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Hallo, liebe Mitlesende! Nachdem ich hier vor etlichen Wochen die Planung unserer Wohnmobilrundreise nach/durch Spanien angefangen und dabei auch viele Tipps bekommen hatte, möchte ich euch natürlich auch einen kleinen Bericht darüber geben, wie es gelaufen ist. Ich habe kleine Tagesberichte immer unterwegs schon geschrieben, die ich teilweise etwas auf das Forum anpassen werde. Ich kann nicht alles auf einmal einstellen, deshalb geht es häppchenweise voran. Fragen sind zwischendurch natürlich willkommen! Los geht es mit den Eckdaten: Familienurlaub mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern (11 und 9). Wir sind in langen Fahrten geübt, waren aber zuletzt vor 10 Jahren mit dem Wohnmobil unterwegs. Dementsprechend hatten wir für die Tour auch nur ein Mietmobil. Wohnmobil: ein Weinsberg Cara Home Alkoven mit 7,41m Länge und klassischem Aufbau (Heckbett, Alkovenbett, Doppelbank, große Dusche). Zugelassen bis 4t. Hier kann ich schon mal sagen, dass wir beim nächsten Mal wohl versuchen würden, mit einem kleineren Wohnmobil auszukommen. Die 4t und die Länge brachten bzgl. Geschwindigkeitsbegrenzungen, Überholverboten auf zweispurigen Autobahnen und natürlich höheren Mautgebühren spürbare Einschränkungen mit sich. Das Platzangebot war hingegen super :) Beim Auspacken haben wir uns die Mühe gemacht und alles gewogen, was im WoMo war. Inkl. uns selbst und unseren vier Fahrrädern kamen wir auf 550kg Zuladung. Dadurch pendelten wir unterwegs immer um die 3,5t, was man an den Mautautomaten in Frankreich merkte :gruebel: Zeitrahmen: unsere Osterferien, daher auf 3 Wochen begrenzt. Wir starteten am Freitag, den 31. März um die Mittagszeit, zurück waren wir am Donnerstag, den 20. April gegen Abend. Das WoMo musste am Samstag zurück sein, aber es war uns lieber, bei der langen Rückfahrt einen Puffertag einzuplanen. grobe Planung: Das Wunschziel war Andalusien und insbesondere die Costa de la Luz mit Cádiz. Wir hatten etliche Überlegungen vorab angestellt, auf welcher Route wir dorthin kommen könnten, was man unterwegs anschauen könnte, wo es sich am besten fährt usw. Eigentlich stand fest, dass der Hinweg zügig durch Frankreich, dann mit etwas Aufenthalt in Nordspanien, zügiger Reise durch Zentralspanien direkt nach Südandalusien führen sollte. Zurück dann im Wechsel Küste und Hinterland das Mittelmeer wieder hoch und über Südfrankreich zurück. Umgekehrt wäre die Reise natürlich ebenfalls denkbar, wir wollten das nicht zuletzt vom Wetter abhängig machen. Die Vorhersage war einige Tage vorher für Nordspanien recht schlecht, daher planten wir schon den Hinweg über Katalonien. Die endgültige Entscheidung fiel dann aber letztlich erst am Freitagmorgen, als klar war, dass das Wetter in Nordspanien nur kühl, aber nicht regnerisch sein würde. Und wer weiß, wie es zweieinhalb Wochen später aussähe... Also: Zuerst Nordspanien! Ich fange mal am Donnerstag, den 30. März an. Wir durften das Wohnmobil am Nachmittag schon übernehmen, so dass wir es in Ruhe einrichten konnten. So der Plan... Leider stellten wir zuhause fest, dass nach dem Befüllen des Wassertanks und dem Ausprobieren einiger zentraler Funktionen Wasser aus der Heizung austrat. Ein Schlauch hatte sich gelöst :-o Da wir ja nicht wusste, ob das nicht unterwegs wieder passieren könnte, musste das Auto am nächsten Morgen direkt noch mal zum Verleiher. Die Sache konnte aber schnell und sicher erledigt werden, uns hatte die Episode allerdings Zeit und etwas Nerven gekostet, so dass tatsächlich auch einiges zuhause vergessen wurde. Darunter war zum Glück nichts elementar wichtiges ;) Thema Packen: Praktischerweise braucht man ja keine Koffer o.ä. Wir trugen daher alles in Wäschekörben ins WoMo. Für die Einrichtung dort verwendeten wir kleine Kisten/Boxen, um bequemer an manches dranzukommen. Das hat sich sehr bewährt, ist für euch alte Hasen aber sicherlich nichts Neues :lach: Worüber ich sehr froh war, war der spontane Griff zu einer noch ungenutzten Rolle rutschfester Matte (IKEA). Ein Teil schnitten wir für die Geschirrschublade zu, wodurch dort nichts in Rutschen und Klappern kam. Noch sinnvoller konnten wir aber den Restmeter verwenden, der passte nämlich super auf den Tisch. Durch die genoppte Oberseite rutschte fast nie etwas von dort herunter und während der Fahrt konnten E-Book-Reader, Malblöcke, das Tablet etc. meist einfach liegenbleiben. Für die Becher hatte ich in einem Campingladen noch diese Klemmhalter gesehen, die waren auch sehr praktisch, sonst hätten wir ständig aus unseren Trinkflaschen trinken müssen. Ansonsten hatten wir zu viele Klamotten dabei. In Spanien steht ja an jeder Ecke ein Waschautomat, meist auch noch mit Trockner daneben. Etwa in der Mitte der Zeit haben wir dort das meiste der getragenen Sachen einmal durchgewaschen und brauchten dadurch etliche Teile überhaupt nicht. Schuhe: Ganz schön schwierig in einem quasi nicht ausgestatteten Mietmobil (also kein Netze an den Wänden, keine Schuhaufbewahrung an der Tür etc.). Wir behalfen uns noch ein paar Tage mit einer Kiste, die ich auf Verdacht mitgenommen hatte (so eine Einkaufskiste zum Zusammenklappen). Die stand ab dann neben der Eingangstür und war unsere Schuhkiste. So flogen die nicht ständig im ganzen WoMo rum ;) Toll fand ich unseren großen Kühlschrank. Eigentlich starteten wir vollausgerüstet für die ersten Tage - eine völlig neue Erfahrung. Butter, Eier, sogar mein geliebter Quark, Frischmilch, Käse, Tofu... alles dabei. Das Fach unter dem Kühlschrank blieb irgendwie immer kühl, dort lagerten wir in einer weiteren Kiste Gemüse, allerdings erst in Spanien, wo wir den ganzen reifen Früchten und Gemüsen oft nicht widerstehen konnten. Allein die Paprika! Und die riesigen Weintrauben, die richtig festes Fruchtfleisch haben! Mega! :lanz: Überhaupt war das Einkaufen total unkompliziert. In Google Maps kurz geguckt, ob ein großer Parkplatz ohne Dach davor ist, Kinder im Auto gelassen, schnell rein und eigentlich immer alles gefunden und nicht ganz so schnell wieder raus, weil es so viel zu gucken und auszuprobieren gab. Allein die Entscheidung, welche Baguettestange wohl am leckersten sein würde :lach: Ihr merkt, ich bin noch mitten drin... Ich höre jetzt mal auf zu erzählen :D Dann bin ich ja mal gespannt und reise virtuell mit. Spannend Eure Erfahrungen zu lesen, da wir ja auch noch Neulinge sind.
