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Du hast den Farbfilm vergessen…ein Besuch in die Zone 1, 2, 3


markgraefin am 13 Jun 2012 15:09:05

Allein der "Farbfilm" und das Wissen um Svens Schreibstil hat mich anhalten und lesen lassen.

Du hast meine, seit 2001 Wahlheimat, die ich auch schon um 1970 kennengelernt habe, ganz wunderbar beschrieben.

Die Befindlichkeiten derjenigen, die sich hier unangenehm berührt gesehen haben, kann ich nicht mehr nachvollziehen, aber leider gibt es solche Leute immer noch und ich fürchte, das belibt noch bis zur nächsten Generation.

Ich wünsche mir mehr von deinen fröhlichen Berichten und freue mich schibbelig darüber, dass die gegend von meck Pom wieder einen Wessie süchtig gemacht hat, denn wer einmal hier war, kommt wieder.

Viele
Markgräfin

Ach so, das habe ich vergessen:
Die Meck. Pommer haben, zumindestens viele, einen schweinemäßigen Fahrstil.
Das haben auch schon ausgewanderte Meckies festgestellt, die nach langen Jahren zurück kamen und entsetzt waren.

Also, immer mit der Wildheit der anderen "Verkehrsteilnehmer" rechnen, damit euch nix passiert.

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anton-reiser am 13 Jun 2012 15:28:58

zum fahrstil und seinen ergebnissen gibt es ja auch einen netten song von n. hagen: zwischen erfurt und gera.

zu den befindlichkeiten: haballes macht sich doch nicht über die ossis lustig, sondern über sich und seine vorurteile. pure selbstironie, der einzige, den es treffen könnte, wäre er selbst. das sollte man nicht übel nehmen, sondern für die treffenden und leichthändigen berichtigungen der ost-klischees danken.

ich jedenfalls finde den stil des berichtes herausragend!

anton

al am 13 Jun 2012 15:45:00

herrlich zu lesen..... auch die anfallenden kommentare.

es fehlen aber noch
der zwangsumtausch
der dialekt in der schreibweise
und querverweise auf
"besuch aus der zone" mit ekel alfred

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ottomar am 13 Jun 2012 16:13:00

anton-reiser hat geschrieben:zu den befindlichkeiten: haballes macht sich doch nicht über die ossis lustig, sondern über sich und seine vorurteile. pure selbstironie, der einzige, den es treffen könnte, wäre er selbst. das sollte man nicht übel nehmen, sondern für die treffenden und leichthändigen berichtigungen der ost-klischees danken.

ich jedenfalls finde den stil des berichtes herausragend!


Volle Zustimmung! Dass einer, der sich "Anton Reiser" nennt, Sven versteht, verwundert nicht ...:)

Sven, meiner bescheidenen Meinung nach liegt das Problem mancher Kritiker darin, dass sie NÜSCHT hatten, noch nicht mal Selbstironie. Und so halten sie Deine ... für Kritik an ihnen. Weiter so!
Und viel Spaß bei Aal und "Weißem" von meiner Allerliebsten, einer geborenen und gelernten Ossibraut.

Mit freundlichen n,
Ottomar

Gast am 13 Jun 2012 16:16:50

Ich freue mich auch schon auf die Fortsetzung!

Tolle Story, toller Humor!

Dass hier und anderswo immer ein paar Zeitgenossen (aus welcher Zeit sind die eigentlich?) geradezu darauf lauern, eine Gelegenheit zu bekommen, um sich aufzuregen, kennt man doch. Lass Dich bloß nicht von denen abhalten, genauso weiterzuschreiben.

Nu' mach schon! :D

dg1yff am 13 Jun 2012 16:40:32

.... schreib mal weiter und vergiss die Bilder nicht !

Ich stehe gerade vor der Entscheidung meine Urlaubsroute zu ändern : :(

Norwegen ( Oslo / Südnorwegen und Telemark ) wären wieder dran :D

oder

in die NBL - als Rundreise an den Aussenkanten und dann quer durch, dahin, wos schön ist. Wäre unsere 5 Reise dort hin.
Waren über Ostern in Caputh und
Potsdam - haben noch zuwenig davon gesehen ! :)

Mal sehen, wies wird und was der Sommer so bringt.

NBL sind auf jeden Fall eine ( mehrere ) ( viele ) Reisen wert !!! :!: :D

Jagstcamp-Widdern am 13 Jun 2012 16:46:12

warum braucht man eigentlich 23 jahre, um mal aus den gebrauchten bl rauszukommen...? :D

grusz hartmut

guenterp_de am 13 Jun 2012 17:23:02

katze-bruno hat geschrieben:warum braucht man eigentlich 23 jahre, um mal aus den gebrauchten bl rauszukommen...? :D

grusz hartmut


Hartmut Du sprichst mir aus der Seele :?

dg1yff am 13 Jun 2012 17:30:35

... weil wir euch Zeit geben wollten, das alles so schön herzurichten :D

haballes am 13 Jun 2012 21:09:14

Teil 3 Rügen

Über die Bundesstrasse 105 fahren wir von Dierhagen über Ribnitz-Damgarten, Löbnitz, Kummerow Richtung Stralsund. Auch hier wieder eine ruhige Fahrt über im Grunde fast neue Straßen. Was uns auffällt, hier ist noch nicht so viel „amerikanisiert“, oder „verdenglischt“. Wo bei uns eine Kneipe zum Beispiel spektakulär „Robbers Cave“ heißt, steht hier „Räuberhöhle“ über der Tür. Wer in nächster Zeit mal durch die Orte fährt, achtet mal drauf. Es ist wirklich so.

Alten Osten, so wie ewig Gestrige wie ich in halt im Kopf hatten, bisher war er an einigen wenigen Gebäuden zu entdecken, an Bauernhöfen, wo Traktoren standen, die definitiv aus den 60er, 70ern stammen mussten. Und natürlich dann weit sichtbar auf der Zufahrt nach Stralsund die „Volkswerft“.
Auf der gesamten Reise übrigens haben wir keinen einzigen Trabi registriert. Gefühlt haben wir aber mehr Neufahrzeuge der Marken Skoda und Dacia bemerkt. Ob es aber wirklich an den Zulassungen nachzuweisen ist, dass sei dahingestellt.

