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Freiheit auf Rädern - tatsächlich? 1, 2


Nordmann am 08 Feb 2008 17:52:38

@janoschpaul

Gern antworte ich dir, lieber janoschpaul. Für mich gibt es zum Camping keine wirklichen Alternativen. Hotels, Appartements, Ferienwohnungen, Flugreisen und jede Art von Pauschaltourismus locken mich nicht mehr hinter dem Ofen vor. Aber das ist meine persönliche Einstellung und ich verdamme keineswegs Leute, die auf diese Art ihren Urlaub verbringen.

Zu meiner aktiven Zeit habe ich es ungefähr so gehalten, wie klaus1960 es hier schilderte. Überwiegend in Deutschland und Skandinavien stand ich, wann immer es möglich war, völlig frei von jeglicher für Mobilisten errichteten Infrastruktur. Instinkt und Bauchgefühl halfen bei der Auswahl der Plätze. Von keinem (!) wurde ich verjagt und es gab niemals Diskussionen mit Außenstehenden, die sich an etwas störten. Ich denke deswegen, daß ich durchaus rücksichtsvoll unterwegs gewesen bin. An ausdrückliche Verbote habe ich mich gehalten, da ich keine Lust hatte, mich, vielleicht sogar nachts, berechtigterweise verscheuchen zu lassen.

Zur Ent- und Versorgung suchte ich Stellplätze und Campingplätze auf, da ich weder Abwasser, noch Müll oder Fäkalien in die Pampa entsorge, was ja eigentlich klar sein sollte.

In Südeuropa bevorzugte ich aus verschiedenen Gründen Campingplätze.

Ich habe immer alles intensiv benutzt, was im Reisemobil eingebaut ist. Ich genoss es, im Mobil kochen und duschen zu können. Und die Hygiene der eigenen Toilette war mir ebenfalls sehr wichtig. Und ich liebte die Unabhängigkeit von der Stromsäule. Wenn ich auf das alles verzichte, also außer Kaffeekochen und vielleicht Pinkeln und Schlafen nichts weiter mit dem Mobil anstelle, dann fehlt mir genau diese Unabhängigkeit, die das WoMo und dessen technische Ausstattung eigentlich erst sinnvoll macht.

Und ich wage zu behaupten, nicht wenige Mobil-Besatzungen suchen sich ausschließlich Stellplätze aus, die Stromversorgung und Wasch- bzw. Duschgelegenheiten bieten; also campingplatzähnliche "Verhältnisse" . Auch das verdamme ich nicht! Und ich spreche dieser Klientel auch keine Sympathie ab! Aber es ist einfach nicht mein Ding mir vorstellen zu müssen, daß das eventuell die reisemobile Zukunft ist.

Denn dann gerate ich aus den Zwängen in neue Zwänge. Und, wenn ich richtig gelesen habe, wollen doch alle diese Zwänge abstreifen?

Ohne einen weiteren Glaubenskrieg lostreten zu wollen, überlege ich mir, ob ein Wohnwagen für mich die Alternative zum Wohnmobil werden kann.
Wenn die Zukunft hieße Stellplatz oder Campingplatz, würde ich mich für letzteren entscheiden. Der Preisabstand zu manchen Stellplatzgebühren dürfte irgendwann nur noch marginal sein. Dann jedoch bräuchte ich kein Wohnmobil mehr.

Alles nicht so einfach! :)

Liebe
Nordmann

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Lancelot am 08 Feb 2008 18:51:52

Joxy12 hat geschrieben:und dann noch die Freiheit aus philosophischer Sicht
Immanuel Kant formulierte:


Uiii, jetzt wird´s aber hoch-intellektuell: :)

Dagegen sieht Friedrich Nietzsche die Freiheit jedoch so:

..... "der Anspruch auf Unabhängigkeit, auf freie Entwicklung, auf laisser aller wird gerade von Denen am hitzigsten gemacht, für die kein Zügel zu streng wäre — dies gilt in politicis, dies gilt in der Kunst. Aber das ist ein Symptom der décadence: unser moderner Begriff „Freiheit” ist ein Beweis von Instinkt-Entartung mehr."


