mueckenstuermer am 28 Mär 2012 09:36:36 Brauche mal fachkundigen Rat:
In einem ziemlich neuen Wohnmobil war die Frisch-Wasseranlage komplett tiefgefroren. Wasserhähne defekt usw..
Was passiert den modernen Kunststoffleitungen, wenn diese mit Wasser gefüllt komplett einfrieren? Selbst wenn jetzt keine aktuelle Undichtigkeit mehr festzustellen sein sollte, also der Druck wird gehalten und es tritt kein Wasser aus, habe ich doch Zweifel, ob man die Rohrleitungen bedenkenlos im Fahrzeug lassen kann.
Haben die jetzt Mikrorisse oder so etwas? Halten die Frost beliebig aus? Sind Folgeschäden zu befrüchten und wenn ja, warum und welche? Wie kontrolliert man das, wenn man an die Rohre gar nicht überall hinkommt? Kanalbefahrung wird wohl nicht gehen. Oder doch? Was sagen die Verbinder, die T-Stücke, Rückschlagventile usw. zu so einer Belastung? Wer hat vielleicht beruflich damit zu tun und weiß etwas?
Der Aufwand für einen Kompletttausch wäre jedenfalls beträchtlich. Im Moment ist das Vertrauen in die Betriebssicherheit jedenfalls auf Null reduziert; verständlich, wie ich finde.
Ich denke mal, das Problem dürfte vielfach vorkommen und somit von allgemeinem Interesse sein, also über den von mir erwähnten Fall hinaus.
Lancelot am 28 Mär 2012 09:56:33 mueckenstuermer hat geschrieben:Was passiert den modernen Kunststoffleitungen, wenn diese mit Wasser gefüllt komplett einfrieren?
- Entweder sie haltens aus ... und sind weiterhin "dicht"
- oder sie haltens nicht aus und sind (ab sofort) "leck"
Da sie jetzt offensichtlich "dicht" sind ... :nixweiss:
Nur aus Prophylaxe da was austauschen wollen ... wird wohl schwierig werden. Wie soll ein Gutachter denn da was feststellen? Er müßte ein Leitungsstück ausbauen und auf Mikrorisse (die die Lebensdauer beeinflüssen) prüfen lassen ... und selbst dann ist nicht gesagt, daß das Nachbarleitungsstück ähnlich betroffen ist - da kannst dann gleich alles ausbauen und neu verlegen.
Folgeschäden : die "Lebenserwartung" KÖNNTE betroffen sein .. aber wie will man das prüfen ?
Eine Möglichkeit wäre vl das System bis zum max. zulässigen Druck zu beaufschlagen (der in Praxis mit herkömmlichen Pumpen ja nicht erreicht wird) und nochmal auf Dichtigkeit zu testen ... aber mehr wird man da nicht tun können ...
viking92 am 28 Mär 2012 10:00:52 Moin MS,
es wäre wichtig zu wissen, aus was für einem Material die Leitungen sind.
PUR-Schläuche haben einen Temp.-bereich von -35°C - 60°C.
Polyethylenschläuche (LD-PE) jedoch nur von -10° - 60°C.
Die Schnellsteckverbinder sind von -20° bis 80°C angebenen, je nach Hersteller.
Kann Dir bei Bedarf `nen Link schicken, da wir berufl. viel mit diesen Teilen zu tun haben. Dort gibt es auch so einige Datenblätter.
Kommt aber natürlich drauf an, welche Qualität der Aufbauhersteller installiert hat. Die von uns eingesetzten Komponenten sind schon recht hochwertig.
Lancelot am 28 Mär 2012 10:03:41 Öhmm Birger,
es geht doch nicht um die Temperaturbeständigkeit der Komponenten :)
Die Teile waren mit Wasser gefüllt, das gefroren war ...
pitb am 28 Mär 2012 10:04:50 Lancelot hat es eigentlich schon gesagt.
