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Türkei wird für viele immer interessanter.
Auch wir waren 2007 in der Türkei.
Um die Wintertage ein wenig zu verkürzen, wollen wir
unseren Reisebericht in die Türkei hier einmal einstellen.
Den Teil in Griechenland lassen wir aus.
Hoffentlich wir er nicht zu kompliziert und zu langweilig.
Ich versuche einfach mal mein Glück.
Samstag,05. Mai 2007 Mit dem Fahrrad Richtung Türkei
Wir wollen nun so bald wie möglich in die Türkei einreisen. Diesen Radfahrer
hatten wir schon einmal überholt. Er hat wohl auch die Türkei als Ziel. Und
was ist er für ein Landmann?? Ein Franzose. (Wir sahen die kleine Trikolore an
seiner Satteltasche.) Wir tanken ein letztesmal vor der Grenze den billigen
griechischen Diesel für 0,93 EUR. Die Tankstellenleute sind sehr herzlich und
laden uns auf einen Kaffee ein. Wir tanken auch Wasser nach, waschen die
Felgen, und dann geht es in das Abenteuer Türkei
Passkontrolle an der türkischen Grenze
An der Grenze haben wir mehrere Kontrollen zu überwinden. Der erste Zöllner
fragt, ob wir ein Motorrad dabei hätten. Nachdem wir bejahen, wundert er sich,
wo wir es denn hätten? Wir zeigen ihm unsere Garage und er fängt zu lachen an.
Er verweist uns nun an die Passkontrolle. Hier bekommen wir unsere
Einreisestempel in den Pass. Dann geht es zur Zollkontrolle. Hier werden
Wohnmobil und Motorroller in den Pass eingetragen. Danach geht zur vierten
Stelle, der abstempelt, dass wir die Zollkontrolle ordnungsgemäß durchlaufen
haben. Der fünfte und letzte dann kontrolliert, ob all seine Vorgänger alle
Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt haben. Zum Glück ist wenig an der Grenze
los. Man stelle sich den Zeitaufwand vor. So haben wir ca. 1 Stunde gebraucht
Türkei, wir kommen
Im ersten Ort besorgen wir uns am Geldautomaten türkisches Geld, können aber
momentan nicht erkennen, welchen Kurs wir bekommen. Die Straßen sind recht
breit und bis auf ein paar Kleinigkeiten gut zu befahren.
Hafen von Gelibolu
In Gelibolu angekommen, entschließen wir uns, auch zu übernachten. Hier
rettete der Offizier Mustafa Kemal im Ersten Weltkrieg Istanbul und damit die
Türken vor dem Zugriff der Alliierten. Das hat die Stadt am Nordostausgang der
Dardanellen-Meerenge berühmt gemacht. Heute beherbergt der Ort einen
geschäftigen Fährhafen, und nur in der Hochsaison sind die Sandstrände
dichtbevölkert.
Eine gewaltige Brise geht in unsere Nasen
An der Meerenge herrscht heut starker Wind und die Gischt peitscht an
die Kaimauer. Am Hafen ist ein geschäftiges Treiben und wir fühlen uns
so mittendrin ganz wohl. Die Auslagen der Restaurants locken mit
reichlich Fisch. Und so kehren wir ein. Die Vorspeisen sagen uns ganz
besonders zu. Abends übernachten wir am Leuchtturm, der sich an der
Steilküste befindet. Wir haben einen herrlichen Blick von hier oben auf
die Dardanellen
Prima, das sind Reiseziele , die nicht jeder anfährt.
Bitte mehr.
Eddy
kalimera am 19 Feb 2009 20:13:21
Sonntag,06. Mai 2007
Auf Wiedersehen Europa
Wir nehmen in Eceabat die Fähre zum asiatischen Teil der Türkei, weil es von
hier aus die günstigste Überfahrt zur türkischen Ägäisküste ist. Auf dem
Wasser herrscht reger Schiffsverkehr, denn die Dardanellen-Meerenge ist die
Zufahrt nach Istanbul und weiter zum Schwarzen Meer. Das Ticket kostet 26,50
YTL. Es dauert keine 20 Minuten, und schon legen wir in Canakkale an.
Überquerung der Dardanellen-Meerenge
Die Hafenstadt Canakkale bewacht den Zugang zu den Dardanellen. Überhaupt ist
das Militär in dieser Region sehr stark präsent
In den Straßen von Canakkale Der Bummel durch das Straßengewirr gefällt uns sehr. Überall kleine Geschäfte
und es duftet überall sehr lecker nach Essen. Insbesondere die Mezeler
(verschiedenste Vorspeisen) in den Auslagen sehen sehr verlockend aus. Bei
einer der Bäckereien steht die Tür auf und schwupp, macht Herbert ein Foto.
Der Bäcker kommt und will uns ganz überschwenglich seine Backstube zeigen. Der
Raum besteht eigentlich nur aus einem Steinofen und einem Tisch in der Mitte,
worauf der Teig ausgerollt wird.
Eine Bäckerei
Geparkt hatten wir in einer der Seitenstraßen. Als wir zurückkommen, hat sich
ein Gemüsehändler direkt vor unser Wohnmobil gestellt. Er will uns zu einem
Gemüsekauf überreden. Da wir aber noch genügend Vorräte haben, müssen wir
dankend ablehnen.
Von Gemüsehändlern zugeparkt
Wir fahren weiter Richtung Troja. An den Straßen winken uns oft die
Bauern und Hirten zu. Dort angekommen, müssen wir eine Schranke
passieren und erst einmal 27 YTL Eintritt zahlen. Im nachhinein ist es
wieder eine Ansammlung von Steinen, wie wir es von Griechenland her
kennen. Wir Kulturbanausen können damit wenig anfangen. Das Trojanische
Pferd ist am Eingang aufgebaut und man kann in das fast haushohe
hölzerne Pferd hineinsteigen und sich vorstellen, wie die griechischen
Krieger so ins belagerte Troja gelangten
das Trojanische Pferd
Anzeige vom Forum
Beduin am 19 Feb 2009 20:20:07
Supi, hast mir eine grosse Freude gemacht :)
Ich war mit meinem T2 und meinen beiden Kindern 1996 das erste und letzte mal da unten und will unbedingt wieder hin, aber bitte nicht mehr im Hochsommer
kalimera am 19 Feb 2009 20:23:40
Montag,07. Mai 2007
Blick auf Ayvalik
Beim Einkaufen treffen wir ein Paar aus Bayern, die uns fragen, ob wir von
Süden kommen. Wir bemerken, dass wir Öl verlieren. Also werden wir irgendwann
eine Mercedes Werkstatt finden müssen. Mittlerweile sind die Straßen auch
nicht mehr gut. Sie haben einen komischen Belag, der im Wohnmobil ein endloses
Gerappel verursacht. Obwohl kein einziges Schlagloch zu sehen ist
Hafen von Ayvalik
Am späten Vormittag erreichen wir Ayvalik. Wir halten an der Dolmus-Station
etwas außerhalb, und gehen aber dann doch zu Fuß in die Stadt. Es ist sehr
lebhaft hier, insbesondere auf dem Basar. Von einem alten Mann kaufen wir 2
Simit, diese Sesamkringel, von denen Annette schon eine ganze Zeit schwärmte
dichtes Gedränge auf dem Basar
Die Fußgängerzone wurde gerade neu gepflastert, es wird einmal sehr schick
aussehen. Lange Strände mit Buchten und Inseln machen Ayvalik zum
meistbesuchten Badeort an der Ägäisküste nördlich von Foca
Straßenarbeiter machen Pause
Sicht vom Aussichtspunkt Seytan Sofrasi (Teufelstisch)
Wir fahren über einen Damm auf die Alibey-Insel. Vom Aussichtspunkt können wir
die Inseln überblicken und sehen Buchten, wo wir für die nächsten Tage
ungestört sein können. Wir kämpfen uns über schlechte Straßen zu einer kleinen
Bucht, wo wir für uns allein stehen. In ca. 2 km Entfernung ist der kleine Ort
Salimsakli, wo wir einkaufen können.
Stellplatz für uns allein N39°16.355 E026°36.980
kalimera am 19 Feb 2009 20:34:08
Mittwoch,09. Mai 2007
Auf dem Weg ins Dorf
Nach dem Frühstück rappeln wir uns auf, um ins Dorf zu gehen. Am Busplatz
vorbeikommend, sehen wir, wie zwei Männer ein Schaf am Boden halten.
Interessiert gehen wir näher und erleben die Schlachtung eines Schafes
zwischen den Bussen. Eine große Blutlache bildet sich auf dem Asphalt. Nach
einer Weile wird es unter einen Baum in den Schatten zum Ausbluten gelegt.
Busfahrer schlachten ein Schaf
Das Blut fließt auf den Asphalt
im Schatten blutet es aus
Im Dorf gibt es zwei kleine Läden. Der Besitzer ist sehr freundlich und hilft
beim Einpacken der Ware. Die Preise sind billig und die Tomaten ganz frisch.
Dann schauen wir uns noch ein wenig in den Straßen um. Es ist sehr wenig los,
wir sind fast die einzigen
beladen geht es zurück
Zurück nehmen wir die Straße, während wir auf dem Hinweg am Strand
entlanggingen. Herbert legt die Flossen bereit und will damit hinausschwimmen.
Annette traut sich heute nicht hinein und macht stattdessen ein paar Fotos.
Dann sitzen wir auf den Felsen, lassen die Füße ins Wasser baumeln, erzählen
uns was und sind gespannt, was uns in der
Türkei alles erwarten wird.
Herbert probiert die Ägäis
kalimera am 19 Feb 2009 20:55:50
Donnerstag,10. Mai 2007
Wassertanken an der Minibus-Station
Heute reisen wir weiter. An der Busstation fragen wir, ob wir Wasser tanken
können. Natürlich können wir, sehr überschwenglich und wortreich sind sie uns
behilflich. Es ist geradezu amüsant, welch ein Tumult ausbricht. Auch werden
wir auf einen Tee eingeladen. Wir hätten auch unser Wohnmobil dort waschen
können.
Badebucht bei Dikili
Es geht Richtung Izmir. Dann biegen wir nach Dikili ab, und in Dikili
nehmen wir dann die Küstenstraße. Sehr kurvenreich und auf schlechten
Straßen haben wir dafür aber herrliche Blicke auf die Buchten und das
Meer. Es ist sehr heiß heute. Überall finden wir Häuseranlagen, die wie
aus dem nichts entstanden sind. Wir fragen uns, ob sie wohl jemals
bewohnt sind
Bauten einer Tourismus-Kooperative
Schafe als Blumenvasen?
In Candarli halten wir wieder an und schauen uns in den Straßen um. Der
Gemüsemarkt gefällt uns. Es sieht alles sehr beschaulich aus im Ort.
Gemüsemarkt in Candarli
Irgendwann sind wir hungrig, bzw. riecht alles zu verführerisch, als dass wir
nicht irgendwo einkehren würden. Das Wasser kommt in einem Joghurtbecher mit
Silberdeckel. Sehr komisch. Das Essen schmeckt wie immer in der Türkei sehr
gut. Später gehen wir dann noch ins Internet Café und lesen ein wenig die
deutschen Zeitungen online, da wir in den letzten Tagen kaum Fernsehempfang
haben und die Nachrichten nicht mehr verfolgen können. Unser Videotext geht
somit auch nicht mehr.
Eine kleine Zwischenmahlzeit
im Internet-Café
kalimera am 19 Feb 2009 21:07:09
Freitag,11. Mai 2007
Blick aus unserem Schlafzimmerfenster am Morgen
Nicht nur, dass wir diesen schönen Blick vom Bett aus haben, wird Herbert nun
morgens immer mit Günaydin geweckt. Das heißt nicht etwa Ich liebe dich,
sondern schlicht Guten Morgen. Wir stehen sehr früh auf und fahren um 6:30 Uhr
weiter. Vor Izmir kommen wir in den morgendlichen Berufsverkehr. Von weitem
sehen wir den Smog, der die Stadt wie eine Glocke bedeckt. Wir wollen die
Stadt Izmir mit seinen 2,2 Mio. Einwohnern sobald als möglich hinter uns
lassen und nehmen die Autobahn zur Halbinsel Cesme. Die Autobahngebühren für
die 70 km betragen gerade mal 1,75 YTL (knapp 1 EUR).
Bäckerei in Cesme
In der Umgebung von Cesme gibt es viele Sandstrände. Fragt sich nur, ob wir
irgendwo für uns allein stehen können. Zuerst einmal schauen wir uns die Stadt
Cesme an. An der Burg entlang gehen wir in die Altstadt und schauen rein aus
Neugier in einen Teppichladen. Danach fragen wir in der Tourist Information,
wo die besten Strände sind. Uns werden aber nur die öffentlichen Strände
gesagt, und so gehen wir selbst auf Entdeckungsfahrt
einer der Sandstrände auf Cesme
Es ist erschreckend, wieviel Betonburgen, die nicht bewohnt sind, überall in
der Wildnis verbaut wurden. Manche Anlagen mit bis zu 50 identischen Häuschen
sind schon wieder am Verfallen, bevor sie jemals fertiggestellt wurden. Wir
haben den Luxus, uns am Nachmittag aufs Bett zu legen. Danach fahren wir
wieder in die Stadt
ein Anruf nach Europa
In der Post kaufen wir eine Telefonkarte für Deutschland, weil wir hier in der
Türkei keinen Telefonempfang mehr haben. Annette muss ihre Freundin anrufen,
die ja unsere Wohnung und Post hütet, ob alles in Ordnung ist.
Die Festung von Cesme
Nachdem es dunkel ist, bummeln wir noch ein wenig im Yachthafen herum. Es ist
noch wenig los. Generell kommen hier wohl auch eher nur Izmirer Leute für die
Ferien her.
kalimera am 19 Feb 2009 21:17:40
Samstag,12. Mai 2007
Unsere rollende Ferienwohnung wird gebadet
Wir verlassen Cesme und tanken unterwegs. Wieder zeigt sich die Freundlichkeit
der Türken. Er bietet uns einen Tee an und schlägt uns vor, unser Wohnmobil zu
waschen, weil es doch mittlerweile sehr verstaubt ist. Gern nehmen wir das
Angebot an. Die Wäsche ist kostenlos, wir geben dann dem Wäscher ein kleines
Bakschisch von 10 Lira. Dabei fragen wir auch noch, ob er sich mal die Ursache
unseres Ölverlusts anschauen kann. Er sagt, es sei sehr geringfügig und wir
könnten beruhigt weiterfahren.
Sheraton-Strand bei Ilica
In Ilica schauen wir uns einmal den Sheraton Strand an. Sehr schön und breit,
aber nichts für Wohnmobilisten. Herbert schlägt vor, auf der anderen Seite der
Halbinsel einmal nach einem schönen Strand zu schauen
Frühstück auf der Strandmauer
Hinter Alacati wundern wir uns über die sehr gut ausgebaute Küstenstraße. 2 km
hinter einem Yachthafen sehen wir eine herrliche Bucht. In dieser Bucht wurde
irgendwann einmal angefangen, eine Bar oder dergleichen zu bauen. Wir sehen
Überreste des Fundaments.
Eine traumhaft schöne Bucht nur für uns N38°14.369 E026° 22.381
Sofort ist uns klar, dass wir hier für ein paar Tage bleiben wollen. Nach
Wochen des Weißbrots haben wir einmal wieder Appetit auf Vollkornbrot.
Schwupps, sind Generator und Backautomat ausgepackt und es kann beginnen. Dem
Vollkornbrot zum Abend steht nichts mehr im Wege.
selbstgebackenes Brot
Welch ein Genuss. Frisch von Annettes Bäckerei, nur mit Tomaten und Zwiebeln.
Ganz spartanisch
Auf unserer Ferienterrasse beim Abendessen
kalimera am 19 Feb 2009 21:29:05
Mittwoch,16. Mai 2007
Diese Ampel zeigt die Sekunden der Rot- bzw. Grünphase
Wir schlafen sehr lange, arbeiten am Reisebericht und kommen gar nicht in
Gang. Heute haben wir Bodrum auf dem Plan. Oft finden wir an großen Kreuzungen
Anzeigen für die Restdauer der Rot- bzw. Grünphasen in Sekunden. Wenn Annette
etwas aus dem Kühlschrank holt, sagt ihr Herbert, du brauchst dich nicht zu
beeilen, du hast noch 27 Sekunden.
bäuerliche Einkehr am Bafa Gölü See
Am Bafa Gölü See wollen wir eine Kleinigkeit essen. Endlich kommt eine kleine
gartenähnliche Einkehr. Nach ein paar türkischen Begrüßungsfloskeln zeigt man
uns das einzige Gericht, was sie anzubieten haben. Wir willigen ein und setzen
uns.
Türkisch Pizza mit Lauch, Dill und Käse gefüllt
Es gibt eine Art Pizza aus dem Steinofen, gefüllt mit Brennesseln oder Lauch,
und Dill und Schafskäse. Dazu gibt es in Kaffeetassen für Annette Ayran (eine
Art Buttermilch) und für Herbert Cola. Besteck gibt es keines. Als Nachtisch
wird uns eine Untertasse mit Erdbeeren gereicht, von der wir uns eine Erdbeere
nehmen dürfen.
Die Pizza wird auf offenem Feuer gebacken
Trotz der wirklichen Einfachheit fühlen wir uns wohl und hoffen, noch weitere
solcher Erlebnisse auf unserer Reise vorzufinden. Das Ehepaar ist sehr
freundlich, und obwohl sie beide nur türkisch sprechen, können wir uns mit
Annettes Türkischkenntnissen gut verständigen.
Waschgelegenheit nach dem Essen mit Fingern
Esel als Verkehrsteilnehmer
Das ganze Land ist voller Fotomotive, kaum dass wir die Kamera einmal aus der
Hand legen können. An Bodrum vorbei fahren wir nach Turgutreis. Nach einiger
Suche finden wir am Ende des Yachthafens einen Parkplatz mit Blick aufs
Wasser. Wir stehen direkt am Eingang zu einem sehr gepflegten Park, mit Blick
über das Wasser zur Insel Kos.
Blick von unserem Platz für die Nacht in Turgutreis
kalimera am 19 Feb 2009 21:38:48
Donnerstag,17. Mai 2007
Blick auf Turgutreis
Die Gepflegtheit der Stadt gefällt uns so gut, dass wir uns entschließen,
einen weiteren Tag hier zu verbringen. Die Marina und Promenade sind sehr
mondän, sehr schick. In den Sommermonaten ist hier sicher der Teufel los
der schicke Yachthafen
Es wird immer heißer, sodass wir gegen Mittag wieder zurückgehen. Am Eingang
zum Park wird ein großes Banner von Atatürk angebracht, auch hören wir laute
Musik aus dem Park. Plötzlich kommt ein Pickup Truck mit 6 oder 7 Männern, die
wie Schafe auf der Ladefläche hocken.
Eine Ladung Prominenz
Schnell ist Herbert mit der Kamera dabei und fragt, ob er sie fotografieren
dürfe. Freundlich willigen sie ein und stellen sich für ein Foto zusammen.
Herbert versucht, ihnen klarzumachen, dass die Sonne genau entgegengesetzt
steht. Also gehen die Herrschaften bereitwillig mit ihm durch das Tor in den
Park und das Foto kann geschossen werden.
Die Herren posieren für uns
sehr schöne Parkanlage
ein türkisches Picknick neben unserem Wohnmobil
Abendstimmung im Yachthafen
kalimera am 19 Feb 2009 21:47:10
Freitag,18. Mai 2007
Burg von Bodrum
Wir fahren zurück nach Bodrum. Die Straße dorthin ist sagenhaft schlecht, weil
wir nicht die Hauptstraße nehmen. Einen Badeplatz werden wir wohl hier in der
'Touristenhochburg nicht finden. Zwischen zwei Buchten bauten im frühen 15.
Jh. die Johanniterritter ihre Burg und nannten sie (nach dem Schutzheiligen
St. Peter) Petronium, daraus wurde der Name Bodrum.
Wir kurven ein wenig durch die Stadt, bis wir etwas oberhalb einen Parkplatz
unter Bäumen finden. Von dort ist es recht nah zum Hafen. Nirgends haben wir
bisher so viele schöne und mondäne Segelschiffe aus Holz (Zweimaster) gesehen,
die man auch chartern kann. Hier sind nicht so wie in St. Tropez die
Motoryachten, sondern diese Segelyachten der Mittelpunkt
Holzsegelschiffe zum Chartern
Von Bodrum aus gehen die Fähren zur Insel Kos. Auch hier hören und sehen wir
wieder viele Engländer. Der Häuserstil erinnert uns an denjenigen der
griechischen Inseln. Alles weiß gekalkt und allerliebst. Die Blumenpracht
kommt richtig zur Geltung. Es scheint aber auch ein Ort der Reichen zu sein.
Für uns hat Bodrum nichts besonders interessantes zu bieten und so fahren wir
weiter
Es geht in die Berge. Die Straße wird schlecht und es geht immer bergan. Unser
Kühlwasser wird bedrohlich heiß, sodass wir eine Pause einlegen müssen.
Draußen sind es 35 Grad. Dadurch, dass die Straßen etwas schlecht sind, sind
wir auch ein wenig genervt, das Gerappel auf den Straßen macht uns mürbe und
wir sind es leid.& Irgendwann sehen wir ein Hinweisschild &Akyaka Plajler&.
Annette weiß, dass Plajler Strände heißt, und so biegen wir ab. Zum Abschluss
des Tages finden wir denn doch noch einen herrlichen Platz in einer Bucht
direkt am Wasser
Unser Stellplatz in Akyaka Plajler N37°03.094& E028°18.670 Nach 6 Wochen fern der Heimat und einiger Zeit ohne Fernsehen mit der
Tagesschau haben wir großen Appetit auf die& deutsche Sprache. Wir
schließen unseren iPod an und hören alte Schlager, den Auftakt macht Caterina
Valente mit "Sag mir Quando, sag mir wann". Uralte Sachen aus den 50er und
60er Jahren, so richtig trutschig, wie Annette immer sagt. Wir werden
richtiggehend sentimental. Und zwischen Kühlschrank und Abwäsche tanzen wir
sogar bei den flotteren Stücken
Unsere Ferienwohnung ist überall
kalimera am 19 Feb 2009 21:56:58
Samstag,19. Mai 2007
Der Tag beginnt mit einem solchen Anblick
Auf der Weiterfahrt kommt wieder ein Stück vierspuriger Straße. Wir sehen
einen Türken, der von der Fahrbahnmitte eine größere Schildkröte (von etwa 30
cm) wegträgt. Ihre Beine strampeln in der Luft. Wir freuen uns über diese
liebe Geste und Umsicht des Mannes. Überhaupt haben wir jetzt schon manche
Schildkröte gesehen.
Buchten bei Göcek
Von der Straße sieht man herrliche Buchten. Leider für unser Wohnmobil
unerreichbar. Nach langer Zeit haben wir einmal wieder ein ausgiebiges
Frühstück, auf einem Rastplatz bei Göcek.
Blick von Fethiye auf die Berge
Trotz ihrer etwa 50.000 Einwohner wirkt die Stadt Fethiye nicht so riesig. Die
Hotels sind alle außerhalb. Wir können direkt an der Promenade parken. Im
Hafen werden Touren angeboten für eine Zwölf-Insel-Fahrt. Es ist eine Rundtour
von Badeplatz zu Badeplatz, Faulenzen in schönster Form
Wer wird hier wohl der Sampiyon
Bei einer Teestube unter Bäumen schauen wir den Männern bei einem Spiel
über die Schulter. Es ähnelt stark unserem Rommé. Hier wird aber mit
Steinen gespielt. Schnell werden Stühle gerückt, und zwei Atemzüge
später halten wir auch schon ein Teeglas in der Hand. Wir bleiben eine
Weile sitzen und verfolgen das Geschehen
Ein Bücherstand in vielen Sprachen
Und wer hätte es gedacht (außer uns selbst): Auf der Promenade finden
wir doch tatsächlich einen Bücherstand mit gebrauchten internationalen
Büchern. Wir stöbern ein wenig und kaufen dann 3 Bücher. Zurück an Bord
kocht Herbert einen Lammbraten mit grünen Bohnen. Er lässt es 2 Stunden
brutzeln. Es schmeckt uns sehr, aber danach sind wir so faul, dass wir
keine Lust verspüren, die Hafenpromenade zu verlassen. Also entschließen
wir uns, hier zu bleiben und zu übernachten.
Übernachtung an der Hafenpromenade von Fethiye
kalimera am 19 Feb 2009 22:05:47
Sonntag,20. Mai 2007
morgens in Fethiye
Der Tag fängt gut an. Morgens um 5 Uhr beginnt der Singsang und Allah wird in
allen Tonlagen gepriesen (vom Tonband, versteht sich). Und wir liegen im Bett
und wollen noch nicht aufwachen, zumal unsere Schlafzimmeruhr erst 4 Uhr
anzeigt, denn wir haben sie nicht umgestellt. ER ist der Allahgrößte,
das wissen wir nun, aber mein Gott, fünfmal am Tag, als wären wir dement.</p>
Fitness-Center an der Promenade von Fethiye
Herbert will noch eine Fontäne fotografieren, und dabei sieht er, wie sich ein
paar Türkinnen an Fitnessgeräten zu schaffen machen, in ihren Pluderröcken und
mit Kopftüchern. Es ist ein sehr erstaunlicher Anblick für uns, zumal die
Geräte direkt an der Uferpromenade stehen.
Blick auf Kalkan
Es ist sehr heiß und wir haben gar keine rechte Lust zum fahren. In Kalkan
erblicken wir wieder das Meer und der Ort sieht von oben sehr schön aus. Durch
sehr enge Gassen winden wir uns hinunter zum Hafen. Plötzlich geht es nicht
mehr weiter. Vor uns parkt ein LKW und wir kommen nicht daran vorbei. Nach 10
Minuten und etlichem Hupen hinter uns wird der Fahrer ausfindig gemacht und
wir können endlich weiter. Unten am Hafen fragen wir uns, wie wir jemals diese
steilen Gassen wieder hinaufkommen sollen.
Eine kleine Erfrischung N 36°15.736 E 029°24.733
Beim Durchwandern des Ortes finden wir dann noch 2 Franzosen, die mit
ihren Wohnmobilen etwas abseits vom Hafen stehen. Wir gehen zurück und
stellen unser Wohnmobil dazu. Endlich holen wir die Melone aus dem
Kühlschrank, die wir schon 2 Tage vorher gekauft hatten. Es gefällt uns
gut hier, und wir werden wohl morgen auch noch hier bleiben
unsere Abendterrasse
Abends hören wir eine Höllenmaschine. Ein Pickup fährt mit einer Art Generator
auf der Ladefläche und versprüht eine Nebelwolke. Wir nehmen an, dass es sich
um einen Insektenvernichter handelt, denn Mücken gibt es hier kaum. Generell
haben wir hier in der Türkei mit wenig Ungeziefer zu kämpfen.
Insektenvernichter besprühen den Ort
kalimera am 19 Feb 2009 22:12:36
Montag,21. Mai 2007
Etwa 50 Meter von uns befindet sich eine terrassierte Badeplattform, über die
man sehr gut ins Wasser steigen kann. Wir sind erstaunt, wie warm das Wasser
hier ist, gegenüber unserem letzten Sprung ins Meer. Wir nehmen unsere Flossen
und schwimmen weit hinaus.
Nachmittags bummeln wir wieder durch die Gassen. Kalkan, das früher ein
Fischerdorf war, ist mit seinen weißgekalkten Häusern und
blütenduftenden Terrassen ein malerisch schöner Ferienort geworden.
Alles ist für den englischen Tourismus eingerichtet. Die Preise sind
sogar in Pfund angegeben
In den Gassen von Kalkan
es geht ganz schön bergan
Allmorgendlich sammeln Boote die Touristen ein, um sie zu kleinen Badebuchten
und Stränden zu fahren. Abends wird sich dann in den kleinen Tavernen
vergnügt. Diesen Ort würden wir als Geheimtip empfehlen. Schade nur, dass der
Flughafentransfer von Bodrum sehr langwierig ist. Ein Kellner erzählt uns von
ca. 6 Stunden
Hafen von Kalkan
kalimera am 19 Feb 2009 22:18:20
Dienstag,22. Mai 2007
Auf Wiedersehen Kalkan
Es geht an der bergigen Küstenstraße entlang. Plötzlich ein Stop, ein Polizist
erklärt uns, dass an der Brücke gearbeitet würde und unser Wohnmobil zu breit
zum Passieren ist. Denn auf der Brücke steht ein Bagger, der einen
Stützpfeiler hält. Autos können die Brücke passieren. Es dauert recht lange.
Nach einer Stunde werden Geröll und Steine weggeschoben mit einem zweiten
Bagger, und dann können auch wir weiterfahren. Reisebusse hinter uns sind zu
groß und müssen weiterhin warten.
Die Brücke wird stabilisiert
Nach gerade einmal 25 Kilometern erreichen wir Kas und stellen uns dort in den
Hafen. Es ist die letzte Gelegenheit für uns, uns in das griechische Vodafone
Netz der nahegelegenen griechischen Insel Kastelloriso einzuloggen. Den ganzen
Vormittag verbringen wir im Internet, um verschiedene Aktivitäten zu
erledigen, denn wir wissen nicht, wie der Empfang im türkischen Hinterland
später sein wird.
Annette hat das Lammfleisch so gut geschmeckt, dass Herbert es heute
schon wieder kochen muss. Wir kaufen eine Lammschulter, grüne Bohnen,
Auberginen, Zucchini und Kleinigkeiten. Der Verkäufer fragt, wer denn
der Koch sei. Annette zeigt auf Herbert. Das Schnippeln und Vorbereiten
mag sie allerdings immer gern erledigen.
Abends so gegen halb acht kommt eine kleine Trainingsgruppe mit kleinen
Mädchen von vielleicht 5 Jahren zum Taek-Wan-Do Unterricht. Mit lauten
Ho und Ha und dergleichen wird geübt. Kas besitzt ein recht gut
erhaltenes antikes Theater. Wir aber als weniger Kulturbeflissene
bummeln am Abend lieber durch die geschäftigen Gassen. Es ist jetzt
angenehm kühl.
Taek-Wan-Do Training im Hafen
drivetheglobe am 19 Feb 2009 22:21:54
Super Fotos !
Da bekommt man ja richtig Gusto !
Wir waren auch 2007 - und die Kinder wollen heuer wieder hin :D
lg
kalimera am 19 Feb 2009 22:29:12
Mittwoch,23. Mai 2007
Yachthafen von Kas
In den Bergen ist es heute ziemlich bewölkt und es erinnert ein wenig an
daheim in den Alpen. Eigentlich ist es zum Fahren sehr angenehm. Es riecht
sehr frisch und nach Wald. Auch wenn es hoch hinauf geht, sind die Straßen
immer sehr breit, und in dieser Region in einem recht ordentlichen Zustand.
Von oben können wir die endlosen Gewächshäuser sehen. Kein Fleckchen Erde ist
dazwischen sichtbar.
Ebene voller Gewächshäuser
Mehrmals im Jahr werden hier vor allem Tomaten und Auberginen geerntet.
Irgendwann kommt eine Bucht, die ideal zum campen wäre. Wir halten an und
betrachten von oben mit dem Fernglas die Lage. Dabei stellen wir fest, dass es
sich um eine Wanderdüne handelt, die teilweise die Bäume schon "aufgefressen"
hat. Am Rande der Düne ist ein kleiner Hafen, wo die Touristenboote anlegen.
Wanderdünen
Kilometerlang geht es auf einer tollen Küstenstraße am Meer entlang, wir sind
an Kroatien erinnert.
Küstenstraße Richtung Kemer
Großeinkauf am Straßenrand
Im Kumluca füllen wir einmal wieder unsere Vorräte auf. Der Gemüsehändler am
Straßenrand ist hell erfreut über deutsche Kundschaft. Wir fragen, ob er auch
Brot hätte, er sagt ja, und sofort wird der Sohn zum nahe gelegenen Minimarkt
geschickt. In der Zwischenzeit schauen wir uns um, was wir gebrauchen können,
und Herbert entdeckt im hinteren Teil des Raums, wie die Händlersfrau
traditionelles Brot backt. Er darf ein paar Fotos machen. Sie schenkt uns eine
kleine Kostprobe.
Traditionelles Brotbacken
Aussichtspunkt im Olypos-Gebirge-Nationalpark
Noch einmal geht es die Berge hinauf. Es ist ein auf und ab. Gottlob ist es
heute nicht so heiß, sonst würde die Kühlwassertemperatur wieder schnell
ansteigen. Oben angekommen sehen wir eine sehr schöne Einkehr, ein bisschen
osmanisch mit all den Kissen und Teppichen. Schnell sind wir barfüßig und
setzen uns auf einen Orangensaft (portakal suyu) hin.
Bombenalarm in Beldibi
Dann erreichen wir die Touristenhochburg Kemer. Diese Stadt ist völlig vom
Reißbrett und hat nicht die geringste Spur irgendeiner türkischen Lebensart.
Fluchtartig verlassen wir die Stadt. In Beldibi ist plötzlich die Straße
gesperrt. Wir wissen nicht, was los ist. Annette kann nicht einmal zum
Telefonhäuschen gehen, um ihre Freundlin anzurufen. Nach einer Weile kommt ein
Türke, der deutsch spricht, und sagt, dort vorn würde eine eine herrenlose
Tasche stehen und man wüsste nicht, ob es sich um eine Bombe handelt. Er
bittet uns, zu drehen und den Ort zu verlassen.
kalimera am 19 Feb 2009 22:36:33
Donnerstag,24. Mai 2007
Übernachtung bei Beldibi
Gestern Abend hatten wir Beldibi noch verlassen wegen des Lärms in den
Discotheken. Außerdem ist alles auf russischen Tourismus ausgerichtet, was uns
nicht gefällt. An einem kleinen Waldstück außerhalb der Stadt hatten wir eine
schöne Stelle gefunden, am Strand, der allerdings steinig ist. Der Himmel ist
wolkenverhangen und es sieht sogar nach Regen aus. Ziemlich früh brechen wir
auf nach Antalya.
Schlechtwetter in Sicht
Bevor wir die Mercedes Werkstatt aufsuchen, decken wir uns noch mit Vorräten
ein, da wir nicht wissen, wie lange der Aufenthalt in der Werkstatt dauern
mag. Tatsächlich fängt es es währenddessen zu regnen an. Die Werkstatt ist
recht bald gefunden und man sagt uns, dass wir bis 13 Uhr warten müssten.
Großeinkauf vor Werkstattaufenthalt
Als wir an der Reihe sind, zittern wir, wie groß die Reparatur wohl sein wird.
Ein Blick in die Gesichter der Monteure lässt nichts gutes ahnen. Annette
fragt, großes Problem oder kleines, und da antwortet er, kleines. Uff, geht es
uns sofort besser. Ein kleiner Ölschlauch ist porös und daher undicht geworden.
Wie lange wird es dauern?
Nach 2 Stunden ist der Schaden behoben und wir sind überrascht über die Höhe
(besser gesagt, Geringfügigheit) der Rechnung. Gerade einmal 47 YTL (ca. 26
EUR) hat die ganze Angelegenheit gekostet. Nun können wir erleichtert nach
Antalya hineinfahren. In der Nähe der Altstadt, an der Stadtmauer finden wir
einen Parkplatz, wo wir für 9 YTL übernachten können. Wir machen einen kurzen
Spaziergang zum Hafen.
erster Eindruck von Antalya
kalimera am 19 Feb 2009 22:44:25
Freitag,25. Mai 2007
Blick auf die Stadtmauer von Antalya
Heute wollen wir uns Antalya ausgiebig anschauen. Unser Weg führt die
Promenade entlang bis zum Hafen hin. Von dort führt dann eine Treppe hinauf in
die Altstadt, die momentan sehr stark restauriert wird. Die Bürgersteige
werden neu gepflastert. Viele Häuser sehen mittlerweile ganz allerliebst aus,
wobei aber auch noch sehr viele Ruinen dazwischen stehen.
Wieder landen wir in einem Teppichgeschäft
Irgendwann kommen wir am Yivli Minare an, dem wörtlich übersetzten "gefurchten Minarett". Dies gilt als Wahrzeichen der Stadt, erbaut im 13. Jh. Unmittelbar
daneben befindet sich die Medrese, die ehemalige Koranschule, die jedoch
heutzutage als Museum dient. Ein sehr alter Türke erklärt uns die Bedeutung
dieser beiden Gebäude.
Wahrzeichen Antalyas: Yivli Minare
Yachthafen Antalyas
Diesen Blick von hier oben hat man von der angeblich schönsten Teeterrasse der
Türkei, der Terrasse über dem Turban-Yachthafen in der Altstadt. Überhaupt
soll Atatürk die Stadt Antalya als die schönste Stadt der Türkei bezeichnet
haben, man nennt die Stadt auch die Lachende Schöne. Und dennoch erkennt
Annette Antalya nicht einmal zu 10% wieder. Alles wirkt so völlig verändert,
und das innerhalb der letzten 14 Jahre.
Türkisch Eiskrem
Dieser lachende Eisverkäufer wirbt sehr lautstark für sein Eiskrem.Immer
wieder stampft er die Eismasse mit einem langen Stab (auf dem Bild) oder
wickelt die Eismasse (fest wie eine Bonbonmasse) darum und wirbelt es dann den
Passanten um die Köpfe, die dann mit einem Huch erschrecken. Es ist ein Tumult
wie im Orient. Auf unserem Rückweg durch die alten Gassen spricht uns ein
Türke an, dessen Innenhof, in dem sich ein Restaurant befindet, wir gerade
fotografieren. Er ist Englischlehrer und bietet uns an, gern einen Rundgang
durch sein Haus zu machen. Auch hätte man von ganz oben einen herrlichen Blick
auf den Hafen und die Stadt. Dummerweise lehnen wir ab, denn wir sind total
fußlahm
Taverne in der Altstadt
kalimera am 19 Feb 2009 22:52:39
Samstag,26. Mai 2007
Massentourismus in allen Variationen
Früh um 6 Uhr verlassen wir die Stadt Antalya. Die frühen Morgenstunden sind
immer die beste Zeit des Tages. Wir wollen nicht die Hauptstraße nehmen. Am
Meer entlang kämpfen wir uns durch endlose Hotelketten und Ferienanlagen, und
Hochhaus-Trabantenstädten, die komplett leerstehen. Immer mehr spüren wir den
Wahnsinn des Baubooms. Die Hotelanlagen wirken teilweise wie Disneyland, von
venezianischem Stil über englische Castles, russische Zwiebelturmpaläste ist
alles zu finden. Sämtliche Anlagen sind streng bewacht.
die Manavgat-Wasserfälle
Dutzende von
Bussen mit Angestellten, die zu den Hotelanlagen gebracht werden, kommen uns
entgegen. Irgendwann werden wir dennoch auf die Hauptstraße geleitet. Annette
erinnert sich an die Wasserfälle bei Manavgat (gesprochen Manaugat), und so
biegen wir nach dorthin ab.
Direkt am strömenden Wasser oder an flachen kühlen Wasserbecken kann man unter
alten Laubbäumen essen. Der Manavgat-Fluss zeigt hier sehr schön seine
türkisgrünen Farben. Da es noch so früh am Tage ist, sind wir fast die
einzigen hier. Auf dem Fluss kann man sogar Bootsfahrten unternehmen, durch
die Stadt Manavgat bis ans Meer
Gegen Mittag nähern wir uns der Stadt Alanya. Wir sind gespannt, was uns
erwartet. Annette hat vor 14 Jahren hier eine Wohnung gekauft, und wir wollen
in den nächsten Tagen diverse Dinge klären, die die Wohnung betreffen. Den
Stadtberg Alanyas auf einer 250m hohen Halbinsel erkennt sie sofort wieder.
Ansonsten kann sie sich bereits am Ortseingang kaum mehr orientieren, weil
viele Straßen neu sind. Wir kämpfen uns vor bis zum Atatürk-Denkmal, biegen
dort rechts ab und parken direkt hinter dem Rathaus, an der Uferpromenade.
Einen schöneren Platz in der Stadt hätten wir uns nicht aussuchen können. Der
Parkwächter verlangt 3 YTL und gibt uns zu verstehen, dass es kein Problem
wäre, hier mehrere Tage stehen zu bleiben. Er würde nur jeden Morgen zum
Kassieren kommen.
die von Bergen umgebene Bucht Alanyas
unser Stellplatz in Alanya
kalimera am 19 Feb 2009 22:58:37
Sonntag,27. Mai 2007
Blick von einem Terrassencafé auf den Hafen
Da wir heute am Sonntag den Mieter unserer Wohnung nicht erreichen (die
Wohnung ist an ein Steuerbüro vermietet), vertreiben wir uns den Tag in der
Stadt. Von türkischer Mentalität ist kaum mehr etwas zu spüren. Es ist
erstaunlich, wie sich die Stadt in den letzten 10 Jahren verändert hat. Für
Annettes Empfinden jedenfalls nicht zum positiven. Bereits gestern Abend
spürten wir eine gewisse Ballermann Atmosphäre. Lautstark dröhnt im Hafen
Musik, und wie es dann wohl erst in der Hochsaison ausufern wird.
Wasserspiele an der Kleopatra Promenade
Wir spazieren durch die Straßen zur anderen Seite der Halbinsel. Dort befindet
sich der Kleopatra-Strand, und alles geht dort feiner zu. Wunderschöne
Parkanlagen, die einen sehr gepflegten Eindruck machen. Sehr viele
Wasserspiele und Brunnenanlagen kühlen die Luft sehr angenehm. Ein
Stadtviertel, wie man es von den Touristenhochburgen Spaniens kennt.
Kleopatra-Strand
Es sind über 30 Grad und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Wir holen unsere
uralten Badesachen heraus und wagen einen Sprung ins Wasser. Ein komisches
Gefühl, einmal nicht nackig ins Wasser zu gehen. Auf dem Rückweg kommen wir an
Willis Kneipe vorbei. Fast erliegen wir der Versuchung, uns eine Portion
Bratkartoffel mit Spiegelei zu bestellen.&Herbert verspricht dann aber,
dieses Gericht an Bord zu kochen, denn jetzt in der Nachmittagssonne ist es zu
heiß zum essen
Willi's deutsche Kneipe
kalimera am 19 Feb 2009 23:07:54
Mittwoch,30. Mai 2007
Bananen aus der Umgebung Alanyas
Zu sehr früher Morgenstunde verlassen wir Alanya. Zu sehr hat uns der
Touristenrummel der letzten Tage genervt. Außerhalb der Stadt sehen wir am
Straßenrand viele Verkaufsstände für Bananen. Die einheimischen Bananen sind
kleiner und süßer im Geschmack. Bis alles verkauft ist, wird der Verkäufer
wohl einige Nächte in seiner spartanischen Unterkunft verbringen müssen.
Unterkunft des Bananenverkäufers am Straßenrand
In Anamur sehen wir die erste Moschee unserer Reise, die 4 Minaretts hat.
Jetzt fällt die Anspannung der letzten Tage von uns ab, und wir stellen uns
für 2 Stunden in Anamur an den Strand, um ein wenig zu ruhen.
Moschee mit 4 Minaretts in Anamur
Die Straßen sind seit dem Bezirk Antalya wesentlich besser zu befahren und wir kommen gut
voran. Die Aussicht entlang der Küste ist sehr beeindruckend. Immer wieder
halten wir an zum Fotografieren und Filmen.
Küstenstraße hinter Karatepe
Felsformationen zwischen Anamur und Silifke
Frauen beim Brotbacken in Silifke
In Silifke wollen wir wieder schön türkisch essen gehen, weil
in Alanya alles so international und einheitlich war. Für die Brote, die die
Frauen in ihren Zelten backen, sind wir heute nicht aufgelegt. Wir laufen durch
die Stadt und finden nirgends ein Lokal, das außer Kebab noch etwas anderes
anbietet. Die Stadt Silifke ist sehr traditionell türkisch, und wir werden oft
in den Straßen angeschaut, als wären wir exotisch. Junge Burschen laufen hinter
uns her, und nach einer Weile traut sich einer, uns auf englisch anzusprechen.
Er ist ganz stolz vor seinen Kameraden, sich mit uns ein paar Brocken Englisch
auszutauschen. Überhaupt tritt man uns hier sehr freundlich und einladend
entgegen.
Blutspende unter freiem Himmel
An einem Stand des Roten Halbmondes wird unter freiem Himmel
Blut gespendet. Bereitwillig bietet man uns an, gern ein paar Fotos machen zu
können. Zum Abschluss schenkt uns der Leiter ganz stolz einen Kugelschreiber
mit dem Logo des Halbmondes. Da wir nirgends ein Lokal finden, fahren wir
weiter nach Kizkalesi (übersetzt: Mädchenburg).
Abendessen an einem Hotelbuffet
Beim Abendspaziergang durch den Ort sehen wir in einem Hotel
die Auslagen eines Buffets. Uns knurrt schon seit Stunden der Magen.
Kurzentschlossen fragen wir , ob das Buffet nur für die Hotelgäste oder auch
öffentlich wäre. Jedermann kann daran teilnehmen, und so haben wir für 30 YTL
(ca. 16 EUR) ein fürstliches Abendessen incl. Getränke.
kalimera am 19 Feb 2009 23:17:05
Donnerstag,31. Mai 2007
Mädchenburg in Kizkalesi
An einem Rastplatz mit Blick auf die Mädchenburg hatten wir übernachtet. Ein
Teil der Burg liegt am Strand, ein anderer auf einer kleinen Insel im Meer. (Kizkalesi
übersetzt sich wörtlich in Mädchenburg.) Der Legende nach wohnte in dem Teil
der Burg, die im Meer liegt, eine Königstochter, der der Tod durch einen
Schlangenbiss vorausgesagt war. Trotz aller Vorsorge konnte sie ihrem
Schicksal dennoch nicht entgehen: In einem als Geschenk überreichten
Früchtekorb eines Verehrers verbarg sich eine Schlange.
Ankunft in Mersin
Wir erreichen Mersin. Der Stadt mit seinen 545.000 Einwohnern kann man eine
gewissen Wohlstand ansehen. Sie ist heute ein Zentrum der Ausfuhr von Getreide
und Baumwolle sowie Petrochemie und Textilindustrie.
allein vor endlosem Häusermeer
Kilometerlang ziehen sich die Häuserblocks mit zum Teil 13 Etagen an der
Uferpromenade entlang. Wir machen erst einmal halt und schreiben an unserem
Reisebericht weiter. Wir kommen uns ganz klein und einsam vor in diesem
riesigen Häusermeer.
neue Moschee aus den 1990er Jahren mit sechs Minaretts
Skulpturen an der Uferpromenade
Hochzeitspaar vor schöner Kulisse
Gegen Abend parken wir direkt gegenüber der Moschee an der
Uferpromenade. Viele Einheimische bummeln die Promenade entlang oder sitzen im
Park. Es gibt wunderschöne Skulpturen und sehr schön angelegte Parkanlagen,
entlang der ca. 5 km langen Strandpromenade. Alles ist sehr schick und schön.
Simit Verkäufer
Als Herbert die Website übertragen will, bemerkt er ein
ungesichertes WLAN-Netz, in das er sich einloggen kann. Und so kann Herbert
eine ganze Zeit kostenlos im Internet surfen. Dabei informieren wir uns wieder einmal
ausführlich über die Geschehnisse in Deutschland.
Parkplatz für die Nacht
Heute Abend gibt es seit langem einmal wieder deutsche Küche.
Die Bratkartoffeln, auf die wir in Alanya solchen Heißhunger hatten, haben wir
heute Abend in unserer Bordküche. Lange beobachten wir noch das Treiben auf der
Promenade, bevor wir dann gegen 11 Uhr zu Bett gehen
Kochen an der Uferpromenade
kalimera am 19 Feb 2009 23:26:24
Freitag,01. Juni 2007
morgendlicher Blick auf Mersin
Wir werden zu sehr früher Stunde von lauten Rufen geweckt. Ein Blick aus dem
Fenster und wir sehen Leute beim Frühsport. Auf der Promenade geht es sehr
lebhaft zu. Jung und alt treiben Frühsport.
Frühsport an der Promenade
Weiter geht es nach Tarsus, eine Stadt mit glanzvoller Vergangenheit. Hier
wurde der Apostel Paulus geboren und Kleopatra begegnete hier erstmals Marc
Anton. Das Kleopatra-Tor begrüßt uns schon am Ortseingang. In dieser Hitze
haben wir keine rechte Lust, die Stadt zu besichtigen. Allem Anschein nach ist
es eine geschäftige Einkaufsstadt. Nach kurzer Überlegung reisen wir weiter
nach Adana.
Kleopatra-Tor in Tarsus
Kurz vor Adana hält an einer Ampel einmal wieder ein Paar aus Österreich mit
ihrem Hymer-Mobil, denen wir mittlerweile schon zum drittenmal begegnet sind.
Aus dem Fenster heraus begrüßen wir uns und fragen nach den gegenseitigen
Zielen. Wer weiß, wie oft wir uns wohl noch wiedersehen
Neue Moschee aus den 90er Jahren in Adana
Lebendhuhn-Verkauf am Seyhan-Fluss
Adana, mit seinen 1,133 Mio. Einwohnern die
viertgrößte Stadt des Landes, ist auf den ersten Blick ein einziges Chaos für
uns. Nahe der Moschee parken wir und gehen ein paar Schritte zur Orientierung.
Ein deutschsprechender Türke bietet uns an, die Stadt zu zeigen. Eine 300
Meter lange Steinbrücke aus römischer Zeit überspannt den breiten Seyhan-Fluss.
An seinem Ufer entstand in den letzten Jahren eine riesige Moschee (namens
Sabanci Merkez Camii) mit 6 statt
4 Minaretts, vergleichbar mit der Blauen Moschee in Istanbul.
Tas Köprü (Steinbrücke) mit Moschee
Wir wollen uns einen Parkplatz in der Stadt suchen. Das
ständige Hupen in den Straßen nervt Herbert so sehr, dass wir die Stadt
fluchtartig verlassen. Die Hitze (35 Grad) tut noch ein übriges
endlose Weiten
Wir wollen ans Meer. Auf dem Weg Richtung Antakya finden wir
kurz vor Iskenderun riesige Stahlwerke, die ihre Abgase in den Himmel blasen.
Es geht vorbei an grünbewaldeten Bergen, die uns an daheim erinnern. Es schaut
fast wie in den Alpen aus. Das schöne Grün kommt uns hier unten im östlichen
Teil der Türkei kommt uns direkt seltsam vor
In den Bergen
Wir biegen ab zum Meer und fahren die Küste entlang Richtung
Arsuz. Das Meer ist trüb und der Strand ist steinig und schwarz. Ein geeigneter
Platz findet sich nicht so recht. Ein wenig enttäuscht übernachten wir in Arsuz.
Bei einem Bummel kommen wir noch mit einem alten Türken ins Gespräch, der 6
Monate des Jahres hier verbringt, und die restliche Zeit im Winter in
Stuttgart.
Kanal in Arsuz
Hauptstraße von Arsuz
kalimera am 19 Feb 2009 23:38:52
Samstag,02. Juni 2007
Unterwegs nach Antakya
Eine Straße windet sich den Berg hinauf und will nicht enden. Der Motor
unseres Wohnmobils wird heißer und heißer. Herbert ist wieder recht besorgt.
Oben angekommen jedoch haben wir einen fantastischen Blick in die Tiefebene
nach Antakya. Bei der Abfahrt denken wir mit Sorge daran, dass wir diesen Berg
auf der Rückfahrt ja wieder zu bewältigen haben.
Olivenöl-Transport auf vier Beinen
der Asi-Fluss geht durch Antakya
Antakya war einst die größte Stadt nach Rom und Alexandria im Mittelmeerraum.
Heute zählt sie 144.000 Einwohner und ist uns in unangenehmer Erinnerung ob
der Morde an Mitarbeitern einer christlichen Mission vor ca. 2 Monaten. Alles
wirkt hier sehr orientalisch. Der Dialekt klingt schon irgendwie arabisch
hier.
Kebap-Verkäufer bereitet seinen Spieß zu
ein Glas Ayran am Straßenrand
Metzger in der Altstadt
Das Basarviertel ist interessant, die einzelnen Gassen sind
aufgeteilt in Schuhgeschäfte, Textil-, Schmuckgeschäfte und dergleichen. Die
Leute, die Herbert um ein Foto bittet, stimmen immer gern zu. Hier finden wir
zum erstenmal Kinder in den Straßen, die betteln, was in den bisherigen
Regionen nicht vorkam.
in den Basargassen
Hier, so weit im Osten, haben wir zum erstenmal ein beklemmendes Gefühl. Wir
können es uns nicht recht erklären, es scheint wohl die Nähe nach Syrien zu
sein. Die Menschen sehen hier noch dunkler aus und sind Touristen auch
vielleicht nicht gewöhnt.
Männergesellschaft
Alle schauen uns nach und sehen wohl an Herberts Blondkopf,
dass wir Fremde sind. Wenn wir von Einheimischen angesprochen werden, immer die
gleichen Fragen: Hello, what's your name, wo kommst du her. Alle sind strikt
auf Herbert als Mann fixiert, Annette scheint überhaupt nicht zu existieren.
Überhaupt ist die Türkei eine reine Männergesellschaft. Sogar abends beim
Bummeln sehen wir Männer Arm in Arm spazieren gehen.
die Geschäfte werden mit Weihrauch beräuchert
Uns begegnet eine eine eigenartige Figur: Er trägt einen
Weihrauchtopf mit sich und fragt in jedem Geschäft, ob er es gegen ein kleines
Bakschisch beweihräuchern darf.
Teppiche hängen zum Trocknen aus
Schusters Handwerk
Zum Übernachten stellen wir uns an den Straßenrand in einem
Wohnviertel. Wir betrachten es als eine sichere Art der Übernachtung, mitten
in der Stadt zu stehen als irgendwo auf abgelegenen Plätzen. Gegenüber unserem
Wohnmobil befindet sich eine Kooperative von Dolmus, den Minibussen. Einer der
Fahrer kann deutsch und wir werden freundlich zu einem Tee eingeladen. Am
späten Abend vertreiben wir uns die Zeit ein wenig im Internetcafé. Fast alle
Plätze sind besetzt. Eine Stunde kostet 1 Lira.
Übernachtung in einem der Wohnviertel Antakyas
kalimera am 19 Feb 2009 23:50:26
Sonntag,03. Juni 2007
Wasserfälle in Harbiye
Unsere Fahrt geht heute in den 10 km entfernten Ausflugsort Harbiye zum
Wasserfall. Dort angekommen, bestürmt uns ein Türke, dem das Hotel Prenses
gehört, und bietet uns ein Hotelzimmer an. Lachend erwidern wir, dass wir doch
unser eigenes Hotelzimmer dabeihätten. Bei einem Blick in unser Wohnmobil muss
auch er lachen. In einem wilden Durcheinander von türkisch und englisch sagt
er uns, dass er von den Arabern 50 Dollars für die Nacht verlangt, und bei uns würde er 25
Dollars verlangen. Wir fragen ihn, ob denn viele Araber kämen und ob sie viel
Geld hätten und, oh ja, das hätten sie.
Mit den Füßen im Wasser
Am Wasserfall ist es sehr erholsam, und man kann - mit den Füßen im Wasser -
in einen der vielen schattigen Restaurantgärten einkehren. Die Vorspeisen sind
diesmal recht scharf und wollen uns nicht so ganz schmecken. Als dann das
Kebap (jedes Fleisch nennt man hier Kebap) serviert wird, werden unsere
Gesichter lang. Zwei kleine Fleischspieße unter Fladenbrot versteckt, und am
Ende zahlen wir auch noch einen Touristenpreis, der alle bisherigen Preise
unserer Reise bei weitem sprengt.
scharfe Stärkung
viele lauschige Plätze
endlose Weiten entlang der Straße nach Syrien
Es wird immer heißer, die Luft flimmert geradezu. Das
Außenthermometer zeigt 39,5 Grad. Die türkisch-syrische Grenze ist nur 30 km
entfernt, und so wollen wir einmal schauen, wie es dort zugeht.&Auf dem
Weg dorthin begegnen uns unzählige LKWs, die abenteuerlich beladen sind. Wir
wundern uns, dass sie nicht in Kurven umkippen.
Getreidetransporte auf dem Weg in die Stadt
An der Grenze dann ein riesiger LKW Stau. Sie werden wohl Tage
brauchen, um die Grenzformalitäten abzuwickeln. In großen Abständen wird ein
Gittertor geöffnet und ein Fahrzeug zur Abfertigung durchgelassen. In
Schießständen liegen Soldaten mit ihren Maschinengewehren feuerbereit. An der
Straße liegen eiserne Reiter, die bei Bedarf auf die Straße gezogen werden,
damit die Autoreifen platzen. Alles in allem für uns sehr bedrohlich.
Grenzübergang nach Syrien
Die Hitze ist kaum mehr auszuhalten bei nunmehr 40 Grad und
darüber. Wir wollen zum Wasser. Kurzentschlossen fahren wir auf der Autobahn
zurück Richtung Adana und von dort aus nach Karatas, dem Badeort der Stadt
Adana. Als wir dort abends ankommen, fühlen wir uns nicht ganz geheuer. Es ist
jedoch spät und wir wollen zumindest die Nacht hier verbringen.
Unser Platz in Karatas
kalimera am 19 Feb 2009 23:55:43
Montag,04. Juni 2007
in den Straßen von Karatas
Der Tag fängt schön an, aber von einem Badeplatz, wie wir ihn uns in dieser
Region erhofft hatten, kann keine Rede sein. Auch ist der Sand irgendwie
schwarz und das Meer direkt trüb. Zumindest können wir die Liegestühle
herausholen und hinter unserem Wohnmobil nackig sonnenbaden.
Irgendwann macht Annette die Augen auf und sieht einen Mann vor sich auf einem
Felsen stehen. Wir sind sehr erschreckt und der ungebetene Gast geht wortlos
von dannen.
Am Nachmittag gehen wir in den Ort zum einkaufen. Und wieder beschleicht uns
ein ungutes Gefühl. Nur Männer auf den Straßen und vor den Teestuben, alle
schauen düster und kein wenig freundlich auf uns. Langsam reicht es uns und
wir beschließen, morgen diese Region zu verlassen in Richtung
Schwarzmeerküste.
Abends räumen wir unseren Kühlschrank aus und verbrauchen alles an frischem
Gemüse, was sich angesammelt hat. Es wird ein leckeres Essen und bei Vollmond
sitzen wir noch lange beisammen.
Gemüse-Vielerlei
Als hatten wir eine Vorahnung, wird Annette um 0:45 Uhr wach und hört
zaghaftes Klopfen. Leise weckt sie Herbert, der nach dem rechten schaut. Er
öffnet das Fenster uns sieht 3 Männer, die sich als Polizisten in Zivil
ausweisen. Passaport, sagen sie. Herbert gibt niemals die Pässe heraus und
zeigt ihnen stattdessen unsere Personalausweise. Unbeholfen schauen sie auf
die Ausweise, fragen noch einmal, ob diese die Passaports wären, können nichts
damit anfangen, geben uns die Ausweise zurück und gehen wieder. Dies war nun
bereits das viertemal, dass wir von der Polizei kontrolliert wurden. Jedesmal
standen sie unbeholfen herum und für uns hatte es jedesmal den Anschein, als
würden sie uns nur aus Neugier kontrollieren. Aber hier deshalb um 1 Uhr
nachts aus dem Bett geholt zu werden, gipfelt doch wohl an Dreistigkeit.
Gut' Nacht uns zweien
Beduin am 20 Feb 2009 07:57:56
Hier, so weit im Osten, haben wir zum erstenmal ein beklemmendes Gefühl. Wir können es uns nicht recht erklären
Das ging mir damals auch so :eek:
Schon komisch
In Iskenderun selber waren wir bei-mit Bekannten in einem Feriendorf. Da gungs dann sehr gut :)
Wir machten auch einen Ausflug in die Berge und besichtigten eine Höhle in der wohl eine der ersten Predigten gehalten wurde.
Könnte die Petrushöhle gewesen sein, mehr habe ich leider nicht darüber gefunden :(
kalimera am 20 Feb 2009 10:42:32
Dienstag,05. Juni 2007
Behausungen der Feldarbeiter
Zwischen Karatas und Adana sehen wir viele Feldarbeiter, die bei der Hitze das
Feld von Hand bestellen. Auch sind Zeltdörfer aufgebaut, die ihnen als
Unterkunft dienen. Alles in sehr ärmlichem Zustand. Während unserer gesamten
Türkeireise ist dies die bisher schlechteste Region, die wir bisher
kennengelernt haben. Wir hätten direkt nach der Stadt Mersin Richtung
Schwarzes Meer aufbrechen können.
Feldarbeit ist Frauensache
Ab Adana geht es auf einer exzellenten Autobahn mit vier Spuren pro Richtung
und wenig Verkehr sehr gut voran. Zuerst geht es Richtung Ankara. Auch nachdem
die Autobahn nach einiger Zeit aufhört, bleiben die Straßen in einem
tadellosen Zustand. Irgendwann geht es ab in Richtung Nigde. Wir wollen heute
noch Kappadokien erreichen.
Auf dem Weg nach Inneranatolien
Welch ein Anblick in Kappadokien. Wir sind überwältigt von der Landschaft und
den bizarren Felsformationen. Seit Urzeiten suchten Menschen hier Zuflucht in
Höhlen und bis zu 8 Stockwerke tief ausgegrabenen Städten. Das Zentrum dieser
bizarren Erosionslandschaft befindet sich inmitten des Städtedreiecks von
Nevsehir, Avanos und Ürgüp. Wir wollen die Region morgen näher erkunden
Göreme in Kappadokien
Ein Kamel für die Touristen
Es wird Abend in Kappadokien
kalimera am 20 Feb 2009 10:51:20
Mittwoch,06. Juni 2007
Kappadokien am Morgen
Es ist ein Zischen und Fauchen draußen zu hören. Als wir aus dem Fenster
schauen, ist der Himmel über Göreme voll von Heißluftballons. Schade nur, dass
die Bilder nichts werden, da sie alle gegen die Sonne fotografiert werden.
Später merken wir, dass man diese Ballonfahrten in der Früh buchen kann; eine
schöne Attraktion.
in Göreme
Um 8 Uhr machen wir uns auf, den Ort zu besichtigen. (Die gesamte Region
Kappadokien besteht ja nur aus gerade einmal 6 oder 7 Dörfern.) Beim
Durchwandern kommen wir ins Schwärmen, ein Fotomotiv löst das andere ab.
Hotels, Pensionen, Wohnungen und Restaurants, alles ist in Felsen eingebaut
bzw. angebaut.
Mit einem Teppichhändler kommen wir ins Handeln. Ein Läufer gefällt uns sehr
und er will letztendlich 650 Euros dafür haben. Es ist uns zu teuer. Wir
versuchen es am Nachmittag noch einmal, da ist der Preis auf 550 Euros
gefallen. Morgen in der Früh wollen wir es noch einmal versuchen
Hotel in den Felsen
Zubehör zum Färben der Wolle
Endlich gab es auch wieder Postkarten zu kaufen und wir konnten unseren Lieben
daheim einen senden. Gegen Mittag füllt sich der Ort, weil Busse mit
Touristen von überall her anreisen. Mit unserem Wohnmobil stehen wir hoch über
Göreme auf einem Parkplatz neben einem Souvenirladen. Den ganzen Nachmittag
verbringen wir mit den Besitzern Muzaffer und Ayshe beim Teetrinken.
urige Einkehr
Sammlung osmanischer Liebhaberstücke
kalimera am 20 Feb 2009 11:02:31
Donnerstag,07. Juni 2007
Wohnung in einem Felsen
Das Paar vom Souvenirladen wohnt auch in einer Höhlenwohnung, und sie laden
uns ein, einmal ihre Wohnung zu besichtigen. Wir sind sehr neugierig und
freuen uns. Wer hat schon die Gelegenheit, eine solche Wohnung privat zu
sehen. Ayshe nimmt uns mit sich, und es geht 8 bis 10 Stufen in den Felsen
hinunter. Es ist angenehm kühl hier.
Ayshe zeigt Annette den Doppelknoten
Muzaffer im Höhleneingang
im Wohnbereich
Sie kann ein wenig englisch und sagt uns, dass es Sommer schön kühl ist und im
Winter warm. Die Wohnung ist komplett mit Teppichen ausgelegt, mehrere
übereinander. Wir sind barfuß. Sogar eine Terrasse geht nach draußen. Es ist
erstaunlich, wie gemütlich es hier herinnen ist. Und andererseits so geräumig.
Ist sie gar übergetreten?
Ayshe knüft auch selbst Teppiche; sie zeigt uns den türkischen Doppelknoten.
Gegen Mittag holt uns Muzaffers Freund, um uns nach Ürgüp zu einer
Teppichfabrik zu fahren. (Die Gegend Kayseri ist berühmt für Teppichknüpferei.)
Es geht in rasantem Tempo über die wirklich kurvenreiche Straße Kappadokiens.
Eingangsbereich Teppichfabrik
Teppichknüpferinnen
Ein Türke, der fließend deutsch spricht, führt uns durch die
Hallen und erklärt uns alles, vom Seidenkokon über das Färben bis hin zum
Knüpfen. Zu guter Letzt will er natürlich auch etwas verkaufen. Aber wir finden
keinen Läufer, der uns zusagt (wir wollen beige und blau).
der Seidenkokon wird aufgesponnen
Die Auswahl ist zu groß
Am späten Nachmittag verabschieden wir uns von unseren
türkischen Freunden und machen uns auf den Weg Richtung Kayseri. Dort empfängt
uns aber nur Großstadtgewirr, auf das wir jetzt jedoch kein Interesse
verspüren. Und so fahren fahren wir weiter Richtung Sivas und übernachten
unterwegs an der Straße.
Auf dem Weg nach Kayseri
Schnee auf den Bergen
kalimera am 20 Feb 2009 11:11:12
Freitag,08. Juni 2007
Kapelle einer Hochzeitsgesellschaft Hinter Kayseri geht es endlos lang nur immer geradeaus. Irgendwann staut sich
alles, denn die die Straße ist wegen einer Sprengung gesperrt. Eine
Hochzeitsgesellschaft, die sich auch in dem Stau befindet, steigt aus und
fängt neben der Straße kräftig zu tanzen und zu spielen an. Die Tröte quäkt
ganz vergnügt.
die Gäste feiern ausgelassen
Kirschen im Überfluss
Was kosten die Kirschen? Zwei Millionen fünfhunderttausend Lira. Viele Türken
geben die Preise noch in der alten Währung an. In 2005 wurden die Millionen
weggestrichen, aus 1 Mio. Lira wurde 1 Neuer Lira. Der Kirschenverkäufer
bedeutet Annette, sich doch selbst einmal auf die Waage zu stellen, und mit
gespieltem Entsetzen schaut sie dann auf das Gewicht.
bin ja nur mit den Kirschen so schwer
Wir haben großen Hunger, aber die einzigen Restaurants, die wir überhaupt
sehen, befinden sich an den Tankstellen entlang der Straße, wahrscheinlich nur
für die vielen LKW-Fahrer. Also kehren wir dort ein. Hier gibt es endlich
wieder traditionell türkische Küche, nicht nur Kebap am Spieß.
Straße über das Karabayir-Gebirge (2010m)
der Magen knurrte
es geht wieder bergab
Übernachtung am Stausee Kilickaya Baraji
kalimera am 20 Feb 2009 11:18:17
Samstag,09. Juni 2007
Stausee Kilickaya Baraji am Morgen
Wir haben an diesem Stausee übernachtet, es war herrlich still. Bei einem
ausgiebigen Frühstück lassen wir den Tag ruhig angehen. Die Berge erinnern uns
sehr an daheim.
die Bergstraßen befahren sich mühseliger
auf einer Passhöhe von 2200 Metern
Wir quälen uns auf eine Höhe von 2.200 Metern. Laut Karte wird
es das letztemal sein, dass wir so hoch hinauf kommen. Ansonsten waren die
Straße im Landesinnern in guten bis sehr gutem Zustand, fast immer 2 Spuren auf
jeder Fahrbahnseite. Wir hatten mit größerer Mühsal gerechnet, dass wir
wesentlich langsamer vorankämen, aber mitnichten. Überhaupt ist Inneranatolien
sehr dünn besiedelt.
der letzte Schnee auf den Bergen
Es könnte genausogut Österreich oder die Schweiz sein. Auf den Bergen finden
wir bewirtschaftete Almen. Nun geht es bergab und wir können Sprit sparen. Ab
und zu hält uns eine Kuh auf.
Kühe sind unsere einzigen Wegbegleiter
Am Nachmittag erreichen wir die Schwarzmeerküste. In Giresun herrscht
geschäftiges Treiben. Hier sehen wir zum erstenmal anderes Brot in den
Auslagen. Hier gibt es wieder kleine Bäckereien, und nicht wie im Süden
Brotfabriken. Das Brot nennt sich Trabzon Brot, ist rund und bestimmt 2
kg schwer
Schuhputzer in Giresun
es passt immer noch etwas auf das Dach
kalimera am 20 Feb 2009 11:52:07
Sonntag, 10. Juni 2007
Sumela Kloster in Meryemana
Heute steht das Sumela Kloster bei Trabzon auf unserem Plan. Es geht
halsbrecherisch bergauf. Zum Glück fährt ein LKW vor uns, da wir sonst ins
Zweifeln gekommen wären, ob die Straße überhaupt befahrbar ist. Irgendwann in
schwindelnder Höhe teilt sich die Straße und wir trauen uns nicht mehr weiter.
Wir parken hier und gehen die restliche Strecke zu Fuß.
Um zehn vor acht sind wir bereits am Kloster angekommen. Alles ist noch
verschlossen und einsam. Ein Schild weist darauf hin, dass um 9 Uhr geöffnet
wird. Wir vertreiben uns die Zeit auf dem Vorplatz, trinken Wasser von der
Quelle, machen ein paar Fotos.
Eingangsbereich vor den Klostertüren
Nach der Öffnung haben wir für die erste halbe Stunde das Kloster für uns
allein. Es geht 67 Stufen hinauf zur Eingangspforte. Danach hat man einen
wunderbaren Blick auf den tiefer gelegenen Klosterhof. Sofort fallen einem die
Fresken an den Außenwänden der Kapelle auf. Es ist erschreckend und
beschämend, wie übel die Fresken von eingekratzten Initialen und Sprüchen
zugerichtet und zerstört sind. Da dies hier keine islamische Stätte ist, hat
man anscheinend keinerlei Respekt und Anstand. Heute wird es von Personal
stärker bewacht.
Eingangstüre
1923 wurde das Kloster nach Ende des griechisch-türkischen Krieges endgültig
aufgegeben. Die Nachfolger der Sumela-Mönche bewohnen seit 1952 ein Kloster
auf dem Berg Vermion bei Kastanea, etwa 95 km von Thessaloniki.
Innenhof der Klosteranlage
Fresken in der Felsenkirche
Innerhalb der Felsenkirche sind die Fresken noch recht gut
erhalten. Wir halten uns eine ganze Weile in dem Kloster auf, bis mehrere
Reisegruppen eintreffen. Alle kommen mit Kleinbussen von unten hinauf. Wir
ziehen uns daraufhin zurück und verbringen den Rest des Tages hier oben in
den Bergen. Einen Besuch des Sumela Klosters können wir empfehlen. Die
restlichen Bilder sprechen für sich selbst.
Deckenmalereien
Innenansicht der Felsenkirche
Außenfresken
Treppe hinauf zum Ausgang
kalimera am 20 Feb 2009 12:05:04
Montag,11. Juni 2007
exzellente Straße von Trabzon bis Samsun
Von Trabzon führt eine sehr gut ausgebaute Straße bis nach Samsun. An
Badeplätze ist dabei nicht zu denken, da die Straße direkt am Wasser
vorbeiführt. Auf diese Weise wurde auf etwa 300 km Länge die Küste total
kaputtgemacht. Die Stellen, an denen man baden kann, sind steinig und man muss
schon am Seitenstreifen der autobahnähnlichen Straße parken.
Sinop
In Samsun halten wir gar nicht erst, weil es eine gesichtslose Großstadt mit
etlichen Hochhäusern bis zu 13 Etagen ist. Und so erreichen wir Sinop. Sinop
ist die erste Stadt, die uns an der Schwarzmeerküste gefällt. Sie hat einen
kleinen Yachthafen und die Stadt selbst liegt auf einer Landzunge.
Strand von Sinop
Enthäuten von Fisch
Hier decken wir uns mit Fisch und Fleisch ein, da wir hoffen, in den nächsten
Tagen einen Platz am Wasser zu finden, wo wir uns länger aufhalten können. Der
Fisch wird sofort für uns filetiert, während wir einen Tee trinken.
unser Fisch wird filetiert
vom Einkauf zurück
Zum Nachmittag hin schlägt das Wetter um und es sieht nach Regen aus. Da der
Strand hier zum Nacktbaden nicht geeignet ist, entschließen wir uns,
weiterzufahren. Langsam werden wir ein wenig unzufrieden, da die letzte Zeit
nur aus Fahrerei bestand. Sollte in den nächsten Tagen kein Strand zu finden
sein, werden wir uns schnellstens auf den Weg zurück nach Griechenland machen.
Hafenanlage in Sinop
kalimera am 20 Feb 2009 12:20:34
Dienstag,12. Juni 2007
Übernachtungsplätze sind sehr rar
Wieder einmal sind wir von der Polizei kontrolliert worden. Um 22 Uhr klopfte
es an unser Fenster, es regnete, und man verlangte wieder einmal Passaport.
Herbert zeigte wieder nur die Personalausweise und sie konnten damit nichts
anfangen. Sie fragten, ob wir englisch sprächen, und dann konnten sie selbst
kein englisch. Die ist nun schon das fünftemal, dass wir kontrolliert wurden,
und es ist uns mittlerweile mehr als lästig.
Regen in Sicht?
schlechte Straßen machen uns mürbe
Seit Sinop wird die Straße immer schlechter. Es geht bergauf bergab und vom
Meer ist immer weniger zu sehen. Entnervt entschließen wir uns, die Küste zu
verlassen, und im Landesinnern über die Autobahn Richtung Istanbul zu fahren.
Nasrullah Camii in Kastamonu
Wir erreichen die Stadt Kastamonu und parken an einer Schule. Die Schüler sind
wie in jeder Stadt in Schuluniformen. Jede Stadt übrigens hat andere Farben
für die Uniformen, mal dunkelblau, mal grau, mal kariert, dann wieder
unifarben. Die kleinsten haben blaue Kittel mit weißen Kragen an.
in den Straßen von Kastamonu
An Herberts Schuh reißt ein Riemen ab. In gebrochenem Türkisch fragt Annette
einen jungen Türken, ob es irgendwo einen Schuster gibt. Er überrascht uns in
fließendem deutsch und bringt uns zu einer kleinen Gasse, wo mehrere kleinere
Geschäfte angesiedelt sind. Mit ein paar flinken Nadelstichen ist der Schuh
wieder ganz. Der Schuster will nichts dafür haben. Nachdem wir ihm 2 Lira
geben, gibt er uns einen wieder zurück. In Kastamonu befinden sich ein paar
sehr gut erhaltene bzw. restaurierte osmanische Bauten.
Kastamonu mit Sicht auf die Burg
kalimera am 20 Feb 2009 12:28:52
Mittwoch,13. Juni 2007
Safranbolu - in osmanischer Bautradition
Safranbolu - ein Ort, der mit erheblichen UNESCO Mitteln restauriert wurde,
ist auf den ersten Blick eine Reise wert. Fachwerkhäuser osmanischer
Bautradition prägen das Ortsbild. Sie gruppieren sich malerisch um die Moschee
und einen alten Hamam.
noch unrestaurierte Gassen
Japanische Touristengruppen wandeln durch die Gassen und kaufen fleißig
Souvenirs. Bei näherer Betrachtung sehen wir, dass die Wanderstöcke einen
Aufkleber Made in China tragen. Es gefällt uns sehr gut hier.
Es gibt viele kleine liebliche Teestuben, die zum Verweilen einladen. Wie
kleine Wohnzimmer mit Teppichen und Kissen ausgelegt. Wir kehren in eines
davon auf einen Tee ein. Die Besitzerin ist sehr emsig und geschäftig.Neugierig schauen wir in den Eingangsbereich des Hamam hinein. Der Bademeister
winkt uns, doch näher zu treten. Er will uns die gesamte Anlage zeigen.
Annette ist direkt verblüfft, als Frau überhaupt Einlass zu finden. Alles ist
sehr alt und marmorn. Sehr schön anzuschauen, aber was für eine Hitze: Die
Fotolinse beschlägt sofort und berappelt sich auch nicht mehr. Wir befinden
uns nun im Innern und Ruheraum des Hamam. Eine Tür öffnet sich, und ein Mann
mit einem Handtuch um die Hüften geschlungen schrickt bei unserem Anblick
zurück. Wir wollen nicht länger stören und begeben uns zurück in den
Eingangsbereich; unsere Kleidung ist ganz feuchtwarm.
auf halber Höhe zwischen Ober- und Unterstadt
in einem Hamam
Es fängt zu regnen an und wir sind ein ziemliches Stück von unserem Wohnmobil
entfernt. Fast eine ganze Stunde halten wir uns im Eingang der Moschee auf.
Das Wasser rinnt in Strömen über die Pflastersteine. Es ist kein Café in
näherer Umgebung und wir haben Sorge um unsere Fotoausrüstung. Das einzigemal,
dass wir den Rucksack nicht dabei haben. Irgendwann müssen wir uns dann doch
aufrappeln, uns eine Plastiktüte geben lassen und durchnässt zum Wohnmobil
zurückeilen. Dort schlüpfen wir in trockene Kleidung und es gibt einen
türkischen Tee von Annette.
Waschplatz vor der Moschee
mk9 am 20 Feb 2009 12:42:42
Hallo Kamimera,
es ist eine Freude, Euren Bericht zu lesen mit den schönen Bildern dazu.
Wie macht man so einen übersichtlich aufgeteilten Bericht zu erstellen. Nahtlos sind die Bilder und Erklärungen hierzu placiert. Ds würde mich sehr interessieren.
Jetzt wundert es mich nicht, dass Du mein Bild bei Reiserätseln erkannt hast. Ich meine das Holzschiff im Hafen von Kas. Auch die Hafenanlagen in Fethye kamen mit bekannt vor. Da steht doch in den Grünflächen auch ein Kriegerdenkmal, soviel ich mich erinnern kann.
Übrigens, die Brücke von Kalkan nach Kas war mir schon immer suspekt
Hiter der Brücke ist doch eine kleine Haltebucht. Dort steht häufig die Jendarme ( Gendarmerie mit den grünen Baretts ). Ein lange Trppe führt dort zu einer kleinen Bucht, kann man übrigens sehr schön baden.
Bin gespannt, wie es weitergeht.
mk9 ( Manfred )
kalimera am 20 Feb 2009 12:42:44
Donnerstag,14. Juni 2007
der Tee wird uns an Bord gebracht
An einer Tankstelle hatten wir übernachtet. Nun schreiben wir an unserem
Reisebericht weiter, als es plötzlich an unser Fenster klopft. Der
Tankstellenwart steht im Nieselregen mit 2 Gläsern Tee vor der Tür. Wir freuen
uns sehr über diese nette Aufmerksamkeit und gleich fühlen wir uns besser. Im
Laufe des Vormittags bringt er noch zweimal Tee.
Faulenzen an einer Tankstelle
Das Wetter wird nicht besser. Wir bringen die Teegläser zurück und unterhalten
uns ein wenig mit den Tankleuten. Sie lassen sich gern fotografieren und wir
versprechen, ihnen die Bilder per email zu schicken. Als Dolmetscher fungiert
ein Deutsch-Türke, der jahrelang in Deutschland gelebt hat. Er wollte hier in
der Türkei am Konservatorium studieren, wurde aber bisher nicht angenommen,
und so fristet er momentan sein Leben als LKW-Fahrer.
unser zuvorkommender Tankwart
Am Nachmittag brechen wir auf in Richtung Istanbul. Wir wollen
heute noch so nah wie möglich an die Stadtgrenzen, um morgen ganz in der Früh
ins Zentrum zu fahren. Abends parken wir dann an der Autobahn, etwa 30 km vor
Istanbuls Toren. Wir gehen früh zu Bett und stellen das Mobiltelefon auf 4 Uhr
Weckzeit
weiter geht es Richtung Istanbul
kalimera am 20 Feb 2009 12:57:43
Freitag,15. Juni 2007
es geht über den Bosporus nach Europa
Oh Schreck, als wir aufwachen, ist es schon 5 Uhr, weil das Telefon noch auf
deutsche Zeit eingestellt war. Schnell sind wir angezogen und es kann
losgehen. Annette legt alle Stadtkarten zurecht. Über den Bosporus schaffen
wir es noch ohne Schwierigkeiten, aber dann verfahren wir uns doch ein wenig,
weil die Beschilderung nicht ausreichend ist. Herbert fährt nach Instinkt und
weiß im groben die Richtung zum Wasser. Und siehe da, nach einer Viertelstunde
stoßen wir direkt aufs Goldene Horn.
Europa hat uns wieder
Um 7:10 Uhr haben wir einen erstklassigen Stellplatz gefunden. Es sieht ganz
so aus, dass hierher die Einheimischen zum Angeln kommen. Zwei junge Türken
bieten uns sofort einen Tee an. Sie haben einen Lieferwagen als Imbiss
umgebaut und verkaufen Tag und Nacht Getränke an die Angler. Sie bieten uns
einen Platz auf einer Bank an und wir reden eine Zeitlang. Es sind 4 junge
Leute, die rund um die Uhr diesen Job ausführen.
unser Stellplatz am Goldenen Horn N 41°00.095& E 028°58.649
vor der Blauen Moschee
Um kurz nach 8 Uhr machen wir uns auf den Weg. Die Blaue Moschee ist gerade
einmal 10 Minuten Fußweg entfernt. So früh sind ganz wenige Touristen
unterwegs, die Sonne ist auch noch gut erträglich.
Husch, springt uns ein osmanisches Wesen in den Weg, bietet sich für ein paar
Fotos an und überreicht uns 2 Getränke zum Kosten. Herbert zückt das Geld, und
der Mann sagt, erst trinken, langsam langsam. Danach verlangt er 14 Lira.
Zuerst denken wir, dass wir uns verhört hätten. Herbert bietet 2 Lira an und
er beharrt auf seinen 14 Lira. Wir aber bleiben standhaft und gehen unserer
Wege.
Blaue Moschee
Für jede Sehenswürdigkeit wird etwa 10 EUR verlangt. Wir rechnen alles durch
und kommen zu dem Schluss, dass, würden wir alles besichtigen, schnell 100 EUR
los sind. Wir beschränken uns also nur auf die Außenansicht, zumal Annette
wahrlich keine Lust hat, Kopf und Schultern mit einem Tuch zu bedecken. Der
barfüßige Eintritt würde womöglich auch noch mit Fußpilz enden.
Herbert vor der Yerebatan-Zisterne
In einem Teppichgeschäft erholen wir uns ein wenig und unterhalten uns 2
Stunden lang mit dem Besitzer. Danach geht es zum Großen Basar. Die Hitze
strengt mittlerweile sehr an. Im Großen Basar kann man sich verlaufen. Wir
wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen. Ein solches Gewimmel haben wir noch
nirgends erlebt. Erschöpft entschließen wir uns danach, den Heimweg anzutreten
und den Nachmittag am Wohnmobil zu verbringen. Bei einem kühlen Lüftchen am
Wasser. Morgen ist auch noch ein Tag
Hallo, dass mit den Bildern per e-mail mußt Du unbedingt machen.
Sie freuen sich dann sehr darüber.
Wir haben vor Jahren mal unseren Urlaub in der Türkei verbracht, u.z.
in Patara , direkt am Meer. Liegt abseits der Straße von Fethys nach
Kalkan. Von dort haben wir Tagestouren mit einem Leihwagen unternommen. Als wir auf dem Wege nach Gömbe waren, hielten wir in einem kleinen Ort an. Dieser Ort nannte sich SUTLECHEN. Erinnerte mich an meinen Geburtsort, namesn SÜCHTELN, früher, in grauer Vorzeit Suchtelen. Haben dort Tee getrunken. Wurden natürlich von 3 älteren Herren angesprochen, woher wir kämen. Meine Schwiegertochter, die türkisch beherrscht, erklärte es. 2 von den dreien hatten in Deutschland gearbeitet. Einer in Brlin und einer sagte: FORD GUTTT, also bei Ford in Köln gearbeitet. Gefragt, ob wir Fotos machen dürften. Natürlich ja, war die Antwort.
2 Jahre später waren wir wieder in der Teestube und haben dem Wirt die Bilder gezeigt, sofort ging einer der anwesenden Türken heraus und kam später mit einem, den wir auf denBildern hatten, herein. Der hat sich riesig gefreut. Sofort kam wieder eine Runde Tee, bezahlen durften wir nicht.. Ein kleines, aber schönes Erlebnis. Und Gastfreundschaft hoch 3
Manfred ( mk9 )
kalimera am 20 Feb 2009 13:10:30
Samstag,16. Juni 2007
im Gewürzbasar
Wir sind am Ufer entlang die Kennedy-Straße gegangen bis zur Neuen Moschee.
Den Auftakt macht der Gewürzbasar. Es duftet herrlich, und die Gewürze in
allen Farben sehen einfach fabelhaft aus. Dennoch gönnen wir uns nur 2
Simitkringel.
Blick von der Neuen Moschee auf die Galata Brücke
Zwischen Neuer Moschee und Galata Brücke herrscht hektischer Verkehr. Durch
Unterführungen, die vollgestopft mit kleinen Ständen sind, geht es zum Ufer
der Galata Brücke. Mit einem mulmigen Gefühl denken wir, wenn hier nun eine
Bombe hochginge? Unter der Brücke befinden sich etliche Restaurants und Bars.
eine kleine Rast
Sicht auf den Bosporus vom europäischen Teil der Stadt
Wir spazieren über den Bosporus. Auf der Brücke stehen unzählige Hobbyangler,
die zu unserem Erstaunen auch reiche Beute machen. Die Fische sind aber nur
fingergroß. Wer kann schon von sich behaupten, zu Fuß von Europa nach Asien
gegangen zu sein?
Angler auf der Galata Brücke
Wir waren lang genug in Asien, und so drehen wir am Ende der Brücke um und
kehren zurück nach Europa. Unter der Brücke halten wir uns eine Weile
auf, machen Fotos, filmen ein wenig und ruhen uns aus. Gegen Mittag die
gleiche Situation wie gestern, es strömen Menschenmassen von überall her. Uns
drängt es, die Stadt zu verlassen.
wir zwei unter der Galata Brücke
Wir fahren die Kennedy Straße entlang aus der Stadt heraus und wollen schauen
,unsere letzten Liras auszugeben. Denn morgen wollen wir wieder nach
Griechenland einreisen. Welch ein Verkehr auf den Straßen. Es geht nur
schrittweis voran und wir brauchen geschlagene 2 Stunden, um den Stadtrand zu
erreichen. Unterwegs finden wir noch einen riesigen Supermarkt, wo wir für
unsere Liras noch reichlich Frischgemüse und Olivenöl einkaufen. Erschöpft
halten wir kurz vor der Stadt Tekirdag und stellen uns auf einen Parkplatz am
Straßenrand.
ein Gewirr von Geschäften und Menschen
die Hagia Sophia
kalimera am 20 Feb 2009 13:15:42
Sonntag,17. Juni 2007
Grenzabfertigungen
Heute verlassen wir fluchtartig die Türkei. Gestern Nacht um 1:40 Uhr wurden
wir zum sechstenmal innerhalb unseres Türkeiaufenthalts von der Polizei
kontrolliert. Wir haben nichts gegen Kontrollen, aber nachts mit Gewehr auf
dem Rücken und grellem Scheinwerferlicht, das ist unsere Sache nicht. Da nützt
alle Gastfreundschaft nicht, wenn die Polizei die schönen Eindrücke, die man
im Land gewinnt, kaputtmacht. Sie verlangten sehr unwirsch die Pässe. Sie
konnten kein Wort englisch und lachten& uns aus, dass wir kein Wort
türkisch sprachen. Annette setzte bei all diesen Kontollen ihre
Türkischkenntnisse nicht ein, aus Angst, für eine Türkin gehalten zu werden
mit ihren dunklen Haaren und dem dunklen Teint.
Kalimera Griechenland
An der Grenze das nächste Malheur: Es gibt Schwierigkeiten wegen unseres
Motorrollers. Wir vermuten, dass bei der Einreise die Kennzeichen von
Wohnmobil und Roller vertauscht wurden, da sie fortlaufend sind. Man will uns
nicht so ohne weiteres ausreisen lassen und schickt mit einer
handschriftlichen Notiz von Pontius bis Pilatus. Nach 2 Stunden dann können
wir endlich ausreisen. Hoffentlich kommen uns im Winter die schönen Eindrücke
der Türkei wieder hoch. In den letzten 24 Stunden jedenfalls wurde uns der
Türkeiaufenthalt gründlich vermiest.
böses Wetter empfängt uns
In Griechenland fängt es zu regnen an. Und gar nicht so wenig.
Am Abend erreichen wir Paralia, wo wir für die nächste Zeit einen schönen
Badeurlaub haben wollen. Wir sind die einzigen in den Dünen. Sehr schön.
kalimera am 20 Feb 2009 13:22:52
Hier bendet nun unser Reisebericht aus der Türkei.
Am nächsten Tag erreicht uns die Meldung eines Todesfalls in der Familie. Wir brechen unseren Urlaub ab und sind kurze Zeit später wieder in Deutschland.
Obwohl wir die Türkei fluchtartig verlassen haben, würden wir jeder Zeit wieder kommen.
Die Bevölkerung ist derart freundlich, das es uns schon ab und zu peinlich war, wie zuhause über die Türken gesprochen wird.
Was anderes ist es mit der Staatsgewalt.
Die ging uns ab und zu auf die Nerven.
Wir haben auf unserer Reise keinen einzigen Tag auf einem Campingplatz verbracht und uns dabei nie Unwohl gefühlt.
Hoffen, dass wir mit diesem Reisebericht einigen die Türkei näher bringen konnten und so manch einen demnächst in der Türkei wiedertreffen.