In Frankreich wird bei 2 Achser Fahrzeugen nur die Höhe gemessen und entsprechend eingeordnet. Eine Gewichtserfassung findet nicht statt.
Man kann nur ausdrücklich eine Checkliste empfehlen, die auch für die nächste Reise gilt.
Hört sich eher wie nach einem weiteren Spanien Fan an. Auch wir sind Spanien Fan`s und lassen unser WOMO gleich da und fliegen Hin - und Her. Freuen uns auf Deinen Erfahrungsbericht !
Ah okay! Dann lag es an etwas anderem, dass wir auf der Hinfahrt nicht immer in der richtigen Klasse landeten. Zurück gab es dabei keine Probleme... Also vollständig geblickt hab' ich das mit den Klassen in Frankreich noch nicht :lach: Edit: Klar hatten wir eine Packliste, eine sehr lange mit verschiedenen Kategorien sogar. Irgendwie ist es trotzdem passiert, dass Dinge abgehakt waren, die sich dann doch nicht im WoMo befanden. Mein Schlafanzug zum Beispiel. Ich hätte schwören können, dass ich den in den Wäschekorb gepackt hatte, der dann ins Auto wanderte... Vermutlich hatte ich ihn schon drin und dann noch mal tauschen wollen oder so und wieder herausgekommen, egal ;) Spanienfans: Absolut! Bisher kannte nur diverse Inseln, nicht das spanische Festland. Mit war nicht bewusst, dass es so schön und so vielseitig ist! Ich habe außerdem in den letzten zwei Monaten auch etwas Spanisch gelernt. Da ich schon Grundlagen in Italienisch habe, war das nicht sooo schwer und ich war immer mega stolz, wenn mein spanisches Gegenüber nicht nach den ersten Wörtern ins Englische wechselte :D Tag 1: Freitag, 31. März Nordhessen - Hombourg-Haut (F) 380km / 5.30h Mit weniger Verzögerung als gedacht starten wir gegen 14:00 Uhr gen Süden. Bis Frankfurt haben wir noch Zeit, uns für die Richtung der Route zu entscheiden: Erst nach Südspanien bzw. ans Mittelmeer oder erst in den Norden? Wir befinden das angekündigte Wetter für gut genug, um wie ursprünglich geplant über Nordspanien die Rundfahrt zu beginnen und steuern daher die französische Grenze hinter Saarbrücken an. Wie üblich an einem Freitag mit Ferienbeginn haben wir etwas Stau, schaffen es aber noch über die Grenze - frisch vollgetankt natürlich, aktuell weiß man ja nie... Wir stießen allerdings an keiner einzigen Tankstelle auf Probleme, was die Spritversorgung angeht. Stellplatz: Unser erster Stellplatz befindet sich in Hombourg-Haut und liegt ruhig am Fuße der kleinen Stadt. 4QFH+RP Hombourg-Haut, Frankreich (Passt das so mit der Angabe, falls jemand den Stellplatz anschauen möchte?) ![]() (Wer genau hinschaut, sieht schon, womit wir Tag 2 verbracht haben... :roll:)
Katogorie 2 = Alle Fahrzeuge mit einer Gesamthöhe von mehr als 2 Meter, aber weniger als 3 Meter und einem höchstzulässigen Gesamtgewicht bis 3,5t, sowie Gespannen mit einer Gesamthöhe von mehr als 2 Meter, aber weniger als 3 Meter mit einem Zugfahrzeug mit einem Gesamtgewicht bis 3,5t werden als Klasse 2 anerkannt und berechnet. In Katogorie 3 = Mehrspurige Fahrzeuge mit 2 Achsen und einer Gesamthöhe größer 3 Meter oder mit einem höchstzulässiges Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen. Letzteres wird jedoch nicht ermittelt, sondern nur die Höhe und Achsanzahl wird überprüft. D.h. Wohnmobile auch über 3,5 t jedoch mit max. 3m Höhe kommen in Klasse 2.
Perfekt, jedoch bevor wir ins Englische wechseln versuchen wir es mit dem Handy und dem google Übersetzer. Als kleine Tipp.
