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Hallo zusammen,
vom 31. August 2008 bis 07. Dezember 2008 waren wir in der Türkei on tour. Es war eine sehr abwechslungsreiche, spannende und problemlose Reise durch die verschiedensten Zivilisationen. Hier zuerst einmal die Reiseroute als link aus Google maps: --> Link Blaue Pins bedeuten Hinreise, rote Pins bedeuten Rückreise. Viel Spaß beim Lesen, udoti Hallo udoti,
über deinen Link komm ich zu deiner Reiseroute nach google-maps. Aber wenn ich die Pins anklicke, kann ich nur eine Route berechnen und nichts lesen. Mache ich was falsch? Hallo Schimisbella,
diese Karte ist eine erste Info zur Reise. Die Pins geben im Moment nur den Ort der Übernachtung an und die Anzahl der Stationen. Bitte Doppelklick. Hallo Anne42,
dies soll noch nicht ein Reisebericht sein. Hier geht es erst einmal um die Reiseroute. Die bisher bekannten Reiseberichte beziehen sich hauptsächlich auf die Mittelmeerküste. Wie Du aber sicherlich gesehen hast, führt unsere Route zuerst einmal durch Anatolien in den Südosten, genauer gesagt zum Nemrut Dagi und nach Sanli Urfa. Erst danach ging es auf dem Rückweg am Mittelmeer entlang nach Westen. In der nächsten Zeit werde ich mit genaueren Daten und Bildern hier im Forum tätig. Hallo Udoti,
da bin ich aber auch sehr gespannt auf Deinen Reisebericht! Ich hoffe, Du kannst uns bald schon Lesestoff geben! Hier beginnt jetzt unser Reisebericht.
Vorbemerkungen: 1. Fahrzeug: Vor der Reise wurde das Fahrzeug ausgestattet mit: 3 Solarpanellen 85 Watt mit Zubehör, 1 Wechselrichter 1500 Watt Dauer, einem Wechselrichter 150 Watt, 3 Gelbatterien Typ G 140, AirCell für MB Sprinter, 1 zusätzlichen Gasflasche (11kg Alu) zu den beiden vorhandenen 11 kg-Gasflaschen, 6 neuen Reifen (Michelin Agilis) mit Metallventilen und Metallventilverlängerungen, Sicherheitsschlösser für die beiden Garagentüren und Aufbautür und Sicherungen für die Schiebefenster im Fahrerhaus. 2. Navigation Wir benutzten ein Navi, ausgestattet mit dem Kartenmaterial City Navigator Europa NT v9 und WorldMap v4, einen Laptop mit WLAN USB 2.0 Wireless Network Adapter, die Navi-Software Mapsource, ein Internet-Telefon und die Telefon-Software. 3. Land und Leute In vielen Nächten hatten wir davon geträumt, auf großer Fahrt zu sein. Die Wirklichkeit war dann noch viel schöner und spannender als all unsere Träume. Die Straßen waren zum großen Teil keine Autobahnen mehr, es gab hin und wieder einmal Baustellen, aber im Großen und Ganzen ließ es sich bei entsprechendem Tempo und guter Tagesetappeneinteilung prima fahren. Im Speziellen war auf alle Truck-Fahrer immer Verlaß, auch was die Auskunftsbereitschaft und Tips anging. In allen Ländern, im besonderen in der Türkei, trafen wir auf freundliche, aufgeschlossene, hilfsbereite und zutrauliche Menschen. Erwähnenswert ist auch das Thema Übernachtung in der Türkei. Auch hier gab es auf der ganzen Reise keine Probleme, auch nicht in Zentral-Anatolien und Süd-Ost-Anatolien, wo es ja relativ wenig CP gibt. Überall findet man reelle Übernachtungsmöglichkeiten bei Tankstellen unf Restaurants an der Strecke oder auf Parkplätzen in den Orten. Das Tankstellennetz ist sehr gut ausgebaut, Bankomaten gibt es auch fast in allen Orten, das Zahlen mit der Maestro-Card ist an Tankstellen und in Supermärkten kein Problem. Teil 1 (Österreich) Am 31. August 2008 starteten wir unsere Reise, fuhren über München und Passau bis nach Ottensheim (435 km). Die