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!“ San Pedro de Arlanza (8km von Covarrubias) hat morbid Schönes. Am Himmel kreisen Hunderte von Gänsegeiern und das einstige, romanische Kloster besteht aus Trümmern. „Junge, Junge, da haben die Franzosen 1806 aber ganze Arbeit geleistet, ich dachte nur wir könnten das!“ Höhepunkt des Tages wird San Domingo de Silos. Der romanische Kreuzgang des Klosters ist der einzige doppelstöckige, reinrassige romanische Kreuzgang der Welt und traumhaft schön. (Wir hatten eine private Führung eines Luxemburgers, der seit Jahren im Kloster urlaubt.) Und der kulturelle Höhepunkt war die Teilnahme an der Vesper der Benediktiner, ausschließlich bestehend aus gregorianischen Chorälen. Mukas war beeindruckt: „Boah, da wärd ich der Mänäger von, die bringe ich in die Charts! Nur die zwei in den weißen Röcken, die den silbernene Nebelwerfer schwingen, die müssen noch aktiver werden!“ Pech gehabt Mukas, die Mönche von San Domingo de Silos waren schon weltweit in den Charts, als Lena von Müller-Dingsda noch gar nicht geboren war. „Ohh, ich han Rücken und Knie, von der Schymnastik: Ständig Aufstehen, Verbeugen, Hinsätzen. Monkee is nix für mich! Jute Nacht“ 4 km von S. Domingo ist die Yekla, eine tiefe, sehr schmale, ca. 500m lange Schlucht, durch die ein Steg führt und darüber schweben die Gänsegeier. Auf dem Rückweg spritzt Blut, aber nicht das von Mukas, sondern meins. Ein Steinschlag erwischt mich am Kopf. Mukas feixt: „Wer sich in Gefahr begibt….“ Ausnahmsweise verzeihe ich Mukas, da ich Glück im Unglück hatte. Der Stein hätte auch viel größer sein können und ein Pflaster und ein Tag Kopfschmerzen lassen sich ertragen. Auch die Gänsegeier sind wach geworden und vollführen tolle Flugkunststücke. „Tja, die mögen Dich, sind doch Aasfresser; is klar nä!“
In Penaranda de Duero sitzen wir zum ersten Mal zum Picknick in der Sonne neben einer christlichen Grenzfestung (gegen die Mauren), die aber sehr maurisch aussieht. Auch den Duero, der uns in den nächsten Wochen hoffentlich noch öfter begegnet, überschreiten wir. Bei Sepulveda fahren wir den Rundkurs durch den Parque des las Hoces del Rio Duraton, ebenfalls eine tiefe Schlucht, die durchwandert werden kann. „Komisch, dass wir da heute darauf verzichten?“ In Turegano helfen uns ein paar junge Spanier zum Fußballstadion, da der Stellplatz u.a.S. ist. Zwischen Schwimmbad und Seniorenspielplatz kommen wir zu stehen. Nach einem handfesten Streit, für wen von uns beiden der Spielplatz gedacht ist, verzieht sich Mukas in seinen Bürstner. Turegano hat eine nette Schloßruine, was aber danach folgt, ist nicht zu toppen. „Wie, was Unesco-Weltkulturerbe wegen römischer Wasserleitung, Kathedrale und Burg. Han wir in Kölle auch und die Altstadt voller Kneipen und trotzdem ist die Stadt nicht Weltkulturerbe. Die spinnen die Unesker. “ Als Mukas aber in Segovia die römische Wasserleitung sieht, muss er doch schlucken, alllerdings Wein, da es kein Kölsches Brauhaus gibt. Und nur 10 km von Segovia entfernt, liegt La Granja de San Ildefonso, das Sommerschlösschen Philips V., dem der Escorial ein bischen zu groß war. Allerdings hatte der auch eine Italienerin zur Frau, die ein Hobby hatte. „ Dat kenn ich von minger ehemaligen Fründin, der Francesca: Italienische Schuhe noch und noch, is klar nä!“ Nein, barocke Gärten. Deshalb ist das Schlösschen + Garten auch ein klein wenig größer als Versailles. Übernachtet wird an einem kleinen Stausee in der Nähe des Schlosses.