Ah, danke. Umgekehrt kommen aber auch Wohnmobile unter 3,5t, aber mit mehr als 3m Höhe in Klasse 3, richtig? Genau..... und die Fahrzeuge unter 3m aber mehr als 3,5t landen nur aus "versehen" in der Klasse 2 und müssten eigentlich Klasse 3 bezahlen.... aber wenn es halt nicht kontrolliert wird... Tag 2: Samstag, 1. April Hombourg-Haut - Égletons 725km / ca. 10h Dieser Tag ist ebenfalls schnell erzählt: Starkregen und Staus bestimmen den Tagesverlauf. Es macht nicht wirklich Spaß zu fahren, weil so 15-20qm Fläche den Seitenwind schon ziemlich spüren lassen. Die erlaubten 110km/h fahren wir jedenfalls nicht... Frankreich präsentiert sich nicht nur windig, sondern leider auch grau und nass, aber das Fahren ist bis auf den Wind okay und die Stimmung passt auch. In den peitschenden Sturmböen reißt der linke "Toter-Winkel-Aufkleber" zur Hälfte ab, dann verlieren wir den rechten komplett. Erst im ca. 6. Anlauf und am nächsten Tag werden wir an einer Tankstelle fündig und bekommen Ersatz. Dass das so kompliziert wird, hätte ich nicht gedacht. Erstmal muss man eine Tankstelle mit richtigem Verkauf finden (teils gibt es nur die Kasse plus Gastro, kein Zubehör oder so). Dann finden wir entsprechende Tankstellen, die haben aber keine Aufkleber (mehr). Zum Glück werden wir nicht kontrolliert oder angehalten. Merke: Immer einen oder zwei Ersatzaufkleber dabei haben! Die Routenplanung - eine Mischung aus dem autointernen Navi im LKW-Modus sowie Google (via Android-Auto) - ändert sich im Laufe des Vormittags. Weiter südlich geht es wohl schneller voran, also fahren wir Richtung Lyon, biegen aber vorher nach Westen ab. Die Nacht verbringen wir bei ca. 3 Grad Außentemperatur auf einem einfachen Stellplatz in Égletons nahe der Autobahn und sind froh um unsere Heizung... Stellplatz: Égletons C23X+F3 Égletons, Frankreich Sehr fotogene Brücke: Viaduct Chavanon ![]() Kaputt... ![]() Sehr schön geschrieben! Tag 3: Sonntag, 2. April Égletons - Zarautz (S) 485km / 6.30h Wir starten erneut früh um 7:30 Uhr und schaffen die ersten Kilometer noch vor unserem Frühstücksstopp. Das Wetter wird besser: Die Regenpausen haben erstmals eine Länge von über 30min und der Regen wird wärmer. Wir passieren Bordeaux und überqueren die Grenze nach Spanien. Geschafft! Der erste Eindruck ist direkt prägend: Wir steuern die erste Tankstelle nach dem Grenzübergang an, aber irgendwie klappt es nicht. Die Beschriftungen nur in baskisch oder französisch, wir wissen nicht, was wir falsch machen, unsere Kreditkarte wird nicht akzepiert. Also fragen wir die Kassiererin des Tankstellenkiosks. Ich sammele mir die Brocken zusammen, mit denen ich ihr erkläre, dass wir Hilfe beim Tanken benötigen. Sie spricht kein Englisch und ich verstehe noch nicht gut Spanisch und erst recht kein Baskisch, aber mit viel Geduld und Händen und Füßen wird uns klar, dass wir an den falschen Zapfsäulen stehen. Diese funktionieren nur mit bestimmten Tankkarten, wenn ich es richtig verstanden habe, wir müssen einfach an eine der anderen, die bei näherer Betrachtung auch anders aussehen und unsere KK anstandslos annehmen. Also, eigentlich gar nichts Wildes, aber die Baskin ist so nett und aufgeschlossen, dass wir direkt einen sehr sympathischen Ersteindruck von der Gegend bekommen. Am späten Mittag erreichen wir Zarautz, wo wir einen toll gelegenen Campingplatz über dem Meer beziehen. Ein Spaziergang an der Steilküste zu einer alten Erzverladungsstelle und mit schönen Aussichten über die Steilküste rundet den Tag ab. Auch die Kinder haben ihren Spaß dank Klettereien an der Küste und Spielplatz auf dem CP. Wir erholen uns den Rest des Tages von der langen Hinfahrt und schmieden Pläne für den Aufenthalt an der nordspanischen Küste: Bilbao mit dem Guggenheim-Museum wäre ja toll, aber irgendwie kommt uns das alles (noch) zu kompliziert vor mit dem Parken außerhalb, den Bussen oder alternativ Rädern. Außerdem sind wir so angetan von der Landschaft und der Küste, dass wir lieber etwas in dieser Richtung unternehmen wollen, zumal das Wetter ab Montag endgültig schön sein soll. Stellplatz: Gran Camping Zarautz 7VQ3+WF Zarautz, Spanien Campingplatz hoch über dem Meer. Super Lage, alles Nötige vor Ort, sehr saubere Sanitärbereiche. ![]() Alte Erzverschiffungsanlage unterhalb des CPs: ![]() ![]() ![]() Blick auf Zarautz: ![]() Guten Morgen. Ich bin jetzt auch zugestiegen und begleite euch gerne. Ja, Baskisch ist noch mal eine ganz neue Erfahrung, wenn man sich erst auf Französisch und dann auf (ein paar Brocken) Spanisch eingestellt hat. Englisch ging da bei uns gar nicht, aber später in Portugal war die Unterhaltung damit dann unkompliziert. Tag 4: Montag, 3. April (Teil 1/2) Zarautz - Zumaia - Olite - Arguedas 210km / 3.20h Von dem wunderschönen Campingplatz oberhalb von Zarautz starten wir frisch gefüllt und entleert zunächst Richtung Norden an der Küste entlang. Wir befahren die tolle Küstenstraße und halten in Geteria, das reizvoll an einem kleinen Kap liegt. Nördlich des Ortes direkt am Wasser finden wir einen kostenlosen Wohnmobilparkplatz in fußläufiger Entfernung zum Stadtzentrum. Neben einer schönen Kirche bietet Geteria auch tolle Ausblicke. Blick zurück auf Zarautz: ![]() Geteria: ![]() Wohnmobilparkplatz: ![]() Weiter geht es die Küste entlang. Zumaia gefällt uns richtig gut. Die Stadt ist wunderhübsch mit ihren bunten Häusern und den schönen Stränden. Besonders beeindruckend sind die Flysch-Gesteinsformationen, die an mehreren Stellen ins Meer hineinlaufen und besonders bei Niedrigwasser gut zu sehen sind. Wir parken am Fluss nahe des Zentrums und versuchen vergeblich, dem Parkautomaten ein Ticket zu entlocken. Endlich