Kann ich aber auch nicht unterschreiben .... :(

CKgroupie am 08 Feb 2008 18:57:45

Also obwohl ich ja - wie bereits geschrieben - eigentlich immer auf Campingplätze fahre, bevorzuge ich trotzdem das Wohnmobil. Ich bin damit eben doch mobiler. Ich will nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass ich zwei WOchen an einem Platz stehe, sondern ich gehe eigentlich davon aus, dass ich nach 2-3 Tagen weiterfahre. Und dann will ich ruckzuck meine Markise einfahren, meine Stühle einsammeln, mich vom Strom abzwacken und jö - ab durch die Mitte, nicht erst noch stundenlang mein Auto packen und am besten noch ein Vorzelt abbauen.

Und die Option mal kurz ein Wochenende wegzufahren will ich auch nicht missen. Das macht man mit dem Wohnwagen sicher auch seltener, als mit dem Womo.

Klar, dafür ist das Womo teurer, aber wir müssten uns auch ein anderes Auto anschaffen, wenn wir einen Wohnwagen hätten, denn unserer kann so gut wie nix ziehen. Und dann ist auch der Preisvorteil nicht mehr wirklich da. Vor allem weil Wohnwagen einem ja preislich auch nicht gerade hinterhergeschmissen werden.

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esskaa am 08 Feb 2008 19:00:57

Das hat man nun davon, wenn man einen Tag nicht ins Forum schaut. Schon sind 4 Seiten mit 46 Beiträgen zu lesen. Arbeit, uff


@Nordmann : bleib einfach locker
@Aretousa : supi
@Achim : Glückwunsch zu dieser positiven Lebenseinstellung ( schönes Bild von der Brücke in Verona ), weiterfotografieren und moppedfahren ( auch eine Art der Freiheit )

Gast am 08 Feb 2008 19:02:04

Hab auch noch einen....

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit; das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.
George Bernard Shaw

oder noch besser...

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, dass man eine hat.
Heinrich Heine



klaus

Lancelot am 08 Feb 2008 19:10:58

klaus1960 hat geschrieben:Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit; das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.
George Bernard Shaw


... das wiederum "Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit" könnte ich sehr wohl unterschreiben .... wenn´s nur jedem auch bewußt wäre ....

Nordmann am 08 Feb 2008 19:30:17

Auch wenn ich es angesprochen habe - also selbst schuld bin! :D

Bitte k e i n e Diskussion Wohnwagen oder Wohnmobil.

Ich tendiere übrigens noch immer zum Wohnmobil, mache mir aber so meine Gedanken. Weil ich das von der Industrie geschürte Versprechen auf Freiheit hinterfrage. Und weil ich so manch traurige Realität erlebe, wenn Wohnmobilbesatzungen ihre vermeintliche Freiheit ad absurdum führen.

Ich bleibe dabei! Wenn die Entwicklung in der Zukunft zur Inanspruchnahme von Stellplätzen zwingt, dann mach ich da nicht mit. Wenn die Toleranzschwelle der Behörden und Bevölkerung für "freies Stehen" sinkt, weil zurecht auf unzählige Stellplätze verwiesen wird, wo wir uns gefälligst aufzuhalten haben, dann haben die cleveren Geschäftemacher uns da, wo sie uns immer haben wollten. In konzentrierten Auffangbecken.

Hoffentlich kommt es nicht soweit. Das Thema ist zu ernst, um blauäugig damit umzugehen, was ich jedoch nur denen unterstelle, die, aus welchen Gründen auch immer, alles lieber in Watte packen und Begebenheiten, die ihnen sauer aufgestoßen sind, nicht reflektieren und somit akzeptieren.

Liebe
Nordmann

WoRo1 am 08 Feb 2008 20:03:54

Ich habe eben zum ersten Mal in diesen Thread gesehen. Das war ja richtig viel Arbeit, sich bis hierher durchzulesen. Aber es hat sich gelohnt. Nicht nur Aretousa, auch viele andere haben mir aus dem Herzen gesprochen und mich in meinem Womo-Glauben bestärkt. Natürlich kann das Fahren mit dem Womo auch mal ätzend sein, etwa wenn man eng gedrängt auf einem Asphaltplatz oder in der Nähe einer lauten Straße steht, weil man am späten Abend nichts Besseres mehr gefunden hat. Oder wenn man am Mittelmeer entlang fährt und nur noch Teppichstangen sieht. Aber das wiegt nicht besonders im Verhältnis zu den vielen Vorteilen.

