macht bei dem heute nicht so besonderen Wetter noch Sinn?
A certain time
Unsere Wahl fällt auf Glendalough, das nicht nur eine pittoreske Klostersiedlung zu bieten hat, sondern auch noch Wandermöglichkeiten am Upper Lake. Dort soll es auch eine Übernachtungsmöglichkeit am Parkplatz geben. Was wir bei der strammen Parkgebühr von 15 Euro auch angemessen finden.
Nach unserer Erfahrung vom Penmon Point fragt Annette sicherheitshalber nach, ob dann morgen noch mal 15 Euro fällig werden. Der junge Mann an der Schranke verneint. Zumindest, falls wir bis zu einer bestimmten Zeit weggefahren seien. Annette hakt nach: Wann denn die bestimmte Zeit sei? Typisch irische Antwort: Das könne man nicht so genau sagen… Also, vor 12 wäre schon gut, aber so ganz genau will er sich da lieber nicht festlegen. Willkommen in Irland!
Glendalough
Nachdem wir uns gestärkt haben, machen wir einen Abendspaziergang zur „Monastic City“ mit dem berühmten Rundturm.
Als wir den schön angelegten „Green way“ entlang gehen, wächst mit jedem Schritt das unverwechselbare Gefühl, in Irland zu sein. Es riecht so typisch, es sieht so aus, wie es nur in Irland aussehen kann. Überall Moose und Flechten und viel grün.
Und in der Klostersiedlung, die in erster Linie ein großer Friedhof ist, läuft der Sensor der Kamera dann heiß. Diese vom Zahn der Zeit gezeichneten Grabsteine und Gemäuer haben einfach was. Und in dieser Umgebung und im mittlerweile fast schon freundlichen Abendlicht umso mehr.
Upper Lake
Wieder zum MoMo zurückgekehrt, machen wir dann noch die paar Schritte bis zum Upper Lake und sehen uns an, wo wir morgen wandern wollen. Dieser Ort war eine richtig gute Wahl für die erste Nacht in Irland!

Momoblog am 14 Apr 2022 23:45:16



Untypisch irisch
Heute wollen wir die Wanderung um den Upper Lake in Glendalough machen, bevor es dann weitergeht in Richtung Südküste. Aber wie das so ist: spät aufstehen, nicht in die Pötte kommen und sich dann wundern, dass sich der Parkplatz um 11 Uhr merklich gefüllt hat und hier richtig was los ist.
Wir sind schwer mit uns am kämpfen, ob wir die Wanderung, die hier anscheinend alle machen werden, mit Toffi machen können. Annette denkt immer noch mit Schrecken an den Fulufjället zurück, wo sie am Ende des Tages einen komplett durchgeknallten, überforderten und dauerbellenden Hund am liebsten verschenkt hätte.
Und Wasserfall und viele Leute haben wir hier auch. Das Blöde: Alleine im MoMo wollen wir Toffi auch nicht lassen, weil die Wanderung 3 Stunden Minimum dauern soll. Also was tun?
Poulanass
Wir entscheiden uns dafür, lediglich eine kleine Runde zum Poulanass Waterfall zu machen, von der aus man dann auch einen kleinen Ausblick auf den See haben soll.
Ganz zufrieden mit unserem Kompromiss lassen wir Toffi im MoMo und machen uns auf die kurze Runde. Murphy’s Gesetz lässt grüßen: Wir begegnen kaum Menschen und keinem einzigen Hund auf der Runde…
Dafür genießen wir trotzdem die schönen Ausblicke unterwegs und machen uns anschließend auf den Weg nach Süden.
Spontaner Glücksgriff
Eigentlich wollen wir zum Hook Head, dem Kap mit dem ältesten funktionierenden Leuchtturm der Welt. Aber wie das bei uns so ist: Es kommt mal wieder ganz anders.
Annette entdeckt nämlich beim Schmökern auf der Strecke eine reizvolle Wanderung östlich von Wexford. Am Meer, mit langem Strand und mit einem Wäldchen am Raven Point. Da wir ohnehin in Wanderstimmung sind, wollen wir die wenigstens mit einem Strandspaziergang befriedigen.
Sommer, Sonne, Strand
Die Dünenlandschaft, die wir hier vorfinden, hätten wir in Irland eigentlich gar nicht erwartet. Hier ist doch eigentlich immer alles dramatisch, mit Klippen und dem rauen, rauen Meer!
Stattdessen stehen wir auf einem kleinen Strandparkplatz, hinter den Dünen direkt der endlose Sandstrand, sanftes Meer unter blauem Himmel. Wir fühlen uns eher nach Holland oder Dänemark versetzt!
Die Iren haben beschlossen, dass Sonnenschein gleichbedeutend mit Sommer ist und lassen (fast) alle Hüllen fallen und springen ins Meer. Die Kinder spielen in Badehose und -anzug am Strand, als wären sie auf Mallorca und auch wir genießen es, endlich mal wieder in einem T-Shirt am Meer entlangzulaufen. Aber die lange Hose bleibt bei uns dann doch an!
Pinienwald
Man kann von unserem Parkplatz 6 Kilometer bis zum Raven Point am Strand entlang laufen. Wobei es auf dem letzten Stück dann noch eine kleine Überraschung gibt: Statt der Dünen gibt es dann sogar ein Pinienwäldchen, was die Landschaft etwas abwechslungsreicher macht.
Nachdem wir uns auf halber Strecke erst mal in die Sonne gelegt haben, geht es zunächst mal durch das Wäldchen zurück. Auf und ab, auf schlängeligen schmalen Wegen durch ein luftiges Unterholz, in dem man aber deutlich langsamer vorankommt als am Strand.
Quietschender Sand
Eine Besonderheit weist der Strand hier dann auch noch auf: Er quatscht unter unseren Füßen! Im etwas weicheren Teil des Strandes gibt es bei jedem Schritt ein quietschendes Geräusch, als müssten unsere Sohlen mal geölt werden. Es gibt schon verrückte Naturphänomene!
Wir sind nach den 12 Kilometern dann vielleicht erschöpfter als man denken sollte und freuen uns, dass wir einfach hier stehen bleiben können. Hook Head muss noch warten!

Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

andreaveloce am 15 Apr 2022 09:34:13

Moin Michael,

erinnerst Du Dich noch? Wir haben uns im Mai 2019 bei der Mellrose Abbey getroffen/kennengelernt.
Jetzt lese ich bei Dir wieder eifrig mit, denn wir starten Ende Mai mit unserer (hoffentlich langen) Reise über England, Wales und Schottland und weiter nach Frankreich, Spanien und Portugal (wo wir den Winter verbringen wollen).
Unsere Fähre von Dünkirchen nach Dover geht am 28.5. Ist wie vor 3 Jahren: der eine kommt, der andere geht… :)

Viele Grüße, tolle Erlebnisse und Eindrücke wünscht

Andreas

Momoblog am 15 Apr 2022 11:38:12

andreaveloce hat geschrieben:erinnerst Du Dich noch? Wir haben uns im Mai 2019 bei der Mellrose Abbey getroffen/kennengelernt.


Hallo Andreas,

ja klar erinnere ich mich. Du hattest uns damals den Super-Tipp mit Barra gegeben, was wir sonst wahrscheinlich nicht gemacht hätten. :-)

Wenn ihr Wales bereist, bitte Rhosili nicht auslassen - war ein absolut Highlight! Ansonsten viel Spaß bei eurer Tour. Treffen werden wir uns dann wohl eher nicht. Wir nehmen am 31.5. die Fähre ab Newcastle...

