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Frühmorgens verlassen wir unseren tollen Übernachtungsplatz und wollen auf dem offiziellen Caminito Parkplatz parken. Merkwürdigerweise öffnet dieser erst später als der Weg selbst, also suchen wir uns ein Plätzchen am Straßenrand und parken zufällig direkt vor dem Tunnel, der den ersten Teil des Hinwegs zum Tickethäuschen ausmacht. Als wir dort um kurz nach 8 Uhr ankommen, sind wir zwar nicht die ersten, aber immerhin weit vorn in der Schlange. Neben uns wartet ein italienisches Ehepaar. Die beiden sind super nett, aber mein Spanisch ist danach wieder komplett im Eimer, weil das Italienisch, das ich sonst mehr oder weniger zurückhalten konnte, wieder total Oberwasser bekommen hat :lach: Knapp zwei Stunden später sind wir dann endlich um 4 Tickets reicher - und 72€ ärmer...
Der Weg ist nach seiner Erneuerung leicht begehbar, aber trotzdem spektakulär. Die Ausblicke sind immer wieder neu und imposant. Rund 7km legt man zurück, danach wird man von einem Shuttlebuss quais automatisch (immer den anderen Touris folgen) zurück zum Start gebracht. Alles in allem ein teurer Spaß, der sich aber durchaus gelohnt hat.
Am frühen Nachmittag erreichen wir unser WoMo und reisen nach einem kurzen Einkaufs- und VE-Stopp (sehr empfehlenswerter Platz) in Campillos weiter. Wir steuern einen kostenlosen Stellplatz in Algodonales an, das sich als zauberhaftes kleines Städtchen entpuppt. Wir sind nur wegen des gut bewerteten Platzes darauf gestoßen, aber der Ort ist wunderhübsch, besitzt eine schöne Kirche und etliche Restaurants. Wir lassen den Tag bei sagenhaft leckeren und sagenhaft günstigen Tapas an der belebten Plaza ausklingen.
Area de Autocaravanas Algodonales VHFQ+MV Algodonales, Spanien
Die Plaza in Argodonales:
Keine Ahnung, welches hübsche Pueblo blanco das ist. Ich glaube, ich habe es im Vorbeifahren aus dem Auto heraus fotografiert...
Nach der Übernachtung in dem eher unbekannten "weißen Dorf" Argodonales besuchen wir noch mehrere weitere. Zahara de la Sierra muss sich mit einem Fotostopp begnügen, Grazalema wird näher erkundet. Allein die Anfahrt hier hoch ist lohnenswert. Das Dorf schmiegt sich an den Berg, zu seinen Füßen Wiesen mit Ziegen, die den typischen Ziegenkäse liefern. In einer Queseria kaufen wir ein Stück und wir alle finden diesen Käse köstlich. Wir spazieren ein wenig durch das Dorf und lassen eher die Atmosphäre auf uns wirken. Danach geht es weiter nach Ronda. Auf dem Weg kreist eine größere Gruppe Geier über uns. Nicht zum ersten Mal bereue ich, dass ich die meisten Objektive dabei habe, mein Tele aber gerade nicht. Dabei fühlt es sich hier manchmal an wie auf einer Safari ;)
In Ronda packen wir endlich mal wieder die Räder aus. Wir fahren vom Stellplatz in ca. 15 min ins alte Zentrum, besichtigen die berühmte Brücke, die beide Stadtteile verbindet, eine Kirche mit spannenden Balkonen, schlendern durch die Fußgängerzone, essen ein Eis... Fast kaufe ich mir einen Korkgürtel, der richtig schön aussieht, aber verdächtig günstig ist. Ein Blick aufs Etikett bestätigt: 100% Plastik :cry: Ich frage nach echtem Chorco, was eine Diskussion (auf spanglisch!) mit drei Verkäufern nach sich zieht, die mich erst mal alle davon überzeugen wollen, dass es sich um einen echten Korkgürtel handelt :razz:
Am späten Nachmittag sind wir wieder am Wohnmobil. Hier könnten wir auch gut die Nacht verbringen, für 24h ist ja auch schon bezahlt. Aber es zieht uns weiter, wir möchten am nächsten Tag Tarifa erreichen und dort noch etwas vom Tag haben. Also fahren wir los und steuern den Stellplatz von Casares an, der etwas außerhalb des Ortes, aber mit tollem Blick über die Berge gelegen ist und trotz seiner geringen Größe noch mehrere freie Plätze und einen Spielplatz und einen Aussichtskletterhügel direkt nebenan bietet - perfekt!