Was ich besonders gut finde, ist zum einen : Einfach am Freitag, wenn das Wetter gut ist, spontan losfahren und dann manchmal erst auf der Autobahn überlegen, wohin man genau fährt. Früher haben meine Frau und ich meist wenigstens einen Tag am Wochenende am Schreibtisch verbracht, obwohl das nicht unbedingt nötig war. Ein normales Wochenende hatten wir deshalb nur selten. Um aus diesem unnötigen Trott heraus zu kommen, haben wir uns damals ein Womo zugelegt und haben uns damit selbst unter Zugzwang gesetzt, es auch am Wochenende zu nutzen. Und das war gut so. Mit jedem Kilometer, den wir gefahren sind, verblasste die Erinnerung an mögliche Arbeit am Schreibtisch immer mehr und verschwand bald völlig.

Das Womo auch im Urlaub intensiv zu nutzen, hatte sich erst danach und dann schnell zu einer zunehmenden Leidenschaft entwickelt. Was ich dabei am besten finde, ist die Unabhängigkeit und die Möglichkeit zu spontanen neuen Entscheidungen. Ein Beispiel : Im vorletzten Herbst wollten wir ins Allgäu zum Wandern. Aber was war dort? Nur Sch....wetter. Regen, Regen und nochmal Regen. Also ins Internet gesehen, entdeckt, dass in Italien die Sonne scheint und los gings. In wenigen Stunden waren wir da und haben einen wunderschönen Urlaub verbracht. Leider hatte ich an kurze Hosen, Sandalen und Badesachen beim Packen für das Allgäu nicht gedacht. Aber das haben wir gut überlebt. Jetzt haben wir natürlich alles für alle Situationen an Bord und können uns jederzeit völig neu entscheiden. Das ist die Freiheit, die ich liebe.

Gast am 08 Feb 2008 20:30:48

Hallo Nordmann,
Danke für die Antwort, Du hast Recht, es liegt eine Gefahr im immer besser ausgebauten Stellplatzangebot.
Den Norden haben wir gerade erst angefangen zu entdecken, Norwegen soll das nächste Ziel sein, wegen der Natur und natürlich auch wegen der tollen Möglichkeiten frei zu stehen.
Nachdenklich gestimmt haben mich Deine Überlegungen schon, Campingplatzbetreiber versuchen ja auch Lokale in Ihrer Nähe davon zu überzeugen, keine Freisteher zu dulden.
Wenn die Gemeinden jetzt vermehrt Stellplätze anbieten, werden Sie freistehen sicher auch einschränken wollen.

Einen schönen Abend
Janoschpaul

711er am 08 Feb 2008 21:01:53

freiheit ist für mich, mit meinem selbstbau 711er ( lkw-rahmen ) 6000 kg gesamtgewicht , solar, 250 ltr frischwasser, winterfest etc..., dahin zu fahren, wo ich hin will.

kein bordcomputer, keine anfällige elektrik, jeder dorfschmied in anatolien oder moskau kennt das auto.

kein schlagloch oder sonst eine piste hindern mich.

reinsetzten, starten, im spiegel nen kleines wölken aus dem auspuff, und ab gehts !

haben lange überlegt, nach 10 jahren ohne womo, davor auch nur 208 / 608 selbstbau, jetzt nen originalen oder wieder nen selbstbau.

nach 3 jahren 711er, fahrten durch polen / schweden / dänemark / deutschland, dann noch das auto als zugmaschine für die firma...,

45000 km OHNE probleme. freiheit pur, weil technisch unabhängig.