Liebe Grüße
Micha

Momoblog am 15 Apr 2022 11:39:25



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Hook Head
Wir sind innerlich etwas zerrissen. Uns gefällt es hier im sonnigen Südosten (der heute trotzdem grau ist) eigentlich ganz gut und wir würden gerne das Tempo noch etwas runterschrauben.
Aber gleichzeitig wissen wir, dass unser Herz für den Südwesten, Connemara und Donegal im hohen Norden schlägt. Wenn wir also für jeden dieser grandiosen Landesteile eine Woche haben wollen, können wir nicht ewig hier rumzockeln.
Überraschungskonzert
Während Annette mit unserem Neffen Johannes über lohnenswerte irische Musik fachsimpelt, lese ich bei Twitter, dass es noch Restkarten für das Konzert von Sharon Shannon in Waterford am Freitag gibt. Moment: Waterford? Das liegt ja voll auf der Strecke! Und Freitag ist morgen, passt also voll in unsere Reiseplanung. Und Sharon Shannon ist wirklich mit das Beste, was man an modernem Irish Folk zu hören bekommen kann. Wer hören will, wie unfassbar gut sie schon als junge Musikern war, sollte mal in The Magnificent Seven von den Waterboys reinhören.
Was soll ich sagen: Karten sind gekauft und morgen sind wir beim Konzert. Schöne Osterüberraschung!
Erledigungen
Wir müssen jetzt auch dringend mal Frisch- und Grauwasser ver- und entsorgen. Toilettentechnisch sind wir mit der Trenntoilette da ja deutlich autonomer geworden. Eine öffentliche Toilette findet sich in Irland leichter als eine Entsorgungsstation. Die sind hier nämlich rar gesät. Annette hat aber eine in Kilmore Quay entdeckt, die für uns keinen ganz so großen Umweg bedeutet.
KQ, wie die Locals sagen, hat eine Partnerstadt in der Bretagne – ob die ihnen gesagt haben, dass es zum guten Ton einer Gemeinde gehört, eine „Aire“ anzubieten? Wir zumindest sind äußerst zufrieden. Wir können alles frisch machen und sind bereit für neue Abenteuer.
Seafood
Wofür sich eine Irlandreise allein schon lohnt, ist das Seafood. Alles, was aus dem Meer kommt, ist garantiert superfrisch und köstlich. Wir machen die Probe aufs Exempel und probieren im Quayside Deli & Fish Shop eine Prawn Roll.
Das wäre mit Krabbenbrötchen etwas falsch übersetzt, denn es ist eher Brötchen-Döner mit dicken fetten und aromatischen Garnelen. Zwar unmöglich zu essen ohne sich vollzusauen, aber schon auch äußerst lecker.
Ostereinkauf
Apropos Erledigungen: Für uns wird es Zeit, den ersten größeren Einkauf zu erledigen, bevor hier über Ostern an den Bank Holidays die Geschäfte dicht sind.
In Wellingtonbridge finden wir einen SuperValu, der alles hat, was wir auf dem Einkaufszettel haben. Originell fanden wir, dass man Knäckebrot bei den Chips einsortiert hat…
Jetzt aber Leuchtturm
Solchermaßen wieder voll mit allem versorgt, können wir ganz entspannt zu unserem Ziel für weiter weiterfahren. Am Hook Head gibt es nämlich den ältesten noch betriebenen Leuchtturm der Welt. Und das Beste: Man darf direkt davor parken und übernachten. Nichts wie hin!
Wir genießen wieder mal in der Vorsaison unterwegs zu sein. Es ist nicht viel los. Wir hatten erwartet, dass am Osterwochenende hier doch deutlich mehr los sein würde. Tatsächlich sind wir das einzige Womo, das hier steht. Uns soll’s recht sein.
Nachdem wir einen Klippenspaziergang mit den Hunden gemacht haben, schnappe ich mir Kamera und Stativ, um auf Fotosafari zu gehen.
Annette kümmert sich währenddessen um das Abendessen. Erfolgreich sind wir am Ende beide.
Und richtig happy mit unserem schönen Übernachtungsplatz.

Momoblog am 16 Apr 2022 23:40:05



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Die perfekte Welle
Friedlich ist gar kein Ausdruck für unsere Nacht am Leuchtturm. Meeresrauschen ist alles, was wir nachts hören, nachdem spätabends ein röhrender Sportwagen weggefahren ist.
Nur das Wetter lässt zunächst noch zu wünschen übrig. Statt des angekündigten Sonnenscheins ist es nebligtrüb. Gut, wenn man da in aller Seelenruhe abwarten kann, ob sich noch etwas tut.
Denn unser Plan für heute ist überschaubar: abends ist in Waterford das Konzert von Sharon Shannon, für das wir gestern Karten gekauft haben. Waterford ist nur eine Autostunde entfernt, sodass wir beschließen, einfach so lange wie möglich am Hook Head zu bleiben. Gute Idee!
In den Klippen
Sehr zögerlich setzt sich im Tagesverlauf die Sonne durch, strahlt dann aber umso feiner vom plötzlich nahezu wolkenlosen Himmel.
Zusammen mit den Wellen, die hier auf die Klippen treffen, ist das ein formidabler Ausblick, den wir aus dem MoMo haben. Man kann hier sehr formidabel einfach in der Hecksitzgruppe lümmeln und aufs Meer hinaus blicken.
Noch besser ist es natürlich, etwas in den Klippen herumzulaufen und näher ans Wasser zu kommen. Hier hat man dann die Qual der Wahl. Man kann sich um die Wellen kümmern, die eine schöner als die andere vor der Küste brechen.
Oder man kann sich die Details auf den Felsen ansehen. Neben den obligatorischen Muscheln gibt es hier nämlich auch noch Fossilien zuhauf zu entdecken!
Postkarte ohne Porto
Zur Mittagszeit gehen wir noch mal zum Leuchtturm. Heute ist da richtig Betrieb, weil es bei dem Wetter natürlich ein Top-Ausflugsziel ist.
Wir können eine Postkarte für Fiona besorgen (Danke für die Spende!) und möchten uns auch gerne mit Briefmarken eindecken. „Sorry, my dear!“ ist die ältere Dame an der Kasse untröstlich, dass sie keine für uns hat. Da mischt sich aber John ein, der etwas zu ihr sagt, was wir zunächst nicht verstehen. „John meint, dass man für die Postkarten doch eigentlich gar kein Porto braucht“ erklärt uns die freundliche Lady. Das kommt uns dann aber doch zu merkwürdig vor und wir werden weiter nach Briefmarken Ausschau halten. Thanks for trying to be helpful, John.
Chowder und Scone
Im Imbiss gönnen wir uns dann noch das, was wir am liebsten essen: Für mich heißt das Seafood Chowder, für Annette Scones mit Jam und Cream.
Während Annette für ihren Scone nur höchst lobende Worte findet, lässt sich über meinen Chowder sagen, dass es eine üppige Portion mit ordentlich Fisch war. Aber geschmacklich werde ich da sicherlich noch feineres serviert bekommen.
Wellen, Wellen, Wellen
Im Laufe des Nachmittags zieht es mich dann immer wieder mal ans Meer zum Fotografieren. Man sieht tolle Wellen hereinkommen, die sich dann spektakulär brechen und schäumend an Land krachen. Sattsehen können wir uns daran wirklich nicht.
Wir sind von der entspannten Meeresstimmung hier am Hook Head absolut begeistert und würden am liebsten hier bleiben. Es kann doch nicht mehr viel schöner werden! Da ist es fast schon kontraproduktiv, dass wir von unseren vorigen Reisen in den Südwesten wissen: doch, kann es!
Mit der Fähre
Wir brechen am späten Nachmittag auf, damit wir zeitig in Waterford ankommen. Obwohl es Luftlinie gar nicht so weit ist, müsste man mit dem Auto einen enormen Schlenker um die Bucht von Waterford machen. Abkürzen kann man dies, indem man in Ballyhack über die Mündung des Flusses Suir übersetzt. Bei der kurzen Passage kommen bei uns schon Skandinavien-Vibes auf.
Waterford entpuppt sich dann als erstaunlich schönes Städtchen, was bei dem prächtigen Frühlingswetter mit seinen netten Vororten fast schon ein wenig mediterran wirkt. Das Beste ist aber unser Übernachtungsplatz. Mitten im Zentrum gibt es einen großen Parkplatz, der nicht mal überlaufen ist und auf dem man mit dem Womo auch übernachten darf. Unser Weg zum Theatre Royal ist dadurch denkbar kurz: In 3 Minuten von Zuhause ins Konzert ist rekordverdächtig!
Dress Circle
Das ist tatsächlich unser erstes Indoor-Konzert seit Beginn der Pandemie. Es ist ein merkwürdiges Gefühl aus Vorfreude und Sorge, Unbeholfenheit und Glückseligkeit, dass das wieder möglich ist.
Das Theatre Royal ist ein toller alter Bau mit 3 im Halbrund angeordneten Etagen. Die mittlere, wo wir sitzen, heißt merkwürdigerweise „Dress Circle“ – ob man hier nur angezogen reinkommt? Und was zieht man dann in den anderen Etagen an, respektive nicht an?
Was uns zunächst wirklich verwundert, ist die unfassbar geringe Beinfreiheit. Wir können hier wirklich nur breitbeinig oder komplett schräg halbwegs bequem sitzen. Es stellt sich als Glücksfall heraus, dass das Konzert nicht ausverkauft ist und in unserer Reihe reichlich Platz bleibt.
Das Konzert ist dann der erhoffte Genuss. Begleitet von Jim Murray und Jack Maher an Gitarren und/oder Mandoline, die bei einigen Songs auch den Gesang übernehmen.
Der Star ist aber ganz klar Sharon Shannon, deren Finger so unfassbar schnell über Akkordeon oder auch Whistle fliegen, dass es kinderleicht aussieht. Im Mai ist sie übrigens in Deutschland auf Tour. Wer also hin will: dicke Empfehlung von uns!