Wir kommen also an der neuen Rügenbrücke an, die schon ein imposantes Bauwerk ist und fahren über 4 Km Richtung Altfähr. Von dort geht es auf die B96 Richtung Bergen.
Die Strasse wird dort gerade mit einer riesigen Baustelle erweitert, es ist zum Schutz der Wildvögel wohl ein ellenlanger Holzzaun gezogen, wo die Insulaner ihren Zorn in Parolen ausdrücken. Da es immer wieder zu kurzen Staus kommt, kommt man nicht umhin zu lesen und drüber nachzudenken.

Alles hat zwei Seiten und nicht jeder Fortschritt kommt der Natur zu Gute. Wir rollen also weiter Richtung Ostrügen nach Lietzow, sehen nur im Vorbeifahren das Schloß.
Da wir nur acht Tage Zeit haben und uns aber eine große Runde aufgedrückt haben, können wir alles nur anreißen. Bei unseren nächsten Reisen können wir so aber interessante Orte mal intensiver besuchen.
Von der B96 geht es auf die L30 auf die Ortschaft Sagard. Von 100 kommen langsam Schilder auf 70 und da gibt es einen Rumms….

Ich denke, mir ist der gesamte Aufbau weggeflogen. Es vibriert und rappelt, der Hund steht kerzengrade, die Frau kreidebleich.

Ein Déjà-vu setzt ein. Ich war ja damals 1995 doch mal kurz im Osten, von Berlin aus in Michendorf. Als ich damals von der Autobahn runterfuhr, da durfte ich sämtliche Schränke und Schubladen wieder einräumen.
Und so auch hier. Es war das Erich-Mielke-Gedächtnispflaster, was uns schlagartig aufforderte doch lieber Schritttempo zu halten. Auch später kamen noch einige Stellen, wo man 50 fahren durfte, aber nur 20 km/h ertragen konnte. Und durch die vorher aalglatten Straßen war der Unterschied so was von krass.

Wir fahren nun wach und noch aufmerksamer Richtung Lohme zum Naturcampingplatz. Man sieht eine hölzerne Hütte und eine kleine Wiese mit einigen wenigen Wohnwagen. Sofort kommt uns ein freundlicher Mann entgegen schüttelt uns die Hände und erklärt uns den Platz. Vorne also die kleine Wiese, wenn wir eine SAT-Schüssel hätten, hinten im Wald, wenn wir Bäume lieben und dann noch eine große Freiwiese mit direktem Blick auf Kap Arkona.

Edda guckt, obwohl wir sie ja gar nicht brauchen, die Sanitäranlagen an, sieht im Hintergrund die Wellblechhütte, die als Restaurant dient und schaut mich ganz entsetzt an. Ich grinse, wir gehen zurück zu dem Herrn und wählen die kleine Wiese.





Ja. Hier ist alles noch so wie Ulbricht es gesehen hat. Toilettenwagen, wie ich sie als kleiner Junge auf der Kirmes kannte. Im Sanitärgebäude alle Leitungen auf Putz und der PVC Boden aus den 60ern zusammen mit den Kacheln ergaben den Ostkult, den ich in meinen Vorurteilen immer propagierte.

Aber es war blitzeblank. Der Platz ist so wie damals belassen, die Wohnmobilentsorgungsstation ist im gleichen Stil einfachst drangestrickt, alles ist aber wirklich sauber und in Funktion. Also nichts, was auch nicht so in der Platzbeschreibung stand. In der Holzhütte, wo die Rezeption war, bekam man Lebensmittel, Getränke und das übliche. Und es wurde uns jede Brötchensorte beschrieben, die man für den nächsten Morgen bestellen konnte. Vor dem Platz war direkt eine Bushaltestelle nach Lohme oder nach Saßnitz. Die Gesichtszüge meiner Frau glätteten sich wieder, vor allem nach dem Blick aus dem Wohnmobil auf die Ostsee mit Kap Arkona. Allenfalls kann man den für diese Kategorie doch hohen Preis kritisieren.

Unten im Ort Lohme gibt es einen Wohnmobilstellplatz, der bestimmt günstiger ist, aber nicht diesen Blick und das Naturflair bietet. Ich würde jedem raten, den Naturcampingplatz anzufahren.

Nach einem Kaffee wurden unter den bösen Augen von Qualzucht Muffin die Räder und der berüchtigte Hundequälanhänger klargemacht. Es ging 3 Km unter schrecklichem Gejaule in den Ort Lohme. Der Ort ist sehr überschaubar, aber nett. Am Ende geht es runter zu dem Hafen.









Man kann über viele Treppen, oder einen steilen Weg gehen. Es wird immer noch an der Befestigung gearbeitet, zuletzt war hier 2005 ein großer Abbruch, der mehrere Gebäude unbewohnbar machte, die sogar mit ferngesteuerten Abruchgeräten beseitigt werden mussten.
Wir hatten in Lohme unsere Fahrräder direkt gegenüber dem Restaurant „Daheim“ geparkt. Es sah einladend aus und so beschlossen wir eine Kleinigkeit zu essen und ein Bierchen zu trinken.
Wir lernten dann den „Clint Eastwood“ des Ostens kennen. Der Wirt nahm die Bestellung so cool auf, wie wir es noch nie erlebt hatten. Man muss diese Mimik erlebt haben. Und es ist nicht falsch zu verstehen, alles sehr freundlich und höflich. Auch das Restaurant hatte trotz Totalrenovierung den Charme einer gemütlichen alten Seemannskneipe nicht verloren. Überall war etwas zu gucken. Ein armer Teufel, wer da Staubwischen muss. Dann kam der Dorsch. Die Dorsche? Der Dorschschwarm?
Ich glaube, sie hatten die Ostsee leergefischt. Wir haben alles versucht, aber die Teller sind nicht zu schaffen. Wenn ihr nach Lohme kommt, dann unbedingt einen Tag vorher gar nichts mehr essen.
Und es lohnt. Es ist lecker dort.


