Enola am 28 Sep 2024 22:24:59 Moderation:Dein Thema wurde in eine andere Kategorie verschoben, da es nicht korrekt platziert war. Bitte schau Dir in der Übersicht die Kategoriebeschreibungen an, Sie helfen Dir, ein Thema passend einzuordnen. als Betreiber unter anderem einer Werkstätte habe ich zunehmend Mühe mit diesem Bashing. Der Kunde ist König, kanns nicht mehr hören, so ein ausgelutschter Spruch. Die Mechs können nichts, sind langsam, teuer, kurz angebunden. Ursprünglich hatten wir es so eingerichtet, dass der Kunde direkt mit seinem Mechaniker seine Probleme besprechen kann. Der Kunde hatte sogar die Möglichkeit, zuzusehen, was gemacht wird. Zum Verständnis: der Chefmechaniker ist aufgewachsen in einer Werkstatt, war seine Kinderstube, kennt jede Schraube und Feder persönlich mit Vornamen. Ein junger 30jähriger Italiener der alten Schule. Ein Schrauber mit Hang zur Perfektion. Davon haben wir drei. Unser Schatz. Behutsam aufgebaut. Aber zum Schutz dieser Profis mussten wir dies beenden. Sie wären uns allesamt davongelaufen. Die Kunden, längst nicht alle, wohlverstanden, wussten vieles besser, angefangen bei der Fehlersuche, der Demontage oder Art der Montage, erklärten uns, wie man Bremsen entlüftet, Anzugsdrehmomente, Reifenwechsel, wie man einen Schlauch zu montieren hat oder die Mechaniker mit völlig sinnbefreiten Diskussionen über Weiber, Einwanderung oder meinen hier geboreren dunkelhäutigen Mechaniker gedisst haben, bezugnehmend immer mal wieder auf YT oder irgendein Forum. Nicht zum Aushalten und nicht tragbar, demzufolge schlossen wir den Werkstattbereich für die meisten Kunden. So schalteten wir eine Frau dazwischen, auch so 10 Jahre Erfahrung, ex Gastgewerbe, klein aber glasklare Ansagen. Kaffee, Annahme, Problembeschreibung, allfällige Testfahrt, ungefähre Preisangabe immer im oberen Bereich, für die Fertigstellung immer mit Reserve, Barzahlung oder Karte bei Abholung, arrividerci. Seitdem ist Ruhe im Gebälk, die Mechaniker können in Ruhe arbeiten, die Kunden fühlen sich als Könige, die Annahme, Ausgabe und Reklamation als Schnittstelle, zusätzliche Arbeitskraft, wird auch verrechnet, die Durchläufe länger, +40%, die Preise um 25% höher, die Bewertungen noch besser. Wir haben die Fahrzeuge nicht konstruiert oder gebaut, wir versuchen nur, die Mechanik, Elektrik und Elektronik am Laufen zu halten im Interesse der Kunden. Es steckt wirklich auch viel Herzblut und Ehrgeiz dahinter. Als Alternative, do it by yourself. Ich weiss, kontroverses Thema mit Konfliktpotential, aber hier geschrieben als Statement aus Sicht einer Werkstatt.
Muroflibom am 28 Sep 2024 22:33:24 Kann ich in jeder Hinsicht nachvollziehen.
huohler am 28 Sep 2024 22:43:20 Ich habe einen Bekannten der Installateur ist (Gas, Wasser, Heizung usw.) Der berichtet mir ähnliches. Er hat allerdings das Problem, dass er beim Kunden arbeitet und den Kunden deshalb nicht wegschicken kann. Dank der guten Auftragslage kann er es sich leisten solchen "anstrengenden" Kunden in Zukunft aus dem Weg zu gehen. Falls ihr auch einen Handwerker kennt der absolut keinen Termin für Euch findet ... vielleicht liegt es nicht am Handwerker Hubert
Pechvogel am 28 Sep 2024 23:00:57 Enola hat geschrieben:…Die Kunden, längst nicht alle, wohlverstanden, wussten vieles besser, angefangen bei der Fehlersuche, der Demontage oder Art der Montage, erklärten uns, wie man Bremsen entlüftet, Anzugsdrehmomente, Reifenwechsel, wie man einen Schlauch zu montieren hat…
Diese „Problemkunden“, die Du übrigens auch hier im Forum findest, kannst Du dann aber meistens in zwei Kategorien einteilen: 1. diejenigen die meinen sie brächten über 30 Jahre KFZ-Erfahrung mit die aber die letzten 20 Jahre die Entwicklungen im KFZ-Bereich NICHT mitgemacht haben ( die Fraktion: war immer schon so, kann heute nicht anders sein ) und 2. diejenigen die ihr vermeintliches Wissen aus irgendwelchen Videos, Foren, Stammtischen,… haben, 1 und 1 zusammenzählen und mangels Hintergrundwissen dabei 11 rausbekommen. Aber musst DU den Kunden soweit entgegenkommen? Sieh zu dass Du und deine Leute in Ruhe arbeiten können und wem das nicht passt der macht einen Termin für den nächsten Kunden frei!?! Enola hat geschrieben:…Der Kunde ist König, kanns nicht mehr hören, so ein ausgelutschter Spruch..
DAS ist auch nicht mehr zeitgemäß! So wie der Arbeitgeber heute froh sein muss um jeden Mitarbeiter den er für sich gewinnen kann so muss heute auch jeder Kunde froh sein um die Werkstatt, den Elektriker, den Fliesenleger,… den sie für sich gewinnen können. Beides hat sich noch nicht bei allen rumgesprochen! Aber das kommt noch! Grüße Dirk
Elgeba am 29 Sep 2024 00:37:06 Ich bin seit nunmehr 42 Jahren Kunde bei derselben freien Werkstatt, das sagt wohl alles,solche Sprüche wie beschrieben gibt es da nicht, wir sind ein Stamm von langjährigen Kunden, so was wäre bei uns undenkbar.