erlöst uns ein netter Baske und klärt uns auf, das zur Zeit (Nebensaison) noch gar keine Gebühr fällig wird. Wir laufen den kurzen Wanderweg nördlich der Stadt entlang der Küste und freuen uns, als auf dem Rückweg auch noch die Sonne hervorkommt und die Schönheit der Landschaft gleich noch viel besser sichtbar wird. Die Flysch-Gesteinsformationen sind wirklich beeindruckend und Zumaia ein sehr hübsches kleines Städtchen. Zumaia und Flysch: ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Am frühen Nachmittag verlassen wir Zumaia und stoppen für einen kleinen Imbiss auf einem Küstenparkplatz. Es herrscht Niedrigwasser und ein Krebs scheint sich die Wartezeit auf das nasse Element ganz gut durch kleine Auftritte auf der Parkplatzmauer zu vertreiben! ![]() Teil 2 dieses Tages folgt... Freue mich schon auf die Fortsetzung :) Ich bin jetzt auch dabei! Bis jetzt ist der Bericht ja sehr vielversprechend! Hubert Danke, das freut mich :) Tag4, Teil 2/2 Zunächst mal reiche ich noch Fotos von Zumaia selbst nach, die fehlten oben: Liegt Zumaia nicht traumhaft schön eingebettet? ![]() ![]() Bei sowas ist man jetzt plötzlich sehr aufmerksam ;D ![]() Weiter geht's! Irgendjemand hatte mir den Tipp gegeben, dass die Stadt Olite direkt an unserer Route wunderschön sein soll. Also fahren wir kurzerhand von der Autobahn ab und finden auch problemlos einen Parkplatz, der lang genug für unser Wohnmobil ist. Schon außerhalb der historischen Stadtmauer sieht die kleine Stadt trotz ihrer überschaubaren Größe sehr imposant aus. Im historischen Zentrum dann erwartet uns ein prächtiger Palacio, der obendrein komplett zugänglich ist. Über eine Stunde laufen wir durch die Gänge und Räume, klettern auf die verschiedensten Türme hinauf und genießen den grandiosen Rundumblick. Kurz überlegen wir, die Nacht spontan auf dem kostenlosen Stellplatz von Olite zu verbringen, entscheiden uns dann aber doch noch für die Weiterfahrt nach Arguedas, weil wir die Halbwüste dort gerne gleich morgens besuchen möchten. Area Autocaravanas Olite-Erriberri F9J3+44 Olite, Spanien Die Olive von Olite :mrgreen: begrüßt uns, als wir vom Parkplatz durch die Stadtmauer das alte Zentrum betreten: ![]() Toller Palacio! ![]() ![]() Die Sicht ist fantastisch: ![]() ![]() Auch die Innenhöfe wunderschön: ![]() ![]() Nach diesem unerwartet begeisternden Ausflug ins Mittelalter sehen wir zu, dass wir das letzte knappe Stündchen bis Arguedas noch hinter uns bringen. Dort angekommen finden wir einen schon recht gut gefüllten Stellplatz vor, auf dem benachbarten Wiesenplatz ist allerdings noch reichlich Platz. Wir stehen mit direktem Blick auf die Höhlenwohnungen und spazieren noch eine Runde durch den kleinen Ort. Natürlich nicht ohne zunächst die Höhlen neben unserem Wohnmobil genauer angeschaut zu haben. Die Kinder finden sie toll und wollen gar nicht mehr weg :lach: Arguedas geriet im letzten Jahr in die Schlagzeilen, als bei der traditionellen Stierhatz ein Zuschauer schwer verletzt wurde. Für die in Kürze anstehende Fiesta werden bereits wieder aufwendige Vorkehrungen getroffen. Area Autocaravanas Arguedas 5CF5+G8 Arguedas, Spanien ![]() ![]() ![]() ![]() Tag 5 Dienstag, 4. April Arguedas - Arnedillo 70km / 1.30h Nach den vielen Stunden im Auto wollen wir uns an diesem Morgen mal wieder richtig bewegen. Also entscheiden wir uns dafür, den üblichen 30km-Rundweg durch die Halbwüste Las Bardenas Reales auf einer Schotterpiste mit den Fahrrädern zurückzulegen. Eigentlich auch eine prima Idee. Eigentlich... Denn ab etwa der Hälfte der Strecke bläst der Wind richtig stark und kommt uns zudem direkt entgegen. Einige Abschnitte können wir daher nur schieben. Fazit zum Radfahren: Man erlebt die Halbwüste definitiv intensiver, man stoppt vermutlich häufiger als mit dem Wohnmobil (einfach schon, weil es mit dem Rad überall geht), aber es ist zumindest bei Wind sehr anstrengend. Und wir haben recht kühle Temperaturen, ich möchte mir nicht vorstellen, die Runde im Sommer zu radeln... Die Tour sonst lohnt sich aber in jedem Fall. Beeindruckende Berge, Barrancos und von Erosion geformte Formationen säumen den staubigen Weg. Als wir nach rund 5 Stunden wieder am Wohnmobil ankommen, sind wir zwar erschöpft, fahren aber trotzdem gerne noch knapp 1,5h, um die Nacht bereits nahe unseres morgigen Ziels zu verbringen, Enciso mitten in La Rioja. Der Weg dorthin ist für sich schon ein Erlebnis, die Landschaft von Felsen geprägt und insgesamt einfach sehr reizvoll. Stellplatz: 6Q76+M2 Arnedillo, Spanien ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Stellplatz in Arnedillo (10€). Sehr ruhig, schön oberhalb der kleinen Ortschaft gelegen mit Blick in die umliegenden Berge. ![]() Schöner Bericht und tolle Bilder! Danke fürs Mitnehmen
Hi, ich folge jetzt auch deinem schönen Reisebericht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mit deinen Stellplatz Angaben nichts anfangen kann, und weder eine Google noch eine Google Maps, noch eine Apple Kartensuche brachte mir Aufklärung. Was bitte ist: „4QFH+RP“ und was ist der Vorteil dieses Formates? (Bitte keine Erklärungen wie ich den Stellplatz finden kann, das habe ich bereits. Die Frage betrifft nur das gewählte Format). Ich vermute, dass ich mit der Frage nicht allein stehe. Weitere Gute Reise! Astrid Das sind google plus codes, einfach kopieren und in google maps einfügen, der komplette Code lautet. 4QFH+RP Hombourg-Haut, Frankreich Genau, danke für die Erklärung. Ich kannte dieses Format vorher auch nicht und hatte es hier im Forum gesehen und übernommen. Dachte, das wäre hier Usus :mrgreen:
Danke ich hatte nur nach dem Code gesucht, das klappt offensichtlich nicht.
