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Oh, ich hatte einen Fehler in der Beschreibung des port. Stierkampfes. Der Stier wird nicht am Horn, sondern am Schwanz in den Sand gezerrt.
Am nächsten Morgen hole ich Mukas beim Veterinario ab. Ich finde, er sieht besser aus als vorher, die Picaderos haben auch eine Menge Fett am Nacken rausgelassen. Vila Vicosa war Sitz der Herzöge von Braganca, die im 16 Jahrhundert die Spanier vertrieben und dann zum König von Portugal (Joao IV (?)) gekrönt wurden und bis 1910 auch blieben. Entsprechend ist die Stadt mit Palast, Denkmälern, Plätzen und Kirchen in Marmor ausgestattet. Joao war so begeistert, dass er jetzt König war, dass er seine Krone der Maria in der Kirche do Condingensda vermachte. Danach hat nie wieder ein portugiesischer König eine Krone getragen. „Chave do reyno = Der Schlüssel zum Königreich“ Mukas Portugiesisch ist nach dem kurzen Klinikaufenthalt besser geworden. Wer die Stadt Elvas besaß, konnte bis Lissabon durchmarschieren. Entsprechend befestigt war und ist die Stadt auch und von Forts im Stile Vaubans umgeben, ebenso wie das spanische Gegenstück Badajoz (Das wir uns geschenkt haben) Das Glanzstück ist aber das Aquadukt von 7km Länge und tws. 31m Höhe und der schlappen Bauzeit von 124 Jahren, trotzdem ein Weltwunder des Mittelalters. Die Entdeckung des Tages ist Juromenha eine zerfallene oder zerschossene portugiesische Grenzfeste über dem Alqueva Stausee (dem größten künstlichen See Europas). „Joa, John Wayne, Henry Fonda, Charles Bronson, Yul Brunner, Little Joe und Wyatt Earp kommen gleich auf ihren Gäulen als 7 glorreiche Halunken um die Ecke, is klar nä?“ Beim Aufstieg auf den Glockenturm fehlen immer die Eckplatten – ein Fehltritt und ab geht es direkt 15m ins Erdgeschoss. Nächstes Bild Nächstes Bild Nächstes Bild Nächstes Bild Nächstes Bild Nächstes Bild Nächstes Bild Nächstes Bild Sonntag geht es nach Monsaraz, offensichtlich hat Portugal mehrere Rothenburgs (soll es in Deutschland ja auch geben). Zumindest wimmelt es hier von Touris und WOMOs, sogar einen Parkplatz für dieselben wurde eingerichtet. Von oben hat man einen Blick über den Alqueva wie in Kuopio vom Fernsehturm über die finnische Seenplatte. Und die Chicas auf den Pferden juchzen in einer Sprache, die sogar Mukas versteht. Er grummelt: „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken, nicht auf den Pferden!“ Mukas, Du wiederholst Dich! Bei Mourao in Luz gibt es wieder eine V+E. Wir verplempern irre viel Zeit auf der Suche nach einem schöne Ü-Platz im Alentejo, den wir schließlich an der Staumauer des Alqueva finden. Dafür ist das Alentejo im Frühling, wenn die Wiesen blühen, richtig schön! nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild Am Montag geht es auch nicht viel besser. Besichtigung von Beja, aber montags hat alles, was sehenswert wäre (Was? außer dem Fenster durch den eine Nonne unzüchtigerweise einen französischen Grafen angehimmelt hat und deren Liebesbriefe von Rilke übersetzt wurden?), geschlossen und ansonsten sind Beja und Umland (plattes Land) wirklich kein Highlight, dafür der heißeste Ort Portugals. Achso und den höchsten Donjon und einen Luftwaffenstützpunkt, auch durch die BW genutzt haben sie. Die Übernachtung auf einem CP lassen wir sein, da die Nutzungsmöglichkeiten der Waschmaschine irgendwie seltsam bemessen sind (am besten dann, wenn der Strom am preiswertesten ist, nämlich zwischen 0:00 und 8:00 und dann, wenn die Rezeption geöffnet hat, zwischen 9:00 und 10:00 Uhr und 18:00 und 19:00