gruß

klaus ( der morgen wieder nen bisschen am neuen badezimmer bastelt )

snoopy-k am 08 Feb 2008 21:32:50

Ich fahre meisst mit dem Wohnhänger zu Fallschirmsprungplätzen. Da findet man in der Regel WC-Anlagen, aber kein Strom mittels Verlängerungskabel. Klar kann man dort auch in der Packhalle etc seinen Schlafsack ausrollen, aber es ist beschwerlich mit Hunden und entschieden lauter.
Dazu kommen noch verlängerte Wochenenden und Kurztrips mit der Familie. Diese aber eher wegen den Frauen auf organisierten Plätzen mit WC, Dusche und Mülleimer.
Leider bin ich aus beruflichen Gründen nicht so Frei, mal eben kurz 1000km wegzufahren und eine Woche später wieder zurück, aber es geht auch so.

Als ich noch Tauchen war, war der Campingbus ein grosser Vorteil, aber jetzt sind die im Unterhalt auch als Zweitwagen einfach zu teuer. Besonders, weil die Ehefrau ja auch einen PKW will und der Bus zu teuer ist wegen der Entfernung zur Arbeit.

bert am 08 Feb 2008 22:04:31

Für mich ist es die " Freiheit" einfach wegfahren zu können ohne erst buchen zu müssen.
Wenn eines der Kinder oder wir krank sind vielleicht wieder stornieren zu müssen......
Kurz die Sachen zusammengepackt, Womo raus aus der Garage, eingeräumt und weg.
Die Freiheit bei Seen oder anderen schönen Plätzen frei zu stehen ist es sicher nicht mehr, aber für uns mehr Wert als ein Hotelzimmer.

Bert

CKgroupie am 08 Feb 2008 22:17:54

@nordmann
also irgendwo verstehe ich dich nicht. Hättest du lieber, wenn es keine Stellplätze gäbe?

Die meisten Wohnmobilisten sind ja normalerweise dankbar dafür, dass Stellplätze eingerichtet werden.

Irgendwo scheint man es uns als Gesamtheit dann wohl nicht recht machen zu können.

Hat denn die "Feindseligkeit" gegen Freisteher tatsächlich zugenommen? Können unsere Freisteher hier das bestätigen?

Fee am 08 Feb 2008 22:25:31

Tja, Freiheit mit dem Wohnmobil sieht wohl Jeder anders.
Ich persönlich liebe Campingplätze, ich habe einen tollen grosse Stellplatz, ich kann Stühle/Tisch, Fahrräder, Grill etc aufbauen wenn ich will. Mein Hund hat einen gewissen Bewegungsradius an der Schleppleine. Habe meistens Ausflugsmöglichkeiten in der Nähe und fühle mich Sicher. Ausserdem hockt der Nachbar nicht unmittelbar nebenan aber ich kann trotzdem Kontakt haben wenn ich möchte. Dabei schrecken mich auch die Preise nicht ab, meistens finde ich sie angemessen. Ich finde es sogar anstengend rumzufahren und zu vergleichen wo es am wenigsten kostet oder wo man umsonst stehen kann. Ich kenne Einige, die das so machen aber dafür ist mir meine freie Zeit zu kostbar.
Ich kann an einem Ort solange bleiben wie ich mag und kann mich kurzfristig entscheiden ob und wohin ich fahre und auch was und wieviel ich mitnehme. Ausserdem gehört für mich auch noch zu den absoluten Vorteilen dass ich immer mein eigenes Bett und mein eigenes Bad , Küche etc dabei habe und ich nicht auf z.b. Frühstückszeiten wie im Hotel angewiesen bin.
Das ist für mich die Freiheit am Womo fahren. und nicht dort zu stehen wo immer ich will. Zum Womo fahren gehört für mich auch Rücksichtnahme und Respekt Anderen gegenüber, was ich auch von den Anderen erwarte, leider manchmal vergeblich, schade.

Stellplätze sind auch eine tolle Sache aber so Aussagen wie "Dort ist das Stehen verboten aber ich mache das trotzdem" finde ich nicht gut. Da muss man sich nicht wundern wenn es Anfeindungen von z.b. Anwohner etc gibt.

Nordmann am 08 Feb 2008 22:43:59

@CKgroupie

Das du mich nicht verstehst, verstehe ich wiederum nicht. Habe ich mich so unverständlich ausgedrückt?