Pappsatt kugelten wir die 3 km den Berg wieder hoch zum Naturcamping. Wir überlegten und beschlossen das Wohnmobil zu ignorieren. Würden wir dort halten, wir würden den Nachmittag verschlafen.
Muffin fletschte zwar die Zähne, aber nichts half. Vom Platz führte ein Radweg zum Königsstuhl, es sollten 4 km sein. Enge Pfade, besonders für den Hundehänger, immer wieder Berge und dann übelstes Kopfsteinpflaster.
Wir ließen Muffin neben unseren Rädern laufen. Das hatte er noch nie geübt und tat es prima. Ich glaub, der Töle war alles recht, außer in der Folterkiste zu sitzen. Gegen 17:00 kamen wir am Königstuhl an und mussten nur noch 12 statt 15 Euronen pro Nase löhnen. Ist teuer, aber halt ein Weltkulturerbe wegen der einzigartigen Buchen.
Von hier konnten wir aber die Kreidefelsen einmal sehen, der Grund warum wir gekommen waren.







Endlich werden wir mal gewürdigt....






Die Ausstellung haben wir uns geschenkt. Um ca. halb Sieben waren wir wieder am Naturcamp.
Das Abendessen fiel flach. Es passte einfach immer noch nichts rein.



Reisen mit dem Fahrrad ist auf Rügen keine gute Idee. Dazu haben wir halt Klappräder, da sind schnell die Grenzen gesetzt. Trotzdem hätten wir die Strecken ohne nicht geschafft.


Tja, es war die ganze Woche mieses Wetter vorhergesagt, was war? Sonne! Sternenklar!
So genießt mal bei einer „Sprachlos Sumatra“ mit uns diesen Sonnenuntergang mit Blick auf Kap Arkona.





Jede noch so weite Anreise lohnt nur dafür schon! Rügen ist groß und man kann schon dort viele Tage an verschiedene Orte reisen und Eindrücke sammeln, trotzdem beschlossen wir, nicht noch einen Tag wie ursprünglich geplant hier zu verweilen, sondern wir klickerten mal einfach das Wörtchen „Usedom“ in unser Navi.
Noch eben huschte ich mit einem Seiftuch und dem Fläschchen Badusan unter die Dusche und wir schauten zum Einschlafen noch eine Wiederholung von Professor Flimmrich, während es so weit im Osten draußen gar nicht richtig dunkel mehr werden wollte.

Fortsetzung folgt.

allerleirauh am 13 Jun 2012 21:37:45

:oops: dein bericht gefällt mir sehr gut.
eine schöne art auf meine 20 jährige heimat zu blicken hast du halt.

:twisted: aber ich finde ihn hier im forum nicht gut.
.. dann kommen noch mehr touristen..
vor allem womöglich andere als du..
alles verändert sich..

und dann ist das falsche zitat von bismarck
in mecklenburg passiere alles, incl. weltuntergang, 100 jahre später
noch falscher, obwohl harald ringsdorf schon versuchte, es auf 50 jahre runterzuschrauben..
:wink:

nee, quatsch.
sanften tourismus braucht das land.
touristen wie dich.

in diesem sinne:
willkommen magda

wmsnooker am 13 Jun 2012 22:00:44

Sven,
schön schreibst du :daumen2:

tuga am 13 Jun 2012 22:08:46

haballes hat geschrieben: Es war das Erich-Mielke-Gedächtnispflaster, was uns schlagartig aufforderte doch lieber Schritttempo zu halten.

Oh weia ja, ich spür es jetzt noch…grausam.
Schön wie Du schreibst, ich erlebe meine Tour gerade zum zweiten mal. Danke!

markgraefin am 14 Jun 2012 10:54:36

Boch Sven,
genau an dieser Stelle in Sagard hat es uns im vorigen Jahr drei Teller und zwei Gläser, die ich eigentlich sorgfältig verpackt hatte, zertrümmert und ich dachte, die Achse wäre hin.
Ein rotes Licht leuchtete kurz auf und mir wurde es heiß, das Licht ging aber wieder aus und auf der Rückfahrt habe ich mir das Loch mal angesehen.
Oh weiha, sage ich dir.

Ich frage mich, wieso dieses ungeheuere Loch nicht endlich geflickt wird.

Für die Rückfahrt wappne dich schon mal, du wirst im Stau stehen.

Das ist leider auf Rügen immer so.
Zuviele Ampeln an völlig falscher Stelle.

Ich wünsche euch noch einen schönen Urlaub und deine Bilder vom Königsstuhl sind zum Heulen schön.

Danke!


Markgräfin

abba am 14 Jun 2012 12:43:24

Sven - mehr, bütte, bütte :D

uschi-s am 14 Jun 2012 12:50:12

Sehr schön Sven, ich warte schon auf die Fortsetzung.

Gast am 14 Jun 2012 12:55:47

hallo sven,
als Nichtraucher musste ich Sprachlos Sumatra erstmal ergoogeln :)

Weiter so, ich hoffe, du hast die Originalversion nicht wegen ein paar Einwürfen von hier "entschärft" :wink:

haballes am 14 Jun 2012 14:53:06

inpraxi hat geschrieben:Weiter so, ich hoffe, du hast die Originalversion nicht wegen ein paar Einwürfen von hier "entschärft" :wink:


:D Gibt doch keine STASI mehr.... :D


Nein,nein..ich schreib frei raus. Und es ist ja wirklich so. Bis auf einen Besuch in Ostberlin und Michendorf im Jahr 1995, mit unserem damaligen Bürstner A5700, der uns auch genau dort kaputtging und einem Kaffeetermin im Schloß Schwerin ich glaub 2002, da war ich noch nie in den neuen Bundesländern. Und so ist natürlich Heinz Schubert (Besuch aus der Ostzone) und Wolfgang Stumph (Go Trabi Go) erstmal in meinem Kasperkopf.
Dazu dann die Erfahrungen, die man in den ersten Jahren mit den neuen Arbeitskollegen gemacht hat und das Verhalten, wenn man in den späten 80ern nach Ungarn reiste oder wirklich mal am Gardasee "priviligierte Ossis" traf, die dort zelten durften. Da waren schon für uns lustige Situationen, wo man aber über die Hintergründe als junger Mensch gar nicht nachgedacht hat.