Área de Autocaravanas Ciudad de Ronda QV22+WR Ronda, Spanien
Stellplatz Casares CPWC+9M Casares, Spanien
Zahara de la Sierra
Grazalema
Ronda
Stellplatz Casares
Azalee123 am 28 Apr 2023 10:16:42
Tag 14 Donnerstag, 13. April Casares - Tarifa (Hoppla, irgendwo bin ich mit dem Datum verrutscht!)
65km / ca. 1:30h
Morgens beim Frühstück fällt die Entscheidung: Gibraltar muss nicht sein, aber eine Whale Watching Tour in Tarifa wäre toll! Ich hatte im Vorfeld schon geschaut, welcher Anbieter uns gefallen würde, und war auf "Firmm" gestoßen. Einen Anruf später haben wir Plätze für die 10:30 Ausfahrt reserviert (der Nachmittag fällt aus wegen starken Windes) und eilen die Berge hinunter, an Gibraltar vorbei und auf den ersten freien Platz in der Área Autocaravanas Tarifa. Zum Hafen sind es nur gut 10min zu Fuß und so sind wir gerade noch pünktlich vor Ort, um den Großteil des Einführungsvortrages noch mitzubekommen.
Die Fahrt ist ein tolles Erlebnis, besonders als ein "Blow" gesichtet wird. Beim Näherkommen wird klar: zwei Finnwale! Wir sehen tatsächlich die zweitgrößten Meeressäuger überhaupt, ein gut 20m langes Tier mit einem Jungen bei sich. Wir folgen den beiden recht lange und auf dem Rückweg sehen wir zwar keine Delphine, aber einen Schwarm von Flamingos, die dicht über den Wellen fliegen. Firmm kann man nur empfehlen: deutschsprachig (plus spanisch und englisch), sehr respektvoller Umgang mit den Tieren und die Einnahmen gehen komplett in ihre Forschungsprojekte.
Nach der spannenden Ausfahrt spazieren wir in Tarifa entlang der Strandpromenade und bestaunen die beiden Meere. Tarifa bietet zumindest optisch richtig karibische Eindrücke. Überhaupt gefällt uns das Flair hier total gut. Es liegt eine Lockerheit in der Luft, der Ort ist multikulturell geprägt, Afrika im Hintergrund tut sein übriges und das Licht! Es ist einfach noch mal anders als sonst und der Name Costa de la Luz hat seine volle Berechtigung.
Gegen Abend ziehen wir noch einmal los und gehen am Hafen essen - natürlich mit Blick auf Afrika. Auch der Sonnenuntergang ist ein einziger Traum. Tarifa wäre definitiv ein Ort, um sich auch länger aufzuhalten!
Stellplatz 299Q+5Q Tarifa, Spanien
Gibraltar aus der Ferne, Marokko im Hintergrund - ganz nah...
Finnwale!
Und Flamingos
Tarifa
Stellplatz
Zwei Meere...
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MilesandMore am 28 Apr 2023 10:42:07
Vielen Dank das du deine Reise mit uns teilst. Besonderen Dank für die Stellplätze mit Bildern.
Beste Grüße Bernd
harrymobil am 28 Apr 2023 10:50:12
Einfach super, Dein Reisebericht! :autofahren: Finnwale live zu beobachten, darum beneide ich Dich. :dankeschoen: Gerne würde ich Dir für Deine Ausführungen ein POSITV :daumen2: schenken, aber ich bin leider dazu nicht berechtigt. Vielleicht tun´s andere :?:
Beduin am 28 Apr 2023 14:43:34
Sisch, da gibts sogar für mich alten Spanien Hase noch was neues. Wale beobachten, hatte ich bis jetzt nicht auf dem Schirm Bedankt für deine Mühe uns an eurer Tour teilhaben zu lassen und schön, dass sie so toll klappt!
huohler am 28 Apr 2023 17:30:49
Wir waren auch schon mehrmals in Tarifa, hören aber von Walwatching dort zum ersten mal. Vielen Dank für deinen Bericht! Wir sind als Costa de la Luz Fans gespannt wie es weiter geht.