Aber um deine Frage zu beantworten, ob es mir lieber wäre, wenn es denn keine Stellplätze gäbe? Ja und nein!

Was einst charmant begann, als hier und dort vereinzelt einfache Areale als Übernachtungsmöglichkeiten freigegeben wurden, ist inzwischen zu einem regelrechten Geschäftszweig mutiert. Bis hin zu den allseits bekannten Überlegungen, Stellplätze mit Sternen zu klassifizieren. Was wiederum nichts anderes bedeuten würde, als die Schaffung von geldwerten Unterteilungen. Viel Komfort - viel Gebühr. Wie auf dem Campingplatz. Aber das funktioniert nun auch ohne Sterne.

Auf diese und ähnliche Auswüchse allerdings würde ich gern verzichten. Aber der Trend scheint nicht mehr umkehrbar.

Ich weiß nicht, was ich sonst noch schreiben soll und hoffe, du verstehst jetzt, was ich meine. Du musst mir ja nicht zustimmen.

Übrigens bist du der erste, der das Wort "Feindseligkeit" benutzt hat. So weit waren wir nun auch wieder nicht.

Viele
Nordmann

CKgroupie am 08 Feb 2008 23:09:57

@Nordmann
Wenn du dich an der Wortwahl störst, dann helfe mir mit einem anderen aus. Ich meinte eigentlich nur, ob Du (oder die anderen passionierten Freisteher hier im Forum) das Gefühl haben auf mehr Schwierigkeiten zu stoßen als früher? Das ist nichts als eine ehrlich gemeinte Frage von jemandem, die noch nie frei gestanden hat (außer bei einem Freund in der Garagenauffahrt ;)). Ich kann es deshalb ja einfach nicht beurteilen.

Noch zum Thema "ausgeklügeltes Stellplatzsystem": Da bietet sich ja noch die Möglichkeit in Gefilde zu verreisen, wo es dieses Stellplatzsystem noch nicht so ausgeklügelt ist. Gerade durch die "Zugewinnung" der östlichen Länder als mögliche Ziele, gibt es doch noch jede Menge Flecken auf der Landkarte, wo man gar nicht anders kann als freistehen, weil es weder Camping- noch Stellplätze gibt.

Kasira am 08 Feb 2008 23:17:01

Nordmann schrieb:

Finden wir mit dem Erwerb eines Reisemobils die ersehnte Freiheit und Unabhängigkeit, wie wir uns das wünschen?


Ich denke schon. Schließlich hat jeder seine ureigene Definition für das Wort "Freiheit". Für Dich bedeutet es offenbar, überall frei stehen zu können. Da sind die Möglichkeiten leider sicher nicht mehr so, wie sie es vielleicht zu der Zeit waren, als Du Deine damaligen Reisen unternommen hast.
Aber, wie Du lesen konntest, ist für viele von uns das spontan losfahren können mindestens ebenso wichtig.
Wir konnten aus beruflichen und privaten Gründen niemals langfristig planen, auch ein "richtiger" längerer Urlaub war nicht möglich. Und mal eben am Donnerstag ein Zimmer für's Wochenende zu buchen ist nahezu unmöglich, kostet Nerven, Zeit und nur die Telefongesellschaft freut sich. Wie schön, wenn das "Zimmer" vor der Tür steht und man nur den Zündschlüssel umdrehen muß! Und wenn doch mal was dazwischen kommt, schade, aber auch nicht so schlimm, hab ja nix gebucht..
Und was ich besonders wichtig finde: man reist! Steigt nicht bei "A" in den Flieger und ladet bei "B", hat aber von der Gegend. durch die man normalerweise käme, nichts gesehen. Im Reisemobil hab ich die Möglichkeit Stops einzulegen, wenn etwas Schönes oder Interessantes am Wegesrand liegt.
Und was die SPs angeht: Ich persönlich habe nichts dagegen, im Gegenteil. Wenn wir am WE irgendwo sind, da schauen wir uns die Gegend an und sind eh selten am/im Mobil und da stört es nicht, daß wir auf einem WoMo-Parkplatz stehen.
Und wenn es an die Heimreise geht, fährt auch nicht die ganze Zeit die Sorge mit, ob auch wirklich nichts im Hotel vergessen wurde :oops:
Du siehst, wir haben alle unsere Günde, auch wenn sie völlig unterschiedlich sind.