In meiner Familie war der Osten überhaupt kein Thema und in der Schule wurde pflichtgemäss die Nazizeit durchgekaut, aber der Osten mit kaum einer Silbe erwähnt.

Als dann die Bude aufging, da war ich so Mitte zwanzig, da hab ich mich allenfalls über die Dialekte lustig gemacht und über die teils unbeholfene, unsichere Art der Ersten, die hier hinzogen, denen man jede Rostlaube mit Leichtmetallfelgen andrehen konnte.

Heute, eine halbe Generation später wächst alles zusammen und normalisiert sich. Bis da alle gegenseitigen Ungereimtheiten ausgeräumt sind, muss mindestens mein Jahrgang komplett im Torf liegen.

Es freut mich, das diese vielen Menschen nun befreit und demokratisiert leben können. Das denke ich, ist das Allerwichtigste. Das der Osten jetzt so aussieht, wie er aussieht, daß ist ebenfalls vernünftig. Wenn schon soviel Kohle, dann auch vernünftiger Wiederaufbau. Und das ist mit Bravour gelungen. Auf jeden Fall auf den vielen Quadratkilometern, die wir nun kennenlernen durften. Und es wird gepflegt und geachtet.

Und die Bewohner führen im Gegensatz zu den 60ern und 70ern, wo wir "Wessis" wie ein Astronaut wohl bestaunt wurden, mittlerweile schon lange fast daß gleiche Leben wie wir. Sicher ist da noch Prägung der alten Generation und auch den dort ewig Gestrigen, wie aber bei uns auch. Aber auch das verwächst sich mit der Zeit.

Und so findet man beim Bereisen der "DDR" gar nicht mehr so viele Possen und da bin ich auch sehr froh drum. Kurz nach der Wiedervereinigung hätte ich übrigens nie so wie oben geschrieben, denn Leid, Unterdrückung und Gewalt waren da noch nah in den Köpfen.
Hier hat die Demokratie mittlerweile die Bürger gefestigt.
Bei allem Lustigen über die Ostkultur, die sich ja noch immer gut vermarkten lässt, es ist eine Menge Blut geflossen.

Warum mussten erst 23 Jahre vergehen, bis man "darüber" reist wurde gefragt.

In meinem Falle war es echt die Angst, Urlaub bei schlechtem Wetter auf einer Baustelle zu verbringen. Nach Usedom, worüber ich heute abend schreibe, sind es von mir 700 Km, nach Holland nur 300 km. Und nach Italien 1.000 km. So fiel Deutschland immer raus. Tausendmal haben wir es uns vorgenommen und verworfen.

Und wir sind so froh, daß wir diesmal konsequent geblieben sind.

Heute abend geht es weiter auf die Insel Usedom. :D

Obiges könnte man im "Offtopic-Bereich" mal diskutieren.

eaglesandhorses am 14 Jun 2012 15:02:19

die Entfernung ist auch bei mir bisher der Grund gewesen......weil bis ich an der Ostsee bin, kann ich auch ans Mittelmeer.... 8)

Aber nichtdestotrotz steht Ostsee sowohl als auch Baltikum fest auf der Agenda.

Und ich erwarte sehnsuchtsvoll Deine Fortsetzung !!!

Gast am 14 Jun 2012 15:05:35

haballes hat geschrieben:
Obiges könnte man im "Offtopic-Bereich" mal diskutieren.



Oh Gott, das ist hier aber sowas von verboten, is doch poliddisch :D :D


Meck-Pom hatten wir 2007 (auch spät ich weiß) bescuht, beeindruckte uns mehr als zB jetzt die Mosel, kommt aber wohl durch das Meer.

Unsere Baltikumtour startet im Juli im Spreewald (dafür bin ich grad am recherchieren) und am Schluss werden wir wieder längere Zeit MeckPom vor allem Rügen besuchen, hatten wir letztes Mal ausgespart. Alles so bis Mitte September.

tosys am 14 Jun 2012 18:48:10

Hallo haballes
Scheinst Dich wirklich nicht mit den Reisegewohnheiten zu DDR Zeiten auszukennen oder du hast dich verschrieben aber zu dieser Zeit (in den 80gern)durften auch keine priviligierten Camper an den Gardasee reisen.Vielleicht meinst du auch den Balaton in Ungarn.Da aber durfte jeder hin.Vorrausgesetzt man konnte es sich leisten.Ein paar DM in der Tasche waren da nicht zum Schaden.Viele tosys

redsunny am 14 Jun 2012 18:53:13

Wie schön, Sven, Dein Bericht ist sehr schön zu lesen. Gestern hab´ ich mir beinahe in die Hose gemacht und meine Männer durch mein Lachen beim Fußball gucken gestört. Erwarte mit Freude Teil 4 der "Haballes-Soap"! Weiter so!

haballes am 14 Jun 2012 19:05:09

tosys hat geschrieben:Hallo haballes
Scheinst Dich wirklich nicht mit den Reisegewohnheiten zu DDR Zeiten auszukennen oder du hast dich verschrieben aber zu dieser Zeit (in den 80gern)durften auch keine priviligierten Camper an den Gardasee reisen.Vielleicht meinst du auch den Balaton in Ungarn.Da aber durfte jeder hin.Vorrausgesetzt man konnte es sich leisten.Ein paar DM in der Tasche waren da nicht zum Schaden.Viele tosys


:wink: Hast Recht, das war Sommer 90, da war neben mir ein Trabi ( noch mit DDR Kennzeichen) mit Zelt am Gardasee. Hab grad meine Fotoalben durchwühlt.