Hubert
Azalee123 am 28 Apr 2023 18:39:37
Das freut mich ja, dass ich euch hier noch auf neue Ideen bringen kann :top:
harrymobil hat geschrieben:Gerne würde ich Dir für Deine Ausführungen ein POSITV :daumen2: schenken, aber ich bin leider dazu nicht berechtigt. Vielleicht tun´s andere :?:
Dann mach ich das für dich,
Klasse Bericht und ein paar Tipps von mir hats du ja umgesetzt :D , aber auch ich habe mir das Ein oder Andere von dir notiert für eine spätere Reise.
Und wenn ich daran denke wieviel Kritik du einstecken musstest, Hut ab schöne Reise mit Klasse Bilder.
Lese gerne weiter mit.
Azalee123 am 28 Apr 2023 22:34:34
Tag 15 Freitag, 14. April Tarifa - Caños de Meca
80km / ca. 1.30h
Wir verlassen das sympathische Tarifa, halten aber schon wenige Kilometer weiter an einer Wanderdüne an. Besonders die Kinder haben ihren Spaß mit dem feinen weißen Sand. Sie springen die Sanddünen hinunter wie die Wilden und es entstehen sagenhafte Fotos. Mit meinen Kindern im Netz bin ich allerdings konsequent, die gibt's daher leider nicht zu sehen... Wir haben Glück bei unserem Stopp, denn als wir gerade wieder im Auto sind und den Sand aus den Klamotten schütteln, kommt die Polizei vorbei und fordert uns auf weiterzufahren. Vor lauter Begeisterung haben wir übersehen, dass man nicht an der Straße parken darf, die genau durch die Düne führt... Wir entschuldigen uns und fahren schnell weiter. Der nächste Halt dient einer kurzen Wanderung zur Cueva del Moro in einem Geierfelsen. Die Geier sind wie gewohnt weit oben und die Cueva ist nur für echte Kletterprofis zu erreichen, aber die Ausblicke auf die Küste sind super. Am frühen Nachmittag schließlich erreichen wir Los Caños de Meca und unseren dortigen Stellplatz, der ein paar Euro kostet, dafür aber auch super ausgestattet ist. Hier waschen wir ein zweites Mal ;) Außerdem gibt es einen Brötchenservice und sanitäre Anlagen, die wir aber nicht nutzen.
Den Rest des Nachmittages verbringen wir am Strand, wofür wir noch einmal die Fahrräder auspacken. Mich reizt eine nur bei Ebbe erreichbare Bucht am Ostende des Dorfes. Während die Kinder spielen und sich meine bessere Hälfte im Strandzelt langstreckt, klettere ich über Felsen und wate durch Wasser, um den versteckten Strand zu erreichen. Weil Niedrigwasser aber schon vorüber ist, werfe ich nur einen kurzen Blick auf den Abschnitt und mache mich schnell wieder auf den Rückweg. Unterwegs kaufen wir noch frischen Kaffee in einem urigen kleinen Coffeeshop. Der Inhaber röstet selbst und hat allerlei feine Bohnen im Angebot. Als Kaffeeliebhaber genau das richtige für uns und wir erstehen ein Päckchen Ecuador-Bohnen, die in den nächsten Tagen erst in die Handmühle und dann in die French Press gehen - unsere Standardausstattung, wenn wir unterwegs sind.
Leider ist der Tag nicht lang genug, um noch das Cabo de Trafalgar zu besuchen. Aber die Tage sind mittlerweile gezählt und wir haben noch die eine oder andere Station im Sinn, so dass wir lieber darauf verzichten und am nächsten Morgen weiterfahren.
Stellplatz 5XQH+QF Los Caños de Meca, Spanien
Vom Stellplatz habe ich irgenwie kein Foto, aber er war nett :)
Azalee123 am 29 Apr 2023 08:17:35
Tag 16 Samstag, 15. April Canos de Meca - Sevilla
200km / ca. 3.30h
Jetzt, ganz im Süden Andalulsiens, müssen wir endlich der Wahrheit ins Auge sehen: In den nächsten Tagen müssen wir zurück :cry: Ich habe das Gefühl, noch mindestens zwei Wochen so weitermachen zu können... Aber es hilft nichts und die Rückreise will besser geplant sein, bevor wir in zeitliche oder belastungsmäßige Stresssituationen kommen. Die Route vom Süden zurück ist ohnehin über Nordspanien am kürzesten und uns reizt es nicht, im Schnelldurchlauf das Mittelmeer entlangzupreschen. Außerdem war der Norden sooo schön... Wir entscheiden uns also, nach dem Besuch von Cádiz, der heute auf dem Programm steht, mehr oder weniger entlang der von Google vorgeschlagenen Nord-Route zurückzufahren. Statt die Zeit bis zu allerletzt im Süden zu verbringen, planen wir aber noch den einen oder anderen Stopp auf der Rückfahrt ein, damit wir nicht (mind.) 3 Tage lang von frühmorgens bis spätabends im Auto sitzen.