Koordinaten des Stellplatzes hier führten uns in eine Siedlung, vielleicht 2 km vom eigentlichen Ziel entfernt. Wir übernachteten dann auf dem dem CP gegenüberliegenden Parkplatz des Restaurants „Hofmühle“, nach Absprache mit dem Wirt und einem kleinen Essen unter Kastanienbäumen (N 48.333605° E 14.16173°). Hier sind weitere 12 Stellplätze geplant. Am 01.09.08 ging´s durch Linz hindurch und dann an der Donau entlang nach Melk (138 km). Hier übernachteten wir auf dem oberen kostenlosen Stift-Parkplatz (N48.22897° E 15.33866°). Wir besichtigten die beeindruckende Klosteranlage der Benediktiner. Der Abend gehörte der Altstadt. Am 02.09.08 fuhren wir weiter Richtung Ungarische Grenze. Wir übernachteten nochmals in Österreich in Großhöflein bei Eisenstadt (137 km). Der Stellplatz nennt sich Schilfhütten. Er wird von einer netten türkischen Familie verwaltet, mit kleinem Pizza-Lokal (N47° 50.102´ E 16° 28.42`). Teil 2 (Ungarn)
Am 03.09.08 war das Ziel die ungarische Hauptstadt Budapest. Über Sopron und Kapuvar kamen wir nahe Gyor auf die Autobahn nach Budapest. Dank unseres Navis erreichten wir den CP Orion trotz starkem Verkehr ohne große Probleme (N 47° 33.2530´ E 19° 4.1200´). Unter riesigen Schatten spendenden Bäumen war es nicht schwer, auf dem einfach CP einen Stellplatz zu finden. Hier trafen wir dann auch Freunde, mit denen wir in den folgenden Tagen Budapest kulturell und kulinarisch unter die Lupe nahmen. Vom CM zur Metrostation waren es nur 15 Min. zu Fuß. Am 07.09.08 trennten wir uns dann, es ging weiter Richtung Osten. Über Cegled, Szolnok, Kisujszallas und dann Richtung Oradea kamen wir nach Püspökladany, einem Ort, nahe der rumänischen Grenze. Wir übernachteten auf dem kleinen Arnyas Camping mit Thermalbad (261 km, N 47° 19´ 11.8´´ E 21° 6´ 1.8´´) Hallo Ihr Zwei,
da werden wir ja jede Menge zu lesen haben. Freuen uns darauf. Und erst auf die Fotos. Hoffe wir treffen uns bald mal wieder! Jeff und Gitte Teil 3 (Rumänien)
Am 08.09.08 fahren wir über Oradea (abenteurliche Ortsdurchfahrt) Richtung Cluj-Napoca. Ca. 20 km vorher übernachten wir auf dem gut ausgestatteten CP Eldorado (208 km, N 46° 46´ 3.6´´ E 23° 21´ 11.7´´). Es regnete. Am 09.09.08 war das Ziel Sibiu, die „Stadt Europas“. 17 km außerhalb fanden wir den kleinen, einfachen aber schön gelegenen CP Ananas (209 km, N 45° 42´ 22.8´´ E 24° 6´ 20.1´´). Zu Fuß erreicht man ein nettes Eßlokal, mit dem Taxi kommt man preisgünstig und schnell nach Sibiu. Bei schönem Wetter relaxten wir ein paar Tage Am 12.09.08 fuhren wir über Brasov nach Cheia. Hier liegt an der Hauptstraße der CP Camping Mos Martin (N 45° 27´ 14.7´´ E 25° 56´ 10,8´´). In Brasov fährt man Richtung Sacele, Maneciu und Ploiesti. Das erfordert etwas Aufmerksamkeit. In der Pension Dora verbrachten wir noch einen schönen Abend bei Zwetschgenschnaps, Krautwickeln mit Maisbrei, Krapfen mit Heidelbeeren und Sauerrahm, Whisky und Baily. Was für eine Gastfreundschaft. Am 13.09.08 ging´s trotzdem weiter. In Ploiesti verließen wir die Karparten, fuhren durch herrliche Weingegend über Buzau nach Braila in der Walachei und an der Donau gelegen. Wir fanden einen einfachen CP im Motel Donaris (N 45° 12´ 53.5´´ E 27° 55´ 24.2´´). Im nahegelegenen Supermarkt wurde eingekauft, wir wussten ja nicht was im Donaudelta auf uns zukommt. Die Nacht war unruhig und etwas laut aber nicht unangenehm, im Motel feierte eine Hochzeitsgesellschaft die ganze Nacht mit einer einheimischen Band bei typischer Musik.