Gruß Bernd
mafrige am 29 Sep 2024 08:55:06 Enola hat geschrieben:[mod]... die Mechaniker können in Ruhe arbeiten, die Kunden fühlen sich als Könige ... die Durchläufe länger, +40%, die Preise um 25% höher, die Bewertungen noch besser ...
Also da habe ich jetzt ein Problem: - die Reparaturen dauern jetzt 40% länger? Also haben die Kunden doch beim Zusehen und Reden mit den Mechaniker die Fehlersuche um 40% beschleunigt? Oder habe ich das falsch verstanden? - damit hast du 40% weniger Durchsatz und durch die 25% Preiserhöhung plus die 40% längere Arbeiten, vom Kunden bezahlt, eine Geldbeuteloptimierung vorgenommen, mein Respekt. 8) Optimieren kenne ich irgendwie anders.
Mann am 29 Sep 2024 09:01:55 mafrige hat geschrieben:Optimieren kenne ich irgendwie anders.
genau um solche Kunden gehts.....
Pechvogel am 29 Sep 2024 09:12:21 Nee, der Durchlauf dauert 40% länger. Das Fahrzeug steht 40% länger in der Werkstatt. Nicht weil der Mechaniker langsamer schraubt sondern weil der Auftrag mehr Stellen durchläuft. Früher hat sich der „Schrauber“ das Auto und den Kunden geschnappt, hat sich das Problem erklären lassen und 1 Stunde geschraubt. Heute sitzt da eine Dame am Empfang die den Kunden entgegen nimmt. Der Meister der Kundenannahme macht dann die Probefahrt. Anschließend schraubt der Schrauber. Dann die abschließende Probefahrt, der Auftrag geht zurück an die Dame am Empfang,… Insgesamt dauert das dann 1,4 Stunden. Wenn dabei der Preis aber nur um 25% steigt dann arbeitet der „Schrauber“, der einzige der in der Kette ja eine verkaufbare Arbeit verrichtet, entsprechend effektiver. Aber der „Wasserkopf“, der ja eigentlich nur Geld kostet, ist größer geworden.
Grüße Dirk
Pechvogel am 29 Sep 2024 09:15:36 Mann hat geschrieben:genau um solche Kunden gehts.....
Genau! :top: Grüße Dirk
Grandeur am 29 Sep 2024 11:10:49 Hallo zusammen,
der Kunde kommt an den Empfang, Kunde wartet, dann bespricht er den Auftrag. Annahme schreibt Auftrag, Mechaniker bekommt Auftrag und bekommt mehr oder weniger von Annahme erzählt, was Kunde beauftragt hat. Dann gibt es Rückfragen an den Kunden vom Mechaniker, wieder der Weg über Annahme,… am Schluß ist der Kunde unzufrieden, weil nicht das gemacht wurde was besprochen wurde. Der Mechaniker hat das gemacht was auf dem Auftrag stand.
Der Kunde reklamiert nun, dass der Auftrag nicht nach seinen Wünschen erfüllt wurde und er dafür viel Geld bezahlen soll.
Aus meiner Erfahrung gibt es bei jedem durchgeführten Auftrag mindestens eine Reklamation wie verursachte Schäden, Batterie tiefentladen, weil Monteur vergessen hat Radio auszuschalten, Sitze mit Ölfingern gestreichelt,….
Gruß Grandeur
Ahorne7500 am 29 Sep 2024 11:18:48 Hallo
Der Sonntag ist gerettet !!!
Ich mach mir noch nen Kaffee. . Nix gegen Dich, Enola ! .
Pechvogel am 29 Sep 2024 11:49:25 Grandeur hat geschrieben:…der Kunde kommt an den Empfang, Kunde wartet, dann bespricht er den Auftrag. Annahme schreibt Auftrag…
Kunde unterschreibt Auftrag, Auftrag ist bindend! Keiner hat bisher übrigens geschrieben das der Kunde dabei zufriedener die Werkstatt verlässt wie früher. Aber die Werkstatt kann „in Frieden“ arbeiten. Und nochmal: keine Werkstatt, kein Handwerker,… ist heutzutage darauf angewiesen das der Kunde anschließend glücklich und zufrieden ist. Wobei auch hier gilt: für die meisten Kunden werden die Zeiten härter weil einige wenige Kunden meinen sie müssten die Fugenbreite im neuen Badezimmer mit dem Messschieber kontrollieren um einen Grund zu finden um den Rechnungsbetrag kürzen zu können. Die gab es immer schon. Es sind aber 1. mehr Kunden geworden die unsachgemäß reklamieren und 2. werden es mehr und mehr weniger Werkstätten und Handwerker D.h. das Verhältnis „Angebot:Nachfrage“ verändert sich zum Nachteil der Verbraucher! Grüße Dirk
Jagstcamp-Widdern am 29 Sep 2024 12:06:46 glaspaläste mit empfangsdamen in high heels kosten halt... :mrgreen:
allesbleibtgut hartmut
mv4 am 29 Sep 2024 12:09:27 Es geht im Eröffnungströt um Fahrräder ...sollte man vielleicht noch dazu schreiben
und wenige Fahrradhändler können sich einen Glaspalast oder eine Empfangsdame leisten
Pechvogel am 29 Sep 2024 12:14:03 mv4 hat geschrieben:Es geht im Eröffnungströt um Fahrräder ...sollte man vielleicht noch dazu schreiben
und wenige Fahrradhändler können sich einen Glaspalast oder eine Empfangsdame leisten
Das Problem ist aber auch da wenn er Fernseher, Waschmaschinen, Uhren oder sonstwas in eigener Werkstatt reparieren würde. Letzten Endes geht es nur darum das der Kunde neben dem Mechaniker steht und … Grüße Dirk
Jagstcamp-Widdern am 29 Sep 2024 12:14:20 war nicht bekannt.... meine 12 monate bern sind 30 jahre her....
allesbleibtgut hartmut
mv4 am 29 Sep 2024 12:51:42 es gibt wenig Werkstätten wo der Kunde so einfach neben dem Mechaniker steht...und wenn.. ist es das Gebahren der Werkstatt die das zulässt.