Autsch :/ Geier kreisen erfahrungsgemäß immer dort, wo sie leichte Beute erwarten. Pech für die Geier, Glück für dich. Das hätte aber tatsächlich bös ausgehen können. Gute Besserung :troest: Und ich habe Glück, dass du diesen Bericht (hoffentlich ohne größere Blessuren) fortsetzen kannst 8) FORTSETZUNG! :D
Hinauf geht es auf den Puerto de Navacerrada (1860m). Und was machen die Madrilenen da? Riesenslalom um Pinien laufen bei 19°+. El Senor Podomski hat aber im Dunst der Berge ein riesiges Granitkreuz von 150m Höhe entdeckt. Keine Überredungskünste, dass das Valle de los Caidos, das Grabmal Francos und ein Denkmal der Faschisten sei, helfen. „Ich muss den Spaniern in einer kleinen Politdemo zeigen, dass ich mit beide Bläck Föös auf dem Boden der FDGO stehe. Schließlich habe ich mit Adenauer versucht, das faschistische Spanien in die Nato zu holen! Nur zu blöd, dass die anderen nicht wollten….“ Sein Gesicht wird bodenlang, als er am Eingang einen Zettel erhält, dass er nur aus religiösen Motiven das Gelände betreten darf. Das Ganze ist monströs und der Felsendom (250m lang, 40m hoch) von 20.000 politischen Zwangsarbeitern aus dem Granit gemeißelt, ein 1:1 Modell von Stuttgart 21. (Fotografieren streng verboten). Dann kommt EL ESCORIAL. Spanien im 16. Jahrhundert auf dem Höhepunkt als Weltmacht. Keine Parkmöglichkeiten, unglaublicher Verkehr, überall Holperübergänge, Baustellen Durch Zufall verschlägt es uns auf den Silla de Filipe II, von wo der König aus einem in den Fels gehauenen Sitz den Baufortschritt des ESCORIALS kontrollierte. Und aus des Königs Sitz entdecke ich einen Parkplatz im Grünen – direkt unterhalb des Escorials. (Das ist wahr!) Und da stehen wir jetzt. Besuch im Palast morgen. Escorial – Strenges Fotoverbot, wird überwacht. Was gibt es im einst größten Gebäude Europas zu sehen: a) Gemäldesammlung b) Wohnräume der Habsburger c) Bibliothek d) Basilika und – absolut sehenswert – e) die Grabkammer aller spanischen Könige und Königinnen seit Karl V. (= deutscher Kaiser) – 2 Sarkopharge sind noch frei, für Juan-Carlos I und Sophia? Als Mukas am Sarg Karl V. flüstert: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“ höre ich Knochengeklapper (als wenn sich einer umdreht) und eine Stimme: „Mukas! Mönchlein! Du schon wieder!“ „Wo hatte die eijentlich den Zaster hä, um dat hä zu bauen?“ Die Rejos Catholicos waren glühende Förderer der Heiligen Inquisition. Erst hatten Sie die Mauren, dann die Juden im Visier. Die hatten 3 Wahlmöglichkeiten: 1.) Den Tod 2.) Die Auswanderung 3.) Katholiken zu werden. „“Mehr Wahlmöglichkeiten hatten wir früher bei Bundestagswahlen auch nicht, is klar nä!“ Wer 3.) wählte wurde von der Inquisition überprüft, was so gut wie 1.) war. Egal wie, das Vermögen fiel immer an Kirche und Staat. Dazu kamen die Schiffsladungen an Gold und Silber, die als Beute aus der Christianisierung und dem Völkermord an den Indios in Mittel- und Südamerika resultierten. „Eh boah, und warum war es dann mit der Weltmacht so schnell vorbei?“ Das ist simpel: 1.) Die Vertreibung und Ermordung der arbeitenden Bevölkerung und der Intelligenz waren eine riesige Schwächung der Produktivität (und des Steueraufkommens) Spaniens. 2.) Das Kapital aus Amerika ohne produktiven Gegenwert heizte die Inflation an wie Gelddruckmaschinen 3.) die Engländer versenkten bei Trafalgar die spanische Armada, damit war auch die militärische Macht gebrochen. „Juut, dat wir die in Johannesburg 4:1 jeputzt han. Ansonsten, is wie hück.! Habgier, Geltungssucht und Verschwendung der herrschenden, politischen Klasse treiben das Volk in den Untgergang!“ Mukas! Wo hast Du denn einen Dialektikkurs in Marxismus-Leninismus gemacht?