Aber zunächst mal steht ein weiteres von vielen Highlights an: Wir erreichen noch morgens tatsächlich unser Maximalziel und sind in Cádiz! Die Stadt hält alle ihre Versprechen: ein tolles Flair, beeindruckende Kirchen, tolles Licht und intensive Farben, dazu leckeres Essen... Cádiz gilt als älteste Stadt Europas und liegt fast vollständig vom Meer umgeben auf einer Halbinsel, die nur durch einen schmalen Damm und zwei Brücken mit dem Festland verbunden ist.
Wir parken auf einem riesigen Parkplatz im Hafen (GPQ6+32 Cádiz, Spanien), auf dem man theoretisch auch übernachten kann, und sind in wenigen Minuten zu Fuß in der Innenstadt. Dort bewegen wir uns vermutlich auf den typischen Touripfaden: Kathedrale, die vielen Gassen, Küstenpromenade... Nach einigen Stunden in dieser schönen Stadt geht es am späten Nachmittag weiter - wir möchten noch bis Sevilla fahren und diese Stadt am nächsten Tag besuchen. An Sevilla einfach vorbeizufahren, wäre wohl ein großes Versäumnis...
Der Stellplatz in Los Hermanos hat nach einem Anruf zwar noch Plätze frei, die Busverbindungen sind sonntags allerdings sehr rar, erklärt mir der Betreiber. Deshalb steuern wir den Platz in Gelves an, der schön am Fluss gelegen ist und bessere Verbindungen bietet. Leider ist er bei unserer Ankunft komplett voll. Also bleibt nur noch der städtische Stellplatz. Die Rezensionen klingen zwar nicht gerade begeistert und die Anfahrt ist auch irgendwie dubios, aber letztlich ist es einfach ein riesiger asphaltierter Parkplatz mit Zaun, Licht und Rezeption, auf dem wir völlig unkompliziert übernachten. Trotz seiner Nähe zu Hafen und Innenstadt ist es uns nicht zu laut zum Schlafen. Für einen Stadtbesuch absolut ausreichend!
Stellplatz 9274+53 Sevilla, Spanien
Eine Katzenversorgung unweit der Kathedrale
Stellplatz Sevilla
Azalee123 am 01 Mai 2023 09:43:29
Tag 19 Sonntag, 18. April Sevilla - Monesterio
95km / 1.15h
Am nächsten Morgen beginnen wir unseren eintägigen Stadtrundgang. Am Abend haben wir noch Online-Tickets für den Alcázar gekauft, Einlass 16:30 Uhr. Für die Kathedrale gab es keine passende Zeit mehr, deshalb ist der Plan, sich an der Iglesia El Salvador Kombitickets zu kaufen, dort ist die Schlange nämlich üblicherweise kürzer, das Ticket gilt aber ohnehin für beide Kirchen.
Aber zuerst geht's durch den Parque zur Plaza de España. Was für ein fotogener, bunter Platz! Wir halten uns hier recht lange auf, zumal es eine Flamencogruppe mit Tänzerin zu bewundern gibt.
Weiter geht's, wir nähern uns dem alten Zentrum. Unterwegs bestaunen wir farbenfrohe Gebäude, wilde Papageien, die in Palmen brüten, kleinere Kirchen und viele schmale Gassen. Wir laufen bis zu den Setas, den Pilzen Sevillas, einer modernen riesigen Holzkonstruktion. Leider ist es nicht mehr möglich, nur für den Aufstieg auf den Mirador zu zahlen und 40€ inkl. Lichtshow etc. sind uns dafür zu viel.
Zwischen Las Setas und der Kathedrale entscheiden wir uns für eines der unzähligen Restaurants und genießen Tapas und Tortilla.
Dann wird es spannend: Wie ist die Lage an der Kathedrale? Da es Sonntag ist, öffnet sie erst um 14:30 Uhr. Wir sind um 14 Uhr vor Ort, als sich gerade erst allmählich eine kleine Schlange bildet. Dann lohnt es sich nicht, bei der anderen Kirche Tickets zu kaufen. Wir warten also und sind pünktlich um halb drei im Inneren dieser riesigen Kirche. Sie ist die drittgrößte überhaupt, nach dem Petersdom und der St. Paul's Cathedral. Die Kathedrale präsentiert sich so imposant wie beschrieben. Bei etlichen Nebenräumen kann man sich regelrecht verlaufen. Zum Abschluss besteigen wir noch die Giralda, den Glockenturm, der aus islamischer Zeit erhalten geblieben ist.