Ich bin stiller Teilhaber einer Werkstatt die sich auf die Restauration und Neuaufbau seltener historischer Fahrzeuge spezialisiert hat...der Kunde kann sein Fahrzeug und den Fortschritt der oft sehr langwierigen Arbeiten jeder Zeit... sehen durch Glasscheiben....nach vorheriger Absprache. Aber in der Werkstatt kommt mir keiner ...da stehen oft Fahrzeuge im Wert von einigen Hundertausend Euro. Das geht nicht...zudem sind wir mit den Kunden ständig im Gespräch bei etwaigen Problemen beim Nachbau oder der Aufarbeitung der Teile.
Russel am 29 Sep 2024 13:07:51 Das Problem ist das die Arbeit immer mehr und komplizierter wird, das Personal aber immer weniger und nennen wir es mal unmotivierter wird. Gleichzeitig steigen die Preise für schlechtere Qualität.
Mittlerweile kann sich fast jeder Dienstleister oder Handwerker seine Kunden aussuchen, das hat halt Folgen für „schlechte(re)“ Kunden.
Trouw am 29 Sep 2024 13:14:22 ...so haben sich die Zeiten geändert.
Hoch lebe der Handwerksmeister. Früher wurde dem Kunde der rote Teppich ausgerollt, heute rollt der Kunde dem Handwerker den rotenTeppich aus. Der Handwerksmeister kann sich die Arbeit aussuchen. Schmutzig, reparieren, anstrengend? nee lieber neu verkaufen, schön sauber die Sache und außedem sehr rentabel. Ich weiß wovon ich als Hausbesitzer und Vermieter rede. Wie schrieb Enola: ... die Kunden, längst nicht alle. Ich sage: ...die Handwerker, längst nicht alle - sind so wie hier von mir beschrieben.
Enola am 29 Sep 2024 13:16:14 Pechvogel hat geschrieben:Keiner hat bisher übrigens geschrieben das der Kunde dabei zufriedener die Werkstatt verlässt wie früher
doch, habe ich geschrieben, ist messbar an Google Bewertungen und (noch) mehr Kunden Pechvogel hat geschrieben:keine Werkstatt, kein Handwerker,… ist heutzutage darauf angewiesen das der Kunde anschließend glücklich und zufrieden ist.
Ist aber meine Erwartungshaltung, dass der Job 1A ausgeführt wird, jene Mechaniker, welche dies nicht erfüllen, arbeiten nicht mehr bei mir Jagstcamp-Widdern hat geschrieben:glaspaläste mit empfangsdamen in high heels kosten halt
ich habs ja geschrieben, wollten wir nicht, mussten aber, weil ansonsten Pechvogel hat geschrieben:werden es mehr und mehr weniger Werkstätten und Handwerker
ohne Mechaniker keine Werkstatt mv4 hat geschrieben:Es geht im Eröffnungströt um Fahrräder ...sollte man vielleicht noch dazu schreiben
nein, gehts nicht, es geht um Werkstätten- und Mechaniker Bashing, siehe hierzu auch den Titel mv4 hat geschrieben:und wenige Fahrradhändler können sich einen Glaspalast oder eine Empfangsdame leisten
Glaspalast haben wir nicht, aber mittlerweile zwei Empfangsdamen bzw. eine davon eigentlich für die dargebotene Hand am Telefon...
Pechvogel am 29 Sep 2024 13:27:14 Trouw hat geschrieben:...so haben sich die Zeiten geändert. … Früher wurde dem Kunde der rote Teppich ausgerollt, heute rollt der Kunde dem Handwerker den rotenTeppich aus. Der Handwerksmeister kann sich die Arbeit aussuchen...
Meine Oma hat früher schon gesagt „Handwerk hat goldenen Boden“ woher kam der Spruch wohl? Grüße Dirk
Russel am 29 Sep 2024 14:48:53 Trouw hat geschrieben:Der Handwerksmeister kann sich die Arbeit aussuchen.
Nicht die Arbeit, aber die Kunden. Scheiß Arbeit bei guten Kunden wird gemacht, schöne Arbeit bei schlechten Kunden eben nicht.
Niederrhein am 29 Sep 2024 15:45:25 In einem Fahrrad Laden am Niederrhein erfreue ich nich immer wieder über das Schild hinter dem Tresen Der Kunde ist König - ein König hat ZeitDas würde sich auch in KFZ / Wohnmobil Werkstatt gut machen Und zum Thema zuschauen, Tipps geben etc. noch etwas
Russel am 29 Sep 2024 16:07:23 Bei uns ist eine Namhafte Werkstatt für Wohnmobile, laut Chef werden schon seit Jahren keine Neukunden mehr angenommen. Bestimmte VI werden auch nicht mehr bedient da die Mitarbeiter sonst streiken.
Mein Fahrradladen repariert nur Räder die auch dort gekauft wurden.
Das wird in naher Zukunft nicht besser werden. Momentan bekommt man schneller einen Termin beim Facharzt als beim Elektriker.
Russel am 29 Sep 2024 16:09:55 Und wie sagte einst mein Lehrmeister: schmeiß 10% deiner Kunden raus und du hast 95% weniger ärger.