Durch das Gebirge geht es nach Avila. Wir übernachten hinter der Policia locale. Zur Weiterfahrt nach Salamanca wählen wir die 110 (nicht die N501 und nicht die neue Autopista.) Die 110 führt über Munico, Alaraz, Alba immer abwechselnd durch unwirkliche Basaltlandschaften, dann Ackerland, dann Viehland. In Salamanca ist alles bis 17:00 Uhr geschlossen, trotzdem dauert ein Spaziergang über die Plazza Major, Kathedrale und Universität, diverse Paläste und Klöster rund 2 1/2 Stunden. Mukas gefällt, dass an San Esteban sein Ebenbild als Mönch mit Fass und an der Kathedrale sogar ein Astronaut in die Fassaden eingearbeitet sind. Ein Gastankversuch mit meiner Tankflasche an der LPG-tankstelle scheitert kläglich, da keiner der mitgeführten 3 Adapter auf das spanische System passt. Und klar hat die Tankstelle keinen Adapter, nur einen zum (illegalen?) Direktbefüllen der Flaschen. Ja, super! Warum braucht Spanien mit seinen 10 Gastankstellen wieder ein anderes System als der Rest von Europa? „Bananen, Gurken, Tomaten, etc. werden in der EU genormt…. Is klar, nä?“
Im Sauseschritt geht es nach Westen zur Embalse de Almendra. Morgens besucht uns die Guardia Civil, um uns einen angenehmen Tag zu wünschen. Mukas wurde schon wieder ganz blass. Die Staumauer ist ca. 60m hoch, aber noch einmal auf Fels aufgesetzt, so dass die Distanz bis ins Tal bestimmt 100m entspricht. Und darüber führt die Strasse. Klar, dass wir die vier Mal hin und her fahren – ohne Mukas, der noch blasser geworden ist: „Nä, ich han en Mietmobil, wer weiß schon, ob Fahrten über Staumauern durch die Selbstbeteiligung versichert sin?“ In Trabanca verlasse ich nach einer Stunde, schwer beladen mit Wein und Infomaterial, das Fremdenverkehrsamt (ich wollte nur nach der Bäckerei fragen) und dem Versprechen, auch ihren Architekturpark zu historischen Bauten zu besichtigen. Gegenleistung ist eine Führung für die Mitarbeiter durch ein deutsches Wohnmobil. Mukas ist mittlerweile kalkweiß vor Hunger. In Aldeadavila verfahren wir uns – trotz freundlicher Hilfe – in eine Sackgasse hinunter zum Dueroufer. Da ist es so schön, absolut windstill, 30m direkt über dem Duero. Da gibt es nur eins: Hinsetzen in Spaniens Sonne, damit Mukas Blässe verschwindet. „Avver, 100m wigger, am anderen Ufer, is Portugals Sonne! Is klar, nä?“ Da kannst Du aber auch nicht mit dem Wohnmobil stehen! „Dat hier is nuklearwaffenfreie Zone!“ Ja, aber auch mobilfunkkfrei und internetfrei ist es hier unten im Duerotal optimal, um ungestört Urlaub zu machen. Heute ist Wandertag angesagt, mit 2 zweistündigen Touren im Umfeld von Aldaevila, wo es übrigens einen SP und V+E gibt. Eine Tour führt zu verschiedenen Miradores in den Arribas de Duero, die andere zum Pozzo de los Humos, einem der schönsten Wasserfälle Spaniens, 50m hoch. Die Staumauer auf den Fotos ist übrigens 140m hoch, Unsere Standorte sind mindestens noch einmal 200m höher. Über die Staumauer als Hindernis lacht der Duero, der in zig Millionen Jahren sein Bett in den Basalt gefressen hat. Der hat alle Zeit der Welt, um auch das bisschen Beton zu beseitigen. Übrigens hatte Mukas heute Waschtag!