Ich möchte bestimmt keine politische Diskussion anstoßen, aber persönlich befürworte ich es nicht, wenn etwas nur bei Google funktioniert, denn das lässt alle Garmin, Zenec, Apple Benutzer außen vor. Und es ist ja genau das, was Google erreichen möchte, und wo mein Problem damit besteht: ich als solche möchte das Monopol von Google nicht noch weiter ausbauen. Aber das tut deinem Beitrag keinen Abstrich, und ich möchte mich bedanken, wie schön du alles dokumentierst! Weiter gute Fahrt! Astrid Kein Problem! Ich stelle die Infos zu den Stellplätzen auch gerne aber ein, aber wie wäre es denn universeller? Wir sind übrigens schon wieder zuhause, einen Live-Bericht zu schreiben habe ich nicht geschafft ;)
Ich möchte dir jetzt wirklich keine zusätzliche Arbeit machen. Im Allgemeinen würde ich es genauso eingeben, wie du sonst auch in deinem Navi eingibst, ich gehe da von GPS Koordinaten aus. Ob diese nun im Dezimalsystem, oder mit Grad, Minuten und Sekunden eingegeben werden, ist im Allgemeinen egal, denn die meisten Navisysteme akzeptieren beides, übrigens akzeptiert auch Google Maps GPS Koordinaten. Sie sind also universell verwendbar. Ich persönlich finde das Dezimalsystem einfacher einzugeben, habe aber den Eindruck, dass in deutschen Reiseführern das Grad, Minuten und Sekunden System noch bevorzugt wird. Zum Fotografieren benutze ich Apps wie PhotoPills und PlanIt für Fotografen oder MAPS.ME, welches von einem Reiseführer empfohlen wurde. All diese akzeptieren GPS Koordinaten genauso wie Navis.
Das habe ich mir anhand des angegebenen Datum schon gedacht, schön, dass du dir jetzt die Zeit nimmst! Liebe Grüße! Astrid Ah, verstehe. In das integrierte Navi geben wir Adressen ein, meistens routen wir aber mit Google Maps, daher verwende ich dafür keine GPS-Koordinaten (außer mal für Orte, die keine Adresse haben). Ich schaue mal, ob ich sie demnächst einfach auslesen und (mit) angeben kann. Ihr könnt doch auch die Google Koordinaten in Google Maps eingeben und von dort dann die Koordinaten im Dezimalsystem in eine andere Karte, z.B. eine OSM Navigations App übernehmen. So halte ich es, wenn ich z.B. von Google mit Satelliten-Ansicht einen Platz (POI) auswähle. zum Einfügen für alle Arten von Internetforen: ![]() Diesen Platz findest du dann auch in jeder andern Navigationssoftware. Bild-Link zum Einfügen für alle Arten von Internetforen: Etwas mühsam, funktioniert jedoch. ![]() Tag 6 Mittwoch, 5. April Arnedillo - Castillo de Garcimuñoz 430km / 5.30h Stellplatz: MJ68+FP Castillo de Garcimuñoz, Spanien 39.661206, -2.383339 Die Nacht auf dem wunderschönen Stellplatz oberhalb von Arnedillo kurz vor Enciso ist angenehm ruhig. Ging abends noch der Vollmond über der Bergkette auf, begrüßt uns morgens direkt die Morgensonne. Nebenan grasen Pferde, im Dorf läuten Glocken... Wir lassen es gemütlich angehen, denn das Museum im nächsten Ort (Enciso), das wir uns vor dem Besuch der Dinosaurierspuren anschauen möchten, öffnet ohnehin erst um 11:30 Uhr. Aber schließlich trennen wir uns von dem freundlichen Plätzchen und fahren die kurze Strecke nach Enciso. Der Ort gefällt uns sehr gut. Zwar ist die schon von außen wunderschöne Kirche leider geschlossen und auch das Museum zu den Ausgrabungen hat während der Semana Santa ausgerechnet mittwochs nicht geöffnet, aber die Gassen und vor allem die Bewohner hinterlassen einen tollen Eindruck. Gleich drei Herren versuchen uns zu helfen, in das Museum zu kommen, und erklären uns dann ersatzweise einfach selbst die besten Stellen, um Spuren zu besichtigen. Diese sind dann auch durchaus eindrucksvoll, kommen aber leider auf den Fotos nicht so gut heraus. Nach der Besichtigung der Spuren brechen wir auf. Ursprünglich haben wir vorgehabt, von Nordspanien aus direkt nach Südandalusien zu fahren und dann etappenweise am Mittelmeer zurück. Mittlerweile hatten wir aber für das Osterwochenende zwei Nächte auf einem Campingplatz vorgebucht, und zwar am Cabo de Gata, also noch vor der Grenze zu Andalusien. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir gedacht, dass wir wetterbedingt besser am Mittelmeer beginnen sollten, was sich ja kurzfristig geändert hatte. Lange Rede, kurzer Sinn: Der CP ist gebucht, also müssen wir in zwei Tagen dort sein :) Wir entscheiden uns daher für die Fahrt über Madrid und dann direkt nach Süden, so dass wir bei Murcia die Küstenregion erreichen. An diesem Tag schaffen wir es bis Castillo de Garcimuñoz, wo wir wieder einmal absolutes Glück mit dem Stellplatz haben, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht... Zunächst mal verbringen wir ruhige Stunden im Wohnmobil. Da wir so viel unternehmen und ständig zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, empfinden wir das Fahren meist eher als Erholung. Ich hatte irgendwo schon einmal erwähnt, dass unsere Kinder totale Leseratten sind, gerade unser Großer genießt das ausgiebig. Von daher sind die Fahrten insgesamt eher ein guter Ausgleich. Da sich mein Mann und ich mehr oder weniger beim Fahren abwechseln, ist auch die Belastung für den jeweiligen Fahrer im Rahmen. In Castillo angekommen, finden wir einen Stellplatz direkt an einer alten Burg vor, auf dem nur wenige Wohnmobile stehen. Daneben noch eine Handvoll Häuschen, und das war's :) Es ist kurz nach sieben Uhr abends und wir haben Glück: Das Castillo hat noch geöffnet. Also schnell rein und anschauen! Vor Ort ist ein super engagierter Historiker, der es sich nicht nehmen lässt, uns persönlich die