HollandSued am 29 Sep 2024 16:39:14 Enola hat geschrieben:… Ist aber meine Erwartungshaltung, dass der Job 1A ausgeführt wird, jene Mechaniker, welche dies nicht erfüllen, arbeiten nicht mehr bei mir…..
Alleine für diesen Satz und die Grundeinstellung dahinter, wäre solch ein Betrieb meine absolute Anlaufstation! Abgeben, wiederkommen, fertig - alles gut!!! Leider hat man heutzutage sehr häufig die Problematik, daß man (technische, EIGENE Erfahrung vorausgesetzt) das Gefühl hat, daß die „Fachkraft vor Ort“ so ca ähnlich viel Ahnung (…) davon hat, was er/sie/„es“ macht, als wenn eine Kuh in einen Mülleimer schaut. Long story short: Auch wenns manchmal „weh tut“, ist mir ne „Mark mehr“ und „alles IST erledigt“ als andersrum!!! Sofern es das Geld WERT ist…. hatte auch schon (Dometic Absorber) die Erfahrung daß man auch viel Geld bezahlen kann/muß für einen Haufen Sch…eibenkleister an Leistung. Da war es gut, daß ich zugegen war und habe nach 2h abgebrochen, weil da nur absolut unfähiges „Rumgestochere im Dunkeln“ angesagt war…..
Russel am 29 Sep 2024 17:03:46 Enola hat geschrieben:Ist aber meine Erwartungshaltung, dass der Job 1A ausgeführt wird, jene Mechaniker, welche dies nicht erfüllen, arbeiten nicht mehr bei mir...
Die werden aber aussterben, bzw. Immer seltener. Heute kannst du oft mit einer 3 zufrieden sein, kostet aber meistens mehr als 1 a. Du wirst deine Einstellung noch ändern.
Enola am 29 Sep 2024 17:53:11 Russel hat geschrieben:Du wirst deine Einstellung noch ändern.
no
Mhmm am 30 Sep 2024 09:27:06 mv4 hat geschrieben:es gibt wenig Werkstätten wo der Kunde so einfach neben dem Mechaniker steht...und wenn.. ist es das Gebahren der Werkstatt die das zulässt.
Das stimmt und ganz ehrlich, ich kann es auch gut verstehen wieso. Als Kunde mag ich es natürlich mehr wenn ich trotzdem zusehen darf, einfach aus Neugier was so gemacht wird oder weil ich sehen möchte wie mein Wagen von unten aussieht wenn er schonmal auf der Hebebühne ist oder weil es weniger langweilig ist als rumzusitzen und zu warten. Ist für mich kein KO-Kriterium für eine Werkstatt (weil wie gesagt, ich kann gut verstehen wieso die meisten das verbieten), aber überraschenderweise ist die einzige Werkstatt bei der ich ab und zu bin die damit überhaupt kein Problem hat, wenn man freundlich fragt, ATU in meiner Nähe.
Pechvogel am 30 Sep 2024 09:39:31 Mhmm hat geschrieben:...Als Kunde mag ich es natürlich mehr wenn ich trotzdem zusehen darf, einfach aus Neugier was so gemacht wird oder weil ich sehen möchte wie mein Wagen von unten aussieht wenn er schonmal auf der Hebebühne ist oder weil es weniger langweilig ist als rumzusitzen und zu warten...
Wobei die Werkstatt ein riesen Problem bekommt wenn beim Ölwechsel auf der Nachbarbühne ein paar Tropfen auf Deine Hose / Jacke spritzen, wenn dem Mechaniker der Schraubenschlüssel aus der Hand auf Deine Füße fällt oder, vermutlich das Schlimmste überhaupt, wenn plötzlich die Bezirksregierung zur Kontrolle an die Tür klopft! Auch stehen an den meisten Werkstätten nicht umsonst die Schilder dass das Betreten aus versicherungstechnischen Gründen verboten ist. Grüße Dirk
rtiker am 30 Sep 2024 10:01:25 Pechvogel hat geschrieben:...nicht umsonst die Schilder dass das Betreten aus versicherungstechnischen Gründen verboten
Eher sicherheitstechnische (ohne ver) Gründe. Die wenigsten Kunden haben zum Beispiel Sicherheitsschuhe an bzw sind bezüglich der sicherheitstechnischen Anforderungen in der Werkstatt geschult.
Pechvogel am 30 Sep 2024 10:13:21 rtiker hat geschrieben:Eher sicherheitstechnische (ohne ver) Gründe. Die wenigsten Kunden haben zum Beispiel Sicherheitsschuhe an bzw sind bezüglich der sicherheitstechnischen Anforderungen in der Werkstatt geschult.
Es gelten aber die Regeln der gesetzlichen Unfallversicherung, vertreten durch die Berufsgenossenschaften. Und (Klugscheißmodus an: ) in Paragraf 9 der UVV ( BG H+M, Stand 2015, ... ) heißt es sinngemäß "Unbefugte dürfen Betriebsteile nicht betreten, wenn dadurch eine Gefahr für Sicherheit und Gesundheit entsteht." Da spielen dann die sog. Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen,.... mit rein, die Kunden eigentlich sowieso nie berücksichtigen ( können ). ( Klugscheissmodus aus: ) Und die BG ist nunmal eine ( gesetzliche ) Versicherung. Grüße Dirk
cbra am 30 Sep 2024 12:01:38 Bei meinen werkstätten ist das anders
Iveco - bin da seit jahrzehnten stammkunde, kenne den aktuellen meister seit er dort lehrling war. ich kann mir ansehen wasimmer ich will. es gibt keine preisdiskussionen, ich bin mmn immer fair bedient worden. die typisierung meiner eigenbauten wurde dort durchgeführt. sonderprojekte wie z.b. einbau eines plattennwärmetauschers in den kühlkreislauf werden gemeinsam geplant und dort zu meiner zufriedenheit ausgeführt.