Und nu ... :?: "Ohne" oder hast Du noch :?:
:yau: Mukas hat halt Prioritäten ... (die mir sympathisch sind :D ). Also die Garderobe steht auf Mukas Prioritätenliste ziemlich weit hinten :D
Ja wie ist die Gasgeschichte denn ausgegangen? Die versiegende Gasquelle lässt doch bestimmt Unruhe in der Kombüse aufkommen... Übrigens wieder beeindruckende Fotos. Dank dafür!
Garderobe ... :gruebel: Nein Eva, ich meine
:wink: Das hab ich schon verstanden Wolfgang. Mein Posting bezog sich auf das letzte Foto von Frank :)
Oha, dick in Spanien rumgurken aber nix anständiges mehr am Leib. Nach der Rückkehr ab zur Diakonie zum einkleiden :wink:
:oops: Entschuldige .. ich "stand auf der Leitung" ... :oops: Um Euch zu beruhigen: Nur eine Tankflasche war leer. Also kein Problem. Heute in Portugal gab es Gas. (Ich habe auch eine portugisiesche Gasflasche von Repsol dabei zur äußersten Not.)
Wir werden auf einem Markt für Mukas schon etwas zum anziehen finden! Frank Bei Saucelle fahren wir über die Staumauer nach Portugal an das Ufer des Duoro, das uns sofort mit blühenden Obstbäumen empfängt. Wann blühen eigentlich die hier in Terrassen angebauten Olivenbäume? „Is klar nä! Hängt von der Füllung ab: Paprika-, Mandel- oder Knoblauchblüte.“ Dann geht es über Traumsträßchen entlang am Duoro, aber auch tws. 500 Höhenmeter hoch und wieder runter bis Pocinho, wo wir zum ersten Nachtlager in Portugal einparken. Es gibt Tage, die sind zum Mukas melken!
Nicht nur, dass es regnet! Mann kann 1.) Regenjacken auch verkehrt herum anziehen! 2.) Auf dem Bahnhof in Pocinho nur einen Fahrplan vorfinden mit Abfahrtszeiten in eine Richtung, weil es sich um den Endbahnhof handelt. Keine Chance für die Duoroeisenbahntour, wer weiß, ob und wann es eine Rückverbindung nach Pocinho gibt 3.) Die alte, verrostete Lok in Pocinho nicht fotografieren, weil mann keinen Speicherchip in die Kamera eingesetzt hat 4.) Im zweiten Versuch die alte, verrostete Lok in Pocinho nicht fotografieren, weil genau jetzt die Batterie alle ist. 5.) Im dritten Versuch die alte, verrostete Lok in Pocinho nicht fotografieren, weil genau jetzt der Gabelstapler die Zementsäcke vor der Lok umladen muss 6.) Im ersten Supermarkt in Vila Nova da Foz Coa kein Brot bekommen 7.) Brot in einer Bäckerei nach einer halben Stunde Fußmarsch genau am anderen Ende von Vila Nova da Foz Coa. bekommen. 8.) Dann einen Supermarkt in Vila Nova da Foz finden, in dem es alles frisch aus dem Ofen gibt 9.) Den riesengroßen, braun-weißen Schildern folgend das Weltkulturerbe in Vila Nova da Foz (Altsteinzeitliche Felsenritzzeichnungen) suchen und dann im Nichts landen, wo laut Reiseführer monatelang Unmengen an Menschen anstehen, um nur nach Voranmeldung die Zeichnungen besichtigen zu können. 10.) Sich wundern, dass in Portugal bereits 1990 die Regierung Wahlen verlor, weil sie einen Staudamm genau dort bauen wollte, wo die Felszeichnungen gefunden wurden, die wir nicht finden. (den Staudammrest haben wir gefunden). 11.) Sich wundern, dass in Deutschland 2010 Landesregierungen glauben, Wahlen nicht verlieren zu können, nur weil sie unbedingt einen Bahnhof bauen wollen. 12.) bei der Anfahrt zu einer Kappelle zur Mittagspause an der Steigung und Neigung der Anfahrt scheitern 13.) In Pinhao auch mit Mukas Mietmobilbürstner nicht zum malerischen Flussufer vordringen, sondern eher unter einer Eisenbahnbrücke stecken bleiben. Die uralten Kachelbilder am Bahnhof fotografieren kann mann. Mann kann auch in Lamego im Leclerc bei Vodafone innerhalb 15 Minuten einen mobilen Internetanschluß (auf einem mitgebrachten, italienischen USB-Stick und einen Vodafone Mobiltelefonanschluß erhalten, von der Vodafonedame höchstpersönlich eingebaut und getestet, ohne dass sie ein Wort deutsch, spanisch, englisch oder französisch gesprochen hätte! Und bei Leclerc in Lamego gibt es auch Gas für den Gastank! Und Schaschlikspieße kann man dort auch kaufen! Schaschlik gut, Mukas gut! Danke dafür, dass du uns weiter mitnimmst. Ich warte jeden Tag drauf. Gestern bin ich leider zu früh ins Bett.