Wir liegen gut in der Zeit und sind überpünktlich am Alcázar, wo wir sogar noch etwas warten müssen, weil man nicht vor der offiziellen Einlasszeit eintreten darf. Die Palasträume gefallen uns außerordentlich gut, für uns sind sie eine kleine Entschädigung für den verpassten Besuch der Alhambra in Granada.
Mittlerweile ist es fast schon früher Abend, als wir das alte Zentrum über das Viertel Tirana verlassen. Nach insgesamt rund 18km Fußmarsch bei gut 30°C erreichen wir wieder unser Wohnmobil. Nicht schlecht, aber es hat sich absolut gelohnt.
Jetzt im April ist es bereits sehr lange hell, deshalb fahren wir lieber noch ein Stündchen und übernachten dafür ländlich und ruhig. Wir finden einen schönen Stellplatz in Monesterio am Ortsrand und lassen einen weiteren erfüllten Tag ausklingen.
Stellplatz Monesterio 3PVF+H5 Monesterio, Spanien
Niederrhein am 02 Mai 2023 21:52:44
absolut mitreißend - dein Bericht !
dazu erstklassige Fotos, dazu SP Tipps; das Gesamt Paket macht Lust auf Spanien :wink:
Danke ... gerne weiter so :bindafür:
Azalee123 am 04 Mai 2023 06:14:09
Danke schön! Klar, ich mache natürlich noch weiter und bringe die Reise hier zu Ende. In den letzten Tagen hatte ich nur leider sehr wenig Zeit. Zwei Tage kommen noch und dann sind es noch weitere zweie Rückfahrtage.
Azalee123 am 04 Mai 2023 20:22:12
Tag 20 Montag, 19. April Monesterio - Briviesca
650km / 8h
Weil es uns im Norden Spaniens zu Beginn unserer Reise so gut gefallen hat, steht heute das Streckemachen an oberster Stelle, damit wir das Ende der Reise noch eben dort verbringen können. Wir passieren daher leider sowohl Merida als auch Cacéres, ohne die beiden sicherlich sehenswerten Städte anzuschauen. Zeitlich passt es besser für Salamanca, eine quirlige Universitätsstadt mit imposanter Kathedrale, die aber leider geschlossen ist, als wir am Nachmittag dort sind. In der belebten Fußgängerzone essen wir das obligatorische Eis und decken uns anschließend noch in einem kleinen Laden mit selbstgemachten typischen Süßigkeiten der Region ein.
Schließlich fahren wir weiter und finden gegen Abend einen kleinen Stellplatz in Briviesca unweit der Autobahn. Schnell noch etwas kochen, eine Runde Gesellschaftsspiele und dann schnappt sich wie immer noch mal jeder sein Buch (bzw. E-Book-Reader, sonst hätten wir doch noch ein Gewichtsproblem bekommen :lol:) und verzieht sich ins Bett. Herrlich, könnte immer so weitergehen :lach:
(Ich muss an dieser Stelle mal sagen, dass das mit den Stellplätzen sooo unkompliziert ist! Wir fahren einfach so lange, wie wir Lust haben. Irgendwann gucke ich in Park4night - gefiltert auf ausschließlich eingetragene Stellplätze, versteht sich - und schlage vor: Da wäre einer in 30min, oder wir fahren zum nächsten, das ist eine Stunde... Kurze Kontrolle noch in den Bewertungen, dass wir nicht danebengreifen und dann halten wir im Prinzip immer dann und dort, wo es gerade passt.)
Stellplatz HM2C+GC Briviesca, Spanien
Azalee123 am 05 Mai 2023 21:33:16
Tag 19 Dienstag, 18. April Briviesca - Bilbao - Bermeo
(Sorry, irgendwann bin ich total rausgekommen mit dem Datum, deshalb sind die Bezeichnungen teilweise vollkommen unlogisch. Dieser Tag hier aber stimmt!)