Toyota - absolut vergleichbar. der eigentümer ist segelkollege und jugendfreund, wenn notwendig werden massnahmen gemeinsam am auto besprochen
Fahrrad - auch vergleichbar. unsere fahrräder werden dort konfiguriert und gewartet, wenn dort carbonreparaturen erforderlich sind werde ich hinzugezogen und mach das teilweise.
motorboot - auch da ist die kommunikation mit dem yamaha experten auf augenhöhe, fair und absolut zufriedenstellend. auch da kommt der chef und sagt - dein motor ist offen, schuan wir uns die sachen gemeinsam an.
habe keinen grund irgendwelche werkstätten zu bashen, eher im gegenteil
ollimk am 30 Sep 2024 13:10:17 Hm, nun kann ich mir durchaus vorstellen, was Enola und seine Leute da durchgemacht haben und insofern sind das auch verständliche Reaktionen. Ich bin auch seit immerhin 19 Jahren selbstständig - mit ganz anderen Sachen, ist aber egal - und versuche ebenso wie enola, die Leute, von deren Geld ich ganz gut lebe, anständig zu behandeln und meinen Dienst ordnungsgemäß und gern auch etwas darüber hinaus zu verrichten. Gelegentlich kommt es dann aber eben auch in meiner Zunft vor, dass Klienten mir zu sehr ins Detail reinreden wollen. Da kommt es dann schon mal vor, dass sich Wege dann auch wieder trennen.
Aber: auch wenn wir seit einigen Jahren erleben, dass speziell Handwerksbetriebe gut ausgelastet sind und diese sich erlauben können, auf gewisse Leistungen und Kunden zu verzichten - denkt dran, dass das ein Schweinezyklus ist. Irgendwann haben wir wieder einen Überschuss an solchen Betrieben, dann wird der eine oder andere Betrieb wohl doch froh sein, seine Kunden in den fetten Jahren trotzdem anständig behandelt zu haben. Diese Kunden kommen nämlich dann wieder.
Und als normaler Konsument, der ich ja auch nicht alles selbst machen kann oder will, hört der Spaß dann auf, wenn ich das Gefühl habe, schon bei der Anbahnung als Bittsteller oder Störenfried angesehen zu werden. Zum Glück muss ich nicht auf den Euro schauen, und dann gibt es IMMER einen anderen, der meinen Nerv-Auftrag trotzdem haben will.
Insofern, gerade zum Thema Fahrradwerkstatt, weil das weiter oben angeschnitten wurde: Ja, den Trend kenne ich, dass manche Läden nur Räder warten oder reparieren, die dort gekauft wurden. Und wenn ich als Eigner eines edlen Rennrades dann umziehe und der verkaufende Betrieb dann 400 km entfernt ist? Soll ich dann da hin gurken oder wie "denken" sich solche Strategen das? Glauben die, dass man damit Kunden überzeugt, dort dann trotzdem eines Tages ein Rad zu kaufen, oder - aus Sicht solcher Läden - sich eines zuteilen zu lassen? Man bekommt da als Kunde durchaus mal den Eindruck, dass da jemand eher eine Liebhaberei betreibt und damit Geld verdienen will, in der selbstverständlichen Erwartung, dass Kunden in Ehrfurcht erstarren, wenn der alte Meister sich herablässt, sich das Problem des Kunden mal anzusehen.
Eine gesunde Mischung ist da wohl wichtig. Als Werkstatt-Kunde erzähle ich den Leuten nicht, wie die Arbeit zu machen ist, und als Werkstatt-Betreiber bekomme ich in guten Jahren keine Star-Allüren. Ja, und es allen recht machen, kann wohl keiner, weder als Kunde noch als Betrieb.
Tinduck am 30 Sep 2024 15:29:52 'Unsere' Stamm-Werkstatt hat auch kein Problem damit, wenn man sich mal was mit anschaut, und kuriose Schäden bekommt man sogar noch live gezeigt, bevor was dran gemacht wird. Die Werkstatt ist immer offen und zugänglich. Wir fühlen uns da auch immer fair behandelt (auch wenns mal teuer ist), mein ältester Sohn hat da auch sein 2-wöchiges Schulpraktikum gemacht und einen netten Reality Check bekommen, wie es so in der Arbeitswelt im allgemeinen und im Handwerk im speziellen zugeht :) Und ja, die Werkstätten, die jetzt Kunden wegschicken, werden in der nächsten Krise Probleme bekommen. Lieber einen Termin in 3 Monaten rausgeben als abwimmeln, würde ich sagen. Wobei ich bei meinen Handwerkern immer einen Termin bekomme - wenns brennt, auch sehr zeitnah. Leute, die keine Termine bekommen, reden m. Mn. nach falsch mit ihren Dienstleistern oder haben die falschen Dienstleister. bis denn, Uwe
flairisti am 30 Sep 2024 16:22:20 ich bin gelernter KFZ-Schlosser (nicht Meckaniker /Mechatroniker) und habe bis vor 25 Jahren im Beruf gearbeitet- im Öff.Dienst nicht in einer Werkstatt mit Fremdkunden. Bei meinem 24j. alten Womo kann ich seit ca.8 Jahren leider nicht mehr alle technischen Rep. selbst machen und bin wegen fehlender Möglichkeiten auf Werkstätten angewiesen. Meine Erfahrungen mit Werkstätten ist eher enttäuschend. Eine freie Werkstatt hat in 2 aufeinanderfolgenden Jahren zum TÜV jeweils die Achsmanschette vo. re. erneuern "müssen" - beim 1. Mal ok, beim 2. Mal auf Nachfrage und hinweis auf das Vorjahr : sorry da ist wohl was falsch gelaufen.....und das Altteil war auch nicht da... Bei Fiat Proffessional stand nach Radlagerwechel an der Alko-Hinterachse ....Fzg. Vermessen und Spur einstellen auf der Rechnung :lol: ... die Alko Achse wurde aber trotz Auftrag nicht abgeschmiert weil die angeblich keine Schmiernippel hat...(habs dann selbst gemacht) Gerne hätte ich als "besserwissender Kunde" dem anscheinen unwissenden Monteur/Meister ein paar tips gegeben. Soweit (ein Teil) meiner Erfahrungen. Mein Fazit: Vertrauen ist Gut, Kontrolle ist besser :!: P.S. an mein mittlerweile 60 jahre alten Oldtimer lasse ich nur noch rüstige Rentner dran :onceldoc: Hartmut
lonsome am 30 Sep 2024 20:49:44 Hallo,
viele Werkstätten leisten tolle Arbeit. Aber manchmal wäre es auch gut, auf den Kunden zu hören. Warum kein Miteinander?