Viel Spaß weiterhin und an Mukas :hallo: Die ganze Nacht hat es geplästert. Zuerst sehen wir uns die berühmte Nossa Senhora dos Remedios (hinter der wir übernachtet haben) mit ihrer barocken 700 Stufen Treppenanlage an. Auf den Ab- und Aufstieg auf derselben im strömenden Regen und Matsch verzichten wir. Deshalb einmal die sonst relativ bekannte Ansicht in umgekehrter Form von oben nach unten.
Und dann folgen ein paar mittelalterliche Leckerbissen. „Eih boah, mir is noch von dem Kilo Schaschlik von gestern schlecht, ich krieg nichts runter!“ Zuerst Sao Jao de Tarouca. Weil König Afonso hier die Mauren endgültig geschlagen und damit aus Portugal vertrieben hatte, gründete er 1179 ein Zisterzienserkloster. „Endgültig? Die kommen doch jetzt über die Insel Lambrusco wieder!“ Die einst riesige Anlage ist ein Trümmerfeld. Dann Ucanha – eine romanische Brücke von 1160 mit Zollturm (einzigartig in P.), weil hier die Landesgrenze war. Und schließlich die Klosteranlage von Salzedas von 1168. Auch ein Bild des Jammers, wenn gleich die riesige Kirche (außen Barockfassade) erhalten ist. „Wieso? Der Jesus hät doch einen trockenen Glassarg, dat bisschen Grün an die Wände mät doch nix. Und mit die ahl Orjel künnt man noch schön jrille!“ Klar, CHristel, kannst Du mitfahren!
Halte mir Mukas ein bißchen vom Leib, ja bitte! Mit einem Weizenbier oder so! Frank Für Weizen ists zu kalt hier. Das geht nur im Sommer :D Dann mach ihm einen Grog. Hier ist es auch naßkalt! :D passt Hallo Frank,
bleib' nur lange genug an der Tastatur. Es macht unheimlich Spaß die Texte zu lesen und die Bilder anzuschauen. Echt, wirklich Spitze! Solltest Du mal in der Nähe von Neuss sein dann melde Dich, einige Kölsch, Alt, Pils (was immer Du gerne trinkst) hast Du Dir verdient. Noch eine tolle Zeit wünscht Euch aus Neuss Johannes Um aufkommenden Wetterneid gleich zu ersticken: Hier ist Novemberwetter, mit Graupel, Regen, Sturm und Gewitter, und somit bräuchte es heute keine Fotos und keinen Reisebericht, wenn nicht….
Wir kehren von Momenta da Beira, wo wir übernachtet haben, über die 313 zum Duoro zurück, um dort auf der linken Flußseite über die 222 über abenteuerliche Höhen und Tiefen Richtung Porto zu turnen. Eine bekannte Markenfigur (Wer ist es? „Dä Osborne Man, is klar, nä!“ ) bedroht uns riesig von einem Weinberg und ein heftiges Gewitter zieht auf. Und dann reißt plötzlich eine Windbö direkt vor uns einen Baum auf die Straße. Notbremsung! Gut gegangen. Zusammen mit einem portugiesischen LKW-Fahrer ziehe ich behütet von portugiesischen Regenschirmen anderer Autofahrer den Baum mit einem Abschleppseil von der Strasse. Nicht nur außen nass wegen der Angst, weitere Bäumen könnten im Sturm stürzen, bekommen wir die Strasse frei. Wo ist Mukas? Der trinkt während der Aktion erst einmal den Rest des Grogs von Christel aus der Thermoskanne in seinem warmen Miet-Bürstner. In Caldas de Aregos gehen wir in einem Sportboothafen sicher vor Anker. Hallo Johannes,
ich bin sonst immer in der Nähe von Neuss :D Da treffen wir uns im Herbst besser an der Mosel zum Strassenweinfest!! Frank Cool Abenteuerurlaub..