80km / 2h
Vorletzter Tag in España :cry: Heute besichtigen wir noch Bilbao bzw. vor allem das berühmte Guggenheim Museum. Über Park4night finden wir einen Parkplatz nahe des Zentrums, auf dem zwar sämtliche markierten Plätze zu kurz für unser Wohnmobil sind, uns der Platzwart aber dennoch einen Platz zuweist und wir das Auto mit gutem Gefühl stehenlassen. Einzig das Einparken war buchstäblich Zentimeterarbeit. Zwischen die Markise und eine Betonsäule passte gerade so meine Hand - aber nur flach!
Zunächst geraten wir in eine Demo der baskischen Arbeitervereinigung ELA, finden aber schnell wieder heraus und erreichen das Museum. Das ist durchaus beeindruckend, auch für uns eher weniger Kunstinteressierte. Da ich nicht weiß, ob Fotos aus dem Inneren veröffentlicht werden dürfen, gibt's nur solche von außen. Besonders toll finde ich ja "Maman", die 9m hohe Spinne zwischen Fluss und Museum!
Wir beenden den Besuch der Stadt mit einer Pause auf einem sehr schönen Spielplatz direkt neben dem Museum und dem Gang zurück zum Parkplatz, wo wir unser WoMo wohlbehalten auffinden.
Nach der Besichtigung Bilbaos wollen wir eigentlich noch zum der Küste vorgelagerten Kloster Gaztelugatxe fahren. Die Parksituation hier ist leider aber noch viel komplizierter, als es unser Reiseführer schon angedeutet hat. Der Parkplatz oberhalb des Miradors, der für Wohnmobile als einziger zugelassen ist, ist von PKWs belegt. Entlang der Straße gibt es keine legalen Parkplätze, die einzige wirkliche Alternative wäre der Gemeinde-Stellplatz im Ort Bakio. Auf diesen gelangt man nur, wenn man sich eine App herunterlädt, ein Konto einrichtet und mit Kreditkarte bezahlt. Soweit ok. Allerdings lässt sich die Einfahrtszeit von 18 Uhr nicht ändern und da es erst bzw. schon 17 Uhr ist, geben wir entnervt auf und verzichten auf die Wanderung von 6 km, die wir sonst vom Parkplatz aus angegangen wären. Ich bin ein wenig enttäuscht, andererseits ist es eigentlich das erste Mal, dass ein Besichtigungsvorhaben nicht klappt (abgesehen von der Alhambra, aber damit hatten wir gerechnet). Naja, otra vez...
Bermeo hingegen funktioniert prima und ist zudem wunderschön! Wir finden einen Platz auf dem ruhigen Stellplatz am Friedhof oberhalb des Fischerdorfes. Da wir relativ früh hier sind, schlendern wir noch gemütlich oberhalb der Küste und durch das pittoreske Dorf, bevor wir uns an einer schönen Plaza am Hafen mit tollem Spielplatz in einem Restaurant zum Essen niederlassen. Etwas wehmütig sind wir, denn dies ist unser letzter Abend in Spanien...
Stellplatz Bermeo C7FF+9R Bermeo, Spanien
Bakio:
Bermeo: Wunderschön!
Azalee123 am 06 Mai 2023 08:19:59
Tag 20/21 Mittwoch u. Donnerstag 19.u.20. April Bermeo - St..Marcel-en-Murat - Zuhause
750km / 10h und 880km / ca. 11h
Jede Reise hat ein Ende...
Die letzten beiden Tage unserer Reise verbringen wir fast ausschließlich mit Fahren. Mittwochs geht es zunächst durch Westfrankreich, wir fahren im Prinzip den gleichen Weg zurück, den wir auch gekommen sind. Da das Wetter viel besser ist, sehen wir heute etwas von der Landschaft und nicht nur graue Regenwolken und Nebelschwaden wie vor knapp drei Wochen. Unser Ziel ist es, so weit zu kommen, dass wir es am nächsten Tag nach Hause schaffen, wenn kein großer Stau dazwischenkommt. Das Ziel geht auf; der Verkehr am Mittwoch ist flüssig, am Donnerstag etwas staulastig, aber nichts, was uns mehrere Stunden kostet.
Krass finden wir den Stressfaktor, der sofort auf der Autobahn einsetzt, als wir die Grenze nach Deutschland passieren. Wie angenehm ist es in Frankreich und Spanien mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen gewesen!! Keine heranjagenden Autos von hinten, wenn man mal nach links und einen LKW überholen möchte, sondern ein einträchtiges, entspanntes Fahren in meist sehr ausgeglichenem Fluss.