haballes am 14 Jun 2012 21:49:26

Teil 4 Usedom
Am Morgen gemütlich den CADAC angeworfen und die Nachbarn (waren aber Wessis) mit dem Geruch von gebratenem Speck und Eiern neidisch gemacht, frühstückten wir bei herrlichem Wetter. Die Entsorgung hatten wir in Dierhagen, wo alles bequem gewesen wäre ja geschwänzt und mussten so langsam bis hinten in den holprigen Wald zur Station. Für die Zukunft lernen wir, daß man jede sich bietende Gelegenheit nutzen sollte, da man nie weiß, wo man landet. Diese Diskussion hatten Edda und ich auch schon öfter über das Tanken, da ich markengebunden bin.
Vorsichtig ging die Fahrt zurück, denn das Kopfsteinpflaster war bestimmt noch nicht zugewachsen. Von Stralsund ging es dann über Brandshagen, Reinberg, Mesekenhagen, Neuenkirchen erstmal bis Greifswald. Die Strecke heute war eine der Weiteren mit etwa 135 Kilometern.
Weiter also nach Diedrichshagen und wir sahen in der Ferne eine riesige schwarze Wolke. Es zwar etwas bedeckt, aber trocken und so vermuteten wir einen Waldbrand. Also weiter Richtung Lühmannsdorf, aber immer diese verdächtige schwarze Wolke auf dem Radar.
Dann kamen uns aufblinkende Autos entgegen, aber wie ein Lemming folge ich dem vorausfahrenden LKW bis sich die Situation aufklärt. Während wir jetzt einen Feuerwehrwagen nach dem anderen vorbeilassen müssen, steht etwa 100m vor uns ein LKW lichterloh in Flammen.
Zum Wenden haben wir nur die Breite der Bundesstrasse und so machte die neue Rückfahrkamera erstmalig Sinn. Es bleibt nichts anderes, als einen großen Umweg Richtung Wolgast dann zu fahren.



Dort geht es über die Peenebrücke auf die Insel Usedom . Wir fahren nach Trassenheide, wo wir uns den CP Ostseeblick ausgesucht hatten. Kurz vorher spinnt das Navi und ist wieder fast 10km vom Ziel weg. Aber wo Zeltplatzstrasse draufsteht, da muss ein Zeltplatz drin sein. Und siehe da, ganz am Ende der Strasse ist die Einfahrt.
Das Team an der Rezeption schaut ein wenig sorgenvoll, als sie „Wohnmobil“ hören, nein nichts dagegen, aber die Plätze sind sandig teilweise und an einigen Plätzen stören Bäume die Zufahrt. Aber es ist bestimmt was frei. Da wir zwei Tage nun bleiben möchten, da wir doch ein wenig Erholung brauchen, bitte ich darum freie Sicht nach Süden zu haben, damit ich meine Dreibeinschüssel nicht noch rauskramen muss. Jetzt lud der junge Mann Edda in einen Elektrokarren und sie fuhren davon.
Na, ich kraul den Hund und denke: „So einfach war das? Jetzt sind wir sie los!“ Zu früh gefreut, er bringt sie wieder und wir haben in dem Waldcampingplatz die glaube ich letzte Parzelle bekommen, wo die Schüssel durchkommt. Zur Not hätte aber der Platz Fernsehanschluss und wir würden eine Leitung geliehen bekommen. Wir stehen direkt am Ende des Platzes vor dem Weg zu den Dünen und hören das Meer rauschen. Schüssel klappt auch. Endlich Urlaub.



Ich hol Tisch und Stühle raus, die Räder und der Hänger, bau den Cadac auf, seh dabei im Augenwinkel auch schon den blankpolierten „Fünfer „ mit einem genauso blankpolierten Tabbert „Ausführung Kirmes-Schleiflack“, da öffnet sich die Tür.
Chucks, schwarze Addidasjoggingbüx, Tättos, rotes Shirt, wieder Tättos, Goldkette, Glatze. Gefühlte zwei Meter Marke Türsteher grinsen mich an . „Güdden Dach!“
Muffin springt vor…Nein..nicht bereit sich zu opfern, er kann Gut und Bös einfach nicht unterscheiden und hält alles für Gut. Der Türsteher sieht Muffin…guckt….“SAAANDRÖÖ!!!“
Sandra kommt raus…guckt…“JAAASOOCHEIMOL!!!“
Türsteher: „DDDEISEN!!!!“
Erst dachte ich ja, Sandra sollte den Staubsauger holen, unsere Überreste einzusaugen. Aber es kam schlimmer. Aus dem Wohnwagen kam ein furchterregendes Röcheln und Schnaufen, untermalt mit nahendem drohenden Getrappel. Ein Rottweiler????
Derweil bückte sich Sandra zu Muffin runter, auf ihrem blanken Rücken drohte ein Tintengeweih.
Und dann waren unsere neuen Nachbarn komplett. Thyson war eine französische Bulldogge, für Nichteingeweihte, ein Mops mit abstehenden Ohren. Dazu noch ein seltener, hatte er genau Muffins Fellfarbe. Die beiden waren sofort Freunde.
Und der „Türsteher“ stellte sich als der harmloseste Bürger Thüringens heraus, präsentierte uns ein Strasshalsbändchen nach dem anderen, führte uns die gesamte Hundemäntelchenkollektion 2012 vor.
Und er gab uns viele Tipps, was wir in der Nähe alles anschauen können.



Fortsetzung folgt.

pippeliese am 14 Jun 2012 22:06:34

SVEEEEEN.... :eek:

Du kannst doch jetzt nicht mittendrin einfach aufhören zu schreiben! :cry:
Des geht doch nich! :bindagegen:

Fooooortsetzung!!!....bitte.... :flower:

Gast am 14 Jun 2012 22:21:44

.....und....?????????????????????

hey sven, ich bin übers wochenende nicht da und kann nicht weiter lesen.
biiiittttttttte, hör nicht auf! nicht grad jetzt, wo du grad so gut beim sächseln bist.

haballes am 14 Jun 2012 22:22:47

:( Psst!!!