Hat Euer Phönix Allrad?? :wink: @Pipo
Nein - bisher hat die Differentialsperre am Heckantrieb ausgereicht. Und alles andere ging im Rückwärtsgang (raus aus den Engpässen :D ) Frank Die Talsperren, Bäche und Flüsse sind voll, aber das Schietwetter hört nicht auf. Da wir keine Lust haben, Porto im Regen zu erkunden und das ganze Duorotal nur im Regen zu sehen, queren wir den Duoro bei Ribadoura gen Norden. Bei Amarante reißt der Himmel ein bisschen auf. In der Stadtbasilika liegt ein Heiliger, der von allen Personen weiblichen Geschlechts gestreichelt und geknutscht wird, die noch keinen abbekommen haben. Der arme Kerl ist schon ganz farblos. Mukas beobachtet eine Gruppe junger Mädels, die sich emsig um den Heiligen bemühen, schiebt den Heiligen dann zur Seite und legt sich selbst hin und summt „Oh when the Saints go marching….!“ Das macht er aber nur 5 Minuten, bis ein zahnloses Mütterchen….Ansonsten schöne, vergoldete Orgel, netter Altstadtkern. Die (lange) Suche nach einem Übernachtungsplatz endet in Guimaraes neben einer grünen Halle, ist wohl die Messe. Toll ist es hier nicht.
Hi hi, gib's zu Frank, du hast auch kurz mit dem Gedanken gespielt. Sag Mukas, er soll bei solchen Spielchen die Augen fest geschlossen halten, dann ist's egal wer fummelt :D Muss ich mir eigentlich langsam Sorgen um euch machen? Erst der Steinschlag, dann der Baum? Das liest sich ja wirklich wie Abenteuerurlaub. Passt gut auf euch auf! Übrigens ist das Wetter im Süden von Portugal trocken und sonnig :wink:
:zustimm: Ich liebe die Expertentipps in diesem Forum :D Mal wieder tolle Bilder und perfekte Perspektiven. Ich hoffe ihr seit noch ein paar Monate unterwegs :wink: :kuller:
(sag jetzt nix dazu ... :wink: ) @ Eva B.
Selbstverständlich weise ich jegliche Unterstellungen, ja sogar einfache Andeutungen, ich hätte ähnliche oder identische, perverse ?uelle Vorstellungen, Wünsche oder Ambitionen wie ein gewisser Herr Mukas P., ÖFFENTLICH zurück. Wir sind doch hier nicht Mr. Jeckyll and Mr. Hyde! Vielmehr berichte ich als Weggefährte des uns ungebeten begleitenden Mukas P., seines Zeichens Trucker und Mietmobilfahrer, hier über seine Verhaltensweisen und Äußerungen unter Setzung korrekter Gänsefüsschen und Anwendung der legal vorgeschriebenen Zitatregelungen, allerdings ohne Benutzung von Fuß- oder Sockennoten, da diese Funktionen von der Forumssoftware nicht unterstützt werden. Frank Wir kurven durch Guimares, finden aber keinen annehmbaren Parkplatz in Zentrumsnähe. Die gesamte Gegend ist sehr zersiedelt, handelt es sich doch um die am dichtesten bewohnte Region Portugals. Hier lebten vor Römern, Mauren und anderen einst die Iberer. Eine seit 2000 Jahren aufgegebene Siedlung ist bei Briteiros zu besichtigen inkl. Haupt- und Nebenstrassen, Wasserleitungen und rekonstruiertem Wohnhaus. Im 11. Jahrhundert gab es wohl ein kurzes frühmittelalterliches Intermezzo als Fliehburg, daher resultiert ein Friedhof.