Momoblog am 19 Apr 2022 00:05:32



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Circles in the sand
Für einen Stadtparkplatz mitten im Zentrum von Waterford war das wirklich überraschend ruhig. Wir wollen aber dennoch mit einer etwas schöneren Aussicht frühstücken. Also gibt es nur einen kurzen Hallo-Wach-Kaffee und wir fahren in Richtung Copper Coast. An der Kilmurrin Cove finden wir eine schöne Strandbucht, mit Parkplätzen direkt am Strand. Perfekt!
Kreise, Kreise, Kreise
Wir beobachten eine kleine Gruppe von Leuten, die sich am Strand zu schaffen machen. Aber was soll das Ganze bloß? Es sieht so aus, als wollten sie den Strand aufräumen. Aber mit einem Rechen? Und warum entstehen beim Aufräumen sehr sorgfältige Kreise im Sand? Es sieht aus, als hätte die Sache System. Aber wir kommen nicht drauf, welchen Zweck das haben könnte.
Dabei ist es doch so einfach: Wenn es keinen Zweck hat, dann kann es doch nur Kunst sein! Es gibt offensichtlich einen, der die anderen anleitet. Während die Teilnehmer der Aktion fleißig Kreise in den Sand rechen, steckt er in einem anderen Bereich des Strandes Felder ab und zieht Linien in den Sand. Und wenig später entsteht dort ein Mandala-artiges Muster im Sand.
The Art Hand
Wir gehen neugierig zu ihnen und fragen nach. Ein rothaariger Mark-Forster-Lookalike erklärt uns, dass Sean der eigentliche Chef dieser Aktion ist. Er würde nur brav seine Linien ziehen. Das sei halb meditativ, halb Workout. Auf jeden Fall mache es Spaß, Teil dieser Kunstaktion zu sein.
Sean Corcoran erklärt mir dann, dass er Sandkünstler sei und auch schon in den USA und UK seine Sandkunst präsentiert habe. Aber die eigentliche Heimat sei genau hier, am Kilmurrin Cove. Mehr zu seiner tollen Kunst kann man bei The Art Hand finden. Ich bin ab heute Fan.
Stradbally Cove
Wir fahren ein Stückchen weiter zur Stradbally Cove, einer schmalen Bucht, die weit ins Land hineinreicht. Hier kann man an den bunten Felsen besonders die geologischen Besonderheiten der Copper Coast sehen.
Puh, eng!
In Dungarvan machen wir dann mal wieder den klassischen Fehler bei der Suche nach dem Stellplatz am Hafen. Wir verlassen uns mehr auf das Navi als auf unser Bauchgefühl. Daher landen wir in einer schmalen Gasse, die man mit dem Womo tunlichst lieber nicht durchfahren sollte. Was machen wir stattdessen, als wir in die Gasse schauen? Sagen „Na ja, wenn das Navi das doch vorschlägt…“ und fahren los.
Annette klappt schon mal den rechten Außenspiegel ein. Nachdem der linke Spiegel an der Hauswand entlangschrammt, klappe ich auch diesen lieber ein. Viel Platz ist da links und rechts nun nicht mehr. Beim Gedanken, das alles rückwärts zurückzufahren, wenn das hier nicht passt, bricht mir der Schweiss aus. Es geht millimeterweise dann doch gut. Aber schlau ist anders…
Stellplatz am Wasser
Am südlichen Rand von Dungarvan finden wir dann einen Stellplatz vor, an dem es sogar ein gut funktionierende Ver- und Entsorgung gibt. Wir sind aber gleichfalls überrascht, wie viele Womos hier auf einmal herumstehen. So viele auf einem Platz haben wir lange nicht gesehen!
Umso größer der Glücksfall, dass Annette dann noch einen freien Platz angeboten bekommt, weil gerade jemand wegfährt. Und verrückterweise steht neben uns ein irisches Eura-Wohnmobil, dessen Besitzer stolz erzählt, dass er das in Germany gekauft habe. Bei Lehmann in Arnsberg, wo wir unseres auch her haben. Die Welt ist nunmal ein Dorf!
Fish & Chips und Guiness
Wir gehen abends in die Stadt, um noch was zu essen zu bekommen. Aber an einem Ostersamstagabend ist das ohne Reservierung anscheinend nicht so einfach. Im Merry’s Gastropub ist alles voll und auch im The Moorings am Hafen ist nichts zu wollen.
Da fällt uns ein Take-away auf der Ecke auf, der einen Ballon mit einer 4 vor der Eingangstür schweben hat. Das Andchips feiert heute Geburtstag. Da feiern wir halt mit. Es verkauft sich selbst als Gourmet-Take-away mit dem Anspruch lokal und nachhaltig zu sein. Wir können auf jeden Fall bestätigen, dass es frisch und ausgesprochen lecker ist. Empfehlung!
Anschließend gehen wir mal ins Merry’s und versuchen unser Glück noch einmal, denn der nette Barmann hat uns ausdrücklich gesagt, dass alle Tische fürs Essen vergeben seien. Für Drinks wäre das einfacher. Und diesmal haben wir Glück: zwei ältere Männer machen gerade ihre Stühle am Tresen frei und so können wir bei unserem ersten Guiness Pläne für morgen schmieden.