wichtigsten Elemente der Anlage zu erklären. Diese ist durchaus interessant: Es gibt Überreste aus verschiedensten Epochen und obendrein eine umfangreiche Installation zeitgenössischer Kunst. Die Kombination finden wir etwas eigenwillig, aber es hat was... Abends kommt wieder unser Petromax Campingkocher zum Einsatz. Eigentlich passt er nicht richtig auf das Kochfeld, aber mit Hilfe von Alufolie schirmen wir empfindliche Teile ab, so dass er auf der Reise durchaus regelmäßig im Einsatz ist. Enciso: ![]() ![]() ![]() ![]() Verlassen der Rioja: ![]() Castillo: ![]() ![]() ![]() ![]() Danke für die tollen Eindrücke!! Mal ein kleines Randthema: Stellplätze Ich hatte, um ehrlich zu sein, keine rechte Vorstellung von offiziellen Wohnmobilstellplätzen. Ich hatte vorher ja auch mal gefragt, ob man seinen Platz dann sicher hat, wenn man dort z.B. mittags ankommt, dann aber noch mal weg möchte. Blöde Frage im nachhinein: natürlich nicht! Wie auch? Bei so halben Campingplätzen, in Spanien heißen sie ja gerne mal "Motorhome Park" oder so, geht das, da gibt es ja auch eine Rezeption, man hat einen festen, nummerierten Platz... Aber wir waren fast nur auf "normalen" Stellplätzen, die meisten kostenfrei und wenn etwas zu zahlen war, dann per Automat an einer Schranke. Entsprechend hatte ich mir vorher Gedanken gemacht, ob es zu Problemen führen könnte, wenn wir eben nicht mittags schon auf dem Platz für die kommende Nacht stehen, weil abends dann alles belegt ist. Das war nicht der Fall. Genau einmal bekamen wir keinen Platz mehr, dafür aber wenige Kilometer weiter und im Rückblick betrachtet noch idealer gelegen. Bericht folgt, dauert noch etwas ;) Ansonsten sind wir fast immer gegen Abend auf die Stellplätze gefahren. Die besten mit der schönsten Aussicht waren dann zwar belegt, aber es war nie zu 100% voll. Auch der Aspekt der Sicherheit hatte mich vorher beschäftigt: Nur bewachte Stellplätze anfahren, las ich irgendwo. Also bei Park4night (die "Parkplätze" hatte ich immer ausgeschaltet) und Stellplatzradar erst mal die entsprechenden Filter gesetzt. Recht schnell merkten wir aber, dass "bewacht" meist nur "mit Kamera" oder sogar nur "beleuchtet" heißt... Ich hatte irgendwie die Vorstellung, dass da jemand patrouilliert :lach: Also Filter wieder raus und an den Rezensionen orientiert. Was nicht vernünftig klang, wurde gar nicht erst angefahren, gibt ja genug Auswahl. Und man soll ja nicht alleine stehen, aber auch nicht dort, wo alle stehen. Hm. Klang echt schwierig, war es dann aber gar nicht. Mit Ausnahme einer einzigen Nacht standen wir immer brav auf offiziellen Stellplätzen, mit denen wir immer zufrieden waren. Kostenlos in der Regel. Aber einmal gab es einfach keinen passenden, da standen wir dann mit zwei anderen Mobilen wunderschön in der Pampa. Mit der V/E auf den Stellplätzen war es ähnlich wie mit anderen Aspekten. Meistens fanden wir die Station okay, in einzelnen Fällen nicht, da beschlossen wir dann, mit der Toilette noch einen halben Tag leben zu können und mit dem Wasser noch ein bisschen sparsamer zu sein ;) Aber wir hatten dank der Tipps hier im Forum unseren eigenen (Schrumpf-)Schlauch dabei, so dass wir eigentlich immer auf der sicheren Seite waren, was die Hygiene der Wasserhähne betraf. Auch Gardenaanschlüsse waren in der Regel vorhanden, ab und zu auch mal nur ein Gewinde, aber dafür hatten wir ja einen eigenen (bzw. zwei in unterschiedlichen Größen) dabei. Tag 7 Donnerstag, 6. April Castillo de Garcimuñoz - Little Texas (Tabernas) 450km / 8.30h Morgens erwartet uns eine Überraschung: Über Nacht hat sich der Stellplatz bzw. der angrenzende Platz noch einmal um locker 15 Mobile gefüllt! Auch auf der Autobahn, die wir frühmorgens befahren, ist heute deutlich mehr los. Klar, das Osterwochenende hat begonnen, denn die meisten Spanier haben bereits am Gründonnerstag frei. Gut, dass wir von Freitag bis Sonntag unseren Platz am Meer sicher haben. Auch für die kommende Nacht machen wir uns schon Gedanken und planen den Tag etwas durch. Von der Route her wäre es besser, erst ans Cabo de Gata und dann in die Wüste Tabernas zu den Wild West Shows zu fahren, aber das würde bedeuten, dass wir die Shows und den Westerpark am Ostersonntag besuchen, wenn es womöglich ganz besonders voll ist. Wir nehmen daher einen Umweg in Kauf und rufen als Tagesziel die Wüste Tabernas aus. Um dort nicht abends um die letzten Plätze kämpfen zu müssen, reservieren wir über einen Messengerdienst einen Stellplatz im "Little Texas", was sehr unkompliziert ist und gut klappt. Die Strecke durch Zentralspanien ist erst mal relativ monoton, aber auch das hat was. Wir passieren endlich Murcia und fahren an einen oberhalb gelegenen Stausee mit spektakulären Ausblicken! Diesen Mirador hatte ich auf Google Maps gefunden und wollte die Fotos unbedingt auch selbst schießen ;) Mirador del embalse de Algeciras VJM2+7W Los Zancarrones, Spanien Nach einem Spaziergang dort Richtung See (bis ans Wasser kommen wir nicht, das ist aufgrund der Trockenheit doch ziemlich weit unten) brechen wir wieder auf. Das nächste Ziel ist Puerto de Mazarrón mit seinen tollen Felsformationen am Strand. Im nachhinein würde ich nicht sagen, dass man allein wegen der Felsen herkommen muss. Aber die Kinder freuten sich über eine längere Pause am riesigen Sandstrand, nachdem/während wir in einem Restaurant mit Blick aufs Meer Paella de marisco und Calamaris aßen :lanz: Ein Strand, den wir ebenfalls unbedingt noch sehen möchten, ist die