Außerdem lernen wir: Die A5 von Freiburg bis Karlsruhe fahren wir nie wieder mit einem Gefährt >3,5t. Die Autobahn ist überwiegend zweispurig und für LKW gilt ein Überholverbot. Wir googeln das noch mal, aber ja, mit unserer 4t-Zulassung sind wir in diesem Sinne ein LKW und dürfen ebenfalls nicht überholen, auch wenn wir 20km/h schneller fahren dürfen als viele der schweren LKW, die heute unterwegs sind. Das ganze zieht sich über bestimmt 100km...
Die Zwischenübernachtung haben wir auf einem unglaublich idyllischen, sehr ruhig gelegenen Stellplatz in St.-Marcel-en-Murat verbracht. Man schläft gefühlt auf dem Dorfplatz direkt am kleinen Rathaus mit Blick in die Felder. Außer uns gibt es nur ein weiteres WoMo, der Sonnenuntergang ist wunderschön, der Platz zum Rumtoben für die Kids geeignet und beim Einschlafen hören wir Käuzchenrufe - hach :love: Letztere werden morgens von Eselgeschrei abgelöst, aber das ist nicht weiter tragisch, denn wir sind bereits um kurz nach 6 Uhr wieder auf der Straße.
Unser Plan geht auf und wir erreichen abends gegen halb sieben unser Zuhause. Wir schaffen sogar noch das vollständige Ausräumen, verbringen den nächsten Morgen mit Putzen und geben nachmittags das WoMo wohlbehalten wieder ab.
Mittlerweile sind wir schon seit zwei Wochen wieder zurück, der Alltag hat uns längst wieder, aber wir blicken noch häufig und mit Dankbarkeit auf diesen tollen Urlaub zurück. Wann immer ich gefragt werde, wie es war, gerate ich ins Schwärmen. Diese drei Wochen waren mit der erfüllteste Urlaub, den wir je gemacht haben. Zum Teil verdanken wir das auch einigen Tipps, die wir hier im Forum erhalten haben - vielen Dank dafür! :top:
Ich kann sicherlich nicht jedem die exakte Nachahmung empfehlen. Die hohe Intensität muss man schon wollen und die Phasen, in denen man einfach nur lesend im Wohnmobil "abgehangen" hat, waren sehr übersichtlich an der Zahl. Das war aber auch so gewollt und wir hätten ja jederzeit die Möglichkeit gehabt, Tempo herauszunehmen und an einem der zahlreichen, sympathischen Fleckchen länger zu bleiben. Im Rückblick möchte ich aber keinen einzelnen Tag missen bzw. gegen Faulenzen eintauschen. Außerdem fühlte es sich unterwegs überhaupt nicht so anstrengend an, wie es - auch für mich - im nachhinein klingt. Für die, die nicht fahren mussten, waren die regelmäßigen Fahrtzeiten die Entspannungsphasen. Dass man dabei lange sitzen musste, war okay angesichts der ständigen aktiven Phasen, die das Fahren immer ablösten. Und auch zuhause sitzt man doch recht viel herum. Unterm Strich haben wir uns alle sehr viel mehr bewegt als im normalen Alltag. Die Kinder haben beim Fahren gelesen ohne Ende, zwischendurch Spiele gespielt, gemalt und gerätselt (der Tisch vor den Sitzen war natürlich super dafür) oder mit den Großeltern zuhause gechattet :lach: Wir haben ebenfalls gelesen, den nächsten Tag geplant, die Landschaft genossen, Fotos gesichtet... Auch das Fahren selbst empfanden sowohl mein Mann als auch ich häufig als weniger anstrengend als mit dem PKW - von Parksituationen mal abgesehen oder wenn uns Google mal wieder durch ein enges altes Städtchen lotsen wollte... Letztlich war es ein steter Rhythmus aus Besichtigungen, Fahren, Wandern, Radfahren, Strandaufenthalten, ruhigen Abenden, Essengehen und Kochen. Und die Besichtigungen ließen sich in Spanien ganz prima sowohl abwechslungsreich als auch mit Phasen des Innehaltens kombinieren: Das war mal das lange ungeplante Fotoshooting in der Wanderdüne, mal ein toller Spielplatz, der sich plötzlich auftat, mal ein super toller Gewürz-/Teeladen in Cádiz, aus dem wir gar nicht mehr herauskamen, das waren die Tapasbars bei schönem Wetter, die "Zwangspause" am Stausee usw.