Momoblog am 19 Apr 2022 00:07:14




Osterpause
Das Wetter ist so gar nicht feierlich. Es regnet den ganzen Vormittag über und wir sind froh, dass wir nicht vor die Tür müssen. Denn heute haben wir einen Chillvormittag eingeplant. Schließlich haben wir bis 13 Uhr nichts zu tun, außer auf unser Sunday Toast in der Tannery zu warten. Die Tannery ist das Restaurant des uns bisher nicht bekannten Fernsehkochs Paul Flynn und kommt in allen unseren Reisebüchern als Empfehlung vor. Wir sind deshalb überrascht, dass wir von heute auf morgen noch einen Tisch für einen Sunday Roast Lunch reservieren können.
Ostermenü
Wir werden ausgesprochen freundlich begrüßt und zu unserem Tisch im Obergeschoß gebracht. Es gibt hier ein spezielles Lunch-Menü für 35 € was für die gebotene Küche durchaus preiswert ist. Denn wir werden hier wirklich sehr lecker verköstigt – ein echter Feiertagsschmaus!
Was wir ebenfalls sehr zu schätzen wissen: Es ist kein bisschen Etepetete, weil man im Michelin-Führer steht und etwas Besseres ist, sondern es überzeugt wirklich durch Service und leckeres Essen. Eine echte Empfehlung!
Künstlerpause
Anschließend verziehen wir uns wieder ins MoMo und legen eine Künstlerpause ein. Denn diesen Mußetag können wir ganz gut brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten und für den großartigen Südwesten der grünen Insel gerüstet zu sein.
Annette kommt sogar endlich mal dazu, einfach nur zu malen. Etwas, dass wir uns eigentlich viel häufiger vorgenommen hatten. Frohe Ostern, alle zusammen!
No bother
Ihr erinnert euch noch an unseren irischen Nachbarn mit dem Euramobil aus Arnsberg? Nun, heute lässt es sich Bernie nicht nehmen, den deutschen Nachbarn noch ein paar Tipps für die Weiterreise zu geben. Er hat sein Heimatland schon ausgiebig bereist und kommt mit seinem alten Straßenatlas zu uns, um uns besonders schöne Orte und verlockende Übernachtungsplätze zu zeigen.
Wir fahren also mit dem Zeigefinger einmal die Küste im Uhrzeigersinn ab und Bernie macht uns einen Platz nach dem anderen schmackhaft. Bei jedem zweiten Ort betont er, dass das Stehen dort überhaupt kein Problem sei: No bother. Wir fragen ihn, ob das auch gilt, wenn dort die Schilder mit Übernachtungsverbot aufgestellt seien. Bernie winkt ab: das sei nur, um Tinker (das irische fahrende Volk) von diesen Orten fernzuhalten. No bother. Und außerhalb der Saison sowieso: No bother.
Alle Jahreszeiten
Was heute wieder mal typisch irisch war, war das Wetter. Von trüb-regnerisch über gar nicht so schlecht bis zu einem kurzen sonnigen Intermezzo. Und dann wieder Regen und Sturmböen. Und abends ein Sonnenuntergangshimmel mit irrem Licht und tollen Wolken. Dabei aber mit eisig kaltem Wind. Man sagt nicht umsonst, dass man hier alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben kann…

Momoblog am 20 Apr 2022 18:22:57



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Sprung in den Südwesten
Es fällt uns nicht leicht. Aber heute machen wir einen großen Sprung und lassen den Rest der Südküste aus, da wir ansonsten nicht mehr ausreichend Zeit für die Westküste und Donegal haben werden. Bei unserer gestrigen Sitzung mit Bernie ist uns noch mal klar geworden, was für landschaftliche Highlights da ja noch auf uns warten.
Wir sind allerdings nur so halbtraurig, dass wir Cobh, Kinsale und den Rest der Südküste diesmal nicht sehen werden, denn wir werden einfach beim nächsten Irlandbesuch dort weitermachen, wo wir mit Dungarvan diesmal aufgehört haben. Denn, dass wir wiederkommen, steht schon außer Frage.
Es geht immer noch schöner
In Cork füllen wir unseren Gasvorrat noch einmal auf und freuen uns über die „billigen“ 92 Cent, obwohl an der Straßenanzeige 1,25 € angezeigt wurde, was auch in Deutschland unser letzter „Ukrainekrieg“-Preis war.
Unser Ziel ist der unterste Zipfel der Halbinseln in Irlands Südwesten, die Mizen-Halbinsel.
Wir machen Station am Altar, einem Steingrab in malerischer Lage über der Bucht von Toormore. Wir bekommen langsam wieder das kribbelige Gefühl, das sich einstellt, wenn man sich einem Ort besonderer Schönheit nähert. Denn es ist hier schon ausgesprochen schön – wir wissen aber, dass da noch was geht.
Doppelstrand
Als wir dann wenig später am Doppelstrand von Galley Cove und White Strand einen der leider seltenen Parkplatz ergattern können, zögern wir nicht lange.
Annette geht mit den Hunden den lang gezogenen White Strand entlang, während ich sofort vom Galley Cove Beach gefangen bin. Sand und Wasser erinnern mich sofort an die tollen Strände auf den Hebriden und ich versuche, diese wunderbaren Farben mit der Kamera einzufangen.
Browhead
Anschließend treffen wir dann die beste Entscheidung des Tages: Ich hatte nachgeguckt, ob es eventuell eine Idee sein könnte, mit dem Womo zum Browhead hochzufahren, mich aber dann richtigerweise wegen der engen steilen Straße dagegen entschieden.
Aber den knapp 2 Kilometer langen Weg zum südlichsten Punkt Irlands kann man ja wohl locker zu Fuß schaffen! Also brechen wir auf und kommen aus dem Jauchzen gar nicht mehr raus. Denn da es steil bergauf geht, können wir schon bald auf die Doppelbucht herunterschauen und entdecken auch die Klippen, an denen sich die Wellen brechen.
Ja, genau das ist es, was wir an Irland so lieben. Dieses fantastische Licht, der Blick auf die Weite des Meeres und die beeindruckende Landschaft sind wirklich einmalig.
Und um das Irland-Feeling komplett zu machen, zieht wenig später ein Schauer über uns hinweg, der ebenso schnell geht, wie er gekommen ist. Und wir bekommen den obligatorischen Irland-Regenbogen gleich mitgeliefert. Besser geht es einfach nicht!
Mizen Head
Wir fahren zunächst weiter ins schnuckelige Crookhaven, wo man am Pier an einem Pub stehen könnte, wenn nicht alle Plätze durch Pkws besetzt wären.
Es war einen Versuch wert, aber wir haben noch ein As im Ärmel. Am Mixen Head, der südwestlichen Spitze der grünen Insel, können wir auf jeden Fall stehen.
Auf dem Weg dorthin kommen wir noch an den tollen Buchten von Lackenakea Bay und Barley Cove vorbei, die im Abendlicht absolut fantastisch aussehen.
Wir fahren aber weiter, um dann am Mizen Head am bereits geschlossenen Visitor Center einen Platz zu bekommen, wie wir ihn lieben: abgelegen, mutterseelensolo und mit grandioser Aussicht. Und als Bonus kommen noch ein paar Pferde Marke Rhosili zu Besuch. Diesmal allerdings leider hinter Stacheldraht. Aber wir wollen da mal nicht meckern.