Playa de los Cocedores. Hier ist es leider ziemlich voll, aber wir haben ein Bad versprochen, also hüpfen die Kids tatsächlich in das max. 17 Grad kalte Mittelmeer :idee: Weiter geht's auf das letzte Teilstück von heute. Wir fahren von Osten in die Tabernas-Wüste und erreichen um 19 Uhr Little Texas, einen privaten Motorhome Park, ganz im Stile eines Westernstädtchens. Hier verbringen wir eine ruhige Nacht und sind nur noch ein paar Autominuten von Fort Bravo entfernt, wo wir am nächsten Tag die Westernkulissen besuchen möchten. Frühmorgens auf der Autobahn... ![]() Am Stausee oberhalb von Murcía. ![]() Playa de Bolnuevo HM7P+WM Bolnuevo, Spanien ![]() Little Texas 3PW6+3Q Tabernas, Spanien ![]() sehr schönere Bericht und tolles Fotos, ... ich freue mich auf die Fortsetzung(en) Viele Grüße Peter Super schöner Reisebericht, auch weil so nett geschrieben und richtig schöne Landschaftsfotos - vielen lieben Dank :daumen2: Toller Reisebericht :daumen2: und vielen Dank für Deine Mühe :!: Bin bisher ganz heimlich und leise mitgefahren und freue mich über die Weiterfahrt. Hallo. Toller Reisebericht mit schönen Bildern, der Lust auf Meer :wink: macht und dass trotz der im Vorfeld tlw. negativen Bemerkungen zur geplanten Route. Für mich, der den Norden Spanien vor über 15 Jahren mit dem Womo kennengelernt und diesen Herbst neu bereisen möchte, tolle Erinnerungen sowie Inspiration für die Routenplanung. Danke fürs Teilen. Gruß Olaf Danke euch! Mit solchen Rückmeldungen macht es gleich noch mehr Spaß, den Bericht fortzuführen :ja: Tag 8 und 9 Freitag, 7. April - Samstag, 8. April Little Texas, Tabernas - Cabo de Gata 85km / 1.20h Von Little Texas fahren wir nur wenige Kilometer weit und erreichen Mini Hollywood. Es gibt ja mehrere solcher Parks/Attraktionen in der Gegend und dieser hier ist wohl der größte. Natürlich ist er aber auch der vollste, behaupte ich mal. Eine lange Schlange erwartet uns, aber es geht ganz gut voran. Zum ersten Mal habe ich ein ungutes Gefühl, das WoMo stehenzulassen. Der offizielle Parkplatz ist längst voll, daher stehen wir auf dem Schotterplatz auf der anderen Straßenseite. Die Gelegenheit, einmal die Alfred App auszuprobieren, über die ich mich schon informiert hatte und die seither auf ihren Einsatz wartet. Mein Sohn muss sein Handy als Alarmanlage opfern, d.h. es bleibt zurück mit Blick auf die WoMo-Tür und zeichnet dank der App sofort auf, wenn sich im Bild etwas bewegen sollte. In diesem Fall würde ich eine Nachricht aufs Handy bekommen. Es funktioniert hervorragend, das merken wir direkt beim Verlassen des Autos :lach: Zum Glück meldet sich die App für die nächsten Stunden nicht mehr... In Fort Bravo stehen noch etliche Filmkulissen, in denen Westernfilme gedreht worden sind. Nach einer Showeinlage mit hunderten Pistolenschüssen und viel Tamtam (zweimal täglich) besichtigen wir das Westerndorf und den angrenzenden Zoo, der sich erstaunlich weit ins Hinterland erstreckt und sogar afrikanische Großtiere beherbergt. Nach ein paar interessanten Stunden bei bestem (und mittlerweile wirklich heißem!) Wetter geht es weiter zum Cabo de Gata, einem relativ unberührten Fleckchen dank des Geoparks, der dort eingerichtet ist. Hier haben wir uns für zwei Nächte einen Platz auf einem Campingplatz reserviert, weil es an Ostern doch recht voll werden kann. Der Platz ist nett, aber sehr teuer. Von den "Plus-Parzellen" (die normalen waren nicht mehr frei bei der Buchung) hatte ich mir mehr versprochen, aber es war okay. Ein Überwinterer erzählt uns, dass der Campingplatz im letzten Jahr stark verändert worden ist (ehemals La Pineta). Große Zeltflächen mussten etlichen neuen Bungalows und Glamping-Zelten weichen. Wir verbringen das Osterwochenende am Pool, mit einer Küstenwanderung und am Strand. Auch Wäschewaschen ist endlich mal fällig... Es ist ganz nett, mal einen Tag lang nicht weiterzufahren, aber am Sonntagmorgen sind wir doch froh, den Platz wieder zu verlassen. Draußen zu stehen ist mehr unser Ding und gesättigt an Eindrücken sind wir auch noch nicht. Es erstaunt uns selbst ein wenig, aber der Rhythmus aus Fahren, Angucken und Bewegung sowie leckerem Essen fühlt sich gut an und darf gerne noch eine Weile so beibehalten werden :D Wecamp Cabo de Gata VXFV+29 Las Negras, Spanien ![]() ![]() ![]() ![]() Der CP zieht sich ein gutes Stück das Tal hoch. ![]() Las Negras, hübscher kleiner Ort nebenan. ![]() ![]() Schade, dass das Wasser nicht ein paar Grad wärmer ist, hier wäre ich gerne geschnorchelt ;) ![]() Hallo, ein wirklich toller Reisebericht mit sehr schönen Fotos und richtig schön beschrieben. Am 18ten Mai fahre ich mit meiner Frau Richtung Spanien, Euer Bericht läßt noch mehr Vorfreude aufkommen. Danke dafür :-) Keu aus Duisburg Tag 10 Sonntag, 9. April Cabo de Gata - Antequera 300km / 5h Es ist Ostersonntag, aber die traditionelle Eiersuche fällt dieses Jahr aus :lach: Wir machen unser WoMo frisch und verlassen gegen halb zehn den Campingplatz. Der Weg führt uns durch schier endlose Obstplantagen. Ich freue mich zuhause ja auch das ganze Jahr über über Tomaten etc., aber schön ist das nicht... Unser erster Halt ist erst wieder in Guadix. Schon während der Anfahrt auf die schöne Stadt sehen wir die berühmten casas cuevas, die Höhlenwohnungen, die in das weiche Gestein hineingebaut sind und von denen man oft nur eine weiß getünchte Front und einen ebenso weißen runden Schornstein sieht. Auf dem riesigen Parkplatz (8V38+GG Guadix, Spanien) nahe der Kathedrale