Am 14.09.08 ging´s etwas müde weiter. Bei der Durchfahrt durch Braila konnten wir sehen, dass die Stadt durch ihre geografische Lage und Geschichte sehr geprägt ist. Hinter Braila kam dann aus dem Navi immer wieder die Meldung „Bitte übersetzen“. Diese Meldung kannten wir bisher noch nicht. Nach einigen Kilometern wussten wir was gemeint war. Die Straße endete vor 2 großen Fähranlegestellen, eine für PKW und eine größere für LKW. In dieser Gegend gibt es keine andere Möglichkeit, die Donau zu überqueren. Die nächste Brücke ist ca. 200 km entfernt. So blieb uns keine andere Wahl hier überzusetzen. Auf der anderen Donauseite gings über Macin, dann nahe der Ukrainischen Grenze auf landschaftlich tollen Straßen nach Tulcea. Von hier aus folgten wir dem Straßenschild bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20-30 km/h zu unserem Zielort Murighiol (141 km, N 45° 2´ 37.7´´ E 29° 9´ 21.4´´). Dieser Ort ist interessant, wenn man per Fischerboot das Delta erkunden möchte. Dies hatten wir ja vor. Durch Zufall zeigte uns ein junger Mann eine kleine Pension (Bungalows) mit der Möglichkeit auch Wohnmobile (2-3) mit Stromanschluß abzustellen. Dieser Mann zeigte uns dann 2 Tage später eit einer 6-stündigen Bootsfahrt sehr naturverbunden Eindrücke des Donaudeltas, ein Highlight. Marktbesuch, ein typisches Fischessen (Wels mit Knoblauchsoße und Polenta) und eine Nacht mit stundenlangen Regengüssen wie aus Gießkannen gehörten zu den Erlebnissen dieser Tage. Am 17.09.08 kamen wir dann endlich ans Schwarze Meer. Im Mamaia (Landzunge nördlich von Konstanza) fanden wir auf dem CP „S“ einen Platz direkt am Meer. Wir waren am weißen Strand und auf dem Platz die einzigen. Schaute man am Strand nach links, sah man die riesige Ölraffinerie in Navodari, schaute man nach rechts sah man Konstanza. Luft, Wind und Wasser waren relativ kalt. An baden war nicht zu denken. So unternahmen wir ausgedehnte Strandspaziergänge. Mit überfüllten Maxitaxis fuhren wir dann für einen Euro nach Konstanza. Konstanza ist eine interessante historische Stadt mit Kirchen verschiedener Religionen (Moschee, gr. orth. Kirche, röm. kath. Kirche), einem archiologischen Museum, netten Cafes und im Hafen ein tolles Fischlokal. Am 20.09.08 ging es von Mamaia durch Konstanza nach Vama Veche, dem südlichsten und letzten Ort Rumäniens, 2 km vor der bulgarischen Grenze. Ein interessanter kleiner Ort, der jedes Jahr im August Jazz- und Rockfans zum Stufstock-Festival anzieht. Jetzt macht der Ort eher einen etwas verlassenen Eindruck, einer Geisterstadt in Westernfilmen ähnelnd!? Einen Stellplatz fanden wir in einem Privatgarten, wir wollten nicht auf den öffentlichen CP am Strand. Teil 4 (Bulgarien)
Am 21.09.08 fuhren wir schon um 7 Uhr los, wir wollten 2/3 der bulgarischen Strecke abfahren. Unser Ziel war heute Sozopol. Leider war der dortige ADAC-CP, wie alle anderen CP in BG auch, seit dem 16.09. geschlossen. Wir übernachteten dann auf dem Security-Parking vor dem CP (189 km, N 41° 25.299´ E 27° 8.733´). In der Nacht regnete es und Jugendliche aus dem gegenüberliegenden Lokal knallten laut. Am 22.09.08 war unser Reiseziel die Türkei. Bis Michurin ging es vorbei an malerischen Buchten und Lagunenlandschaften. Hinter Michurin führen wir durch ein Mittelgebirge, Durchschnittsgeschwindigkeit max. 40 km/h, mühsam. Bei Malko Tarnovo erreichten wir den Grenzübergang in die Türkei. Hallo!