lG - Kasira

Joda am 09 Feb 2008 00:56:34

Moin!
Bei allen Respekt,@Nordmann...
aber was willst du eigentlich? Sollen wir dir eine Garantie erteilen das du bei einem Womokauf das gleiche Freihheitsgefühl erlebst wie früher? Das wird dir keiner geben können! :roll:
Warum machst du es nicht wie so manch ein Einsteiger? Miete dir ein Mobil und finde selbst heraus, ob du mit der heutigen Form des Womoreisens klar kommst! Denn das eine muß dir klar sein: die Zeit zurückdrehen kann und will hier keiner! :wink:
Abgesehen davon: es gibt so viele Stellplätze, weil der Markt es hergibt, sprich, weil es so viele Womos gibt. Die vielen Womos gibt es aber nicht deswegen, weil plötzlich so viele Stellplätze da sind. Da wollen viele ein Stück vom Kuchen abhaben, so ist das halt mit Angebot und Nachfrage, da fragt keiner nach irgendwelche Freiheitsgefühle.

Joda

WoRo1 am 09 Feb 2008 09:07:16

Es ist schon interessant zu lesen, was etliche Mitglieder des Forums jeweils unter ihrer Womo-Freiheit verstehen. Eines müsste dabei aber klar geworden sein. Wir können hier noch wochenlang schreiben. Andere von der eigenen Meinung überzeugen oder sogar auf einen gemeinsam Nenner kommen : Das schaffen wir nicht. Und das ist auch nicht nötig und auch nicht wünschenswert. Die Vorstellungen über das persönliche Womo-Glück gehen doch sehr weit auseinander - vom ausnahmslosen Freistehen bis zum ständigen Besuch von Campingplätzen - und das ist auch gut so. Entscheidend ist doch, dass jeder sich bei seiner Art wohl fühlt.

Gast am 09 Feb 2008 09:40:11

Es geht aber auch anders..... viel Komfort und wenig Gebühr...siehe Bad Dürrheim

Enja am 09 Feb 2008 10:43:10

Hallo,

für uns ist so wirklich eigentlich nie eine andere Form von Urlaub in Frage gekommen. Wenn keine Wohnmobil oder Wohnwagen - dann eben ein Zelt. In Hotels oder Ferienwohnungen haben wir uns nie wohl gefühlt.

Wir schätzen daran die Freiheit, fahren zu können, wann wir wollen und wohin wir wollen. Ohne planen oder buchen zu müssen. Und genauso den Aufenthalt an der frischen Luft, in der Natur.

Wir machen das seit 1974. Auch damals schon konnte man nicht überall frei stehen. Wir haben das umfassend ausprobiert, da wir das Geld für Campingplätze überhaupt nicht hatten. Da musste man durchaus nachts auf dem Sprung sein und auch mal mehr oder weniger fluchtartig den Ort verlassen. Die Infrastruktur war nicht so ausgebaut. SPs gab es gar nicht. Entweder Camping oder freie Wildbahn.

Etliche Länder, die wir damals gerne bereist haben, bieten diese Freiheit einfach gar nicht mehr, weil dort Krieg ist. Mehr oder weniger. Das ist sehr schade. Dafür gibt es aber auch wieder andere Möglichkeiten in Richtung Osten.

Wahrscheinlich nimmt sich das alles nicht viel. Die Zeiten ändern sich. Wir ändern uns auch.

Enja

Nordmann am 09 Feb 2008 12:16:18

@alle

Vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare! Sie helfen mir, die Wohnmobilszene der heutigen Zeit noch etwas genauer einzuordnen.

Interessant, was dabei herauskommt, wenn ein wenig an den Grundpfeilern gerüttelt wird. Freiheit, wie ihr sie direkt und zwischen den Zeilen zum Ausdruck bringt, kann wohl nicht in Zahlen, Daten und Fakten vermittelbar sein. Vielmehr ist die Freiheit ein Zustand und ein Gefühl, was irgendwo im Kopf beginnt und sich im Herzen manifestiert. Für diese Überzeugung steht ihr ein. Und die wollt ihr euch nicht nehmen lassen.

