Bei uns im Hymer B-MLT liegt das Autoradio an der Starterbatterie, ebenso der CAN-Bus. Auch wenn das Womo steht, verbrauchen beide permanent Strom, was die Starterbatterie zusätzlich zur Selbstentladung entlädt. Weil unsere Aufbaubatterien eine sehr viel größere Kapazität als die Starterbatterie haben, wollte ich das Radio von unserer Hymer- bzw. von unserer Mercedes Truck - Werkstatt umklemmen lassen. Beide haben das abgelehnt. Die Mercedes Truck Werkstatt will nichts mit dem Aufbau zu tun haben und die Hymer Vertragswerkstatt will keinen Eingriff beim
Sprinter vornehmen.
Bei älteren Womos kann man die Starterbatterie und damit auch alle permanenten Verbraucher wie das Radio im Winter abklemmen, aber bei neueren wie bei unserem geht das nicht, weil beim Neuanschluss im Frühjahr die Starterbatterie erst softwaremäßig wieder angelernt werden muss. Das könne angeblich nur eine Vertragswerkstatt machen.
Außerdem haben wir eine Hochspannungs-Marderschutzanlage an der Starterbatterie, weil die Hochspannungskontakte eben im Motorraum sind. Bei manchen ist auch eine
Alarmanlage an der Starterbatterie. Mit abgeklemmter Batterien funktionieren weder die Hochspannungs-Marderschutzanlage noch die Alarmanlage. Letzere wäre besser an der Aufbaubatterie angeschlossen worden. Da wir unweit eines Waldrandes wohnen, sieht man sehr oft Fußspuren von Mardern und Katzen auf abgestellten Autos. Die Katzen zerbeißen aber keine Leitungen in Autos. Ein ca. 100 m entfernter Nachbar hat bei sich eine Wildkamera angebracht und damit Mardern, Katzen, Rehe, Hirsche, Wildschweine, Dachse, Wölfe, Waschbären und Vögel aufgenommen. Besonders Nachts kann es unser Wohngebiet mit einem ZOO aufnehmen. Ohne Marderabwehr wäre es sehr riskannt und Ultraschall und Duftstoffe wirken kaum.
Wir mussten deshalb eine andere Lösung finden.
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten:
- Da eine Starterbatterie je nach Alter und Zustand ohne Fahren nur 1 bis 3 Monate sicher durchhält, haben wir zunächst alle 2 Monate das Womo geladen, analog wie an einer Stromsäule auf einem CP. Bei uns geht das, weil wir das Womo auf eigenem Grundstück stehen und dort auch Strom haben. Aber das ist sehr nervig und bei Vergessen droht der Starterbatterie eine Tiefentladung.
- Bei Womohändlern sind alle dort stehenden Womos mit einem zentralen Ladegerät verkabelt - für eine Erhaltungsladung. Das geht bei einem eigenen Womo schlecht. Aber manche Händer haben im Winter genug Platz, dass man sein Womo gegen Gebühr dort abstellen und mit verkabeln kann. Bei uns ging das nicht, alles voll.
- Aber es gibt Ladegeräte für die Erhaltungsladung von Bleibatterien. Diese laden meist nur mit 2,5 ... 5 A. Aber auch hierfür braucht man ein eigenes Grundstück (mit Zaun) oder eine gemietete Halle mit Stromanschluss. So eine Hallenmiete beträgt oft zwischen 80 ... 280 EURO pro Monat plus Stromkosten. Außerdem sind es von zu Hause zum gemieteten Hallenplatz schnell mal bis zu 100 km.
- Man kann ins Womo ein kleines PV-Modul ins Fahrehaus stellen (>= 40 Wp) und über den Zigarettenanzünder eine Erhaltungsladung vornehmen. Das geht bei einem neueren Womo nicht. Der Zigarettenanzünder müsse erst freigeschalten werden. Unsere Mercedes Truck Werkstatt hat das aus fachlichen Gründen aber abgelehnt. Das Womo sollte aber dann mit dem Fahrerhaus ungefähr nach Süden stehen und im öffentlichen Verkehrsraum ist das PV-Modul gut zu sehen und das bedeutet Einbruchgefahr.
- Man könnte auf dem Womo-Dach ein kleines PV-Modul nur zur Erhaltungsladung der Starterbatterie mit eigenem Solarlader bauen und an die Starterbatterie anschließen. Je nach Menge der nicht abschaltbaren ständigen Verbrauchern braucht man ca. 60 Wp.
- Wir haben eine andere Lösung realisiert, um den ständigen Stromverbrauch durch das Radio und andere Verbraucher sowie die Selbstentladung zu kompensieren. Wir haben einen sogenannten Standby-Lader installieren lassen, da wir eine hohe Kapazität der Aufbaubatterien haben und eine Nachladung dieser durch eine große PV-Anlage gesichert ist. Dieser Standby-Lader sorgt für einen Stromfluss von den Aufbaubatterien zur Starterbatterie zur Erhaltungsladung, oft mit 2,5 ... 5 A je nach Typ, wenn das erforderlich ist, also nicht ständig. Aber Achtung: nicht alle solche Geräte laden die Starterbatterie ohne ein Laden der Aufbaubatterien durch eine externe Stromquelle. Bei uns war das konkrete Modell egal wegen der Ladung der Aufbaubatterien durch die PV-Anlage, aber ein Womo in einer Halle oder unter einer Schutzhaube kann trotz PV-Anlage seine Aufbaubatterien nicht laden und dann funktionieren einige Modelle von Standby-Ladern nicht. Womos ohne
Solaranlage oder solche mit Schutzhaube oder in einer Halle stehen, brauchen einen Typ, der auch ohne Ladung der Aufbaubatterien funktioniert, als vor dem Kauf kundig machen. Man sollte aber dafür nicht nur eine kleine LiFePO4-Aufbaubatterie haben.
- Zur Vollständigkeit gehört auch die Ladung der Starterbatterie mit einem
Moppel alle paar Monate, aber das geht schlecht in einem Wohngebiet (Lärm, Abgase).
- Rein theoretisch könnte man den Strom auch zum Womo tragen und in die Starterbatterie einspeisen, z.B. mit einer entsprechend großen Power-Bank bzw. Power-Station.