Toller Reisebericht, wir sind schon ganz gespannt auf die Fortsetzung. Die Ausrüstunb erinnert ja an ein Expeditionskorp! :D aber besser so, als mit schlechter Vorbereitung. Toll, dass ihr die Koordinaten gleich beigbefügt habt! Bitte schnell weiterschreiben! Teil 5 (Türkei)
An der türkischen Grenzseite mussten wir noch die typischen Formalitäten, Stempel für Fahrzeug und Insassen, eintragen lassen. Danach ging´s dann gleich weiter. Auf einer sehr angenehmen Straße fuhren wir über Kirklareli bis Babaeski und kamen hier auf die D 100. Zwischen Babaeski und Corlu fanden wir dann unseren ersten Übernachtungsplatz nach 189 km. Am 23.09.08 war unser Ziel Istanbul. Vor Silivri fuhren wir auf die gut ausgebaute und günstige Autobahn E 80. Der Verkehr nahm zu und unsere Anspannung stieg. Die Autobahn mussten wir nehmen, weil sie über die mautpflichtige Bosporusbrücke „Second Bridge“ (die obere bzw. linke bzw. nördliche Autobahn) führt, die Pflichtbrücke für den touristischen Durchgangsverkehr nach Asien. Den Übernachtungsplatz habe ich aus einem Reisebericht entnommen und den Angaben vertraut: Nach der Bosporusbrücke die erste Abfahrt rechts nehmen (Ausfahrt A Hisari), dann den Berg hinunter fahren, an der 4. Ampel links fahren und dann nach ca. 50 m (am Grillhähnchenstand) rechts in die schmale Einfahrt auf den großen Platz. (198 km, N 41° 4.821´ E 29° 4.118´). Alles hat gut geklappt, es ist etwas laut, dafür aber gebührenfrei und für Istanbul-Besuche ideal, weil direkt vor dem Platz eine Bushaltestelle ist. Am 24.09.08 wollen wir, nach einer lebhaften Nacht an der verkehrsreichen Straße, mit unserem ersten Besichtigungstag in Istanbul beginnen. Direkt vor dem Platz ist die Bushaltestelle, ein überfüllter Bus bringt uns in rasanter Fahrt (20´) nach Üskidar. Hier steigen wir um aufs Schiff und fahren weiter nach Eminönü, direkt an die Galatabrücke. Vor uns lag die Stadt der 7 Hügel mit ihrer einzigartigen Kulisse, von der sich die vielen Spitzen der Minarette der prächtigsten Moscheen abhoben. Von der Galatabrücke aus zog es uns zuerst in den Grand Basar, der uns in seiner Vielfalt an Angeboten überwältigte. Fast den ganzen Tag zog er uns in seinen Bann. Müde und total benommen vom historischen Pflaster kehrten wir dann am Abend mit einem Schiff an unserer Anlegestelle Anadolu Hisari unterhalb der Zweiten Brücke ein. Am Stellplatz wurden wir von einigen Hunden empfangen. Am 25.09.08 machten wir uns wieder bei Sonnenschein und frischem Wind auf den Weg nach Istanbul. Heute war Kultur gefragt. Von der mächtigen Größe der Hagia Sofia, dem Inneren mit der gewaltigen Höhe der Kuppel und der Schlichtheit der Säulen und den prächtigen Mosaiken aus byzantinischer Zeit waren wir sehr beeindruckt. Nicht umsonst zählt sie zu dem zweitgrößten Sakralbau unserer Erde. Die Blaue Moschee mit ihren sechs Minaretten ist im Inneren bis zur Höhe der Fenster mit blau-grünen Fayencen verkleidet. Mit den Fenstern taucht alles in einen blauen Farbton. Der Rückweg führte nochmals durch den Basar und zum Abschluß gab es dann bei den Bosporusfähren an der Galatabrücke noch traditionelle Brötchen mit gebratenen Bosporusfischchen – hm. Wir nahmen Abschied von unserem Kurzbesuch in Istanbul, wussten