Gefühle lassen sich nicht aufhalten. Wollen wir hoffen, daß die preistreiberische Spirale des Campingsegments in all seinen Facetten nicht dazu führt, daß die Wohnmobilszene vollends abgleitet in eine elitär geprägte Bewegung, die sich am Nasenring von Stellplatz zu Stellplatz führen lässt.

Liebe
Nordmann

Gast am 09 Feb 2008 14:55:25

Grundpfleiler ist ein wenig hoch gegriffen, sobald ich so "anfüttere" ist eine kontroverse Diskussion vorabsehbar.

meine Meinung: die Freiheit ist abhängig von den handelnden Personen, jeder nimmt sich halt selbst mit.

Säcker am 09 Feb 2008 15:28:22

Der männl. Part von "Die Rumtreiber" hat mir von einem Erlebnis an der südfranz. Atlantikküste erzählt. Er stand dort auf einem Stellplatz an einem schönen Strand und hörte folgendes Gespräch zwischen einem Kind und seiner Mutter:

"Mama, was machen denn die ganzen Leute mit ihren großen Autos hier?"

Antwort der Mutter:"Die machen Urlaub auf dem Parkplatz!"


Wenn es drumherum schön ist, warum nicht? Im Grunde haben wir uns doch selbst schon mit unseren Ansprüchen auf das gewünschte Maß heruntergebracht. Also sucht jeder was er toll findet. Das Ergebnis wird immer wieder ein anderes sein!

Die Rumtreiber am 09 Feb 2008 19:10:26

Säcker hat geschrieben:Der männl. Part von "Die Rumtreiber" hat mir von einem Erlebnis an der südfranz. Atlantikküste erzählt. Er stand dort auf einem Stellplatz an einem schönen Strand und hörte folgendes Gespräch zwischen einem Kind und seiner Mutter:

"Mama, was machen denn die ganzen Leute mit ihren großen Autos hier?"

Antwort der Mutter:"Die machen Urlaub auf dem Parkplatz!"


Wenn es drumherum schön ist, warum nicht? Im Grunde haben wir uns doch selbst schon mit unseren Ansprüchen auf das gewünschte Maß heruntergebracht. Also sucht jeder was er toll findet. Das Ergebnis wird immer wieder ein anderes sein!


Das ereignete sich 2005 in Mimizan und wir waren nicht alleine, auf dem "Parkplatz" verbrachen ca. 80 Wohnmobilbesatzungen "ihren Urlaub" :D

Gast am 09 Feb 2008 19:41:14

Auch hier standen wir nur auf einem Parkplatz .....

trotzdem ist es die Freiheit die ich meine

Gast am 09 Feb 2008 19:44:29

es gibt aber auch Freiheitsliebende welche die Freiheit der anderen einschränken

Gast am 09 Feb 2008 19:57:08

Auch hier im Prinzip nur Parkplätze

und trotzdem




FREI

canter am 10 Feb 2008 00:19:29

Hallo alle zusammen, hallo Nordmann,

Die Freiheit im und am Wohnmobil heißt für uns, das wir zwar grob bei der Abfahrt wissen wohin wir wollen, es aber dann meist doch spontan anders machen. Das ginge halt mit einer Pauschalreise oder einer Ferienwohnung nicht. Soll aber nicht heißen das ich mich da nicht erholen könnte. Wir fahren ja auch immer wieder für eine Woche ins Ferienhaus am Balaton.

Die Freiheit am Wohmobil ist für mich nach einer Wanderung einfach sagen zu können, das wir hier am Waldparkplatz bleiben. Oder auch einen Stellplatz nach einer Nacht weils halt nicht passt wieder zu verlassen.