Und geht man davon aus, dass die üblichen Frosttemperaturen abkönnende Kunststoffe verlegt, verbaut wurden, dann sollte es passen.
Mehr 'Angst' als vor Mikrorissen usw. hätte ich vor einer nicht mehr richtig sitzenden Schlauchverbindung, d.h. der Schlauch samt Sicherungsschelle sitzt nicht mehr mit der vollen Länge auf dem Stuzen - hat sich etwas abgedrückt. Das ist, wäre eine mögliche 'Sollbruchstelle'. Leider kann das überall und auch im Nichtsichtbereich sein.
haballes am 28 Mär 2012 10:14:50 Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, die Rohre "abzudrücken"? M. hatte geschroben, das besagtes Mobil furchtbar eingefroren war. Wenn sich durch den Frost wirklich etwas ausgedehnt hat und ein Rohr undicht geworden ist, dann müsste man doch einen Druckverlust feststellen können.
Ich kann mich daran erinnern, das nach einem Wasserschaden in meinem Firmenneubau ein Gutachter die Heizungsrohre mit einem Gas gefüllt hat.
In wie weit so etwas bei Kunststoffrohren möglich ist, das weiß ich nicht.
pitb am 28 Mär 2012 10:20:26 Abdrücken ist eine Möglichkeit, eine Leckage nachzuweisen bzw. eine drohende vorzeitig auszulösen. Außerdem 'funktioniert' das nur mit entsprechnden Vorgaben (Druck, Zeit usw). Gibt es die?
Nur was tun, wenn ein Schlauch noch zu 5 mm auf nem Stutzen sitzt - statt wie sonst 15 mm. Und beim Abdrücken passiert nix. Im Alltag haste aber Vibrationen, die einer so geschwächten Verbindung auch zu schaffen machen. Mehr und länger als das Abdrücken.
Gast am 28 Mär 2012 10:36:50 Meine Überlegungen sind:
Die verlegten Schläuche halten in der Regel ein Einfrieren mit Wasser stand, da sie relativ flexibel sind. Je unflexibler das Material beim Verlegen, desto mehr ist dies gefährdet. Zum Teil sind ja die Wasserleitungen auch so verlegt, das sie nicht oder kaum Wasserfrei gebracht werden können. Bei unserm ehmaligen Hobby habe ich sichtbar schon die verlegten und mit Wasser eingefrorenen Leitungen gesehen, da passiert nichts wenn der zusätzliche Druck der durch die Ausdehnung des gefrierenden Wassers ohne nennenswerte Blockierungen entweichen kann. (Ablassen des Systems, Öffnen aller Hähne)
(Vergleich dazu eine gefüllte PET Flasche die man geöffnet einfriert)
Meißt sind aber die Verbindungstücken betroffen bzw. deren Dichtungen denn sie bilden das schwächste Glied in der Wasserleitung, weil diese schon Bauartbedingt und meißt auch Materialbedingt eben unflexibler sind.
Die Möglichkeit eienr Beinträchtigung der Lebensdauer ist aber mehr als margnal zu beweisen, da der nächste Winter ja wieder eine Gefährdung darstellt und nicht bewiesen werden kann, was dieer anrichtet oder anrichten kann. :wink:
Auch ist es unerheblich aus was für einem Material die Rohrleitung besteht, da es ja auch Stahl zerreisen kann. Entscheidend ist, wohin der entstehende Druck abfließen kann und das dürfte den Rahmen der Nachweisbarkeit auch in einer naturwissenschaftlichen Doktorarbeit für diesen Fall leicht sprengen :!: :D
Daher wäre eine Dichtheitsgarantie des Wassersystems fü die warmen Monate diesen Jahres bei Nutzung des Mobils, das höchste was man als nicht erkannten Folgeschaden für das Wassersystem fordern kann. (natürlich nicht rechtlich und formal sondern rein real! :wink: ) Andere Schäden durch Wasseraustritt natürlich erst mal ausgeschlossen.