Momoblog am 20 Apr 2022 23:50:06



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Mizen Head und Beara
Das ist ja toll! Wir wachen heute schon früh auf und haben damit einen wunderbar friedlichen und einsamen Morgen an einem Ort, den andere Touristen nur als sehr belebt kennen.
Ich habe sogar alle Zeit der Welt, die Drohne mal ausfliegen zu lassen und schon mal etwas zu erkunden, was uns später erwarten wird. Wobei das für uns gerade eine schwere Diskussion ist: Was macht man und was lässt man dann doch bleiben und fährt noch weiter? Ich argumentiere: Wir haben doch gestern schon den tollen Ausblick auf die Klippen vom Browhead gehabt, was soll uns da jetzt noch überraschen können? Annette argumentiert: Wenn wir jetzt schon mal hier sind, dann machen wir das auch richtig. Und richtigerweise höre ich dann auf die beste Ehefrau von allen.
Immer wieder neu
Auf meinem Erkundungsflug mit der Drohne sah es noch so aus, als würde man vom Eingang aus über die Brücke zum Leuchtturm gehen und das wäre es dann auch. Ich ging davon aus, dass das in maximal einer Stunde erledigt sein sollte. In Wirklichkeit werden wir mehr als zwei Stunden dort verbringen und es hätten locker auch drei oder vier sein können. Plant also Zeit ein, wenn ihr dorthin wollt – zumindest wenn das Wetter so genial wie bei uns heute ist.
Denn obwohl das von der reinen Entfernung her nicht sehr viel Strecke ist, gibt es ständig was Neues zu entdecken. Es gibt immer kleine Abzweigungen, auf denen freundlicherweise die Entfernung und die zu veranschlagende Zeit angegeben ist. Letztere ist zwar etwas übertrieben, aber man könnte sich an den Aussichten durchaus so viel Zeit nehmen. Sie sind es wert.
Größtes Kino
Am spektakulärsten ist der Ausblick oberhalb der Brücke auf die nördlich gelegenen Klippen. Bis kurz vor dem Aussichtspunkt kann man sie allenfalls erahnen und ist dann umso mehr geflasht, wenn man dieses grandiose Küstenpanorama vor sich hat.
Aber auch alle anderen Blicke auf die Klippen und die schäumende Brandung sind einfach Weltklasse. Wenn da bei diesem schönen Wetter und weitestgehend ruhigen Seegang schon so die Post abgeht, wie mag es dann erst bei wirklich rauer See aussehen?
Apropos raue See: Das Leuchtturmwärterhäuschen ist eigentlich kein großes Schmuckstück. Es kann aber damit punkten, wie liebevoll es versucht, das Leuchtturmwärterleben lebendig zu machen. Vor allem ist man einfach beeindruckt, wie Menschen an so einem exponierten Ort überhaupt so etwas bauen konnten. Und der eigentliche Leuchtturm ist dann eher ein Leuchtfeuer, weil es ohnehin schon an der höchsten Stelle platziert werden konnte. Annette hat es lieb.
Von schmalen Straßen
Als wir ganz beseelt zum MoMo zurückkehren, schämen wir uns erst mal. Denn der morgens noch so leere Parkplatz hat sich ordentlich gefüllt und es sieht zunächst so aus, als hätten wir mit dem quergestellten Wohnmobil ganz schön asozial geparkt. Beim Näherkommen stellt sich aber heraus, dass es immer noch reichlich Parkplätze gibt. Das wäre uns sonst auch echt peinlich gewesen…
Wir entscheiden uns, ein Mittelding zwischen langsamem Reisen und Vorankommen zu machen. Schweren Herzens lassen wir den kleinsten der „Finger“ im Südwesten weg – den Sheep Head werden wir bei der nächsten Reise besuchen.
Für uns geht es weiter in Richtung Beara Peninsula. Wir fahren bei bestem Wetter mitten durch die Halbinsel und können uns schon mal an die deutlich engeren Straßen des Südwestens gewöhnen. Im besten Fall sind wir die Dicken, für die andere aus dem Weg gehen. Im schlechtesten Fall kommt einem ein dicker Lkw mit Vollgas entgegen, welcher der Meinung ist: „Passt scho“. Aber bis jetzt hat unser Außenspiegel überlebt.
Pause in Glengariff
In Bantry werden wir unseren angesammelten Müll los. Da wir wenig auf Campingplätzen waren und dazu auch nicht unbedingt Lust haben, hat sich eine ganze Menge an Verpackungen und Restmüll angesammelt. In Dungarvan haben wir gelernt, dass man an einer „Civic Amenity Site“ (deutsch: Mülldeponie) seinen Müll gegen Gebühr loswerden kann. In Bantry geht das dann erstaunlich unproblematisch. Wieder was gelernt.
Beim Einkauf in Bantry entdecke ich dann überraschenderweise frische Tarte Citron beim Gebäck. Wir sind hier doch nicht in Frankreich? Aber die Törtchen sehen zu gut aus, um nicht probiert werden zu müssen. Und lernen dabei, dass das auf Englisch „Lemon Meringue“ heißt. Annette kommt bei der Bestellung ganz mit den Sprachen durcheinander und ordert Deux Lemon Meringue. Die Bedienung lacht und spielt das Spiel gerne mit. Auf Annettes „Merci“ antwortet sie formvollendet mit „De rien.“
Für die schon recht späte Kaffeepause suchen wir uns den Anleger der kleinen Fähre nach Garinish Island in Glengariff aus. Wir stellen erstaunt fest, dass nicht nur die Franzosen leckere Zitronentörtchen produzieren können. Die irischen werden wir jetzt wohl häufiger auf den Speisezettel setzen.
Richtige Entscheidung
Mit unserem Übernachtungsziel tun wir uns erstaunlich schwer. Eigentlich möchte ich nicht durch Beara durchrasen, sondern mir dafür Zeit lassen.
Wäre der Campingplatz am Fuße des Healy-Pass dann nicht das richtige? Aber er liegt auch direkt an der Durchgangsstraße. Das geht bestimmt noch besser.
Dann also ein neu angelegter Stadtparkplatz in Castletownbere? Der ist schön eben und direkt am Wasser gelegen. Aber als wir dort ankommen, haben wir beide das Gefühl: „Schön und gut, aber das ist es noch nicht.“
Und ehe wir uns versehen, fahren wir dann doch fast bis ans westliche Ende der Halbinsel, um den Campingplatz in Allihies anzusteuern. Irgendwie hörte der sich gut an.
Als wir auf der R575 nach einer Kurve auf einmal die Bucht von Allihies unter uns liegen sehen, wissen wir sofort: Alles richtig gemacht.
Wir sehen eine großartige Südwest-Landschaft sich vor uns ausbreiten. Mächtige Wellen rollen herein, leuchten intensiv blaugrün und brechen dann mit gehörigem Getöse an den Felsen. Spektakulär ist gar kein Ausdruck!
Einzelplatz
Und auch mit dem Platz haben wir den richtigen Riecher gehabt. Er ist nahezu unbenutzt. Lediglich ein anderes Womo und ein Wohnwagen stehen dort über dem Sandstrand. Und wir folgen diesmal glücklicherweise dem Navi, das aus zunächst unerfindlichen Gründen noch 100 Meter weiter fahren möchte. Siehe da: Es gibt noch eine zweite Wiese, die offensichtlich auch zum Platz gehört und wir bekommen den wunderbarsten Platz direkt oberhalb der Klippen, sodass wenige Meter vor unserer Nase die Brandung schäumt und spritzt.
Wir haben wirklich Glück: Da keine Saison ist, können wir den Sonnenuntergang völlig allein am Strand genießen und den Hunden noch mal etwas Tobezeit gönnen.