Was mir allerdings immer häufiger auffällt ist das unser Hobby wirklich immer elitärer wird. Und das nicht nur durch die Verbote und Gebote wo ich stehen darf und wo nicht oder durch die Kosten für Fahrzeug und Unterhalt. Am meisten fällt es mir an den Reisenden auf!
Oft Paare mittleren oder gesetzteren Alters die nur für sich sein wollen und ihre Ruhe lieben und verteidigen. Oft auch kleine Reisegesellschaften mit zwei oder mehr Womos die am liebsten eine Wagenburg bauen würden.
Abends sitzt dann jeder in seinem Womo vor der Glotze und sagt es ist ja alles wie daheim.
Wenn ich heute auf einen Stellplatz komme, sind wir mit unseren Kindern die "Exoten" die ehr "stören". Heute ist bis auf die Touristenplätze Camping kein Familienurlaub mehr. Und genau das ist der Grund warum wir z.B. in Italien gerne auf CP`s gehen, in Deutschland aber meist Cp`s oder Stellplätze meiden.
Wir hatten gerade vor ein paar Tagen das Erlebnis, das wir im Sudelfeld auf einem abgelegenen Eck eines Skiparkplatzes standen und abends nach einer Rodeltour noch eine 5 Minuten Schneeballschlacht um 21:00 Uhr machten. Da maulte ernsthaft eine ältere Womo Besatzung ( 200m entfernt im nagelneuen Carthago Liner stehend ) das wir doch bitte die Ruhe nicht stören sollten. Ich dachte echt mich tritt ein Pferd, vorallem da gerade 100m weiter, drei Pistenbullis zu Gange waren. Aber hauptsache maulen und beschweren konnten sie sich. Und ganau das sind die Dinge die zumindest uns die "Freiheit" auch mal versauen können.
Es haben sich in den letzten Jahren viele Dinge im deutschen Womo und Camping geändert, die alte Grundsätze wie Rücksicht und Tolleranz nicht mehr beinhalten.
Aber da kommt dann doch wieder die Freiheit des WOmo fahrens solche Plätze oder Nachbarn schnell verlassen zu können um dann wieder befreit von deutscher rechthaberei zu stehen.

Gast am 10 Feb 2008 00:44:21

Wir genießen DIESES Leben !

Wir stehen grundsätzlich da, wo es UNS gefällt ! Gut, in der Hauptsaison meiden wir die Touristenhochburgen!

Im Mai 2007 haben wir auf Sardinien 4 Wochen direkt am Meer gewohnt - und wir waren wirklich DIE GANZE ZEIT ALLEINE dort !

Ich denke, dass in der Nebensaison DIE FREIHEIT wirklich grenzenlos ist :D

Kiras

Poldi am 10 Feb 2008 12:01:56

Man sollte sich keine Freiheit (heraus)nehmen, die einem nicht zusteht Wenn sich z.B. auf einem innerörtlichen Parkplatz in einem kleinen französischen Städtchen Wohnmobilbesatzungen gleich neben dem Bouleplatz erkennbar stationär einrichten, dann lässt das zumindest die Sensibilität für ungetrübte Freiheit der dortigen Anwohner vermissen. Wir wollten wirklich nur parken, um uns den Ort anzusehen, spürten aber an der verhaltenen, bis verweigerten -Erwiderung, in Frankreich äußerst selten, dass hier schon einige Crews die französische Gastfreundlichkeit stark überstrapaziert hatten.
Wir haben diesen Ort schweren Herzens verlassen. Die kleine (Deutsche) Kolonie blieb standhaft zurück.
Wenn ich seitdem als Urteil über Frankreich höre: "Frankreich ist schön, aber die Franzosen sind unfreundlich, ich glaube die mögen die Deutschen nicht," dann denke ich: "Ach ihr wart das!"

Poldi

Nordmann am 10 Feb 2008 14:22:31

Die unbekümmerte Frage des Kindes und die ernsthafte Antwort der Mutter, von Säcker hier als Zitat aufgeführt, sind nicht nur amüsant und entwaffnend, sondern treffen genau ins Ziel. Herrlich unkompliziert, völlig ohne Argumentationsgewürge wird eine Tatsache auf den Punkt gebracht. Ist der Parkplatz noch so schön, darf man diesen "Klassiker" gedanklich abrufen und darüber schmunzeln.

Viele
Nordmann

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