Hab Besuch bekommen.
Morgen nach der Fron geht es weiter.... :oops:

punky am 14 Jun 2012 22:24:56

ihr Beiden von hinten... :D
Schade dass das mit dem Elektrokarren nicht geklappt hat.
Hätte mich auch direkt auf den Weg gemacht.

Ein wenig kurz heute, aber man ist ja genügsam, wenn man erst einmal angefixt ist :zustimm:

Gast am 14 Jun 2012 22:25:52

etwa von ddddeisen und seinem herrchen? wie heißt der eigentlich :D ?

et-team am 14 Jun 2012 23:11:58

... schreib schnell weiter SVEN, jetzt wo es so schön wird.
Haben uns gerade fast totgelacht über

“SAAANDRÖÖ!!!“ und …“JAAASOOCHEIMOL!!!“ und natürlich „DDDEISEN!!!!“

einfach klasse - warten nun halt auf morgen. :kuller:

abba am 14 Jun 2012 23:14:21

Ich schmeiß mich wech :kuller:

Sven sprichst ja perfekt Auswärts! Aber was Du machst ist schon seelische Grausamkeit!

haballes am 15 Jun 2012 21:08:26

Teil Vier 2.0 Usedom

„Förrt mol nöch Sinöwütz, do iss scheen. Ünd üff dööm Wech iss uch g Hündestrond.“ rief der Türsteher noch hinter uns her und wurde von Muffins Jaulen fast übertönt.
Drei Strandzugänge später ging es vom Weg zum Hundestrand. Spaziergänger und Fahrräder haben richtig viel Platz und immer wieder gibt es kleine Pfade durch den Wald. Wie schon gewohnt, Bänke, Abfalleimer, prallgefüllte Hundetütenspender und Beschilderung der Strandabschnitte, damit Opa nicht der Herzschrittmacher aussetzt, weil er versehentlich im ? Bereich landet.


Unser Kampfmops rannte sich erstmal wieder am Strand den Frust aus der Seele, bevor wir dann dem Weg etwa 3 Km nach Zinnowitz folgten. Direkt am dortigen Ortseingang fällt das große Hotel Baltic auf, was in den 70ern ein Ferienheim für Arbeiter war. Die Promenade ist belebt und modern, wir ahnen schon, daß hier mehr Trubel als in den vorangegangenen Orten ist.



Am Strand ist eine lange Holzbrücke, die zu einer Tauchglocke führt, womit 24 Besucher mal in die Ostsee abtauchen können.





Kleine Souvenirläden, Restaurants, Fischbuden, es wuselt überall. Runter zum Ortskern kommen auch grössere Geschäfte und im Stadtpark ist ein kleiner Kunstmarkt mit Buden aufgebaut. Edda läuft zur Hochform auf, findet endlich alle Mitbringsel.
Der Magen knurrt, wir entscheiden uns für das Kartoffelhaus. Edda bestellt einen Kartoffelauflauf, mit lauter gesundem Zeug drin. Ich entscheide mich für die Tagesaktion, Reibekuchen so viel ich will mit der Beilage Hackepeter! Diese Zusammenstellung kannte ich bisher nicht. Es kam ein Teller mit einem großen Mettigel, Zwiebeln und Salat. Und dazu ein Teller mit vier riesigen Reibekuchen, die meine Oma gemacht haben könnte.
Nein, ich schaff nicht noch einen Teller, den der Wirt mir bringen möchte. Auch die restliche Speisekarte sieht äußerst kreativ aus, so dass wir nur dazu raten können, hier einmal einzukehren.
Satt und schwer bepackt mit Mitbringseln radeln wir mit einem müden ruhigen Mops zurück zum Campingplatz. Schön angelegt ist dieser Platz mit hohen und tiefen Terrassen und die Parzellen fallen gar nicht als solche auf. Man denkt, man würde frei im Wald stehen. Der sandige Boden würde auch bei Nässe einem Wohnmobil keine Probleme machen. Die Wohnwagen werden aber von den Elektrotraktoren rangiert, schon wegen der außergewöhnlichen Platzaufteilung. Die Sanitärgebäude sind hochmodern und supersauber, so das sogar ich einmal nicht im Carado dusche, sondern brav mit Seiftuch, Badusan und Duschmarke über den Platz schlendere. Vorne am Eingang ist ein Restaurant und davor ein Geschäft für Brötchen und Zeitung, welches aber nur morgens bis halbelf auf hat. Auch die Entsorgungsstation findet sich am Eingangsbereich.
Am nächsten Morgen setzen wir uns nach dem Hundespaziergang auf die Räder und erkunden mal die entgegengesetzte Richtung, den Ort Trassenheide. Der Weg verwandelt sich schon nach wenigen hundert Metern in eine kleine, aber sehr fein angelegte Promenade, auch mit Restaurants und kleinen Läden. Die Dünen zum Strand sind alle mit Sanddorn bewachsen, den wunderbaren Duft kann man einfach nicht beschreiben.



Im Ort dann findet sich ein Discounter und es geht zu einigen Attraktionen des Ortes. In der Nähe gibt es eine große Schmetterlingsfarm in einer Halle. Davor ist ein kleiner Vergnügungspark aufgebaut.
Tja und bisher hatte ich die „Pölen“ ja verschont, aber nu kriegen sie auch ihr Fett weg. Zwei polnische Architekten haben auf Usedom ein Einfamilienhaus gebaut, aber der Wodka tat während der Planungsphase schon Wirkung.





Die Besichtigung innen lohnt, aber nur wenn man Fotos macht, die man später umdreht. Da bekommt man bestimmt super Effekte hin. Da aber der Hund nicht reindurfte, fehlte es mir an einem willigen Model.