Dann sollen die Höhepunkte des Tages folgen: Bom Jesus und Nossa Senhora de Sameiro. Während Mukas wegen extensiver Herpes lustlos auf seinem Brötchen kaut, fallen dichter Nebel (Wolken) und Regen ein. Nichts zu sehen, trotz stundenlangem Warten. Aber eine Entdeckung machen wir noch, etwa 3 ½ km weiter: Santa Maria de Falpera – XVI .Jahrhundert und im Nebel richtig schön depressiv. Nachtquartier unterhalb der Nossa Senhora Vielleicht tut sich ja was bis morgen. „Bomm Cheisus, dat klingt niet juut, Juuter Jeesus wär besser, is klar nä?“ Auf jeden Fall hat der Juute Jesus, oder wer auch immer für das Wetter zuständig ist, für Besserung gesorgt. Aber bevor es zu Bom Jesus geht, schauen wir noch einmal bei der Senhora vorbei, die für den seligen JoPa II ordentlich herausgeputzt wurde. Bom Jesus macht einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck, auch wenn die Treppenanlage fantastisch ist und als Sportgerät für halb Braga dient. Auch die 130 Jahre alte Drahtseilbahn, die nur mit Wasser angetrieben wird, ist Klasse. „Hä schenial, Wasser rin in die talwärtsfahrende Karre, bis die schwerer ist als die bergwärtsfahrende, ab jeht es. Bom, bom!“ Auch der Dom (Fotoverbot überwacht) von Braga hat es in sich: doppelte barocke Orgel (irre!) und die Gräber der erzreaktionären Bischöfe und Kardinäle. (Sie haben u.a. Salazars Machtergreifung und Diktatur unterstützt.)
Fährt man von Braga auf der 103 Richtung Barcelos weist nach ca. 6km ein braunweißes Schild nach Norden zum Mosteiro de Tibaes. Nach weiteren 4 km weist ein weiteres Schild in eine Dorfstrasse in Tibaes, in die man NIE hineinfahren würde. Und am Ende steht auf einmal auf einem Wiesengelände ein riesiger Klosterkomplex mit barocker Kirche: Die ehemals größte Benediktinierabtei und Chefabtei der Benediktiner in Portugal. Gegründet 1160, 1838 aufgegeben. Seit Mitte der 90er mit EU-Mitteln renoviert. Scheinbar alles abgeschlossen, keine Hinweistafel auf einen Eingang. Wenn nicht ein paar Mütter Kinder durch ein Tor geschleppt hätten und wir einfach nicht auch durch das Tor gegangen wären. Dahinter ein Kassenraum und dann durften wir uns frei im ganzen Gelände bewegen. Ein Traum! Uraltes Chorgestühl mit Gesichtern unter den Klappsitzen für die Äbte Portugals auf einer Empore, ein mittelalterliches handgeschriebenes Gesangsbücher, das vor Wasser triffte, als stamme aus dem Kölner Stadtarchiv, endlose Gänge mit Bilderschinken der Äbte an den Wänden, ein Kreuzgang mit Azulejos, die die gesamte Geschichte des hl. Benedikt darstellen, eine Gartenanlage mit kaskadierenden Brunnen. Und wir sind die einzigen Touristen. Und jetzt brauchen wir einmal Pause am Meer. Intermezzo Angenehme Erhohlung :dankeschoen: :snoopy: :wein: :surf: „Porto is all I know, Portoooo…“ Mukas jubiliert den Song der Wonderland aus den 60ern. Als wir mit dem Linienbus am Kai in Vila Nova de Gaia eintreffen, ist mir schon beinahe schlecht. Der Bus knallt mit 50 durch Gassen mit 5cm Abstand rechts und links zu den hohen Mauern, da würde ich mit dem Womo nicht rückwärts reinfahren. Mukas steigt auch in Gaia aus. Wir wandern in der Sonne durch Porto: Cais de Ribeira, Igreja de S. Francisco (voll mit geklautem brasilianischen Gold), Börse, Kathedrale, Bahnhof S. Bento (leider ist zur Zeit ein Teil der Azulejos nicht sichtbar), Rathaus, Mercado de Bolhao, Kaffee im Jugendstilkaffee Majestic, über die Brücke, Kellerführung bei Sandemans (die Figur vom Duoro neulich). In einer Ecke höre ich ein „Pooortooo is all I need, Poooortooo…“. Da lehnt an einem Fass, Mukas in einem Haufen von (ge)leer(t)en Flaschen Porto 1906, 1907, 1908, 1909. „Ups, nimm auch eine! Schmäckt bom!“ Danke, Mukas, Du zahlst! 5000-6000€ pro Fläschelchen. Hat schwer gescheppert, als Mukas sich niederlegte!