Jörg
drkluck am 28 Mär 2012 10:41:08 Hallo m.
Tatsächlich sind die Schellen oder Steckverbindungen das Problem. Bei uns war die Warmwasserleitung betroffen. Im Winter war die Leitung eingefroren und die Schellen hatten sich wohl verschoben, waren aber noch dicht. Durch das warme Wasser wurden die Leitungen wieder elastisch und arbeiteten sich langsam aus der Verbindung heraus. Das System war nicht sofort undicht, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Da das Fahrzeug ein reines Drucksystem hatte, entleerte sich in unserer Abwesendheit der gesamte Tankinhalt ( 200l) im Wohnraum und nicht nur kaltes Wasser sondern auch warmes. War eine schöne Bescherung als wir wiederkamen. Fazit: Bei reinen Drucksystemen ist man gut beraten, wenn man die Pumpe beim Verlassen des Mobils immer abstellt.
MFG Michael
mueckenstuermer am 28 Mär 2012 11:11:36 cojo hat geschrieben:Meine Überlegungen sind: Die verlegten Schläuche halten in der Regel ein Einfrieren mit Wasser stand, da sie relativ flexibel sind.
Schläuche sehe ich auch als unproblematischer an. Hier´geht´s aber um die festen, starren Rohre, die neuerdings verlegt werden.
Danke schon mal für alle Überlegungen und Hinweise.
helge63 am 28 Mär 2012 11:18:12 Hey,
also ich würde auch sagen das jede art der verbindung in deinem wasser system der schwachpunkt ist. ich habe selber schon im erdverlegtem rohrleitungsbau wasserleitungen aus PE LD und auch PE HD auseinander geschnitten die komplett gefroren waren. da sind an den leitungen keine schäden sondern eigentlich immer an den verbindungen.ich habe diese leitungen dann einfach mit einem industriefön aufgetaut und wieder verbunden,kein problem.rohrleitungen aus PE werden schon seit mehr als 50 jahren in der wasserversorgung eingesetzt und sind wirklich sehr stabil gegen frost.
Helge
viking92 am 28 Mär 2012 11:26:31 Lancelot hat geschrieben:Öhmm Birger,
es geht doch nicht um die Temperaturbeständigkeit der Komponenten :)
Die Teile waren mit Wasser gefüllt, das gefroren war ...
Ok...stimmt...Asche auf mein Haupt.
Die mech. Kräfte die dort wirklen, sind nicht zu unterschätzen
Würde dann diesen Weg gehen:
Hersteller der Komponenten ausfindig machen & Datenblätter anfordern.
Dort sind soweit alle relevanten Daten vermerkt.
Zusätzlich wäre ein professionelles "abdrücken" des Leitungsnetzes von Vorteil.
Viel Erfolg noch
thomas56 am 28 Mär 2012 11:31:28 Mir ist 2x das Rohr eingefroren. Einmal ist gar nichts passiert und einmal ist ein Rohrverbinder von der Kupferleitung abgerutscht.
wolfherm am 28 Mär 2012 11:39:20 thomas56 hat geschrieben:Mir ist 2x das Rohr eingefroren. Einmal ist gar nichts passiert und einmal ist ein Rohrverbinder von der Kupferleitung abgerutscht.
Tut das nicht weh..? :D
wocaraft am 28 Mär 2012 11:44:29 Ich würde ein Stück aus dem Rohr ausschneiden und zur Materialprüfung an den Hersteller schicken.
MfG Wolfgang
mueckenstuermer am 28 Mär 2012 12:12:28 Rücksprache mit einem "alten Hasen" aus der Händlerschaft:
Frostschäden führen zu Schäden an den Boilern, Pumpen und den Wasserhähnen. Am Rohrleitungssystem komischer Weise eher nicht. Das tröstet schon mal.
Druckprüfung, ein kleines Stück einschicken sind so die Dinge, die man wohl machen kann. Mal sehen, ob noch jemand eine andere Idee hat.
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