Kleines Beispiel: Womo zum Ölwechsel, ich lege extra einen Zettel A4 rein mit der Aufschrift: Öl 0W30. Dann bekomme ich die Rechung. Darauf: Öl 5W30. Darauf Anruf bei der Werkstatt: Das steht nur auf der Rechnung so, wurde sicher das richtige Öl eingefüllt. Auf dem Zettel im Motorraum nachgeschaut: auch da 5W30. Also wieder angerufen. Auskunft wieder: Das passt schon so! Dann hat der Chef selber doch noch nachgesehen und gemeint: Tatsächlich falsches Öl, muss getauscht werden.
Manchmal ist der Kunde nicht dumm, sondern kann einen wichtigen Hinweis liefern. Jetzt kann man schon jemanden wie mich als Kunden abtun, den man nicht haben will. Aber das kann’s ja auch nicht sein. Und es gibt halt nicht nur 1a Handwerker.
Aber ich finde, dass der Ton immer schlechter wird. Das muss auch ich erleben. Auf Argumente wird nicht gehört, es gilt nur noch: Ich will aber! Das kostet so viel Nerven, dass ich auch gerne auf manche „Kunden“ gerne verzichte.
Gruß Klaus
pwglobe am 30 Sep 2024 21:58:24 Hallo Enola, es geht auch anders, die Werkstatt für unseren Eurocargo ist Vertragswerkstatt für MAN und IVECO.
Ein Wohnmobil ist ein Freizeitfahrzeug denn ich verdiene mein Geld nicht damit.
Meine Werkstatt lebt von Speditionen, Fuhrunternehmen und der Bundeswehr deshalb habe ich vollstes Verständnis, dass diese Kunden vorgehen. Wir haben deshalb folgende Vereinbarung: Kein Service für mich am Freitag, Samstag oder Montag. Ich bringe den Eurocargo am Montagabend und kann ihn bis Donnerstagabend abholen, wenn ich vorher keinen Anruf bekomme weil er im Weg steht oder früher fertig ist. Dies ergibt eine Win Win Situation, die Werkstatt kann ihre Zeit optimal planen und ich bekomme 10% auf die Dienstleistung. Die nebenbei bemerkt Topp ist und mit mir einen sehr zufriedenen Kunden hat. Der Werkstattmeister hat mir auch schon bestimmte Arbeiten gezeigt die ich selbst machen kann, z.B. Trockenpatronen oder Filterwechsel, dies ergibt auch wieder für beide Seiten Vorteile das Wohnmobil ist nicht zu lange in der Werkstatt und ich spare Geld durch Eigenleistung.
Deshalb habe ich die Werkstatt auch schon oft weiterempfohlen an andere Wohnmobilisten mit MAN oder IVECO. Leider nimmt die Werkstatt keine VI‘s mehr, da der Aufwand zun groß ist.
Enola am 30 Sep 2024 23:10:00 1 Beispiel: Kunde hat Platten bei einem Scooter, bitte neuen Schlauch. Termin mittag abholen, habs eilig. 15 fürn Schlauch 45 Arbeit, express +25 Einfache Aufgabe, 2 Muttern lösen, Reifen und Schlauch weg, neuen Schlauch, alter Reifen, 2 Muttern anziehen. Luft rein, passt. Abholbereit. Kunde kommt 14 Tage später, motzt über den Preis wegen express, zahlt, geht raus, kommt zurück, fährt nicht mehr. Analyse was wieso, ok, Diplay falsch montiert vom Kunden. Motzt, geht raus, 1 Tag später wieder da. Scooter ist jetzt grünlich, war vorhin schwarz. Lass es hier, wir klärens. Brief vom Anwalt, Kaufvertrag übers Internet gekauft vor 2 Jahren ist schwarz, jetzt grünlich. Bitte neu. Sachverständiger von Versicherung, wurde nicht nachlackiert, Schmutz und Staub der vergangenen Jahre sichtbar, das Eloxal ist zu dünn, verfärbt sich. Abholen, jetzt, wegfahren, sofort, arrividerci. Oh besten Dank, damit kann ich jetzt zum Verkäufer und dort reklamieren.... 2. Beispiel bringt bei mir gekauftes Bike zum Service, nix Besonderes, 90 Franken inkl. Waschen. Holts 1 Woche später ab: ist nicht mein Bike. Meines sah anders aus. Ok, laufen zu den Reparierten, nix, nicht da. Sieht bei den noch nicht gefixten sein Bike. Schmutzig, rot, sein Bike. Will es nehmen, nein, nicht dein Bike. Gehen zu seinem, vergleichen Rahmennummer, sein Bike. Aber gewaschen. 3. Beispiel Kettenantrieb erledigt, Tel an Kunde, muss neu, Kette, Zahnkranz, Ritzel. Nur Ritzel, bitte. Aber Kette sieht schaurig aus, macht so keinen Sinn. Nur Ritzel. Sie müssen damit rechnen, dass dies nicht funktioniert oder Kette reisst. Nur Ritzel. Machen wir aber eigentlich so nicht, weils nicht funktioniert. Nur Ritzel. 1 Woche später, Kunde, habs hier im Service gehabt, schaltet Scheisse. Eh, was du nicht sagst, tönt ja schier unglaublich. Was dürfen wir tun? Einstellen. Haben wir, mehr geht nicht mit diesem ausgelutschten Antrieb, Kette und Zahnkranz muss auch neu. Fährt davon und Kette reisst. Beispiel 4 Service, CityBike, nichts Besonderes, 170..-, Kunde holt ab, Ihr habt die Schalthebel gewechselt. Früher musste ich Hebel drücken, jetzt muss ich den Griff drehen. Zur Erklärung, das erfordert den Umbau des Hinterrades, der Aufnahmen, der gesamten Verkabelung, nicht unter 1000 zu machen. Also Kaufvertrag, bei uns gekauft, war schon immer drauf. So gekauft vor 5 Jahren.