Fazit: Wir werden das definitiv wiederholen, dann mit Schwerpunkt Nordspanien, evtl. bis rein nach Portugal. Und natürlich träumt es uns jetzt vom eigenen Wohnmobil, aber das wird vielleicht ein neues Thema... :lach:
Stellplatz 82C5+P5 Saint-Marcel-en-Murat, Frankreich
Azalee123 am 06 Mai 2023 08:46:28
Und hier noch zur Ergänzung eine grobe Übersicht über den Tourverlauf. Die meisten Buchstaben entsprechen den (Übernachtungs-)Stopps, aber nicht alle.
Aretousa am 06 Mai 2023 10:48:03
Vielen Dank für diesen wundervollen und sehr informativen Reisebricht. Ich bin sicher, auch eure Kinder werden sich noch lange an diese tolle Reise erinnern.
Super fand ich auch, dass ihr euch dann doch noch für Bilbao und vor allem das Guggenheimmuseum entschieden habt. Jetzt seid ihr wieder gut zu Hause angekommen und die Schule und der Alltag haben wieder angefangen. Bin gespannt, ob es schon bald wieder eine Wohnmobilreise geben wird.
WomoToureu am 06 Mai 2023 13:46:40
Auch von mir vielen lieben Dank für`s "mitnehmen" auf Eurer Tour. Allerdings ist uns bei nur mitreisen schon ein bisschen schwindlig geworden, da ihr so viel gefahren seit. :D
Ich denke auch, dass es ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie war und fürchte allerdings das ihr jetzt ein bisschen Urlaubsreif seit, nach der anstrengenden Tour. Allerdings war es auch etwas ganz anderes und toll so viel zu sehen, so viel Eindrücke und Orte zu sehen.
in dem Sinn, auch weiterhin alles Liebe und Gute.
Aretousa am 06 Mai 2023 14:07:23
Noch eine Frage, vielleicht habe ich es überlesen; wieviele Kilometer seid ihr insgesamt gefahren?
Dirkulation am 06 Mai 2023 15:15:22
Nachdem ich Eure Planung mitbekommen habe und somit auch die kontroverse Diskussion, bin ich sehr froh, dass Ihr Euren Plan durchgezogen habt, denn Ihr seid rückblickend glücklich über die tolle Zeit. Ihr bereut nichts auch wenn Euch das prophezeit wurde.
Wenn ich den Bericht lese und die Fotos sehe, dann kann ich Eure Zufriedenheit absolut nachvollziehen.
Sogar der Wettergott hat es extrem gut mit Euch gemeint. Toll!
Ich habe mich darüber gefreut, dass Ihr Orte in Südspanien besucht habt, die such ich vor 25 Jahren per Rad besucht habe und begeistert war: Ronda, Sevilla, Tarrifa, Grazalemma, ...
Der königliche Wanderweg steht auch noch suf meinem Plan.
Ds habt Ihr für Euer ganzes Leben tolle Erinnerungen an eine tolle Zeit.
mansch am 06 Mai 2023 15:16:32
Da ich den „danke-Button“ auch nach Jahren nicht nutzen darf:
DANKE!
Interessant, nachvollziehbar und gute Bilder.
Manni
Azalee123 am 06 Mai 2023 17:01:37
Vielen Dank für eure lieben Rückmeldungen! Es freut mich, dass ihr die Reise gerne noch einmal miterlebt habt.
Aretousa hat geschrieben:Noch eine Frage, vielleicht habe ich es überlesen; wieviele Kilometer seid ihr insgesamt gefahren?
Stimmt, habe ich ganz vergessen. Das Auto hat am Ende ziemlich genau 6500km angegeben. Ich habe nicht überprüft, ob meine angegebenen Tageskilometer in der Summe damit übereinstimmen. Die Quellen waren da unterschiedlich (Google Maps, MyMaps, Polar Steps), also vermutlich wird das nicht passen, aber ist ja auch egal, so ungefähr jedenfalls :)
hast29 am 02 Dez 2023 09:54:51
Vielen Dank für diesen tollen Bericht.
Eine tolle Tour die ich gerne im Kopf behalte und bestimmt mal nachfahren werden.
TiborF am 02 Dez 2023 14:49:49
Ein sehr schöner Reisebericht - von mir auch :daumen2:
Besonders das Wal-Erlebnis hat mir gut gefallen. Wir waren auch letzten Winter in Spanien und auch 2 Tage in Tarifa - da war aber so ein doller Sturm, dass wir fast weggeweht sind - da hätte ich mich wohl nicht getraut, mit dem Boot auf Wal-Sichtung zu gehen.