:eek: :eek: :eek: Nehme an, Mukas hat seine Bord-Lagerbestände vollständig aufgefüllt :wink: Nein, Wolfgang!
Diesmal hat er verzichtet! Er mußte ja schon sein Mietmobil verpfänden, um seine offenstehende Tagesrechnung zu begleichen. Übrigens ist das Sandemanzeichen (ein Studentenüberhang aus Porto und eine Sombrero aus Jerez als Symbol für die beiden Städte, in denen der Schotte Sandeman seine Wein-Liegenschaften hatte) das älteste Markenzeichen (Brandmark) in der Weinwelt. Frank Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Eine Führung, die 1 Stunde dauert und 2 Portoproben beinhaltet, kostet 4 Euro inkl. eines 2,--€ Gutscheins, wenn man Porto kauft (ab 7,--€). Übernachtet haben wir auf dem Orbitur Camping in Madalena. Von dort fährt der Bus durch jede Gasse des Vororts für 1,50 € in 30min mitten in die Stadt.
Von Porto sind wir wieder Duoro aufwärts bis Cinfaes, d.h. wir sind den ganzen portugiesischen Teil des Fluss ab spanischer Grenze bis zum Meer abgefahren. Der obere Teil ist klar der schönere. Alles ist ein bisschen wie Mosel, nur viel gewaltiger. „Ja, und keine Strassenweinfeste haben sie und die B49 ist meistens ganz oben in den Bergen woll wegen dem Huchwasser, ganz schön clever die Portorikaner, is klar nä!“ Ab Cinfaes geht es Richtung Süden in die Serra de Montemuro, wo wir übernachten. Abends haben wir einen Blick, der vom Atlantik bis zum Torre in der Serra da Estrella reicht. Dann nach Castro Daire, Pedro do Sul (V+E!), Viseu, Mangulade, Celorico da Beira. In Viseu freut sich Mukas, als er alle seine Brüder auf den alten Azulejos im Kreuzgang wieder erkennt.
Na, na, na - davon habe ich nicht geredet. Es ging doch nur um ein paar harmlose Streicheleinheiten. Aber an Fantasie mangelt es dir offensichtlich nicht :D Fein, dass es hier weitergeht :daumen2: Übernachtet haben wir in Celorico de Beira am Sportplatz mit Blick auf die Serra Estrella. Heute folgt eine Tour de Castillos: Celorico, Linhares, Folgosinho, die mittelalterlichen Festen, die am nordwestlichen Rand der Serra de Estrella. Portugal vor Angriffen der Spanier schützten. Sehr schöne, im Kern teils noch mittelalterliche Dörfer. In Gouveia, wo es den besten Käse und besten luftgetrockneten Schinken Portugals (+ natürlich Wein) geben soll, können wir das Parken vergessen. Und dann geht es steil hinauf in Serra. Hinter Sabugeiro an 10%er Steigung ereilt uns wieder einmal das Schicksal. Ein lauter Knall, Motorleistung weg, innerhalb von 3 Sekunden (so schnell, wie ein gelber Porsche auf 100 ist) stehen die 6,5t. Ja, da kommt Freude auf, auf einer steiler Bergstrasse! Wieder einmal der Turboladerschlauch abgerutscht. Typische Fiat und IVECO-Krankheit! Diesmal aber auf der Abgasseite. Ein freundlicher Portugiese, der uns zur Hilfe eilt, meint, in einer halben Stunde sollte ich mit der Reparatur fertig sein, dann würde es in 1400m Höhe eiskalt. „Eih boah, das gibt ein neues Mixgetränk! Phoenix on Ice: 1/3 Porto, 1/3 Martini bianco, 1/3 Wodka, 1 Spritzer Limone, 1 drop of original frosted blood from yourside + Eis, gut geschüttelt, nicht gerührt! Alles aus den Ländern, wo ich mit Euch war, is klar, na?“ Oben auf dem Torre in 1993m Höhe, da wo Portugal nach oben hin zu Ende ist, finden wir im Schnee unsere wohlverdiente (nicht letzte) Ruhe. |
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