xcamping
hubstuetzen
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Norwegen von Nord nach Süd - meine aktuelle Reise 1, 2


lonsome am 20 Aug 2022 20:31:38

Hallo,

vielleicht mag ja jemand mitlesen bei meiner Reise in diesem Jahr nach Norwegen. Ich versuche alles halbwegs aktuell zu halten, das wird aber nicht immer gelingen.

Los geht es endlich, der Urlaub war lange ersehnt. Bei 33° geht es am Nachmittag um 14.00 Uhr die ersten 700 km bis Güstrow. Dort eine kurze Nacht, am nächsten Morgen steht noch eine kurze Fahrt zum Überseehafen Rostock an. Mit der Fähre geht es weiter am Leuchtturm von Warnemünder vorbei nach Gedser. Letztes Jahr prangte da noch eine Schild an der MV Werft, dass sie größten Kreuzfahrtschiff der Welt bauen, alles traurige Konkurs-Geschichte …





Von Gedser aus ein kurzes Stück nach Kopenhagen, dort auf die Fähre nach Oslo. Die Überfahrt ist sehr ruhig. Im Gegensatz zum letzten Jahr sind jetzt auch wieder viele Passagiere an Bord, auch aus vielen anderen Ländern.
Am nächsten Morgen dann die unvergleichlich schöne Einfahrt durch den Oslofjord. Darauf freue ich mich jedes Jahr.




Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

lonsome am 20 Aug 2022 20:35:11

Dann geht das Kilometerfressen weiter. In der ersten Nacht geht es bis nach Schweden an einen Stausee bei Heden. Die 8° sind nach den 33° daheim eine große Umstellung.



Und wieder ans Steuer nach Norden, Mittagspause bei Dorothea



Dann weiter bis nach Porjus, fast 800 km müssen an diesem Tag gefahren werden. Am Stausee vor Porjus gibt es eine unkomplizierte Übernachtung.



Und wieder Kilometer machen, über Finnland mit Mittagspause



Was man aber nicht sieht: der sofortige Überfall durch Millionen von Griebelmücken ...

lonsome am 20 Aug 2022 20:43:03

Dann Karasjok bis nach Borselv. Dor wartet dann ein schöner Übernachtungsplatz auf mich. Es ist windig, aber warm mit 17°. Eine schöne Abendstimmung, und ich weiß; Morgen kommt keine Hand ans Lenkrad!









Es wird nicht wirklich dunkel, um 4.00 Uhr scheint schon die Sonne am Himmel.
Morgenstimmung



Ein Steinschmätzer setzt sich auf den Tritt vor meiner Womotüre, ganz nahe.

Direkt vom Womo aus geht es auf einen kleinen Berg. Einfach nur dasitzen und schauen … Es ist hier so schön ruhig, darum fahre ich die Kilometer!







Eine Falkenraubmöwe lässt sich in der Nähe des Womos nieder



Als ich zurück bin, stelle ich fest: Ich habe oben etwas liegen lassen, also am Nachmittag nochmal schnell rauf und holen.
Jetzt am Abend ist es windig, und mache noch einen kleinen Spaziergang nach unten ans Meer.

Anzeige vom Forum


MilesandMore am 20 Aug 2022 21:06:13

lonsome hat geschrieben:Fast 800 km müssen an diesem Tag gefahren werden


Und ich dachte schon ihr macht Urlaub, dann viel Erfolg auf der Geschäftsreise. :mrgreen:

Beste Gruesse Bernd

Beduin am 21 Aug 2022 07:47:04

Schön das du deine Reise mit uns teilst :) Freu mich und dir schöne Tage!

frankjasper8 am 21 Aug 2022 11:01:59

Hallo Klaus!

Da steige ich doch auch mit ein und gondele mit Dir durch die tolle Landschaft des Nordens. Schöne Tour und schöne Fotos! :)
Ich bleibe mal dran und freue mich auf weitere Erlebnisse. :)

fritzi2015 am 21 Aug 2022 11:04:25

Hallihallo, da bin ich froh dabei zu sein.
HG fritzi

Kistenmann am 21 Aug 2022 11:55:17

Hey Klaus!
Ich steige natürlich auch mit ein :ja:

lonsome am 21 Aug 2022 22:37:36

Hallo,

die Fortsetzung mit der heutigen Etappe.

Heute geht alles gemütlich los. Ich will nach Gamvik und Slettnes Fyr. Aber schon nach 2 km unterbreche ich die Fahrt. Einer meiner Lieblingsplätze ist frei, Ich fahre hinunter, das Womo quer zum kaum vorhandenen Wind. Und dann kommt der Liegestuhl heraus, beim Rauschen der Wellen kann ich gemütlich lesen und zu Mittag essen. Eine Bachstelze sucht auch ihr Futter. Das ist der Vorteil, wenn man vorher Kilometer gemacht hat: Jetzt habe ich Zeit und kann genießen.





Dann geht es weiter nach Slettnes Fyr, ca. 180 km. Die Fv 98 ist eine furchtbare Straße, relativ schmal und in einem erbärmlichen Zustand, der das Gebiss auf die Probe stellt. An einigen Stellen wäre sogar 90 km/h erlaubt, aber dann würde nicht nur das Gebiss sondern auch die Füllungen herausfallen. Auch das erste Stück nach dem Abzweig bei Ifjord geht so weiter. Dann aber ist die Straße breit ausgebaut, zügig fahre ich Richtung Norden. Die Landschaft verändert sich, karstiges Hochland, dem Wind ausgesetzt, phantastische Küstenabschnitte. Bei einer Kaffeepause bieten sich Fotomotive an.







Dann Slettnes Fyr. Ich habe Überfüllung befürchtet, aber es sind am Parkplatz am Ende nur drei Womos, die mit schönem Abstand stehen. Es ist eine düstere Stimmung über dem Meer, das sich bei Ebbe zurückgezogen hat. Die Farben faszinieren mich. Es ist windig, aber hat 20°.









Dann am Abend noch ein kleiner Spaziergang, so meinen ich. Aber es ist dann ein Weg von 2 Stunden. An der Küste schippert das Hurtigrutenschiff entlang. Belohnt werde ich mit einem Sonnenuntergang, wie ihn mir nur der Norden Norwegens bieten kann.







Am Womo angekommen mache ich mich ans Auswerten der Bilder. Da sehe ich einen Fuchs herumschleichen. Er kommt auch auf mein Womo zu, ich öffne das Fliegengitter. Er steht einen Meter vor dem Womo und schaut zu mir herauf. Als ich ihn freundlich anspreche „Hallo Fuchs!“ lässt er sich nicht irritieren. Er schaut mich nochmal interessiert an, dann zieht er weiter. Leider war es für ein Foto schon zu dunkel.

haroba am 22 Aug 2022 09:20:53

Moin!

Ich will auch mit - geschafft, bin dabei.

Munterholln!
Hartmut

volkermuenster am 22 Aug 2022 10:01:47

Moin Klaus,

klasse das du wieder oben im Norden unterwegs bist. Das freut mich für dich - aber auch für uns hiergebliebenen. Haben wir doch Dank deines Berichtes doch auch was davon :-).

Ich steige gerne dazu. Lieben Dank für diese fantastischen Bilder.
Dies erinnert mich an meine letztjährige Reise durch Finnland bis hoch ans Nordmeer.
Da kommen tolle Erinnerungen bei mir hoch.

Link: --> Link

Besonders bei deinen letzten zwei Berichten. Von mir mehrere Daumen hoch!

Weiterhin viel Spass und uns solch tolle Bilder.

Gruß
Volker

lonsome am 22 Aug 2022 16:06:31

Hallo,

Gerne einsteigen, auf dem Fahraddträger ist noch Platz :lol:

Gruß
Klaus

Kistenmann am 22 Aug 2022 20:02:27

Das Zusteigen hat sich jetzt schon gelohnt.... Hammerfotos und dafür direkt ein +

lonsome am 22 Aug 2022 22:40:14

Hallo,

und der nächste Tag ...

Am Morgen bin ich geschüttelt, nicht gerührt. Der Wind ist stärker geworden und hat gedreht, so dass er von der Seite aufs Womo trifft. Ein erster Schritt vor die Tür zeigt, wie heftig der Wind ist. Nach dem Frühstück unternehme ich noch einen kleinen Spaziergang zum Meer. Es ist einfach schön dort. Und auch der Gedanke ist für mich merkwürdig, dass da nach dem Ufer einfach nichts mehr kommt.
Eigentlich sagt die Wettervorhersage, dass es am Abend sonnig werden soll und relativ milder Wind. Soll ich bleiben? Aber die weitere Vorhersage: Ab 4 Uhr in der Nacht nimmt der Wind zu, so um 10 – 12 Uhr soll er bei 20 m liegen, Böen sogar bei 28 m. Das sind, wenn ich richtig rechne, Werte zwischen 70 und 100 km/h Windgeschwindigkeit. Und das muss ich mir nicht unbedingt hier draußen geben. Auch eine Fahrt über das Hochland muss ich bei Gegenwind von bis zu 100 km/h nicht machen. Also breche ich nach einem schnellen Mittagessen auf. In Mehamn noch schnell das Womo Ver- und Entsorgt, dann geht es auf den Weg nach Borselv, die Stelle dort müsste windgeschützt sein. Im Hochland bläst der Wind gewaltig. Meistens gehen nur 70 km/h im 5. Gang, den 6. Gang schafft das Womo gar nicht mehr. Und ich will bei diesen Böen auch nicht zu schnell sein. Wie wäre das erst morgen geworden bei mehr als doppelt so viel Wind?

Dann wird die 888 wieder zur Holperstrecke, ebenso der erste Teil der Fv 98, dazu der Wind, es ist anstrengend. Um 16.00 Uhr komme ich wieder an meinem Platz bei Borselv an. Es ist kaum Wind, ich kann mich zum Kaffeetrinken in den Windschatten des Womos setzen, es ist richtig warm.



Dann ziehen Wolken auf, die Sonne bricht teilweise durch.



Einige Regenschauer zwingen mich ins Womo, aber ich hoffe auf den Abend und den Sonnenuntergang. Diese Hoffnung wird nicht enttäuscht. Ich klettere auf die Hügel gleich beim Womo – und genieße. Es ist sehr windig, aber dafür einfach still und ruhig, beeindruckend. Die Farben verändern sich immer wieder, teilweise sind die Felsen wie in Gelb getaucht.









Wolkenfarben





Es geht wieder zurück. Ich setze mich noch in den Windschatten des Womos und schaue einfach aufs Wasser. Ein Fischotter taucht aus dem Wasser auf. Er setzt sich auf einen Felsen im Meer und futtert einen Fisch. Es ist einfach schön …

Spooky am 22 Aug 2022 23:42:11

Einfach herrlich! Danke für Deine Mühen uns mitzunehmen!!! :top: :top: :top:
Andreas

Pallas8330 am 23 Aug 2022 07:55:19

Da reise ich gerne noch etwas mit und frische meine Erinnerungen auf. Vielen Dank für die tollen Fotos und das Erstellen Deines Berichts!

Pallas

volkermuenster am 23 Aug 2022 10:01:00

Moin Klaus,

lieben lieben Dank für den Bericht und die Bilder - TOLL!

Da kommen Erinnerungen hoch an meine letztjährige Tour.

Vieles kommt mir bekannt vor, etwa der Slettnes Fuchs ( :) ) und auch der Wind. :-).

Bitte weiter machen und stell ruhig viele viele Fotos ein.

Dir noch eine tolle Zeit...

Gruß
Volker

lonsome am 23 Aug 2022 20:43:52

Hallo,

weiter geht es ...



Der Blick aus dem Fenster heute Morgen beim Frühstück. Es ist sehr windig, aber ich stehe in der kleinen Bucht recht windgeschützt. Bei Flut hat das Meer stark gerauscht, die Wellen am Kiesstrand waren groß. Ein kleiner Spaziergang am Strand entlang, der Wind bläst mir die gute Meeresluft ins Gesicht, das tut gut.





Zurück am Womo will ich eigentlich aufbrechen. Aber ein Österreicher, der sich gestern noch ein kleines Stück weg hingestellt hat, beginnt ein Gespräch mit mir. Er ist unterwegs mit seinem kleinen Hund, beide 70 Jahre alt. Er hat sich ein Auto hergerichtet, mit dem er viele Reisen unternehmen will. „Weit, weit weg!“ steht auf der Seite. Aus dem kurzen Gespräch werden 45 Minuten, er zeigt mir noch die Technik hinten in seinem Auto. Dann sieht er mein Tablet, das vorne im Ducato klemmt als Navi und ist ganz fasziniert davon, Er benutz bist jetzt sein kleines Handy dafür. Dann komme ich los. Eigentlich soll meine Fahrt möglichst bis Senja gehen, eigentlich … Jetzt ist es schon später, in Lakselv wird noch getankt und im Supermarkt eingekauft. Dann geht es weiter Richtung Alta. Aber im Hochland zwischen Olderfjord und Alta ist es extrem windig. Wenigstens 14 m hat der Gegen- oder Seitenwind. Mein Womo schafft es kaum schneller als 70 km/h, und das nur im 5. Gang, obwohl eigentlich 90 km/h erlaubt wären. An einer Stelle mit erlaubten 80 km/h stehen Polizisten mit einer Laserpistole im Graben und messen, das machen die oft hier. Aber ich kann kaum zu schnell gewesen sein. Aber schneller will ich gar nicht fahren, ich habe Angst, dass etwas davonfliegt (kann das eigentlich passieren?). Nach einer nervigen Fahrerei, auch extrem laut durch den Wind, erreiche ich Alta, das sich ewig zieht. Nach Sörstraumen zeigt eine Tafel nach links mit dem Hinweis auf das Navitelvdalen und einen Wanderweg. Es ist 17.00 Uhr. Ich bin ja nicht auf der Flucht, darum biege ich links ab. Außerdem ist es da sicher windgeschützt. Ein Schotterweg zieht sich 7 km weit, teilweise recht steil nach oben oder unten, aber gut befahrbar. Und dann erreiche ich den kleinen Wanderparkplatz. Schon bei Abbiegen sehe ich der Navitelfoss. Das Womo wird geparkt, es ist nur ein leichtes Brummen des Wasserfalls zu hören. Und natürlich gibt es gleich die Besichtigung. Sogar ein kleiner Regenbogen lässt sich sehen.











Vom Wanderparkplatz aus führt ein Wanderweg, der gut ausgebaut ist, nach oben in das Navitelvdalen. Eine kurze Wanderung tut nach dem Sitzen im Womo gut. Morgen muss ich das noch ein Stück weiter machen, da soll auch das Wetter besser sein.



Ich stelle fest: Der Abzweig hat sich gelohnt.

lonsome am 24 Aug 2022 21:24:13

Hallo,

der nächste Tag ...

Ein ruhiger Platz zum Übernachten.



Und gut am Platz: Direkt von hier führt mich der Weg ins Navitelvdalen. Er ist schön angelegt, gestern bin ich nicht mehr so weit gegangen. Das Rauschen des Baches wird weniger, die Stille und der Geruch des Waldes – ich liebe das. Doch dann wird es wieder laut, es rauscht mehr und mehr. Oh, noch ein Wasserfall! Und eine schöne Aussichtsstelle dazu – ohne Plattform und Imbissbude …





Ein kleiner Pfad führt weite oberhalb des Wasserfalles. Und auch dort fällt das Wasser in einem kleinen Fall in eine Art Gumpen. Der Weg hat sich gelohnt!



Zurück am Womo starte ich Richtung Senja. Das Wetter ist großartig, die Schneefelder auf den Lyngenalpen leuchten vor dem blauen Himmel. Dann erreiche ich Senja. Und schon bald wird der Weg nach Mefjordvaer sehr eng, fast immer einspurig (na ja: Manche, die entgegenkommen, meinen er sei zweispurig und es geben keine „M“-Stellen). Aber es geht noch enger, je mehr es auf Mefjordvaer zugeht. Es folgen einspurige Tunnels. Zwei Autos sind hinter mir. Und kurz nach der Einfahrt in einen Tunnel kommt etwas entgegen. Also anhalten möglichst rechts an einer Ausweichstelle. Was entgegenkommt: 2 Sattelzüge … Es wird wohl vor allem hinter mir eng, aber es geht. Und nach dem Tunnel gibt es tolle Blicke auf die Berge von Senja. Dann endlich (für ca. 50 km habe ich über eine Stunde gebraucht) komme ich auf dem Platz in Mefjordvaer an. Ich will nicht unten stehen bei den anderen Womos, sondern oben. Da ist es irgendwie ruhiger. Und schon zeigt der Ort seinen Reiz. Darum bin auch erneut hier.





Gleich beim Womo führt ein Weg zum Blick auf das Meer







Am Abend dann ein Spaziergang auf eine Hafenmole mit Blick auf den Ort.





So, noch schnell schreiben, dann muss ich mal früher ins Bett. Der Sonnenuntergang, den ich erhofft hatte, fällt leider aus, Wolken.

Spooky am 24 Aug 2022 22:07:36

Traumhaft!!! Danke für‘s mitnehmen! :top:

bonjourelfie am 24 Aug 2022 23:14:22

Traumhafte Bilder von einer traumhaften Landschaft! Danke fürs Zeigen und liebe Grüße aus dem heimischen Landkreis.

LGElfie

lonsome am 25 Aug 2022 22:45:26

Hallo,

ein weiterer Tag.

So kann der Tag beginnen – Frühstück mit Aussicht.



Dann breche ich zu einer Wanderung auf, die ich i9m letzten Jahr nur halb gemacht habe. Sie führt zuerst an einen kleinen See. An einer Bank setze ich mich hin und schaue einfach nur, genieße die Stille. Ich denke, dass ich eine viertel Stunde einfach nur dasitze: Es ist so leise, kein Flugzeug, kein Gewummere aus einem Autor, nichts.







kleines Rätselbild, keine Montage!



Dann geht es weiter an einem anderen See vorbei, nicht ganz der kurze ausgeschilderte Weg, etwas umständlicher aber schön. Ein kleiner Bach lädt zum Trinken ein.







Fast am Wendepunkt der Wanderung gibt es zwei Wege zur Auswahl: einen kürzeren und einen längeren. Ich wähle den längeren Weg, er ist auch mühsamer. Aber dann dieser Rastplatz. Und er liegt im Schatten! Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich auf Senja nach einem Schattenplatz sehne!







Dann setze ich den Weg fort. Es ist sehr warm, ich schwitze. Und da komme ich an einer Arte kleinem Gumpen vorbei. Das Wasser sieht so verlockend kühl aus – aber wird eher eiskalt sein? Soll ich oder nicht? Ja – nein – ja – nein … JA! Die Zahl der Zuschauer für dieses Schauspiel hält sich ja eher in Grenzen (und Bilder gibt es auch nicht!), also ab in das Wasser. Und es ist wirklich sehr, sehr erfrischend. An der tiefsten Stelle geht es mir bis zum Bauchnabel – und das reicht völlig aus … brrrrrr … man merkt, dass das Wasser aus Schneeresten kommt. Noch den Kopf gekühlt, dann raus, denn es tut schon fast weh an den Beinen! Es hat trotzdem gut getan. Na ja, und die Bedeutung eines Handtuches wird auch überbewertet.



So erfrischt marschiert es sich leichter zum Ende des Tales und dann wieder zurück zum Womo.

lonsome am 25 Aug 2022 22:50:56

Dort angekommen gibt es Pfannkuchen als Mittagessen. Dann zieht Bewölkung auf. Ich beschließe nach Gryllefjord zu fahren und von dort aus mit der Fähre nach Andenes. Wieder durch die engen Tunnel, wie machen das nur die Reisebusse, die unterwegs sind? Am Strand von Ersfjord mit seinem berühmten Klohäuschen sehe ich schon aus der Entfernung, dass da richtig was los ist. Senioren schieben ihren Rollator über die Straße, andere mit Fotoapparaten, zwei Reisebusse auf dem Parkplatz. Irgendwie muss ich an eine Szene aus „Der Schuh des Manitou“ denken.
In Gryllefjord angekommen es an der Fähre schon voll mit Womos. Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal mit der Fähre gefahren bin, war das noch ganz anders. Aber ich habe Platz. Bezahlt wird mit Kreditkarte, aber nicht mit einem üblichen Lesegerät, sondern mit dem Smartphone wir der Chip gelesen. Die eine Karte funktioniert nicht, die andere geht dann. 850 NOK kostet der Spaß.

Die Fähre tuckert in den Hafen, so ganz modern schaut sie nicht aus.



Die Fahrt nach Andenes ist aber wunderschön. Nach Westen leuchtet der Himmel, über Senja gibt es noch ein Stück Regenbogen.















Dann die Ankunft in Andenes. Die Kolonne der Womos biegt nach Adnenes rechts ab, ich fahre weiter Richtung Storkamarknes. Aber nach ca. 20 km biege ich auf einen Mini-CP ab. Es steht da tatsächlich noch ein Womo, dazu ein kleiner Wowa. Es ist noch Zeit für eine Suppe und dann zum Schreiben.

Beduin am 26 Aug 2022 07:39:40

Ganz, ganz klasse, ich freu ich jeden Tag über deinen Bericht und deine tollen Bilder :)

Kistenmann am 26 Aug 2022 08:34:31

Phantastisch. Immer live dabei und dann noch so schöne Fotos!!

volkermuenster am 26 Aug 2022 08:58:18

Moin Klaus,

ich bin begeistert von deiner Wanderung auf Senja - tolle Bilder.

Ach ja: Dein Bild vom Frühstück ist für mich DAS Sinnbild eines Norwegen Trips. Warum? Wegen der Tine Milch! :-)

Gruß
Volker

lonsome am 26 Aug 2022 09:40:46

volkermuenster hat geschrieben:Warum? Wegen der Tine Milch! :-)


Hallo,

Da triffst du den Nagel auf den Kopf. Tine Milch bedeutet für mich: Ich bin in Nirwegen!

Gruß
Klaus

haroba am 26 Aug 2022 10:32:21

Moin Klaus!

Ich bin begeistert von Deinen Fotos. Man hört die Stille aus ihnen heraus.
Vielen Dank, dass wir mitreisen dürfen.
Und freuen uns auf die Fortsetzungen.

Munterholln!
Hart mut

lonsome am 26 Aug 2022 22:30:22

Hallo,

und der nächste Tag!

Heute führt mich der Weg nach Hovden. Aber zuerst gibt es ein Hindernis: Ein Tunnel ist gesperrt. Vor mir warten Norweger, Ich frage sie, wie lange es dauert. Sie meinen: Noch 20 Minuten, alle volle Stunde kommt das „Folgebil“. Von der andere Seite her immer um Stunde und 35 Minuten. Aber was macht die Wartezeit bei der Aussicht? Dann kommt die Schlange aus der Gegenrichtung. Es sind sehr, sehr viele Fahrzeuge. Schließlich geht es um Punkt 10.00 Uhr auch für uns los. Im Tunnel wird gebaut, und trotzdem muss man durch, auch nicht einfach.





Dann komme ich in Hovden an. Eigentlich wollte ich einen kleinen Rundgang machen, aber schon am Strand 100 m vom Womo bleibe ich hängen. Es ist so warm, so schön. Also umdrehen, kurze Hose, barfuß und mit dem Mittagessen ausgerüstet zurück. Zuerst noch der Test, ob das Wasser durch die Klimaerwärmung vielleicht doch Badetemperatur hat. Aber ich kann sagen: Für mich nicht! Und mir reicht es, wenn die Haxen bis zu den Knien im Wasser sind. Dann setze ich mich auf eine „Bank“, einen Holzbalken.


Auf dem Foto sieht man den neuesten Nagellack, von führenden Podologen empfohlen!



Dann gibt es Futter. Und was in der Zwischenzeit für mich nicht mehr fehlen darf: Kaviarpaste!



Das Wetter wird schnell schlechter, der Wind dreht, Wolken ziehen auf. Es ist aber immer noch 20° warm. Ich zeihe bei starkem Wind los. Am Ende führt mich der Weg zum Friedhof. Ich gehe gerne auf Friedhöfe an solchen Orten, denn die sagen sehr viel über das Leben zu verschiedenen Zeiten aus. Und da verliert der Ort viel von seiner Romantik. Unter den Gräbern, die wieder sehr gepflegt werden, sind viele Kindergräber. Welche Schicksale waren das damals oft, welches Leid. Da verliert eine Familie zwei Kinder innerhalb einer Woche, Zwillinge sterben innerhalb von zwei Tagen, Kinder, die am Tag der Geburt gestorben sind. Das ist eine andere Seite, die auch nicht vergessen werden sollte. Was hat sich damals abgespielt, als Hilfe oft unmöglich war?



Nach den trüben Gedanken (so etwas gehört für mich auch dazu) doch wieder schöne Bilder. Die Wonne scheint hinter Wolken durch. Es ist immer noch sehr windig, aber gerade diese Mischung lädt zum Fotografieren ein. Es die Farben, in die die Landschaft getaucht wird – intensiv und kräftig. Ich gehe nach oben, wo früher die „Windmühle“ stand.







Oben hat man einen tollen Rundblick, allerdings muss ich immer aufpassen, dass es mir das Handy nicht aus der Hand bläst. Über ein kleines Leuchttürmchen geht der Blick Richtung Nykvag.



Auf der anderen Seite die Felsen.



Auf dem Rückweg werden die Farben noch intensiver und leuchtender.



Am Sandstrand auf der anderen Seite der Straße ist es nicht so windig, und es bietet sich wieder ein tolles Schauspiel aus Farben, Wasser und Himmel. Ich kann mich nicht satt sehen.





Der Strand, an dem ich Mittag gemacht habe - in ganz anderem Licht



Irgendwann muss ich dann doch zurück. Aus einer kurzen Fototour sind zwei Stunden im Wind geworden!

volkermuenster am 26 Aug 2022 22:35:12

Wieder so tolle Bilder.

Klasse, bitte weiter so.

Gruß
Volker

lonsome am 27 Aug 2022 20:31:00

Hallo,

ein neuer Tag ...

Heute ist Faulenzertag, das muss auch mal sein. Der Wetterbericht ist nicht gut, nicht hier und nicht für die Lofoten: Regen und sehr viel Wind. Also gibt es einen ruhigen Tag.
Am Vormittag eine kleine Wanderung zu einer anderen Buch, und fast fühle ich mich wie in der Karibik: ein weißer Sandstrand leuchtet vor mir. Dann kommt die Sonne raus, unten am Strand liegt ein Brett als Bank über zwei Felsen. Dort ist auch kaum Wind. Also Zeit zum Hinsetzen und schauen. Auf einem Felsen entdecke ich einen Fischotter. Er taucht wieder ins Wasser und jagt sein Essen. Immer wieder taucht er auf, hat einen kleinen Fisch in der Schnauze und frisst, dann ist er wieder weg.







Dann stürmt und gießt es, Zeit für eine ausgiebige Mittagspause. Anschließend klart es ein wenig auf. Also raus aus dem Womo und eine Runde gehen zum Hafen. Das Meer ist aufgewühlt, über dem Hafen liegen Wolken, eine düstere Stimmung.



Viel mehr war heute nicht, muss auch mal sein. Noch Bilder am PC bearbeiten, die ich mit der richtigen Kamera gemacht habe (einfach eine ganz andere Qualität), dann reicht es.

traveller69 am 27 Aug 2022 21:09:40

Super!! Sehnsucht pur!!! Ich freue mich für Dich, dass das Wetter dieses Jahr viel freundlicher ist!

Momoblog am 28 Aug 2022 14:24:33

Hallo Klaus,

bitte hör doch damit auf solch tolle Bilder und Geschichten zu posten, sonst kommt unser Vorsatz, dieses Jahr mal nicht nach Skandinavien zu fahren, doch noch ins Wanken...

Vielen Dank fürs Teilen!

Liebe Grüße
Micha

lonsome am 29 Aug 2022 20:13:17

Hallo,

so, der nächste Teil (weil Skandinavien doch so schön ist, dass man immer wieder hin muss :mrgreen: :lach: )

Gestern war Schweigen im Walde – es war einfach nix los. Von Hovden ging es mit der Fähre über Melbu nach Fiskeböl auf den Lofoten. Es hat fast immer geregnet. Und wenn es nicht geregnet hat, hat es geschüttet, und zwar richtig geschüttet. Erste Station sollte der CP in Fredvang sein - doch der war schon geschlossen. Also einen kleinen Weg nach Nesland, da gibt es normal immer ein kuscheliges Plätzchen. Ich finde auch einen Platz, zwar nicht mit Traumaussicht, aber die mit Aussicht waren zu sumpfig. Trotzdem ein kleiner Spaziergang und ein Ausblick von einem Felsen, aber das Wetter und der ganze Tag waren einfach bäääähhhhh …





Dann der nächste Tag. Die Straße schlängelt sich am Flakstadpollen vorbei. Doch bereits das Aussteigen für ein Foto wird mit einem Regenguss bestraft.



Der Weg führt mich nach Unstad, einem winzigen Dorf, das aber berühmt ist für seine Bucht zum Surfen.

Bevor es in den Tunnel nach Unstad geht, ergibt sich ein Blick auf Maervoll.



Es gibt in Unstad eine Surfschule, in der Zwischenzeit auch einen Surfshop und immer noch viele Leute. Und wieder eine Enttäuschung: Der kleine Feldweg, an dem ich stehen wollte, ist geschlossen – Privat. Aber dann fährt an einer Stelle ein Womo weg und macht seinen Platz frei.



Zuerst ist das Wetter noch ziemlich schlecht, es regnet immer wieder. Dann bessert es sich, es ist Zeit für einen Strandspaziergang. Ich schaue den Surfern zu, einige Leute wollen das Surfen lernen. Aber so richtig gut kann es keiner.



Also wende ich mich der Landschaft zu und knipse. Mit der Flut kommt auch das Meer gewaltig zurück, mit großem Getöse an den Steinufern und durch die Wellen. Die Steine, der Sand und die grünen Berge dahinter bieten einen schönen Kontrast.











Und sogar die Schäfchen stellen sich als Motiv zur Verfügung



Für ein paar spezielle Fotos stehe ich mir noch eine Stunde lang die Füße in den Bauch (ob sie was sind, was ich noch nicht). Mir ist kalt, schnell marschiere ich zum Womo zurück und genieße ein gutes Abendessen mit warmer Suppe. Und toller Aussicht aus dem Fenster.



Und ich weiß beim Blick aus dem Fenster: Es wird eine beRAUSCHENDE Nacht.

lonsome am 31 Aug 2022 20:49:32

Hallo,

kleine Fortsetzung ...

Gestern am Morgen war Ebbe in Unstad. Das Meer geht sehr weit zurück, es dürften fast zwei Meter Tiedenhub (sagt man das so richtig?) gewesen sein, wenn ich auf die Surfer schaue am Ufer.



Dann heißt es Abschied nehmen von den Lofoten – immer wieder traurig. Der Wetterbericht war auch für die nächsten Tage einfach schlecht. Aber auf der Fähre von Lödingen nach Bognes gibt es einen kleinen Trost: Einen Hotdog auf Norwegisch: Die Wurst in gebackenen Schinken gehüllt, dazu einen Kaffee.



Dann ist es eine lange Fahrt bis zum Ziel, dem Reivo-Nationalpark bei Arvidsjaur. In einer Wiese bei einem Haus sehe ich unterm Fahren einen Elch stehen. Im Vergleich zum Haus merkt man erst richtig, wie riesig diese Tiere sind. Die Fahrt zieht sich mit einem Einkaufs- und Tankstopp bis in die Nacht. Um 21.30 Uhr sind es noch 50 km, ich freue mich, dass es bald geschafft ist. Aber zu früh gefreut: 17 km schwedische Baustelle. Und wer die kennt, weiß was das heißt: schlimmstes Hoppeln auf grobem Kies, es geht kaum mehr als 30 km/h. Und das dauert. Müde komme ich an.
Aber gleich bei der Ankunft merke ich, warum ich hierher wollte: die Stille und der Geruch. Es ist einfach nichts zu hören, gar nichts. Und es riecht so typisch nach Wald und Moor.

So sieht es am Morgen aus:



Dann ein Spaziergang zum See. Und da kann ich einfach wieder nur sitzen und schauen und die Stille genießen. Einige hundert Meter weiter angeln zwei Männer auf einem Boot mit Elektroantrieb, sie rufen mir ein fröhliches „Hei, hei!“ zu.



Am Nachmittag gibt es eine kleine Wanderung zu einem Schutzdach auf einer kleinen Halbinsel im See. Einfach in der Konstruktion – aber sehr effektiv. Das Innere ist mit Brettern in Sitzhöhe ausgelegt und auch als Schlafplatz gedacht. Ich sitze einfach da und höre – nichts! Seit ich da bin, habe ich vier Autos und ein Motorrad gehört. Kein Flugzeug, kein Rasenmäher, keine wummernde Stereoanlage aus einem Auto – einfach nichts. Es ist beeindruckend schön.





Als ich zurückgehen will, sehe ich den dunklen Himmel. Also Rückzug in die Schutzhütte, damit sie das machen kann, wozu sie da ist: vor dem Regen schützen.



Nach einigen Minuten ist alles vorbei, die Sonne zeigt sich, der Wind hat sich gelegt, alles ist noch stiller (wenn das überhaupt geht?). Und ich weiß, warum ich hier bin. Vielleicht ist das auf den Bildern auch zu erahnen.









Jetzt hat der kurze Spaziergang fast drei Stunden gedauert … Zeit zum Abendessen und schreiben!

Schwedenholly am 31 Aug 2022 21:26:21

Ja, das ist herrlich und dazu machst Du super Fotos!
Danke fürs teilen.

Gute Reise und beste Grüße
Jörg

bonjourelfie am 31 Aug 2022 22:47:03

Kaum in Schweden, und schon ist das Wetter besser. So ist es uns auch schon einige Male gegangen. Und trotzdem zieht es mich immer wieder nach Norwegen, die Landschaft ist einfach atemberaubend. Und deine Bilder sind es auch!
Ja, die schwedischen Baustellen...kann ich auch ein Lied davon singen.

LGElfie

volkermuenster am 02 Sep 2022 08:53:21

Herrlich, herrlich, herrlich!

So viele Positivs kann ich gar nicht vergeben, wie ich könnte.... (??) :-)

Klasse Bilder, klasse Tour.

Gruß
Volker

schaetzelein am 02 Sep 2022 11:06:17

bin übrigens auch dabei und krieg richtig Fernweh.
Deine Bilder sind der Hammer, eins schöner als das andere.

Sind denn keine Womo`s mit dir unterwegs ? Du schreibst ja dass vor der Fähre jede Menge standen, aber wo sind sie ?

Vielen Dank fürs Mitnehmen, ich hab mich schon längst auf dem Beifahrersitz breit gemacht und keiner hats gemerkt :lol:

lonsome am 02 Sep 2022 13:21:47

schaetzelein hat geschrieben:Du schreibst ja dass vor der Fähre jede Menge standen, aber wo sind sie ?


Hallo,

Das weiß ich nicht, ich weiß nur, dass ich möglichst da bin, wo die nicht sind :ja: Und auf der Straße begegnem einem sehr viele.

Gruß
Klaus

lonsome am 03 Sep 2022 09:07:31

Hallo,

kleine Fortsetzung:

Ein kleiner Morgenspaziergang im Reivo-Nationalpark.



Dann beschließe ich, einen faulen Vormittag zu machen. Ich schnappe mir meinen Kindle und fahre mit dem Rad das große Stück bis zur Schutzhütte, der Rest wird gelaufen. Dort in der Stille sitze ich eine Stunde und lese, bis mich der Hunger zum Womo führt. Nach dem Mittagessen stelle ich fest, was für ein wunderbarer Ort doch so ein Alkoven ist …

Frisch ausgeruht beschließe ich, mich noch auf den Weg zu einem ganz kleinen Nationalpark zu machen, dem Björnland-Nationalpark in der Nähe von Frederika.
Eine kurze Pause mit Aussicht:



Als ich ankomme, gibt es eine tolle Abendstimmung über dem See.





Noch schnell futtern, nochmal an den See geschaut, dann ab ins Bett. Es wird kalt, und ich lasse die Heizung zur Sicherheit auf der kleinsten Stufe an.

lonsome am 03 Sep 2022 09:25:57

Am Morgen weckt mich dann das Türklappern des Nachbarwomos (warum ich wohl die Ritsch-Ratsch-Womos liebe?). Aber dadurch komme ich zu einer wunderbaren Morgenstimmung über dem See. Ein Pärchen Singschwäne zieht im Nebel durch das Wasser. Es ist einfach tolle Augenblicke, die Sonne beleuchtet die Berge im Hintergrund. Es ist nur sehr kalt.











Als ich zurückkomme zum Womo, umfängt mich anstelle frischer Luft der Gestank nach Zigarettenqualm. Vor dem Nachbarwomo wird die Morgenzigarette geraucht, wunderbar …

Nach dem Frühstück geht es auf den Björnberg. Nach dem Reiseführer gibt es nur einen Weg. Aber erst vor kurzer Zeit muss hier alles erneuert worden sein, auch am Parkplatz und bei den Wegen. Die ersten Meter führen über Bohlen durch Sumpfland. Und an den Blättern der Moltebeeren sehe ich, wie kalt es ist: der erste Reif.





Ziemlich bucklig über Stein und Wurzel zieht der Weg hinauf zum Gipfel. Immer wieder sind verkohlte Baumreste zu sehen. Sie stammen von einem Waldbrand aus dem Jahr 1970 und sind immer noch zu sehen.



Dort auf dem Gipfel wartet eine ganz nette Aussicht. Es ist Zeit, sich in die Sonne zu setzen und zu stärken.





Dann geht es über einen neuen Weg zurück. Es lohnt sich, auch die kleinen Dinge am Wegrand zu sehen.









Auf einem Brandstumpf wächst neues Leben



Nach vier Stunden bin ich wieder am Womo. Es gibt noch schnell einen Kaffee, dann breche ich auf. Ich will heute eigentlich noch bis zum Gressamoen-Nationalpark komme. So geht es über Dorethea und Gäddede nach Norwegen zurück. Eine kurze Rast kurz vor Gäddede:


lonsome am 03 Sep 2022 09:28:19

Weiter mit dem Womo, bis ich an einem Schild „Lierne“ vorbeikomme. Ich überprüfe im Netz, was das genau ist: ein Nationalpark, und nach der Hinweistafel nur 4,5 km zum Fahren. Zeit habe ich, also ausprobieren. Am Anfang des Weges wird Maut verlangt, 60 NOK, das geht. Dann wird der Weg hoffentlich auch gut sein … hoffentlich. Er ist es auch 4 km lang. Und dann kommen zwei Steigungen, die so stark sind, dass die Räder teilweise im 2. Gang durchdrehen und das Womo kaum hochkommt. Ich überlege abzubrechen – aber dann müsste ich rückwärts zurückfahren. Dann bin ich doch oben beim Eingang zum Nationalpark. Ein großer Parkplatz, Hinweistafeln, nur ein Auto ist da, aber kein Womo. Ich kann mir schon denken warum. Und mir graust es auch schon vor dem Rückweg. Wenn da jemand entgegenkommt.
Ich muss aber noch sehen, wo ich bin. Darum noch eine Wanderung nach oben. Nach 30 Minuten wird der Blick frei – und die Aussicht und die Ruhe wieder einmal überwältigend.