wir doch noch nicht, dass wir dann im Dezember nochmals hier auftauchen werden. Das war nun Istanbul für´s erste. Wir waren froh diese einmalige Stadt gesehen zu haben. Am 26.09.08 ging´s dann weiter Richtung Osten über Izmit, am Sapanca-See vorbei, über Bolu und Gerede auf der D 100 jetzt E 80, über Cerkes in die Nähe von Kursunlu, wo wir auf einem Tankstellenplatz mit Restaurant übernachteten (291 km). Am 27.09.08 fuhren wir von Kursunlu über Ilgaz, Cankiri und Sungurlu durch schöne Landschaften nach Bogazkale, einem Ort in Zentralanatolien, bekannt durch die Ausgrabungsstätten von der Hauptstadt der Hethiter, Hattusa. Einen Stellplatz hatten wir auf dem Vorplatz des Hotels Asikoglu. Hallo Ihr 2,
super Bericht, kurz und knackig und aussagekräftige Fotos! Ihr schreibt, Ihr wärt nirgends belastigt worden. Sind wir übrigens auch nicht, weder in der Türkei, noch in Syrien, noch in Jordanien. Dafür aber Überfall und Einbruch in Israel. Die "Achse des Bösen" liegt eben nicht unbedingt in islamischen Ländern. Anatolien? Da wäre ich mir nicht unbedingt so sicher gewesen. Jedenfalls nicht in Nord- und Ostanatolien. Sag mal Udo, in Syrien wart Ihr dann aber doch nicht, oder habe ich da was falsch verstanden? Vielen Dank für Euren Bericht und die viele Arbeit, die Ihr investiert habt, uns teilhaben zu lassen. Jeff Hallo Ihr Zwei,
danke für Dein Urteil aus so kompetenter Feder. Wir fühlten uns überall sicher und waren von der Herzlichkeit, Freundlichkeit und Gastfreundschaft sehr überrascht. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. In unserem Camp am Nemrut Dagi kam z. B. täglich zweimal die Gendarmerie-Streife vorbei. Unser süd-östlichster Punkt war die heilige Stadt Urfa, 40 km nördlich der syrischen Grenze. In Syrien selbst waren wir nicht - aber - was nicht ist kann noch werden. Habt noch etwas Geduld, es gibt noch viel zu schreiben. Step by step - slowly Udo Am 28.09.08 schauten wir uns in diesem kleinen Ort, der 1125 m ü. d. M. liegt, etwas um. Hauptprogrammpunkt war natürlich ein Museumsbesuch. Hier fanden wir dann auch reichlich Information über die Geschichte von Hattusa und den Hethhitern. Immerhin wurde diese Gegend um Hattusa schon im 6. Jt v. Chr. besiedelt. Die Hethiter stellten also vor Jahrtausenden die erste Hochkultur auf anatolischem Boden, die Hauptstadt war Hattusa. Heute ist sie als Kulturdenkmal in der Liste der Weltkulturerben vermerkt. Heute am 29.09.08 war die Besichtigung der Ausgrabungsstätten angesagt. Auf der gut 3-stündigen Besichtigungstour zu Fuß kann man wirklich die Größe der untergegangenen Stadt ermessen. Tempel, Löwentor, Stadtmauerreste, Yerkapi, Königstor, Hieroglyphenkammer und … waren sehenswerte Orte von Unter- und Oberstadt und gaben schon einen Einblick in diese frühe Hochkultur.
Hallo Namenskollege,
schöner Reisebericht, da kommen Erinnerungen meiner Türkeireise 2005 wieder, hab die Tour aber mit 2 Rädern gemacht --> Link einmal Ararat und zurück Hallo Udoti,
ich verfolge den Bericht mit Begeisterung. Danke schon jetzt für die tollen Informationen und Bilder! Ich freue mich schon auf mehr! hallo udoti, kann mich nur anschließen. ich schau jeden tag gleich, ob es weitergeht. bin schon sehr gespannt.
:gut: Spannende Reise, schöne Bilder gute Beschreibung. Vielen Dank für die Mühe. Es beruhigt mich, von einer solch weiten Reise zu lesen, die keine negativen Eindrücke hinterlassen hat. Am 30.09.08 ging´s auf nach Kappadokien. Über Alaca, Sorgun, Sarikaya, Bogazliyan, Himmetdede, Karayusufhüyüg, Avanos kamen wir bei strömendem Regen und 12° C auf dem Campingplatz Kaya am Rande von Göreme Richtung Ürgüp an. Ein sehr schöner Platz auf einem Hochplateau, terrassenförmig angelegt mit herrlichem Blick auf die typisch bizzare Landschaft Kappadokiens (276 km, N 38° 38.220´ E 34° 51.276´, 1220 m ü. NN).
Am nächsten Morgen (01.10.08) trauen wir unseren Augen nicht. Blauer Himmel, 18°, ideale Bedingungen für eine erste Erkundung der Märchenlandschaft um Göreme. Heute am 02.10.08 machten wir dann eine richtige Tour. Schon nach 200 m zieht uns die abwechslungsreiche Landschaft wieder in den Bann. Unser Ziel ist heute das Rose Valley. Wir durchqueren kleine Täler, von denen man nicht annimmt, dass dort Menschen Grund und Boden kultivieren, da nur schmale Wege dorthin führen. Es gibt Aprikosen- und Walnußbäume, Melonen, Quitten und natürlich Weintrauben, von denen uns ein Bauer stolz kosten lässt. Diese zuckersüßen Trauben wachsen geschützt von den Felsen auf dem Basaltboden. Wir stiegen hinauf zu Emin, hier gab es guten Tee, eine tolle Aussicht und ein Kirchlein im Fels mit gut erhaltenen Malereien. Dieser wunderschöne Tag ging allerdings etwas über unsere Kräfte, der nächste Tag war ein wirklicher Ruhetag Heute (04.10.08) gings mit unserem Campingplatzverwalter per Dolmus auf den Markt nach Ürgüp. Wir füllten kräftig unsere Obst- und Gemüsevorräte auf, es gab davon in Hülle und Fülle von bester Qualität. Morgen geht´s dann ja wieder einmal weiter Richtung Osten. Am 06.10.08 brachen wir bei strahlend blauem Himmel auf. Über Ürgüp und Kayseri (vorbei am Hausberg Kappadokiens, dem 3350 m hohen Erciyes Dagi) ging´s zuerst einmal nach Pinarbasi. In dieser interessanten lebendigen Stadt kauften wir in kleinen Läden ein, um unsere Vorräte wieder aufzutanken. Um einen Laden für Bier (Efes) zu finden, mussten wir schon dreimal fragen. Kinder, Jungs sowie Mädchen in sauberen Schuluniformen umringten uns ständig und fragten mit ihren einzigen Englischkenntnissen: How is your name? Weiter gings auf einer gut ausgebauten Straße immer weiter in die Berge. Vor Gürün an einer Tankstelle mit Restaurant war unser Stop für diese Tagesetappe (282 km, N 38° 42.288´ E 37° 24.318´, Höhe 1218 m). Im Lokal aßen wir dann Gemüseeintopf (Auberginen, Tomaten, Paprika) mit Rinderhackfleisch. Dazu gab´s Reiß und Weißbrot. Lecker! Am 07.10.08 fuhren wir über Darende, Kepez, Sürgü nach Gülbasi. Da wir nicht so richtig wussten was straßenmäßig auf uns so zu kommen wird, machten wir hier einen Übernachtungshalt (195 km, N37° 48.857´ E 37° 40.671´, Höhe 909 m). Die Berge wurden immer höher, die Landschaft immer atemberaubender. Zwischen kahlen braunen und grauen Berghängen immer wieder im Tal viele Aprikosenplantagen und Tabak. Wir waren in der bekannten Aprikosengegend um Malatya. Bauern verkauften am Straßenrand Birnen, Äpfel und natürlich Aprikosen in allen Trocknungsgraden In unserem Stellplatz-Restaurant gab´s jetzt wieder mal ein sehr gutes Essen, relaxen