Könnt ihr nachvollziehen, wieso wir Mehrkosten haben, die Preise stetig steigen und längst nicht mehr alle Kunden sofort bedienen? Und so ganz ähnliches kann ich hier aus einigen Beiträgen auch rauslesen, zieht sich irgendwie durch alles durch. Es gibt hier Einige, die nähm ich mit Handkuss als Stammkunden, aber auch viele, die einen Termin im nächsten Frühjahr bekommen. Ich hab ja glücklicherweise nichts mehr mit dem Tagesgeschäft zu tun, früher kam der Mech zu mir mit Tränen in den Augen, heute der Empfang mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht und einem Tässchen Espresso in der Hand.
Russel am 01 Okt 2024 07:04:03 ollimk hat geschrieben:Aber: auch wenn wir seit einigen Jahren erleben, dass speziell Handwerksbetriebe gut ausgelastet sind und diese sich erlauben können, auf gewisse Leistungen und Kunden zu verzichten - denkt dran, dass das ein Schweinezyklus ist.
Das denken viele, in der Realität ist aber eben so das im Handwerk oder in der Dienstleistung das Personal und die Arbeitszeit begrenzt ist. Niemand verzichtet gerne auf Kunden oder Leistungen. Wenn ein Betrieb oder Unternehmen keine Kunden annimmt, dann liegt das meist an Zeitmangel, nicht am Reichtum oder Überheblichkeit. Ursache wurde ja schon geschildert, bzw. hast du ja selbst erkannt: totale Auslastung durch Immer aufwendigere Arbeiten bei stetig weniger Personal. Das wird sich so schnell auch nicht ändern.
mv4 am 01 Okt 2024 07:52:17 ...ist doch ganz einfach....ich erklär das Problem dem Kunden...das es so wie er es sich vorstellt nicht geht. Wenn es eine Kleinigkeit ist...dann unterschreibt er das wir Folge Reparaturen die aus den genannten Umstand entstehen können ablehnen. Bei größeren Sachen wo Pfusch herauskommt...da wird der Auftrag generell abgelehnt. Und ich erkläre das dem Kunden auch warum wir das so machen.
ach und nochwas ...so wie es in den Wald hineinruft ...so schallt es auch heraus
Das gilt für beide Seiten!
topolino666 am 01 Okt 2024 11:26:01 Hallo! Ich bin selbständiger Solo-Handwerker in einem spezialisierten Dienstleistungsbereich, natürlich ist das bei mir speziell, ich habe (im positiven Sinn) mit besonderen Menschen zu tun. Ich habe meine Werkstatt separat im eigenem Haus, allerdings versuche ich eine deutliche Trennung zwischen Familie und Geschäft. Ich fahre einen relativ hohen Stundenlohn, bin aber trotzdem über mehrere Wochen mit Arbeit ausgebucht, meine Kunden kommen aus einem 150 km - Radius. 50 Euro kostet bei mir eine Beratung / (mündlicher) KVA / Werteinschätzung ohne folgenden Werkstattauftrag (hier den größten Respekt an die Kollegen vom Bau die (noch?) kostenlos teilweise recht umfangreiche Angebote schreiben). Bei mir gibt es keine festen Öffnungszeiten sondern nur nach Terminabsprache (ich arbeite trotzdem von 5 - 5 :eek: ) Den Freitag versuche ich mit Terminen freizuhalten, Samstag bin ich sowieso nicht in der Werkstatt. Mir darf man auch über die Schulter schauen, ganz kleine Sachen repariere ich vor dem Kunden. Nach über 10 Jahren selbständig im Business nerven mich 3 Sachen: - Mailanfragen die am Wochenende abends geschrieben werden: hier ist meist den Fragern langweilig, sie stöbern in irgendwelchen Foren und wollen jetzt wissen was das und das kostet. Aus diesen Mails entsteht quasi nie ein Auftrag. - Eigene Reparaturversuche oder Reparaturversuche von sog. youtube-Reparateuren, der Aufwand das wieder hinzubiegen ist oft recht hoch, bisher habe ich mir meinen Aufwand teilweise versilbern lassen, immer öfter lehne ich aber auch hier Reparaturen ab. - Das Anspruchdenken von Kunden nur weil ich die Werkstatt in Wohnortnähe habe auch immer verfügbar zu sein. Terminwünsche spät-abends, Samstag und Sonntags, so als sei das vollkommen normal. Hier versuche ich zurückzuschrauben und mir die 4-Tage-Woche als Ziel zu setzen ("Büro" mal aussen vor).
ollimk am 02 Okt 2024 11:55:00 Einen Mangel an negativen Erfahrungen scheint es wohl auf beiden Seiten nicht zu geben. Und wie gesagt, eigentlich neige ich schon lange nicht mehr dazu, denen reinzureden, die was für mich gegen Entgeld machen sollen.