Trassenheide mit diesen Gimmicks und der Nähe zu Zinnowitz eignet sich hervorragend für einen Familienurlaub, auch wenn es mal regnen sollte. Dies tat es bei uns nur nächtens und abends mit einer winzigen Schauer, als wir an der Promenade von Trassenheide noch zu Abend aßen. Die Gegend gilt als die sonnenreichste und regenärmste Deutschlands. In der Nähe ist auch Peenemünde mit U-Boot Besichtigung und den alten Raktenbunkern. Polen grenzt auf der Insel. Aber wie schon geschroben, wir hatten etwas Termindruck.
In der Hauptsaison muss aber unbedingt reserviert werden. Der Türsteher sagte uns dazu noch: „Im Sömmer göht do görnix möör. Wö fohrt irähn mohrgähn weidär?“ als er mich packen sah.
„Wir fahren morgen nach Waren an der Müritz“ mühte ich mich dialektlos ab.
„Ei Wohren on dör Mühritz, müsder uch mol nach Dühringen gömmen. Wännwer üns nisch mähr sähen, saachen wärr mol Tschüssii.“
Wir verabschiedeten uns von Saröö, DDDeisen und dem Düürstäher.
Am nächsten Morgen wurde noch das Wohnmobil an der Entsorgungsstation klargemacht und es kam unaufgefordert ein Mitarbeiter von der Rezeption und half uns Wasser zu tanken, Klappen zu öffnen und machte uns noch ein Tor auf, damit ich nicht rangieren musste.
Usedom war auf dieser Reise wegen der Vielfalt und dem Duft der Dünen auf dieser Reise unser Favorit.

Es ging nun nach Waren an die Müritz.

Fortsetzung folgt.

abba am 15 Jun 2012 21:23:47

Mehr, mehr, noch viel, viel mehr. Waren interresiert mich tierisch, da kam meine Tante Edi her. ......

karlo56 am 15 Jun 2012 21:45:35

Hallo Sven,
wir hatten in den letzten 4 Jahren im Urlaub eine FEWO in Trassenheide gemietet,
und von da aus tolle Fahrrad,- und Geocachingtouren unternommen. Usedom ist auch unser Favorit.
Es gibt so viel sehenswertes auf dieser Insel, Da reicht 1 Urlaub nicht aus. :D
Und auch diesen Sommer werden wir wieder dort sein. aber dieses mal mit dem Womo.
Wir können es kaum erwarten. :D

So schön können Stromverteilerstationen aussehen.


Euer Super Reisebericht hat unseren Entschluß, wieder an die Ostsee zu fahren, noch bekräftigt.

Dein Geschrobe ist wirklich allererste Sahne. :respekt:


Karlo

haballes am 16 Jun 2012 21:22:24

Teil 5 Waren(Müritz)

Wieder eine Etappe von 120 Km lag vor uns. Eigentlich ist das eine gute Entfernung, zu fahren und rechtzeitig irgendwo anzukommen, um da auch noch etwas zu unternehmen. Ich glaub also, daß wir das reisen mit dem Wohnmobil so langsam rauskriegen. Diese "Mörderetappen" von 1.000km nur um Anzukommen, die wir uns früher angetan haben, die lassen wir in Zukunft.

Richtung Wolgast zurück staute es sich ziemlich, dann Züssow, Jarmen, Demmin und die Mecklenburgische Schweiz war wieder erreicht. Stavenhagen und über die B192 nach Waren. In der Stillen Bucht, stand im Navi, daß hörte sich mickrig und versteckt an.

Wir fuhren an einem grossen Hundeplatz vorbei, wo Training und Animation angeboten wurde, kamen auf einen riesigen "Check In Point", jeder Reisebusfahrer würde sich die Finger lecken. Die Rezeption war hochmodern.
Freundlich wies man uns auf die Möglichkeit hin, Campingplatz oder Wohnmobilhafen zu wählen. Wir könnten uns aber am Besten vor einmal umsehen und sollten dann Bescheid geben. Wir wollten an dem Abend grillen, das wäre auch auf dem Wohnmobilhafen kein Problem.

Lediglich das Santärgebäude müssten wir extra buchen, wenn wir nicht den Campingplatz belegen. Komische Sitten, aber so wars.



Wir also auf den Wohnmobilhafen, der etwa 30 Plätze bietet. Riesige Parzellen mit Strom und kostenfreien Wasseranschluss. Am "Check Inn" stand eine Holiday Clean kostenfrei für Lokus und die Abwasserläufe ebenfalls umsonst. So hatten wir doch alles. Die Satschüssel klappt aber nur von der vorderen Reihe, weshalb am Abend etliche Mobile umparkten.

Der See führt direkt am Platz vorbei, jedoch hat man durch die Bäume nicht direkt Sicht.

Radwege führen ohne Autoverkehr bis in die schöne Warener Altstadt. Hier war auch wieder ein ganz besonderes Flair. Und sie ist recht groß. Der See glitzerte und das Wasser hatte ganz interessantes Lichtspiel. Ich hab noch nie so viele verschiedene Wasseroberflächen, wie in diesem Urlaub beobachtet. Von spiegelglatt bis aufgewühlt war alles dabei.



Edda fand einen Laden, der Bilder und Figuren aus Schokolade für Anlässe, Jubiläen und Feiern baute, ich hielt Ausschau nach einem Hemd, was ich dringend für die Familienfeier morgen abend brauche. Und das muss unkompliziert gehen, ich mag Kleiderkauf überhaupt nicht.

Am Hafen finde ich etwas ganz interessantes. Ein Boot, wo man seinen Wohnwagen draufstellt und ihn so zur schwimmenden Ferienwohnung macht. Lässt sich mieten. Ob es für Wohnmobile wohl auch geht?



Unser Wohnmobilnachbar hatte uns das Eiscafe Rialto in Waren ans Herz gelegt, direkt am Eingang zur Altstadt. Pizzaeis mit einer Masse an verschiedenen Früchten. So gesund hatte ich Monate nicht mehr gelebt.
Während wir den Eisbecher vernichteten, ging die einzige grössere Regenschauer des gesamten Urlaubs runter.
Am Ortsausgang fanden wir dann noch mein "5 Minutenhemd" und es ging trocken zurück.