war angesagt vor der morgigen Etappe zum Götterberg Nemrut Dagi. Am 08.10.08 ging´s dann weiter Richtung Osten. Was bis jetzt nicht wussten, dieser Teil unserer Reise wird zu einem richtigen Highlight. An den ersten Baumwollfeldern vorbei ging´s über Adiyaman und Katha nach Damlicik und hier am Ortsende auf den Garden Camping. Nicht so einfach zu finden, aber traumhafte Strecke (138 km, N 37° 55.029´ E 38° 39.288´, H 738 m ü. NN). Ein idyllischer gelegener einfacher Platz in einem Bauerndorf, in dem es statt der bisherigen Traktoren nur noch Esel als Lastenträger gibt. Kinder umringten uns auf unserem Abendspaziergang, zur Begrüßung gab´s danach was Gutes zu essen. Wir sind hier die einzigen Gäste. U 2,
von dem Essen hättet Ihr uns ein Doggybag mitbringen können. Sieht gut aus! Schotterpisten? Lachtablette für einen Concorde ... :D Wann kommt Ihr uns besuchen, um über die tolle Reise zu sprechen. Artgerecht könnten die Damen dann gleich auch türkische Küche bereiten. Yeni Raki haben wir! Jeff & Gitte Nach einer ruhigen Nacht und morgendlichem Wecken durch das Krähen der Hähne und Eselgeschrei wissen wir, wo wir gelandet sind. Türkischer und familiärer kann es nicht sein. Ständig wird uns Tee angeboten, und im Schatten sitzen die 92-jährige Großmutter, der 58-jährige Sohn, der alles überwacht und Mehmet, der Juniorchef, der mit fleißigen Helfern die Granatapfelernte einholt. Mittags gab´s von Mehmet´s Mutter gekocht, Reis mit Hähnchenfleisch, Knoblauchsoße und Tomatensalat.
Um 15 Uhr starteten wir dann mit Mehmet als Fahrer bei etwas wolkigem Himmel auf einer Schotterpistenstraße hinauf zum Nemrut Dagi. Der Gipfel des 2150 m hohen, windumtosten Berges ist der größte Grabhügel der Welt, riesige Köpfe aus Stein bewachen ihn. Götterverehrung und Selbstvergötterung kulminieren in dieser einzigartigen Gedenkstätte, die König Antiochos I. für sich selbst geschaffen hat, 109 v. Chr. Bei einem Zwischenstopp besichtigten wir die Reste der alten Stadt Arsameia. Leider sind nur verschiedene Reliefs übriggeblieben. Das historisch interessanteste ist das Dexiosis-Relief. Es stellt den Handschlag zwischen Herkules (mit Keule) und Mithradats Kallinikos dar(s. Bild) Über extrem steile Passagen umgeben von einer einzigartigen Landschaft erreichten wir ca. 600 m unterhalb des Gipfels eine Cafeteria, in der wir vor dem Anstieg noch einen Tee einnahmen. Nach dem Anstieg erreichten wir über die Ostterrasse (interessant bei Sonnenaufgang) um den Berg herum die Westterrasse Hier nahmen wir mit internationalem Publikum unseren Platz ein und warteten bei zugiger Kälte auf den Sonnenuntergang. Es herrschte schon eine besondere Stimmung an einem so ehrwürdigen Fleck unserer Erde. (Big point!). An diesem Abend auf dem Camp war unsere erste Raki-time. Hi Gitte und Jeff,
tatsächlich, Ihr habt Recht, no problems with Concorde, toi, toi, toi. Geduldet Euch noch etwas, wir sind noch lange nicht am Ende unserer Reise angekommen. Die Raki-time spielt tatsächlich in der Türkei eine große Rolle. Später mehr davon. Kommen ist im Moment noch in weiterer Ferne, vielleicht dann im Frühjahr mit den Fahrrädern. Wir müssen wahrscheinlich erst nochmals nach Istanbul. Udo Hallo Udoti, was für eine Traumreise. |
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