Dennoch nervt es mich als Kunde speziell in Toyota-Werkstätten ganz ungemein, dass dort seit Jahren und mit konstanter Bosheit entgegen den Vorgaben des Herstellers falsches Motoröl bei den Inspektionen verwendet wird. Ich fahre dienstlich seit gut 14 Jahren Hybrid-Modelle und die bekommen relativ dünnflüssiges Motoröl. Anfangs 0W-20, jetzt 0W-16 im RAV4 und die ganz neuen Modelle 0W-8. Dennoch habe ich es bisher in ALLEN Betrieben erlebt (in Dortmund, Halver, Sonneberg, Västerås und Vetlanda), dass mir 5W-30 eingefüllt wird, wenn ich nicht bei der Abgabe äußerst bestimmt darauf bestehe, dass nach Vorgaben gearbeitet werden möge. DAS regt mich dann auf, und dann mische ich mich eben doch ein.
Umgekehrt: Beratungsvertrag mit einem im Herzen von NRW ansässigen bekannten Hersteller von Bad- und Trinkwasser-Armaturen. Die ersten 4 Wochen liefen OK, dann erschien wie aus dem Nichts ein Angestellter in leitender Funktion, brach einen Streit vom Zaun, der dann in dem Ausspruch gipfelte "Sie sind Dienstleister! Sie dienen und leisten!". Völlig unverschämt, falsche Tonart, also teilte ich anderntags die fristlose Beendigung des Einsatzes mit. Inklusive einem freundlichen Brief an den Vorstandsvorsitzenden mit der Kündigung der Geheimhaltungsvereinbarung und dem Wunsch, "....künftig ein besseres Händchen bei der Auswahl von Führungskräften" zu haben. Und ja, Wochen später gab es dazu einen freundlichen und interessierten Rückruf :-)
Ein bisschen muss man als Unternehmer aber eben auch mit schwierigen Kunden umgehen können. Wer nicht die Nerven hat, mit dummen Fragen oder seltsamen Anfragen umzugehen oder generell nicht so gewandt ist im Umgang mit seinen Mitmenschen, dem rate ich nicht zu einer selbstständigen Tätigkeit. Es gibt eben dämliche Kunden ebenso wie es völlig durchgeknallte Betriebsinhaber gibt.
Mhmm am 02 Okt 2024 14:02:11 topolino666 hat geschrieben:Nach über 10 Jahren selbständig im Business nerven mich 3 Sachen: - Mailanfragen die am Wochenende abends geschrieben werden: hier ist meist den Fragern langweilig, sie stöbern in irgendwelchen Foren und wollen jetzt wissen was das und das kostet. Aus diesen Mails entsteht quasi nie ein Auftrag.
Was mich nervt: Ich habe am Wochenende Zeit mich um Hobbies bzw andere Sachen zu kümmern, weil ich in der Woche mit Arbeiten usw beschäftigt bin. Ich will also z.b. was an meinem Wohnmobil gemacht haben und suche mir eine passende Werkstatt, die darauf spezialisiert ist, in der Nähe liegt und laut Webseite die entsprechenden Umbauten auch anbietet. Checke dann was deren bevorzugt Kommunikationsmethode ist (meist Mail oder Formular für Serviceanfragen) und schreib eine nette Mail mit dem was ich gemacht haben will, grobe Kostenschätzung (macht ja keinen Sinn das erst kurz vorm Vertragsabschluss zu besprechen) usw. Nur um dann als Kunde komplett ignoriert zu werden. Werkstatt voll und hat keine Zeit? Versteh ich, kurze Standardmail kann das ja direkt erklären. Wollen solche Aufträge nicht? Auch kein Problem, lässt sich ja auch mit nem Einzeiler beantworten. Mögen keine Mails sondern nur persönliche Besuche? Ist merkwürdig, aber jeder wie er will, das können sie ja entsprechend auf ihrer Webseite angeben. Aber Kunden einfach komplett zu ignorieren finde ich schon mehr als grenzwertig, und solche Werkstätten sehen mich natürlich auch für andere Sachen nie wieder, selbst wenn ich vorher schon mal bei denen Kunde war. Ich kann gut verstehen dass viele Mails mit Anfragen nervig sind. Aber das ist nunmal Teil derer Arbeit. Und wenn sie das nicht gebacken bekommen, müssen halt die Abläufe geändert werden, also entweder klar machen das keine Mails angenommen, automatisierte Anfragen über Formulare erstellen oder zusätzlich Personal für die Bearbeitung. Habe ich bei PKW-Werkstatten nie erlebt, aber bei Womo-Werkstätten war das in der Hochzeit praktisch standard.
Tinduck am 02 Okt 2024 14:07:01 Das ist aber kein Reinreden, wenn man den Umfang des Auftrags vorher klar absteckt. Wie in deinem Beispiel mit dem Öl. Ganz im Gegenteil, das spart hinterher Zeit.
Ich muss meiner Werkstatt bei der Wartung des Womos immer mitgeben, dass sie bitte auch die Diffsperre warten (Gängigkeit des Zapfens, der ins Diff geht). Das vergessen sie sonst, weil das nicht viele Fahrzeuge haben. Bricht aber keinem ein Zacken aus der Krone, wenn ich das sage.
Reinreden ist eher, wenn man dem Mechaniker klarmachen will, dass er die Bremsen auch ohne Demontage des Rads wechseln kann, weil das Zeit spart :)
bis denn,
Uwe
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