parken wir inmitten etlicher weiterer Wohnmobile. Bereits der Blick auf die Kathedrale ist beeindruckend. Innen findet eine (von vermutlich vielen weiteren) Ostermesse statt. Leider ist das Fotografieren hier nicht erlaubt, wir bestaunen aus dem hinteren Bereich aber den Paso, das schmuckvolle Gestell mit der Heiligenfigur, das zur Prozession durch die Stadt getragen worden ist. und den typisch zentral platzierten Chorraum mit beeindruckender Orgel. Danach erkunden wir das Höhlenviertel, die casas cuevas. Hier sind die Häuser in den Fels integriert, in dem es ganzjährig angenehme 18-20 Grad kühl ist. Manche Häuser wirken sehr einfach, andere haben fast schon Viellencharakter mit umzäunten Höfen vor der Höhlenfront. Vor der Weiterfahrt kehren wir noch in eine Tapas Bar ein, das perfekte Osteressen! :lanz: Nach dem Besuch von Guadix fahren wir über Granada nach Antequera. Die Alhambra in Granada können wir leider nur kurz von außen anschauen. Das ist der Nachteil, wenn man sich nicht genau festlegt: Die Tickets sind restlos ausverkauft. Ich hatte nach Online-Tickets geschaut, als klar war, dass wir den Campingplatz nicht noch stornieren würden, aber da gab es schon für mehrere Wochen um den Termin herum keine Karten mehr. Wir fahren trotzdem hin und fragen sogar am Infoschalter, aber mehr als ein mitleidiges "No" ist nicht drin. Diese unvorbereiteten Touris, die meinen, sie könnten mal schnell in die Alhambra :lach: Wir bedauern die verpasste Gelegenheit, haben aber direkt einen guten weiteren Grund, noch einmal herzukommen ;) Wir fahren noch das letzte Teilstück bis Antequera, von wo aus wir am nächsten Tag in die Felslandschaft El Torcal fahren möchten. Antequera verführt uns bei der Anfahrt des kommunalen Stellplatzes gekonnt, so dass wir eine unfreiwillige Rundfahrt durch die schöne Altstadt unternehmen, in der wir uns fast festfahren. Schließlich erreichen wir aber unversehrt den schönen Stellplatz oberhalb des Ortes mit Blick aufs Castello. Der Umweg durch die (wunderschöne!!) Innenstadt hat ein wenig Nerven gekostet, deshalb bleiben wir am WoMo und verzichten darauf, noch einmal zu Fuß in die Stadt zu laufen. Höhlenwohnung vor Guadix ![]() Kathedrale ![]() ![]() ![]() ![]() So lecker! ![]() Alhambra, nur von außen kurz besichtigt: ![]() Die Sierra Nevada macht eine tolle Kulisse: ![]() Stellplatz in Antequera 2C6Q+F8 Antequera, Spanien
Wenn man sich überlegt, daß da ein Hotel --> Link kaum teurer ist als ein Stellplatz - !? Aber jedem das Seine. Und was sollte Azalee mit Familie im Hotel? Die haben doch das Wohnmobil dabei :evil: Ich habe gerade noch mal die Einwände der Bedenkenträger und -trägerinnen während der Planung der Reise gelesen( "die armen Kinder".....z.B.). Was die wohl jetzt dazu sagen. Bitte keine derartigen Diskussionen in meinem Reisebericht. koblenzo: Wenn du noch Kritikbedarf hast, dann bitte im Planungsthread. Danke. Tag 11 Montag, 10. April Antequera - Ardales 60km / 1.30h Am Morgen erwartet uns Andalusien in einem diesigen Orange. Mein Verdacht bestätigt sich schnell: Calima, der heiße Wüstenwind, der roten Saharasand mit sich bringt, ist mal wieder da. Wir brechen recht früh von unserem kostenlosen wunderschönen Stellplatz auf und fahren in das Gebirge El Torcal. An Tagen mit starkem Besucherandrang wird wohl die Schranke unten geschlossen, sobald der Parkplatz oben am Besucherzentrum voll ist. Wir sehen also zu, dass wir vorher dort sind ;) Das Gebirge El Torcal zeigt sich trotz Calima und entsprechend wenig Fernsicht wunderschön. Wir wandern ein paar Kilometer durch das labyrinthartige Karstgestein (gelbe Route) und sehen (leider fotoscheue) Steinböcke, große Geckos, Adler,... Sehr lohnenswert und tolle Felsen! Da es bei der Ankunft am WoMo erst Mittag ist, beschließen wir, es direkt beim nächsten Wanderweg zu versuchen, dem Caminito del Rey, der online allerdings ausverkauft ist. Hier bekommt man mit etwas Glück aber wohl Tagestickests am Kassenhäuschen. Wir fahren über eine schmale und sehr kurvige Straße an die Stauseen, an denen der Caminito del Rey beginnt, der einst so gefährliche Wanderweg auf Wegen, die an den nackten Fels gebaut wurden. Leider ist der Weg tatsächlich geschlossen (immer montags, wir haben aber auf eine Ausnahme am Ostermontag gehofft). Da uns der Wirt des nahegelegenen Restaurants aber versichert, dass wir am nächsten Morgen bestimmt vor Ort noch Tickets bekommen würden, beschließen wir zu bleiben und haben plötzlich einen freien Nachmittag. Den verbringen wir bei über 30 Grad im Schatten am Stausee, der mit seinen ca. 16 Grad eine willkommene Abkühlung bietet. Um am nächsten Morgen wirklich früh am Kassenhäuschen zu sein (knapp 30min Fußweg ab dem Tunnel an der Straße) und sicher Tickets zu bekommen, suchen wir einen Übernachtungsplatz in der Nähe. Der nächste offizielle Stellplatz ist uns zu weit weg, daher stellen wir uns gemeinsam mit zwei anderen WoMos zum ersten Mal völlig frei hin. Über den Platz können wir nicht klagen, im Gegenteil: ein Parkplatz hoch über dem See mit Panoramablick und ohne Verbotsschilder - traumhaft! Antequera im morgendlichen Calima ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() "Unsere" Bucht für den heutigen Nachmittag ![]() Sonnenuntergang am Stellplatz ![]() Ein sehr schöner Reisebericht mit tollen Bildern .. danke dafür Ein schöner Bericht, der mich inspiriert diese Tour mal nachzufahren. Ich freue mich auf die Fortsetzung |
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