Hier kurz und sachlich meine Womo-Erfahrungen, alle neu gekauft, bis auf den Großen Braunen:
1. 98er Hymer Starline 640 Integriert, auf MB
Sprinter 312 (wohl kein "Dickschiff!)
Aufbau, Möbelbau und alles weitere von Hymer: Sehr gut.
- Einziger Mangel: Auf der ersten Tour hatte sich die Kühlschranktür so verklemmt, dass die Hymer-Werkstatt sie nur mit Gewalt aufbekam. Und wir 'nen neuen Kühlschrank.
Sprinter-Chassis:
Motor gut und sparsam, aber sehr laut.
- Ein Liegenbleiber am
Wochenende auf der Autobahn, ebenfalls auf der ersten Tour. Ursache: Abgefallenes Kabel am Kraftstoff-Magnetventil. Der zuhilfe geeilte Mercedes (LKW!!) Notdienst brauchte rund 3 Stunden zur Fehlerdiagnose, und konnte letztendlich nicht helfen, da er keine passende M5 Mutter dabei hatte. Nach einigem Suchen habe ich dann das passende Teil selbst gefunden - am TV-Drehteller! Und den Fehler eigenfüßig behoben.
- Ständiger Dieselgeruch im Wohnraum durch undichte Leckölleitungen der Einspritzdüsen. Die Mercedes-Niederlassung konnte den Fehler trotz zahlreicher Versuche nicht nachhaltig beseitigen und wir mußten mit den Kopfschmerzen leben. Ein wirklich kosnstruktiver Mangel.
- Starke Vibrationen während der Fahrt, die auch durch mehrmaliges Wuchten und Matchen der Räder nicht beseitigt werden konnten. Kommentar Mercedes: "Das ist ja auch kein PKW". Ursache: zu großer Höhenschlag aller Reifen. Erst durch Eigeninitiative habe ich dann von Michelin vier neue Reifen bekommen und der Fall war erledigt.
- Der 5. Gang war unter 2000 1/min nicht zu benutzen, da sonst ein ohrenbetäubendes Schnarren und Rasseln einsetzte. Ursache: sog. "Losrad-Rasseln" im Getriebe durch Drehschwingungen des 5-Zylinder Motors. Mehrere Abstellversuche (Tilgergewicht, Motor-/Getriebelager usw.) brachten keine wirkliche Vebesserung. Kommentar von Mercedes: siehe oben. Noch ein konstruktiver Mangel, da sich sowas mit einem sog. Zweimassen-Schwungrad leicht vermeiden lässt.
- Starker Rostbefall der Mercedes-"Restbleche", an Fahrgestell- und Achsteilen usw.. Ist wohl auch ein grundsätzlicher Mangel, wie schon oft gelesen und gehört.
Abgesehen davon fuhr sich unser Hymer mehr wie ein Dampfer bei schwerer See: Er wankte und schwankte, die Lenkung war absolut gefühllos und unexakt, in Kurven ließ sich keine saubere Linie fahren.
Nach gut 5 Jahren wollten wir dann ein neues Womo. Bei diversen Besichtigungen bei Hymer-Händlern und in Düsseldorf bekamen wir sehr schnell den Eindruck, dass die berühmte Hymer-Qualität, wie wir sie kannten, inzwischen irgend wo versickert sein muß. Die Neufahrzeuge, die wir angeschaut haben, wirkten im Vergleich zu unserem 98er Starline extrem "billig" verarbeitet.
Der Neue wurde also ein 2004er
Carthago Chic T47 auf Ducato 2,8 JTD mit Alko Tiefrahmen. Einer der ersten übrigens. Immer noch kein Dickschiff......
Alles von Carthago, kurz und knapp: Absolut TOP!! Keine Mängel.
Ducato-Chassis: Motor/Antrieb sehr gut. Leise, kräftig und auch recht sparsam. Das ZF Automatic-Getriebe war zwar ein veralteter Viergänger, arbeitete aber im Rahmen seiner Möglichkeiten einwandfrei.