Uhr.) „Hä, da braucht ihr ja Wochen bis Ihr fäddig seid, is klar nä? Ävver ich mit meiner einen Jeans, mingem T-Shört und dä Ungerbutz – dat jeht schnell!“ Und wieder finden wir als gerechten Ausgleich einen Nachtplatz an der Ostseite der Barragem do Albergaria dos Fusos mit Blick über Inselchen mit verfallenen Gehöften, keine Strasse, kein Haus, kein Mensch, absolut ruhig, ein Platz um Tage zu verweilen, wenn das Wetter sonniger wäre. nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild Wir haben jetzt Alentejo Nase voll und kehren bei Santiago do Cacem ans Meer zurück. Unterwegs meinte Mukas, wir hätten uns verfahren und gleich käme Fidel Castro als nächster Ort. Ansonsten dürfen wir gottlob 2 Tage auf ihn verzichten, solange macht er ? in Socken im verdunkelten WOMO. Wir haben sein T-Shirt, seine Jeans und seine Ungerbutz nach 76 Tagen durchgängiger Benutzung mit einem Teil unserer Klamotten in einer Wäscherei abgegeben. Wir wissen jetzt nämlich, warum die Sehenswürdigkeiten schlossen, sobald wir uns näherten! nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild Tag für Neidfaktor 10. Kein Wölkchen, azurblauer Himmel, azurblaues Meer, feinkörniger weißer Sand, Ebbe und Flut, die urgewaltig in und aus dem Lagoa de Santo Andre strömen,. Liegestühle, knallroter Sonnenuntergang im Meer! Ich will gar nicht wissen, auf welcher portugiesischen Dorfstrasse zur Zeit unsere Bettwäsche zum Trocknen hängt. Mukas schaut ab und zu über seine Jalousie, aber herauskommen kann er ja nicht! nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild Poah ey, mein Neid sei euch gewiss :) ... und wer wäscht die Socken?? :eek: Ich will auch nach Cuba :cry:
Haben die Damen und Herren in der Wäscherei überlebt?? ;D @Toppolino
Die Socken sind auch durchlöchert und werden an eine Mukassockenfetischistin versandt. :D Barfuß sieht bei Mukas viel eleganter aus. Frank Mukas hat sein T-Shört wieder und wir unsere Wäsche auch, womit die ungestellte Frage beantwortet ist, wie hält es der Langzeitwohnmobilist mit seinen Klamotten? Sines, die Geburtsstadt Vasco da Gamas mit der Avenida VdG, dem Praia VdG, dem Mercado VdG, dem Museo VdG und – laut Mukas – dem Wohnmobilschutzheiligen VdG (seinen Leichnam im Sarkopharg hatten wir ja im Hieronymuskloster in Lisboa) ist nur ein Durchgangsziel, um die Statue VdG zu fotografieren. VdG hat 1498 den Seeweg nach Indien entdeckt (Portugal hat über Jahrzehnte systematisch die afrikanische Küste abgeklappert und die Navigationstechnik weiterentwickelt) und damit die ungehinderte Versorgung Europas mit Gütern aus Fernost wieder sichergestellt. Die Handelsstrassen über Land nach Asien wurden nach der Einnahme von Konstantinopel am 29. Mai 1453 durch die Türken, weil eine europäische Allianz auch damals nicht funktionierte, durch eben diese kontrolliert. Ja, so etwas gab es! „ Eih boah, 45 Jahre Weihnachtsmärkte ohne Glühwein und ohne Lebkuchen. Sonntags kein safrangelber Kuchen! Mittags kein Pariser Pfeffersteak! Tee mit Rum = heißes Wasser, Pharisäer = Sahnehäubchen ohne alles, keine heißen Nächte in kühler Satängwäsche. Da wör ich usjewandert!“ Südlich der VdG Stadt in Porto Covo sind schon wieder schöne SPs über der Küste. nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild Da einfach traumhaft schönes Wetter ist: Ruhetag am Praia de Aivados südlich von Porto Covo da Bandeira Das Hoch hat sich nach Deutschland verzogen, wir verziehen uns über Milfontes (sehr hübscher Ort, ich kann verstehen, dass viele hier den Winter verbingen – „Hä, dat is doch minge Juso-Kumpel, dä Willy Brandt, dä da am Kap stäht – han die Jusos alle ä Ferienhüüsche hä?“ das Cabo Sardao – spektakulär: Störche mit Ihren Nestern in den Klippen hoch über dem Meer - zum Praia da Carriagem, ebenfalls spektakulär 80m hoch über dem Strand. Damit sind wir an der Algarve angekommen, auch wenn es die Westküste ist. nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild nächstes Bild |
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