:oops: Es gibt von Waren leider nicht mehr Bilder, weil ich Hauptschüler auf die "Widdiotaste" gedrückt hab und es erst zu spät merkte. Ich fahr aber bald nochmal hin und dreh nach.....


Am Radweg entlang die pure Natur. Dazu Erlebnispunkte, wie ein großer Kletterpark. Auch hier lässt sich bestimmt ein längerer Urlaub gut verbringen.






Der Grillabend gelang bei schöner Sonne. Und nach Sonnenuntergang lohnt ein Spaziergang an den See, einmal die beleuchtete Altstadt vom Wasser aus zu betrachten.

Waren müssen wir noch einmal besuchen. Leider mussten wir am nächsten Morgen weiterfahren, da der Mann von Eddas Nichte seinen 50ten in Hildesheim feierte. So hatten wir etwa genau 400 km vor uns.

Potsdam kratzten wir an, dann Magdeburg und ich war sehr bedrückt über den Grenzübergang Helmstedt. Hatte ihn ja nie live gesehen und dachte erst, es wäre ein Gefängnis.
Gut, das diese Zeit Geschichte ist.

In Hildesheim dann fanden wir in der Nähe des Lokals einen stillen Parkplatz am Fussballstadion. Die Saison hatte am gleichen Tag dort geendet. Ein gutes Essen, ein paar Gespräche. Als die Band anfing zu spielen, rettete ich den Mops und wir verbrachten den letzten gemütlichen Abend bei Fernsehen und Gerstensaft im Wohnmobil. Edda traf ausser ihrer Nichte ihren Bruder mit Frau und war so auch nicht allein.

Am nächsten Morgen ging es die etwa 300 km zurück nach Solingen.

Wir haben fast exakt 2.000 Km auf dieser Fahrt zurückgelegt. Es war ein sehr vielseitiger Urlaub mit ganz vielen Eindrücken. Es gab nicht ein einziges Mal etwas Negatives zu berichten. Wir werden MC Pomm ganz bestimmt noch sehr oft besuchen. Wir konnten halt überall nur einen kleinen Eindruck gewinnen, weil unsere Zeit so begrenzt war.
Natürlich haben wir auch den Vorteil, außerhalb jeglicher Ferienzeiten reisen zu können. Dies sollten Familien in ihrer Planung beachten.

Ich hoffe, ich hab euch nicht zu sehr mit meinem Bericht gelangweilt, ich hab halt keine Freunde, denen ich das erzählen könnte. :cry: ..... :D :D :D

Tja und mit meinem manchmal gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, da müsst ihr halt leben.

sloter am 16 Jun 2012 21:41:54

Hi Sven
Den Bericht haste gut gemacht.

Ein Hauptschüler :D

kompakt am 16 Jun 2012 21:44:00

Schade, jetzt ist zu Ende. :(

Klasse gemacht und schöne Bilder, die Videos könnten doch auch interessant sein. :D

Vielen Dank fürs Mitnehmen. :)

Aretousa am 16 Jun 2012 21:57:51

haballes hat geschrieben:Ich hoffe, ich hab euch nicht zu sehr mit meinem Bericht gelangweilt, ich hab halt keine Freunde, denen ich das erzählen könnte. :cry: ..... :D :D :D


Von wegen gelangweilt- der Bericht war köstlich und äußerst informativ. Wir gehören auch zu denen die in den für uns immer noch neuen Bundesländern nur ganz vorsichtig mal waren. Harz, Dresden, Berlin, da bleibt noch viel zu bereisen.


Und Sven, wir haben dich doch alle lieb :knuddel: :bussi: was brauchst du andere Freunde :wink: :wink:

pippeliese am 16 Jun 2012 21:59:55

Schade.... :cry:

Ich hoffe, Ihr fahrt bald wieder los... 8)

Vielen Dank, dass Du uns mitgenommen hast.
Ich hatte sehr viel Spaß und bin das ein ums andere Mal vor Lachen. ter den Tisch geplumst. Wegen Dir habsch jetzt nen blauen Fleck! :auge:
:lol:

Ich grüße ganz herzlich Dich, den Muffin-Mops und natürlich vorneweg Deine Edda, die bestimmt viel Humor mit Euch beiden benötigt... 8)

Bis bald....

abba am 16 Jun 2012 22:26:47

Hallo Sven,

was brauchst Du Freunde, Du hast doch uns, denen Du von Deinen Reisen erzählen kannst. Und das tolle ist, wir freuen uns noch darüber. Also vielen Dank für's Mitnehmen.

flairmichel am 16 Jun 2012 22:32:34

..und das "Zonen-Womi" hat durchgehalten :D

-schöner Bericht mit schöner "Schreibe"

lg
Michel

Tipsel am 16 Jun 2012 22:34:20

:daumen2:

walter7149 am 16 Jun 2012 22:40:22

Hallo Sven!

Trotz meiner anfänglichen kritik hab ich weitergelesen und ein schöner lustiger reisebericht mit schönen photos ist doch noch draus geworden :!:

Wärst man 20 jahre früher gefahren und damals und jetzt dich mit der einheimischen bevölkerung unterhalten, dann hättest du die frühere realität auch kennengelernt und vergleiche zu heute machen können.
Jedenfalls ist vom ehemals "wilden osten" und dem stolz der ehemaligen DDR-bevölkerung die erste friedliche revolution Deutschlands und die darauffolgende wiedervereinigung vollbracht zu haben recht wenig übrig geblieben und die immer noch bestehenden festgelegten unterschiede sind schon lange nicht mehr gerechtfertigt.

Für euren nächsten besuch in der " zone " wünsche ich viel erfolg und mehr zeit.

haballes am 16 Jun 2012 22:47:44

:) Walter, daß du diese Zeilen schreibst, da fällt mir ein Stein vom Herzen.


Danke!

Anne42 am 16 Jun 2012 23:03:47

Wirklich ein schöner Bericht, habe ihn sehr genossen.

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