Im Vergleich zum Hymer-Dampfer auf Sprinter-Chassis fuhr sich der T47 wie ein Sportwagen.
- Auf der (wieder 'mal) ersten Tour fiel auf der BAB plötzlich die Leistung dramatisch ab und wir nebelten die Autobahn total schwarz ein. Zum Glück kam gleich ein Parkplatz. Kurz nachgeschaut: Der Ladeluftschlauch vom Turbo war abgesprungen. Hab' ihn wieder draufgesetzt und die Schelle RICHTIG angezogen. Das war's dann schon.
Wenn man aber längere Zeit die "Großzügigkeit" eines Integrierten genossen hat, "kneift" ein TI im vorderen Bereich schon arg, und den tollen Blick durch die Frontscheibe haben wir auch vermisst. Zum Glück stellte Carthago rund ein Jahr später den Integrierten Chic vor, und wir konnten ein - für uns - recht gutes Tauschgeschäft arrangieren.
Es wurde ein 2005er Carthago Chic i51, auf Ducato 2,8 JTD Power mit Alko Tiefrahmen, auch ein recht "früher". Mancher hier bezeichnet diese Größe schon als "Dickschiff", was ich persönlich so nie empfunden habe.
- Alles von Carthago, kurz und knapp: Absolut TOP!! Keine Mängel - wie oben auch.
Ein Problem war jedoch die, eigentlich sehr große, Garage. Die war nämlich ca. 5 cm niedriger als im "alten" T47 und als im Katalog angegeben. Jetzt passten plötzlich unsere neuen, quasi maßgekauften Aluräder nicht mehr ohne weiteres hinein. Carthago hat das selbst im Werk perfekt beseitigt. Seit dem stimmen auch die Katalogwerte in der Serie wieder.....
- Ducato-Chassis: Ohne jegliche Mängel! Sonst wie oben.
Nach einem zwischenzeitlich durchgeführten Software-Update (angeblich aus Umwelt-Gründen) war jedoch die Leistung geringfügig schlechter, und bei Vollast qualmte es sichtbar aus dem Auspuff. Durch Aufspielen der alten Software war aber alles wieder gut.
Ende 2009 kauften wir für unsere große USA-Tour ein dafür wirklich geeignetes Wohnmobil, denn aus den unterschiedlichsten Gründen sind "normale" deutsche/europäische Womos für sowas nach unseren Vorstellungen nur sehr bedingt geeignet.
Es wurde ein gebrauchter 2004er Teschner Euro Liner, auf Workhorse P32 Chassis mit GM 6,5 L V8 Turbodiesel. Das ist sicher ein "echtes Dickschiff", oder?
Mein Fazit nach rund 1 1/2 Jahren Vollzeit-Nutzung, rund 50.000 km Fahrstrecke und definitiv hoher Beanspruchung: Sowohl Aufbau- als auch Basis-Technik amerikanischer Herkunft stehen den EU-Fabrikaten bezüglich Qualität in nichts nach. Auch nicht bezüglich der Wintereigenschaften.
In vielen Punkten sind Ami-Abkömmlinge sogar wesentlich robuster, einfacher zu unterhalten und reparieren, da sie solider und oft simpler gebaut sind. Und haben Mehr Platz. Und sind komfortabler. Und erheblich preiswerter dazu......
Die Absicht hinter meinen eventuell etwas weitschweifenden Darstellungen (sorry dafür....) ist ganz einfach: Ich wollte einmal aufzeigen, wie unterschiedlich doch die Erfahrungen mit den unterschiedlichen Wohnmobilen/Basischassis sein können. Denn zu den von mir genannten Typen gibt es hier im Forum, und natürlich anderswo, auch völlig andere Meinungen. Speziell auch im Qualitätsvergleich FIAT/Mercedes.
Grüßli .... spiti