Momoblog am 21 Apr 2022 12:08:05



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Waschtag mit ohne Aussicht
Gestern haben wir merkwürdigerweise keinen Hinweis auf eine Rezeption des Campingplatzes gefunden. Man muss schon wissen, dass das hier ein Campingplatz ist, sonst würde man nicht auf den Gedanken kommen, sich einfach so hinzustellen.
Drive-In-Bezahlung
Angeblich soll der Besitzer Anthony hier einfach irgendwann auftauchen, um die Platzgebühr einzusammeln. Und während wir so bei heute grauem Himmel in den Tag hineingammeln, kommt ein Auto unmittelbar vor unsere Aufbautür gefahren und der Fahrer fährt lässig das Seitenfenster hinunter. Anthony ist mit seinem breiten, leicht geröteten Gesicht der Innbegriff eines gemütlichen, urigen Iren. Da er nicht mehr gut zu Fuß ist, wird alles per Auto erledigt.
Wir haben uns entschieden, hier zwei Nächte zu verbringen und zahlen gerne die 15 Euro pro Nacht. Für den schönen Platz mit Ver- und Entsorgung ein wahres Schnäppchen. Da ihm 2 Euro Wechselgeld fehlen, will er eben noch mit dem Auto nach Hause fahren, um es zu holen. Mein Angebot, auf die2 Euro zu verzichten, kommt für ihn nicht in Frage: „I can’t keep other people’s money. It’s not right.“ Er fährt los und kommt wenige Minuten später mit einem 2-Euro-Stück zurück. Ob sich das bei den Spritpreisen gelohnt hat?
Wir fragen, warum auf so einem schönen Platz noch so wenig los sei. Es ist doch wirklich fantastisch hier! Anthony klärt uns auf: Am ersten Maiwochenende sei wieder Bank Holiday. Dann würden alle ihre Caravans hier aufstellen und der Platz wäre voll. Wir seien einfach och zu früh…
Als wir wenig später mit den Hunden eine Runde drehen, bestätigt sich, was er sagt: Die ersten Caravans werden angeliefert und weitere folgen im Laufe des Tages.
Wäsche
Da ich ohnehin ein wenig arbeiten muss, passt uns dieser Stehtag gut in den Kram. Während ich also am Laptop sitze, kümmert sich Annette darum, das Mysterium von Waschmaschine, Trockner und deren Bezahlung zu verstehen. Denn Wäsche wäre nach fast 3 Wochen ja auch mal fällig.
Wir sind ganz angetan davon, dass hier die Bezahlung für die Waschmaschine anscheinend wirklich nur die Stromkosten abdecken soll. Denn mit 2 Euro haben wir am Ende vier Ladungen Waschmaschine plus Trockner bezahlt und hätten immer noch ein Guthaben.
Lediglich beim Trocknen der empfindlichen Sachen, die wir lieber nicht in den Trockner packen, haben wir ein wenig Pech. Wir spekulieren auf den kräftigen irischen Wind als Trockner, müssen dann aber am Nachmittag feststellen, dass es sich regelrecht einregnet und wir alle Sachen im MoMo trocknen müssen.
Da das Waschhaus ein paar hundert Meter vom MoMo entfernt ist, hat Annette am Ende des Tages ihr Workout alleine mit den Gängen hin und zurück locker absolviert.
Beara Barista
Unser kleines Highlight des Tages ist das Mittagessen beim süßen kleinen Strandbüdchen von Beara Barista. Wir hatten gar nicht damit gerechnet, dass es sich für sie jetzt schon lohnt, zu öffnen, da auf dem Campingplatz noch tote Hose ist.
Aber auch die gut gelaunte junge Frau erklärt uns, dass hier im Sommer aber so richtig was los sei und sie richtig was zu tun hätten.
In dem kleinen Wägelchen gibt es alles für Kaffee, Waffeln und Kuchen und außerdem auch ein paar warme Snacks. Der Hamburger, den ich bekomme, gehört definitiv zu den besseren, die ich essen durfte. Und auch Annettes Wrap mit Halloumi und die White-Chocolate/Chocolate-Brownies, die wir uns für später mitnehmen, schmeckten ausgezeichnet.
Besonders süß finden wir den alten Hofhund, der uns von seinem lieben Wesen an Mia erinnert, welcher die schmusige Hofkatze vor Ellis neugierigen Annäherungsversuchen beschützt.
Es wird üsselig
Am Nachmittag wird es immer ungemütlicher. Der Regen prasselt mal mehr, mal weniger stark auf Dach und Fenster. Ich freue mich, dass ich drinnen sitzen kann, während Annette sich den Heldenorden des Tages verdient, weil sie ständig noch mal zur Wäsche und zum Trockner geht und durchnässt wieder zurückkommt. Das ist wahre Aufopferung!

Momoblog am 23 Apr 2022 21:28:16



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Ring of Beara
Es hat die Nacht über gestürmt und geregnet. Von der angekündigten Wetterbesserung ist noch nicht viel zu sehen.
Wave Watching
Stattdessen sehen wir aber grandiose Wellen, die in die Bucht einlaufen. Und weil es so starker Wind ist, wird die Gischt am Wellenkamm regelrecht verweht. Ein spektakulärer Anblick!
So verbringen wir unseren ganzen Vormittag mit dem Blick auf die Bucht und suchen die nächste richtig mächtige Welle. Es kommt immer eine.
Gegen Mittag können wir uns dann doch losreißen und machen uns auf den Weg. Das Stück zwischen Allihies und Eyeries ist das vielleicht schönste und dramatischste des Ring of Beara. Da wir noch außerhalb der Saison unterwegs sind, haben wir es praktisch für uns allein und können es im Bummeltempo abfahren und immer mal wieder für einen Fotostop anhalten. Großartig!
Endlich eine Post
Wir sind etwas im Verzug mit der Erfüllung unserer Postkartenpflichten. Das lag zum einen am Osterwochenende, daran, dass wir an den Sehenswürdigkeiten keine Briefmarken bekommen konnten und natürlich an unserer Dösigkeit. Heute können wir aber in Eyeries endlich Briefmarken kaufen. Morgen gehen dann die Karten in die Post!
Noch einmal vielen Dank an Fiona, Michael, Waltraud und Ann-Katrin für die Spenden! Wir haben aber sicherheitshalber noch mehr Briefmarken gekauft. Es kann also gerne weiter gespendet werden…
Apropos: Wenn ihr die heutigen Bilder gut findet und eines der Bilder nach Hause geschickt bekommen wollt: Macht doch auch bei unserer Postkartenaktion mit, erhaltet eine Postkarte von uns und tut noch was Gutes!
Bei einer Spende von mehr als 20 € schmeißen wir unseren Selphy-Drucker an, werfen die noch druckfrische Postkarte in den nächsten Briefkasten und schon bald habt ihr dann ein MoMo-Original im Briefkasten. Und das Geld geht zu 100 % an Ärzte ohne Grenzen.
Lecker Essen
Auch Eyeries ist ein ausgesprochen buntes Örtchen. Da die Sonne jetzt richtig kräftig scheint, leuchten die Häuser gleich noch mal so bunt.
Wir wollen uns vor unserer Wanderung noch einmal stärken und landen mit dem Rocks Café einen Volltreffer. Sowohl Seafood Chowder als auch Scone schmecken himmlisch und wir können sogar draußen in der Sonne sitzen. Mega!
Halbe Wanderung
Wir möchten hier einen kleinen Teil des Beara Ways wandern, der an der Küste entlang führt. Zunächst ist es wie aus dem Bilderbuch. Süße Häuschen, bunte Schafe und ein Blick aufs Meer und die gegenüberliegenden Berge von Iveragh, der Halbinsel des Ring of Kerry.
Wir sind froh, dass wir uns für die Wanderschuhe entschieden haben, da es sich in den irre zerklüfteten Klippen so einfacher klettern lässt und unterwegs kleinere sumpfige Abschnitte sind.
Womit wir aber nicht gerechnet haben, ist die Hundeunfreundlichkeit in Irland. Auf halber Strecke kommt ein Schild „No dogs allowed“. Und da die Warnung „es wurden schon Hunde erschossen“ ziemlich eindeutig ist, brechen wir den Weg hier enttäuscht ab und kehren zum MoMo zurück. Bei allem Verständnis für das Schützen der Schafe: Eine Leinenpflicht und hohe Bußgelder bei Missachtung hätten es wohl auch getan.
Enger Küstenweg
Da die Straße zwischen Eyeries und dem nächsten Ort Ardgroom wegen Bauarbeiten gesperrt ist, weichen wir nicht ganz unglücklich auf die Küstenstraße aus. Diese führt uns nämlich zum Kenmare River View, einem tollen Aussichtspunkt in die Bucht zwischen Beara und Iveragh. Dort machen wir Kaffeepause und überlegen, wie weit wir noch fahren wollen.
Unser Ziel soll laut Navi in einer guten halben Stunde erreicht sein. Dass wir dann eher das doppelte brauchen, liegt nicht nur daran, dass wir immer wieder den Ausblick genießen…
Stattdessen befahren wir die engste Straße, die wir auf dieser Reise bisher erlebt haben. Ständig rauscht ein Zweig oder eine Brombeerranke links, rechts oder oben am MoMo entlang. Und daran, hier eventuell einem anderen Fahrzeug zu begegnen, möchte ich lieber nicht denken. Denn auch Ausweichstellen sind eher rar gesät und eher für Pkws gedacht. Im Sommer würde ich diese Strecke keinem Wohnmobil empfehlen!
Was jedoch sehr schade ist, denn die Ausblicke und auch die Streckenführung sind grandios. Wir haben wirklich Glück, dass uns auf diesem Sträußchen niemand begegnet.
Traumplatz
Wir haben mal wieder wie die Trüffelschweine einen tollen Platz für die Nacht ausgeguckt. In Kilmackillogue gibt es einen Aussichtspunkt des Wild Atlantic Way. Und es ist ein Platz der Extraklasse. Nicht weil er irgendeinen Service bietet, sondern weil man sich hier ganz in Ruhe an eine der vielen Eckchen am Wasser setzen kann und den Blick in die Bucht genießen kann.
Dass wir hier dann einen Sonnenuntergang Deluxe erleben dürfen, konnten wir da noch gar nicht wissen. Immer wieder hebe ich noch einmal die Kamera, weil sich das Licht geändert hat oder die Stimmung gerade so schön ist.
Das Tüpfelchen auf dem I ist es dann, der langsam sinkenden Sonne aus dem MoMo zuzuschauen und gemütlich hingelümmelt immer mal wieder auf den Auslöser zu drücken. Wir lieben das Wohnmobilreisen!

Momoblog am 23 Apr 2022 23:46:55



Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

In Helen’s Bar
Gestern war für uns ein Overkill-Tag. Es war einfach zu schön und zu viel auf einmal. Diese ganze Schönheit und Vielfalt der Eindrücke will ja auch mal verdaut werden.
Wir treten also noch mal auf die Bremse und entscheiden uns bewusst dazu, lieber weniger Orte anzulaufen, diese aber intensiver zu erleben. Was nicht so ganz einfach ist, wenn man noch 50 Orte auf seiner Liste hat, die wir doch auch alle noch gesehen haben wollen. Der Antrieb, immer weiter und weiter zu fahren, um noch mehr zu sehen, ist gewaltig.
Gleichzeitig war der gestrige Tag für uns aber auch wieder ein gutes Einnorden auf das, was uns wirklich wichtig ist. Nämlich auch einfach mal nur „da“ zu sein.
Schön hier
Wir sitzen beim Frühstück zusammen und überlegen, wie und wo es weitergehen soll. Und plötzlich ist die Entscheidung ganz klar: Hier ist es doch wunderschön, wir haben alles, was wir brauchen. Wir bleiben stehen und genießen den Blick auf die Bucht und die Berge auf beiden Halbinseln. So einfach, so gut!
Und weil wir so viel Zeit und jetzt auch Briefmarken haben, werden endlich die Postkarten für unsere Postkartenaktion geschrieben. Annette hat den guten Einfall, dass die selbst gedruckten Bilder vielleicht doch zu sehr in der Post leiden könnten und wir verpacken sie sicherheitshalber in einen Briefumschlag. Also nicht wundern, dass aus der Postkarte ein Brief geworden ist…
Dank unserer wirklich sehr großzügigen Leser haben wir jetzt schon 145 Euro zusammen und hoffen, dass wir bald auch die 200er Schallmauer durchbrechen können. Wer also noch für Ärzte ohne Grenzen spenden will und im Gegenzug einen Momoblog-Postkartenbrief bekommen möchte: Hier kannst du das machen.
Helen’s Bar
Neben uns hat ein Womo mit einem freundlichen irischen Pärchen übernachtet und sie haben begeistert davon erzählt, dass man im Pub unten an der Straße gut und preiswert essen könne.
Wir machen uns auf den Weg, um uns davon zu überzeugen. Was wir dort sehen, gefällt uns sehr. An einer Brückenkreuzung stehen einige blaue Picknicktische des Pubs. Unsere Enttäuschung, dass es die „Breaded Scampi“ heute nicht gibt, weicht schnell der Begeisterung, dass stattdessen Scallops angeboten werden. Scallops, das sind die Jakobsmuscheln, die uns schon in Schottland so unvergleichlich gut geschmeckt haben. Kein Vergleich mit dem, was man in Deutschland so angeboten bekommt.
Hier werden sie nicht gegrillt, aber in leckerem Bierteig serviert. Köstlich!
Auch unsere irischen Stellplatznachbarn, die uns den Tipp gegeben haben, kommen vorbei und wir unterhalten uns über ihre geplante Norwegenreise im Sommer (wir hatten da ein paar Tipps…) und über Hurling.
Hurling ist eine typisch irische Angelegenheit und morgen ist das Top-Spiel des Jahres, in dem Limerick und Waterford aufeinandertreffen. Ich stelle es mir als Mischung aus Eishockey und Rugby vor. Wir werden sehen, ob wir da morgen dabei sind. Angeblich wird das in jedem Pub übertragen.
Über den Friedhof
Den Weg zum Pub kann man übrigens über den Friedhof etwas abkürzen. Und es lohnt sich, weil es ein sehr skurriler Friedhof ist. Er ist quasi zweigeteilt in einen sehr ordentlichen Teil mit Grabstätten in Reih und Glied und in ein chaotisches Grabfeld, welches große neben kleinen Steinen hat und komplett uneben und verlottert wirkt.
Noch mal in den Pub
Den Nachmittag verbringen wir lesend und gelegentlich den Kopf hebend, um ein „Hach!“ für die tolle Aussicht auszustoßen.
Abends gehen wir dann kurz entschlossen noch mal in den Pub. Denn dort gibt es noch eine Seafood Platter, die wir nach unserem leckeren Mittagessen nicht unprobiert lassen wollen.
Diesmal setzen wir uns aber nicht nach draußen, sondern lieber in den warmen Pub. Und auch die gemischte Platte mit allem aus dem Meer schmeckt wieder richtig fein. Wer Seafood mag, wird im Westen Irlands auf jeden Fall glücklich.
Richtig Spaß haben wir dann noch mit dem Rugby-Match zwischen Ulster und Munster. Wir haben keine genauere Ahnung von den Regeln, sind aber begeistert davon, dass es härter und gleichzeitig jedoch fairer als Fußball zu sein scheint. Es gibt auch nicht die dauernden Unterbrechungen des American Football, sondern einen vergleichsweise hohen Spielfluss. Vor allem sind die Spieler richtige Charaktere.
Der Star des Abends ist aber das einjährige französische Kleinkind neben uns, dass sich intensiv mit dem elektrischen Kaminfeuer auseinandersetzt. An, aus. Tür auf, Tür zu. Das sieht mit den „Flammen“ des Kamins richtig gefährlich aus…

Momoblog am 28 Apr 2022 11:30:55



Hallo zusammen,

die letzten Tage habe ich komplett vergessen, die Beiträge aus dem Blog hier im Womoforum zu posten. Und ich habe festgestellt: Ich habe die Mehrarbeit nicht vermisst. Die Rückmeldung hier im Forum ist ja auch sehr überschaubar.
Insofern habe ich mir überlegt, dass ich das in Zukunft einfach mal bleiben lasse. Wer mag, kann gerne den Newsletter im Blog abonnieren, was dann für alle Beteiligten bequemer ist als hier im Forum.

Danke fürs Mitlesen bisher!

Liebe Grüße
Micha


bonjourelfie am 30 Apr 2022 22:11:55

Hallo,
ich kann dich gut verstehen, trotzdem ist es schade. Reiseberichte scheinen in diesem Forum nicht so beliebt zu sein. Aber ich versichere Dir, dass ich jeden deiner Artikel verschlungen habe. Noch mal ganz herzlichen Dank.

LGElfie

fritzi2015 am 30 Apr 2022 22:34:53

Hallo Michael,
ich bin schon sehr lange Abonnentin Deines Newsletters und melde mich meistens während Eurer Reisen auf Eurem Blog zu Wort...
Ich freue mich täglich über die Frühstückslektüre.
LG
Fritzi

Momoblog am 01 Mai 2022 11:13:55

Hallo Elfie und Fritzi,

danke für das nette Feedback. Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass die Leute im Womoforum, die sich für Reiseberichte interessieren, wahrscheinlich ohnehin den Newsletter beziehen. Insofern ist es einfach doppelte Arbeit für mich, die ich mir erspare. Ich werde dann vielleicht in Zukunft noch ein "Die Reise geht los" im Forum posten. Dann kann man ja gucken, ob einen unser Reiseziel interessiert.

Liebe Grüße
Micha

TiborF am 01 Mai 2022 20:14:56

Ja, ich habe auch deinen Newletter und freue mich am Morgen stets darüber, neues von euch zu lesen.

Für dieses Forum ist es dennoch auch eine Bereicherung, finde ich :daumen2:

Aber sehr viel mehr Arbeit für dich, das sehe ich ein. Möchte an dieser Stelle mal Danke sagen für die viele Mühe, die Du Dir für dieses Form machst, die Berichte hier nochmal extra zu posten.

fiffi200 am 11 Mai 2022 13:43:17

Hallo Michael,
Auch ich verfolge regelmäßig euren Blog, wirklich toll gemacht. Vielen Dank, dass du dir soviel Arbeit damit machst.
Da ihr ähnliche Vorlieben habt wie ich habe ich schon so manche Anregung bei Euch gefunden.
Seit neuestem steht Irland ziemlich weit vorne auf meiner "Möchte-ich-unbedingt-hin-Liste". Gab es öfter Probleme mit Wanderwegen, die man nicht mit Hunden begehen darf, oder gab es nur den einen von dir erwähnten? Das war nämlich bisher ein Hauptgrund warum ich noch nicht dorthin gefahren bin (ohne Hunde macht Wandern keinen Spaß)
Falls ihr nochmal in die Nähe von Aberdeen kommt, empfehle ich dringend einen Besuch vom Forvie nature Reserve, da kann man Seehunde in großer Anzahl aus der Nähe sehen....

Ich wünsche Euch noch einen wunderschönen Urlaub und freue mich auf weitere Berichte,
Viele Grüße
Petra

Momoblog am 11 Mai 2022 21:37:32

Hallo Petra,

der Tipp mit Forti kommt einen Tag zu spät. Von Glenlivet aus hätte ich den Abstecher wahrscheinlich noch eingebaut, jetzt sind wir hier in Cullen einfach zu faul, um noch mal in südliche Richtung zu fahren. Nächstes Mal!

Zu Irland: Es gab schon ein paar Stellen, wo Hunde explizit verboten waren. Du kannst es natürlich machen wie die Iren und einfach konsequent jedes Verbotsschild lediglich als "Nice try" interpretieren und komplett ignorieren. Wir haben uns damit immer nur so halb wohl gefühlt.
Und der Grund für die Verbote ist wohl real. Wenn die Hunde Schafe über die Klippen schicken, sind die Schafbesitzer zurecht angepisst. Ob allerdings ein angeleinter Hund wirklich erschossen würde (wie es als Möglichkeit auf den Warnschildern steht) wage ich dann doch zu bezweifeln.
Generell haben wir mit den Hunden nie Probleme bekommen. Es hat uns niemand Stress wegen der Hunde gemacht, wenn sie am Strand auch mal frei gelaufen sind. Aber die Verbote hinterlassen trotzdem das Gefühl, dass wir uns hundemäßig nicht so wohl in Irland gefühlt haben, wie zum Beispiel jetzt in Schottland.
Das sollte dich allerdings keinesfalls von einem Besuch der Insel abhalten - dafür ist sie einfach zu schön!

Liebe Grüße
Micha

fiffi200 am 12 Mai 2022 10:06:08

Hallo Micha,
Vielen Dank für die Antwort.
Ich kann es absolut verstehen, wenn Schafsbesitzer nicht wünschen, dass Hunde über ihre Weiden laufen. Nicht nur, dass sie im Freilauf die Schafe jagen können, auch ihre Hinterlassenschaften werden von vielen Hundebesitzern nicht beseitigt, obwohl sie für Weidetiere sehr gefährlich sein können.
Solange es eine Alternative gibt ist das kein Problem und wenn die Hunde ab und an frei am Strand laufen können muss das meinen Beiden im Urlaub mal reichen. In Norwegen und Schweden herrscht zumindest im Sommer ja auch Leinenpflicht und da ich nur Gast in den Ländern bin akzeptiere ich solche Vorgaben natürlich.

Ich wünsche noch viel Spaß in Schottland (da hat es mir vor 2 Jahren auch super gefallen)
VG Petra

fiffi200 am 12 Mai 2022 10:16:06

P.S.

Den Blog kennt ihr bestimmt....Delfine gibt's da oben auch...
--> Link

VG Petra

Momoblog am 12 Mai 2022 11:47:15

fiffi200 hat geschrieben:P.S.

Den Blog kennt ihr bestimmt....Delfine gibt's da oben auch...
--> Link

VG Petra


Der URL gelöscht ist super, ja.

Delphine gucken ist unser nächster Stopp. :mrgreen:

HeikeD am 31 Mai 2022 11:17:22

Vielen Dank für den tollen Bericht, den ich die letzten Tage auf eurem Blog verschlungen habe.

Für uns geht es Freitag los, erst bisschen anschauen und spazieren am Atlantikwall und Samstag in Dünnkirchen auf die Fähre. Unser Ziel ist der Lake District und Wales.

Euch weiterhin gute Reise!

Momoblog am 31 Mai 2022 11:47:50

Das sind auch super Reiseziele, Heike. Viel Spaß und gute Fahrt!

Für uns ist heute der letzte Tag, abends geht die Fähre von Newcastle nach Amsterdam.

Liebe Grüße
Micha

bonjourelfie am 31 Mai 2022 12:20:35

Hallo Micha,
Ich wünsch euch eine gute Heimreise und für mich beginnt jetzt eine Zeit ohne deine tollen Blogeinträge, leider.

LGElfie

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

PLUS-Codes als Adressenangabe Strasse Nr
Dover - Fishguard ist das Mautpflichtig?
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt