Hallo Pedro, hier ein Auszug aus meinem
Reisebericht Winter 2005.
ROVINJI kann ich Dir nur wärmsten empfehlen.
Tag 1: Die große Reise beginnt, … auf Istrien angekommen (11.11.2005)
Istrien ist eine waldreiche Halbinsel auf 3.885 km2. Sie erstreckt sich vom Golf von Triest bis zur Kvarner-Bucht. Die Region teilt sich nordwestlich auf in Italien, im Norden Slowenien und im Süden Kroatien. Istrien besteht zum großen Teil aus verkarsteten Kalkgebieten. Die höchste Erhebung ist der 1.396 Meter hohe Vojak. Verträumt, verschlafen, und wohl zu klein um vom Massentourismus eingenommen zu werden liegt der bereits in der Römerzeit beliebte Ferienort Umag an der Nordwestküste Istriens.
Vom Faaker- See kommend erreichen wir Umag gegen 14 Uhr an diesem 11. November 2005 und haben auch keine Mühe einen Parkplatz für unseren Camper direkt am Meer und nördlichen Eingang zur Altstadt zu finden. Dies verdanken wir wohl eher der winterlichen Jahreszeit. Touristen jedenfalls finden wir an diesem sonnigen und relativ 18 Grad warmen Tag kaum vor.
Ein Ausflug nach Umag lohnt sich. Einmal die Gassen durchstreifen. Die dem Festland vorgelagerte, felsige Landzunge, auf der dieses Städtchen gebaut wurde bietet zahlreiche Ansichten, Aussichten und so manches Fotomotiv.
Umag, ein kleiner verträumter Ort an der Nordwestküste Istriens ist Ferien– und Fischerort gleichsam. Viele Restaurants säumen den Küstenweg rund um die Stadt. Eine willkommene Gelegenheit bei einem Dinner den Sonnenuntergang auf einer der vielen Terrassen am Meer zu erleben.
… die erste Nacht und unser „Hotel„ direkt am Meer
Nur 5 Kilometer südlich von Umag findet sich nur wenige hundert Meter von der Küstenstrasse Richtung Rovinj, rechts zum Meer hin, der Ort St. Lorenzo. Hier in der Bucht kann man ungestört und fernab lauter Orte die Nacht verbringen. Sonnenuntergang am Meer inbegriffen. Wir jedenfalls stehen hier erstklassig und genießen unsere erste Nacht am Meer. Die erste unserer Reise.
Land + Leute
Wir sind überrascht wie freundlich die lokale Bevölkerung ist. Keine Aufdringlichkeiten der Verkäufer der zahlreichen Shops an der Promenade. Die Leute sind eher leiser und zurückhaltender was wir als sehr angenehm empfinden.
Preise
Wir kaufen 1 Kilo kleine Hummer und zahlen € 12,00. Der Liter Diesel kostet 730 Kuna, das sind umgerechnet € 1,00. Für einen Euro bekommen wir auf dem Markt 10 Mandarinen. Ein Päckchen Zigaretten ist mit € 2,50 noch erschwinglich.
Tag 2: Zwei wahre, istrische Perlen; Porec und Rosinj (12.11.2005)
Von St. Lorenzo, wo wir die Nacht sicher und gut verbrachten folgen wir der Küstenstrasse in südlicher Richtung. Das Novigrad durchfahren wir nach ca. 12 Kilometern und machen den ersten Tagesstop in Porec, einem kleinen Hafenstädtchen welches auf einer Halbinsel liegt. 129 v. Chr. von den Römern erobert und in damals in Parentum umbenannt ist der Ort heute ein lohnendes Ausflugsziel.
Die Altstadt und die Basilika stehen seit 1997 unter dem Schutz der Unesco und sind im Weltkulturerbe aufgenommen.
Wir durchstreifen die Stadt und atmen tief die Ausstrahlung und Geschichte der alten Baudenkmäler, der vielen Gassen und kleinen romantischen Plätze ein. Ein wahrhaft lohnender Besuch. Porec hat nicht nur Geschichte sondern auch ganz viel Charme und einen natürlichen Charakter.
Auf dem Frischmarkt von Porec, der direkt an der Altstadt angrenzt, decken wir uns mit Fisch, Gemüse, Kartoffeln und Wallnussschnaps ein.
Weiter geht es am Limski-Kanal vorbei. Vorbei? Nein, wir halten an und schauen uns um. Ist dies vielleicht ein Platz für die Nacht? Viel gepriesen und beschrieben als der einzigartige Fjord Istriens und ebenso als geomorphologisches Wunder können wir diese Beschreibung nicht so recht nachvollziehen. Nein, wir wollen „Meer“ erleben und attraktiver übernachten.
Es geht weiter nach Rovinj, der wahren Perle Istriens. Auf einen Felsvorsprung ins Meer gebaut zeugt diese Stadt von der Architektur und Leben des Mittelalters.
Kleine enge und romantische Gassen mit Häusern die sich aneinander anzulehnen scheinen oder wiederum, wie als trutzige Festung ineinander verkeilt sich gegenseitig stützen. Gerade so als wollten sie sich dem Meer entgegenstemmen.
Als Krönung auf dem Stadthügel die Kirche der hl. Euphemia aus dem 18. Jahrhundert. Wer die schmalen engen Gassen Stiegen und Steigen durchwandert findet viele interessante Fotomotive. Rovinj muss man einfach besucht haben. Am Ortseingang findet sich ein ausgewiesener Camper-Stellplatz mit guter Ausleuchtung und auf Asphalt. Die Übernachtung ist kostenfrei. Wir nehmen die Einladung gerne an.
Sprache
Wo wir auch hinkommen, man spricht meist sehr gut Deutsch und Englisch auf Istrien, Cres und Krk. Irgendwie fällt uns dazu etwas in Richtung Pisa-Studie ein. Wie viel Sprachen sprechen deutsche Schüler …?
Tag 3 und 4: Die Insel Cres, ein leerer Planet im Winter (13. – 14.11.2005)
Von Rovinj, wo wir eine ruhige Nacht verbrachten planen wir am nächsten Tag nach Pula, im Süden Istriens, zu reisen.
Uns lockt das antike Amphitheater, welches seinerzeit das drittgrößte Europas war. Den Beschreibungen gängiger Reiseführer entnehmen wir, das Pula eine echte Attraktion ist und wir planen 2 Tage. Das Amphitheater ist schnell gefunden und besichtigt es grenzt direkt an die Altstadt und ist auf dem Weg zum Stadtzentrum nicht zu übersehen. Pula selbst allerdings entspricht nicht den Beschreibungen. Sicherlich gibt es für den geschichte- interessierten Reisenden viel zu erkunden in der Altstadt von Pula. Wir vermissen jedoch den Charme dieser Stadt, der laute und aufdringliche Verkehr nervt, im Hafen geht es laut zu und wir entscheiden uns kurz und schnell zur Weiterreise.
Die Ostküste Istriens fahren wir hinauf über Labin nach Brestona. Hier setzen wir über zur Insel Cres. Die Überfahrt für unser knapp sieben Meter
Wohnmobil und mit zwei Personen kostet € 33,00. Nach einer halben Stunden landen wir an auf Cres.
Wir besichtigen das Hafenstädtchen Cres und fahren weiter südlich die Küste hinunter zum Örtchen Osor. Hier ist die Insel Cres mit der Nachbarinsel Losinj per Drehbrücke verbunden.
In Osor und direkt vor der Brücke, rechts hinein, finden wir einen Platz für die Nacht. Wieder stehen wir direkt am Meer und haben einen wunderschönen Blick auf die Insel Zeca. Abends schauen wir den Einheimischen beim fischen zu. Die Sonne verliert sich im Meer und auf unserer Menükarte stehen heute Abend Hummerkrebse, frisch gefangen aus dem Limski-Kanal. Die Nacht ist ruhig und friedlich, nichts stört unseren tiefen Schlaf. Am frühen morgen werden wir durch die Motoren der Fischerboote geweckt. Ein neuer, sonniger Tag beginnt.
Cres ist ein echtes Erlebnis
Der erste Eindruck verschlägt uns den Atem. Wunderschöne Ausblicke über das Meer und die Inseln, weiße Gerölllandschaften, üppige Vegetation und ein strahlend blauer Himmel bei 18 Grad und das im November 2005
… zu empfehlen
Auf der Insel Cres sollte man sich unbedingt die Hafenstadt Cres selbst und auf Losinj den Hafen von Mali anschauen. Auch der Süßwasser-See im Landesinneren bei Lubenice ist einen Ausflug wert.
Frischwasser tanken …
Die Tankstelle vor direkt rechts vor Mali auf Losinj bietet kostenlos Frischwasser für unseren Tank.
Internet
Cres bietet 4-5 Wireless-Lan-Netze, die ungesichert und offen sind. Uns gelingt es jedoch nicht unser AOL damit zu starten. In Mali befindet sich direkt im Hafen ein Computer-Shop. Hier können wir internet(ten) und erste Bilder verschicken. Für rund eine Stunde zahlen wir € 1,00.
Tag 5 bis 8: Die Insel Krk, Wintereinsamkeit pur (15.-.18.11.2005)
Einen besseren Platz für die Nacht hätten wir nicht finden können, wir stehen im Hafen und schauen auf die mittelalterliche Stadt Krk.
Krk selbst muss man gesehen haben, allerdings reichen 2 Stunden aus für diese Exkursion. Krk ist auf keinem Fall zu vergleichen mit Rovinj auf Istrien. Leider sind auf Krk die Restaurationen nicht sehr fachgerecht und die Weiterentwicklung und Erhalt dieser alten Stadt eher dürftig durchgeführt worden. So fehlen hier ganz klar der Charme und die Ausstrahlung, die eine solche Stadt haben sollte. Zu erkunden gibt es dennoch einiges und wenn man auf Krk ist, ist Krk auch ein Muss.
Am Tag 6, dem 16. November 2005, ein diesiger Tag mit aber immerhin 17 Grad im Schatten geht es weiter nach Stara Baska. Eine wunderschöne Fahrtstrecke die weißen Gebirge hinunter. Weit kommen wir allerdings nicht, im Ort haben die Strassen eine Breite von zwei Metern und verwehren uns somit Zufahrt zum dem kleinen Örtchen.
Auf dem Rückweg biegen wir links ab. Eine Teerstrasse führt zu einem ?-Campingplatz direkt an der Bucht gegenüber Krk. Der Platz ist geschlossen aber bietet die Möglichkeit sich vor dem Eingang aufzustellen. Hier ist es sehr einsam und wir haben Zeit und Ruhe den Camper zu reinigen, hier und große Wäsche ist auch angesagt. Wir richten uns für die Nacht ein und werden auch heute wieder ein großartiges Panorama über das Mittelmeer und Krk genießen. Auf dem Markt von Krk haben wir uns noch schnell am morgen mit den wohlschmeckenden Hummern eingedeckt. Heute wird gegrillt. Wir freuen uns auf den Sonnenuntergang, die Hummer, eine Flasche Wein und eine gute Zigarre.
Das Hafenstädtchen Krk
Und das ist der Blick den wir quasi aus unserem Wohnzimmerfenster haben, über die Hafenbucht auf die Altstadt von Krk.
Wir stehen direkt im Hafen vor einer kleinen Werft und genießen am Abend die Lichter der Stadt und das Treiben der Fischer im Hafen.
Gas
Mit einem Adapter ist es möglich unsere deutschen
Gasflaschen an der Tankstelle von Krk nach Banska füllen zu lassen. Die hier in
Kroatien genutzten Gasflaschen passen nicht in den Flaschenschrank des Campers. Den Adapter sollte man allerdings selbst mitbringen.
Ein
Stellplatz mit Blick auf die Altstadt Krk und weitere …
Besser hätten wir die letzten drei Nächte auf Krk nicht stehen können.
Den ersten Abend genossen wir den Blick auf die Stadt Krk vom Hafen aus. Die zweite Nacht hatten wir Einsamkeit pur in den Bergen Krk`s plus Blick auf die Stadt Krk, mit ihren vielen Lichtern, die sich im Hafenwasser spiegeln. Der Stellplatz für die dritte Nacht in Baskra war von einer spektakulären Kulisse und einem tosendem Meer geprägt.
Wir stehen in Banska direkt am Meer. Blicken auf das kleine Städtchen und nur 5 Meter von uns entfernt rauscht die Brandung des Meeres ans Ufer. Der Ausblick ist „Meer“ als einmalig. Der Blick hinauf zum Himmel mit dramatischen Wolkenformationen und Farben lassen uns winzig erscheinen. Natur ist was Einmaliges. Wir freuen uns es so direkt erleben zu dürfen. Es ist kühler geworden und Sturm kommt auf. Bei 10 Grad Außentemperatur schmeißen wir die
Heizung gerne an.