Es ist warm in der Sonne, aber der Hunger sagt mir: Geh zurück, für heute reicht es! Und so bin ich im Womo zum Abendessen und Schreiben.

lonsome am 03 Sep 2022 18:28:10

Und weiter geht es ...

Als ich nach total ruhigen Nacht erwache, ist es kalt draußen. Die Motorhaube des Womos ist mit Reif überzogen. Es hat im Womo noch 8°, brrrrr … Aber die Heizung läuft, zum Frühstück ist es halbwegs warm.

Dann steht eine Wanderung auf dem Programm, wenn möglich auf einen kleinen Berg. Es ist so schön, als ist losmarschiere. Die Ruhe, die Sonne, ein paar Vögel zwitschern. Der Weg führt über Wurzeln und Steine nach oben, dann über Planken.





Und wieder die wundervolle Aussicht, dazu der Geruch und die Stille. Ab und zu weht der Wind kräftiger. Als es weite nach oben geht, ist es auf dem Weg im Schatten gefroren. Es muss gut kalt gewesen sein in dieser Nacht. Wenn der Wind in Böen auffrischt, wird es auch für mich frisch. Der Weg ist gut markiert und für einen norwegischen Wanderweg fast eine Autobahn. Ab und zu ein paar sumpfige Stellen, aber alles schön. Die Aussicht wird immer schöner.





Ein kleiner Bach lädt zum Trinken ein.







Dann ein Platz mit einer „Brotzeitbank“, Zeit auch für eine kleine Pause für mich.











Ich hoffe, dass der Weg noch weiter auf den Gipfel des Buckels führt. Aber er endet oben an einem Bergkamm.

Also muss ich mir selber einen Weg nach oben suchen, was auch ganz gut geht. Immer wieder gibt es neue Blicke frei.




Oben angekommen ist es sehr windig, und ich merke auch, wie kalt der Wind noch pfeift.



Ich suche eine windgeschützte Stelle ein wenig tiefer gelegen, noch ein wenig tiefer, dann endlich etwas besser und Möglichkeit zu einer kurzen Pause. Doch wie weiter? Auf dem gleichen Weg zurück, also zuerst wieder nach oben? Unten verlockt ein Wanderweg, der mich zurückführen müsste. Aber wie runterkommen? Ich entscheide mich für den Weg nach unten, na ja, wirklich gut war das alles nicht.






So bin ich froh, heil auf dem Weg angekommen zu sein und marschiere wieder zurück. Zum ersten Mal an diesem Tag sehe ich zwei Menschen, sie kommen mir auf dem Weg entgegen. Noch eine Pause in der Sonne, dann zurück zum Womo. Kaffe, und in dieser Zeit wird das Duschwasser warm. Die heiße Dusche tut gut.

Vielleicht gehe ich heute Abend zum Sonnenuntergang nochmal ein Stück nach oben, wenn es vielversprechend ist, mal sehen.

lonsome am 06 Sep 2022 22:10:53

Hallo,

endlich eine Fortsetzung ...

Noch Bilder aus dem Lierne-Nationalpark vom Sonnenuntergang am Samstag Abend.









Der Sonntag war eher ein Fahrtag. Ich wollte bis zur Munkeby-Ruine bei Levanger. Aber dort hat man eine Bühne aufbaut für ein Theaterspiel. Also noch schnell beim SB-Laden der neuen Abtei den berühmten Käse kaufen und weiter bis kurz nach Roros. Dort gibt es einen ruhigen Platz im Wald bei einem Kulturlehrpfad im Wald. Am Morgen ein kurzer Spaziergang, auch da liegen die schönen Flecken so nahe.



Dann die Überlegung: Wie weiter? Ich beschließe, nach Oslo zu fahren und mir eineinhalb Tage Kultur zu geben. Zuerst gibt es nochmal Mittagessen am Bergsetbreen. Ich weiß, dass das die letzte richtige Stillte ist, in Oslo wird es damit vorbei sein.

Dann rein nach Oslo auf einen SP auf dem Ekeberget. Billig ist der Spaß nicht, aber das ist eben Oslo, da ist alles teuer. Aber dafür ist er direkt am berühmten Skulpturenweg. Den besichtige ich gleich, dafür gibt es spätes Abendessen.



ein Interessanter Kopf, der je nach Blickrichtung ganz anders aussieht: Er sieht einen an oder blick auf Oslo.





Und es gibt auch tollen Ausbrlick auf den Oslo-Fjord.









Und nach dem Abendessen geht es nochmal runter bis zum Restaurant, ich will den Ausblick auf das nächtliche Oslo fotografieren. Es sieht schon toll aus von dort oben.







Und dann ab ins Bett. Allerdings währt die Ruhe nicht lang. So um 24.00 Uhr fängt ein Hubschrauber an zu kreisen, ca. 100 m hoch. Er kreist und leuchtet mit seinen Scheinwerfern alles ab. Dann bleibt er 15 Minuten auf der Stelle stehen und leuchtet. So um 0.20 Uhr ist das Spektakel vorbei.

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Langes WoMo sinnvoll Planung Freikilometer
Norwegen Maut BroPas
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt